Fasching oder Faschismus?

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Mit „Sieg Heil“ zum Mausefallenrennen…

Von Jim G. Tobias

Kürzlich war es wieder so weit: Das berühmte Autorennen in der Kategorie „Die rasende Mausefalle“ wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Entwickelt hat es die Staatliche Realschule im fränkischen Weißenburg: Es dürfen nur Modellautos an den Start gehen, die durch eine Mausefalle angetrieben werden. Im Grunde eine gewitzte Idee, den Schülern – im gewöhnlich drögen Physikunterricht – ein Prinzip der Mechanik näher zu bringen.

Als Höhepunkt der Faschingssaison gingen also letzten Freitag die selbst gebastelten Modellautos mit Mausefallenantrieb an den Start, wie die Süddeutsche Zeitung meldete. „Die Pausenhalle war voll, die Stimmung prächtig.“ Gespannt warteten Schüler, Lehrer und Eltern, wer diesmal den Sieg erringen würde. Die Schulleiterin wünschte allen Teilnehmern viel Glück und gab mit dem Ruf „Sieg Heil“ das Startsignal. Das Publikum reagierte mit Entsetzen. „Das sei ihr leider so rausgerutscht“, erklärte die Rektorin gegenüber der Süddeutschen, und wies jede Nähe zu rechtem Gedankengut oder gar dem Nationalsozialismus weit von sich.

Möglicherweise gehören solche verunglückten Äußerungen ja zum Bildungsauftrag der Schule, denn laut der Internetpräsentation soll an der Realschule Weißenburg der „Unterricht mit zeitgemäßen Methoden, die auch die Lebenswirklichkeit unserer Jungen und Mädchen berücksichtigen“ durchgeführt werden. Dem ist nichts hinzuzufügen: Denn leider gehört faschistoides und rassistisches Gedankengut zur deutschen Lebenswirklichkeit!

Für eine Stellungnahme war die Schulleitung nicht erreichbar. Es sind Faschingsferien in Franken – Helau!

14 Kommentare

  1. Frau S. Bauer, die Schulleiterin, die mit ihrer unüberlegten Äußerung nicht nur sich selbst, sondern ganz Bayern und Deutschland Schande gebracht hat, gehört zu jenen sehr zahlreichen Weißenburger Bürgern, die die eigene Judengeschichte offensichtlich nicht kennen. Dabei versorgt das Internet die Weißenburger geradezu großzügigst mit Material, das man nur anzuclicken und zu lesen braucht.

    Hier zum Beispiel, fundiert und lesenswert, von Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum:
    http://www.alemannia-judaica.de/weissenburg_by_synagoge.htm

    Oder auf haGalil, vom Autor des obigen Beitrags, von Jim G. Tobias:
    http://test.hagalil.com/2012/01/02/weissenburg/

    Oder hier, von Moritz Stern, über die Vertreibung der Juden 1520:
    http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/id/2260142

    Gerade als Bayer hat man überreichlich Grund sich nicht nur mit der Minderheitengeschichte seiner Region, sondern mit der Minderheitengeschichte bayernweit zu beschäftigen.

    Bayern hat, und das kann man den Banalen unter uns gar nicht oft genug sagen, die fürchterlichste Minderheitengeschichte aller deutschen Stämme, ja, sogar ganz Europas.

    Bayern, begreift doch endlich, es hat keinen Zweck, die Fäuste auf die Augen zu pressen und zu sagen „Des geht uns nix o, des is scho so lang her.“

    Wie Ihr an Eurer eigenen Chronik unten ablesen könnt, verfolgt Euch Eure Gleichgültigkeit bis in die Gegenwart. Denn, nur wer seine Geschichte kennt, verfällt nicht in die alten scheußlichen Verhaltensmuster (Hass, Intoleranz, Sieg-Heil rufen etc.).

    .

    Bayern einst und Bayern heute:

    Bayern weist, wie anerkannte Historiker und Nachschlagewerke bereits vor dem NS immer wieder feststellten, die blutigste und intoleranteste Judengeschichte aller deutschen Regionen auf. Dies bezieht sich auf einen Zeitraum von über eintausend Jahren.
    Bayern war ab dem 16. Jh. die Heimat der Gegenreformation, jener Bewegung aus der katholischen Kirche und der weltlichen Macht heraus, die Deutschland auf Jahrhunderte Zwist, Hader, Mord und Totschlag sowie später einen schmerzlichen Sonderweg in Europa angedeihen ließ.
    In Bayern wurden noch bis in die zweite Hälfte des 18. Jhs., in erster Linie von katholischen Inquisitoren, Frauen als Hexen verurteilt und hingerichtet; es waren mit die letzten Fälle in Europa.
    Obwohl Bayerns Monarchen lange Zeit erheblich von den Fähigkeiten ihrer jüdischen Bankiers und Hoffaktoren profitierten, hat kein Angehöriger der Dynastie der Wittelsbacher die Juden seines Landes in deren Bestreben nach Gleichberechtigung je unterstützt.
    Bayerns extrem ausgeprägter Partikularismus (=ein Gesellschaftszustand, in dem innerhalb eines Ganzen stets der kleineren Einheit der Vorzug gegeben wird – oder mit anderen Worten: lieber Bayern als Deutschland) verhinderte die Einigung Deutschlands auf Jahrzehnte. Als einer der letzten Kulturstaaten Europas wurde Deutschland somit erst 1870/1871 ein Nationalstaat, mit Folgen für seine weitere Entwicklung.
    Der jüdische Schriftsteller und Bestsellerautor Jakob Wassermann über seine Jugenderlebnisse in Bayern: “Zum erstenmal begegnete ich jenem in den Volkskörper gedrungenen dumpfen, starren, fast sprachlosen Haß, von dem der Name Antisemitismus fast nichts aussagt, weil er weder die Art, noch die Quelle, noch die Tiefe, noch das Ziel zu erkennen gibt. Dieser Haß hat Züge des Aberglaubens ebenso wie der freiwilligen Verblendung, der Dämonenfurcht wie der pfäffischen Verstocktheit, der Ranküne des benachteiligten, Betrogenen ebenso wie der berechtigten Abwehr, affenhafter Bosheit wie des religiösen Fanatismus. Gier und Neugier sind in ihm, Blutdurst, Angst verführt, verlockt zu werden, Lust an Geheimnis und Niedrigkeit der Selbsteinschätzung. Er ist in solcher Verquickung und Hintergründigkeit ein besonderes deutsches Phänomen. Es ist ein deutscher Haß.“
    Keine andere deutsche Region weist eine derart intolerante Sinti-und-Roma-Geschichte auf wie Bayern. So war München der Gründungs- und Wirkungsort der “Zigeunerzentrale”, jener Behörde, die ab 1899 unmenschliche Verfolgung von Angehörigen der Minderheit betrieb und deren Vorarbeiten der systematischen Vernichtung von einer halben Million “Zigeunern” durch die Nazis schon sehr früh den Weg ebnete.
    Vor und nach der Wende vom 19. auf das 20. Jh. traten in Bayern ganz besonders die Angehörigen des Jesuitenordens (SJ) als Hassprediger gegen Juden in Erscheinung. Noch heute gehören innerhalb der katholischen Kirche Jesuiten zu den unerbittlichsten Gegnern von Juden.
    Albert Einstein gab noch vor Erreichen seiner Volljährigkeit die deutsche Staatsbürgerschaft auf – wegen schmerzlicher, judenfeindlicher Erlebnisse im damals noch erzkatholischen Oberbayern.
    Bayern und München waren ab 1917 die Lieblingsaufenthaltsstätten (außerhalb Italiens) von Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., der wegen seiner Haltung gegenüber den Juden angesichts der Verfolgung durch Nazideutschland zum umstrittensten Kirchenoberhaupt der zweitausendjährigen Papstgeschichte wurde. Allerengste freundschaftliche Beziehungen verbanden Pacelli mit dem bayerischen Klerus und der bayerischen Dynastie der Wittelsbacher.
    Der bis in die Gegenwart in hohem Ansehen stehende, christliche Vorzeigeliterat der Bayern, Ludwig Thoma, trat als übler Hetzer gegen Juden auf. Die Zeitung, die 1920/1921 seine rassistischen Ergüsse anonym verbreitete, der oberbayerische „Miesbacher Anzeiger“, fand Abnehmer in ganz Deutschland.
    Bayern war Brutstätte und Wiege des Nationalsozialismus. Sowohl die antisemitische Thule-Gesellschaft (1918) als auch die NSDAP (1919/1920), die SA (1921) oder die SS (1925) – sie entstanden alle in Bayern.
    Adolf Hitler fand in keiner anderen Region Deutschlands so viele Gleichgesinnte wie in Bayern; deswegen startete der katholische Deutschösterreicher von dort aus seine folgenreiche Karriere und erklärte später in „Mein Kampf“ München zu seiner Lieblingsstadt.
    Der gebürtige Bayer, Julius Streicher, verantwortete mit seinem Hetzblatt “Der Stürmer” die intensivste und wirksamste antijüdische Propaganda vor und während des Dritten Reiches.
    Der in München geborene und katholisch getaufte Heinrich Himmler gilt als der Initiator der Konzentrationslager Dachau und Auschwitz.
    Ebenfalls ein gebürtiger Oberbayer, Hermann Göring, gab die “Endlösung der Judenfrage”, die bekanntlich sechs Millionen Juden das Leben kostete, in Auftrag.
    Das oberbayerische KZ Dachau war jenes Konzentrationslager, das am längsten, nämlich von 1933 bis 1945, ‘in Betrieb’ war; zugleich diente es als Musterlager für Auschwitz und rund 2000 weitere Lager.
    Die im Vorfeld der Verleihung des Literaturpreises der bayerische Landeshauptstadt München an den jüdischen Schriftsteller Lion Feuchtwanger (1957) hochwogenden christlich-konservativ-antisemitischen Proteste degradierten die Auszeichnung zur Farce.
    In Bayern fand der letzte bekannt gewordene „Exorzismus“ auf deutschem Boden statt. 1976 trieben zwei katholische Geistliche im Auftrag ihres Bischofs und mit Billigung des Vatikan einer epilepsiekranken Studentin derart nachhaltig den “Satan” aus dem Leibe, dass diese daran starb.
    In Bayern entstanden in den 1980er Jahren die beiden rechtsextremen Parteien “Republikaner” und DVU.
    Die rechtsextreme NPD zählte 2008 im Bundesland Bayern ihre meisten Mitglieder.
    Gemäß den Erhebungen der Friedrich-Ebert-Stiftung war Bayern in den Jahren 2006, 2008 und 2010 das deutsche Bundesland mit den meisten Judenhassern, den meisten Verharmlosern des NS und einem besonders hohen Anteil an Fremdenfeinden.
    Bayern bescherte Deutschland 2009 den vorerst letzten und zugleich weltweit meist beachteten Fall von Holocaustleugnung. Katholische bayerische Frömmler (“Piusbrüder”) hatten den britischen Bischof Williamson eingeladen.
    Bayern weist laut einer Statistik von 2011 die höchste Selbstmordrate aller deutschen Bundesländer auf.
    Neben dem Saarland gilt Bayern als das katholischste Bundesland der BRD.
    Bis in die Gegenwart werden in Bayern regelmäßig an furchtbare antijüdische Traditionen anknüpfende, zugleich als rein kommerziell erkannte, Oberammergauer Passionsspiele aufgeführt.

    Bayern im Vergleich zu den östlichen Bundesländern: Studie zur Fremdenfeindlichkeit: Bayern antisemitischer als der Osten. http://www.taz.de/!26476/

    Darum, jetzt Schluß mit gleichgültig!

  2. „Denn leider gehört faschistoides und rassistisches Gedankengut zur deutschen Lebenswirklichkeit!“

    Also will man damit behaupten das wäre ’normal‘?

    Das ist es definitiv nicht – allein der Umstand, dass es eine solche Begebenheit zur Zeitungsmeldung bringt, verdeutlicht, dass es eben nicht normal ist.

    Ich habe noch niemals irgendwen ‚S,,,.H…‘ rufen hören – noch nie.

    ‚Die Eltern reagierten entsetzt‘ – kann ich mir vorstellen – wäre mir auch so ergangen.

  3. Das Thema in Variationen

    Sieg Heil-Durchsage in Wiener Straßenbahn: Fahrer entlassen
    http://www.youtube.com/watch?v=_Ye82hntSSQ
    Auf die Kommentare achten!

    Und noch ein Sieg Heil, diesmal im Kölner Karneval:
    http://www.youtube.com/watch?v=U_SwFHtgJCQ

    Musik: Ich glaube ich lieb‘ einen Nazi… sag nie mehr Sieg Heil
    http://www.youtube.com/watch?v=95E23q15hfo

    SKANDAL: Nazi ruft „Sieg Heil“ während Schweigeminute HSV
    http://www.youtube.com/watch?v=L0BzEjDy9T8

    Sieg Heil im Bierzelt
    http://www.youtube.com/watch?v=iDs4qOrD8JY

    Sieg Heil auf Hochzeit! / at wedding!
    http://www.youtube.com/watch?v=TJmOJbn13pk

    Sieg Heil SPÖ Edlinger
    http://www.youtube.com/watch?v=GSbFC4ETIEw

    „Sieg-Heil“ in der Provinz: Die Politik des Wegschauens
    http://www.youtube.com/watch?v=YP18YW_-imA

    Und hier das Original:
    http://www.youtube.com/watch?v=hvVEr7xtqf0

    Ein Thema, das in D und Ö noch der Bewältigung harrt.

    • Warum nicht schreiben: „Man gebe in einem bekannten Video-Portal die beiden Worte in die Suchmaske ein.“ Anstatt das Zeug fein säuberlich mit URLs hier hereinzukopieren.

      efem. Really puzzled.

  4. Fehlzündung:

    Der Ursprung des Wortes ist umstritten; vermutet werden als Ursprung entweder der beschönigende Begriff Kameradschaftspolizei, das italienische il capo für Haupt oder Anführer, oder, laut Duden, der französische Militärrang Caporal (deutsch Korporal).[1][2]

    Sollte der Ausdruck aus dem Italienischen kommen, so ist er nicht notwendig militärischen Ursprungs, sondern kam vermutlich über italienische Wanderarbeiter als Bezeichnung für ihre Vorarbeiter in die Arbeitersprache. Z. B. ist „auf dem Bau“ Kapo eine gängige Bezeichnung für den aufsichtsführenden Maurergesellen (Polier). So geriet die Bezeichnung vermutlich von Dachau aus schon früh in die Sprache der KZ-Insassen.

    • Ooops. Falschen Klick getan, und schon wars gesendet. Also: das Zitat ist aus dem angegebenen Wikipedia. Daraus geht, indirekt allerdings, eindeutig hervor, dass das Wort schon lange „auf dem Bau“ in Gebrauch war.

      Anderes Stichwort: „Umgangssprachlich werden Poliere im süddeutschen Raum und in der Schweiz auch als Capo bezeichnet.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Polier

      Mit „C“ zu schreiben. Hören kann man das natürlich nicht…

  5. „Denn leider gehört faschistoides und rassistisches Gedankengut zur deutschen Lebenswirklichkeit!“

    Nicht nur Gedankengut, sondern auch Wortgut.

    In weiten Teilen Bayerns zum Beispiel ist die Verwendung des Wortes „Kapo“ für Vorarbeiter so Usus, dass es den Leuten weh tun würde, wenn sie das Wort plötzlich nicht mehr benützen dürften.

    Mal in ein Buch zu schauen, was das eigentlich war, Kapo, oder wiki zu befragen http://de.wikipedia.org/wiki/Kapo_%28KZ%29
    fällt ihnen nicht ein.

    Da Pappa hod’s scho gsogt u voa dem da Oppa, oiso sogn ma mia des aa.

    Bayern bleibt eben (Nazi-)Bayern.

    • Da hat jemand blitzschnell reagiert. Gestern abend war unter

      https://www.rswug.de/informationen1.html

      noch das herrisch-selbstbewusste Gesicht von Frau Bauer am rechten Textrand zu sehen – jetzt ist es weg.

      Schade, denn ihr banales Gesicht passte wunderbar zu dem banalen Gesicht des Wiener U-Bahnfahrers, zu dem banalen Gesicht des Kölner Karnevalisten, zum banalen Gesicht Edlingers und zu all jenen banalen Gesichtern, die sich immer schon durch Gleichgültigkeit und Desinteresse für die eigene deutsche/österreichische Identität ausgezeichnet haben.

    • @ zeitgenosse,

      ich will diese Frau B. nicht in Schutz nehmen. Doch mich stört deine Einstufung und damit verbundene fragwürdige Assoziationen wie „herrisch-selbstbewusstes Gesicht“ bzw. „banales Gesicht“. Ihr Ausspruch deutet für sich zunächst keineswegs auf eine faschistoide Gesinnung hin. Er steht vielmehr für ein naives, mit Sicherheit aber völlig unpolitisches und ahistorisches Bewußtsein.

      Es macht m.E. keinen Sinn, aus solchen dummen(!) Sprüchen eine „Faschistin“ zu konstruieren. Wenn doch, dann sind wir umzingelt von „Faschisten“. Ich frage dich (und mich): Was wäre damit gewonnen und wodurch unterscheiden sich solche Personen dann noch von tatsächlichen Faschisten. Ich sehe die Gefahr, dass letztere sich hinter diesen unscharfen Abgrenzungen und dem inflationären Gebrauch von solchen Begriffen wunderbar verstecken können.

      Und noch was. Du schreibst: „Frau Bauer sollte haGalil-Leserin werden, sagen wir mal für ein Jahr, dann vergehen ihr solche Redensarten.“ Von wegen. Hier, bei haGalil, schreibt z.B. eine hasserfüllte Antisemitin: “Genauso ist es in den besetzten Gebieten – nur geht dort die Vertreibung schon seit den 90ern mit noch mehr offener Gewalt und sehr viel unverfrohrener [sic] vor sich – als es in Deutschland während der 30er der Fall war – ich betone noch mal – während der 30er.”

      Blanker Hass und Vernichtungsphantasien, lieber Zeitgenosse, sind unser Problem – nicht dumme Sprücheklopfer(innen).

      • „Ich würde mich freuen, wenn sie endlich zu Ende ginge – und ein Teil der Israelis und ein Teil der Juden – würde sich darüber übrigens auch freuen.“

        Zahlreiche jüdisch-israelische Intelektuelle, viele mit den höchsten Auszeichnungen, die der israelische Staat vergeben kann – setzen sich für die Anerkennung Palästinas in den 48er Grenzen ein – auf dieser Grundlage jedenfalls – hätte man nicht nur morgen zwei Staaten nebeneinander – Isreal UND Palästina – sondern auch die vollständige Anereknnung Israels in der gesamten arabischen Welt – die damit nicht mehr oder weniger anstrebt – als die westliche übrigens auch.

        Schade, dass es so viele Leute wie Sie gibt, Nussknacker, die das nicht wollen, ob jüdisch oder nicht-jüdisch – Sie wollen Krieg und KOnflikt und Ungerechtigkeit nehmen Sie nicht wahr, so lange sie andere trifft, die Sie als ihnen nicht zugehörig identifizieren. ‚die Juden‘ identifzieren Sie natürlich als Ihnen zugehörig – das ist mir klar – und die Muslime und Araber – halt nicht.

        Zudem Nussknacker – tragen Leute wie Sie dazu bei – die Israelis in ihrer Selbstgerechtigkeit noch zu unterstützten – eine Selbstgerechtigkeit – die mittlerweile massiv dazu beiträgt, das Land mehr und mehr zu isolieren. Schon jetzt stellen nach und nach zahlreiche Finanzinstitutionen und Firmen ihr Engagement mit Israel ein – und es werden mehr und mehr werden.

        Die Unrechtmäßigkeit des Siedlungswesens wurde ursprünglich sogar in der israelischen juristischen Expertis aus den 60ern klargestellt – sie ist ein Verbrechen gegen ein entrechtetes Volk – und sie basiert auch auf der langen einseitigen Unterstützung Israels – wider besseren Wissens – den die Unrechtmäßigkeit desselben stand auch bei den besten Verbündeten der Israelis – nie außer Frage.

        Ich denke seit dem Zusammenbruch des Oslo-Prozesses – dass man damit Schluss machen muss – sonst geht das immer weiter so.

      • @nk56
        Da haben Sie mich aber gründlich missverstanden.
        An keiner Stelle unterstelle ich Schulleiterin Stephanie Bauer oder anderen SiegHeil-Rufern
        „faschistoide Gesinnung“ (Das Zitat stammt von Herrn Tobias).

        Vielmehr, und ich darf mich Ihrer, nk56, eigener Worte bedienen:
        „Er steht vielmehr für ein naives, mit Sicherheit aber völlig unpolitisches und ahistorisches Bewußtsein.“

        Genau das ist es doch und ich habe es mit folgenden Worten ausgedrückt:
        „die sich immer schon durch Gleichgültigkeit und Desinteresse für die eigene deutsche/österreichische Identität ausgezeichnet haben.“

        Schauen Sie sich doch bitte die YOUTUBE-Filme einmal an. Sowohl in der U-Bahn/Straßenbahn, als auch in der Karnevalsversammlung, in der Hochzeitsgesellschaft, oder im Bierzelt, da hocken ganz normale, banale Deutsche (keinesfalls Nazis oder Neonazis!), sie sitzen in fröhlich gelöster Stimmung herum und rufen geradezu seelig „Heil Hitler“ mit.

        Hätten diese banalen Menschen nur einmal in Ihrem Leben ihre gedankenlose Gleichgültigkeit hintangestellt und sich mit ihrer Geschichte (=Identität) beschäftigt, wären sie nicht so leicht durch den Gruppenzwang zum Nachschreien von HeilHitler veranlasst worden. So aber, weil ihre Köpfe leer und ihr Wissen um die Zusammenhänge von HeilHitler gegen Null tendiert, schrien sie mit und fühlten sich dabei ganz super. Etwas in der Gruppe tun, macht stark, gibt das Gefühl, wenn’s so viele tun, kann’s nicht schlecht sein. Es rechtfertigt im Bewusstsein der Banalen, die nichts wissen, HeilHitler mit zu brüllen.

        Mit meinem Vorschlag, Frau Bauer sollte haGalil-Leserin werden, wollte ich anregen, sich zu kümmern, sich mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen, endlich sich darüber klar zu werden, was es wirklich bedeutet, Deutscher zu sein.

        Nur ein Deutscher, der seine Geschichte kennt und sie begriffen hat, ist gefeit gegen HeilHitler, sogar in der Gruppe.

        NB: Mit Geschichte meine ich nicht nur die 12 Jahre Hitler, sondern die 1000 Jahre deutscher Intoleranzgeschichte, über die man hier auf haGalil ebenfalls eine Menge lernen kann, wenn man nur offen dafür ist.

      • „Ich denke seit dem Zusammenbruch des Oslo-Prozesses – dass man damit Schluss machen muss – sonst geht das immer weiter so.“
        _______________________________________________________________

        Mitnichten jane, ändern würde dies nichts. Es liegt halt in
        der Nichtakzeptanz Israels in der arabischen Welt und… es
        wird immer so weiter gehen!

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