Die neuen Fernsehtipps

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Vom 16. bis 31. Dezember 2023

So., 17. Dez · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Der Hitler-Fake – Geschichte einer Jahrhundertfälschung

Von der größten Entdeckung zur peinlichsten Blamage in nur wenigen Tagen: Das ist die Geschichte der „Hitler-Tagebücher“, die das Magazin „stern“ im April 1983 der Öffentlichkeit vorstellte. Das Magazin war auf einen gigantischen Betrug hereingefallen, der auch 40 Jahre später noch Fragen aufwirft: Wer hatte ein Interesse an dieser Geschichtsfälschung? Und was sollte damit erreicht werden? Die gefälschten Hitler-Tagebücher: Viele Fragen sind noch offen. Reporter Gerd Heidemann, der die vermeintlichen Tagebücher Adolf Hitlers für den „stern“ kaufte, ist heute 91 Jahre alt. Er fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Für das Filmprojekt „Der Hitler-Fake“ öffnete er sein tausende Aktenordner umfassendes Archiv in einem Hamburger Keller und machte auch bislang unveröffentlichte Dokumente zugänglich; außerdem sämtliche aufgezeichneten Telefonate mit dem Fälscher Konrad Kujau; die bizarren und verstörenden Details des Betrugs werden in diesen Tondokumenten ganz unmittelbar deutlich. Doch viele Fragen sind noch unbeantwortet. Warum schrieb Kujau so explizit über Hitlers Privatleben, über Hunde, Magenverstimmungen, Eva Braun und homosexuelle NS-Funktionäre? In der Dokumentation sind Fälschungen Kujaus zu sehen, die jenseits des Medienskandals noch ein anderes Licht auf die Tagebücher werfen: der Holocaust sollte relativiert, Hitler und damit auch das deutsche Volk in der Verantwortung für millionenfachen Mord entlastet werden; und der „Führer“ sollte als eine menschliche Gestalt mit im Grunde guten Absichten gezeichnet werden. Der Film blickt aber auch auf das Netzwerk alter Nazis, das um Heidemann herum existierte, und zeigt, dass die Sammelleidenschaft von Hitler-„Reliquien“ in bestimmten Kreisen nach wie vor ungebrochen ist.

So., 17. Dez · 20:15-21:00 · HR
60 Jahre Auschwitzprozess

Kurz vor Weihnachten trafen im Dezember 1963 die ersten Augenzeugen der Verbrechen von Auschwitz in Frankfurt ein, um in einem Prozess ihre Aussagen zu machen – im Angesicht der Täter und im Land der Täter. Eine enorme Belastung. Damit wollte das Gericht die ganze Wahrheit der Verbrechen der Nationalsozialisten in Auschwitz ans Licht bringen und die Deutschen mit ihrer Vergangenheit konfrontieren. In dem Prozess wurde die Tötungsmaschine der Nationalsozialisten und das Mordzentrum Auschwitz beleuchtet. Dank vieler ehemaliger KZ-Häftlinge, die bereit waren, als Zeugen auszusagen und ihr Leid schilderten, das sie erlebt hatten, wurde allen erstmals das Ausmaß des Grauens in Auschwitz bewusst. Doch wie kam es zu diesem Prozess? Fast zwei Jahrzehnte nach Kriegsende, zu einer Zeit, in der es wirtschaftlich endlich wieder aufwärts geht, verortet sich dieser Prozess in einer bundesrepublikanischen Gesellschaft, die eigentlich vergessen wollte. Die Dokumentation lässt Zeitzeugen, die in dem Prozess damals mitgewirkt haben, zu Wort kommen wie zum Beispiel den Staatsanwalt Gerhard Wiese oder den Zeugenbetreuer Peter Kalb. Oder Thomas Ormond, den Sohn von Henry Ormond, der von seinem Vater und seinen Kindheitserinnerungen erzählt. Die Autorin Maren Adler will herausfinden, warum der Prozess damals so wichtig war und einen Bezug zu heute herstellen. In Zeiten, in denen die Augenzeugen immer seltener werden und radikale Ansichten wieder an Zulauf gewinnen, ist es besonders wichtig, an die Naziverbrechen und das Konzentrationslager Auschwitz zu erinnern.

So., 17. Dez · 21:00-21:45 · HR
Auschwitz vor Gericht

Am 20. Dezember 1963 begann in Frankfurt das bedeutendste und größte Gerichtsverfahren der deutschen Rechtsgeschichte. 700 Seiten umfasste die in über fünf Jahren erarbeitete Anklageschrift. Sie richtete sich gegen 21 Angehörige der Waffen-SS, die alle zum Personal des Konzentrationslagers Auschwitz gehört hatten und sich wegen Mordes „in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen“ verantworten mussten. An 183 Verhandlungstagen wurden 359 Zeugen gehört, darunter 248 Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, die nach Frankfurt gereist waren, um unter Eid Zeugnis abzulegen. Die Dokumentation folgt äußerlich dem historischen Ablauf des großen Frankfurter Auschwitzprozesses und konzentriert sich dabei auf die Hauptakteure: Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der das Verfahren ins Rollen brachte, die Staatsanwälte Kügler und Wiese, die die Angeklagten aufspürten, sowie die SS-Männer Mulka, Boger, Capesius und Klehr, deren Taten Schlagzeilen in der Weltpresse machten. Unweigerlich aber muss der Zuschauer den Blick immer wieder nach Auschwitz richten. Denn wie im Prozess sind es die Aussagen der Überlebenden, die auch diese Dokumentation zu einem unabweisbaren und eindrucksvollen Zeugnis für die Verbrechen der Nationalsozialisten machen: Hermann Langbein, Rudolf Vrba, Mauritius Berner, Jenny Schaner und Yehuda Bacon gingen vor die Kamera. Yehuda Bacon war noch ein Kind, als er Holz in die Verbrennungsöfen schleppen, menschliche Asche auf vereiste Wege streuen und zusehen musste, wie die Körper der Ermordeten aus den Gaskammern gezerrt wurden. Darüber hinaus greifen die Filmautoren Rolf Bickel und Dietrich Wagner zurück auf die von ihnen 1992 aufgespürten und über 500 Stunden umfassenden Tonband-Protokolle des Prozesses. Diese waren, einmalig in der deutschen Justizgeschichte, wegen des großen Zeugenaufgebots eigens vom Bundesgerichtshof genehmigt worden, allerdings nur unter der Bedingung, dass sie nach der Urteilsverkündung wieder gelöscht werden. Sie blieben jedoch auf Anweisung des hessischen Justizministers erhalten und sind heute zum unverzichtbaren historischen Forschungsmaterial geworden. Nach Jahren des öffentlichen Verschweigens konfrontierte dieser Prozess die Deutschen und die Welt zum ersten Mal mit allen Einzelheiten des Völkermords an den europäischen Juden. Als am 20. August 1965 das Urteil gesprochen wurde, sagte der Vorsitzende Richter Hans Hofmeyer in seinem Schlusswort: „Zwanzig Monate lang haben wir im Geiste nochmals alle Leiden und all die Qualen erlebt, die die Menschen dort erlitten haben und die mit Auschwitz immer verbunden bleiben.“ Hermann Langbein, Gefangener in Auschwitz und Zeuge vor Gericht, erklärte, der Prozess habe wesentlich dazu beigetragen, „der Öffentlichkeit unanfechtbare Tatsachen über einen Abschnitt der deutschen Geschichte zu vermitteln, der bis dahin für allzu viele im Dunkeln lag.“ Dass die Mörder von Auschwitz erst 18 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers angeklagt werden konnten, zeigt, wie schwierig es war, überhaupt über Auschwitz Gericht zu halten. Dass es schließlich doch dazu kam, ist vor allem dem damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken, der im Nachkriegsdeutschland einer der wenigen entschlossen handelnden Verfolger der NS-Verbrechen war. Doch muss die Dokumentation schließlich konstatieren, dass 50 Jahre nach Eröffnung des historischen Prozesses unzählige Verbrechen von Auschwitz noch immer ungesühnt sind, dass Tausende Mitglieder von KZ-Wachmannschaften ungestraft davonkamen. Demnächst aber wird es wohl weitere Prozesse geben: Die Vorermittlungen gegen 30 ehemalige Auschwitz-Wächter sind abgeschlossen. Der älteste Beschuldigte ist 97 Jahre alt. Er konnte ein langes Leben genießen.

Di., 19. Dez · 00:00-00:45 · BR
BR-KLASSIK: Der Pianist Menahem Pressler

Innigkeit und Eleganz – das sind die Begriffe, mit denen sich Menahem Presslers Klavierspiel wohl am besten beschreiben lässt. Plakative Zurschaustellung seines Könnens, demonstrative Extrovertiertheit sind ihm hingegen vollkommen fremd. Das gemeinsame Musizieren ist Pressler schon immer ein großes Anliegen gewesen. Über 50 Jahre feierte er mit dem „Beaux Arts Trio“ weltweit Erfolge. Als sich das Ensemble 2008 auflöste, startete er eine zweite Solokarriere, so wie sein Künstlerleben 1946 auch begonnen hatte. Das filmische Porträt stellt Pressler als einen Mann vor, der mit seiner Lebensgeschichte etwas Besonderes zu sagen hat. In Magdeburg aufgewachsen, vor den Nationalsozialisten nach Israel geflohen und schließlich in Amerika heimisch geworden, hatte seine Liebe zur deutschen Kultur immer Bestand. Diese möchte er auch seinem Publikum vermitteln, „damit sie auch das lieben, was ich liebe“. Auch seinen Studenten, die Pressler liebevoll „meine Kinder“ nennt, gibt er sein Verständnis von Musik weiter. Den Konzerten Menahem Presslers wohnt stets ein Zauber inne, man geht danach verwandelt nach Hause. Grete Liffers beleuchtet in ihrem Film diesen Zauber sowie den großen Künstler in all seinen Facetten. Zu Wort kommen dabei langjährige Weggefährten wie Sir Simon Rattle, Daniel Hope, Leonidas Kavakos, Yuja Wang und Mitglieder der Berliner Philharmoniker.

Fr., 22. Dez · 07:20-07:50 · HR
Feiertag! Sengelmann sucht Chanukka

Das Jahresende bei uns ist geprägt von christlichen Feiertagen und Festen. Aber auch Juden feiern in dieser „dunklen“ Zeit ein wichtiges Fest: Chanukka, das jüdische Lichterfest. Unser Jahresende ist geprägt von christlichen Feiertagen und Festen: Nikolaus, Advent, Weihnachten. Aber auch die Juden feiern in dieser Zeit ein wichtiges Fest: Chanukka, das jüdische Lichterfest. Bei uns ist es kaum bekannt, wenngleich auch schon ein überdimensionaler Kerzenständer vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt und von Vertretern der jüdischen Gemeinde entzündet wurde. Doch was steckt hinter Chanukka? Reporter Julian Sengelmann macht sich auf die Suche – in Norddeutschland ebenso wie in Jerusalem. Er wird dabei viel erfahren über den jüdischen Glauben und jüdisches Leben in Deutschland. Sein Weg führt Julian Sengelmann nach Jerusalem. Dort erlebt er, wie man Chanukka feiert und woher das Fest eigentlich stammt. Bei diesem Fest gedenken die Juden der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem, erfährt er vom Rabbi der Klagemauer. Auch in Deutschland feiern Juden das Lichterfest , meist zu Hause als Familienfest. Julian darf mit einer Familie feiern und dabei mehr über die Traditionen, die mit diesem Fest verbunden sind, erfahren. Julian fährt auch nach Hannover – in die Schule der jüdischen Gemeinde. Hier erfährt er von den Kindern und Jugendlichen, was man alles lernen muss, um ein „guter Jude“ zu werden. 613 Gesetze haben strenggläubige Juden zu befolgen. Sie beeinflussen und gestalten das gesamte Alltagsleben. Was das konkret heißt, erfährt Julian von Eliyah Havemann. Der Sohn von Liedermacher Wolf Biermann ist vor einigen Jahren zum Judentum konvertiert und lebt inzwischen in Tel Aviv, um seinen Glauben besser praktizieren zu können. Julian trifft Havemann in seiner Heimatstadt Hamburg, begleitet ihn einen Tag. Havemann berichtet von den Herausforderungen und Veränderungen nach seiner Entscheidung für den jüdischen Glauben. In einer Großküche in Berne, nördlich von Hamburg, zeigt ein jüdischer Koch Julian, wie man koscheres Essen zubereitet. Dabei sind viele Dinge zu beachten: Bestimmte Tiere dürfen nicht gegessen werden, Lebensmittel werden nach milchigen und fleischigen Produkten getrennt und ein Rabbi muss die Produktion des Essens überwachen. Schließlich will Julian noch mehr über das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Deutschland erfahren: Er besucht ein Konzert der „3 Kantoren“, ein Trio aus Berlin, das Texte auf Hebräisch und Jiddisch präsentiert, und spricht mit ihnen über typisch jüdische Musik und jüdischen Humor.

Fr., 22. Dez · 11:45-12:30 · 3sat
Schocken – Das legendäre Kaufhaus in Chemnitz

„Ach, Sie meinen das ‚Schocken’“? Bis heute kennen die Chemnitzer unter diesem Namen das geschwungene Gebäude mit den langen Fensterreihen in der Brückenstraße. Ein Haus mit einer Geschichte von Erfolg, Niedergang und Neuanfang. Im Film erinnern sich Zeitzeugen an die wechselvolle Geschichte dieses beeindruckenden Hauses. Die Brüder Simon und Salman Schocken beauftragen 1927 den Stararchitekten Erich Mendelsohn mit dem Entwurf einer weiteren Filiale ihrer Warenhauskette in Chemnitz. Die Handschrift Mendelsohns: schnörkellos, klar und geradlinig. Das Bauwerk wird zu einer Sensation, gilt als Ikone der Moderne und bringt einen Hauch von Weltstadt nach Chemnitz. Im Mai 1930 öffnet das „Schocken“ seine Türen. Ein modernes Kaufhaus, in dem Waren angeboten werden, die sich jeder leisten kann. Eine deutsch-jüdische Erfolgsgeschichte. Doch mit der Machtergreifung der Nazis kommt der Niedergang. An den 9. November 1938 kann sich der 91-jährige Chemnitzer Justin Sonder noch erinnern wie heute. Der damals 13-Jährige wohnt mit seinen Eltern genau gegenüber vom Kaufhaus Schocken. „Ich bin wach geworden vom Radau, ich hatte Angst, wusste nicht, was da los war. Es hat geklirrt und gekracht. Habe aus dem Fenster geguckt und sah, wie SS und SA-Leute und viele Männer in Zivil mit Steinen bewaffnet die großen Schaufensterscheiben vom Schocken eingeschlagen haben.“ Auch Siegmund Rotstein, 93, erinnert sich an die Reichspogromnacht. „Das kann man einfach nicht vergessen!“ Von nun an firmiert das Chemnitzer „Schocken“ als „Merkur Verkaufsstätte“, nach 1945 als „HO“ und später als „Centrum Warenhaus“. Nach 1991 übernimmt Kaufhof das legendäre Haus. Zehn Jahre später wird es geschlossen. Doch ab 2014 kommt neues Leben in das alte „Schocken“. Nach umfangreicher Sanierung öffnet 2014 das SMAC, das „Staatliche Museum für Archäologie“, im „Schocken“ seine Pforten.

Do., 28. Dez · 20:15-22:15 · RBB
Comedian Harmonists

Berlin, 1927: Sechs ehrgeizige junge Männer tun sich zusammen, um eine ganz eigene künstlerische Vision zu verfolgen. Mit Disziplin und harter Arbeit eignen sie sich ein Repertoire mitreißender A-cappella-Nummern an, mit Texten in einer Bandbreite von sentimental bis vollkommen albern. Schon bald haben sie nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland großen Erfolg. Ihr Leben wird ein einziges großes Fest, mit Frauen, Autos und jedem erdenklichen Luxus. Aber während sie die politischen Entwicklungen ignorieren, hat das NS-Regime sie im Blick. Drei der sechs Harmonists sind Juden und somit für die Nationalsozialisten nicht hinnehmbar: Die Gruppe wird zur Auflösung gezwungen. Was als eine der schönsten Erfolgsgeschichten der wilden Zwanziger begann, wird von einer barbarischen Ideologie zerstört. Die Nazis markieren das Ende der Comedian Harmonists, aber ihre Stimmen klingen weiter. Regisseur Joseph Vilsmaier (1939 – 2020) gelang mit „Comedian Harmonists“ sein internationaler Durchbruch. Der Film wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis in Gold, dem Bayerischen Filmpreis für die beste Regie und dem Gilde-Filmpreis in Gold. Die Handlung orientiert sich – mit einiger künstlerischer Freiheit – an der Geschichte der historischen Gesangsgruppe Comedian Harmonists. 1927 in Berlin gegründet, errangen die Comedian Harmonists bald Weltgeltung auf dem Gebiet der leichten Unterhaltung, war doch bis dahin der Gesang dem ernsten Liedgut verpflichtet, eine Gesangsgruppe ohne Orchester eine unerhörte Sache. Mit Liedern wie „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ füllten sie Säle in Berlin und ganz Europa. Der für das Szenenbild verantwortliche Rolf Zehetbauer („Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“, Oscar-Auszeichnung für „Cabaret“) ließ die 1920er- und 1930er-Jahre detailgetreu wieder auferstehen. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Wien, München, Berlin, Stuttgart und Prag. Zur Authentizität trägt auch die Musik bei: Bei allen im Film verwendeten Liedern handelt es sich um digital bearbeitete Originalaufnahmen der Comedian Harmonists. Der Film war mit über drei Millionen Kinobesuchern ein absoluter Publikumserfolg.

So., 31. Dez · 16:40-18:10 · One
Der Stadtneurotiker

Alvy Singer (Woody Allen) hatte schon als Kind seine Probleme mit der Welt und dem expandierenden Universum. Aufgewachsen in einer vielköpfigen jüdischen Familie in Brooklyn, ist er inzwischen ein ziemlich erfolgreicher TV-Komiker, steckt mit seinen 40 Jahren in einer gepflegten Midlifecrisis und tut sich nicht nur mit Frauen schwer. Nach zwei missglückten Ehen und 15 Jahren psychoanalytischer Behandlung lernt er beim Tennis die fröhlich-konfuse Annie Hall (Diane Keaton) kennen, Spross einer wohlhabenden Familie, in der nicht nur die Großmutter keine Juden mag. Nach einer halsbrecherischen Fahrt durch New York landen beide bald im Bett miteinander. Alvy findet Annie sensationell; Annie ist zunächst ebenfalls sehr angetan von ihm, aber mit der Zeit wird er ihr zu anstrengend und sie setzt sich von ihm ab, zu Alvys Leidwesen auch noch ins sonnige Kalifornien, das er gar nicht mag.

So., 31. Dez · 17:00-20:00 · ARD-alpha
Das Weiße Haus am Rhein

Fernsehfilm um den Überlebenskampf einer regimekritischen und teils jüdischen Hoteliersfamilie in Bonn-Bad Godesberg über drei Generationen nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Thematisiert werden die Verwerfungen zwischen demokratischem Neuanfang und nationalkonservativer Rückwärtsgewandtheit und die damaligen Konflikte um Demokratie, Freiheit und Frauenbilder. „Wir Jungen müssen uns die Welt zurückholen“ – daran glaubt Emil Dreesen (Jonathan Berlin) nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg. Traumata aus den Schützengräben und eine schwere Schuld möchte er hinter sich lassen. Anders als sein nationalistischer Vater Fritz (Benjamin Sadler), der sich gegen die französischen Besatzer in seinem Rheinhotel Dreesen auflehnt, will sich der Hoteliersohn Emil mit den Franzosen arrangieren und aussöhnen. Für den Juniorchef geht der Blick nach vorne. Um neue Gäste zu gewinnen, setzt der 21-Jährige mit Unterstützung seiner jüngeren Schwester Ulla (Pauline Rénevier) auf Kultur und Unterhaltung. Rückendeckung bekommt er von seiner lebensfreudigen Großmutter Adelheid (Nicole Heesters) als Hotelbesitzerin. Verlassen kann sich Emil auch auf seinen Freund Robert (Jesse Albert) aus Kriegstagen. Die beiden verbindet ein Geheimnis, das ihnen jederzeit zum Verhängnis werden kann. Als ein ehemaliger Frontkamerad (Hendrik Heutmann) auftaucht, um Emil zu erpressen, bekommt dieser unerwartete Unterstützung von dem Zimmermädchen Elsa (Henriette Confurius). Die überzeugte Kommunistin, die für die Rechte der weiblichen Bediensteten streitet, ist jedoch seinen Eltern ein Dorn im Auge.