Familien-Shabbatwochenende von Gesher

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Wenn an einem Freitagnachmittag aus Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt, Alzenau, Gießen, Heidelberg, Essen, Düsseldorf, Mannheim und Freiburg Familien mit großen und kleinen Kindern, Madrichim und Musiker sowie Sporttrainer nach Bad Sobernheim eilen, muss es sich um etwas ganz Besonderes handeln…

So auch an einem warmen Wochenende (13.09.-15.09.2019) im September diesen Jahres. Das Inklusionsprojekt für Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf (GESHER) der ZWST veranstaltete unter der Leitung von Keren Kesselmann, Eva Okuna und Simon Beckmann sein viertes Familien-Shabbatwochenende.

Mit zwölf Familien, 23 Kindern und sechs Madrichim begann das bisher größte Familien-Shabbatwochenende mit einer Tanzeinheit für die Eltern unter der Leitung von Elik Roitstein, während die Kinder Challot für Shabbat backten und Brachot-Karten zu Rosh haShana gestalteten.

Das Alter der teilnehmenden Kinder bewegte sich zwischen neun Monaten und 16 Jahren, sodass das ganze Wochenende dreigliedrig aufgebaut war. Die Kinder wurden ihrem Alter nach in Kwuzot aufgeteilt, während es teilweise gemeinsames, aber auch getrenntes Programm mit den Eltern gab.

Bis Kabbalat Shabbat waren alle Familien angereist und Mark Krasnov geleitete uns durch den Abend. Nach einer Traumweise für die Kinder und einem Shiur zu Rosh haShana für die Eltern neigte sich der erste Abend schon dem Ende zu. Etwas Ruhe war aber auch dringend nötig, denn der nächste Tag hatte es so richtig in sich.

Nach dem morgendlichen Gebet und einem anschließenden Kiddush machten sich die älteren Kinder auf zum Barfußpfad. Die jüngeren Kinder meisterten einen nahezu vier Kilometer weiten Shabbat-Walk nach Staudernheim, um sich dann verdient auf dem Spielplatz auszutoben. In der Zwischenzeit durften sich die Eltern mit Psychotherapeutin Eva-Maria Wittmann austauschen. Nach dem darauffolgenden Mittagessen folgte eine ganz besondere Überraschung. Auf die Eltern und ihre großen Kinder wartete ein professioneller Krav-Maga Trainer, Michael Matvienko, der ihnen die Basics des israelischen Selbstverteidigungssystems näherbrachte. So dauerte es keine halbe Stunde als auch schon die ersten Mädchen ihre Väter gekonnt zu Fall brachten. Darauf folgte eine heiß ersehnte Entspannungsphase mit Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dr. Lior Martin, die verschiedene Entspannungsübungen und Wege zum Runterkommen demonstrierte. Einen krönenden Abschluss des Shabbats bildete die Hawdala, mit der wir gemeinsam den Shabbat verabschiedeten und motiviert und voller Vorfreude in die neue Woche starteten. Und wer jetzt denkt, der Tag hätte sich damit seinem Ende zugeneigt, kennt unsere energiegeladenen Madrichim nicht. An Schlafengehen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zu denken. Zwei unserer jüngeren Teilnehmer hatten kurz zuvor Geburtstag gehabt und sind stolze vier bzw. fünf Jahre geworden. In einem kunterbunt dekorierten Saal mit Geschenken, Kuchen, Kerzen und fröhlicher Musik feierten Groß und Klein bis in die Nacht hinein.

Nach einer kurzen Nacht begann der nächste Morgen für die Kinder mit einem Graffiti-Workshop, im Rahmen dessen sich jeder ein eigenes Graffitibild gestalten durfte. Die Eltern hingegen hatten Besuch von den Mishpacha-Projektmitarbeiterinnen des Zentralrates der Juden, die den Teilnehmern ihr Projekt vorstellten und praktische Tipps gaben, wie man auch kleinen Kindern spielerisch jüdische Inhalte vermitteln kann.

Damit neigte sich unser Wochenende dem Ende zu und wir möchten allen ein großes TODA RABA ausrichten und freuen uns auf erneute Begegnungen im nächsten Jahr.

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