
2025, das ist das Jahr, in dem Antisemitismus in der linken Szene Münchens normalisiert wurde. So sieht es auf jeden Fall das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München in einem detaillierten Rückblick auf den Umgang mit „Palästina Spricht“ in der Stadt.
Zum 7. Oktober schrieb die Initiative „Palästina spricht“ (PS): „The aesthetic of the moment is overwhelming. Of course, celebrate this historical moment and fill yourselves with determination and joy over the oppressed victory“. Mit zahlreichen Beispielen belegt das Linke Bündnis gegen Antisemitismus (LBgA) die antisemitische Grundeinstellung von PS und die Verbindungen mit der antisemitischen und rechtsextremen Querdenken-Bewegung. Trotz bisweilen progressiver und linker Selbstdarstellung würden sich auch immer wieder islamistische, religiös-fundamentalistische Bezüge finden.
Trotzdem ging die linke Szene Münchens nicht auf Abstand zu PS, sondern es kam mehr und mehr zu Zusammenarbeit und offener Solidarisierung „mit einer Struktur, die Judenmord als politisches Mittel begreift“, wie das LBgA schreibt, eine Entwicklung, die an verschiedenen Ereignissen nachgezeichnet wird.
Neben der weiteren Renormalisierung von Antisemitismus laufe die politische Linke damit Gefahr, „auch andere potentiell emanzipatorische Kämpfe zu verlieren, weil sie keine mehr ohne antizionistisches Label führen kann, das aber nicht von allen Linken geteilt wird“, so das LBgA. Gesamtgesellschaftlich würde sich dadurch auch zunehmend die Gleichsetzung von „links“ und „antisemitisch“ verfangen. „Das ist die Konsequenz der Normalisierung des Antisemitismus, wie sie in der politischen Linken Münchens 2025 zu beobachten war.“
Umso wichtiger ist die Arbeit einer Initiative wie des Linken Bündnis gegen Antisemitismus München.


