„Wir mussten etwas tun, damit sich die Leute merken, dass solche Greueltaten bestraft werden…“

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Der Leiter der jüdischen Rächergruppe „Nakam“ Joseph Harmatz ist im Alter von 91 Jahren gestorben…

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges formierte sich eine Gruppe Shoa-Überlebender, um Vergeltung für das von den Deutschen begangene millionenfache Morden zu verüben. Geplant waren unterschiedliche Aktionen: von Massenvergiftungen bis hin zu Mordanschlägen auf verantwortliche hohe Nazis. Eines der Ziele war das Nürnberger Wasserwerk. Diese Operation wurde jedoch frühzeitig von der späteren israelischen Staatsführung verhindert. Auch ein Angriff auf die NS-Kriegsverbrecher, die in Nürnberg vor Gericht standen, erwies sich als nicht durchführbar.

Schließlich gelang es der Gruppe, sich in einer Nürnberger Großbäckerei einzuschleusen. Von dort wurde ein SS-Internierungslager mit Brot beliefert. Angehörige der Organisation Nakam (dt. „Die Rächer“) bestrichen etwa 3.000 Brotlaibe mit Arsen. Tausende Nazi-Funktionäre erlitten Vergiftungen und mussten in Hospitälern behandelt werden.

Die MEDIENWERKSTATT spürte 1999 den Kommandanten der Nürnberger Gruppe Joseph Harmatz und einen der „Bäcker“ in Israel auf. Die beiden Zeitzeugen berichteten – erstmals einem deutschen Fernsehteam – über ihre Beweggründe und Einzelheiten der damaligen Aktionen.

Mehr über Nakam: Radikale Entnazifizierung

Die Rächer (TV Feature zum Thema)

Bild oben: Joseph Harmatz (1925–2016) beim Interview in Tel Aviv. Die Aufnahme entstand im Jahr 1999. Foto: jgt-archiv