AfD kündigt „verbale Abrüstung“ an!

Chrupalla: „Rassismus ist nicht lustig“ … Gauland kritisiert Geschichtsvergessenheit…

Von Fredy Yandorf

Nachdem wiederholt von allen Seiten Kritik an der AfD geäußert worden ist, hat der Parteivorsitzende Tino Chrupalla angekündigt, dass die AfD in Zukunft „verbal abrüsten“ werde. Damit wolle man permanente politische Missverständnisse vermeiden und eine weitergehende Beobachtung durch den Verfassungsschutz möglichst abwenden; denn: Nach wie vor wird der AfD eine Nähe zu radikalen gesellschaftlichen Strömungen unterstellt! Mit diesen Kräften will die AfD aber nichts zu tun haben und distanziert sich ganz ausdrücklich davon!

Hierzu erklärt Tino Chrupalla: „Wir müssen uns wirklich fragen, warum es immer noch Menschen in Deutschland gibt, die uns mit der CDU in Verbindung bringen wollen. Diese Auseinandersetzung muss endlich in unserer Partei stattfinden, auch wenn sie weh tut!“ Eine verbale Abrüstung sieht er dafür als „zwingend erforderlich“ an, damit bei den Wählern kein falscher Eindruck entsteht.

Chrupalla: „Wenn einzelne Mitglieder immer die angebliche Bürgerlichkeit der AfD betonen, kann die AfD insgesamt unter den Verdacht geraten, eine antiquierte CDU zu sein. Das ist völlig falsch! Wir entschuldigen uns, wenn jemals solch ein beunruhigender Eindruck entstanden ist.“

Doch man müsse erkennen, dass diese ständigen Verdächtigungen nicht völlig unbegründet an die AfD herangetragen werden. Die Verbindungen einzelner AfD-Abgeordneter zur CDU lassen sich nicht völlig verleugnen: „Einige der Rechtsradikalen, die bei uns organsiert sind, hatten in jungen Jahren nachweislich eine Nähe zur Union, oder sind sogar aktive Mitglieder gewesen. Deshalb ist es notwendig, dass die betroffenen Personen ihre Geschichten aufarbeiten und sich nachdrücklich von ihnen distanzieren“, fordert Chrupalla seine Kameraden auf.

Wie dies funktionieren kann, zeigt sich bereits in der ersten Reihe der Partei. So kann kein geringer als der Fraktions- und Ehrenvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, auf 40 Jahre Mitgliedschaft in der CDU zurückblicken. Auch er plädiert ausdrücklich für einen offenen und ehrlichen Umgang mit der Vergangenheit, um einen deutlichen Schlussstrich unter sie zu ziehen. Gauland: „Letztendlich ist meine Zeit in der Union nicht bedeutender als ein Vogelschiss, wenn man auf die ruhmreichen Siege blickt, die ich jetzt mit der AfD errungen habe.“ Er ist zudem stolz darauf, zur rechten Zeit die Fehlentwicklungen in der CDU identifiziert zu haben: „Ich bin aus der CDU ausgetreten, als man begonnen hat, alte weiße Männer – wie etwa den verdienstvollen Hans Filbinger – systematisch zu diskriminieren. Die CDU hat mit der Abwendung von Filbinger gezeigt, dass sie völlig geschichtsvergessen ist. Eine solche Diskriminierung ist eine Form von Rassismus, die man wirklich als geisteskrank bezeichnen muss. Damit wollte ich – damit will die AfD – nichts zu tun haben. Es ist mir völlig unverständlich, wie man uns mit solchen kranken Formen des Rassismus überhaupt in Verbindung bringen kann.“

Chrupalla betont, dass die AfD sich stattdessen für einen „gesunden, geistvollen Rassismus“ ausspricht, da nur dieser die Schicksalsfragen von Sein und Zeit beantworten kann: „Rassismus ist ein Programm, das wir in den Parlamenten vertreten und für das Björn Höcke zusätzlich täglich in den Straßenkampf zieht. Das ist das Alleinstellungsmerkmal unserer Partei. Er darf nicht als Teil einer Geisteskrankheit verunglimpft werden und auch nicht das Element einer verlotterten Spaßgesellschaft sein. Rassismus ist programmatisch und nicht lustig. Deswegen lehne ich es auch ganz entschieden ab, ein rassistisches Malbuch herauszugeben, wie es der AfD-Landesverband in NRW getan hat. Ein solcher Buntstiftrassismus ist nicht in unserem Sinne. Dieses Buch geht gar nicht, und das wird auch Konsequenzen haben“ kündigt der Populist entschieden an.

Die FDP begrüßt diesen „Schritt zur Klarheit“ innerhalb der AfD; Christian Lindner grenzt sich allerdings auch mit deutlichen Worten ab: „Mit der Nominierung von Thomas Kemmerich für das Amt des Ministerpräsidenten von Thüringen hat die FDP deutlich gezeigt: Die Spaßpartei des Faschismus sind wir. Und dafür wird die FDP auch gebraucht! Es ist gut, wenn die AfD sich wenigstens noch an diesem Punkt von uns unterscheidet und Verwechselungen damit in Zukunft wieder auszuschließen sind.“

Wir werden die verbale Abrüstung der AfD weiter mit Interesse begleiten.  

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