„Anders zu sein, ist ein Geschenk“

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Am 6. Dezember 1992 sagten über 400.000 Münchner:innen NEIN zu Rassismus. Am 6. Dezember 2022 startet die Lichterkette e.V. anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens und unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Claudia Roth die bundesweite Social Awareness Kampagne Mensch.Deutschland. 30 Jahre Lichterkette e.V. In zahlreichen Videoclips kommen Menschen zu Wort, die in ihrem Alltag regelmäßig Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung machen. Die Botschaft dieser digitalen Lichterkette ist deutlich: NEIN zu Diskriminierung und JA zu Vielfalt.

Wie alles begann

Entsetzt über die Tatenlosigkeit der Politik nach den Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen und den rassistischen Morden von Mölln forderte eine kleine Gruppe junger Leute ihre Mitbürger:innen auf, Nein zu sagen. Am 6. Dezember 1992 setzten über 400.000 Münchner:innen mit einer Lichterkette ein international beachtetes Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Der kurz darauf gegründete Verein engagiert sich bis heute mit zahlreichen Projekten für die Bekämpfung von Rassismus und für ein friedliches Miteinander.

Deutschland – 30 Jahre später

Deutschland befindet sich in der Krise. Viele Menschen haben Angst. Wie häufig in Krisenzeiten, richten sich, aufgeheizt von rechten Populist:innen, die Aggressionen vor allem gegen die vermeintlich Schwächeren, gegen Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie und gegen Minderheiten.

Vor diesem Hintergrund setzt die Lichterkette e.V. 30 Jahre nach ihrer Gründung erneut ein Aufsehen erregendes Zeichen. Mit der Social Awareness Kampagne Mensch.Deutschland. 30 Jahre Lichterkette e.V. fordert sie dazu auf, keinen Menschen auszugrenzen und Unterschiedlichkeit nicht als Bedrohung, sondern als Gewinn zu begreifen.

Insgesamt produziert die Lichterkette e.V. in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma LUPA FILM GmbH mehr als 100 Interviews mit Menschen jeden Alters aus den unterschiedlichsten sozialen, religiösen und kulturellen Milieus und mit den verschiedensten Biografien: Was sie eint, ist die alltägliche Erfahrung von Ausgrenzung und Diskriminierung bis hin zu Gewalt. Alle berichten von ihren individuellen Strategien, damit umzugehen.

Die Kampagne knüpft damit an den Geist erfolgreicher Oral History Projekte wie Steven Spielbergs Shoah Foundation oder der Living Library an und versteht sich als kontinuierlich wachsendes Archiv. Durch die persönlichen Geschichten entsteht zum einen eine sensibilisierende Bestandsaufnahme über aktuelle rassistische und diskriminierende Tendenzen in Deutschland und zum anderen eine digitale Lichterkette als Social Media Bewegung, der sich über das Hashtag #menschdeutschland immer mehr Menschen anschließen.

–> Zu den Videos

–> lichterkette.de