Mein politisches Testament

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Da mordet sich quasi spazierengehenderweise eine Nazi-Gang mit Hintermännern dreizehn Jahre lang quer durch Deutschland, ohne dass sie und ihr Netzwerk auffällig werden. Als die blutige Strecke und ihre Verzweiflungen dann endlich entdeckt werden, fällt die Bundesrepublik aus allen Wolken ihrer gehüteten Blindheit…

Von Ralph Giordano

Zwei spontane Fragen: Wo, um Himmels willen, waren die V-Leute, die herhalten müssen für die legale Fortexistenz der NPD?

Und was, wenn die Ermordeten nicht sogenannte „kleine Leute“ gewesen wären, dazu noch Menschen mit „Migrationshintergrund“, wie es heute so unschön heißt? Was, wenn die Opfer hochklassige Vertreter aus Politik, Wirtschaft oder Kirche gewesen wären? Eine Frage, die sich von selbst beantwortet.

Nichts hat so heftig an den mir von den Nazis injizierten Fluchtinstinkt appelliert wie die stellenweise bis an den Rand der Konspiration operierende Defensive der Schutz- und Sicherheitsorgane gegenüber der akuten braunen Gefahr. Ich fürchte mich, eingestandenermaßen! Aber nicht vor der braunen Pest, die sich da mitten unter uns mit sozialen Fäden geradezu wohnlich einrichten konnte, sondern vor der staatlichen und politischen Indifferenz ihr gegenüber. Davor fürchte ich mich.

Wie denn nicht, wenn sich fast siebzig Jahre nach meiner Befreiung durch die 8. Britische Armee am 4. Mai 1945 in Hamburg bestätigt: Hitler, und was der Name symbolisiert, ist wohl militärisch, nicht aber auch schon geistig, oder besser: ungeistig geschlagen worden? Wie denn nicht, wenn zwei Menschenalter nach dem Untergang des „Dritten Reiches“ plötzlich der Todfeind von gestern in Gestalt einer neuen Generation auftaucht, die nicht als Fremdenfeinde und Antisemiten geboren, wohl aber im Laufe ihres Lebens dazu geworden sind?

Da droht ein Bollwerk angetastet zu werden, hinter dem ich all die Jahre und Jahrzehnte lebe, hier in Deutschland, erst dem geteilten, dann dem wiedervereinigten – die demokratische Republik, der demokratische Verfassungsstaat! Sie sind mein Elixier, die Luft zum Atmen, die angesichts meiner biografischen Vergleichsmöglichkeiten einzige Gesellschaftsform, in der ich mich sicher fühle, etwas Kostbares, auf das sich mein ganzes Sein stützt. Deshalb: ob Christ oder Muslim, Jude oder Atheist, links oder rechts, Groß oder Klein: Wer die Demokratie attackiert, sie angeht, beschädigt oder gar aufheben will, der kriegt es mit mir zu tun, der hat mich am Hals! Damit erneuere ich aus akutem Anlass den Kriegszustand, in dem ich mich über ein ganzes Leben hin mit dem Nationalsozialismus und seinen Anhängern befinde.

Es ist die Ehre der Nation, jeden Menschen, woher auch immer er kommt, vor rassistischer Gewalt zu schützen. So wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte, den von der Mordserie betroffenen Familien (nach schmählichster Behandlung behördlicherseits!) alle Aufmerksamkeit und jede Fürsorge zukommen zu lassen. Das Politikum „Nationalsozialtischer Untergrund“/Zwickauer Zelle aber geht weit über diese Kreise hinaus.

Ich spreche von Zeitgenossen, in denen alte Ängste hochkommen, wenn sie die Nachrichten einschalten und dabei auf eine wahre Flut von einschlägigen Meldungen über den deutschen Rechtsextremismus stoßen. Ein Wort zu diesen „Seismographen“ der Gesellschaft. Das Deutschland von heute soll, es muss wissen, dass in ihm immer noch Menschen leben, die nicht vergessen können und nicht vergessen wollen. Es soll und muss wissen, dass immer noch Menschen da sind, die beim unfreiwilligen Einatmen der Auspuffschwaden des motorisierten Wohlstandsblechs an die Gaskammern von Auschwitz, die Gaswagen von Chelmno denken.

Deutschland soll, es muss wissen, dass in ihm immer noch Menschen weilen, die beim Anblick jeder Wunde, jeden Tropfen Bluts an die Mordgrube von Babi Yar am Rande von Kiew denken, an Tschechiens zerstörtes Lidice oder Frankreichs ausgelöschtes Oradour-sur-Glane. Dass es Menschen gibt, die zusammenzucken, wenn sie das ebenso begriffslos wie inflationär benutzte Wort „Einsatz“ vernehmen. Nachdem es doch die mobilen Todesschwadronen der „Einsatzgruppen“ gegeben hat, die hinter der deutschen Ostfront Hunderttausende von Juden umgebracht haben. Ich gebrauche diese Vokabel der „Lingua tertii imperii“, der „Sprache des Dritten Reiches“, der Barbaren, nie mehr. Es sei denn bei einer notwendigen Demonstration wie dieser.

Von solchen Menschen spreche ich hier, weil ich einer von ihnen bin. Und weil ich mich tief alarmiert fühle. Aber auch, wenn ich mich unnötig fürchten sollte – es ist schlimm genug, dass unsere Zeit mir solche Gedanken und Zweifel aufzwingt. Überlebende des Holocaust werden oft gefragt: „Wie haben Sie es geschafft, hierzubleiben, nach allem? Wie bringen Sie das über sich?“ Ich nehme die Gelegenheit wahr, darauf Antwort zu geben, meine Antwort: Dieses Deutschland hat mich gar nicht gefragt, was ich wollte oder nicht, ich bin angenagelt an dieses Land, es hat mir meine Unlösbarkeit eingerichtet. Wohin ich auch immer geflohen wäre – es hätte mich überall eingeholt. So bin ich denn geblieben, nicht als jüdischer Racheengel oder als verlängerter Arm des strafenden Jehova, sondern als einer, der sich sein ganzes Leben herumgeschlagen und herumgeplagt hat mit der Last, Deutscher zu sein, deutscher Jude oder jüdischer Deutscher, und der diese Last nicht abwerfen kann und nicht abwerfen will. Versöhnungsbereit gegenüber dem, der sich ehrlich müht, und das auch gegenüber jedem Nazi, der das tut, aber absolut unversöhnlich gegenüber jeder Art von Unbelehrbarkeit. So lautet mein politisches Testament.

© P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

46 Kommentare

  1. Fällt mir noch was auf: 

    „Von den 3 Millionen Türken in Deutschland, haben eine Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft.“
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    Abgesehen davon, dass, wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat, nicht zugleich Türke oder sonstwas, sondern einfach Deutsche/r  ist: die Zahlen stimmen nicht.
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    „Die größte Gruppe der in Deutschland lebenden Ausländer stellten Ende 2008 Türken dar (1.688.370 bzw. 25 %), … … Zugleich hat die Zahl der Ausländer mit türkischer Staatsbürgerschaft am stärksten abgenommen (-25.181). Dies entsprach einem Rückgang von etwa 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr, der zum großen Teil auf Einbürgerungen zurückzuführen ist.“ (aus: http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=090401).
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    Von 2008 bis jetzt dürften die Zahlen der hier lebenden TürkInnen nicht urplötzlich auf das fast Doppelte hochgeschnellt sein, im Gegenteil ist die Immigration seit Jahren rückläufig. Mehr TürkInnen ziehen seit Jahren aus Deutschland fort als dass sie noch herkommen, leider.
     

  2. „Ãœbrigens – in Deutschland leben viel mehr Muslime als Juden, trotzdem gibt es viel mehr Synagogen.“
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    Jaja,  und außerdem leben hier, wie in Umfragen rauskam, etwa 6 Millionen Jüdinnen und Juden. Beides ist dummerweise aber völliger bullshit, welcher Depp hat dir denn dieses Märchen von Moscheen und Synagogen erzählt. Musst nicht alles glauben :-) 
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    In jeder Stadt mit MuslimInnen gibt es auch mindestens eine bis zu mehreren Dutzend Moscheen, oft von unterschiedlichen islamischen Richtungen, die von den Gläubigen so benannt werden, und sei es auch „nur“ eine umgewidmete frühere Lagerhalle o.ä., die wenigsten davon für ihre jetzige Bestimmung erbaut noch mit Minaretten verziert.
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    „Nach Angaben des Zentralinstituts Islam-Archiv in Soest gab es im Jahre 2008 bundesweit 206 Moscheen sowie etwa 2.600 Bethäuser und andere ungezählte so genannte „Hinterhofmoscheen“. Weitere 120 Moscheen sollen in Bau oder in Planung sein.“
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    „Am 1. Januar 2010 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 95 Synagogen und 33 Gebetssäle.“ (Beides Wikipedia)

  3. Jane – schauen Sie sich doch mal das ERGEBNIS an!!! …bei  allen revolutionären arabischen “Frühlungstaumeleien“ sind schlussendlich nach scheinbar demokratischer Stimmabgabe ausdrücklich die ISLAMISCHEN Rechtsnormen der Sharia zur rechtlichen Basis der NEUEN arabischen DEMOKRATIEN – deren Gesetzgebung …Verfassung …geworden!!! …und dies demokratisch verbindlich rechtswirksam!!! KEINE einzige Demokratie in menschenrechtlichem Grundverständnis ist entstanden!!! …international betrachtet ein durchaus BITTERES Ergebnis – aber vom wählendem Volkeswille so …ganz genauso LEGITIMIERT! Nun sprich mal einer, dass hätte doch mit Religion …treffender ISLAM nix zu tun??? …auffassungsresistenter könnte mensch gar nicht sein!
     
    Jane …da kommt janz “demokratisch“ all dit Zeugs, wie Hände abhacken, Enthauptungen, Steinigungen, …zum Tragen.
     
    “Alboga: Von einem Intellektuellen habe ich ein anderes Niveau erwartet.“
    Ihn sollte man DIREKT da gleich einmal auf seine eigene Forderung verpflichten!!! ..plumpe Taqiya nix weiter …gerade Ditib sind massgeblich “führend“ im praktischen Umsetzen und Einfordern der Lehren des Propheten M.!!! …vollkommen unglaubwürdige “Sprachrohre“ menschenrechtsverachtender  “Vergangenheitsorgien“!!!
     
    “Wir wissen doch, dass nicht nur Mehmet seine Frau schlägt, sondern auch Hans….“ UNGLAUBLICH …welch Menschenbild “DIE“ haben …ist die Zeit nicht wert!!! …drüber zu ärgern
    …übrigens: der Pinguin-Vergleich ist schon seit jeher als “Bekleidungsprädikat“ für CHRISTLICHE Kloster-Nonnen bekannt – da hat’s noch NIE ’n vorwurfsvollen Aufschrei gegeben – nun Vergleiche mit Pinguinen sind jetzt auch nicht wirklich herabwürdigender Natur – ganz im Gegensatz zu welchen von “DENEN“ gegenüber NICHTmuslimen gewählten (z. B. werden von den musl. Halbwuchs-Macho-Prolls deutsche Mädchen = „Spermaeimer“ genannt …sie führen deren Ansicht nach KEIN g’ttgefälliges isl. “reines Leben“ …nun grad mal als Test-Schmutz-Müllobjekt “dienlich“ …u.s.w.  u.s.f.)!!!

    Jetzt aber schnell wieder zurück aus den vorvorgestrig versumpften „Niederungen“ irdischen Daseins 🙂

  4. Und nochmal, damit es auch der/dem Letzten klar wird: Adolf himself in „Mein Kampf“ zum Thema Religion und Judentum:
    „Das Judentum war immer ein Volk mit bestimmten rassischen Eigenarten und niemals eine Religion …. Welches Mittel aber wäre 
    zweckmäßiger und zugleich harmloser gewesen als die Einschiebung des geborgten Begriffs der  Religionsgemeinschaft? …  — aus dem ursprünglichen eigenen Wesen kann der Jude eine religiöse Einrichtung schon deshalb nicht besitzen, da ihm der Idealismus in jeder Form fehlt und damit auch der Glaube an ein Jenseits vollkommen fremd ist. Man kann sich aber eine Religion nach arischer Auffassung nicht vorstellen, der die Ãœberzeugung des Fortlebens nach dem Tode in irgendeiner Form mangelt. … Die jüdische Religionslehre ist in erster Linie eine Anweisung zur Reinhaltung des Blutes des Judentums … “ blabla usw.
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    Aufschlussreich auch dies:
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    „Auf dieser ersten und größten Lüge, das Judentum sei nicht eine Rasse, sondern eine Religion, bauen sich dann in zwangsläufiger Folge immer weitere Lügen auf. … “
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    Was hältst du davon, Jane? Unverschämterweise erlaubt es sich Herr Hitler da, dich einfach so der Lüge zu zeihen.

  5. Fast, aber nicht ganz offtopic, da es hier – auch – um Nazis geht: ich stellte kürzlich unter dem Artikel „Warum ich nicht stolz bin, ein Bayer zu sein“ den recht interessanten Link zu einigen gehackten Seiten mit +/- braunem background herein ( http://test.hagalil.com/2012/01/26/bayer-2/comment-page-1/#comment-30350 ). Diese Seite ist nicht mehr aufrufbar, s. http://vaggi.de/de/blog/abgelegt/74806-nazi-leaksnet-gesperrt.html . Schade, denn sie wurde ständig aktualisiert.

  6. Ganz OBJEKTIV wahrnehmbar ist auf jeden Fall, dass mehrheitlich “Muslime“ demokratische Rechtsordnungen ablehnen, und das übrigens in der ganzen Welt!!!

    Deshalb haben sie wohl im letzten Jahr zu tausenden sogar ihr Leben für die Durchsetzung derselben gelassen.

    Eine Korrektur – der Satz : ”Muslime können niemals zu vollwertigen Bürgern dieser Gesellschaft werden – weder als Individuen noch als Kollektiv….” stammt nicht von Herrn Giardano, sondern ist die Deutung des Journalisten, Islamismus und Rechtsextremismusexperten Eberhard Seidel.
    „Sie antworten wie jemand aus einem Kulturkreis, dem die kritische Methode völlig unbekannt ist. Diese Errungenschaft der abendländischen Kultur ist dem Islam völlig unbekannt.“ Dies ist, wenn nicht eine rassistische, so doch eine kulturalistische Argumentationslinie, die nur eine Schlussfolgerung zulässt: Muslime können niemals zu vollwertigen Bürgern dieser Gesellschaft werden – weder als Individuen noch als Kollektiv.
    http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2007/05/29/a0058
     
    Hier noch aus einem Interview mit dem Dibit-Beauftragten Alboga, dem Herr Giardano die Fähigkeit zur kritischen Methode absprach:
    Womit ich nicht gerechnet habe, waren die Einwürfe von Herr Giordano. Von einem Intellektuellen habe ich ein anderes Niveau erwartet. Er muss doch als Teil der jüdischen Minderheit in Deutschland wissen, wozu diese populistische Entwicklung führen kann. Innerhalb eines Jahres hat nach Umfragen die Angst vor dem Islam um zehn Prozent zugenommen!
    In Köln leben 120.000 Muslime, 80 bis 90 Prozent von ihnen sind türkischstämmig, Ditib vertritt die Mehrheit von ihnen.

    Konnten Sie deren Skepsis ausräumen? Auch Ralph Giordano hat das muslimische Frauenbild kritisiert und vor allem die Burka.
    Wenn er die Frauen, die eine Burka tragen, nicht mit Pinguinen verglichen hätte, hätte ich ihm recht gegeben. Die Unterdrückung der Frau hat in allen Gesellschaften stattgefunden. Wir wissen doch, dass nicht nur Mehmet seine Frau schlägt, sondern auch Hans….

    Ehrbegriff und Islam werden aber vermengt, auch von den Tätern. Was tut Ditib dagegen?
    Wir haben gemeinsam mit Christen eine Fachtagung gegen häusliche Gewalt, Zwangsehen und Ehrenmorde gemacht. Die Dokumentation von dieser Tagung verteilen wir überall. Nach dem Mord an Hatun Sürücü wurde in unseren Moscheen eine Predigt verlesen, die klargestellt hat, dass eine solche Tat nicht mit dem Islam vereinbar ist.

    ….Der Vorsitzende von Ditib ist quasi Botschafter des türkischen Staates. Er kommt aus der Türkei und spricht kein Deutsch.
    Unser Vorsitzender ist Botschaftsrat, gemäß dem Abkommen Deutschland-Türkei. Die deutschen Pfarrer in Istanbul sind auch beim deutschen Generalkonsulat angestellt. Unser neuer Vorsitzender, ist seit fünf Monaten hier. Er war beim Diyanet angestellt, hat in Rom katholische Theologie studiert, er kann Englisch, Italienisch, Arabisch und Türkisch und lernt jetzt erfolgreich Deutsch.
    http://www.taz.de/!1149/

     
    Ãœbrigens – in Deutschland leben viel mehr Muslime als Juden, trotzdem gibt es viel mehr Synagogen.
    Von den 3 Millionen Türken in Deuschland, haben eine Millionen die deutsche Staatsbürgerschaft.


  7. seid doch nicht solche Spielverderber.



     
    Spielverderber? Ja, wer denn, wo denn? Die spielen Ihr Spiel doch wunderbar mit. Wie eigentlich immer. Diese Leute schnallen bloß Ihre Intentionen nicht, noch immer nicht.



     
    Schamlos und pervers, wie Sie die Themen drehen, wie hier und immerzu und überall!




     
    Auch wenn Sie noch so mit Dreck herumwerfen, zur Sache, zu diesem Thema: Giordanos Text ist nichts hinzu zufügen!



     
     
     
     

  8. Noch was: den abgelehnten Kunstmaler (dessen Bilder ich persönlich übrigens gar nicht so übel finde, wäre er doch bloß dabei geblieben) als Deutungshoheit des umfassenden Begriffs „Judentum“ heranzuziehen und ihm zusätzlich zu unterstellen, er habe damit die jüdische Religion gemeint, ist abwegig. Aus so gut wie allen Verlautbarungen der National“sozialisten“ geht hervor, dass die jüdische Religion ihnen ziemlich gleichgültig ist bzw. als eine Art Folklore von „Untermenschen“ einsortiert wird, genau wie Animismus, dass sie Judentum vielmehr gleichsetzen mit „jüdischem Blut“ und „jüdischer Rasse“, vergl. auch dieses andere GröFaZ-Zitat vom 30.Januar 1939: „Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Welt noch einmal in einen Krieg zu stürzen, so steht am Ende nicht der Sieg des Bolschewismus, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa…“ Hinlänglich Bekannt sein dürfte auch, dass eine Taufe keine Rettung bedeutete (wie aber bei den christlichen Judenverfolgungen), sondern die Chimäre „Rasse“ im Sinne von Wertigkeit „des Blutes“ als eine zugkräftige Erfindung der Nazis betrachtet werden kann, wenn auch Anklänge dazu sich schon vor ihnen finden lassen, aber nicht in dieser tödlichen Konsequenz als entscheidend für die „Daseinsberechtigung“.
    .
    O-Ton „Mein Kampf“: „Der schwarzhaarige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blute schändet und damit seinem, des Mädchens, Volke raubt. Mit allen Mitteln versucht er die rassischen Grundlagen des zu unterjochenden Volkes zu verderben. So wie er selber planmäßig Frauen und Mädchen verdirbt, so schreckt er auch nicht davor zurück, selbst in 
    größeren Umfange die Blutschranken für andere einzureißen. Juden waren und sind es, die den Neger an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klaren Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren … “
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    Von Religion  ist da keine Rede. 

  9. “Aber welche es auch ist, ich lehne pauschalisierende Werturteile über Menschen, allein auf Grund des Umstands, dass sie der ein oder anderen Religion angehören, und eine darauf basierende Politik ab“
     
    Jane – dann tun Sie’s auch NICHT für dem Islam angehörige Menschen in Deutschland Wort ergreifen!!! …ist so NICHT besonders galubwürdig von IHNEN …
     
    Ganz OBJEKTIV wahrnehmbar ist auf jeden Fall, dass mehrheitlich “Muslime“ demokratische Rechtsordnungen ablehnen, und das übrigens in der ganzen Welt!!! …deren zentraler Glaube regelt BEREITS alle Lebensbereiche, sodass – weltliche …staatliche Rechtsnormen für sie nur rein informativen Charakter besitzen, ja für sie befremdlich sind! Das sollte von “Gut-Menschenrechtlern“ auch irgendwann mal so zu Kenntnis genommen werden!!! …so ist’s eben halt – ob’s gefällt oder nicht …an der Stelle absolut “WURSCHT“
     
    “… als ob irgend jemand beabsichtigen würde, das Händehacken einzuführen“
     
    Jane, überlegen Sie noch mal ganz genau!!! Sehr “mutig“, wenn Sie tatsächlich öffentlich die islamische Rechtsordnung “Sharia“ in Frage …zur Disposition stellen??? …gar als “schlechtwitziges“ Eventualereignis verharmlosend hinstellen …da kriegen Sie mit Sicherheit mächtig Ärger mit Ihren “Freunden“!!!
    …und Hände abhacken ist nun mal eine vorgesehene Strafe für begangenen Diebstahl im islamischen Rechtsverständnis …DAS können Sie nicht so a bissl “menschenfreundlich“ WEGREDEN!!! Schauen Sie mal nach, welche Strafe der Koran  für “UN“gläubige vorsieht, die es wagen, das Fundament des ISLAM in Frage zu stellen!
     
    “Probleme??? die endlich angegangen werden müssen um die Integration der Muslime zu vebessern“
     
    Jane, Sie “RÜTTELN“ an den Grundfesten des Islam und lästern diese als “Probleme“ …???

    Ich denke, Ihre Äußerungen zeigen DEUTLICH das Ausmaß Ihrer immensen Unkenntnis von den Dingen, über die so soo ausgiebig schwadronieren!!! Genau das ist das wirklich „Gefährliche“ im demokratischen Kontext – Sie verharmlosen leichtfertig FAKTEN islamischen Selbstverständnisses bis zur Unkenntlichkeit!!!

    Die im vorgennanten Artikel trefflich beschriebenen Fehlentwicklungen können doch auch Sie, Jane, als selbsternannte Menschenrechtlerin wohl uneingeschränkt bestätigen oder???

  10. Leute, die versuchen, anderen – nicht aus evtl. entschuldbarer Fahrlässigkeit, sondern konsequent immer wieder, wobei ein Mal noch anginge als stumpfe Waffe – ihren guten Namen durch Verstümmelung oder Falschschreiberei zu nehmen, disqualifizieren sich als Ernstzunehmende.
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    Dein „Siezen“, Jane, kannst du dir ebenfalls abschminken, ich jedenfalls empfinde es als affig. In Foren wird allgemein geduzt. Das ist eine schöne Errungenschaft des Internet, die das antiquitierte Anreden des Gegenüber im Plural den Resten der Klassengesellschaft überlässt. Wir sind hier nicht bei einer Behörde oder auf dem diplomatischen Parkett. Aber wenn du das nicht einsiehst: von mir aus. Erwidern tu ich das nicht.
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    Deinen Argumenten zu Giordano ist wenig entgegenzusetzen, hast Recht. Ich denke allerdings, dass, wie ich es schon ausführte, er lediglich den Spieß voll umdreht, den bestimmte aggressive Richtungen des Islam gegen den Geist des Grundgesetzes, weltweit generell gegen den Geist der in der UN niedergelegten Menschenrechte gerichtet haben.
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    Es ließen sich genug Zitate von ihm finden, die seine überspitzten Aussagen bei Weitem konterkarieren.
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    Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass er sich vom Gegenüber leicht provozieren lässt. Aber er ist ja auch kein Diplomat und Politiker und Redner, sondern ein Schriftsteller, was ihn zwar nicht entschuldigt, aber die Wichtung von im Affront Gesprochenen als rel. unwichtig erscheinen lässt. Trotzdem… hast Recht, und er könnte sich – was er x-mal bewiesenermaßen*) ja fertigbrachte – korrigieren.
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    *) Beispiel (Spiegel-online)

    “ … Burka-Trägerinnen als „Pinguine“ bezeichnete. Im Interview mit der 3sat-Sendung „Kulturzeit“ differenzierte er diese Aussage gestern Abend und präzisierte, dass Frauen durch den Zwang, das umstrittene Kleidungsstück zu tragen, zu Pinguinen gemacht würden.“ Er sagt „Zwang“. Also: entfällt der Zwang, gibts keine „Pinguine“, selbst wenn alle Frauen freiwillig(!) so rumliefen. Wie schön 🙂
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    Weiterhin sagte er (wieder lt. Spiegel-online): „Er selbst wäre sehr glücklich, wenn der Bau dieser großen Moschee ein Symbol für geglückte Integration wäre.“
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    Du meinst, der türkische Staat habe dem Moscheebau unter die Arme gegriffen. Ich halte das für sehr untertrieben: die Moschee-Erbauerin DITIB „untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei in Ankara und damit indirekt dem türkischen Ministerpräsidenten.“
    (Wikipedia) „Zu den Satzungszwecken der Organisation zählen die religiöse Betreuung, Aufklärung und Unterweisung der in Deutschland lebenden türkischen Muslime, Einrichtung und Unterhalt von Gebets- und Unterrichtsstätten … “
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    Und wie ich schon schrieb, wurde/wird diese demonstrative Durchsetzung des Willens des türkischen Staates resp. seines ohne Wenn und Aber rechtsorientierten Ministerpräsidenten auf dem Boden der BRD von vielen muslimischen Gemeinschaften kritisiert und abgelehnt, Giordano befindet sich also in guter Gesellschaft.
    .
    Trotzdem gefällt mir persönlich das Bauwerk als solches, genauso wie seine Bestimmung, wenn denn die wohlklingenden Äußerungen seiner glühenden BefürworterInnen sich in der
    Praxis bewahrheiten sollten, was aber durchaus noch nicht bewiesen ist, leider. Warten wirs ab.
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    Zur Dämpfung der Aufregung lese mensch vielleicht diese Stellungnahme von Anna Reimann: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,484685,00.html
    .
    Zitat:
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    „Die Erfahrung, Applaus von der falschen Seite zu bekommen und als Rechtspopulist dargestellt zu werden, hat nun Ralph Giordano gemacht – tatsächlich hat er nicht besonders differenziert argumentiert. Ihn aber flugs zu einem Rechtsradikalen zu stempeln, ist maßlos und demagogisch.“ Bingo!

  11. Das ist TEILS so richtig, aber doch nicht die ganze Wahrheit:


    Die Morde, bis auf den Mord an der Polizistin, sind rassistisch, Rassismus ist ihr Beweggrund, und das war er auch bei dem Versuch, die nach Lesart der Nazis als der “jüdischen Rasse” zugeordneten Menschen Europas zu vernichten, egal ob sie dem jüdischen, dem christlichen, sonst irgendeinem oder keinem Glauben angehörten.
     
    Ich stimme zwar vollkommen überein, dass Hitler aus dem Blickwinkel der angeblich überlegenen arischen Rasse, alle möglichen Menschen als minderwertig definierte; es ist aber wohl keine Frage, dass er dass er dem Judentum den Krieg erklärt hatte.
     
    Hitlers politisches ‚Testament‘ (ja er hat ein ‚politisches Testament‘ verfasst):


    Hitler versuchte kurz vor seinem Suzizid am 30. April 1945 in seinem politischen Testament seinen Anteil am Holocaust vor der Nachwelt zu rechtfertigen:
    „Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentlich Schuldige an diesem mörderischen Ringen ist: Das Judentum!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Endl%C3%B6sung_der_Judenfrage#Hitlers_politisches_Testament

     
    Also jetzt sagen Sie noch Efem, Hitler hätte nichts gegen das Judentum, sondern nur was gegen ‚die jüdische Rasse‘ gehabt.
     
    Dass sich hier allerdings Gruppen und Begriffe überschneiden und zwar auch in der Agenda der National-Sozialisten ist klar.

     
    Natürlich wird die Religion ständig als Indikator für Rassismus und als Kampfbegriff im negativen Sinn missbraucht (nicht zuletzt dauernd hier in diesem Forum/ Kampf der Kulturen), und dabei ist es ganz beliebig welche, die Mechanismen dahinter sind universal die gleichen und treten leider mitunter überall auf (und Israel ist da eben auch keine Ausnahme und Muslime und Christen, Deutsche, Weiße, Schwarze etc. auch nicht).
     

  12. Aber weiter im Text: mit welcher Berechtigung wirfst du alles Muslimische in einen Topf?


    Erstaunlich wie bemüht hier nicht wenige sind, denn Bock zum Gärtner zu machen. Das tue nicht ich – das tat Herr Giardanodenn er wetterte ja allgemein gegen Muslime und ausdrücklich gegen den Islam.
    Die Belege habe ich weiß Gott hier schon rein gestellt.

     
    Ich wiederhole es noch mal, was er einem muslimischen Akademiker in einer Talk-Show an den Kopf knallte:


    “Muslime können niemals zu vollwertigen Bürgern dieser Gesellschaft werden – weder als Individuen noch als Kollektiv….
     
    Dieser Satz alleine ist Rassismus pur, schlimmer gehts wirklich nicht.
    »Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem«
    Weiterhin spricht er von der schleichenden Islamisierung Deutschlands, der man entgegentreten müsse etc.
     
    Und weiterhin:


    Zur lokalen Dimension: Der wahre Bauherr der zentralen Großmoschee in Köln-Ehrenfeld ist, über ihren verlängerten Arm Ditib, die Religionsbehörde Dyanet in Ankara. Dort ist das Projekt ausgeheckt worden, für mich von Anfang an ein Zeichen der Landnahme auf fremdem Territorium, das Sym-bol einer integrationsfeindlichen Identitätsbewahrung, eine Kriegserklärung. Das einzig Gute an diesem einen verräte-rischen Schritt zu weit nach vorn: das durch Fehleinschätzung der Reaktionen unfreiwillige Bekenntnis zu den wahren Ab-sichten hinter der Fassade. Sollte der Bau in seiner jetzigen Gigantomanie tatsächlich hochgezogen werden, so geschähe das gegen den erklärten Willen einer nicht unbeträchtlichen Bevölkerungsmehrheit….


    Ich werde also auch weiterhin auf meiner kulturellen Selbst-bestim-mung beharren, auf einer Lebensform, die die meine ist und in mannigfacher Hinsicht mit der islamischen nicht übereinstimmt. Ich werde mich auch weiter abgestoßen fühlen durch verhüllte Frauen, wobei sich meine Abscheu nicht gegen die Frauen richtet, sondern gegen ein religiös dominiertes Patri-archat und seine Verwalter….


    Ich will sagen dürfen, dass ich die Scharia, das Gesetz des Islam, für notorisch grundgesetzwidrig halte,….(als ob irgend jemand beabsichtigen würde, das Händehacken einzuführen)

     
    http://etzel.wordpress.com/ralph-giordano-%E2%80%9Enicht-die-moschee-der-islam-ist-das-problem%E2%80%9C/
     
    Schlimmer und volksverhetzender gehts wirklich nicht, sei es den Bau der Moschee als eine feindliche Landnahme Ankaras zu bezeichnen oder Muslimen ‚kollektiv und individuell‘ die gleichberechtigte Teilhabe an der deutschen Gesellschaft verwehren zu wollen, das hat er dann zwar ein paar mal relativiert, aber er hat ähnliches so oft gesagt. Man kann das nur als Brandreden voller Kriegsrethorik bezeichnen, die allemal vollkommen unangebracht ist.
     
    Ich weiß wirklich was es da an rassistischer Rethorik da noch zu überbieten gibt.


    “Dieser Kampf ist in vollem Gange – und Europa, Deutschland stecken mittendrin.“
     
    Das soll nicht heißen, dass es nicht Probleme gäbe, Probleme die endlich angegangen werden müssen um die Integration der Muslime zu vebessern, z.Bsp. die Sprachförderung für türkische Kinder im Vorschulalter ist extrem wichtig und natürlich kann man in Deutschland nicht verfassungsfeindliche, terroristische Aktivitäten dulden, die von einer kleinen Minderheit von Islamisten tatsächlich betrieben werden und deshalb selbstverständlich zu Recht unter Beobachtung des Verfassungsschutz stehen. Nur mit der Lebenswirklichkeit der überwiegenden Mehrheit der Muslime in Deutschland hat das nichts zu tun.
     
    Aber Herr Giardano macht recht deutlich, dass er nicht eine bessere Integration will, sondern gar keine. Er will Muslime ausschließen, gläubige Muslime haben seiner Meinung nach grundsätzlich kein Recht an Teilnahme in der deutschen Gesellschaft, es sei denn sie trennen sich von ihrem Glauben. Zwischen Islamismus und Islam will er nicht unterscheiden, das sagt er ausrücklich selbst.


    Mit dieser Kriegsrethorik befindet er sich jedenfalls voll und ganz in Gesellschaft Rechts-Extremer, die meinen sich gegen die feindselige Landnahme wehren zu müssen. Würde das gleiche von Pro-Köln etc. velrautbart werden, dann würden jene hier, die zumindest nicht ganz so islamophob sind, entsetzt aufschreien, nur bei Herrn Giardano will man nicht sehen, was nun mal zu sehen und zu hören ist.

     
    Zu Giardanos erstaunlichem Wandel schreibt der Antisemitismusforscher Micha Brumlik:
    Ralph Giordano war einmal eine moralische Autorität in Deutschland….
    Nun jedoch, in seinem fünfundachtzigsten Jahr ist der Autor zu eben dem geworden, was er jahrelang analysiert und damit an den Pranger gestellt hat: zu einem von dumpfen Ressentiments getriebenen Kleinbürger, der – von undurchschauten Vorurteilen getrieben – seine liebe Not und Mühe hat, sich des überreichen Beifalls von der falschen, der rechten Seite zu erwehren. Mit seinem Engagement gegen die Errichtung einer Moschee in Köln-Ehrenfeld, mit Äußerungen in Interviews über tief verschleierte muslimische Frauen, die bei aller begrüßenswerten Gegnerschaft zum Islamismus jenseits des Akzeptablen stehen, sowie seinen düsteren Untergangsahnungen wurde der Aufklärer von einst zum Propheten von Rechts, zum selbststilisierten und selbstgerechten Siegelbewahrer westlicher Freiheit. …
    http://www.springerlink.com/content/q31k3133040m64w4/



    Herrn Brumliks Urteil in der Sache teile ich jedenfalls voll und ganz.

     
    Daher sehe ich seinem pathetisch benanntem ‚Testament‘ in erster LInie einen weiteren Versuch durch die Hintertür, die verlorene Ehre wieder herzustellen, diesmal ist gleich ganz Deutschland der Sündenbock, womit er seine eigenen Brandreden wohl vergessen machen möchte, gegen die auch ein Herr Sarrazin noch recht mau aussieht – denn in diesem Fall halte ich die Absicht und das, was er den Leser glauben machen möchte nicht für identisch. Ich denke jedenfalls dass er sich die Krokodilstränen um die muslimischen Opfer sparen kann; ich halte das für pure Heuchelei. Ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er diese Morde befürworten würde, gewiss nicht, nein er hat es nicht beabsichtigt – aber wer so redet und halbwegs bei Verstand ist, der sollte eigentlich wissen was er tut.


    Für mich ist Herr Giardano im Alter zu einem jener geworden, die er zeitlebens selbst bekämpft hat; vielleicht eine Metapher dafür, dass es nicht gut ist, sowas allzu verbissen zu betreiben.



    Und er heißt doch Giardona, jetzt erst recht!
    Schon gut Schlicke – nenne Sie ihn halt wie Sie wollen, das sollte nicht mein Problem sein.
     
    Und weiterhin zur Türkei – wo soll das Problem sein, wenn die Türkei den Muslimen in Deutschland beim Bau einer Moschee unter die Arme greift – ja und?
     
    Die Türkei ist schließlich kein ‚Feindesland‘, sondern ein befreundeter Staat und eben viele Bürger dieses Staates leben hier seit zig Jahren – wer sowas eine ‚feindliche Ãœbernahme‘ nennt, der hat doch nicht alle Tassen im Schrank.
     
    Natürlich ist klar, dass jetzt alle Islamophoben (Juden und NIcht-Juden) sich jetzt schützend hinter Giardano stellen, klar und Beifall von Rechts bekommt er auch gleich wieder, wenn wir uns ins Gedächtnis holen, was er so alles von sich gegeben hat, in Union mit Gert Wilders, Sarrazin etc. die neuen Helden der neuen Rassisten und Nationalisten –
     
    ……aber ehrlich -merkt ihrs nicht – das war doch nicht die Absicht dieses ‚Testaments‘ mensch – da wollte er doch mal wieder ein bischen von weg – seid doch nicht solche Spielverderber.

  13. DAS ist so nicht richtig:

    „Die Religion … spielte auch eine Rolle bei den Opfern der Zwickauer Mordbande und sie spielte eine Rolle bei dem Massenmord an Juden … “

    Anzunehmen ist, dass der von der NSU-Bande gemordete Grieche und die Polizistin Christen, die gemordeten Türken (alle?) Muslime waren, aber was spielte das für eine Rolle? Erschließt sich mir nicht. Die Morde, bis auf den Mord an der Polizistin, sind rassistisch, Rassismus ist ihr Beweggrund, und das war er auch bei dem Versuch, die nach Lesart der Nazis als der „jüdischen Rasse“ zugeordneten Menschen Europas zu vernichten, egal ob sie dem jüdischen, dem christlichen, sonst irgendeinem oder keinem Glauben angehörten. Wer nicht eine/r der „Herrenrasse“, der „arischen Rasse“ war, hatte, auf längere Zukunft gesehen, naturgemäß keine Lebensberechtigung, wurde höchstens einstweilen geduldet, wenn der Zeitpunkt, sich ihrer/seiner zu entledigen, noch nicht gekommen war, aber nach dem Endsieg hätte nazi das schon in Angriff genommen, man lese nur nach bei etwa Himmler, der alle Slawen zunächst hinter den Ural zu treiben beabsichtigte, spätere „Maßnahmen“ späterer Zeit vorbehalten. Von Religion war da keine Rede. Höchstens der Rundumschlag gegen die, wieder Nazi-Lesart, aus dem Orient gekommenen „Offenbarungsreligionen“ (Judentum, Christentum, „Mohammedanismus“), heutzutage unter abrahamitische R. zusammengefasst, beschäftigte einige NS-Ideologen.

  14. WARUM spielt plötzlich gerade da “Religion” eine Rolle bei Ihnen???
    Ich habe grundsätzlich Interesse an der Wirklichkeit. Natürlich spielt Religion eine Rolle. Die Frage ist nur welche?  Die Religion spielte bei Giardanos Ausfällen gegen Muslime IM ALLGEMEINEN die Hauptrolle, eine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus wollte er gar nicht treffen, weswegen sich auch jeder muslimische Mensch in Deutschland angesprochen fühlen durfte; sie spielte auch eine Rolle bei den Opfern der Zwickauer Mordbande und sie spielte eine Rolle bei dem Massenmord an Juden vor 70 Jahren, ganz egal welche Auffassung sie von ihrer Religion hatten oder ob sie religiös oder areligiös waren und ganz egal was es nun mit dem Judentum auf sich hat oder nicht – natürlich spielt die eigene Religion im Kontext und für den einzelnen Menschen eine mehr oder weniger größere Rolle (in Deutschland heute spielt sie für eine überwiegende Mehrheit fast gar keine Rolle mehr) und natürlich ist das auch mein Thema. Aber welche es auch ist, ich lehne pauschalisierende Werturteile über Menschen, allein auf Grund des Umstands, dass sie der ein oder anderen Religion angehören, und eine darauf basierende Politik ab und darüberhinaus ist auch offensichtlich, dass pauschalisierende Urteile über die ein oder andere Religion an sich, zumeist auch wenig Sinn machen und zumeist von Leuten getroffen werden, die nichts gutes im  Sinn haben. Jede Religion, wenn mans genau nimmt, ist ein Fundus an Weisheit, aber leider nicht nur und jede Religion wird von Anhängern unterschiedlicher Richtung, von Individuen unterschiedlicher Religionsauffassung und auch von der Freiheit eines jeden Menschen, diese zu leben oder auch eben nicht, völlig unterschiedlich aufgefasst, gelebt oder auch nicht gelebt. Daher laufen alle diese Pauschalurteile, richten sie sich nun gegen Juden, Muslime, Christen, Säkulare, Hindus oder sonstwen an der Komplexität der Wirklichkeit völlig vorbei Das Motiv hinter diesen Pauschalisierungen (auf allen Seiten)- ist das Rüsten zum Krieg, zur Ausgrenzung, zur Degradierung und schließlich in seiner äußersten Zuspitzung der Mord bis eben hin zum Völkermord – nichts anderes als dieses ‚Rüstzeug‘ zur Ausgrenzung der Muslime zu liefern hat Giardano in Deutschland getan, ja er hat den Muslimen pauschal und konkret die Berechtigung zur gleichwertigen gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland grundsätzlich abgesprochen, trotz aller Bemühungen dies im Nachhinein ein wenig zu relativieren (ich bin doch kein Türkenschreck) und deshalb finde ich dieses pathetische  ‚KaterTestament‘ wirklich nur reichlich abgeschmackt.Das kann er sich jetzt wirklich sparen. Damals haben ihn jedenfalls schon vermeintlich ‚bösen’  Deutsche (Christen), wie der Kölner Oberbürgermeister Schramma darauf aufmerksam gemacht, dass sein Verhalten Rechtsextremisten ermutigt, aber das war ihm damals egal – oder er begreift es nicht, alles nach dem recht typischen Motto, ‚man wird doch mal sagen dürfen‘, was irgendwie seltsam ist, vielleicht ist es ja auch ein Ausdruck von Demenz – keine Ahnung.

  15. Ich bewunderte Giordano schon immer für seine klaren Positionen und halte es für unangebracht, in ihm einen geistigen Brandstifter zu sehen.

    Dies ist er ebensowenig wie Sarrazin, der ähnliche Positionen vertritt.

  16. Herr Schlickewitz- wenn sich jemand vertippt und Jena oder Nena schreiben würde, dann wäre das wahrhaft nicht wild und Sie können davon ausgehen, dass ich’s glatt überlesen würde; da gibt’s hier wirklich andere Dinge die tangieren, wie z.Bsp. ‚frigide Nutte‘, Nazi-BDM-Mädel‘, nototrische AntiSemitin oder ähnliches.
     
    Darüberhinaus, wenn Sie schon meinen den Oberlehrer spielen zu müssen – sollten Sie doch zumindest lesen können. Kopfschuttelllllll
     
    Jetzt schauen Sie mal oben auf die Autorenangabe – gelle (ist aber auch nicht so wild). Ich frag mich nur, was Sie da geritten hat.
     
    Kritik des Rechts-Extremismus und Islamismus-Experten an Giardanos völlig undifferenzierten Kriegserklärung gegen die Integration von Muslimen in Deutschland, die hinter so massiver Freund-Feind-Polemik erstickt, dass reale Probleme eigentlich völlig darin untergehen:


    Doch Giordano setzt sich keineswegs nur ein wenig „überspitzt gegen konservative islamische Vorstellungen ein“. Giordano spricht den Muslimen in Deutschland generell ab, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Er möchte Muslimen das Grundrecht auf freie Religionsausübung aberkennen, zu der auch der Bau sakraler Bauten gehört. Das ist ein Aufruf zum Rechtsbruch und zur Diskriminierung einer religiösen Minderheit. Merkwürdigerweise scheint das diejenigen, die zur Verteidigung Giordanos angetreten sind, nur wenig zu stören.


    Prinzipiell gilt: Die Meinungsfreiheit deckt vieles ab. Auch das Recht, den lieben langen Tag Wirres, Beleidigendes und Unsinniges zu äußern. Dieses Grundrecht gilt es gegen Puristen zu verteidigen. Gleichzeitig gilt: Auffassungen, die im Gegensatz zu den grundlegenden Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehen, werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz gemeinhin als extrem bezeichnet. Das ist die umstrittene Arbeitsdefinition einer Bundesbehörde, der man nicht folgen muss.


    …..Als Giordano nur noch wenig rationale Argumente bleiben, beschimpft er den Publizisten und Islamwissenschaftler Alboga, der seit 1980 in Deutschland lebt und hier studierte: „Sie antworten wie jemand aus einem Kulturkreis, dem die kritische Methode völlig unbekannt ist. Diese Errungenschaft der abendländischen Kultur ist dem Islam völlig unbekannt.“ Dies ist, wenn nicht eine rassistische, so doch eine kulturalistische Argumentationslinie, die nur eine Schlussfolgerung zulässt: Muslime können niemals zu vollwertigen Bürgern dieser Gesellschaft werden – weder als Individuen noch als Kollektiv….“


    Folgerichtig fordert Giordano das Zweiklassenrecht…


    ..Ralph Giordano, dem wir so wichtige Bücher und Interventionen verdanken, vertritt heute ein undifferenziertes Freund-Feind-Denken, und seine Auslassungen sind gefährliche Brandreden, die in der Tradition des Anti-Asyl-Diskurses zu Beginn der Neunzigerjahre stehen. Eine wichtige moralische Instanz demontiert sich selbst. Das ist schade.
    Eberhard Seidel

    Eberhard Seidel befasst sich mit Rechtsextremismus und Islamismus. Anfang der 90er-Jahre stand er auf einer Todesliste von Rechtsextremisten, später attackierten ihn militante Antifas, seit 2000 Islamisten.

    http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2007/05/29/a0058


    Ralph Giordano: „Der Islam ist das Problem“ – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/cicero-exklusiv/tid-7505/cicero-exklusiv_aid_133889.html

  17. „…sollte sich lieber öffentlich bei den Muslimen für seine Ausfälle vor ca 4 Jahren entschudligen, das wäre weniger spektakulär“

    Darin sind Sie – Jane – Spezialistin …die „spürende“ PanMuselmania und übernehmen dies sicher gerne für Herrn Giordano …tun es ja grad sozusagen in vorauseilender „öffentlicher“ Ermahnung!

    WARUM spielt plötzlich gerade da „Religion“ eine Rolle bei Ihnen???

    …sonst täuschend immer: mensch, menschlicher, am menschlichsten

    Ein „Märchenbuch“ (wie von Ihnen „religiöse Schriften“ gern titulliert werden) – das aus Tausend und einer Nacht scheint magisch anziehend für Sie!

    SPEKTAKEL sind Jane’s gwohntes Terrain – da ist sie „beheimatet“ und fühlt sich pudelwohl!

  18. Giordano ist ein zeitweise ultralinker gestandener Antifaschist,
     
    Ja und Herr Sarrazin ist bei der SPD – es gibt eben immer wieder Ãœberaschungen. Mich hat vor ein paar Jahren die Agenda von Herrn Giardano daher auch sehr überrascht und sie war tatsächlich in keienr Weise vom Verein Pro Köln zu unterscheiden – ja das Anliegen und die Motive waren die gleichen, die Rethorik mitunter schlimmer. Pro Köln war daher auch nicht ‚anti-jüdisch‘, sondern anti-muslimisch und freute sich über den prominenten ‚Mitstreiter‘.
     
    Herr Giardano entblödetete sich z.Bsp. nicht (trotz seiner ‚ultralinken, antifaschistischen‘ intelektuellen Geisteshistorie/ich habe früher auch schon mal ein Buch von ihm gelesen ‚Israel, um Himmels willen Israel‘) muslimische Frauen öffentlich ‚Pinguine‘ zu nennen, vor der schleichenden Islamisierung Deutschlands zu warnen, 70-90% der Muslime als grundsätzlich integrationsunwillig zu diffamieren (woher hat er nur diese Zahlen), weil grundsätzlich der Islam das Problem sei. Wie viele Islamophobe behauptete er Integration zu fordern, um dieser gleichzeitig im selben Atemzug in jeder Hinsicht entgegenzuwirken.

     
    Seither hat sein Renomée ziemlich gelitten und das zu Recht. Dass ihn das wohl reut, ohne dass es eine echte Einsicht oder ein echtes Bedauern gäbe, ist offensichtlich.
     
    So fand er auch nicht etwa zur Besinnung über den brandstiftenden Charakter seiner Rethorik, statt dessen verfemte er ProKöln (für das ich weiß Gott keine Sympathien habe) in einer Weise, die wohl mehr über seine zu vermutende innere Bedrängnis in folge seiner offen zur Schau getragenen islamophoben Geisteshaltung, als über ProKöln aussagen, das sich damals nicht ganz zu Unrecht von Giardano über alle Maßen diffamiert sah und wegen Verleumdung vor Gericht zog.


    Als vermeintlicher ‚Intelektueller‘ sollte er sich dann doch darüber bewusst sein, dass tatsächlich bestehende Probleme hinsichtlich einzelner Minderheiten konstruktiv kaum über eine solch diffamierende und pauschalisierende Rethorik angehen lassen, wohl aber an ‚Volkes niedere Instinkte‘ appelieren; tatsächlich ist sie ziemlich unverantwortlich.

     
    Daher finde ich diesen Versuch, den anti-muslimischen, brandstiftenden Charakter seiner Anti-Islam-Agenda im Allgemeinen und gegen den Bau der Moschee in Köln im Nachhinein vergessen zu machen, indem er sich jetzt mit den muslimischen Opfern der Zwickauer Mordbande quasi identifiziert einfach nur ärgerlich und heuchlerisch. Er sollte sich lieber öffentlich bei den Muslimen für seine Ausfälle vor ca 4 Jahren entschudligen, das wäre weniger spektakulär – aber ließe Rückschlüsse auf eine echte Besinnung zu und nicht nach dem Wunsch einer testamentarischen Heilssprechung.

    • @Jane
       
      Heißt der Mann nicht Giardona? – Sie schreiben Giardano.
      Aus einem Herzl machten Sie einst auch einen Herzel. Vielleicht sollten Sie doch meinen Rat beherzigen, aufmerksamer zu sein. Oder hätten Sie es gern, wenn wir Sie Jena (oder Nena) nennen würden?

    • Jane,
      .
      als ultralinks zu früheren Zeiten wie zu jener, als Giordano so einzusortieren war, ist ohne Wenn und Aber ein Mitlied der KPD zu bezeichnen, das nur zur Klärung. Links war damals die SPD…
      .
      Aber weiter im Text: mit welcher Berechtigung wirfst du alles Muslimische in einen Topf? Die Moschee in Köln ist ein letztendlich ziemlich durchsichtiges Projekt des türkischen Staates (in Gestalt der DİTİB), der seine herbeihalluzinierte Dominanz über alles Muslimische hier zementieren, der der armen ach so gebeutelten türkischen Minderheit im Ländle zur Hilfe eilen möchte, weil ja (außer dir und mir) niemand froh ist, dass sie hier ist, u.a. bestimmt auch, um seine mörderische Politik gegenüber eigenen Minderheiten zu verschleiern. 
      .
      Nicht nur Ralph Giordano, sondern etwa ein Dutzend anderer muslimischer Gemeinschaften in Köln hat sich gegen die türkische Moschee gestellt. Forderst du auch von denen, sich „öffentlich bei den Muslimen für“ ihre „Ausfälle“ zu „entschuldigen“?
      .
      Es gibt – das just4fun – durchaus Muslime, die Deutschland prophezeien, vom Islam (den ebenfalls sie geflissentlich als eine Einheit darstellen) überrollt zu werden (so Leute treffen sich u.a. in Muslimmarkt) , schon auf Grund der demografischen Entwicklung. Auf solch groben Klotz einen ebenso groben Keil zu setzen ist erlaubt. Pro-Köln aber – das kann garnicht verleumdet werden, weil sanktionsunfähig. 
      .
      Noch fun: auch Nonnen müssen es sich gefallen lassen, von gefühlslosen ZeitgenossInnen als „Pinguine“ benannt zu werden. Das stört sie aber nicht sonderlich, genauso wie z.B. ich mit dem zärtlichen Kosewort „Kartoffel“ leben kann.
      .
      Ernsthaft: Ralph Giordano anzugreifen gehört mehr dazu als ein Herauspicken von Einzelaussagen. Sein konsequentes Eintreten für Minderheiten gleich welcher Couleur, soweit sie nicht dominieren wollend oder gar militant auftreten, lässt so gut wie jede Kritik an dem großen alten Mann abperlen. Hier und da mag er falsch liegen – aber wie ich schon schrieb, gehört er zu den wenigen, die Irrtümer einzusehen vermögen. Im Falle Köln jedoch irrt er IMO nicht oder nur marginal, warum sollte er da groß widerrufen?  
      .
      Auch ihm sozusagen Scheinheiligkeit vorzuwerfen, in der Art, „sich jetzt mit den muslimischen Opfern der Zwickauer Mordbande quasi identifiziert“ zu haben, verdrängt mithilfe des Wörtchens „jetzt“ seinen von mir benannten Offenen Brief von vor 20 Jahren, in dem er sich voll auf die Seite der – muslimischen – Opfer der Mordanschläge stellte und notfalls Eigenaktionen zur Selbstverteidigung forderte, als andere nur darüber lamentierten, ist mehr als nur müßig, sondern – aber das habe ich hier  ja schon geschrieben.
      .
      Anstatt zu lamentieren. begrüße und freu dich lieber über eine solche grandiose Aussage (oben nachzulesen), die über die Lippen zu bringen, falls sie sie denn überhaupt denken können, sich der Großteil der tumben Teutschen in unserem geliebten Schland nun doch nur die Wenigsten trauen:
      .
      … ob Christ oder Muslim, Jude oder Atheist, Links oder Rechts, Groß oder Klein: Wer die Demokratie attackiert, sie angeht, beschädigt oder gar aufheben will, der kriegt es mit mir zu tun, der hat mich am Hals! Damit erneuere ich aus akutem Anlass den Kriegszustand, in dem ich mich über ein ganzes Leben hin mit dem Nationalsozialismus und seinen Anhängern befinde.
      .
      Lies es, lächle und sage in etwa: Also eigentlich, was auch immer, hin und her, aber – der verfl… alte Kerl spricht mir damit wirklich aus dem Herzen!

  19. Heh 🙂 Wem die Argumente ausgehen der sucht jetzt nach Typos??? Könn’se behalten, ich hab noch mehr davon! 🙂
    Aber ihrer Fähigkeit zur sachlichen Diskussion sind schon arge Grenzen gesetzt, ne.
    Wie kann man nur so dumm sein!

  20. @ „Daniel“: „Gleichgeschaltete Diskusssion“ etc., s. meine Anmerkungen zu Ihrer PI-Diktion. Deshalb, meine aufrichtige Besorgnis: Welche deutsche Schule haben Sie denn besucht? Nicht, dass der deutsche Volkskörper Sie ob Ihrer all zu fehlerhaften Diktion und Ihrer deutschen rechtschreibfehler noch ausstösst… 😉

    Neee, nicht alle anderen sind „die Doofen“, nur ein paar ganz Wenige… 😉

    Um mit dem hoch verehrten Dr. A.mOr zu sprechen:
    http://www.youtube.com/watch?v=f1xa_c513As

  21. Nicht Walser….original Daniel! 🙂
    Aber das sie Probleme mit anderen Meinungen haben ist ja auch nicht neu.
    Sie werden mich auch nicht davon abhalten ab und zu mal eine Dose Realität in dieses manchmal doch recht gleichgeschaltete gegenseitige Zugestimme und Auf-den-Rücken-Geklopfe zu bringen.
    (Es sei denn die Mods haben etwas dagegen)
    Wie der Artikel Giordanos so schön zeigt hat IHRE Herangehensweise an das braune Problem ja wohl auf ganzer Linie versagt. Im Gegenteil der braune Sumpf wächst und gedeiht!
    Also tun Sie nicht so als hätten Sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und alle anderen sind die Doofen!
    Guten Tag

  22. @ Daniel: Was für einen nationalistisch getönten Quatsch Sie mal wieder von sich geben! Und diese PI-Diktion: „rechtschaffenen Gutmenschen“, „politisch korrekten Worthülsen“. „Offene Diskussion“ – unterliegen Rechtsextreme, rechtskonservative Populisten irgendeinem „Redeverbot“. Walser lässt grüßen.
    @ Efem: Ich habe fast alle Bücher von Ralph Giordano gelesen, im Laufe der Jahre. Ihre Darlegung ist sehr zutreffend. Danke.

  23. Ist ja alles ganz schön und gut was der Herr Giordano da schreibt. Aber ich verstehe nicht ganz was er damit meint wenn er solange darauf herumhackt das es in diesem Land noch Holocaust-Überlebende gibt.
    Ich meine…ja und dann? Wenn der letzte gestorben ist was bedeutet das dann für Deutschland? Ich habe nicht den Eindruck das die Neo-Nazis die Holocaust-Ãœberlebenden besonders interessieren. Die Morde waren ja nicht gegen Juden gerichtet.
    Hmmm…
    Fakt ist das nicht nur die Behörden sondern auch ein großer Teil der Bevölkerung sich nicht für die „Döner-Morde“ interessieren. Das können auch die regelmäßigen Fackelzüge nicht ändern. Ist ja eh zu einem Ritual verkommen, wo sich immer die selben Gleichgesinnten treffen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen.
    Nicht EINMAL wird da MIT den braunen Gefolgsmännern,-frauen- und jugendlichen gesprochen, mit ihnen diskutiert! Nein, lieber noch’n Fackelzug den die Welt nicht braucht.
    Ich habe die Befürchtung das das in Zukunft noch größere Ausmaße annehmen wird. Der braune Sumpf breitet sich aus. Da ja keiner mit ihm reden und diskutieren will…brauch er sich auch nicht zu rechtfertigen. Was bleibt sind „einfache“ Lösungen zu komplexen Fragen.
    Da wird auch keine Sonntagsrede einens Holocaust-Ãœberlebenden was dran ändern, er spricht ja auch nicht zu den Braunen…oder denen die in deren Fahrwasser geraten, weil keiner ihnen erklärt warum das so falsch ist.
    Aber Hauptsache alle rechtschaffenen Gutmenschen klatschen sich wieder gegenseitig Beifall nachdem wieder alle die gewohnten, politisch korrekten Worthülsen übereinander ausgeschüttet haben. Es ist doch immer derselbe ****
    Damit lockt man keinen Braunen hinter dem Ofen hervor…und die meisten anderen kriegen eh nur das große Gähnen. Und sagt nicht in zwanzig Jahren keiner hätte euch gewarnt. Es braucht nur einen wirklich charismatischen Parteiführer mit ein bißchen Grips…rings um Deutschland gibt es sie schon, extrem erfolgreich. Wieviel Zeit bleibt Deutschland noch? Wie lange sollen Rituale wie Fackelmärsche und Rockkonzerte eine offene Diskussion mit den Braunen ersetzen? Bis es zu spät ist?
     
     

    • Und nun? Was soll geschehen Ihrer Ansicht nach? Strassenschlachten wie 1930? Rote gegen Braune?
      Sicher wird man die Hardcorebraunen argumentativ kaum noch erreichen. Aber Cindy und Ronny aus Rostock Lüttenklein, Platte, 8. Stock, Harz 4, sollen für 3,- Euro/Stunde arbeiten, sagt die Tussi aufm Amt, sonst Strafe. Gibt den beiden ne Kundennummer, aber behandelt sie wie den letzten Dreck, white trash, dann steht da der Infostand, und bei Ronny im Hansafanblock denken sie ja auch so, ja der Typ hat ja Recht, wenn er verspricht, dass es ein Leben in Würde gibt als Deutscher unter Deutschen, und dass unter Adolf alle eine gute Arbeit hatten und Ordnung war und der Staat sorgte für alle, sogar mit Urlaubsreisen, hat Pappa nicht auch immer so von der DDR erzählt, nur die Roten haben ja mit den Russen alles runtergewirtschaftet, und nun regiert das Geld und die Juden und die holen die ganzen Kanaker ins Land, nehmen uns den Rest auch noch weg…Cindy und Ronny wählen nun NPD und jagen Vietnamesen, wenn sie nachm Hansaspiel schön breit sind….Cindy und Ronny wären zurück zu holen, wenn sie erlebten-nicht nur Worte hörten, sondern es erlebten, dass es mit Recht zu ginge. Es ist nicht recht, 3,-Euro/Stunde zu zahlen, es ist nicht recht, wenn Ämter Kundenummern verteilen, aber sich nicht benehmen, als ob es Kunden wären, es ist nicht Recht, etwas Jobcenter zu nennen, was keine Jobs hat, sondern nur Formulare. Es wäre Recht, wenn man dem Nazi am Infostand seine klaren Grenzen zeigt (von der Polizei), wenn er Heil brüllt, aber genauso auch dem Kurden, der seine Tochter vom Schwimmunterricht ab meldet. Es wäre Recht, wenn Cindy und Ronny merkten, dass es gerecht zugeht und nicht nach Mach, Geld und political correctness ginge.
       

  24. Moment mal, welche Leute waren das denn nur, die das Jüdische Volk mit Ratten verglichen und in dem Film „Der ewige Jude“ diese ihre Weisheit per schwarz angemalten weißen Laborratten hervorragend ausgeleuchtet illustrierten? Zu dumm aber auch, ich komm da jetzt einfach nicht drauf. Hilft mir jemand?
    .
    Bild einer der Filmszenen – Laborratten krabbeln aus einer Art Labyrinth hervor: http://www.h-ref.de/personen/conrad-jo/der-ewige-jude-1.jpg
    .
    Fällt mir im Zusammenhang noch ne Frage ein: was ist eigentlich biologistisch?

  25. Ralph Giordano „Wo, um Himmels willen, waren die V-Leute, die herhalten müssen für die legale Fortexistenz der NPD?“

    Das ist doch geklärt, die V-Leute waren zum Teil hohe Funktionäre in der NPD und so war und ist für die Verfassungsrichter nicht eindeutig zu klären, ob die Radikalität aus der NPD oder vom Verfassungsschutz kommt.

    Das ist auch in Ordnung so, wo kämen wir da hin, wenn ein Staatsorgan eine Partei untergräbt, um ihre Anhänger so zu radikalisieren, damit man sie endlich verbieten kann. Dieser Vorwurf kann mit dem derzeitigen V-Mann-System nie vollständig ausgeräumt werden. Ein wunderbares Eigentor, ein schöner Fallrückzieher!

    Der Verfassungsschutz rekrutiert seine V-Leute direkt in den zu beobachtenden Strukturen, im Fall der NPD, unter ihren Mitgliedern. Das ist genau falsch herum. Man müsste ausgebildete V-Leute einschleusen, um sich sicher zu sein, auf welcher Seite sie stehen. Das dauert einige Jahre. Der Verfassungsschutz riskiert also, falsche Informationen zu bekommen, die er auch noch teuer bezahlt.

    Das Verfassungsgericht hat keine andere Wahl. Ich weiß nicht ob ich darüber lachen oder heulen soll, jedenfalls scheinen die Verfassung, ihr Gericht und Schutz nicht nur unabhängig sondern auch unwissend von einander zu sein. Das dramatische ist also nicht der NSU selbst, sondern der Werdegang. Ehrlich gesagt sträube ich mich doch sehr, einer Institution wie dem Verfassungsschutz solche dummen Stümpereien zu unterstellen.

    Baruch Zion: Lassen wir die “Laborratte Deutschland” doch noch etwas im Labyrinth schnüffeln. Mal sehen, was sie sonst noch anstellt.

    Ja, genau so sehen das einige Nazis auch…“Laborratte Deutschland“, die Ratte mag deutsch sein, aber das Labyrinth ist es nicht.

  26. Ralph Giordano, dem Ãœberlebenden der Shoah, ist selbstverständlich in jeglicher Weise zuzustimmen. Ein trauriges, erschütterndes politisches Ttestament. „Ich bin angenagelt an dieses Land“ – trotz aller auch hier vertretenen Antisemiten, trotz aller wohl über 160 von Rechtsextremisten ermordeten Menschen. Wer fühlt sich denn bedroht durch die systematische Ermordung von 9, 10 oder noch mehr „ausländischen“ Menschen? Wie beschämend, dass die Familienangehörigen der ermordeten türkischen und griechischen Geschäftsleute immer wieder von der Polizei vernommen, zum Erscheinen aufgefordert wurden – als Verdächtige!
    Spät nachts lief vor einigen Wochen eine Fernsehdokumentation, in der sich einige Familienangehörige der Ermordeten äußerten – zutiefst beschämend. Ihre Verwandten in der Türkei wurden selbst nach der „Aufklärung“ der Verantwortlichen nicht durch deutsche staatliche Behörden informiert! 
    Die Ermordeten bleiben tot, die Vertriebenen bleiben vergessen – und die deutschen Antisemiten erfreuen sich ihres abgrundtiefen, pathologischen Hasses – selbst in dieser Kommentarspalte. Sie freuen sich daran, genießen es, dass sie  einen 88-jährigen Ãœberlebenden der Shoah und international renommierten jüdischen Journalisten und Schriftsteller öffentlich verächtlich machen können, in den Foren einer jüdischen Mediums. Einen Menschen, der wider besseren Wissens in Deutschland geblieben ist! Nichts hat sich geändert, nichts…

    • @ Uri Degania: „öffentlich verächtlich machen können“ Ich denke, das liegt bei vielen Giordano Angreifenden an schlichter Unkenntnis.
      .
      Manche schreiben auch bei anderen ab und dann sowas wie das oben Nachlesbare: „Für mich ist … … Giardano ein eitler Pfau“, ist nämlich M.E. ein Plagiat von hier (nomen est omen 🙂 : http://www.pro-sarrazin.net/archives/4191
      .
      „Ralph Giordano ist ein eitler Pfau … “ Allerdings wird da sein Name richtig geschrieben.
      .
      In demselben Artikel aus „Pro-Sarrazin“ steht an anderer Stelle auch dies: „Sicher, als Jude kann er Dinge aussprechen, die andere schwerlich sagen dürfen, ohne mit dem §130 StGB in Konflikt zu geraten.“
      .
      Wer der Sonderbehandlung entkam, hat Sonderrechte, logo.
      .
      Es gibt Leute, die Giordanos flammenden (einen der besten, den ich je gelesen habe) Offenen Brief an Kohl (1992, nach den Brandstiftung von Hoyerswerda und Mölln) gegen die sich hier etablieren wollende und gerne mal zündelnde braune Brut garantiert nicht gelesen haben noch sonst was von ihm wissen, außer dass er einen ganz bestimmten Moscheebau aus nachvollziehbaren Gründen ablehnte und daher von ihnen abgestempelt wurde.
      .
      Ist zwar totaler Blödsinn, wenn man sich die Mühe macht, Giordanos im ersten Augenblick verwundernden, etwas komplizierten Gedankengang, der kritisch differenziert zwischen „real existierendem Islam“ und „EU-konformem Islam“ in diesem ganz speziellen Fall nachzuvollziehen, aber wieso denn: da ham wa wieda nen Sympi von Schweizer MinarettgegnerInnen, NPD, Pro-Köln und jetzt sicherlich NSU, von Fremdenhass und Islamophobie und ähnlich Ekligem dingfest gemacht.
      .
      HErr, lass Hirn regnen und vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
      .
      Wir bräuchten viel mehr aufrechte und wortgewaltige AntifaschistInnen wie „unseren“ Ralph Giordano. Dixi.
      .
      P.S.: ein konkretes Beispiel zur Umsetzung Giordano’scher Ãœberlegungen ergab sich in dieser Stadt hier, als vor Jahren im Zuge eines sich aus Anlass einer angekündigten und wie üblich nach vergeblichem Widerstand der Stadt und auch der Polizei „von ganz oben“ (vom BVG) genehmigten sehr großen Neonazi-Zusammenrottung aus dem sich am Runden Tisch zusammenraufenden „Bündnis gegen Rechts“ (über 10.000 Menschen beteiligten sich dann später an der Gegendemo) aus vielen Gruppen von Antifa über Gewerkschaft bis zu hin zu TürkInnen und KurdInnen und sonstwem, den freundlichen Vertretern einer bestimmten muslimischen Richtung höflich die Tür gewiesen wurde.

  27. „…ziemlich ärgerlich“

    Jane – was ärgert Sie eigentlich als super DEUTSCHE Oberlehrerin am doch sehr trefflich formulierten Inhalt dieses Artikeltextes??? …oder machen Sie einfach nur verbalisiert „Hetze“ auf Personen??? …die sozusagen demokratische Alternativ-Antwort zu „Morden“ Jane like???
    Nicht a bissle traurig??? …und themenbezogen völlig UNANGEBRACHT???

  28. Antwort für C.Fried

    Wir sollten wachsam sein gegenüber Deutschland. Sehr wachsam.
    Lassen wir die “Laborratte Deutschland” doch noch etwas im Labyrinth schnüffeln. Mal sehen, was sie sonst noch anstellt.

    Schändliche Doppelmoral!!!”

  29. Auch ich РJahrgang 1955 Рunterschreibe jedes Wort von Herrn Giordano. Mein perșnliches zu vermeidendes Wort: Sonderbehandlung.

  30. Haben die Amerikaner und Briten die Falschen Befreit ????

    Der Abzug der Alliierten aus deutschland und die Zustimmung der Alliierten zur Wiedervereinigung waren einer der grössten Fehler.

    Die Briten haben immer davor gewarnt .  

  31. Nachdem Herr Giardano mit all seinem Renomée und seiner rechtspopulistischen Agitation gegen Muslime wesentlich dazu beigetragen hat Islamophobie im Fahrtwasser Sarrazins, mit dem er sich ausdrücklich solidarisierte, salonfähig zu machen, finde ich dieses von Pathos getragene ‚Testament‘ ziemlich ärgerlich.
    Nicht ohne Grund musste er sich massiv von PRO Köln distanzieren (und jetzt wohl von den finstersten Auswüchsen der ausländerfeindlichen Exzessen rechts-nationaler Terrorzellen), glaubten diese doch, nicht ohne Grund, in ihm einen prominenten Unterstützer gefunden zu haben.
    Der Umstand, dass man zwischen ihm und rassistischen Rechtsradikalen kaum noch einen Unterschied ausmachen könnte, hat ihn wohl so sehr erschreckt, dass er sich dann aufs heftigste genötigt sah, sich von Pro Köln zu distanzieren, war er doch drauf und dran den Rest seines Renomees zu verlieren.
    Giordano betonte, Sarrazin habe recht, wenn er sage: „Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen, nämlich weg von der Geldleistung, vor allem bei der Unterschicht. Er hat doch recht, wenn er sagt, 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung würden diesen Staat ablehnen und nichts Vernünftiges für die Ausbildung ihrer Kinder tun.“ Nach Ansicht Giordanos hätte Sarrazin allerdings deutlicher herausstellen müssen, dass es in Deutschland auch integrationswillige Einwanderer gebe. Man dürfe keinen Generalverdacht aussprechen.
    Damit distanzierte Giordano sich vom Zentralrat der Juden, der Sarrazin scharf kritisiert und ihm Nähe zum Nationalsozialismus vorgeworfen hatte. Sarrazin hatte sich in einem Interview kritisch über in Berlin lebende Türken und Araber geäußert und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst….
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article4830472/Giordano-gibt-Sarrazin-groesstenteils-recht.html

     
    Für mich ist und bleibt Herr Giardano ein eitler Pfau, der auf einer populistischen Welle auf Kosten von Minderheiten wieder ins Gerede kommen wollte und dabei auf die vermeintlich ausländerfeindliche, schweigende Mehrheit in Deutschland setzte, wie er meinte, von der sich jetzt so ‚bedroht‘ fühlen will – daran ändern auch solche Entlastungspamphlete nichts mehr.

    Für mich ist er ein geistiger Brandstifter.

    • Nachdem Herr Giardano mit all seinem Renomée und seiner rechtspopulistischen Agitation gegen Muslime wesentlich dazu beigetragen hat Islamophobie im Fahrtwasser Sarrazins, mit dem er sich ausdrücklich solidarisierte, salonfähig zu machen, finde ich dieses von Pathos getragene ‘Testament’ ziemlich ärgerlich
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      Nein der Text ist schon in Ordnung, ebenso wie Herr Giordano. 

    • Du redest dich da in eine Ablehnung eines Holocaustüberlebenden hinein, der teilweise die gleichen Ansichten vertritt wie du, gerade auch in Bezug auf deine Hätschelkinder, die ach so süßen Palis: vermutlich, weil du von ihm nichts mitbekommen hast außer  seiner konträren Haltung zu dem Moscheebau. Giordano ist ein zeitweise ultralinker gestandener Antifaschist, der sich nicht irre machen lässt von irgendwelchen Zeitströmungen und keine Probleme damit hat, „unangenehm aufzufallen“. Auch gehört er zu den wenigen Menschen, die es fertigbringen, sich von als falsch erkannten Ãœberzeugungen abzuwenden. Wer meint, sich mit ihm messen zu können, schafft das jedenfalls nicht, indem irgendwas aus seinem Leben herausgegriffen, aufgebauscht und dann als Quintessenz seiner Person dargestellt wird, oder, drastisch, – um ihm ans Bein zu pinkeln, muss man schon ziemlich groß sein. Das sind seine KritikerInnen aber nicht. Möge er uns und der undogmatischen, antifaschistischen  Linken noch lange erhalten bleiben!
      Aus einer Buchbesptechung:
      „Obwohl von der israelischen Sache überzeugt, äußert sich Giordano auch kritisch insbesondere wenn es um Gewalt und Folter von Seiten der israelischen Armee oder den unhaltbaren Zuständen in den palästinensischen Flüchtlingslagern geht.“
       

  32. Bittere und kluge Worte.
    Die Menschenketten fallen mir ein, die Lichterketten, die Gegendemonstrationen, wenn die Neonazis – warum sollen wir sie eigentlich nicht Nazis nennen? Neu ist das gar nichts – ihre Aufmärsche und Fackelzüge veranstalten.
    Sobald sie eine dieser Demonstrationen anmelden, geht der immer wieder gleiche Prozess los: Verbot, Klage, Erlaubnis, Berufunh, endgültige Erlaubnis, Menschenkette und Gegendemonstration.
    Die Gegendemonstranten gehen abends nacvh Hause, ihr Leben geht weiter und in aller Regel unverändert. Die Rechten gehen auch nach Hause, aber sie wissen: Sie können die Behörden, können die Gerichte, die Polizei, die Bevölkerung vor sich hertreiben. Sie brauchen nur verlauten zu lassen, sie wollten dieses oder jenes Gebäude in einem abgelegenen Ort zu kaufen, wollten hier oder dort einen Fackelzug machen, schon bricht Panik aus, allüberall.
    Da trifft sich dann die „Koalition der Gutwilligen“. Aber ihr Gegner sind nicht die Böswilligen, sondern die Bösen. Und das ist ein Unterschied.
    Ich rufe nie nach dem Staat, wenn ich durch eigenes Tun etwas ändern kann, aber hier haben die verschnarchten und schlafmützigen Politiker endlich einmal Gelegenheit nachzuweisen, dass sie das Geld wert sind, das wir ihnen zahlen.
     

  33. Verehrter Herr Giordano,

    Ich unterschreibe sofort mit: das ganze Testament, jeden einzelnen Abschnitt, jeden Satz, jedes Wort, alle Buchstaben.

    Obwohl ich ich zur Generation derer gehöre, die von Holocaust-Überlebenden in einer vom Bösesten des Bösesten befreiten Welt gezeugt wurde.

    Daher befürchte ich, dass ich Giordano’s Testament als Erbe und Vollstrecker in und mit mir tragen werde.

    In tiefer Zuneigung und respektvoller Neigung

    Ihr
    Robert Soran, geboren Schwartz

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