Die Safes Kafkas müssen innerhalb von zwei Wochen geöffnet werden

Im Zusammenhang mit der Kontroverse um den literarischen Nachlass von Franz Kafka und Max Brod wurde gestern ein bedeutender Fortschritt erzielt…

Von Ofer Aderet, Haaretz v. 28.12.2009

Das Gericht in Tel Aviv erteilte die Anweisung, dass innerhalb von zwei Wochen die fünf geheimen Safes in verschiedenen Bankfilialen in Tel Aviv geöffnet werden müssen, in denen die Manuskripte der beiden tschechischen Schriftsteller aufbewahrt werden. In einem weiteren Safe in der Schweiz befindet sich allem Anschein nach der wichtigste Teil des Nachlasses. Dieser Safe wird geöffnet, wenn alle diesbezüglichen technischen und bürokratischen Probleme beseitigt sind.

Das Gericht räumte den Erbinnen Brods, den Schwestern Dorit und Eva Hoffe, eine Verlängerung von 15 Tagen ein, um eine Übereinkunft mit den Vertretern des Staates – der Nationalbücherei und dem Gericht- über die Enthüllung des Materials zu erzielen, über das sie verfügen. Die Richterin gab die Anweisung, dass die Safes auch ohne die Zustimmung der Erbinnen geöffnet werden, falls die Kontakte scheitern sollten.

Nach Öffnung der Safes wird dem Gericht ein detaillierter Bericht über die Manuskripte vorgelegt, bevor die wichtige Entscheidung über das Schicksal des Materials getroffen wird: Wird es weiterhin in privaten Händen bleiben, oder an ein offenes Archiv übergeben. Dann wird eine weitere wichtige Entscheidung folgen: Wird das Material in Israel bleiben, oder wird es an das Literaturarchiv in Deutschland übergeben.

Der Bericht, der nach so vielen Jahren endlich preisgeben wird, was so viele Jahre hinter Schloss und Riegel verborgen lag, wird in aller Welt mit Spannung erwartet.

Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

3 Kommentare zu “Die Safes Kafkas müssen innerhalb von zwei Wochen geöffnet werden

  1. Weise Entscheidung! Wichtig ist, dass die wertvollen Manuscripte endlich sicher und an einer Stelle untergebracht werden, wo sie ordentlich wissenschaftlich untersucht und katalogisiert werden. Es ist eigentlich sekund#r, ob sie in Israel, oder in Deutschland aufbewahrt werden. Hauptsache, sie werden wissenschaftlicher Forschung zur Verfügung gestellt und werden unter die staatliche Verantwortung gestellt. Die Erbinnen sollten fair behandelt und entschädigt werden.
     

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