Islamistische Organisation plant Veranstaltung in Köln

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Der dem salafistischen Spektrum des Islamismus zuzurechnende Düsseldorfer Verein “Ansaar International e.V.” will am kommenden Sonntag, den 14.09.2014, eine Veranstaltung in Köln durchführen…

Vordergründig soll Geld für die Bevölkerung in Gaza gesammelt werden. Im Rahmen der siebenstündigen Veranstaltung sollen zwei “bekannte Prediger” sprechen, es soll ein “spezielles Projekt für diesen Tag zugunsten Gaza” vorgestellt werden und per Live-Video sollen selbsternannte „Friedensaktivisten“ aus Gaza zugeschaltet werden. Frauen und Männer sollen dabei räumlich streng voneinander getrennt werden (1). Der genaue Veranstaltungsort wurde noch nicht bekannt gegeben, vermutlich um Gegenproteste und polizeiliche Maßnahmen zu erschweren.

“Ansaar International e.V.” veranstaltet regelmäßig „Benefiz-Galen“, die vorgeblich friedliche Projekte unterstützen. Nahezu alle bekannten Prediger der deutschsprachigen Salafisten-Szene haben bei solchen Veranstaltungen bereits gesprochen – Menschen, die offen zum Dschihad aufrufen, gegen Un- und Andersgläubige hetzen, die Scharia durchsetzen wollen und teils öffentlich die schrecklichen Gräueltaten islamistischer Terrororganisationen von Al Qaida bis ISIS glorifizieren. Zu diesen Predigern gehört unter Anderen auch Sheikh Abu Bilal Ismail, der zuletzt in die Schlagzeilen geriet, weil er im Juli in der Berliner Al-Nur-Moschee zum Mord an allen “zionistischen Juden” aufgerufen hatte (2). Der Berliner Prediger Ahmad Abu Baraa, dessen „Islam-Seminare“ laut Verfassungsschutz schon seit vielen Jahren zur „Beeinflussung (‘des überwiegend jungen Publikums’) mit extremistischem Gedankengut“ beitragen (3), wird höchstwahrscheinlich einer der Prediger am 14.09. sein – öffentlich angekündigt hat er bereits eine Predigt am Vortag in der Ar-Rahman Moschee in Köln-Kalk (4). Als wahrscheinlich gilt der Auftritt des bekannten Kölner Islamisten Pierre Vogel (Foto: Vogel in ISIS-Pullover*), der ebenfalls schon mehrfach auf „Ansaar International“-Veranstaltungen sprach (5). Gerechnet werden kann auch mit dem in Köln ansässigen Salafisten Ibrahim Abou-Nagie, der zuletzt 2013 auf mehreren „Ansaar International“-Veranstaltungen sprach (5) und dem Oberstaatsanwalt Rainer Wolf vorwirft, Gewalt bis zur Vernichtung Andersgläubiger zu legitimieren (6). Ebenso wird der Wuppertaler Islamist und Anführer der kürzlich gegründeten, sogenannten “Scharia-Polizei” (7) erwartet – auch er sprach bereits auf Ansaar-Veranstaltungen (5). Ein möglicher Veranstaltungsort könnte der „MK-Palast“ in Köln-Bickendorf sein – dort hat Ansaar im vergangenen Jahr bereits eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt (8).

Zahlreiche Kritiker des Vereins warnen seit langem, dass eingeworbene „Gelder dieser Art direkt oder indirekt auch für terroristische Aktivitäten genutzt werden könnten“, so z.B. der Verfassungsschutz Hamburg (9). Sicher ist sich der VS, dass durch den Verein „der islamistische Widerstand im Bereich Syrien und Irak unterstützt wird. Sodass es mindestens auch eine Unterstützung der dortigen Kämpfer gibt“ (10). Immer noch staatsanwaltschaftlich geprüft wird die Verwicklung des Vereins in die Entführung eines deutschen Entwicklungshelfers in Syrien vergangenes Jahr (10). Fest steht, dass „Ansaar International“ durch seine Veranstaltungen erheblich zur Radikalisierung junger Menschen in Deutschland beiträgt; viele Kritiker des Vereins befürchten, dass im Rahmen solcher Veranstaltungen womöglich sogar neue Kämpfer für die Terrororganisation ISIS rekrutiert werden (11).

Zu der islamistischen Veranstaltung am 14.09.2014. erklärt Viola Bergman, Pressesprecherin des Bündnisses gegen Antisemitismus Köln:

“Es ist höchst wahrscheinlich, dass im Rahmen dieser Veranstaltung zutiefst antisemitische Äußerungen getätigt werden. Diese kamen bei vergleichbaren Veranstaltungen zumeist unter dem Deckmantel der ‚Israelkritik‘ daher, können aber durchaus auch offen zur Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, ja sogar zum Mord aufrufen, wie zuletzt im Juli durch den bei ‚Ansaar International‘ beliebten Prediger Sheikh Abu Bilal Ismail geschehen.
Die salafistische Strömung predigt den Kampf gegen alle in ihren Augen ‚Ungläubigen‘, propagiert außerdem eine extrem frauen- und homosexuellenfeindliche Ideologie und die grausamen Gesetze der Scharia als allgemeinverbindliche Grundlage aller Gesellschaft.
Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die eingeworbenen Gelder dieser Veranstaltung zur direkten oder indirekten Unterstützung terroristischer Vereinigungen im Dschihad verwendet werden und im Rahmen dieser Veranstaltung womöglich sogar Kämpfer für ISIS rekrutiert werden.
Ideologisch und in Sachen Gewaltbereitschaft steht der Salafismus dem Neonazismus sehr nahe. Es wäre daher wünschenswert, wenn Stadt- und Landespolitik, die Kölner Zivilgesellschaft und auch die Kölner Polizei ähnlich entschlossen gegen salafistische Veranstaltungen vorgehen würden wie gegen Aktionen von Neonazis. Der Protest gegen islamistische Umtriebe darf in unseren Augen nicht rassistischen Partei wie Pro Köln überlassen werden. Daher rufen wir alle emanzipatorisch gesinnten Menschen und Organisationen eindringlich dazu auf, die islamistische Propagandaveranstaltung in Köln zu verhindern!”

Bündnis gegen Antisemitismus, Köln

http://bga-koeln.tumblr.com
http://www.facebook.com/bgakoeln

Quellen:

* https://www.facebook.com/photo.php?fbid=818255231547808&set=a.110112875695384.5449.100000900173428&type=1&theater
(1): https://www.facebook.com/events/289994817871407/
(2): https://www.youtube.com/watch?v=Ov00rNamNig
(3): http://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/verfassungsschutzberichte/vs_bericht_2010_deutsch.pdf
(4): http://as-sirat.de/index.php/video
(5): http://www.ansaarduesseldorf.com/events/
(6): http://www.taz.de/!77963/
(7): http://www.spiegel.de/politik/deutschland/scharia-polizei-in-wuppertal-salafist-sven-lau-und-seine-neue-taktik-a-990191.html
(8): http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-117180339.html
(9): http://www.hamburg.de/innenbehoerde/schlagzeilen/3903132/syrien-warnung-vor-spendenaufrufen-fhh/
(10): http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-28-08-2014/umstrittene-helfer—spielen-deutsche-salafisten-den-is-terrorist.html http://www.verfassungsschutz.bayern.de/imperia/md/content/lfv_internet/service/vsb_2013.pdf
(11): http://www.landbote.ch/detail/article/16-jaehrige-in-winterthur-fuer-dschihad-rekrutiert/gnews/99267432/