Die neuen Fernsehtipps

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"Vernichtung im Laufschritt: Todesmärsche 1944/45", Foto: © Mauthausen memorial/Walter Dall'Asen

Vom 16. bis 30. November 2023

Do., 16. Nov · 06:35-07:20 · NDR
Unsere Geschichte: Wo seid ihr? Die Blachs. Das Schicksal einer jüdischen Familie

Von heute auf morgen ist alles anders im Leben von Friederike Fechner, als sie gemeinsam mit ihrem Mann ein ruinöses barockes Giebelhaus in Stralsund kauft und restaurieren lässt. Als sie anlässlich einer Preisverleihung für die gelungene Sanierung über die Historie dieses Hauses sprechen soll, stößt sie auf das Schicksal einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Auf das Schicksal der Familie Blach. Eine jahrelange, aufwühlende Recherche beginnt, die sie in die ganze Welt führen wird. Von heute auf morgen verändert ein Hauskauf das Leben von Friederike Fechner. Ein ruinöses barockes Giebelhaus in der Stralsunder Altstadt, das sie gemeinsam mit ihrem Mann vor dem endgültigen Verfall retten will. Sie bekommen für die gelungene Sanierung den Bauherrenpreis der Hansestadt. Als Friederike anlässlich der Preisverleihung einen Blick auf die Historie des Hauses werfen will, stößt sie auf das Schicksal einer jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Auf das Schicksal der Familie Blach. Eine jahrelange Detektivarbeit beginnt, für die Friederike viel reisen wird. Nach New, York, nach Amsterdam, nach Ravensbrück. Im Stadtarchiv Stralsund beginnt ihre Spurensuche, hier stöbert sie gemeinsam mit dem Stadtarchivar in Ehe-, Geburten- und Adressbüchern. Dabei stößt sie auf den Eigentümer Julius Blach, Kaufmann und Lederwarenhändler, auf die Geburtsdaten der Kinder von Julius und seiner Ehefrau Selma, auf all die Verwandten. Eine Großfamilie, von der viele Mitglieder den Holocaust nicht überlebt haben. Unter ihnen die vier Töchter der beiden, Gerda, Paula, Margarete, Else. Aber ein Sohn hat es offenbar geschafft! Der Jüngste, Friedrich, verlässt Deutschland 1937 mit einem Dampfer, nachdem ihm die Nazis seinen Job als Direktor der Charlottenburger Wasserwerke in Berlin gekündigt haben.

Do., 16. Nov · 09:00-10:30 · arte
Vernichtung im Laufschritt: Todesmärsche 1944/45

Als die Rote Armee in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs immer weiter nach Westen vorrückte, räumten die Nazis die frontnahen Konzentrationslager. Von Sommer 1944 bis Frühjahr 1945 zwangen sie hunderttausende Deportierte zu oft wochenlangen Todesmärschen durch Deutschland und Österreich. Viele Häftlinge starben an Erschöpfung oder wurden von den Wachmannschaften, aber auch von Zivilisten ermordet, an denen sie vorbeimarschieren mussten. Die unglaubliche Brutalität dieser Todesmärsche zeugt von der allgemeinen Verrohung, die im untergehenden Dritten Reich um sich gegriffen hatte. Im Grunde stellten die Todesmärsche die Fortsetzung der von den Nazis in den Konzentrationslagern verfolgten Vernichtungsstrategie dar. Angesichts des sowjetischen Vormarschs lösten sie die Lager auf und versuchten, die Spuren der Vernichtungsanlagen zu beseitigen. Damit verloren die Deutschen die Kontrolle über die geplanten Massentötungen und griffen auch vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Regimes und des Vorrückens der Alliierten auf andere Methoden zurück. Die Todesmärsche waren bisher eines der am wenigsten bekannten Kapitel der Geschichte des Dritten Reichs. Ursache hierfür ist der über lange Zeit eingeschränkte Zugang zu Informationen über die Identität der Täter sowie der von hunderttausenden Häftlingen aus den Konzentrationslagern, Gefängnissen und Arbeitslagern, die die Nazis in den letzten Monaten des Dritten Reichs auf ihrem Rückzug räumten. Heute können viele bislang ungeklärte Fragen dank jüngster Erkenntnisse der Geschichtsforschung sowie mithilfe der im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragenen Zeitzeugenberichte von jüdischen und anderen Überlebenden beantwortet werden.
Bild oben: © Mauthausen memorial/Walter Dall’Asen, Gefangene beim Todesmarsch durch Kralupy (Böhmen)

Do., 16. Nov · 10:30-11:25 · arte
Leni Riefenstahl – Das Ende eines Mythos

„Triumph des Willens“ oder „Olympia“ – die bekanntesten Filme Leni Riefenstahls haben sich tief in das ikonografische Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Auch wer Riefenstahls Werke nicht in ganzer Länge gesehen hat, kennt die Bilder aus einer der zahlreichen Dokumentationen über Nazideutschland. Mit den nationalsozialistischen Idealen wollte die Regisseurin Leni Riefenstahl nach 1945 jedoch nichts zu tun haben. Bis zu ihrem Tod beteuerte sie, „niemals einen Massenmord oder Konzentrationslager gesehen“ zu haben. Sie habe auch „keine Propagandafilme für Goebbels gedreht“. Solche Äußerungen machen bis heute ihr Image der „Unbelehrbaren“ aus, deren künstlerischen Leistungen aber immer noch als bahnbrechend gewürdigt werden. Im Oktober 2000 stellte sie auf der Frankfurter Buchmesse ihren Bildband „Fünf Leben“ vor. In der Pressekonferenz spielte die damals 98-Jährige erneut ihr filmisches Schaffen für die Nationalsozialisten herunter. In Filmen habe sie lediglich die Realität überhöht, um das Wesentliche von dem Unwichtigen zu trennen. Nach jahrzehntelangen Recherchen hat die Journalistin Nina Gladitz ein Buch geschrieben, das auf der Basis unveröffentlichter Dokumente neue Fakten über die Regisseurin bietet. Sie deckt auf, in welchem bisher unbekannten Ausmaß die Kulturbotschafterin des Dritten Reichs in die Naziverbrechen verstrickt war. Zudem entdeckte Nina Gladitz unbekannte Dokumente über das Schicksal des Kameramanns Willy Zielke, die belegen, wie er von Riefenstahl instrumentalisiert wurde. Zu Wort kommen außerdem Zielkes enger Freund Dieter Hinrichs, Filmwissenschaftler und Historiker.

Do., 16. Nov · 23:00-23:45 · HR
Mörder bevorzugt – Wie der BND NS-Verbrecher rekrutierte

Der Film zeigt schonungslos neue, erschreckende Erkenntnisse aus der Forschung in den Archiven des Bundesnachrichtendienstes. In keiner anderen bundesdeutschen Organisation oder Behörde wurde in dieser Konsequenz an nationalsozialistischen Vorstellungswelten festgehalten und somit auch der Boden für rechtsextremistisches Gedankengut kontinuierlich genährt. Der BND hat nicht nur einzelne schwer belastete NS-Täter beschäftigt. Die Anwerbung und Einstellung von Mördern und Schreibtischtätern hatte von Anfang an System. Gerhard Sälter, Mitglied der Unabhängigen Historikerkommission, kann das bis weit in die 1960er-Jahre nachweisen. Er hat zehn Jahre lang geforscht, dabei zahlreiche Akten und Personalakten des Nachrichtendienstes einsehen können. Sein Fazit öffnet historisch eine neue Dimension zum frühen BND. Die Organisation Gehlen, ab 1956 dann der BND, habe zahlreiche Täter des Holocaust nicht trotz ihrer Verbrechen rekrutiert, sondern wegen ihres nachweislichen Einsatzes für das NS-Terrorregime. Hauptamtliche Mitarbeiter des Dienstes konnten seinen Erkenntnissen nach sogar aus den Mitgliedern und leitenden Offizieren der Einsatzgruppen rekrutiert werden, die während des Zweiten Weltkriegs den Holocaust in Osteuropa durchführten. Eine jüdische Ehefrau hingegen konnte ein Einstellungshindernis beim BND sein, das gibt es schwarz auf weiß. Wie konnte der Dienst nach Gründung der Bundesrepublik immer noch NS-Verbrecher der Strafverfolgung entziehen? Warum hat Adenauers Kanzleramt als Aufsichtsbehörde dem Entstehen nationalsozialistischer Netzwerke im BND tatenlos zugesehen? Welche Rolle spielte dabei Kanzleramtschef Hans Maria Globke? Und gehörte tatsächlich auch Alois Brunner dazu, Eichmanns Gehilfe bei den Deportationen in die Todeslager? Wie stellt sich der BND heute dieser historischen Verantwortung? Die Autorin Christine Rütten geht diesen Fragen in ihrer Dokumentation nach.

Fr., 17. Nov · 20:15-22:25 · 3sat
Murer – Anatomie eines Prozesses

Graz 1963: Wegen Kriegsverbrechen steht der angesehene Lokalpolitiker und Großbauer Franz Murer (1941 bis 1943), für die Vernichtung von Juden im Ghetto in Vilnius verantwortlich, vor Gericht. Überlebende des Massenmords reisen an, um auszusagen und Gerechtigkeit zu erwirken. Basierend auf den damaligen Gerichtsprotokollen erzählt der Film von einem der größten Justizskandale der Zweiten Republik – und von politischer Strategie jenseits moralischer Werte.

Sa., 18. Nov · 01:15-02:00 · ZDF
Terra X History: Partisanen – Krieg aus dem Hinterhalt

Sie schlagen ohne Vorwarnung zu: Für die einen sind sie Freiheitskämpfer, für andere Terroristen. Partisanen verüben hinter den feindlichen Linien Anschläge oder Sabotage, auch heute noch. In der Ukraine kämpfen Partisanen gegen Putins Truppen. Dort attackieren sie Stellungen und Nachschubwege der russischen Angreifer. Wie schon im Zweiten Weltkrieg – als auf demselben Boden Partisanen die deutschen Invasoren angriffen. Damals kämpften sie im besetzten Europa gegen Hitlers Kriegsmaschine. Überall sah sich die Wehrmacht Attacken von spontan gebildeten oder durch Exilregierungen organisierten Partisanengruppen ausgesetzt. Die Besatzer reagieren meist mit brutaler Gewalt und grausamen Vergeltungsschlägen, durch die wahllos unzählige Zivilisten sterben. Doch wo verläuft die Grenze zwischen legitimem Widerstand und grausamem Terrorismus? Der Film erzählt mit teils kaum bekannten Bildern die Geschichte des neuzeitlichen Partisanenkrieges vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Autoren rekonstruieren beispielhaft Fälle unter anderem aus Frankreich, Italien, der Sowjetunion und der heutigen Ukraine und beleuchten deren militärhistorische und völkerrechtliche Hintergründe.

So., 19. Nov · 16:45-17:15 · BR
Europa-Reportage: Liebe in Zeiten der Kriege

Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen der Jüdin Hannah und dem Palästinenser Amer, als sie sich 1996 begegneten in einer Diskothek bei Jerusalem. Aber die junge Liebesbeziehung schien zum Scheitern verdammt inmitten des Nahost-Konflikts. Die israelische Armee ließ das Haus abreißen, in das Hannah und Amer nach ihrer Heirat gezogen waren. Sie hatten dafür keine Baugenehmigung bekommen, so wie es bei fast allen palästinensischen Gebäuden im Westjordanland der Fall war. Über das ungewöhnliche Liebespaar hatte der Bayerische Rundfunk vor 25 Jahren ausführlich berichtet. Im Mai 2023 haben Susanne Glass und ihr Kamerateam die beiden wieder getroffen, deren Leben und Liebe untrennbar mit dem andauernden Konflikt verknüpft sind. Ihre drei Kinder besuchten eine der wenigen Schulen, in denen jüdische und arabische Israelis gemeinsam unterrichtet werden. Auf der „Hand-in-Hand-Schule“ in Jerusalem erlernen Kinder und Jugendliche die hebräische Sprache gleichberechtigt mit der arabischen, ebenso die jüdische und palästinensische Geschichte. Außerdem feiern sie jüdische, muslimische und christliche Feiertage gemeinsam. Und auf dieser Schule hat auch die Tochter von Hannah und Amer ihren künftigen Ehemann getroffen, der ebenfalls aus einem jüdisch-palästinensischen Elternhaus stammt. Die Reportage, gedreht wenige Monate vor dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg in Nahost, zeigt, wie überaus schwierig es für jüdische und palästinensische Israelis all die Jahre gewesen ist, in Frieden zusammenzuleben, und wie düster die Aussichten dafür künftig sind. Und trotzdem geben sie die Hoffnung nicht auf.

So., 19. Nov · 19:30-20:00 · ARD-alpha
RESPEKT: Alles Vergangenheit? – Leider nein. Antisemitismus und Erinnerung

„RESPEKT“ will dazu beitragen, Demokratie, Grund- und Menschenrechte nicht nur als abstrakte Begriffe zu verstehen, sondern als Werte des gemeinschaftlichen Lebens. Die Online-Videos und TV-Reportagen überprüfen Vorurteile und Klischees wie Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Homophobie oder Sexismus. Die Presenter Sabine Pusch, Rainer Maria Jilg und der aus Syrien stammende Schauspieler Ramo Ali treffen Menschen, die sich für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen. Mit Ironie und in lockerem Ton zeigen sie, wie Grundwerte und Menschenrechte im Alltag gelebt werden können – und warum wir alle von einem solidarischen Miteinander profitieren. Umfragen mit Passanten ergänzen den Blick auf das jeweilige Thema. Eine „Zahlen und Fakten“-Rubrik hilft dabei, die unterschiedlichen Standpunkte zu beurteilen und sich eine fundierte Meinung zu bilden.

So., 19. Nov · 20:15-21:00 · ARD-alpha
Zeuge der Zeit: Christian Pfeil

Christian Pfeil ist Sinto. Abwertend als „Zigeuner“ gebrandmarkt, werden alle seine Familienmitglieder von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat Trier in Konzentrationslager verschleppt und gefoltert. Einige Angehörige werden in Auschwitz umgebracht. Christian Pfeil überlebt. Aber die Ausgrenzungen gehen nach dem Krieg weiter. Den Tag seiner Geburt hat im Januar 1944 im Lager von Lublin niemand registriert. Aber es war kalt, eiskalt. „Man sagt, es war ein Wunder, dass ich überlebt habe. Bei dieser Kälte und ohne Essen. Ich war so klein, man hat mich in eine Zigarrenkiste hineingelegt. Meine Mutter hat mich als Säugling zur Zwangsarbeit im Lager mitgenommen und in den Schnee gelegt. Man kann es nicht glauben, aber so war das. Hätte sie mich zurückgelassen in der Baracke, wäre ich wahrscheinlich ermordet worden“, sagt Christian Pfeil. Nach der Befreiung durch die Rote Armee 1945 versucht die Familie in Trier einen Neuanfang. 500.000 Sinti und Roma sind europaweit ermordet worden. Nur die wenigsten haben überlebt. Christian Pfeils Eltern und ältere Geschwister gehören zu ihnen. Aber die Jahre der Folter, der Mangelernährung und täglichen Todesangst haben körperliche und seelische Spuren hinterlassen. Die Familie ist eigentlich auf staatliche Hilfen angewiesen, aber der Umgang mit den Überlebenden durch die deutsche Gesellschaft und die deutschen Behörden nach dem Krieg sind geprägt von massiven strukturellen Benachteiligungen: Die Nachkriegsbehörden legen fest, dass Sinti und Roma nicht aus „rassischen“ Gründen verfolgt und ermordet wurden, sondern wegen „asozialer und krimineller Haltung“. Entschädigungsanträge von Sinti und Roma werden daher meist abgelehnt. An offiziellen Stellen oder in Gesundheitsämtern sitzen darüber hinaus auch nach dem Krieg häufig dieselben Beamten, die während der NS-Zeit für die Verfolgung der Sinti und Roma mitverantwortlich waren. Die Familie bleibt sich selbst überlassen. Christian Pfeil gelingt in den 70er Jahren – allen Widerständen zum Trotz – der Durchbruch: Er wird ein erfolgreicher Gastronom in Trier und führt Kultlokale, in denen die Prominenz ein und aus geht. Er hat es geschafft. Doch dann kommt der Tag, an dem er als Sänger im Fernsehen ein sozialkritisches Lied zum Besten gibt. Ein Chanson, in dem er auf das Schicksal der Sinti und Roma während der NS-Zeit aufmerksam machen will. Nach diesem Auftritt im Jahr 1993 wird er Opfer zweier Neonazi-Anschläge. Er bekommt Morddrohungen, sein Lokal wird mit Nazi-Parolen beschmiert und zweimal komplett zerstört. Christian Pfeil erinnert sich: „Die Schmierereien und die Wörter, die an die Wand geschrieben worden sind, haben mir sehr wehgetan. Die Hakenkreuze und SS-Runen. Die ganze Familie war fünf Jahre im KZ. Das Schlimmste, was man sich vorstellen kann, ist uns passiert. Und danach nochmal dieser Schmerz.“ Hilfe durch die Behörden erfährt er nicht. Die Fälle sind bis heute unaufgeklärt. Nach Jahren des Schweigens tritt Christian Pfeil später wieder an die Öffentlichkeit: „Irgendwann kam ich zu diesem Punkt. Man darf nie aufgeben. Ich habe Angst. Aber ich werde, solange ich lebe, mich dagegen wehren und erzählen, was uns passiert und die Leute aufrütteln. Aber ob das reicht? Ich weiß es nicht.“

So., 19. Nov · 22:30-23:15 · ARD-alpha
Gemeinsam gegen Antisemitismus

Die Sorge unter der jüdischen Bevölkerung in Deutschland steigt. Die Statistik beweist leider: Zu recht. Antisemitische Gewalttaten nehmen kontinuierlich zu. Und die Echokammern im Internet dienen als ideologische Verstärker – zusätzlich gefährlich angeheizt durch die sogenannten „Querdenker“ während der Corona-Pandemie. Die Juristin und ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist Antisemitismus-Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes. Auch sie treibt die Frage um, wie der Antisemitismus couragiert und erfolgreich bekämpft werden kann. Auf einer Reise durch Deutschland sucht sie im generationsübergreifenden Dialog Ideen und Antworten. In Berlin erklärt die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, wie sie die aktuelle Situation sowie das heutige jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt sieht. Und natürlich gewährt die Zeitzeugin, die im November 2021 ihren 100. Geburtstag feiert, aufwühlende Einblicke in ihre eigene Geschichte. Weitere Gesprächspartner von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auf ihrer Deutschlandtour sind der FDP-Politiker Gerhard Baum sowie der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, der sie in der Kölner Synagoge empfängt. Sowie der CDU-Politiker Armin Laschet, für dessen Regierung in NRW Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Antisemitismus-Beauftragten aktiv ist. Und wo nun zuletzt der verhinderte Anschlag auf die Synagoge in Hagen gezeigt hat, wie wichtig dieses Engagement ist.

Mo., 20. Nov · 00:30-02:00 · ARD-alpha
Gespräche gegen das Vergessen

Rassistische Vorurteile gegenüber Sinti und Roma sind bis heute weit verbreitet. Warum ist das so? Und wie kann man Antiziganismus in der Gesellschaft begegnen? Darüber diskutiert Andreas Bönte bei den diesjährigen „Gesprächen gegen das Vergessen“ mit dem Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugen Christian Pfeil, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und Bürgerrechtsaktivisten Romani Rose, der Vorsitzenden des Regionalverbands Deutscher Sinti und Roma Schwaben e. V., Marcella Reinhardt, und dem Antiziganismusforscher Dr. Frank Reuter.

Mo., 20. Nov · 14:30-14:45 · ARD-alpha
RESPEKT kompakt: Anti-Ziganismus – was haben die Deutschen gegen Sinti und Roma?

Keine Ethnie wird in Deutschland so stark abgelehnt wie Sinti und Roma. Warum ist das so, fragt Moderatorin Sabine Pusch in der RESPEKT-Reportage. Um mehr zu erfahren, trifft sie jugendliche Sinti und Roma und erfährt, wie sie unter Vorurteilen und Klischees leiden, die sich in Europa seit Jahrhunderten nicht geändert haben. Zusammen mit einem jungen Sinto besucht sie das NS-Dokumentationszentrum und lässt sich erzählen, was seiner Familie in Nazideutschland passiert ist. Dabei lernt sie, dass die andauernde Diskriminierung und Verfolgung dieser Volksgruppe unter den Nazis mit über einer halben Million Opfern ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte – aber danach längst nicht beendet war. Doch warum gibt es auch heute noch die gleichen Vorurteile? Vielleicht, weil die Mehrheitsgesellschaft über diese Gruppe kaum etwas weiß? Wo liegen die Ursprünge ihrer Geschichte und sind Sinti und Roma, deren Familien oft schon seit Jahrhunderten in Deutschland leben, wirklich anders als andere Menschen? Antworten bekommt Sabine etwa von einer jungen Musikband, die auf Romanes singt, von einem Mathematiker, der auch Sinto ist, oder von einem Sozialarbeiter, der gegen die Ausgrenzung ankämpft. Von ihm erfährt sie auch, ob und wie Gesetze helfen können, das Verständnis für diese Minderheit zu fördern und Diskriminierungen abzubauen.

Mo., 20. Nov · 21:00-21:30 · HR
Schwarz und deutsch – Identität ist mehr als Hautfarbe

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sollen afrikanische Wurzeln haben. Schwarze Künstler*innen, schwarze Paketbot*innen, schwarze Friseur*innen oder schwarze Wissenschaftler*innen – sie alle gehören zu unserem Land, für die meisten ganz selbstverständlich. Doch der Weg hierher war nicht immer einfach, Selbstvertrauen aufzubauen hat gedauert. Zwei Afrodeutsche zeigen, wie sie ihren eigenen Weg gefunden haben im Umgang mit Alltagsrassismus und Vorurteilen. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sollen afrikanische Wurzeln haben. Schwarze Künstler*innen, Schwarze Paketbot*innen, Schwarze Friseur*innen oder Schwarze Wissenschaftler*innen – sie alle gehören zu unserem Land, für die meisten ganz selbstverständlich. Doch der Weg hierher war nicht immer einfach, Selbstvertrauen aufzubauen hat gedauert. Zwei Afrodeutsche zeigen, wie sie ihren eigenen Weg gefunden haben im Umgang mit Alltagsrassismus und Vorurteilen. Mirrianne Mahn hat ihren Platz gefunden. Seit ein paar Wochen sitzt sie als Abgeordnete in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Es war nicht leicht für die 32Jährige. „Na klar, wusste ich immer, dass ich zu Deutschland dazugehöre“, sagt sie. „Aber die weiße Mehrheitsgesellschaft hat mir nicht immer das Gefühl gegeben, das sie das genauso sieht.“ Sie ist im Hunsrück aufgewachsen. Außer ihr gab es dort nur ein weiteres nicht-weißes Mädchen. Die beiden galten als Kuriosum. Auch nach ihrem Umzug nach Frankfurt musste sich Mirrianne Mahn durchbeißen. Sie baute einen Catering-Service auf. „Da kam es schon mal vor, dass ich morgens zu meinem Food-Truck runterkam und jemand Bananenschalen daran geschmiert hatte“, erinnert sie sich. In der U-Bahn merkt sie heute noch oft, dass sie angestarrt wird, weil sie Schwarze ist. Mirrianne Mahn bekam Depressionen. Auch einen Suizidversuch hat sie unternommen. Heute ist sie eine selbstbewusste Frau, doch der Kampf hat Spuren hinterlassen. Es ist nicht alles gut, aber die Leute sind vorsichtiger geworden, mit Beleidigungen und Anfeindungen. Das führt dazu, dass man sich jetzt sicherer fühlen kann”, sagt Tonny Boateng. Für den ehemaligen Spieler des FSV-Frankfurt ist der Wandel besonders auf dem Platz spürbar. „In den 90’ern war es gang und gäbe, dass man als Schwarzer Spieler rassistisch beleidigt wurde. Heute passiert das auch noch, aber dann gibt es auch immer jemanden, der was dagegen sagt.” Die Leute seien aufmerksamer geworden, schritten schneller ein. Das gibt Tonny Boateng ein gutes Gefühl. Ebenso die Tatsache, dass Schwarze Männer und Frauen heute in ganz verschiedenen gesellschaftlichen Positionen und Jobs zu finden sind. Das, meint der DJ und Partymacher, wirke sich auf vieles aus: „Heute werde ich als Schwarzer von potenziellen Investoren und Geschäftspartnern ernst genommen”, sagt er. Aber alles ist eben auch heute noch längst nicht gut. So kommt der Deutsche mit ghanaischen Wurzeln als DJ zwar unproblematisch in alle Clubs rein. Als Schwarzer Mann und Gast allerdings nicht. Bitter ist das, aber eine Realität, mit der er sich irgendwie abgefunden hat.

Mo., 20. Nov · 22:50-23:20 · Das Erste (ARD)
Zerrissene Gesellschaft? – Deutschland und der Nahostkrieg

Seitdem die Hamas am 7. Oktober 2023 Israel überfallen und Israels Verteidigungskrieg begonnen hat, werden in Deutschland Gräben sichtbar. Muslimische Verbände in Deutschland verurteilen zwar die Gräueltaten der Hamas, doch viele Muslime schauen vor allem auf das Leid der Palästinenser im Gazastreifen und sehen Israel als Aggressor. Gleichzeitig hat die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland deutlich zugenommen. Die „ARD Story“ dokumentiert, wie der Krieg in Nahost auch Deutschland verändert. Die Autoren erleben, wie Menschen auf Demonstrationen Israel Genozid an den Palästinensern vorwerfen und das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen mit den Gräueltaten der Nazis vergleichen. Sie erleben auch, wie bei diesen Demos die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus verschwimmt. Im Gespräch mit Muslimen gehen Katja Garmasch, Hüseyin Topel und Mareike Wilms der Frage nach, woher Hass und Vorurteile kommen. Sie treffen Muslime, die sich klar gegen Antisemitismus aussprechen, erfahren, dass in deren Kindheit aber „Jude“ ein Schimpfwort war. Und auch, dass seit Kriegsbeginn viele Muslime den deutschen Medien einseitige Berichterstattung vorwerfen. Die Autoren treffen Juden, die das Vorgehen der Israelis im Gazastreifen als notwendig bezeichnen und Angst vor antisemitischen Attacken gegen ihre Kinder haben. Der Nahostkrieg sorgt für Angst und Wut und er spaltet. Geht ein Riss durch unsere Gesellschaft? Der Film zeigt, wie die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal versucht, das zu verhindern. Ihre Bildungsbewegung „GermanDream“ bringt Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Background ins Gespräch über den Nahostkrieg – um damit Ängste und Vorurteile abzubauen.

Mi., 22. Nov · 22:05-23:00 · arte
„Die Wohlgesinnten“ – Im Kopf eines Nazis

Der 2006 erschienene Roman „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell erzählt die Lebenserinnerungen des fiktiven SS-Offiziers Maximilian Aue, der im Zweiten Weltkrieg Teil der NS-Vernichtungsmaschine war. Das Werk markierte insofern einen literarischen Tabubruch, als es auf mehr als tausend Seiten ungeschönt und brutal das Nazi-Grauen aus Täterperspektive schildert. Die fiktive Biografie wird dabei mit gründlich recherchierten realen Ereignissen und Personen des Holocaust verbunden. Provokant, abstoßend, skandalös – „Die Wohlgesinnten“ ist all das, aber tatsächlich noch viel mehr. Das Werk des 1967 geborenen französischen Schriftstellers amerikanischer Herkunft wurde in Frankreich mit den begehrten Literaturpreisen Prix Goncourt und Grand Prix de l’Académie française ausgezeichnet und sorgte sofort bei seinem Erscheinen für Polemik. Die einen empörten sich über den „pornografischen“ Aspekt der Erzählung, die anderen lobten das literarische Genie und die Tatsache, dass endlich ein Autor die Courage aufbrachte, den Holocaust aus einer Warte zu behandeln, an die sich noch kein Historiker herangetraut hatte. „Im Kopf eines Nazis – Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell“ nimmt die gespaltene Rezeption des Buchs zum Anlass, mehrere wesentliche Fragen zu beleuchten: Wie spricht man heute, nach unzähligen Büchern, Filmen und Erzählungen und dem Tod der letzten Zeitzeugen, über die Nazi-Barbarei? Wo liegen die Grenzen der Kunst im Allgemeinen und der Literatur im Besonderen, wenn es um den Holocaust geht? Mit Hilfe von Archivmaterial, Begehungen der Schauplätze der Judenvernichtung, Auszügen aus dem Buch und Gesprächen mit renommierten Historikern, Schriftstellern und Publizisten zeichnet der Film die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte dieses Ausnahmewerks nach, das das Konzept der Menschlichkeit hinterfragt und einen empfindlichen Nerv der Erinnerungskultur traf.

Do., 23. Nov · 21:45-22:15 · HR
Stark am Ball – Im Verein gegen Judenhass

Lian ist 13 und Torhüterin beim jüdischen Sportverein Makkabi und will mal Torhüterin der deutschen Nationalmannschaft werden. Sie haben zwar ihr Spiel gewonnen, aber freuen können sie sich nicht. Es gab wieder antisemitische Anfeindungen. Hassparolen und körperliche Gewalt erfahren die Sportlerinnen und Sportler von Makkabi immer wieder. Doch sie lassen sich nicht unterkriegen. Der Verein versteht sich als Brückenbauer zwischen den Religionen, ist bunt gemischt. Menschen unterschiedlicher Religionen, Nationalitäten und Hautfarbe trainieren gemeinsam – und freunden sich an, so wie Lian und Cem. Gegen Diskriminierung und Hetze setzt sich Luis Engelhardt ein. Der Projektleiter von „Zusammen1“ arbeitet mit Vereinen und Jugendgruppen zusammen. Sein Ziel, sie zu ermuntern, den Mund aufzumachen, wenn antisemitische Sprüche fallen, gemobbt oder beleidigt wird. Zivilcourage und klare Haltung – das ist nötiger denn je. Das merken nicht nur die Fußballer, sondern auch die Tennisspieler von Makkabi. Auch Hakan Tekin, der die jüdische Nationalmannschaft trainiert. Er ist Moslem und seit 20 Jahren bei Makkabi – das hat seinen Blick auf das Judentum verändert.

Sa., 25. Nov · 02:25-04:02 · arte
Der jüdische Kardinal

Aaron Jean-Marie Lustiger ist kein konventioneller Geistlicher. Am 17. September 1926 als Sohn jüdisch-polnischer Einwanderer in Paris geboren, tritt er im Jahr 1940, im Alter von knapp 14 Jahren, gegen den Willen seiner Eltern zum katholischen Glauben über und ändert seinen Geburtsnamen Aaron in Jean-Marie. Seine Priesterweihe erhält Lustiger, ein Cousin des deutschen Historikers und Schriftstellers Arno Lustiger, 1954 in Paris. Er raucht viel und fährt Moped, seine Predigten sind energisch und modern. Als eine katholische Zeitung seine jüdische Herkunft betont, provoziert er einen Skandal, indem er behauptet, er habe mit der Konvertierung zum Katholizismus dem Judentum keinesfalls abgeschworen. Gegenüber dem Journalisten sagt er, er sei eine lebende Provokation, die viele dazu zwinge, das Wesen Christi zu ergründen. Lustiger setzte sich zeitlebens für die Verständigung zwischen Christen und Juden ein und war ein strikter Verfechter der Menschenrechte. Sein Vater Charles, der von Polen nach Frankreich geflohen war und dessen Frau im Jahr 1943 im deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, akzeptiert die Entscheidung seines Sohnes nicht, Bischof von Orléans zu werden, da das Angebot ausgerechnet von einem Papst kommt, der Pole ist. Als Lustiger den Papst trifft, ist er beeindruckt von dessen Persönlichkeit und Visionen. Die beiden Gottesmänner begegnen sich mit einer ähnlichen Weltsicht und einem ähnlichen Verständnis von Kirche. Bereits nach einem Jahr als Bischof von Orléans wird Lustiger zum Erzbischof von Paris und später auch zum Kardinal und Berater des Papstes ernannt. Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln setzt sich Lustiger als Erzbischof besonders mit der Beziehung von katholischer Kirche und Judentum auseinander. Als 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs im sogenannten Theater von Auschwitz – einem ehemaligen Gebäude zur Lagerung von Zyklon B – ein Karmeliterinnenkloster eingerichtet wird, erregt dies gewaltigen Protest und Empörung. Lustiger muss Stellung beziehen …

Sa., 25. Nov · 07:30-08:00 · SWR
Planet Schule: Ich und die Anderen – Plötzlich ist man wer: Neonazi!

Felix ist jung, klug, kommt aus gesicherten Verhältnissen und war jahrelang aktiver Neonazi. Heute will er verhindern, dass andere den gleichen Weg einschlagen und leistet politische Aufklärungsarbeit. Auch Heidi, Benedikt, Gunnar und Klaus waren als Jugendliche in der Neonazi-Szene. Musik, Propaganda und Gewalt spielten bei ihrem Einstieg eine wichtige Rolle. Wer nicht in das Weltbild passte, wurde diskriminiert und bedroht. Die Gruppe gab den Mitgliedern das Gefühl, dazuzugehören und wichtig zu sein. Nach strikten Vorgaben wurde zwischen Freund und Feind unterschieden. Für Zweifel war wenig Raum. Die Reportage begleitet ehemalige Neonazis, die es geschafft haben, aus der Szene auszusteigen. Dafür mussten sie ihr bisheriges Leben aufgeben, manche von ihnen leben heute in Schutzprogrammen. Ihre Gesichter wurden daher anonymisiert. In Form von Graphic Novels und Interviews werden ihre Geschichten erzählt.

Di., 28. Nov · 12:05-12:40 · arte
Re: Ediths Geheimnis – Die Kindheit unserer jüdischen Mutter

Im Mai 2023 treten die drei Geschwister Andrea, Mario und George Levy eine für sie sehr besondere Reise an. Sie reisen an den Ort, aus dem ihre Mutter Edith Wertheimer als 12-Jährige fliehen musste: Coburg in Oberfranken. Die Mutter selbst sprach nur wenig über ihre Kindheit und die Stadt, die als erste Adolf Hitler zum Ehrenbürger machte und bereits im Jahr 1929 von der NSDAP regiert wurde. Andrea, Mario und George Levy wollen auf dieser Reise herausfinden, wie ihre Mutter als Kind lebte und was sie innerhalb weniger Wochen zur Flucht zwang. Für die beiden Brüder geht es dabei auch um ihr Leben heute: Geboren in Argentinien, sind sie als junge Männer nach Israel gezogen, um dort einen demokratischen Staat mitaufzubauen. Deshalb demonstrieren sie gegen die in Teilen rechtsextreme Regierungskoalition Israels und gegen deren umstrittene Justizreform. Ihre eigene Familiengeschichte zeige ihnen auch, so die Levys, wie wichtig es ist, für Freiheit und Demokratie einzustehen. Mit Blick auf den 7. Oktober, dem Tag, an dem die Terror-Organisation Hamas Israel massiv angriff und dabei mehr als 1400 Israelis tötete und mehr als 220 Geiseln entführte, ist der Film auch ein außergewöhnliches Zeitdokument. Fertig gestellt just vor den brutalen Ereignissen, gibt er Einblicke in die Gefühlslage der Israelis unmittelbar davor. Und hält genau diesen Moment fest.

Mi., 29. Nov · 14:15-16:55 · arte
Der Stellvertreter

Kurt Gerstein ist Chemiker und für Desinfektion zuständig. Eines Tages wird der SS-Offizier und Familienvater mit der Anlieferung von großen Mengen Zyklon B beauftragt, das er normalerweise zur Schädlingsbekämpfung einsetzt. Aufgrund seiner Nachfragen wird er in den engen Vertrauenskreis eines ranghohen SS-Arztes aufgenommen. Man zeigt ihm das Vorgehen in einem deutschen Lager im besetzten Polen, das Gerstein tief schockiert. Weder seine Familie noch Freunde oder Kollegen, die Gerstein nun ins Vertrauen zieht, wollen ihm helfen, die Vernichtung der Juden öffentlich zu machen. Gerstein entschließt sich, seine Stellung zu behalten, um die Existenz der Vernichtungslager belegen zu können. Während er versucht, Deportation und Vernichtung durch Informationsverbreitung zu verlangsamen, gelingt es ihm nicht, seine Umgebung aufzurütteln. Schließlich entscheidet sich Gerstein, den Vatikan zu informieren. Doch auch hier scheitern seine Bemühungen. Nur der junge Jesuit Riccardo versteht, von welchem Verbrechen Gerstein berichtet, und bemüht sich, während Gerstein wieder in Deutschland ist, weiter um eine Audienz beim Papst. Als schließlich auch Konvertiten von den deutschen Besatzern in Rom verhaftet werden, lässt sich Riccardo mit einem gelben Stern als vermeintlicher Jude nach Polen deportieren. Er wird enttarnt und der Arbeit im Krematorium zugewiesen. Als das Kriegsende bevorsteht, will Gerstein seinen Bericht schreiben, begreift aber schließlich, dass man ihn als Lügner und Täter zur Verantwortung ziehen wird …

Mi., 29. Nov · 21:45-23:30 · 3sat
Die Wannseekonferenz

Am 20. Januar 1942 treffen sich in einer Villa in Berlin-Wannsee hochrangige Vertreter des NS-Regimes zu einer Besprechung, die als Wannsee-Konferenz in die Geschichte eingeht. Ausschließliches Thema der Besprechung ist die von den Nationalsozialisten so genannte „Endlösung der Judenfrage“: die Organisation des systematischen, millionenfachen Massenmordes an den Juden Europas. 15 führende Vertreter der SS, der NSDAP sowie der Ministerialbürokratie kommen am Mittag des 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin zusammen. Eingeladen hat Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, zu einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“. In der etwa 90 Minuten dauernden Besprechung wird der millionenfache Massenmord an der jüdischen Bevölkerung Europas geplant und organisiert. Der Film „Die Wannseekonferenz“ folgt dem von Adolf Eichmann verfassten Besprechungsprotokoll, von dem nur ein Exemplar erhalten ist und das als Schlüsseldokument der Judenvernichtung gilt.

Do., 30. Nov · 14:15-16:00 · arte
Die Spur des Fremden

Charles Rankin ist Geschichtsprofessor in einer idyllischen Kleinstadt in Connecticut und steht kurz davor, die Tochter eines Richters des Obersten Gerichtshofs zu heiraten. Aber sein Name ist falsch und seine Vergangenheit ist schmutzig. Niemand ahnt, dass er in Wirklichkeit Franz Kindler heißt und bis Kriegsende Kommandant deutscher Todeslager war, ehe es ihm gelang, sich perfekt getarnt in die USA abzusetzen. Da kein Foto aus seiner Vergangenheit existiert und er auch sonst alle Beweisstücke vernichten konnte, fühlt er sich in der Kleinstadt Harper sicher. Am Vorabend seiner Hochzeit mit Mary Longstreet kommen allerdings zwei fremde Männer in die Stadt, die für Unruhe sorgen: Konrad Meinike, gefolgt von Inspektor Wilson. Ersterer gehörte zu Kindlers damaligen Offizieren. Er wurde freigelassen in der Hoffnung, dass er den Kriegsverbrecher-Jäger Wilson auf die Spur des flüchtigen Nazis bringen könnte. Rankin begreift sofort, wie gefährlich Meinike für ihn ist, und tötet ihn im Geheimen. Wilson schöpft schnell Verdacht, doch um Rankin zu überführen, braucht er die Hilfe von dessen junger Verlobten. Aber diese will einfach nicht glauben, was Wilson gegen ihren Mann vorbringt, vertraut sich diesem an und bringt sich selbst dadurch in tödliche Gefahr. Rankin will auch sie als Bedrohung seiner Tarnidentität aus dem Weg schaffen und einen Unfall vortäuschen, bei dem seine Verlobte ums Leben kommen soll. Dass ihm seine Faszination für den örtlichen Uhrenturm zum Verhängnis werden könnte, ahnt er nicht …