Premier Netanyahu: Gedenken an Wannsee-Konferenz vor 70 Jahren

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Bei der wöchentlichen Kabinettssitzung hat sich Ministerpräsident Binyamin Netanyahu zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz am Freitag geäußert…

(Amt des Ministerpräsidenten, 23.01.12)

Netanyahu erklärte: „Wir begehen […] 70 Jahre seit der Wannseekonferenz. Vor siebzig Jahren trafen sich zehn hochrangige Offizielle des ´Dritten Reiches´ in einer luxuriösen Villa am Rande eines malerischen Sees in einem Vorort von Berlin und haben beim Frühstück beschlossen, das jüdische Volk auszulöschen. Sie haben auch entschieden, wie sie dies durchführen wollen.
Unser Freund Yossi Peled – ein Überlebender des Holocaust, ehemaliger Oberkommandierender der Nordstreitkräfte bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften und jetzt Minister in der israelischen Regierung – war in dieser Woche bei der Zeremonie anwesend.
Vor siebzig Jahren war das jüdische Volk hilflos. Es hatte weder politisch noch militärisch oder diplomatisch die Möglichkeit, seine eigene Verteidigung zu organisieren, und ein Drittel unseres Volkes wurde ausgelöscht. Der Unterschied zwischen 1942 und 2012 liegt nicht in der Abwesenheit von Feinden. Derselbe Wunsch, das jüdische Volk und den Staat zu vernichten, existiert unverändert bis heute. Der Unterschied liegt darin, dass wir uns selbst verteidigen können und entschlossen sind, das zu tun.
Das jüdische Volk und die Regierung Israels haben die Verpflichtung und das Recht, einen erneuten Genozid am jüdischen Volk oder einen Angriff auf seinen Staat zu verhindern.

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Mitteilung der Botschaft des Staates Israel, 20.01.12

Bei einer Veranstaltung der „Initiative 27. Januar“ zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz erklärte Emmanuel Nahshon, Gesandter und Geschäftsträger der Botschaft des Staates Israel:
„Heute sprechen wir nicht mehr von Schuld. Wir sprechen von Verantwortung. Und es ist in der Tat eine historische Verantwortung, die auf den Schulter Deutschlands und eines jeden Deutschen liegt.“

6 Kommentare

  1. „Derselbe Wunsch, das jüdische Volk und den Staat zu vernichten, existiert unverändert bis heute. Der Unterschied liegt darin, dass wir uns selbst verteidigen können und entschlossen sind, das zu tun.“

    Das ist die Lehre aus Europa und Nazi deutschland das seine NS Ideologie in den Arabischen Nationalismus übertragen hat der bis heute noch aktiv ist in der Umsetzung der NS Ideologischen Ziele die Vernichtung des Jüdischen Volkes.


    „Das jüdische Volk und die Regierung Israels haben die Verpflichtung und das Recht, einen erneuten Genozid am jüdischen Volk oder einen Angriff auf seinen Staat zu verhindern.
    ”

    Wer damit nicht klar kommt oder ein Problem hat, hat Pech.

  2. Emmanuel Nahshons Kernsatz lautet „In einem sollten wir uns einig sein: Wenn wir die Vergangenheit nicht verstehen, werden wir keine Zukunft haben.
     
    Die NS-Vergangenheit werden wir erst verstehen, wenn wir deren Vorgeschichte kennen und sie begriffen haben.
    Diese Vorgeschichte zu vermitteln ist höchst unpopulär, denn sie umfasst sowohl die Geschichte der christlichen Kirchen, als auch die des eigentlichen Mutterlandes des NS, die Geschichte Bayerns.
     
    Bayern stellt eine absolute Besonderheit in Deutschland und Europa dar und es lohnt sich dieser Besonderheiten bewusst zu werden.
     
    Bayern weist, wie anerkannte Historiker und Nachschlagewerke immer wieder feststellten, die blutigste und intoleranteste Judengeschichte aller deutscher Regionen auf. Dies bezieht sich auf die Zeit vor dem NS und auf einen Zeitraum von über eintausend Jahren.
    Bayern war die Heimat der Gegenreformation, jener Bewegung aus der katholischen Kirche und der weltlichen Macht heraus, die Deutschland auf Jahrhunderte Zwist, Hader, Mord und Totschlag sowie einen schmerzlichen Sonderweg in Europa bescherte.
    In Bayern wurden noch in der zweiten Hälfte des 18. Jh. Frauen als Hexen verurteilt und hingerichtet, es waren mit die letzten in Europa.
    Bayerns extrem ausgeprägter Partikularismus verhinderte die Einigung Deutschlands auf Jahrzehnte. Als einer der letzten Kulturstaaten Europas wurde Deutschland somit erst 1870/1871 ein Nationalstaat.
    Albert Einstein gab noch vor seiner Volljährigkeit die deutsche Staatsbürgerschaft auf – wegen schmerzlicher, judenfeindlicher Erlebnisse in Bayern.
    Bayern war Brutstätte und Wiege des Nationalsozialismus. Egal ob antisemitische Thulegesellschaft oder NSDAP, oder SA oder SS – sie alle entstanden in Bayern.
     
    Ein gebürtiger Oberbayer, Hermann Göring, gab die „Endlösung der Judenfrage“ in Auftrag.
     
    Ein gebürtiger Münchner, Heinrich Himmler, gilt als der Initiator der Konzentrationslager Dachau und Auschwitz.
     
    Das oberbayerische KZ Dachau war jenes KZ, das am längsten, nämlich von 1933 bis 1945, ‚in Betrieb‘ war.
     
    Der gebürtige Bayer Julius Streicher verantwortete mit seinem Hetzblatt „Der Stürmer“ die folgenreichste antijüdische Propaganda des Dritten Reiches.
     
    Bayern und München waren die Lieblingsaufenthaltsstätten (außerhalb Italiens) des umstrittensten Papstes der zweitausendjährigen Papstgeschichte, Papst Pius XII., des sog. „Schweigepapstes“. Engste freundschaftliche Beziehungen verbanden E. Pacelli mit dem bayerischen Klerus und der bayerischen Dynastie der Wittelsbacher. 
     
    In Bayern fand die letzte Teufelsaustreibung auf deutschem Boden statt. 1976 trieben zwei katholische Geistliche im Auftrag ihres Bischofs und mit Billigung des Vatikans einer epilepsiekranken Studentin derart nachhaltig den „Satan“ aus dem Leibe, dass diese daran starb. Die Täter in der Soutane wurden von einem bayerischen Gericht lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
    In Bayern entstanden in den 1980er Jahren die beiden rechtsextremen Parteien, „Republikaner“ und die DVU.
    Die (nicht in Bayern entstandene) rechtsextreme NPD zählte 2008 im Bundesland Bayern ihre meisten Mitglieder.
    Bayern ist nach dem Saarland das zweitkatholischste Bundesland der BRD.
    Bayern bescherte Deutschland und der Welt 2009 den bisher letzten und turbulentesten Fall von Holocaustleugnung. Ultrakatholische bayerische Frömmler („Piusbrüder“) hatten den britischen Bischof Williamson eingeladen…
    Bayern weist laut einer Statistik von 2010 die höchste Suizidrate aller deutscher Bundesländer auf.
    Gemäß den Erhebungen der Friedrich-Ebert-Stifttung war Bayern in den Jahren 2006, 2008 und 2010 das deutsche Bundesland mit den meisten Antisemiten, den meisten Verharmlosern des NS und einem sehr hohen Anteil an Fremdenfeinden.
    Keine andere Region in Deutschland weist eine derart traurige und intolerante Sinti-und-Roma-Geschichte auf wie Bayern. München war der Gründungsort der „Zigeunerzentrale“, jener Behörde, die ab 1899 unmenschliche Verfolgung von Angehörigen der Minderheit betrieb und deren Vorarbeiten die systematische Vernichtung von „Zigeunern“ durch die Nazis erst möglich machte.
    Bis in die Gegenwart werden in Bayern regelmäßig rein kommerzielle, antijüdische Passionsspiele (in Oberammergau) abgehalten. Einsprüchen von Juden wird mit Frechheit und Trotz begegnet.
     
    Bayern ist anders.
    Bayern birgt noch eine Menge weiterer Kuriositäten, Geheimnisse und Ungereimtheiten.
    Leider hat jedoch die offizielle bayerische Geschichtsschreibung kein Interesse daran, die eigenen Bürger vollends aufzuklären.
    Warum?
    Aus Regionalstolz, regionaler Eigenverliebtheit, falsch verstandenem sog. „Patriotismus“ und – der Bürger soll gefälligst arbeiten, er soll konsumieren und er soll nicht nachdenken.
     
    Denn wer nachdenkt, wird immer mehr Fragen stellen, Fragen deren Beantwortung möglicherweise noch schmerzlichere Antworten nach sich ziehen.

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    70 Jahre Wannsee-Konferenz
     
    Die kalten Bürokraten des Genozids
     
    „Fröhliche Zustimmung“: Vor 70 Jahren trafen sich 15 Männer, um den Massenmord an den Juden zu organisieren. Heydrich, Freisler und Eichmann wurden zu Symbolen entmenschlichter Bürokratie. Wer aber waren die anderen zwölf, die bei Cognac den Genozid diskutierten?
     
     
     
     

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