20 Jahre Roma und Sinti Philharmoniker

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Riccardo M Sahiti und die „Roma und Sinti Philharmoniker“, Foto: Sahiti

Zu ihrem 20-jährigen Bestehen gastieren die „Roma und Sinti Philharmoniker“ am Montag, 14. November, in der Berliner Philharmonie. Der Dirigent Riccardo M Sahiti hat das einzigartige Ensemble 2002 gegründet, um zu zeigen, dass die Musik der Minderheit seit Jahrhunderten die bedeutendsten europäischen Komponisten beeinflusste. Gleichzeitig gilt es, gegen Vorurteile über Sinti und Roma anzukämpfen. Der Zentralrat und das Dokumentation- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg haben das Projekt von Beginn an unterstützt.

Das Projekt nahm zu Beginn einige Zeit und Überzeugungsarbeit in Anspruch. Doch längst hat sich gezeigt, dass die Idee von Riccardo M Sahiti beim Publikum ankommt. Die Konzerte der „Roma und Sinti Philharmoniker“ werden stets frenetisch bejubelt. Daher hat sich auch herumgesprochen, dass die Musik der Minderheit seit Jahrhunderten die bedeutendsten europäischen Komponisten beeinflusste. Genau diese Traditionslinien der europäischen Klassik möchte der Dirigent aufzeigen. Gleichzeitig gilt es, gegen Vorurteile über Sinti und Roma anzukämpfen. Im November 2002 hat Riccardo M Sahiti deshalb seinen Traum umgesetzt und ein einzigartiges Orchester gegründet, das diese Werke aufführt. Der Zentralrat und das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma haben das Projekt von Beginn an unterstützt und begleiten es bis heute. Die Beiträge der Roma und Sinti zur europäischen Kulturgeschichte sichtbar zu machen, ist ein wichtiges Ziel der Bürgerrechtsarbeit.

Im Clara-Schumann-Saal von Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt fand am 3. November 2002 das Gründungskonzert der multinationalen und weltweit einzigartigen Philharmoniker statt. Das Ensemble besteht aus Roma und Sinti, die professionell ausgebildet und hauptberuflich in Sinfonie- und Opernorchestern verschiedener Metropolen Europas engagiert sind. Gemeinsam verstehen sie sich als Botschafter der Roma- und Sinti-Musikkultur, aber auch der Völkerverständigung über Staatsgrenzen hinweg.

Riccardo M Sahiti ist 1992 nach Deutschland gekommen. Aufgewachsen ist er im ehemaligen Jugoslawien. Seine musikalische Begabung führte ihn zunächst nach Belgrad, wo er 1990 sein Studium im Dirigieren und in Musikpädagogik abschloss. Anschließend vertiefte er seine Ausbildung in Moskau und Frankfurt. Im Oktober 2016 erhielt Riccardo M Sahiti auf Schloss Bellevue das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Im Jahr 2017 ehrte ihn die Stadt Frankfurt als »Herausragende Persönlichkeit mit Migrationshintergrund«. Der Fernsehsender »arte« hat über Sahiti und die Philharmoniker einen Dokumentarfilm gedreht, der zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Januar 2015 ausgestrahlt wurde. Ein Teil der Konzerte ist von Radio- und Fernsehsendern mitgeschnitten worden.

Zum 20-jährigen Bestehen des Ensembles gastieren die Philharmoniker am Montag, den 14. November, in der Berliner Philharmonie. Schirmherr ist der hessische Ministerpräsident Boris Rhein. Das Konzert mit dem Titel »Roma Romantik« beginnt um 20:00 Uhr. Das Programm umfasst Kompositionen von Brahms, Mozart, Strauß, Dvorak und Bihari. Als Solist an der Violine tritt Erno Kallai aus Budapest auf. Karten für das Konzert sind zum Preis zwischen 15,00 und 59,00 Euro plus Gebühren online oder an der Tageskasse der Philharmonie erhältlich.

www.berliner-philharmoniker.de/konzerte/kalender/details/54773

Bild oben: Riccardo M Sahiti und die „Roma und Sinti Philharmoniker“, Foto: Sahiti