Die Fernsehtipps für den Juni

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Vom 01. bis 15. Juni 2013…

Sa, 1. Jun · 02:15-03:00 · PHOENIX
Im Schatten von Casablanca

Die Nachbarn in der Metallarbeiter-Siedlung im Nordwesten Londons hatten bis zum Schluss keine Ahnung, wer er wirklich war. Erst lange nach seinem Tod 1989 wurde das Geheimnis des unauffälligen, freundlichen Mannes gelüftet: Mieczyslaw Slowikowski. Unter dem Tarnnamen „Rygor“ war Slowikowski einer der wichtigsten Spione des Zweiten Weltkrieges gewesen. Seine „Agentur Afrika“ trug entscheidend zum Erfolg der alliierten Invasion in Nordafrika am 8. November 1942 bei – ein Wendepunkt des Krieges, der den militärischen Niedergang der Nazi-Diktatur einleitete.Hollywood und Wirklichkeit Die Dokumentation „Im Schatten von Casablanca“, gedreht an Originalschauplätzen, erzählt die Geschichte der Spionage in Nordafrika – die viele Parallelen zum legendären Spielfilm-Klassiker „Casablanca“ aufweist, aus dem auch zahlreiche Ausschnitte zu sehen sind. Ein mutiger Widerstandskämpfer, böse Nazis, eine schöne Frau, ein zögerlicher Amerikaner und wankelmütige Franzosen – das sind die Hauptdarsteller des 1942 gedrehten Spielfilms. Sie stehen stellvertretend für die Kriegsbeteiligten in Nordafrika.Das zeigt auch die Geschichte von „Rygor“, die 2005 bekannt wurde, als eine englisch-polnische Historikerkommission ihre Untersuchung zur Rolle der polnischen Geheimdienste im Zweiten Weltkrieg veröffentlichte. Dabei stellte sich heraus, dass diese eine zentrale Rolle für den Kriegsverlauf in Nordafrika gespielt hatten: Rund die Hälfte der von den Engländern verwerteten Spionageberichte stammte aus polnischen Quellen. Geheiminformationen statt Haferflocken Offiziell war Mieczyslaw Slowikowski Unternehmer – er leitete eine Haferflocken-Fabrik. Tatsächlich aber arbeitete er als Offizier für den polnischen Geheimdienst. Unter seinem Codenamen „Rygor“ versorgte er die Alliierten mit brisanten Informationen. Seine „Agentur Afrika“ verfügte über ein weit gespanntes Spionagenetz mit rund 2.500 Agenten. Ihre Berichte spielten eine entscheidende Rolle für die Planung der „Operation Torch“, der Landung der Alliierten in Nordwestafrika am 8. November 1942. Ein halbes Jahr später führte sie zur Niederlage der deutsch-italienischen Streitkräfte in Afrika.

So, 2. Jun · 09:15-09:45 · 3sat
Utopie mit Milch und Zucker

Keine andere Straße in Tel Aviv symbolisiert den Traum von einem linken, europäisch geprägten jüdischen Staat besser als die Sheinkin-Straße. Besonders das Café Tamar steht seit seiner Gründung vor sechs Jahrzehnten für diese Utopie. Dort spiegelt sich die Geschichte des ganzen Landes wider.

Mo, 3. Jun · 23:30-01:00 · SWR
Gott bewahre! – Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Israel

Me’a Sche’arim ist eine abgeschottete Siedlung der ultraorthodoxen Juden in Jerusalem. „Haredim“ nennen sie sich – rund eine halbe Million Juden in Israel gehören dieser religiösen Gemeinschaft an. Wer sich als Tourist nach Me’a Sche’arim und in die anderen orthodoxen Viertel verirrt, sieht sich mit merkwürdigen Schildern konfrontiert: Frauen wird dringendst geraten, nicht mit Hosen dort herumzulaufen, Fotografieren ist strikt verboten. Die Haredim versuchen, ihr religiöses Erbe und ihre traditionellen Lebensformen zu schützen – gegen die Einflüsse der modernen Welt. Das heißt auch und vor allem gegen den Staat Israel. Die Haredim sehen den jüdischen Glauben durch den säkularen Staat Israel und seine Institutionen verraten. Deshalb verweigern sie jegliche Kooperation; sie arbeiten nicht, sie leisten keinen Militärdienst. Doch nicht alle sind der Meinung, dass eine vollständige Abschottung von der modernen Welt das Richtige ist. Manche fürchten, dass extremer Separatismus eigene Gefolgsleute abschrecken und vertreiben könnte. Mit diesem Dilemma lebt Shmuel-Haim Pappenheim. Er organisiert Massendemonstrationen gegen den jüdisch-zionistischen Staat. Von seinem Büro in Me’a Sche’arim aus schlägt er seine Schlachten und gibt die Wochenzeitung des radikalen ultraorthodoxen Lagers heraus, welches Israel nicht anerkennt. Er lehnt auch die Teilnahme an Wahlen ab. Im Gegensatz dazu ist Rabbi Avraham Ravitz nicht nur Anführer einer ultraorthodoxen politischen Partei, sondern war auch Knesset-Abgeordneter und Minister der israelischen Regierung. Während Ravitz gespannt die hochgerechneten Sitze seiner Partei zählt, geht Pappenheim auf die Straße und versucht, die haredische Gesellschaft von einem Wahlboykott zu überzeugen. Für Pappenheim ist Ravitz, der sich als haredischer Führer an der Regierung beteiligt, ein schlimmerer Sünder als jeder nichtreligiöse Jude. Adina Bar-Shalom ist die älteste Tochter von Rabbi Ovadiah Yossef, dem unangefochtenen Anführer hunderttausender Haredim mit großem Einfluss auf die politische Landschaft in Israel. Adina hat sich etwas Revolutionäres vorgenommen: die Gründung eines Colleges für Haredim, in dem junge Männer – und Frauen! – sich auf einen Beruf vorbereiten können. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, ist jedoch der Segen ihres Vaters erforderlich. Rachel Chalkowski ist, als leitende Krankenschwester und Hebamme, ständig mit den Nöten der haredischen Frauen konfrontiert, die zehn oder mehr Kinder gebären und gleichzeitig auch noch für ihre Familien sorgen müssen. Sie gründete eine Stiftung, die diesen Frauen und ihren Familien hilft. Rabbi Micha Rothschild ist ein radikaler Einzelkämpfer. Aus dem Untergrund heraus verbreitet er ätzendes Propagandamaterial in den haredischen Vierteln von Jerusalem und Bnei-Brak und warnt die Internetanbieter davor, sich für den haredischen Markt zu interessieren. Er weiß, wie groß die Gefahr ist, dass insbesondere die jungen Haredim den Versuchungen des Internets erliegen. Im Gegensatz dazu versucht der haredische Werbefachmann Yigal Revach die führenden Rabbiner davon zu überzeugen, seine „koschere Internetinitiative“ zu unterstützen. Aus nächster Nähe zeigt der Dokumentarfilm den alltäglichen Kampf der ultraorthodoxen Juden um ihre Identität. Er gewährt einmalige Einblicke in die abgeschlossene Welt der Haredim – die bei weitem keine triste Welt der Rituale ist, sondern in der auch Heiterkeit, Komik und sogar Pragmatismus ihren Platz haben.

Di, 4. Jun · 01:05-02:35 · arte
Mengeles Erben – Menschenexperimente im Kalten Krieg

Die Erprobung von Giftstoffen für staatliche Mordaufträge und tödliche Experimente mit Lagerinsassen wird üblicherweise mit dem systematischen Massenmord der Nationalsozialisten in Verbindung gebracht. Josef Mengele ist der bekannteste Vertreter dieser „Wissenschaft ohne Gewissen“. Aber die Idee, Gegner und Gefangene für tödliche Versuche zu nutzen, ist weder eine Erfindung der Nazis, noch ist sie mit ihnen untergegangen. Das Ausmaß der bisher weitgehend unerforscht gebliebenen Menschenexperimente ist verstörend und skandalös. Offenbar bot der Machtkampf der Geheimdienste im „Kalten Krieg“ ideale Bedingungen für Mörder im Arztkittel. Die Geschichte der Menschenversuche im Auftrag des Staates beginnt in den 20er Jahren im „Labor 12“ des sowjetischen Geheimdienstes. Dort wurden tödliche Gifte an „Volksfeinden“ erprobt. Die Existenz dieses Labors wurde nur durch einen Zufall Anfang der 90er Jahre bekannt, denn Russland hält die Akten über Menschenversuche bis heute geheim. Das „Labor 12“ allerdings gibt es unter anderem Namen bis heute. Nach den Massenmorden während des Zweiten Weltkrieges handelten einige der schlimmsten Kriegsverbrecher mit den Siegermächten Straffreiheit gegen Übergabe der Versuchsergebnisse aus. So arbeitete der japanische General Ishii Shiro, der für den Tod von über 300.000 Menschen verantwortlich war, nach dem Krieg für die USA. Dort waren Militär und Geheimdienste angetan von den Ergebnissen echter Menschenexperimente mit Pest, Anthrax und Tularämie, Unterkühlung, Unterdruck und neuartigen Bomben. Bislang konnten die Militärs nur auf Daten aus Tierversuchen zurückgreifen. Keiner der mindestens 10.000 Verbrecher von Ishiis Todesimperium wurde in den USA bestraft. Einige beendeten ihre wissenschaftlichen Karrieren als Manager großer japanischer Pharma- und Medizinunternehmen. Es störte die Sieger angesichts des Rüstungswettlaufes im Kalten Krieg nicht einmal, dass Ishiis Untergebene auch mit US-Kriegsgefangenen experimentiert hatten. „Mengeles Erben“ haben den Zweiten Weltkrieg überlebt, indem sie neuen Herren dienten. Sie waren weiter im Staatsauftrag aktiv. In Nordkorea gibt es nach Zeugenaussagen sogar bis in die Gegenwart Gaskammern, in denen Massenvernichtungsmittel an Häftlingen erprobt werden. In vielen ehemals kommunistischen Staaten verläuft die Aufarbeitung der finsteren Vergangenheit schleppend. Auch die ehemalige CSSR experimentierte mit Verhördrogen und Giften. Die Versuche und Ergebnisse sind bis heute geheim und werden vertuscht.

Di, 4. Jun · 21:45-22:30 · 3sat
Bedingungslos gehorsam – der ferngesteuerte Krieger

Streitkräfte weltweit setzen immer mehr Roboter ein, die autonom agieren und Feinde aus der Ferne zielgenau „eliminieren“. Die Aufklärung des Kampfgebietes durch unbemannte Drohnen spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch für die Bundeswehr: Für den Einsatz in Afghanistan hat sie das deutsch-israelische Drohnensystem „Heron“ geleast. Ein System, das schnell auch bewaffnet werden könnte. In der Nähe von Tel Aviv erlernen deutsche Soldaten den Umgang mit dem System. Die US-amerikanischen Streitkräfte sind schon weiter. Das Verteidigungsministerium hat das Ziel formuliert, dass bis 2015 ein Drittel der bewaffneten Fahrzeuge und Flugzeuge der US-Armee aus Robotern bestehen soll. Damit nicht genug: Der US-Forscher Ronald Arkin versucht, Kriegsmaschinen mit einem künstlichen Gewissen zu entwickeln, die die Kriegskonventionen verinnerlicht haben. Die Maschinen sollen selbst entscheiden, wann tödliche Gewalt angewendet wird.

Mi, 5. Jun · 03:45-04:30 · PHOENIX
Fliegen heißt Siegen – Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa

Immer noch fällt vielen deutschen Unternehmen der Umgang mit der eigenen Rolle im „Dritten Reich“ schwer – und immer noch sind viele spannende Fälle nicht erzählt. Einer der interessantesten unter ihnen ist jener der deutschen Lufthansa. Die Lufthansa verweist in der Regel darauf, dass es sie als Unternehmen erst seit 1955 gibt, sie also gar keine Vergangenheit im NS-Regime haben kann. Neu gegründet wurde sie aber in der Nachkriegszeit mit dem Namen, dem Emblem – und einem Teil des leitenden Personals jener Lufthansa, die es zwischen 1926 und 1945 gab. Erfolgreich hat der Konzern es immer wieder verstanden, sämtliche unerwünschten Spuren aus der Zeit vor 1945 zu verwischen. Dabei verbirgt sich hinter den immer wieder gern beworbenen Nostalgieflügen mit der JU-52 eine erstaunliche und beklemmende Geschichte: 1933, unmittelbar nach der NS-Machtübernahme, beginnen unter der Maske der zivilen Luftfahrt die Vorbereitungen für einen Angriffskrieg der völlig neuen Dimension. Die strengen Auflagen des Versailler Vertrags verbieten es dem Deutschen Reich, eine eigene Luftwaffe aufzubauen. Aus diesem Grund trifft Hitler ein Abkommen mit dem Vorstand der deutschen „Lufthansa“. Unter dem Vorwand der friedlichen Nutzung will man Linienflugzeuge produzieren, die später mit einfachen Mitteln zu Bombern umgerüstet werden können. Diese modernen Flugzeuge werden der „Lufthansa“ zur Verfügung gestellt, die darauf ihre – zunächst noch zivilen – Piloten schult. Und noch eine zweite Aufgabe fällt der „Lufthansa“ in Hitlers Eroberungsplänen zu. Sie soll im Falle des Krieges hinter den Linien die Wartung und Reparatur der Flugzeuge übernehmen. Dafür werden in den besiegten und besetzten Gebieten in Osteuropa auch einheimische Arbeitskräfte rekrutiert – und in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter eingesetzt.

Mi, 5. Jun · 12:55-15:10 · MGM
Der Schatten des Giganten

Colonel Marcus (Kirk Douglas) ist Amerikaner jüdischer Abstammung. Nach Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 soll er für die israelische Armee als Berater tätig werden. Er nimmt die Herausforderung an und gerät in Palästina in die Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern. – Aufwändig inszeniertes Starkino mit hochkarätiger Besetzung.

Fr, 7. Jun · 02:15-03:05 · PHOENIX
Tage, die die Welt bewegten: Entscheidung im Sechstagekrieg

In Großbritannien haben gerade die Beatles ihr Album „Sergeant Pepper“ herausgebracht. In den USA verweigert Muhammad Ali den Wehrdienst und bekommt dafür seinen Weltmeistertitel im Boxen aberkannt, und in Afrika erklärt Biafra seine Unabhängigkeit. Doch die Welt schaut auf den Nahen Osten. Die Spannung, die sich dort seit Monaten zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten aufgebaut hat, ist nun explodiert.Am 5. Juni greift die israelische Luftwaffe mit einem Präventivschlag Ägypten, Jordanien und Syrien an. Kurze Zeit später besetzen Bodentruppen den Gazastreifen und marschieren in den Sinai ein. Gleichzeitig kommt es in der geteilten Stadt Jerusalem zu erbitterten Kämpfen zwischen israelischen und jordanischen Truppen. 16 Stunden sind bereits seit Kriegsbeginn vergangen. Uzi Narkiss ist verantwortlicher General auf israelischer Seite. Er ist besorgt, war darauf nicht vorbereitet. Doch Narkiss erkennt sofort die Chance, Ostjerusalem endlich unter israelische Kontrolle zu bringen und die Stadt wieder zu vereinen ? etwas, was 19 Jahre zuvor nicht gelungen war. Zirka 60 Kilometer entfernt, in der jordanischen Hauptstadt Amman, sitzt der Mann, der das Kommando über die arabischen Streitkräfte innehat. Wie auch für Narkiss setzt König Hussein alles auf eine Karte.

Sa, 8. Jun · 03:20-04:42 · arte
Hip-Hop, The World Is Yours

Ein Roadmovie auf den Spuren des Hip-Hops, auf den Spuren einer Lebensform und Überlebensstrategie: Vom vereinigten Deutschland nach Frankreich, von Afrika bis nach Israel – der Dokumentarfilm begibt sich auf eine Reise in die Geschichte des Hip-Hops. Die New Yorker Bronx der 70er Jahre war die Wiege des Hip-Hops. Heute ist diese Musikrichtung weit mehr als nur ein lässiger Stil: Mit Breakdance und Graffiti hat der Hip-Hop die Straßen erobert und ist zur urbanen Jugendkultur geworden. Viele glauben, bereits alles über Hip-Hop zu wissen. Doch der Dokumentarfilm „Hip-Hop, The World Is Yours“ sprengt alle Klischees, die mit diesem Musikgenre verbunden sind, und öffnet den Blick auf die einende Kraft einer globalen Bewegung. Aus den USA nach Europa und dann in die ganze Welt importiert, entstand der Hip-Hop in den 60er und 70er Jahren in den großstädtischen Brennpunkten. Geprägt von sozialen Unruhen und Rassismus, Gewaltbereitschaft und Intoleranz sowie der erstarkenden Identität der Minderheiten. Auf packende Art vermittelt der Film eine optimistische Botschaft von Hoffnung und Versöhnung. Er demonstriert, wie die Musikgattung Hip-Hop ohne Tabus ganz unterschiedliche Menschen begeistert und im Protest zusammenführt: Berliner und Hamburger Rapper, Pariser Vorstadtkids, Juden aus Israel, Palästinensische Jugendliche und afrikanische Frauenrechtlerinnen. „Hip-Hop, The World Is Yours“ ist die mitreißende Chronik einer explosiven Revolte an der Schnittstelle zwischen Politik und Kunst.

Sa, 8. Jun · 06:45-07:00 · SWR
Meine Geschichte: Verfolgt von den Nazis – Hugo Höllenreiner

Als Hugo Höllenreiner 1933 in München Giesing geboren wird, scheint die Bedrohung durch den Nationalsozialismus noch fern: Der Vater ist Wehrmachtsoldat, die Schwester stolz auf ihre BDM-Uniform. Das ändert sich schlagartig im November 1941. Die Familie wird ins „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort erlebt Hugo grauenvolle Dinge: die Gaskammern und Mengeles Experimente. Was ihn überleben lässt, ist der Zusammenhalt der Familie. Im Sommer 1944 werden sie weitertransportiert: von Ravensbrück über Mauthausen nach Bergen-Belsen. In Ravensbrück werden Mutter und Tanten zwangssterilisiert, der Vater gelangt nach Sachsenhausen, wo er den Krieg nur knapp überlebt. Am 15. April 1945 werden die Höllenreiners von der britischen Armee befreit. Hugo Höllenreiner hat erst vor wenigen Jahren begonnen, über die Zeit im Konzentrationslager zu reden.

Sa, 8. Jun · 07:00-07:15 · SWR
Brundibár – Eine Kinderoper aus dem KZ Theresienstadt

Die Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása und Adolf Hoffmeister wurde vor allem wegen der Rolle für die Insassen des Konzentrationslagers Theresienstadt berühmt. Dort wurde sie über 50 Mal offiziell gespielt und unzählige Male inoffiziell – auf den Gängen der Wohnbaracken und in Hofecken. Dass die Kinderoper wichtig war, sahen auch die Nazis des Lagerkommandos und wählten sie als Beweis des „schönen Lebens“ im „Kurort Theresienstadt“ für die Inspektion des Internationalen Roten Kreuzes am 23. Juni 1944. Die Sendung dokumentiert das deutsch-polnische Projekt, das 2011 unter der Leitung der norwegisch-polnischen Musikerin Bente Kahan in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) und der Stiftung Genshagen entstand. Mit dabei waren deutsche und polnische Kinder und Jugendliche zwischen sieben und achtzehn Jahren. Unterstützt wurden sie von namhaften Künstlern aus Holland, Bulgarien, Polen und der Türkei. Ein Höhepunkt der Dokumentation sind die Erinnerungen der Zeitzeugin Eva Hermanova. Als damals 14-Jährige sang sie bei den Aufführungen von „Brundibár“ in Theresienstadt im Kinderchor mit.

Sa, 8. Jun · 07:15-07:45 · SWR
Mein Himmel ist voller Musik – Die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff

Ella Milch-Sheriff wuchs in Israel mit dem Schweigen ihres Vaters auf. Erst als sie sein Tagebuch liest, erfährt sie von seinem grausamen Geheimnis. „Der Himmel ist leer“ hatte der verzweifelte Baruch Milch in sein Tagebuch gekritzelt, 1942, nachdem die Deutschen seine junge Frau und seinen kleinen Sohn ermordet hatten. In Israel gründete er eine neue Familie. Aber er sprach nicht über das, was geschehen war. Seine Tochter Ella wuchs mit diesem Schweigen und der vermeintlichen Kälte der Eltern auf, die sie nicht verstand – bis Dr. Milch seiner 13-jährigen Tochter sein Tagebuch in die Hand drückte. Mit der Oper „Baruchs Schweigen“ hat Ella Milch-Sheriff seine Geschichte und ihre Kindheit verwoben und in Musik übersetzt.

Sa, 8. Jun · 20:15-22:30 · Sat.1
Leg dich nicht mit Zohan an

Komödie mit Adam Sandler in der Hauptrolle als Ex-Mossad-Agent, der in Israel seinen eigenen Tod inszeniert und nach New York City auswandert, um dort den Beruf des Frisörs zu ergreifen. Innerhalb kürzester Zeit wird er beim weiblichen Klientel zum Star – doch dies lässt seine Gegner auf ihn aufmerksam werden.

So, 9. Jun · 15:45-16:00 · BR-alpha
Bayerisches Heimatmuseum: Eine Hose steht ihren Mann – Levi Strauss-Museum Buttenheim

Die Jeans: Es gibt kaum ein Kleidungsstuck, das so nachhaltig Geschichte geschrieben hätte. Ob als robuste Arbeitskleidung, als Ausdruck des Aufbegehrens, als „Markenzeichen“ von Jugend und Lässigkeit oder sogar Kult- und Sammelgegenstand – Jeans sind weltweit das Kleidungsstück des 20. Jahrhunderts geworden. Nur wenigen ist bekannt, dass der ,,Erfinder“ der Jeans, Levi Strauss, aus dem oberfränkischen Buttenheim stammt. Seine Familie lebte dort vom Hausierhandel. Wie viele Juden Oberfrankens wanderte er „in die neue Welt“, nach Amerika, aus, wo er ab 1847 im Handelsunternehmen seiner Brüder arbeitete. Als wenige Jahre später der ,,Goldrausch“ begann, verlagerte Levi Strauss sein Geschäft nach Kalifornien. Er finanzierte die Patente für eine mit Nieten verstärkte Denimhose, ideal für Goldgräber, Arbeiter und Bauern – der Siegeszug der Blue Jeans begann. Heute erinnert das Levi Strauss Museum in seinem Geburtshaus an den berühmten Sohn Buttenheims und sein Produkt.

So, 9. Jun · 23:30-01:00 · NDR
Ein Fall für Annika Bengtzon – Nobels Testament

Auf der exklusiven Nobelpreisgala geben sich prominente Wissenschaftler aus der ganzen Welt ein einzigartiges Stelldichein. Reporterin Annika Bengtzon soll über das glamouröse Großereignis berichten. Doch daraus wird nichts. Die Festivität ist auf dem Höhepunkt, als dort ein blutiges Attentat verübt wird – direkt vor Annikas Augen. Während in allen Redaktionen die Drähte heiß laufen, darf ausgerechnet Annika als Tatzeugin über den tödlichen Zwischenfall nicht berichten. Caroline von Behring, Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, erliegt noch am Tatort ihren schweren Verletzungen, das Leben des israelischen Professor Aaron Wiesel hängt an einem seidenen Faden. Da der jüdische Wissenschaftler für seine umstrittene Stammzellenforschung den Nobelpreis für Medizin erhalten hat, ist das Attentat auf ihn offenbar politisch motiviert. Während alle Ermittlungen in diese Richtung laufen, vermutet Annika, dass Caroline von Behring nicht zufällig in der Schusslinie war. Ein Gespräch mit deren Kollegin Birgitta Larsén, die anscheinend mehr weiß, als sie sagt, erhärtet den Verdacht. Kurz darauf meldet sich der junge Laborant Isaksson, der Annika Informationen über den Attentäter verkaufen will. Aber dazu kommt es nicht, denn der Chemiker stirbt bei einem mysteriösen Unfall. Die Reporterin ist auf der richtigen Spur, ahnt aber nicht, dass sie in Lebensgefahr schwebt.

Mo, 10. Jun · 08:55-10:24 · arte
Die Spione von Warschau (1/2)

Warschau, 1937: Französische und deutsche Geheimagenten liefern sich ein unsichtbares Gefecht auf dem Schlachtfeld der Spionage. Der neue Militärattaché an der französischen Botschaft, Jean-François Mercier, wird in eine Welt von Entführung, Verrat und Intrige in den diplomatischen Salons und Seitengassen der Stadt gezogen. Packender Spionagethriller von Coky Giedroyc, Regisseurin der Erfolgsserie „The Hour“. Diplomat Jean-François Mercier tritt seinen Posten in Warschau an der französischen Botschaft an. Abwechslung von den strengen militärischen Reglements und seiner repräsentativen Aufgabe als Stellvertreter Frankreichs in Polen verschaffen dem gutaussehenden Aristokraten, dessen militärische Orden an seine Vergangenheit als Kriegshelden im Ersten Weltkrieg erinnern, seine nächtlichen Spionage-Einsätze. Zusammen mit seinem Chauffeur Marek unternimmt er einen hochriskanten Streifzug über die Grenze auf das deutsche Gebiet, wobei seine Vermutung, einer bevorstehende Invasion der Deutschen in Polen, bestätigt wird. Um mehr über die Absichten der Nazis zu erfahren, braucht er einen deutschen Spion. Durch den Lockvogel Olga Musser, die sich als polnische Comtesse ausgibt, kann Mercier den deutschen Ingenieur Edward Uhl für Mercier als Informanten gewinnen. Uhl liefert Mercier Pläne, über die Aufrüstung der deutschen Panzereinheiten und den Hinweis, wo die Nazis ihre Panzer testen. Nach einer gefahrvollen Undercover-Reise in den Schwarzwald gibt es keinen Zweifel mehr: Deutschland plant einen Angriff auf Polen und vermutlich auch auf Frankreich über das belgische Ardennengebirge. Und Mercier ist in der Pflicht sein Vaterland Frankreich vor dieser Bedrohung zu warnen. Als die Gegenspionage der Nazis jedoch Uhl auf die Spur kommt, kann Mercier ihn zwar retten, aber für Olga kommt jede Hilfe zu spät. Auf einer Abendveranstaltung lernt Mercier Anna Skarbek kennen, die als Anwältin für den Völkerbund arbeitet. Die betörende Pariserin mit polnischen Wurzeln lebt mit Max Mostov, einem sowjetischen Journalisten, zusammen. Als Mercier Annas Charme erliegt und sich in sie verliebt, gefährdet die leidenschaftliche Affäre nicht nur Merciers Spionagearbeit, sondern auch das Leben Annas. Von dem jüdisch-russischen Ehepaar Rozen, das von den Sowjets verfolgt wird, erhält Mercier nützliche Informationen über einen potenziellen deutschen Überläufer in Berlin. Die Rozens werden von den Russen in Polen aufgespürt, und nur Mercier und Mareks Eingreifen verhilft ihnen Flucht. Er ist bereits auf dem Weg in die Tschechoslowakei, um den deutschen Überläufer zu treffen, da wird Mercier an Olgas Grab von den Deutschen in einen Hinterhalt gelockt …

Mo, 10. Jun · 09:10-12:30 · MGM
Exodus

1947 versuchen Juden aus aller Welt, in Palästina eine neue Heimat zu finden. Per Schiff begeben sich 600 Heimatlose in das gelobte Land, werden jedoch von den Briten auf Zypern festgehalten. Ari Ben Kanaan (Paul Newman) will die Weiterfahrt des Schiffes „Exodus“ erzwingen. – Monumentales Meisterwerk, Oscar für die beste Filmmusik.

Mo, 10. Jun · 22:25-23:25 · 3sat
Vis-à-vis: Ágnes Heller

„Freiheit ist das höchste Ideal meines Lebens“: Das Denken der Philosophin Ágnes Heller dreht sich seit jeher um Leben und Freiheit als die obersten Werte der Menschheit. Heute, wo ihr Heimatland Ungarn einen rechtsnationalen Ruck erlebt, ist ihre Stimme aktueller denn je. Ágnes Heller wurde 1929 in Budapest geboren. Sie ist jüdischer Herkunft. Während der Zeit der NS-Diktatur wurden ihr Vater und viele Verwandte Opfer der Judenverfolgung. Ihr selbst gelang es gemeinsam mit ihrer Mutter, der Deportation und Ermordung zu entgehen. Nach dem Krieg promovierte Heller bei Georg Lukács in Philosophie und wurde seine Assistentin. Nach jahrzehntelanger politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 nach Australien, wo sie in Melbourne eine Soziologie-Professur innehatte. 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Seit ihrer Emeritierung lebt Ágnes Heller in Budapest und engagiert sich im Kampf gegen den wieder erstarkten Nationalismus und Antisemitismus in ihrer Heimat. Sie habe, sagt die Philosophin, zwei totalitäre Systeme überlebt, den Nationalsozialismus und den Stalinismus. Da mache ihr der jüngste Versuch, die Demokratie in Ungarn zurückzudrängen, keine Angst. Sie fürchte sich nicht, sie sei nur empört. Wenn es um Freiheit gehe, sagt sie, dürften die Philosophen nicht schweigen.

Mo, 10. Jun · 23:30-01:00 · SWR
Allah in Ehrenfeld – Der Bau der Kölner Moschee

In Köln leben über 120.000 Muslime. Die rheinische Metropole hat damit prozentual mehr Einwohner islamischen Glaubens als jede andere deutsche Großstadt. Bisher war der berühmte gotische Kölner Dom das Wahrzeichen der Stadt. Nun soll ein zweites spektakuläres Gotteshaus die Skyline prägen: Im innenstadtnahen Viertel Ehrenfeld wird eine der größten und modernsten Moscheen Europas errichtet – von Paul Böhm, dem Architekten aus der renommierten Architekten-Dynastie, die für ihre christlichen Kirchenbauten berühmt ist. Doch schon der Entwurf für den weithin sichtbaren Kuppelbau mit den zwei Minaretten spaltet die Stadt in vehemente Gegner und Befürworter. Es geht um mehr als ein Bauwerk: ein hochemotionaler Streit um die Integration von Muslimen entsteht. Mittendrin: der ehemalige CDU-Oberbürgermeister der Stadt Fritz Schramma, der SPD-Bezirksbürgermeister des betroffenen Stadtviertels Josef Wirges, der Architekt Paul Böhm, der Autor Ralph Giordano, der Dialogbeauftragte des türkischen Bauherrn DITIB Bekir Alboga, dessen Pressesprecherin Ayshe Aydin, sowie die junge engagierte Türkin Afife Akdeniz. Während der jüdische Publizist Giordano sich vehement und provokant gegen den Bau des repräsentativen Bauwerks ausspricht, kämpfen die Politiker Seite an Seite mit der türkischen DITIB für die Moschee. Ein weiterer Mitspieler ist die rechtsextreme Gruppe Pro Köln, die die Ängste vieler alteingesessener Kölner nutzt und sie für ihre politischen Ziele instrumentalisiert. Schauplatz der Handlung ist der ehemalige Arbeiter-Vorort Ehrenfeld. Er wird gern als der Kölner Stadtteil gelobt, in dem das multikulturelle Zusammenleben besonders gut funktioniert. Die Deutschen kaufen in den türkischen Gemüseläden ein, die Studenten essen ihren Döner und die Deutsch-Türken sprechen nicht selten Kölner Slang. Es herrscht ein Klima liberaler Offenheit. Doch viele alteingesessene Ehrenfelder befürchten, dass das fragile multikulturelle Gleichgewicht im Viertel durch ein repräsentatives islamisches Bauwerk kippen könnte. Sie empfinden die neue Moschee als türkisches Machtsymbol und haben Angst, dass ihnen die vertraute Umgebung fremd wird. Vom plötzlich massiv aufbrandenden Widerstand werden selbst die erfahrenen Stadt-Politiker überrascht, für viele Muslime, die seit Jahrzehnten in Ehrenfeld leben, ist er ein Schlag ins Gesicht. Sie glauben, dass ihnen ein würdiges Gebetshaus zusteht, und verstehen die Ängste ihrer deutschen Nachbarn nicht. Viele junge Türken fühlen sich in der deutschen Gesellschaft nicht zuhause, besinnen sich wieder auf ihre Wurzeln und wenden sich der islamischen Religion zu. Eine entscheidende Frage drängt sich immer mehr in den Vordergrund: Wird die Moschee die Integration der Muslime fördern oder trägt sie eher weiter zu ihrer Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft bei? Der Film von Birgit Schulz und Gerhard Schick zeigt die ersten heftigen Proteste gegen den Moscheebau im Jahr 2007, kurz nachdem die Pläne in der Bevölkerung bekannt wurden. Er folgt dem turbulenten Verlauf der Ereignisse – von den aufgeregten Gegendemonstrationen bis zur Erteilung der Baugenehmigung, vom Abriss der alten Moschee und den aufwändigen Bauarbeiten bis hin zum fast fertigen Neubau im Jahr 2012. Als der Moscheebau nach fünf Jahren vor seinem Abschluss steht, kommt es zu einem neuen, unerwartet heftigen Eklat: Die DITIB entlässt den Architekten, ein Baustopp droht und das ganze Projekt steht kurz vor der Fertigstellung plötzlich auf dem Spiel …

Di, 11. Jun · 08:55-10:23 · arte
Die Spione von Warschau (2/2)

1939, der Krieg wirft seine Schatten über Europa: Colonel Mercier setzt alles daran, einen hochrangigen Informanten in Berlin zu gewinnen. Doch das französische Militär will Merciers Warnungen eines bevorstehenden Einmarschs in Polen nicht genügend Gehör schenken. Mercier kann sich aus den Händen der deutschen Entführer befreien. Unbeirrt arbeitet er daran, den französischen Generalstab von dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen und Frankreich selbst zu warnen. In der Tschechoslowakei macht er den deutschen Lehrer Julius Halbach ausfindig, der von der Gestapo als Verräter gesucht wird. Mercier bietet ihm an, ihm die Ausreise in die Schweiz zu ermöglichen, wenn er den Kontakt zu einem alten Freund in der Gestapo-Zentrale in Berlin herstellt. Mercier und Halbach reisen zusammen nach Berlin, in die Höhle des Löwen, wo sie einen neuen Informanten, angesiedelt im IN6, der wichtigen Strategieabteilung, treffen. In Warschau erklärt Pakulski inzwischen Anna, dass Max Mostovs Verschleppung durch die Russen nicht Merciers Schuld sei. Doch Anna sieht keine Zukunft in ihrer Liebe zu Mercier. In Paris erreicht Mercier für seinen heldenhaften Einsatz für sein Vaterland Lob und Beförderung, aber der Generalsstab zweifelt an den Informationen aus Deutschland und bleibt seinen bisherigen Glauben an die Wirksamkeit der Maginot-Linie treu. Begleitet von dem jüdisch-russischen Ehepaar Rozen flüchtet Mercier niedergeschlagen auf seinen Landsitz ins Elsass. Als die Sowjets das neue Versteck der Rozens herausfinden und einen Killer auf sie ansetzen, fliehen die beiden in die Bretagne und Merciers Kampfgeist wird erneut entfacht. Er kehrt nach Warschau zurück. Dort muss er feststellen, dass der deutsche Informant absichtlich Fehlinformationen an das französische Militär geliefert hat. Auf der Drei-Nationen-Konferenz in Paris trifft Mercier den totgeglaubten Max Mostov wieder, der die ganze Zeit als russischer Spion gearbeitet hat. Bei Kriegsausbruch im September 1939 ist Mercier wieder in Warschau. Er will Anna nach Frankreich holen und Pakulski helfen, die Goldreserven der polnischen Nationalbank vor den Nazis zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn deutsche Panzer rollen bereits in Polen und an der Ostgrenze des Landes stationieren die Russen ihre Truppen …

Mi, 12. Jun · 23:40-00:34 · arte
Die Erfindung des Abendlandes (1/2)

Zwei Jahrhunderte vor Christus übersetzten Rabbiner die Thora aus dem Hebräischen ins Altgriechische. Diese Übersetzung sollte unter dem Namen Septuaginta in die Geschichte eingehen. Die Dokumentation zeigt, wie es zu dieser Begegnung zwischen jüdischem und griechischem Gedankengut kam, die der Moderne den Weg bereitete. Jerusalem und Athen, Mose und Homer: Der eine galt lange als Verfasser der Thora, dem anderen werden Ilias und Odyssee zugeschrieben. Der Prophet Mose war eine zentrale Figur in der Geschichte des monotheistischen jüdischen Volkes, Homer der wohl bedeutendste Schriftsteller im polytheistischen Griechenland der Antike. Ihre einzigartigen Werke übten nachhaltigen Einfluss auf die Geschichte Europas und der ganzen Welt aus. Rund 200 Jahre vor Christi Geburt entstand die als Septuaginta bezeichnete erste Bibelübersetzung ins Altgriechische. Sie war das Ergebnis einer langen Auseinandersetzung jüdischer Gelehrter mit dem hellenistischen Gedankengut und kann als ein Wegbereiter für die moderne Welt gelten. Die Dokumentation beleuchtet die Umstände dieser bedeutenden, jedoch alles andere als selbstverständlichen Begegnung und Verschmelzung.

Do, 13. Jun · 00:35-01:28 · arte
Die Erfindung des Abendlandes (2/2)

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Dokumentation steht die Septuaginta selbst. Sie ist die älteste durchgehende Übersetzung der Hebräischen Bibel in die altgriechische Alltagssprache und hat seit ihrer Entdeckung im Sinai Politik, Kirche und Gesellschaft in Europa nachhaltig beeinflusst.. Zwei Jahrhunderte vor Christus übersetzten Rabbiner die Thora aus dem Hebräischen ins Altgriechische. Diese Übersetzung sollte unter dem Namen Septuaginta in die Geschichte eingehen. Die Dokumentation zeigt, wie es zu dieser Begegnung zwischen jüdischem und griechischem Gedankengut kam, die der Moderne den Weg bereitete. Jerusalem und Athen, Mose und Homer: Der eine galt lange als Verfasser der Thora, dem anderen werden Ilias und Odyssee zugeschrieben. Der Prophet Mose war eine zentrale Figur in der Geschichte des monotheistischen jüdischen Volkes, Homer der wohl bedeutendste Schriftsteller im polytheistischen Griechenland der Antike. Ihre einzigartigen Werke übten nachhaltigen Einfluss auf die Geschichte Europas und der ganzen Welt aus. Rund 200 Jahre vor Christi Geburt entstand die als Septuaginta bezeichnete erste Bibelübersetzung ins Altgriechische. Sie war das Ergebnis einer langen Auseinandersetzung jüdischer Gelehrter mit dem hellenistischen Gedankengut und kann als ein Wegbereiter für die moderne Welt gelten. Die Dokumentation beleuchtet die Umstände dieser bedeutenden, jedoch alles andere als selbstverständlichen Begegnung und Verschmelzung.

Fr, 14. Jun · 17:15-17:45 · BR-alpha
Das Prinzip Lernen 1/7

In den ersten Kindheitsjahren wird der Grundstein für das Netzwerk der Nervenzellen gelegt. Im Kindergarten von heute wird daher vor allem spielerisch gelernt. Spezielle Bildung für Kleinkinder gab es aber schon in der Antike. Wie sich Kleinkinder entwickeln, darüber existieren heutzutage jede Menge Forschungsanalysen. Experimente haben gezeigt, dass bestimmte Fähigkeiten in bestimmten Phasen erworben werden. In den ersten Jahren der Kindheit wird der Grundstein für das Netzwerk der Nervenzellen gelegt. Damit können sich Kinder schon im Vorschulalter viele geistige, soziale und körperliche Fähigkeiten aneignen. Doch über das Prinzip Lernen macht sich nicht erst die moderne Wissenschaft Gedanken, bereits frühe Kulturen beschäftigten sich damit, unter anderem auch die griechische Antike. Schließlich leitet sich aus dem Altgriechischen der Begriff Pädagogik her: „Paideia“ beinhaltet sowohl Bildung als auch Erziehung – ein ganzheitliches Konzept. Von Anfang an erkannte man dabei den Zusammenhang von Lernen und Spielen. So stammt bereits vom Philosophen Platon ein Entwurf für eine Art Kindergarten. Comenius‘ Vorschulerziehung In der Neuzeit richten sich die Bildungskonzepte zunächst vor allem an die Eltern. 1633 verfasst der böhmische Ordensbruder Johann Amos Comenius die erste umfassende Theorie der Vorschulerziehung: das „Informatorium der Mutterschul“. Comenius erkennt bereits die Potenziale der frühen Kindheit und will sie für Bildung und Erziehung nutzen. Für die einzelnen Entwicklungsstufen gibt er Ratschläge, wie Eltern ihre Kinder in „Tugend, Arbeit und Beredsamkeit“ über können. Das vorrangige Erziehungsziel bleibt auch bei Comenius – ein Erbe aus dem Mittelalter – die Gotteserkenntnis. Friedrich Fröbel gründet ersten Kindergarten Begründer und Namensgeber des Kindergartens war Friedrich Fröbel. Der Pfarrerssohn holt sich Anregungen unter anderem beim großen Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi und startet 1840 den ersten Modellversuch für einen Kindergarten im thüringischen Bad Blankenburg. Fröbel setzt auf das didaktische Element des Spielens und lässt von Handwerkern spezielle Spielgaben entwickeln. Sie bauen aufeinander auf und vermitteln je nach Altersstufe gezielte Lerninhalte. Fröbels Konzept ist zukunftsweisend, allerdings kann sich nur das Bürgertum den Kindergartenbesuch leisten. Arme Kinder lernen Lesen und Schreiben allenfalls in Kinderbewahranstalten. Montessori-Pädagogik In der folgenden Zeit setzt sich immer mehr die Vorstellung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit durch. Eine Wegbereiterin dafür ist die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. „Hilf mir, es selbst zu tun“, ist der Grundsatz ihres Erziehungskonzepts. Montessori entwickelt Fröbels Spielmaterialien weiter. Obwohl ihre Methode auch Kritiker fand, praktizieren bis heute Kindergärten in aller Welt die von ihr geschaffene Lernumgebung. Korczak: Kind hat Recht auf Achtung Noch stärker die Individualität des Kindes betont der polnische Arzt und Pädagoge Janusz Korczak. Er fordert „Das Recht des Kindes auf Achtung“, so der Titel seines Buches von 1928. In seiner Heimatstadt Warschau macht er sich als Leiter des jüdischen Waisenhauses einen Namen und setzt dort sein Gedankengut in die Praxis um. Er führt dort demokratische Strukturen ein. Die Kinder dürfen Erzieher und Betreuer in offenen Gesprächen kritisieren. Früher Drill in der NS-Zeit Liberale Ansätze wie die von Korczak haben im NS-Regime keine Chance mehr. Auch das Erziehungssystem wird gleichgeschaltet, Kinder sollen zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft gedrillt werden – und damit beginnt man schon in frühester Kindheit: „Es geht hinaus auf den ‚Kasernenhof‘ zum Exerzieren. In Rolf erkennt man jetzt schon die Führernatur … Jetzt spielen sie nicht mehr Soldaten, jetzt sind sie Soldaten“, heißt es über die Vorschulkinder in einer Ausgabe der Zeitschrift „Kindergarten“ von 1940.

Sa, 15. Jun · 21:45-00:10 · NDR
Der Untergang

Die blutjunge Münchnerin Traudl nimmt im November 1942 eine Stelle als Privatsekretärin Adolf Hitlers an. Die 22-Jährige weicht nun nicht mehr von der Seite des Diktators und folgt ihm im April 1945 in den Führerbunker der Berliner Reichskanzlei. Während in Berlin der Häuserkampf tobt, hält Hitler an Durchhaltebefehlen und hysterischen Visionen vom Durchbruch der deutschen Armee fest. Der beeindruckende Film basiert auf den Aufzeichnungen, die Traudl Junge kurz vor ihrem Tod veröffentlichte, und auf der Hitlerbiografie „Der Untergang“ des Publizisten Joachim Fest. Die Münchnerin Traudl Junge nimmt im November 1942 eine Stelle als Privatsekretärin Adolf Hitlers an. Die 22-Jährige weicht nun nicht mehr von der Seite des Diktators und folgt ihm im April 1945 in den Führerbunker der Berliner Reichskanzlei. Während draußen die Rote Armee vorrückt und die dezimierten deutschen Truppen im Häuserkampf aufreibt, bereitet Eva Braun im Bunker ein Fest zu Hitlers 56. Geburtstag vor. Bei dem Sektempfang bitten prominente Nazis ihren „Führer“, Berlin zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Doch von Kapitulation will Hitler nichts wissen. Mit Armeen, die nur in seiner Fantasie existieren, will er immer noch den „Endsieg“ herbeiführen. Weil Reichsinnenminister Himmler eigenmächtig mit den Alliierten verhandelt, lässt Hitler dessen Adjutanten Fegelein, Eva Brauns Schwager, exekutieren. Albert Speer, Rüstungsminister, Lieblingsarchitekt und treuer Gefolgsmann, teilt dem Führer mit, dass er aus Rücksicht auf die Zivilbevölkerung den Befehl missachtet habe, dem Feind „verbrannte Erde“ zu hinterlassen. Erschüttert von diesem Vertrauensbruch, beginnt der Führer zu weinen. Als es keinen Ausweg mehr gibt, diktiert er Traudl Junge sein Testament und heiratet Eva Braun: Der Standesbeamte muss Hitler fragen, ob er Arier sei. Hitler lässt sich von Prof. Haase den Gebrauch von Zyankali erklären und erteilt seinem persönlichen Adjutanten Günsche den Auftrag, seinen Leichnam zu verbrennen. Nach Hitlers Tod tötet Magda Goebbels ihre sechs Kinder. Danach erschießt Goebbels, bis zuletzt glühender Verehrer Hitlers, seine Frau und dann sich selbst. Mit knapper Not entkommt Traudl Junge dem Inferno.

1 Kommentar

  1. Shalom
    Schade,dass Sie in Ihre Übersicht die Serie HATUFIM von ARTE (Donnerstags um 20.15) nicht ernennen. Eine fantastiche Zusammensetzung von Realität, Gefühle, Hofnung und Leid.
    MfG

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