Die neuen Fernsehtipps

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Judenplatz Denkmal. © ZDF und ORF/Clever Contents

Vom 16. bis 28. Februar 2023

Do., 16. Feb · 01:40-02:10 · MDR
Exakt – Die Story: Radikale Staatsdiener in der AfD

Vor 10 Jahren, am 6. Februar 2013, wurde die „Alternative für Deutschland“ gegründet. Eine Partei, die sich im Laufe der Jahre mehrmals gehäutet hat. Von einer „Professorenpartei“ zu einer Partei, die für das Bundesamt für Verfassungsschutz ein rechtsextremistischer Verdachtsfall geworden ist. Die Autoren haben mehrere Wochen recherchiert. Zu Beamten, Richtern, Soldaten und Lehrern in der AfD – vor allem zu denen, die politische Mandatsträger sind. Grundsätzlich sollen Beamte die freiheitlich-demokratische Grundordnung schützen und treu zur Verfassung stehen. Für parteipolitisches Engagement gilt ein Mäßigungsgebot nach dem Bundesbeamtengesetz. Klare Regeln. „Mit Recht wird die politische Treuepflicht, also die Pflicht, auch die verfassungsrechtlichen Institutionen und Grundwerte zu achten und dafür aktiv einzutreten, sehr hoch gehängt. Beamtinnen und Beamte oder Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte dürfen sich nicht einfach nur damit begnügen, verfassungsfeindliche Äußerungen zu unterlassen, sondern sie müssen sich sogar positiv aktiv für die verfassungsmäßige Ordnung einsetzen“, sagt Verfassungsrechtler Klaus Ferdinand Gärditz von der Uni Bonn. „Dass das in einer Partei, die sich zunehmend selbst radikalisiert hat und offen mit Verfassungsfeindlichkeit kokettiert, im Zweifel nicht funktionieren wird, jedenfalls wenn man dort Karriere machen will, liegt auf der Hand.“ Bei vielen Staatsdienern in der AfD stellt sich die Frage, ob sie sich tatsächlich an die für sie geltenden strengen Regeln halten. Gerade erst wurde die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete und Richterin Birgit Malsack-Winkemann Anfang Dezember verhaftet. Sie soll sich an der Planung eines Putsches beteiligt haben. Von 2017 bis 2021 saß die Richterin im Bundestag, galt innerhalb der AfD als „gemäßigt“ trotz fragwürdiger rassistischer Äußerungen. Die Berliner Justizsenatorin Lena Kreck wollte die Richterin deshalb in den Ruhestand versetzen, weil von Malsack-Winkemann nicht zu erwarten gewesen sei, dass sie unvoreingenommen Recht sprechen würde. Das Dienstgericht für Richter sah das anders und entschied im Oktober 2022 dagegen. Der Film dokumentiert Fälle aus allen Bereichen und spricht mit AfD-Politikern, die im Staatsdienst sind. Wie agieren Staatsdiener in den Reihen der AfD, wie groß ist ihr Einfluss? Werden aus Staatsdienern Staatsfeinde?

Do., 16. Feb · 09:30-09:45 · ARD-alpha
Der Schatz in der Synagoge

Ein Traum führt Josef und seine Schwester in eine Synagoge in München. Dort erzählt ihnen der Rabbiner alles über den jüdischen Glauben und dass man sich nicht zu fürchten braucht, wenn man anderen kein Leid zufügt. Beim Besuch einer Synagoge erfahren Sophia und Joseph, was es für die Juden heißt, im Bund mit Gott zu leben. Sie lernen die Bedeutung der Thora, des Talmuds und der Festtage kennen und ergründen so das „Geheimnis von Kraft und Liebe“. Joseph erwacht aus einem Albtraum: Bilder von brennenden Häusern, zerbombten Städten und nationalsozialistischem Terror haben ihn erschreckt. Er sucht Trost bei seiner Schwester Sophia und erzählt, dass im Traum sogar die Sonne zu ihm gesprochen und gesagt habe: „Wer andere bekämpft, bekämpft sich selbst.“ Sophia meint, die Sonne habe ihm mit diesem Ausspruch das „Geheimnis von Kraft und Liebe“ offen gelegt. Für Joseph bleiben die Worte dennoch ein Rätsel. Daher beschließt Sophia, ihm ein Haus zu zeigen, das den Schatz dieses Geheimnisses hütet.

Do., 16. Feb · 14:05-14:50 · 3sat
Das jüdische Wien

Karl Hohenlohe besucht das Jüdische Museum Wien und die neue Dauerausstellung „Unser Mittelalter“. Es geht um die Fundamente des jüdischen Wiens – im wahrsten Sinne des Wortes. Das jüdische Mittelalter und neue Erkenntnisse zum jüdischen Leben in Wien stehen im Fokus. Außerdem geht es um die Geschichte des Judenplatzes über die Jahrhunderte – von seiner Entstehung bis zur Errichtung des Holocaustmahnmals von Rachel Whiteread.
Bild oben: © ZDF und ORF/Clever Contents, Judenplatz Denkmal.

Do., 16. Feb · 18:00-18:30 · PHOENIX
Ein Dorf verstummt Völkische Nachbarn im Harz

Wienrode im Harz. Hier hat 2018 eine Gruppe namens „Weda Elysia“ den verfallenen ehemaligen Gasthof gekauft. Offenbar will die Gruppe diesen sanieren und zu einem kulturellen Zentrum umbauen. Dafür ruft sie zu Spenden auf. Online präsentiert sich die Gruppe mit Themen wie Brauchtum, Handwerk und Ökolandbau. Doch „Weda Elysia“ beruft sich auf die russischen Anastasia-Bücher, die neben Esoterik und Selbstversorger-Themen auch antisemitische Verschwörungsmythen enthalten. Recherchen der MDR-Reporter Jana Merkel und Tim Schulz zeigen zudem: „Weda Elysia“ ist in die rechtsextreme Szene vernetzt. Doch Widerspruch gegen die völkische Gruppe gibt es im Dorf, einem Ortsteil von Blankenburg, kaum noch. Die meisten Kritiker sind verstummt, trauen sich nicht mehr, offen zu sprechen. Anonym berichten sie von ihrer Angst vor Angriffen. Und erzählen, dass sie sich von den zuständigen Politikern alleingelassen fühlen. „Wenn diese Leute dort vor Ort leben und Angst haben, dann ist die Angst wahrscheinlich berechtigt“, sagt Christian Weißgerber. Bis zu seinem Ausstieg 2010 war er eine Führungsfigur einer militanten Neonazi-Splittergruppe. In der Reportage erklärt er, wie Rechtextreme um Rückhalt in der Bevölkerung buhlen und mit welchen Methoden sie Angst verbreiten. „Also letztes Jahr stand einer vor meinem Haus und hat mich aufs Übelste laut beschimpft und auch gedroht, dass er mich umbringt und dass er das Haus mit meinen Kindern anzündet.“ Die Schilderung von Ruth Fiedler zeigt: Wer gegen Rechtsextremismus Gesicht zeigt, lebt gefährlich. Die LINKEN-Stadträtin aus dem nahegelegenen Wernigerode tritt seit Jahren offen gegen rechtsextreme Strukturen ein. Sie wurde deshalb bedroht, angefeindet und angezeigt. Trotzdem schweigt sie nicht. Als Kommunalpolitikerin fühle sie sich relativ geschützt. „Ich weiß nicht, ob es genauso wäre, wenn ich jetzt einfach nur irgendeine ganz normale Frau wäre, die halt irgendwie sich stark macht gegen rechts.“ Sie kennt viele Anwohnerinnen und Anwohner in Wienrode persönlich, erzählt von Drohungen in der Nachbarschaft gegen jene, die Weda Elysia“ kritisch sehen. Vorgänge wie in Wienrode beobachtet der Rechtsextremismus-Forscher Prof. Matthias Quent gerade im ländlichen Raum immer wieder. Vor allem in Ostdeutschland fehle oft die Gegenwehr gegen rechtsextreme Strukturen. „Wenn etwas nicht problematisiert wird, dann wird es zum Teil der Normalität. Das ist letztlich die wichtigste Waffe der Rechtsextremen, dass niemand sich dagegen wehrt,“ so Quent. Wie entsteht ein solches Klima des Schweigens? Was setzen die zuständigen Politiker den völkischen Siedlern entgegen? Die Reporter der MDR-Reihe „exakt – Die Story“ gehen diesen Fragen nach. Sie sprechen mit Anwohnerinnen und Anwohnern und fragen bei zuständigen Politikern nach. Sie zeichnen den Prozess des Verstummens nach und recherchieren, was getan werden kann, um Landnahme von rechts zu unterbinden.

Fr., 17. Feb · 14:30-14:45 · ARD-alpha
RESPEKT kompakt: Wir gegen die Anderen – Warum lehnen wir Fremdes ab?

„Wir sind so und so und die sind anders!“ Nach diesem Muster begründen Religionen, Familien, Vereine seit jeher Identitäten aber auch Abgrenzung und Diskriminierung. Populisten, Nationalisten und Rassisten nutzen das, um Gesellschaften zu spalten. RESPEKT fragt, wie dieses Denkmuster funktioniert und was nötig ist, um stattdessen ein pluralistisches „Wir“ zum Nutzen aller zu schaffen. „DIE Migranten“, „DIE Muslime“, aber auch „DIE Politiker oder „DIE Rechten“. Unsere Gesellschaft polarisiert sich. „DIE Anderen“, die uns fremd sind, die nicht so sind wie wir, werden abgewertet und zu Gegnern stilisiert. Rassisten, Nationalisten und Populisten hetzen gegen sie – und haben damit erschreckende Erfolge. Warum ist das so? Und muss das so bleiben? RESPEKT-Moderator Rainer Jilg sucht nach Ursachen und Folgen des Wir-gegen-die-Denkens. Zu Besuch bei den Podcastern der „Kanackischen Welle“ erfährt er viel über Alltags-Diskriminierung – aber er lernt auch einiges über seine Identität als weißes, heterosexuelles Mittelschichtskind. Für Wissenschaftler*innen ist Identität der Schlüsselbegriff, um wachsende Ängste und Ressentiments gegen andere zu erklären. Durch Globalisierung oder weltweite Fluchtbewegungen geraten Identitäten für immer mehr Menschen unter Druck. Bei seiner Reportage erfährt Rainer Jilg, dass darin auch Chancen liegen: In einer Fußballmannschaft erlebt er mit, wie stark Wir-Gefühle machen können und diskutiert über den Umgang mit rassistischen Fans. Und im Gemeinschaftsgarten Blumenau erklären ihm eine Niederbayerin und ein Kurde gemeinsam, was gegen Unkraut hilft – und wie aus geteilten Zielen ein neues „Wir“ entstehen kann.

Sa., 18. Feb · 10:00-13:00 · PHOENIX
phoenix history: Geschwister Scholl, Weiße Rose und der Widerstand gegen Hitler

Darin enthalten die Dokumentationen: • Hitlers Vollstrecker – Das Volksgericht und der Widerstand: Die Weiße Rose • Verschleppt – Die Kinder des 20. Juli • Frauen im Nationalsozialismus – Nieder mit Hitler • Sophie Scholl – Das Gesicht des besseren Deutschlands • Nie wieder! – Junge Deutsche in Auschwitz • Hitlers Vollstrecker – Das Volksgericht und der Widerstand: Die Weiße Rose

Sa., 18. Feb · 15:10-16:20 · arte
Meine Stimme für die Ukraine

Sie heißen Larissa und ihre Tochter Sofia (13 Jahre), Natalya und ihre Tochter Polina (6 Jahre) sowie Zoriana mit ihren kleinen Kindern Ilya und Julia (6 und 9 Jahre). Sie werden von einer Schweizer Hilfsorganisation an der polnisch-russischen Grenze abgeholt und an den Genfer See gefahren. Dimitri und Alex, zwei Brüder, organisieren diese humanitären Konvois. Beide hatten vor dem Angriffskrieg Putins keine Verbindungen zur Ukraine. Sie gehören zu einem Kreis von Schweizer Gastfamilien, die Flüchtlinge in ihren Wohnungen aufnehmen. Die Grenze, die Trennungen, die Reise und die Ankunft in der Schweiz. Das Treffen mit den Gastfamilien, die Orientierung in einem Haus, das man nicht kennt, in dem aber alles an das erinnert, was man verlassen hat, bis zur Einschulung der Kinder: Das Exil dauert länger, als alle Flüchtlinge erwartet hatten. Und da ist zu allem anderen auch noch die immense Sprachbarriere. Die Erzählung des Dokumentarfilm folgt in erster Linie diesen Müttern und ihren Kindern. Als die Regisseurin Elena Hazanov vor Jahren als politischer Flüchtling mit ihrer Familie aus der UdSSR floh, war sie mehr oder weniger in deren Alter. Kinder nehmen die Realität auf eine ganz andere Weise wahr als Erwachsene. Ihre Perspektive steht im Mittelpunkt des Films. Zur Motivation der Regisseurin: „Ich bin 1989 im Alter von zwölf Jahren mit meinen Eltern, meinem Bruder und unserem Hund in die Schweiz gekommen. Wir waren aus der UdSSR geflohen und hatten politisches Asyl beantragt, weil meine Familie Opfer von Antisemitismus geworden war. Seitdem lebe ich im Herzen dieses Europas, das mich aufgenommen hat. Ich habe in der Schweiz studiert und bin Filmemacherin geworden. Die Ukraine und Russland sind einander nahestehende Völker, die nicht nur eine Grenze, sondern gemeinsame kulturelle und traditionelle Wurzeln teilen. Aus diesem Grund ist der Ausbruch des Krieges in der Ukraine für mich ein doppeltes Trauma, als Europäerin und als Russin. Ich fühle mich von diesem Konflikt betroffen. Mir ist bewusst, dass auf der ganzen Welt ständig Kriege stattfinden, aber hier geht es um zwei Völker, die ich gut kenne, und ihr Exil hält mir einen Spiegel vor. Da ich den aktuellen Ereignissen hilflos gegenüberstand, wollte ich etwas unternehmen.“

Sa., 18. Feb · 17:45-18:40 · arte
ARTE Reportage: Spezial Ukraine

(1): Ukraine: Partisanen im Widerstand Ein Teil des Krieges in der Ukraine spielt im Untergrund. ARTE-Reporter trafen Partisanen in der Region Cherson. Die ukrainische Armee vertrieb dort im November letzten Jahres die russischen Besatzer. Damals lieferten Partisanen den Soldaten wertvolle Informationen über die Stellungen der russischen Armee in Cherson. Ukrainische Zivilisten leisten im Verborgenen Widerstand gegen die russische Armee in den besetzen Gebieten. Vor dem Krieg waren sie ganz normale Bürger, wie Valentin und Olena, ein pensioniertes Ehepaar aus Cherson, oder Viktor und sein Sohn, ein Student an der Seefahrtsschule, sowie Oleh und Swetlana, zwei Kommunalpolitiker. Alle kämpften monatelang im Geheimen gegen die Angreifer. Koordinatenübermittlung, Sabotage, Mord: Der geheime Krieg dieser Männer und Frauen spielte eine große Rolle bei der Befreiung von Cherson. Mobilisiert, um ihre Heimat zu verteidigen, vereitelten sie die Pläne des Kremls, ihre Region an Russland anzugliedern. Sie riskierten dabei Leib und Leben, manche wurden gefoltert, einige ermordet. Alle leben bis heute unter russischen Angriffen, denn die befreite Stadt Cherson wird immer noch von Russlands Artillerie beschossen. Gwendoline Debono traf auch eine ukrainische Spezialeinheit, die auf feindlichem Gebiet hinter den russischen Linien operiert. Die Aktionen und Informationen der Widerstandskämpfer sind wichtig für die Durchführung ihrer Missionen. Zum ersten Mal überhaupt war die Einheit bereit, bei einem Einsatz im Januar gefilmt zu werden. (2): Ukraine: Ein Fotograf im Krieg Edward Kaprov fotografierte den Alltag der Menschen im Ukraine-Krieg mit seiner historischen Plattenkamera. Vor 170 Jahren dokumentierten die ersten Fotografen den Krieg auf der Krim mit ihren riesigen Plattenkameras, das waren Apparate aus Holz, in die man große Glasplatten mit einer lichtempfindlichen Schicht steckte. Edward Kaprov aus Israel entschied sich dafür, mit so einer historischen Plattenkamera das Leben der Menschen von heute an der Front in der Ukraine zu fotografieren: „Ich wurde in einem Land geboren, das es nicht mehr gibt: der Sowjetunion. Ich bin in Sibirien aufgewachsen, das geografisch gesehen heute in Russland liegt, aber ich bin kein Russe. Das Land, in dem ich bis zu meinem 17. Lebensjahr lebte, bis kurz nach dem Zusammenbruch des Ostblocks 1991, besaß eine Kultur und eine Atmosphäre, die Russland nicht im Geringsten ähnelten. Als ich am Morgen des 24. Februar 2022 sah, dass Kiew bombardiert wurde, konnte ich es nicht glauben. Es war verrückt, Wladimir Putin zuzuhören, wie er versicherte, dass er die Ukraine „entnazifizieren“ würde! Es war undenkbar, verrückt. So etwas hatte es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gegeben. Nie hätte ich mir vorstellen könneń, Zeuge eines Konflikts dieses Ausmaßes zu werden. Meine beiden Großväter stammten aus der Ukraine. Dieser Krieg ist mein Krieg“.

Mo., 20. Feb · 01:15-02:00 · HR
Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen

Der Mörder kam aus der Nachbarschaft: er erschoss neun junge Menschen aus rassistischen Motiven. Überlebende und Angehörige berichten, wie sie die Tatnacht und die Monate danach erlebt haben und wie sie sich gegen die Logik des Täters wehren, der sie zu Fremden in ihrer eigenen Heimat machen wollte. Seit jener Februarnacht kämpfen sie um das Andenken der Opfer und um die Aufklärung des Geschehenen. Und sie stellen viele drängende Fragen zur Tatnacht und zum Täter, die ihnen bislang niemand beantworten wollte. Noch in der Nacht des 19. Februar wurde Etris ins Koma gelegt. Drei Kugeln trafen ihn, eine war in seinem Hals steckengeblieben. Als er erwachte, konnte er nicht sprechen. Seine Schwester saß neben ihm und traute sich nicht, ihm zu sagen, dass ihr Bruder Said Nesar es nicht geschafft hatte. In jener Nacht erschoss ein rassistischer Attentäter innerhalb von fünf Minuten neun junge Menschen. Der Mörder hat sich seine Opfer gezielt nach Haut- und Haarfarbe ausgesucht. Mit dieser Nacht beginnt für die Angehörigen und Freunde der Getöteten eine lange und quälende Zeit der Trauer und der Verzweiflung. Einige von ihnen sind hier geboren, einige leben seit Jahrzehnten in Deutschland, andere kamen erst vor kurzem hierher, um sich ein neues Leben aufzubauen. Nach langen Wochen im Krankenhaus hat Etris seine Stimme wieder, er trauert mit den Eltern und der Schwester um seinen Bruder Said Nesar. Aber er nutzt seine Stimme auch, um für die Aufklärung der Hintergründe des Anschlags zu kämpfen. Er, der Überlebende, und die Angehörigen der Opfer erzählen ihre Geschichten. Geschichten von Rassismus im Alltag, schon in der Schule. Selbst in jener Nacht und der folgenden Zeit setzen sich diese Erfahrungen fort: Bevor sich jemand um Etris‘ Schusswunde kümmert, muss er seinen Personalausweis vorzeigen. Angehörige werden von der Polizei angerufen und gewarnt, keine Rache am Vater des Täters zu nehmen, der nebenan wohnt. Man behandelt sie wie Verdächtige. Der Film nimmt konsequent die Perspektive der Hinterbliebenen ein; er zeigt ausschließlich ihr Erinnern und ihren Blick auf das, was geschah – vor, während und nach der Tat. Und so stellt der Film von Marcin Wierzchowski auch die Frage nach dem Fremdsein in Deutschland, nach Ungleichheit und nach dem alltäglichen Rassismus in Behörden und Bildungseinrichtungen.

Mo., 20. Feb · 02:45-03:15 · HR
Das Attentat von Hanau – ein Jahr voll Trauer und Wut

Sie wollen eine lückenlose Aufklärung der Tat – die Hinterbliebenen der Opfer. Und sie wollen dafür kämpfen, dass dieses Schicksal anderen Müttern und Vätern, Brüdern, Schwestern und Freunden erspart wird. Es dauerte zwölf Minuten, dann waren neun Menschenleben ausgelöscht. Nach der brutalen Tat beginnt der lange Trauerprozess, der die betroffenen Menschen und die Gesellschaft um sie herum verändert. Wie können sie weiterleben? Wie schaffen sie es, den Alltag zu bewältigen? Serpil Temiz verlor bei dem rassistischen Anschlag in Hanau ihren ältesten Sohn. Ihr Jüngster fragt nun, ob er kein richtiger Deutscher sei und immer Angst haben müsse? Um ihre Trauer und Wut zu bekämpfen, geht Serpil Temiz in Hanauer Schulen. Sie will Kinder gegen Rassismus stark machen. Pitr hilft ihr, er ist gerade 19 Jahre und überlebte knapp, neben ihm starben seine Freunde. Die Pauns trauern um ihren einzigen Sohn Vili – aber sie setzen alles daran, sein Andenken in der Stadt zu bewahren, denn der junge Rom versuchte, den Mörder aufzuhalten. Serpil Temiz, Çetin Gültekin, Niculescu Paun und die anderen stützen sich auch gegenseitig in ihrer Trauer und Verzweiflung und schöpfen so die Kraft, mit dem Leid umgehen zu können. Sie haben sich in den letzten Monaten noch mehr mit ihrer Identität als MigrantInnen auseinandergesetzt und sehen eine Ungleichbehandlung. Sie erleben Rassismus in der Schule, bei Arbeitsämtern, bei der Wohnungssuche, in Behörden und in der Gesellschaft. Rassismus sei eines der dringendsten Probleme unserer Zeit und nicht die Migration selbst, wie Innenminister Seehofer es behauptete, sagt Serpil Temiz. Der Anschlag von Hanau ist einer von vielen rassistischen Anschlägen in Europa und der Welt. Ob Anders Breivik, das Attentat von Christ Church, München, Halle, Kassel und so viele andere. Die migrantischen Communities und Menschen haben Angst. Der Mörder von Hanau war Rassist, er war psychisch krank, aber er glaubte auch an Verschwörungstheorien. Gerade werden solche Verschwörungstheorien wieder sehr populär, Corona verstärkt diesen Trend noch einmal. In welche Richtung entwickelt sich unsere Gesellschaft? In eine Gesellschaft der Angst und des Ressentiments? Oder in eine des Zusammenhalts und der Toleranz?

Di., 21. Feb · 14:30-16:00 · RBB
Bis zum Ende der Welt

Die ehemalige Musikerin Maria Nikolai lebt in einem multikulturellen Stadtteil Hamburgs. Seit Kurzem wohnt eine große Roma-Familie in ihrem Haus, der Maria mit großem Misstrauen begegnet: Die Leute sind ihr zu laut, zu wild und wirken auf sie zu rücksichtslos. Dann aber lernt Maria durch einen Zufall den 16-jährigen Roma Bero besser kennen. Sie erkennt sein großes Musiktalent und beschließt, ihm privaten Unterricht zu geben. Durch den sympathischen Jungen scheint sich ihre Haltung gegenüber den Roma allmählich zu verändern.

Mi., 22. Feb · 22:45-00:45 · BR
Die Weiße Rose

Im Sommer 1942 ruft in München eine kleine Gruppe von Studenten, unter ihnen die Geschwister Hans und Sophie Scholl, zum Widerstand gegen das Hitler-Regime auf. Unter Einsatz ihres Lebens verteilen sie Flugblätter in mehreren Städten und knüpfen Kontakte zu Widerstandskreisen in der Spitze der Wehrmacht, bis sie im Frühjahr 1943 verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt werden. „Die weiße Rose“ zeichnet ein ebenso spannendes wie authentisches Porträt der Geschwister Scholl, die am 22. Februar 1943 wegen ihres Widerstand gegen die Nazidiktatur hingerichtet wurden. Regisseur Michael Verhoeven („Das schreckliche Mädchen“) gelang mit „Die weiße Rose“ die seriöse und packende Darstellung eines ungewöhnlichen Kapitels des politischen Widerstandes im Nazi-Deutschland.

Mi., 22. Feb · 23:00-23:30 · ARD-alpha
RESPEKT: Mut und Moral – Was wir von Sophie Scholl lernen können

Mit Flugblättern klärte die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ die Menschen über die Verbrechen Nazi-Deutschlands auf. Sophie Scholl und fünf weitere Widerstandskämpfer bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Die RESPEKT-Reportage fragt zum 100. Geburtstag Sophie Scholls, wieviel die Botschaft der Weißen Rose heute noch zählt. Die „Weiße Rose“ prangerte ab Juni 1942 die Verbrechen der Nationalsozialisten an und rief zum Widerstand auf. Der innere Kreis der Gruppe bestand aus den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, den befreundeten Studenten Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf sowie dem Universitätsprofessor Kurt Huber. Insgesamt 6 Flugblätter verfasste die Widerstandsgruppe, verschickte sie massenhaft per Post in ganz Deutschland und verteilte sie heimlich. Ein Flugblatt gelangte nach England, wurde dort millionenfach vervielfältigt und 1943 von Flugzeugen der Royal Airforce über ganz Deutschland abgeworfen. Ihren Mut bezahlten alle 6 Mitglieder des inneren Kreises der Weißen Rose mit dem Leben: Sie wurden entdeckt und nach Schnellverfahren 1943 hingerichtet. Respekt-Moderatorin Sabine Pusch macht sich auf Spurensuche: Wo in München finden sich noch Erinnerungen an die Widerstandsgruppe – und gibt es auch heute noch Menschen, die sich ähnlich couragiert wie die Geschwister Scholl für Menschenrechte einsetzen, obwohl sie sich damit in Todesgefahr bringen? Beispiele für solchen Mut finden sich weltweit: Die Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai aus Pakistan überlebte 2012 ein Attentat schwer verletzt, trotzdem setzt sich bis heute für Kinder- und Frauenrechte ein. Chelsea Manning aus den USA gab 2010 Geheiminformationen über schwerste Menschenrechtsverletzungen durch US-Soldaten während der Kriege in Irak und in Afghanistan sowie im Gefangenenlager Guantanamo an Wikileaks weiter. Wegen Hochverrats drohte ihr die Todesstrafe. 2013 wurde sie zu 35 Jahren Haft verurteilt. Seit ihrer Begnadigung 2019 setzt sich Chelsea Manning weiter für Menschenrechte ein. Aber auch in Deutschland trifft Moderatorin Sabine Pusch Menschen, die sich mutig für die Demokratie engagieren, auch wenn das nicht ungefährlich ist. Trotz Gewaltandrohungen und gewalttätigen Einschüchterungsversuchen setzen sich etwa in Berlin Menschen für die Demokratie und gegen Neonazi-Gruppen ein. Die Respekt-Reportage zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Engagement unter Todesgefahr gegen den Nationalsozialismus und für Menschenrechte damals vor 75 Jahren und heute.

Mi., 22. Feb · 23:00-00:30 · WDR
Propagandaschlacht um die Ukraine

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wird nicht nur mit Bomben, Raketen und Panzerfäusten geführt, sondern auch mit Hilfe der Medien. Es ist eine „Propagandaschlacht“ nach innen und nach außen. Russland streut gezielte Desinformationen, um dadurch Nachrichten systematisch zu entwerten. Zugleich soll die eigene Bevölkerung überzeugt werden, dass man die Ukraine von Nazis befreien wolle. Das Narrativ der Ukraine möchte die eigene Bevölkerung emotional mobilisieren und den Widerstand gegen den Aggressor stärken. Nach außen fordert man vom Westen massiv militärische Unterstützung. In dieser Propagandaschlacht um die Ukraine kommt den Spindoktoren besondere Bedeutung zu: Auf ukrainischer Seite sind es oftmals Influencer wie Oleksij Arestowytsch. Auf der russischen Seite soll der Propagandist Wladimir Solowjow mit seinen täglichen Talkrunden im TV und im Internet dafür sorgen, den Krieg der eigenen Bevölkerung möglichst gut zu verkaufen. Der Dokumentarfilm zeigt die neuen Frontlinien der virtuellen Kriegsführung: Ikonische Bilder werden aus dem Blickwinkel beider Kontrahenten gezeigt. Der Film gewährt Einblicke in die Trickkiste der Populisten und Populistinnen in den sozialen Netzwerken, zeigt aber auch, wie das klassische TV als ergiebige Propagandamaschine Wiederauferstehung feiert. Ausgewählte Propagandavideos werden von drei internationalen Experten und Expertinnen eingeordnet: Svitlana Matviyenko (Ukraine), Professorin für kritische Medienanalyse an der Simon Fraser University in Toronto; Greg Yudin (Russland), Philosoph und Soziologe an der Moscow School of Social and Economic Science; Samira El Ouassil (Deutschland), Kommunikationswissenschaftlerin, Publizistin und Kulturjournalistin des Jahres 2021.

Do., 23. Feb · 22:00-00:50 · Tele 5
The 12th Man – Kampf ums Überleben

1943 starten norwegische Soldaten eine geheime Sabotageaktion. Als Fischer getarnt soll die 12-köpfige Gruppe einen Flugplatz im Norden des Landes zerstören, der von den Nazis besetzt worden ist. Allerdings fliegt die Tarnung der Männer auf. Elf von ihnen geraten in deutsche Gefangenschaft. Sie werden verhört, gefoltert und exekutiert. Nur einem Soldaten gelingt es zu entkommen. Auf der Flucht vor der Gestapo durchlebt Jan Baalsrud (Thomas Gullestad) die Hölle. Schutz findet er bei mutigen Landsleuten, die ihn verstecken und mit Nahrung versorgen. – Der Film von Regisseur Harald Zwart beruht auf wahren Begebenheiten. Der Gestapo-Kommandeur Kurt Stage wird von Jonathan Rhys Meyers gespielt.

So., 26. Feb · 06:15-06:45 · SWR
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Vor allem Weihrauch – Dhofar und Negev – Oman/Israel

Das Harz des boswellia sacra-Baumes zählte zu den begehrtesten Handelsgütern der antiken Welt. In Ägypten wurde Weihrauch verbrannt, an den Höfen indischer Maharadschas und in Rom wurde er in Gold aufgewogen. Es entstand die „Weihrauchstraße“. Wie Weihrauch gewonnen wurde und woher er stammte, blieb der Kundschaft verborgen. In der Region Dhofar im Sultanat Oman wird bis heute Weihrauch gewonnen. In den Trockentälern ritzen Beduinen die knorrigen Bäume, um nach einigen Tagen das Harz zu ernten. Von der Blütezeit des Weihrauchhandels künden nur noch Ruinenstädte: Häfen wie Samharam und al-Balid verdienten am Seehandel, Oasen wie Wubar wurden reich und mächtig – sie liegen an der omanischen Weihrauchstraße, die Weltkulturerbe ist En Saharonim, Avdat, Shivta, Chalutza – heute gehört dieser Teil zur Negev, der Wüste in Israel. Früher lag dort das Reich der Nabatäer, der Herrscher über die Handelswege, über die Weihrauch von Arabien nach Europa gebracht wurde.

So., 26. Feb · 21:05-21:50 · ARD-alpha
Mythos Odessa

Berühmte Schriftsteller wie Iwan Bunin, Nikolai Gogol, Isaak Babel, Walentin Katajew und das Dichterduo Ilja Ilf und Jewgeni Petrow haben in der schönen Stadt am Schwarzen Meer erkennbar ihre Spuren hinterlassen. Aber auch prägende Bewohner des heutigen Odessa, wie Rabbiner Avraham Wolff, der Sammler Anatoli Drosdowski, der Bildhauer Mischa Rewa oder der amerikanische Dirigent Hobart Earle, kommen zu Wort. Die Dokumentation zeigt Odessa als imposante Kulturstadt mit einer Privatsammlung im alten Filmstudio, in dem einst Eisenstein gearbeitet hat, und prächtigen Palastbauten mit ihren Museen. Zarin Katharina II. wollte mit Odessa das Tor nach Europa öffnen – der internationale kulturelle Einfluss auf die Stadt zog sich durch die Jahrhunderte. Der Architekt Francesco Boffo bekam den Auftrag, Odessa zu einem neoklassizistischen Open-Air-Museum zu machen, das sich mit Sankt Petersburg messen sollte. Berühmte Künstler fühlten sich von der Stadt angezogen und haben Odessa nach und nach zu einer Kulturmetropole gemacht. Der Charme von Odessa war sagenumwoben – „das Fremde“ war willkommen, die Stadt wurde zum Magneten für kreative Menschen aus der ganzen Welt. Dort lebten jahrzehntelang russische Dichter und Maler, ukrainische Schriftsteller und Musiker, jüdische Architekten und Opernsänger, polnische Dichter und Bildhauer. Vor 100 Jahren kamen gleich nach der Oktoberrevolution auch die Künstler der hoffnungsvollen und experimentierfreudigen russischen Avantgarde, und auch sie hinterließen einen kulturellen Schatz in der bildenden Kunst, der Gestaltung von Stadtarchitektur und Landschaftsgärten. Und selbst in über 70 Jahren Sowjetzeit war Odessa bekannt für Nonkonformität und künstlerische Freiheit. Heute, 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion, eint Odessa Neubeginn und Tradition, die auf der reichen russischen Kultur aufbaut. Selbst die politischen Zwistigkeiten zwischen der Ukraine und Russland rücken dort in den Hintergrund. Die Stadt Odessa versteht sich als kultureller Mikrokosmos neben den Zeiten und als Tor und somit auch Brücke nach Europa.

Mo., 27. Feb · 01:15-02:45 · HR
Die Ungewollten

Ein altes Grammofon, Briefe und ein Tagebuch. Auf dem Dachboden einer Hamburger Villa lag jahrelang unentdeckt eine alte Seekiste, der Nachlass von Gustav Schröder. Er war Kapitän auf dem Transatlantik-Passagierschiff der HAPAG, der „St. Louis“. Sein Name erinnert in der Internationalen Holocaust Gedächtnisstätte Yad Vashem in Jerusalem an die dramatischen Ereignisse an Bord der „St. Louis“. Voller Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazi-Deutschland hinter sich, die Freiheit vor sich. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise. Kapitän Schröder nimmt Kurs auf die USA. Auch Washington lässt die „St. Louis“ nicht in einen sicheren Hafen. Als auch noch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik. An Bord machen die Worte Selbstmord und Meuterei die Runde. Knapp einen Monat nach dem Verlassen des Hamburger Hafens läuft die „St. Louis“ in Antwerpen (Belgien) ein. Fast ein Drittel der Passagiere werden in den folgenden Jahren von den Nazis ermordet. Die größte Krise mit Geflüchteten in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg und aufkeimender Antisemitismus lassen die Ereignisse an Bord der „St. Louis“ erschreckend aktuell erscheinen. 2019 erinnerte die „Washington Post“ an die Ereignisse aus dem Jahr 1939, Kanadas Premierminister Justin Trudeau entschuldigte sich bei den Familien der jüdischen Geflüchteten, die einst von Kanada abgewiesen wurden. Der NDR entwickelte mit dem SWR, rbb und HR ein Dokudrama in Spielfilmqualität. Das Drehbuch basiert auf Tagebucheintragungen Gustav Schröders, die dem Film im Zusammenspiel mit beeindruckendem Archivmaterial und den Hauptdarstellern Ulrich Noethen und Britta Hammelstein eine sehr emotionale Ebene verleihen.

Mo., 27. Feb · 21:50-22:45 · arte
Douglas Sirk – Meister des Melodrams

Douglas Sirk ging als Meister des Melodrams in die Filmgeschichte ein. Doch zum größten Melodram wurde für ihn sein eigenes Leben. Die große Liebe des Regisseurs, der Stars wie Zarah Leander und Rock Hudson zu Weltruhm verhalf, galt neben der künstlerischen Arbeit seiner jüdischen Ehefrau Hilde. Gemeinsam mit ihr floh er aus Nazideutschland in die USA, um dort seine erfolgreiche Filmkarriere fortzusetzen. Das Paar bewältigte zahlreiche Herausforderungen beim Neustart in der neuen Heimat. Doch für Douglas Sirks inneren Schmerz gab es kein Happy End. Vor der Öffentlichkeit hielt er ihn bis zuletzt geheim. Seine erste Ehefrau, eine überzeugte Nationalsozialistin, hatte ihm schon in Deutschland den Umgang mit dem gemeinsamen Sohn Klaus verweigert. Gegen Sirks Willen machte sie Klaus zum Kinderdarsteller und ließ ihn in Nazi-Propagandafilmen auftreten. So sah Sirk seinen Sohn nur mittels dieser Bilder groß werden. Klaus fiel dann im Krieg, sein Vater konnte den Verlust nie überwinden. Die unerfüllte Liebe Sirks zu seinem Sohn macht der junge Filmemacher Roman Hüben zur Leitfrage seines investigativen Porträts. Wer war dieser geheimnisvolle Mensch, der sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere aus den USA ins Tessin zurückzog und der doch mit seinem Werk Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder nachhaltig beeindruckte? In Interviews unter anderem mit Todd Haynes und durch bislang unveröffentlichte, von Hanna Schygulla gelesene Tagebuchaufzeichnungen Hilde Sirks entdeckt er eine Geschichte, die von Hoffnung und Verzweiflung, vom Tod, aber vor allem von der Liebe geprägt ist.

Di., 28. Feb · 21:10-22:10 · arte
1942. Die Kriegswende – Januar – März

Für junge Menschen, die in die nationalsozialistische Ideologie hineingeboren werden, ist es schwieriger als für ältere, nicht an sie zu glauben. Mit zwölf Jahren muss Ursula sich entscheiden, ob sie weiter Überzeugungen folgen oder ihren Erfahrungen vertrauen will. Als es darum geht, die deutsche Armee bei ihrem Vormarsch in die Sowjetunion zu stoppen, will die 17-jährige Nina trotz ihrer Sehschwäche mitkämpfen. Unter der Leitung von Reinhard Heydrich wird am 20. Januar die Wannseekonferenz abgehalten, bei der der Völkermord an den europäischen Juden organisiert wird. Die Britin Nella findet, dass ihr Sohn für sein Vaterland kämpfen sollte, um ein echter Mann zu werden. Eric liebt Züge und glaubt, der Krieg sei für ihn eine Gelegenheit, andere Eisenbahnen kennenzulernen und das Vereinigte Königreich zu verteidigen. In Singapur erlebt der kleine Ali den Einmarsch der japanischen Soldaten und die Unterdrückung der chinesischen Bevölkerung. Davon betroffen ist auch die zehnjährige Xia …