Ein Erlebnis: Postamt in Tel Aviv

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Der Briefträger in Israel trägt nur Briefe aus, wie der Name schon sagt. Päckchen oder gar Pakete muß man sich bei der Post abholen…

Die macht um 8 Uhr auf. Also Enkel in die Schule begleitet und dann ab zur Post, kurz vor 8. Eine Traube Menschen steht schon vor der verschlossenen Tür, manche gar mit ihren Hunden.
Die Tür geht pünktlich auf, alle stürzen rein und zu der Rolle, um eine Nummer zu ziehen, dann gleich auf die Wartebänke dort. Ich folge, nehme eine Nummer und ergattere noch einen Sitzplatz, zum Glück, denn man braucht Sitzfleisch in der Post…

Hinter den Schaltern zwei gelangweilte junge Frauen und ein älterer Herr. Erst mal aufstehen, sich einen Kaffee holen, ein paar SMS schreiben, dann die Haare zurecht werfen und schon wird die erste Nummer eingetippt und erscheint oben auf einem Bildschirm. Und dann geht es im Schneckentempo weiter, die blonde Angestellte macht ihren Schaler erst gar nicht auf, also nur zwei Schalter und der Raum ist gesteckt voll. Dann gehen noch die Nummern aus, die Rolle ist zuende. Also muss die Blonde aufstehen, gaaaanz langsam, Kaugummi kauend holt sie mit Verachtung eine neue Rolle und wechselt sie in einem Tempo, bei dem man sich glatt das Frühstück vorbereiten könnte.

Als erstes ist eine Frau von den Philippinen an der Reihe, die Geld sendet, das bedarf längerer Überlegung und gar Arbeit!!!

Die, die einen Sitzplatz ergattert haben, tippen in ihre Smartphones oder lesen Zeitung, die die stehen müssen, suchen sich eine Wand zum Anlehnen, man ist die Geschwindigkeit gewöhnt.

Vor mir sind noch 8 andere, ich sitze und beobachte. Nach fast 20 Minuten bin ich dran, meine Nummer erscheint, zum Glück bei dem älteren Herren, die Blondee hat den Schalter sowieso noch nicht aufgemacht, sonst wäre ich in Versuchung gekommen, durch den Schlitz zu langen und sie leicht anzuwürgen, vielleicht wäre sie dann zum Leben erwacht…

Ich muß zwei Bücher-Päckchen abholen, gebe meine Abholscheine ab und Chaim, so heißt der Gute, verschwindet hinter eine Wand. Kommt lange nicht zurück, sucht und sucht. Endlich reicht er mir die Päckchen und ich verlasse nach 25 Minute die Post.

Und dabei habe ich noch Glück gehabt, bekomme ich später gesagt. Auch 40 Minuten Wartezeit sind keine Seltenheit, und es gab auch keine Schreiereien oder Handgreiflichkeiten um die Nummern.

Ich werde nie mehr bei meiner Postfiliale in München ungeduldig sein und meckern, wenn ich 5 Minuten warten muß. Wie bequem, dass in Deutschland die Päckchen und Pakete gebracht werden und die Briefmarken kann man auch online kaufen, da muß man nicht so oft zur Post. Obwohl, schade eigentlich, das ist so erlebnislos. – ee

12 Kommentare

  1. Ist Eva die „ee“? Mutig, mutig … Anonym hält sich die Autorin am längsten, zumindest lässt sich dies vermuten. Die Glosse trift die Gosse 🙂

  2. Wer ist Eva und warum fuehlt sich Eva von was belehrt ?

    Ausserdem ging der Satz „Wenn man in einem Israelischen Postamt ist hat auch immer die Gelegenheit neue Leute kennenzulernen um dann festzustellen das man entweder Verwand ist ueber 7 Ecken oder gemeinsame Freunde hat.“

    Wo steht in dem Satz das alle Juden Verwandt sind ?

    Dort steht „entweder und dann noch ueber 7 Ecken “

    An Absender zurueck

    Vielleicht hast Du das Wort Glosse oder Satire zum ersten Mal gehört?

  3. Danke für die Belehrung, ich bin jedoch nicht zum ersten mal in Israel gewesen und auch nicht zum ersten mal bei der Post, vom Supermarkt ganz zu schweigen.
    Vielleicht hast Du das Wort Glosse oder Satire zum ersten Mal gehört?

    Außerdem muss ich betonen, dass nicht alle Juden miteinander verwandt sind. Ein antisemitisches Klischee, dem zu widersprechen ist, denn Judentum ist keine Rasse. Jedenfalls war ich mit keinem der 30 Wartenden verwandt oder bekannt. Mancher greift ganz schnell in die Kiste und zutage kommt Hetze untersten Niveaus. Inzucht, Degeneration oder wie? Vom Klischee zum Vorurteil ist der Weg oft erstaunlich kurz.

  4. In Israel wird sich viel bis sehr viel unterhalten vor den Schaltern hinter den Schaltern an den Supermarktkassen in Cafes und dort wo ueberall Israelis sind auf den Gehwegen in Eingaengen zu den Supermaerkten und alles generell laut und voller Bewegung mit Haenden und Armen.

    Wenn man in einem Israelischen Postamt ist hat auch immer die Gelegenheit neue Leute kennenzulernen um dann festzustellen das man entweder Verwand ist ueber 7 Ecken oder gemeinsame Freunde hat.

    Im uebrigen ist das ziehen von einer Nummer voellig OK weil es einfach Diskusionen erspart die wir so oder so haben.
    Denn wenn die Nummer aufgerufen wird und der Kunde erscheint nicht innerhalb von 3 sekunden wird automatisch die naechste Nummer aufgerufen was dann wieder zu Diskusionen fuehren koennte je nach Tagesform aller vor und hinter dem Schalter.

    PS: wer Pakete versenden will kann gerne den Deutschen Paket Dienst in Israel benutzen. Ich weiss nicht wie gut die sind aber ab und an sieht man gelbe Fahrzeuge mit Roter Schrift hier rumfahren.

    Wer aber auf sicher gehen will versendet Pakete ueber UPS

  5. Ach, die Geschichte kommt in ISRAEL vor, als ich sie gelesen habe, glaubte ich es war eine französische Geschichte, denn in FRANKREICH mit der neue LA BANQUE POSTALE muss mann auch Sitzfleisch haben, uberhaupt auf dem Land: dir Post ist fruh geschlossen, nur ein oder- wenn es gut geht – zwei Beamten, und die brauchen eine ewige Zeit für alles wenn der Komputer nicht in Panne fällt u.s.w.
    Nummer haben noch keine ….

  6. Ich vermute mal, das war zuviel Kritik an Israel, als dass man das so stehen lassen sollte.
    😉

    • „Ich vermute mal, das war zuviel Kritik an Israel, als dass man das so stehen lassen sollte.“

      aber klar doch. wer behauptet die israelische buerokratie
      ist zu langsam ist bestimmt ein antisemit. 😉

      J

  7. das mit dem zoll kann ich (für berlin) bestätigen. bei denen sind die 40 minuten von tel-aviv mitunter gar nichts!

    aber schickt denn dann noch jemand in israel päckchen mit der post? es gibt doch die konkurrenz! und die bringt doch sicher auch!

  8. „Wie bequem, dass in Deutschland die Päckchen und Pakete gebracht werden und die Briefmarken kann man auch online kaufen, da muß man nicht so oft zur Post. Obwohl, schade eigentlich, das ist so erlebnislos. – ee“

    ausser das paket landet beim zoll. da wird es einem dann
    so gehen wie oben beschrieben.

    nach etwa 10 minuten:
    -„ok, geh du“
    nach 5 minuten mehr kommt er dann:
    -„gut, das ist im ersten stock.“

    J

    • Meine häfigen und jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem deutschen Zoll sind völlig anders … Und sicher nicht mit dem durchschnittlichen Erlebnis eines Behördengangs oder eines durchs Leben erzwungenen Besuches einer staatlichen Stelle in Israel vergleichbar.

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