Die Eberhard-Ossig-Stiftung fördert ein tieferes Verstehen des Judentums unter den Christen und des Christentums unter den Juden. Sie will dazu beitragen, dass Christinnen und Jüdinnen aufeinander hören und in vielfältiger Weise Glaubens- und Lebenserfahrungen miteinander teilen. Sie fördert also Begegnung und Dialog auf Augenhöhe.
Seit dem Sommer 2018 verfügt die Eberhard-Ossig-Stiftung über einen Veranstaltungsraum, schräg gegenüber vom jüdischen Museum Berlin. Hier werden in verschiedenen Formaten und Veranstaltungen Begegnung, Austausch, aufeinander hören, sich seiner selber vergewissern gefördert.
Die kommenden Lesungen
Anmeldung jeweils per e-Mail erbeten! info@eberhard-ossig-stiftung.de.
ORT: Stiftungsraum, Markgrafenstraße 84, 10969 Berlin; schräg gegenüber vom Jüdischen Museum
Eintritt frei, Spenden gern.
22. Januar 2026 | 19.00 Uhr
Ricarda Messner
Wo der Name wohnt
Ricarda Messner, geboren 1989, ist Mitbegründerin und Herausgeberin des Flaneur Magazins, das sich pro Ausgabe einer Straße in einer anderen Stadt widmet und mehrfach ausgezeichnet wurde. Wo der Name wohnt ist ihr Debütroman, für den sie das Alfred-Döblin-Stipendium erhielt. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Hausnummer 36 und 37, hier in Berlin haben sie jahrelang in direkter Nachbarschaft gelebt. Als Kind spielte die Enkeltochter Tischtennis auf dem Glastisch im Wohnzimmer der Großeltern. Als Erwachsene löst sie deren Wohnung schließlich auf, bringt Besteck, Töpfe und Musikkassetten nach nebenan zu sich. Und sie will noch etwas bewahren: Levitanus, den Familiennamen. Der Wunsch, den Namen wieder anzunehmen, begleitet sie nicht nur im Alltag, sondern führt sie auch nach Riga. Sie folgt den Worten ihres Urgroßvaters Salomon und findet ein Fenster im ehemaligen Rigaer Ghetto, das eng mit ihrer Familiengeschichte verknüpft ist – und sie zeichnet die Bewegungen von vier Generationen nach, vom sowjetischen Lettland der siebziger Jahre bis nach Deutschland.
Musik: Marco Heise | Klavier
26. Februar 2026 | 19.00 Uhr
Regine Scheer
Bittere Brunnen. Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution
Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972 bis 1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift Forum. Danach war sie freie Autorin und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift Temperamente. Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutschjüdischen Geschichte.
Eine politische Biografie, ein Gang durch das 20. Jahrhundert mit all seinen Hoffnungen, Enttäuschungen, Verwerfungen.
Hertha Gordon-Walcher lebte von 1894 bis Dezember 1990. Sie war u. a. die Sekretärin von Clara Zetkin, hat die Oktoberrevolution in Moskau erlebt, in Deutschland, in England, in Paris, in New York gelebt, ging 1947 aus dem Exil zurück nach Berlin, wo ihr Mann, der Gewerkschaftler Jacob Walcher und sie 1952 aus der Partei ausgeschlossen wurden. Ihr Freund Bertolt Brecht kaufte für sie ein Haus und unterstützte sie bis zu seinem Tod 1956.
Musik: Karsten Troyke, Gitarre
26. März 2026 | 19.00 Uhr
Yoed Sorek
Sima‘s Songs
Yoed Sorek wurde 1980 in Jerusalem geboren. Im Alter von dreizehn Jahren trat er als Solist in Luciano Berios „Ofanim“ mit der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Claudio Abbado auf. Sein Klavier- und Gesangsstudium begann er an der Jerusalem Academy und schloss es in Den Haag ab. Im Jahr 2022 trat er bei der Holocaust-Gedenkveranstaltung des Bundestages auf. 2022 schloss er sein Kantoratstudium am Geiger Kolleg ab. Er ist Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover.
Sein Debütalbum hat der israelische Tenor Yoéd Sorek seiner Großmutter Sima Skurkovitz (1924-2015) gewidmet, einer litauischen Holocaust-Überlebenden. Simas Lieder waren ihre Kraftquelle. Ihren Enkelsohn Yoéd hat sie ermutigt, in ihre Fußstapfen zu treten. Mit ihm bereitete sie dieses Album mit Liedern aus dem Herzen der jiddischen Kultur vor.
Yoed Sorek bettet sie beim Auftritt in eine Geschichte ein, die er vor dem Vergessen bewahren will: die Geschichte seiner Großmutter und seines Volkes, die Geschichte von Juden und Deutschen.
„Die Musik ist in der Lage, dies alles mit viel Gefühl zu vermitteln. Auch, dass es uns heute gut geht und dass Frieden, Schalom, möglich ist.“ sagt er.
Musik: Yoed Sorek – Gesang und Klavier



