Die neuen Fernsehtipps

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© Bild: SWR / Bernd Seidl - Die Doku begleitet u. a. eine ausgelassene Purim-Feier in der Westend-Synagoge, Frankfurt.

Von 16. bis 31. März 2024

Sa., 16. Mär · 21:45-22:30 · 3sat
Vienna in Hollywood – Pioniere der Filmmusik

Österreich ist weltweit als Musikland bekannt. Dabei denken die meisten an berühmte Komponisten wie Mozart, Beethoven und Strauss. Kaum jemand verbindet damit aber Filmmusik. Dabei mischt Österreich auch in diesem Genre mit. Österreichs Pioniere der Filmmusik erhielten eine klassische Ausbildung und schufen symphonische Werke, bevor sie nach Hollywood aufbrachen und dort Ruhm erlangten. Die Filmemacherin Barbara Weissenbeck spannt den Bogen von den Anfängen der Filmmusik als musikalische Begleitung von Stummfilmen über die 1933 komponierte Musik zu „King Kong“ durch den Österreicher Max Steiner bis hin zur Krise der Filmmusik in den 1990er-Jahren. Steiner, gern als „Vater der Filmmusik“ bezeichnet, brach 1929 nach Hollywood auf. Er komponierte an die 200 Soundtracks, wurde für 24 Oscars nominiert und gewann drei davon. Aber auch andere Giganten des Genres, die wegen ihrer jüdischen Herkunft ins Exil gehen mussten, kommen in der Dokumentation zu Ehren: Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler, Schüler von Arnold Schönberg und Erich Zeisl. Zudem beleuchtet der Film die Situation im damals nicht mehr existierenden Österreich, ausgehend von der Errichtung der Synchronhalle im Jahr 1938 in Wien, in der sämtliche Propagandafilme des NS-Regimes musikalisch vertont wurden.

So., 17. Mär · 10:35-11:05 · SWR
lesenswert auf den Spuren von Franz Kafka in Prag

„Lesen macht schön, schlank und sexy!“ – behauptet Denis Scheck, der Moderator dieser Fernsehsendung. Deutschlands bekanntester Literaturkritiker besucht Schriftsteller und Schriftstellerinnen, deren aktuelle Bücher er für „lesenswert“ hält und trifft sich mit ihnen an ausgewählten Lieblingsorten. Gäste: Daniel Kehlmann, David Schalko

Mo., 18. Mär · 20:15-21:55 · arte
Madame Rosa

Rosa, eine ältere jüdische Holocaust-Überlebende und ehemalige Prostituierte, lebt in einem Pariser Mietshaus im Vergnügungsviertel Pigalle und kümmert sich dort als Ersatzmutter um die illegitimen Kinder jüngerer Kolleginnen. Die Beziehung zwischen Madame Rosa und Momo, einem muslimischen Jungen algerischer Abstammung, der von Rosa aufgenommen wird, bildet den Kern des Films. Er ist ihr Liebling. Doch Rosas Gesundheit verschlechtert sich, und die Erinnerungen an ihre Zeit im Konzentrationslager quälen sie. Während Rosa abbaut, muss Momo zunehmend Verantwortung übernehmen, was die Betreuung der Kinder angeht; dabei ist er selbst noch auf der Suche nach seiner Identität und einem Platz in der Welt. Der Film porträtiert die harte Alltagsrealität im Pariser Stadtteil Pigalle. Madame Rosa nimmt Momo das Versprechen ab, dass er sich niemals selbst prostituiert oder als Zuhälter arbeitet. In den letzten Stunden ihres Lebens hilft er ihr, die quälenden Erinnerungen an das Konzentrationslager zu überwinden. „Madame Rosa“ war in Frankreich mit zwei Millionen Zuschauern ein großer Erfolg. Simone Signoret in der Titelrolle bekam für ihre Darstellung den César.

Di., 19. Mär · 01:05-02:00 · arte
Filmstar mit Charakter – Simone Signoret

Sie war mehr als nur ein schönes Gesicht auf der Kinoleinwand, sie war ein Stück Frankreich: Simone Signoret. Unter dem Namen Simone Kaminker wurde die Tochter einer Französin und eines Polen jüdischer Herkunft am 25. März 1921 in Wiesbaden geboren. Ihr Plan, in Paris Jura zu studieren, scheiterte an den Kriegswirren. Nach Bürotätigkeiten begann sie ihre Karriere als Komparsin – bis zu ihrem Durchbruch 1950 mit Max Ophüls‘ Film „Der Reigen“. Rund 50 Filme realisierte sie in 40 Jahren, darunter die „Die Teuflischen“, „Die Katze“ oder „Goldhelm“. Ein wesentlicher Grund ihres Erfolgs war, dass Signoret sich den Luxus leistete, nur die Rollen zu spielen, die ihr wirklich zusagten. „Ich will tun, was mir gefällt. Und alles lassen, was mich langweilt und anödet. Aber das gilt nicht nur für die Karriere, das gilt für das ganze Leben“, sagte sie. Als ein Höhepunkt ihrer Karriere gilt der Film „Der Weg nach oben“, für den sie den Oscar erhielt, den Darstellerpreis von Cannes sowie den Preis der deutschen Filmkritik. Entschlossen verweigerte sie sich dem Hochglanzimage der Filmwelt. Noch in den 70er Jahren spielte sie in zahlreichen Filmen, unter denen vor allem „Madame Rosa“ hervorragt. Darin spielt sie eine alternde ehemalige Prostituierte, die in einem schäbigen Pariser Mietshaus verlassene Kinder von anderen Dirnen betreut. Kaum eine andere Darstellerin bekannte sich so zum Älterwerden wie sie. Im französischen Kino stand sie für eine bestimmte authentische Art, Frauen zu filmen. Sie hat nie versucht, die Spuren vergehender Schönheit zu konservieren. Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Yves Montand gehörte Signoret lange zu den kommunistischen Linksintellektuellen und dem Kreis um den Philosophen Jean-Paul Sartre und sympathisierte eine Zeitlang mit der KP. „Im Film wie in der Wirklichkeit stand sie als Kämpferin gegen die Verletzung der Menschenrechte unter allen Regimen stets an der Spitze“, würdigte der ehemalige französische Kulturminister Jack Lang Signorets politisches Engagement. Wegen ihrer herzlich-rauen Art wurde Signoret auch die „Löwin“ genannt. Ein Beiname, den ihr wohl ihre Kämpfernatur eingebracht hatte. Nie waren ihre Rollen gekünstelt, sie spielte immer sich selbst: „Eines Tages habe ich zwischen liebreizend und interessant gewählt und mich für interessant entschieden“, sagte sie.

Mi., 20. Mär · 22:00-22:30 · RBB
Past Forward: Nahostkonflikt – Wie fing das an?

Jana ist erschüttert über den Terrorangriff der Hamas auf Israel. Gleichzeitig findet sie die Lage der Menschen im Gazastreifen schrecklich. Sie möchte sich jedoch nicht auf eine der beiden Seiten im Nahostkonflikt stellen. Aber geht das überhaupt? Was, wenn sie Empathie für die Opfer auf beiden Seiten empfinden möchte? Auch in Deutschland stehen sich aktuell Menschen mit jüdischen und mit arabischen Wurzeln fast unversöhnlich gegenüber. Jana taucht ein in die dramatische Geschichte des Konflikts und trifft Menschen, die verschiedene Perspektiven darauf haben. Sie erfährt, warum beide Seiten emotional so heftig reagieren und warum es in Deutschland besonders kompliziert ist.

Fr., 22. Mär · 07:20-07:50 · WDR
Planet Schule: Auch Leben ist eine Kunst – Der Fall Max Emden

In den 1920er Jahren machte der jüdische Geschäftsmann Max Emden mit Kaufhäusern wie dem KaDeWe, oder dem Oberpollinger ein Vermögen und gehörte zu den bedeutendsten Mäzenen Hamburgs. Am Lago Maggiore führte er ein glamouröses Leben mit schellen Booten und schönen Frauen, doch der lange Arm der Nazis erreichte ihn auch dort – Emden verlor alles. Bis heute kämpfen seine Erben vergeblich für eine angemessene Entschädigung.

So., 24. Mär · 12:30-13:00 · 3sat
Vertrieben 1938 – Erinnerungen an das Volksopernensemble

Am 14. Dezember 2023 feierte die Volksoper Wien ihren 125. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums fand die Uraufführung von „Lass uns die Welt vergessen – Volksoper 1938“ statt. Damit wurde all jenen Mitgliedern des Hauses gedacht, die von den Nazis verjagt, verfolgt oder ermordet wurden. Die Dokumentation widmet sich dieser dunklen Periode und taucht in die Geschichte der Volksoper ein. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1938 dringt das politische Geschehen in die Volksoper ein. Und zwar während der Proben zur Operette „Gruß und Kuß aus der Wachau“ von Jara Beneš. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 bringt für die Volksoper und deren Mitglieder gravierende Veränderungen mit sich: Entlassungen auf allen Ebenen des Hauses folgen. Menschen, die aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln verfolgt wurden, mussten ihre Karrieren in Wien beenden und das Land verlassen. Aber nicht allen gelang die Flucht. In der Operette „Lass uns die Welt vergessen – Volksoper 1938“ setzt sich die Wiener Volksoper mit der eigenen Geschichte auseinander. Sie wirft einen Blick in den Spiegel der Vergangenheit und stellt sich der Frage, was Intoleranz und Faschismus mit den an der Volksoper tätigen Menschen gemacht hat.

So., 24. Mär · 13:15-13:30 · Das Erste (ARD)
Jüdische Akzente: Purim

Purim ist das fröhlichste aller jüdischen Feste. In der Frankfurter Synagoge sorgen laute Ratschen für viel Getöse, Kinder, Erwachsene und sogar der Rabbi tragen Kostüme. Das bunte Fest erinnert an eine alte biblische Geschichte. In ihr wird erzählt, wie die Königin Esther das jüdische Volk vor der Vernichtung bewahrte. Dieser Film begleitet Jüdinnen und Juden in Frankfurt beim ausgelassenen Feiern an Purim 2023. Purim ist das fröhlichste aller jüdischen Feste. In der Frankfurter Synagoge sorgen laute Ratschen für viel Getöse, der Rabbi trägt ein Clownskostüm, Kinder und Erwachsene sind bunt verkleidet. Karneval auf Jüdisch. Das bunte Fest erinnert an eine 2500 Jahre alte biblische Geschichte. In ihr wird erzählt, wie Königin Esther das jüdische Volk vor der Vernichtung bewahrte. Diese Story hat sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Sie steht für viele andere Pogrome, die Jüdinnen und Juden erleiden mussten und überlebt haben. Jedes Jahr im Februar oder März feiern die Gemeindemitglieder dieses Fest. In der Frankfurter Westend-Synagoge wird dann nicht nur die Esther-Geschichte gelesen, sondern es wird auch ausgiebig gegessen, getrunken und sogar getanzt. Diese Doku begleitet Jüdinnen und Juden in Frankfurt bei den Vorbereitungen zum Purim-Fest, beim Backen der traditionellen Haman-Taschen und beim ausgelassenen Feiern in der Synagoge, im Rabbinat und im jüdisch-christlichen Seniorenheim.

So., 24. Mär · 20:15-21:00 · ARD-alpha
Pfeiffers Liste

Im Auftrag von Papst Pius XII. nimmt Pater Pankratius Pfeiffer, Generaloberer des Salvatiorianerordens, während des Zweiten Weltkrieges Kontakt zu den deutschen Besatzern Roms auf und rettet so Tausenden Menschen das Leben. Der „Engel von Rom“ starb im Mai 1945, zwei Tage, nachdem ihn ein britischer Militärjeep angefahren hatte. Der Film beleuchtet diesen wenig bekannten Aspekt des vieldiskutierten Themas „Pius XII. und die Deutschen“ u.a. mit reichlich historischem Originalmaterial. Die Via Pfeiffer ist ein kurzes schmales Gässchen in Rom. Sie zweigt am Internationalen Sitz des Salvatorianer-Ordens von der Via della Conciliazione ab, jener Prachtstrasse des Diktators Mussolini, die schnurgerade auf den Petersdom zuführt. Pankratius Pfeiffer, Generaloberer des Salvatorianerordens, geboren 1877 im bayerischen Schwangau, gestorben 1945 in Rom, hat ihr den Namen gegeben. Er ist der einzige Deutsche, dem nach dem Zweiten Weltkrieg eine solche Ehre widerfuhr. Im Auftrag Papst Pius XII. agierte Pfeiffer als Mittelsmann zwischen NS-Kommandeuren und dem Vatikan. In riskanten Rettungsaktionen versteckte er römische Bürger, Juden und Widerstandskämpfer und verhalf ihnen zur Flucht. Mit Erfolg intervenierte der deutsche Ordensmann auch gegen die Zerstörung der italienischen Städte Chieti, Aquila, Orvieto und Ascoli Piceno. Der „Engel von Rom“ starb unmittelbar nach Kriegsende am 12. Mai 1945, nachdem ihn zwei Tage zuvor ein britischer Militär-Jeep angefahren hatte. Da er über seine Aktivitäten möglichst wenige Unterlagen anfertigte, nahm er das Wissen um die Namen auf „Pfeiffers Liste“ mit ins Grab. Wie viele Menschen er mit seinen verschwiegenen Interventionen gerettet hat, wird vermutlich nie ganz ans Tageslicht kommen.

Mo., 25. Mär · 00:05-00:50 · Das Erste (ARD)
Kafka und ich

Die Dokumentation „Kafka und ich“ erzählt Geschichte und Werk des Schriftstellers auf neuartige Weise: durch die Augen eines Hundes gesehen, genauer gesagt Franz Kafkas Hündin, gesprochen von Schauspielerin Anna Thalbach. 100 Jahre nach dem Tod ihres Herrchens und Schöpfers will die Hündin verstehen, warum der Schriftsteller heute immer noch relevant ist und sogar gefeiert wird: Wer war Franz Kafka? Warum sind seine Texte so aktuell? Und was verbindet sie mit dem Leben im 21. Jahrhundert? Schriftsteller Daniel Kehlmann, Literaturwissenschaftler und Philosoph Rüdiger Safranski sowie Kafka-Fan und Journalist Thilo Mischke schildern ihre Sicht auf Kafka und warum es so lohnend ist, sich immer wieder neu mit ihm zu beschäftigen.

Di., 26. Mär · 20:15-21:00 · Das Erste (ARD)
Kafka 1/6

Zum 100. Todestag eines der faszinierendsten und bekanntesten Schriftsteller deutscher Sprache wird Kafkas Leben in sechs Episoden aus unterschiedlichen Perspektiven und in innovativer Bildsprache erzählt. Die erste Episode handelt von Kafkas Freund Max Brod. Er ist ein anerkannter Schriftsteller, voller Energie und Ideen, aber sein größtes Projekt ist es, Ruhm für seinen Freund Franz zu erlangen. Dies ist eine Art umgekehrte Amadeus-Konstellation: Mit aller Macht versucht Brod, seinem schwierigen Freund zu helfen, der seinem treuesten Förderer jedoch nie künstlerische Anerkennung oder Unterstützung zurückgibt. Brod ist ein manischer Womanizer, immer in mehrere Affären verwickelt. Er ist eine warmherzige Person und das Energie- und Kraftzentrum der Geschichte. Leider ist er kein guter Schriftsteller – eine Tatsache, die Kafka durchaus bewusst ist.

Di., 26. Mär · 21:00-21:45 · Das Erste (ARD)
Kafka 2/6

Im Mittelpunkt der zweiten Episode steht Kafkas langjährige Verlobte Felice Bauer. Sie ist Max Brods Cousine, die Kafka nur oberflächlich kennenlernt, aber dann wochen-, monate- und jahrelang mit Briefen überhäuft. Ohne sich wirklich zu kennen, verloben sie sich. Die Beziehung ist lang, kompliziert und quälend; die Verlobung wird abgebrochen, erneuert, nur um wieder beendet zu werden.

Di., 26. Mär · 21:45-22:30 · Das Erste (ARD)
Kafka 3/6

Die dritte Episode konzentriert sich auf Kafkas despotischen und herrschsüchtigen Vater Hermann, an den sein Sohn einen gnadenlosen Anklagebrief von mehr als 100 Seiten schreibt, den er letztendlich nie abschickt. Nach und nach verschiebt sich der Fokus auf Kafkas Beziehung zum Zionismus und seine Freundschaft mit Yitzhak Löwy, einem Schauspieler einer traditionellen jiddischen Theatertruppe. Die Konfrontation zwischen seinem Vater und seinem Freund Löwy veranlasst Kafka, „Die Verwandlung“ zu schreiben, die Geschichte eines Mannes, der sich in ein Insekt verwandelt, wohl das einflussreichste literarische Werk des 20. Jahrhunderts.

Mi., 27. Mär · 20:15-21:00 · Das Erste (ARD)
Kafka 4/6

Die vierte Episode zeigt Kafka in seiner Berufswelt als Versicherungsanwalt. Er ist ein namhafter Experte auf diesem Gebiet, gewinnt fast jeden Gerichtsfall im Namen der Versicherung und wird von seinen Vorgesetzten hochgeschätzt – eine Ehre, die er nicht erwidert. Für ihn ist der eher komfortable Arbeitsplatz eine lebende Hölle, aus der er nur entkommen möchte. Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkriegs gehen seine Vorgesetzten so weit, Kafkas Leben zu retten, indem sie ihn offiziell als unverzichtbar erklären und ihn so vor einer Einberufung bewahren. Diese Episode unterstreicht die Umkehrung von Kafkas albtraumhafter Angst vor einer übermächtigen bürokratischen Kraft, die er in seinen Werken so gut hervorhebt, denn Kafkas Vorgesetzte sind keineswegs unerreichbar: Sie sind freundlich und hilfsbereit – eine Tatsache, die Kafka niemals anerkennt oder zugibt.

Mi., 27. Mär · 21:00-21:45 · Das Erste (ARD)
Kafka 5/6

Die fünfte Episode handelt von Kafkas kurzer, aber intensiver Beziehung zu der Schriftstellerin Milena Jesenská, die sein Genie auf eine Weise erkennt wie bisher nur Max Brod. Während eines langen Nachmittags in den Wiener Wäldern durchleben sie alle Phasen einer leidenschaftlichen Liebesaffäre – bis sie sich schließlich trennen.

Mi., 27. Mär · 21:45-22:30 · Das Erste (ARD)
Kafka 6/6

Die erste Hälfte der letzten Episode fokussiert sich auf den Urlaub des bereits schwer an Tuberkulose erkrankten Kafka im Kurort Spindlermühle im Riesengebirge, der in seiner Vorstellung in das dunkle und mythische Dorf seines letzten und berühmtesten Romans „Das Schloss“ verwandelt wird. Doch er trifft auch seine letzte große Liebe, Dora Diamant. Nachdem er schließlich dem verhassten Büro entkommen ist, leben die beiden einige Monate lang in Berlin und verbringen seine letzten Tage gemeinsam in einem Sanatorium außerhalb Wiens.

Fr., 29. Mär · 20:15-22:15 · arte
Die Frau des Zoodirektors

Die heile Tierwelt des Warschauer Zoos von Zoodirektor Jan Zabiński, seiner Frau Antonina und ihrem kleinen Sohn Ryszard findet 1939 mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht ein jähes Ende. Mit den deutschen Soldaten besetzt auch ein alter Bekannter von Antonina und Jan, Hitlers Chefzoologe und Leiter des Berliner Zoos Dr. Lutz Heck, den Tierpark. Als die Deutschen 1940 damit beginnen, alle Juden ins Warschauer Ghetto zu zwingen, sind auch Bekannte von Antonina und Jan betroffen. Die beiden verstecken zuerst enge Freunde bei sich im Keller unter der Wohnung, und bald werden es sehr viele mehr. Denn Jan, der sich im Untergrund der Polnischen Heimatarmee angeschlossen hat, beginnt, systematisch Juden aus dem Ghetto zu schmuggeln, sie vorübergehend im Keller unterzubringen und dann weiter in sichere Verstecke außerhalb Warschaus zu schleusen. Der Keller und die Wohnung entwickeln sich zu einer heimlichen Durchgangsstation. Unter dem Blick des misstrauischen Dr. Heck wird die Situation so brenzlig, dass Antoninas Leben und das ihrer Familie jeden Tag mehr in Gefahr gerät. Auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Diane Ackerman, der sich auf das Tagebuch des echten Warschauer Zoodirektors Jan Zabiński und seiner Frau Antonina stützt, erzählt der Film der Neuseeländerin Niki Caro die Geschichte zweier mutiger Menschen, die während der deutschen Besatzung annähernd 300 Juden vor dem Konzentrationslager retteten.

Fr., 29. Mär · 22:30-01:30 · VOX
Inglourious Basterds

Eine Gruppe aus jüdisch-amerikanischen Soldaten geht im Zweiten Weltkrieg ins besetzte Frankreich, um hinter den feindlichen Linien einen Guerilla-Krieg zu führen. Währenddessen plant Shosanna Dreyfus ihren persönlichen Rachefeldzug gegen den Mörder ihrer gesamten Familie: Nazi-Oberst Hans Landa.

Fr., 29. Mär · 23:50-01:35 · Das Erste (ARD)
Der Trafikant

„Der Trafikant“ erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens eines jungen Mannes zu Zeiten des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938. Der Nachwuchsschauspieler Simon Morzé beeindruckt als Trafik-Lehrling Franz Huchel, der im Sog der dramatischen Ereignisse seinen Weg finden muss. Eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet ihn mit Sigmund Freud, gespielt von Bruno Ganz. In Zentrum des liebevoll gezeichneten Zeitporträts steht die Trafik, ein für Wien typischer Tabakladen. Die Verfilmung von Robert Seethalers Bestseller zeichnet sich durch eine poetische Erzählweise mit bittersüßem Tonfall aus, die auf berührende Weise das aufkommende Unheil der nationalsozialistischen Diktatur in Österreich, den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg erahnen lässt.

Sa., 30. Mär · 23:10-01:00 · 3sat
Alles außer gewöhnlich

In dieser auf wahren Begebenheiten beruhenden Sozialkomödie des Regie-Duos Éric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) glänzt Charakterdarsteller Vincent Cassel als engagierter Sozialarbeiter mit Herz und Witz. „Ich finde eine Lösung!“: Was wie eine Floskel klingt, ist für den jüdischen Sozialarbeiter Bruno und seinen muslimischen Kollegen Malik gelebte Wirklichkeit. Und das, obwohl der Alltag mit einem wilden Haufen undisziplinierter Azubis und besonders schwierigen autistischen Jugendlichen einige Herausforderungen birgt. Das ewig klingelnde Notrufhandy Brunos lässt jedes seiner romantischen Dates platzen, und wenn sein ältester Schützling Joseph mal wieder zwanghaft die Notbremse in der Metro ziehen muss, ist das Chaos perfekt. Mit zupackendem Engagement und unverwüstlichem Humor nehmen Bruno und Malik immer wieder den Kampf mit den Behörden auf und schaffen eine Gemeinschaft, in der jeder die Chance bekommt, über sich selbst hinauszuwachsen.