Fernsehtipps für Juni

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Vom 1. bis 15. Juni 2011…

Mi, 1. Jun · 03:20-05:00 · arte
Allentsteig – Alltag im Sperrgebiet

Im österreichischen Waldviertel existiert seit 1938 ein Truppenübungsplatz, der damals der größte seiner Art in Europa war. Heute übt hier das österreichische Heer. 42 Dörfer verschwanden und 7.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. 1938 wurde von der deutschen Wehrmacht im österreichischen Waldviertel einer der damals größten Truppenübungsplätze Europas errichtet. 42 Dörfer wurden geräumt, knapp 7.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Seit 1957 dient das Areal dem österreichischen Bundesheer als Schieß- und Ausbildungsstätte, und bis heute ist der Truppenübungsplatz Allentsteig auf einer Fläche von über 160 Quadratkilometern militärisches Sperrgebiet. In einer tief verschneiten Landschaft hält ein Militärjeep vor einem rot-weiß-roten Scherengitter. Wenig später sieht man, wie vermummte Soldaten aus getarnten Verstecken schießen oder sich mit Gasmasken im Schnee eingraben. Das donnernde „Guten Morgen, Herr Major“ der ganzen Kompanie beim Morgenappell klingt wie ein Echo auf die nächtlichen Panzerschießübungen mit scharfer Munition oder die Explosion eines Blindgängers. Nüchtern beschreibt der Dokumentarfilm den Übungsalltag im Sperrgebiet und schafft ungewöhnliche Einblicke in ein geschlossenes System. Nikolaus Geyrhalter („Unser täglich Brot“) gilt als versierter Landvermesser des österreichischen Dokumentarfilms. Er nähert sich dem buchstäblich besetzten Territorium aus verschiedenen Richtungen. Da sind jene Menschen am Rand des Sperrgebiets, die die Soldaten kaum zu Gesicht bekommen, wie einer der Bäcker beim Teigkneten im Ort Allentsteig meint. An die Schüsse gewöhne man sich, sie erinnern an ein Gewitter, wenn nicht – wie während der Dreharbeiten – mitten im Ort eine Panzergranate einschlägt. Dann gibt es jene, die vor vielen Jahren aus dem Gebiet ausgesiedelt wurden und nun ihre ehemaligen Heimatdörfer zwischen den Bäumen suchen. Dass der Grund für die Sperrung durch die Nationalsozialisten vielleicht ganz wo anders zu suchen ist, erfährt man fast nebenbei: Hitlers Großmutter soll aus einem der ausgesiedelten Dörfer stammen und hier bei einer jüdischen Familie gearbeitet haben. Doch alle Aufzeichnungen und Chroniken wurden vernichtet, ebenso wie ihr Ehrengrab aus der Nazi-Zeit. Wenn die damals Ausgesiedelten heute vor kleinen, an Bäumen befestigten Ortsschildern stehen, wird ein eigentümliches Zusammenwirken von Geschichte und Natur spürbar. Die Natur hat sich Räume zurückerobert. Auf dem Militärgebiet leben, scheinbar ungestört, unzählige Tier- und Pflanzenarten. Am Ende dieser Begegnungen in der geschlossenen Zone hebt die Kamera ab, überfliegt Panzer und Soldaten und dann nur mehr grüne Wälder und Wiesen.

Mi, 1. Jun · 07:20-08:20 · WDR
Die vergessenen Kinder von Köln

Montag, 20. Juli 1942. Pünktlich um 15.00 Uhr verlässt der Reichsbahnzug DA 219 den Bahnhof Köln-Deutz. In den Waggons: über eintausend jüdische Menschen aus Köln, darunter auch 335 Kinder. Die meisten von ihnen kommen aus den jüdischen Schulen sowie Heimen der Stadt, sind zwischen vier Monate und 19 Jahre alt, viele von ihnen sind elternlos. Das Reiseziel Minsk in Weißrussland ist geheim. Für die Mehrzahl ist es die erste Reise ihres Lebens überhaupt; angetreten in der Hoffnung, im Osten ein neues Leben beginnen zu können. Es soll zugleich ihre letzte Reise sein, denn als der Sonderzug am 24. Juli frühmorgens um 6.42 Uhr Minsk erreicht, wartet bereits ein Exekutionskommando, bestehend aus Mitgliedern der Waffen-SS und des Sicherheitsdienstes an tags zuvor in einem Waldstück hinter dem Vernichtungslager Maly Trostenez ausgehobenen Gruben auf sie. Die Deportierten müssen sich bis auf die Unterwäsche ausziehen, niederknien und werden kaltblütig von hinten erschossen. „Die vergessenen Kinder von Köln“ erzählt von unbeschwerter deutsch-jüdischer Kindheit, von späterer Abweisung und Isolation bis hin zu Vertreibung und Tod. Und von der „Jawne“ in Köln, dem einzigen jüdischen Gymnasium im Rheinland, das auf tragische Weise mit der Ermordung der Kinder in Minsk verbunden ist. Jahrelange Recherchen des Autors Jürgen Naumann und sein zähes Suchen nach Filmmaterial und Dokumenten, die als vernichtet galten, machten diese bedrückende Dokumentation möglich. Entstanden ist eine akribische Rekonstruktion über ein bis heute weitgehend unbekanntes Massaker an arglosen Kindern. Das, was im Sommer 1942 in Köln geschah, hat sich so oder so ähnlich in vielen Städten des Deutschen Reiches zugetragen: Jüdische Kinder und Jugendliche, häufig elternlos, wurden vor den Augen der „arischen“ Bürger auf Befehl der Gestapo „in den Osten evakuiert“. Die Männer der Exekutionskommandos kehrten nach dem Krieg in ihre bürgerlichen Berufe zurück. Trotz mehrerer Ermittlungsverfahren blieben sie am Ende unbestraft.

Mi, 1. Jun · 16:00-16:45 · HR
Budapest – Gesichter einer Stadt

Die Perle der Donau ist reich an touristischen Highlights – die romantische Fischerbastei, der Burgpalast oder die berühmte Matthiaskirche sind nur einige davon. Richtig spannend wird Budapest aber dort, wo man auf Entdeckungsreise geht: etwa im Jüdischen Viertel, wo die Filmautorin Julia Leiendecker den Rabbiner Polnauer einen Tag lang begleitet, oder im einzigen staatlichen Zirkus von Europa, der das ganze Jahr über geöffnet hat. Im historischen Café Central trifft Julia Leiendecker zwei der bekanntesten ungarischen Autoren. Tag für Tag diskutieren sie hier das Weltgeschehen – so wie sie es schon vor über fünfzig Jahren getan haben. Julia Leiendecker erfährt, warum die Ungarn schon um sechs Uhr morgens vor den Heilbädern Schlange stehen und dass es keine bessere Medizin gibt, um jung zu bleiben. Zu sehen sind die schönsten Jugendstilbauten der Stadt, und der Film lädt ein mitzufeiern, wenn auf der Kettenbrücke so richtig fetziger Jazz geboten wird. Es ist ein bunter Streifzug durch eine der spannendsten Städte Europas, die sich trotz vieler Veränderungen ihre nostalgischen Seiten bewahrt hat.

Mi, 1. Jun · 20:15-21:05 · arte
Der Spion vom Pariser Platz

Mit dem Granulat Zyklon B, das hochgiftige Blausäure freisetzt, ermordeten die Nazis unzählige Menschen. Getestet wurde die verheerende Wirkung des vom Frankfurter IG-Farben-Konzern produzierten Zyklon B bereits 1941 an Kriegsgefangenen.  Am 3. September 1941 führte die SS im Konzentrationslager Auschwitz ein streng geheimes Experiment durch, das den Beginn der Shoah markierte. Mehrere Hundert Kriegsgefangene wurden mit Zyklon B ermordet, einem Granulat, das hochgiftige Blausäure freisetzt. Wenige Wochen später übergab der Repräsentant des deutschen IG-Farben-Konzerns in der Schweiz in seiner Villa am Vierwaldstätter See amerikanischen Kurieren streng geheime Dokumente über Hitlers Giftgasproduktion, auch über das von den IG Farben produzierte Zyklon B. Gelangten auf diesem Wege schon früh Informationen über die geplante sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ in die USA?  In den USA war Blausäure schon 1924 zur Exekution von Menschen eingesetzt worden. Damals starb im Staatsgefängnis von Nevada erstmals ein Straftäter durch das Giftgas. In den 30er Jahren forschte das amerikanische Chemieunternehmen Du Pont über Blausäure als Insektenkiller, aber auch als Mittel der Wahl für Hinrichtungen in der Gaskammer. Du Pont stand dabei in engem Informationsaustausch mit den Experten des IG-Farben-Konzerns in Frankfurt. Diese Beziehungen blieben sogar bestehen, nachdem Amerika im Dezember 1941 in den Krieg gegen Hitler-Deutschland eingetreten war.  Die Dokumentation erzählt in diesem Zusammenhang auch die einzigartige Geschichte des deutschen Wirtschaftsberaters Erwin Respondek, der erst an den Kartellvereinbarungen zwischen IG Farben und Du Pont beteiligt war, dann zum Spion wurde und die Amerikaner mit Geheimnissen über Hitlers Giftgasproduktion versorgte. Respondek residierte in einem Büro am Pariser Platz in Berlin, direkt neben der US-Botschaft. Mit den meist handschriftlichen Dossiers in der Aktentasche ging er die paar Schritte hinüber, in vollem Bewusstsein, dass dies ein tödliches Risiko bedeutete. Die Amerikaner jedoch, so stellte sich später heraus, misstrauten seinen Angaben. Nach dem Krieg geriet Respondek schnell in Vergessenheit – auch in Washington.

Mi, 1. Jun · 21:05-22:15 · arte
Schwarze Kassen

Goldbarren, ein Cadillac, Nazis, Agenten, Korruption, Politiker: Die Autoren erzählen eine Geschichte, die 1945 in den Trümmern von Berlin beginnt.  Als sich 1944 der Zusammenbruch Nazideutschlands abzeichnete, brachten, so wird erzählt, zwei deutsche Geheimagenten im Auftrag der SS enorme Geldsummen in die Schweiz. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs holten diese beiden Nazi-Agenten den verborgenen Schatz nach Deutschland zurück und füllten damit die Kassen der damals noch ganz jungen Christlich Demokratischen Union (CDU). Altnazis, Waffenhändler, Geschäftemacher, Staatsdiener sowie CIA-Agenten – so berichten die Autoren – bauten dann ein okkultes, korruptes Netz zur Politikfinanzierung auf, genannt „Octogon“, um die Partei des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer finanziell zu unterstützen.  Diese Finanzierung funktionierte insbesondere über Provisionszahlungen für Rüstungsgeschäfte der Bundeswehr, die in schwarze CDU-Kassen flossen. Durch ein geplatztes Geschäft der neu gegründeten Bundeswehr im Jahr 1956 wurde die Sache bekannt. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt und versuchte, die Wahrheit zu ergründen. Nach dem mysteriösen Verschwinden von Zeugen kamen die Untersuchungen zu keinem Ergebnis – und die Geschäfte gingen weiter. Der Dokumentarfilm von Fabrizio Calvi, Frank Garbely und Jean-Michel Meurice unternimmt den Versuch, eine schwer zu durchschauende Geschichte zu rekonstruieren.  Nach dem Film werden Autoren und Historiker unter der Diskussionsleitung von Thomas Kausch über die Thesen der französisch-schweizerischen Autoren, über das Kriegsende 1944/45 und die Adenauer-Zeit diskutieren.

Do, 2. Jun · 14:15-14:45 · BR-alpha
Von der Courage zum Risiko – Die Schriftstellerin Monika Maron

Ein Porträt der Schriftstellerin Monika Maron. Die 1941 in Berlin-Neukölln unehelich in eine polnisch-jüdische kommunistische Familie geborene war einziger Pionier ihrer Westberliner Schulklasse. Im Alter von 12 Jahren (1953) zieht sie mit ihrer kommunistischen Mutter, die dort den späteren DDR-Innenminister Karl Maron heiratet, in den Ostteil der Stadt. Maron wird antifaschistisch erzogen und engagiert sich aktiv bei den Pionieren und in der FDJ. Erst im Ergebnis ihrer Arbeit als Journalistin nach einem Studium der Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und ihres Umgangs in Künstlerkreisen wurde ihre Haltung gegenüber den in der DDR herrschenden Verhältnissen zunehmend kritischer und ablehnend.

Do, 2. Jun · 23:30-01:05 · MGM
Paß des Todes

Zweiter Weltkrieg: Ein baskischer Schafhirte (Anthony Quinn) begleitet den jüdischen Wissenschaftler Bergson (James Mason) und dessen Familie von Frankreich nach Spanien. Aus der anfänglichen Antipathie des Helfers entwickelt sich bald Achtung und Verständnis. Doch der sie verfolgende fanatische SS-Offizier von Berkow (Malcolm McDowell) rückt immer näher. – Starbesetztes Kriegsabenteuer von J. Lee Thompson („Ein Köder für die Bestie“).

Fr, 3. Jun · 14:45-16:20 · arte
Blut, Schweiß und Tränen

Churchill steht nach Ende des Zweiten Weltkriegs zur Wiederwahl. Der Bezwinger Hitlers und seine Frau Clemmie erwarten das Ergebnis in Frankreich. Er erinnert sich nun an die Zeiten, als das Königreich allein gegen Nazideutschland kämpfte.  In den sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs spielte Winston Churchill vielleicht die führende Rolle beim Kampf gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg, sein unerschrockener Führungsstil und seine Rhetorik ermutigten Millionen von Briten und Menschen anderer Länder, gegen Hitler-Deutschland bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Während Churchill auf die Wahlergebnisse wartet, geht sein Blick zurück auf die Jahre, als er seine belagerte Nation heldenhaft durch die schwierige Zeit führte.  Der Mann, der zum Helden seiner Nation wurde, bringt gerade durch die Kompromisslosigkeit seiner herausragenden Führerschaft letztendlich seine eigene politische Karriere und die Ehe mit seiner lebenslangen Gefährtin Clemmie in Gefahr. Aufgrund seiner Starrköpfigkeit und Zielstrebigkeit wird er zum Symbol der Nation. Unter den Verbündeten Großbritanniens, den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion als den alliierten Mächten sorgt er für Einigkeit. Er übt einen maßgeblichen Einfluss aus bei den Entscheidungen der Konferenzen des Zweiten Weltkrieges in Teheran und Jalta. Die Hartnäckigkeit des Kriegspremiers sind Ursache, dass das britische Volk sich bei den Wahlen im Juli 1945 gegen seine Prinzipien stellt und ihn nicht mehr unterstützt. Mit der Wahlniederlage scheidet er aus dem Amt aus, wird aber 1951 bis 1955 erneut Premierminister.

Fr, 3. Jun · 21:40-23:15 · arte
Auf der Suche nach dem Gedächtnis – Der Hirnforscher Eric Kandel

Der Neurowissenschaftler Eric Kandel ist fasziniert vom menschlichen Gedächtnis und davon überzeugt, dass geistige Vorgänge im Gehirn biologische Veränderungen erzeugen.  Seit über 50 Jahren widmet sich Eric Kandel der Entschlüsselung molekularer Prozesse im Gehirn, die dem menschlichen Gedächtnis zugrunde liegen. Im Jahre 2000 erhielt er dafür den Nobelpreis für Medizin, denn er entdeckte das CREB-Bindeprotein, das eine Schlüsselrolle bei der Speicherung von Ereignissen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis spielt. Dieser Vorgang ist die Voraussetzung für Lernen und Erinnern. Kandel hat untersucht, wie geistige Vorgänge biologische Veränderungen erzeugen, und nachgewiesen, dass Lernen neuronale Schaltkreise verändert und Wissen eine anatomische Veränderung im Gehirn bewirkt.  Das Gedächtnis zählt für Kandel zu den bemerkenswertesten Aspekten der menschlichen Existenz. „Die Erinnerung versieht unser Leben mit Kontinuität; ohne die bindende Kraft der Erinnerung würden unsere Erfahrungen in ebenso viele Bruchstücke zersplittern, wie es Momente im Leben gibt. Wir sind, wer wir sind, aufgrund dessen, was wir lernen und woran wir uns erinnern.“ Nach Kandel ist seine Gedächtnisforschung stark mit seiner Lebensgeschichte verbunden. In Wien geboren, musste er 1939, nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland im Alter von neun Jahren in die USA emigrieren.  Er selbst schreibt über den Einfluss seiner Biografie und seiner traumatischen Kindheitserlebnisse im Wien der Naziherrschaft und des Holocaust auf seine Arbeit in seiner Autobiografie „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“, die im März 2006 mit großem Medienecho erschienen ist: „Ich bin davon überzeugt, dass mein späteres Faible für den menschlichen Geist – dafür, wie sich Menschen verhalten, wie unberechenbar ihre Motive und wie dauerhaft Erinnerungen sind – auf mein letztes Jahr in Wien zurückgeht. Nach dem Holocaust lautete das Motto der Juden: ‚Niemals vergessen!‘ – wachsam gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass zu sein … Meine wissenschaftliche Arbeit widmet sich den biologischen Grundlagen dieses Mottos: den Prozessen im Gehirn, die uns zur Erinnerung befähigen.“

Sa, 4. Jun · 11:45-12:30 · RBB
Doswidanja – Schalom – Guten Tag

Unter dem Eindruck der instabilen, teilweise von antisemitischen Ausfällen begleiteten Situation in der UdSSR beschlossen die letzten DDR-Regierungen unter Modrow und de Maizière Anfang 1990, die Zuwanderung sowjetischer Juden zu ermöglichen. Seitdem kamen über 200.000 Menschen auf diese Weise ins inzwischen wiedervereinigte Deutschland. Der Film von Levi Salomon zieht aus der Perspektive der Berliner Jüdischen Gemeinde eine Bilanz nach zwanzig Jahren. Die politischen Akteure von einst erinnern sich, und jüdische Zuwanderer verschiedener Generationen gewähren einen Blick in ihren Alltag.

So, 5. Jun · 22:25-23:35 · arte
Der Delfinjunge

Die Aufnahmen zu dem eindringlichen Dokumentarfilm über den verheerenden Schaden, den menschliche Gewalt der Seele zufügen kann, und die heilende Kraft der Natur und der Liebe, entstanden im Verlauf mehrerer Jahre.  Morad, ein Jugendlicher aus einem arabischen Dorf im Norden Israels, kann infolge eines gewalttätigen Angriffs keine Beziehung mehr zu anderen Menschen herstellen. An diesem Zustand konnten auch zahlreiche Therapien und medizinische Behandlungen nicht ändern.  Als letztmögliche Alternative zur Einlieferung in eine Nervenheilanstalt ermöglicht ihm sein Vater – der alles für Morad zu tun bereit ist – eine Heilbehandlung mit Delfinen in Eilat am Roten Meer. Und tatsächlich zeigt die Therapie Erfolge. Nach Monaten des Schweigens fängt Morad wieder an, zu sprechen. Doch er bricht radikal mit seiner Vergangenheit und möchte nicht zu seiner Mutter heimkehren, die zu Hause auf ihn wartet.

Mo, 6. Jun · 01:05-02:30 · Das Erste (ARD)
Der Jazzsänger

Der Sohn eines jüdischen Kantors wird von seinem Vater verstoßen, weil er mit der religiösen Tradition bricht und Jazzlieder singt. Als am Premierenabend, der den ersehnten Durchbruch am Broadway verspricht, der Vater seinen Sohn vom Totenbett aus bittet, ihn in der Synagoge zu vertreten, gerät der Jazzsänger in einen tiefen Interessenskonflikt. Mit dem legendären Film „Der Jazzsänger“ begann die Ära des Tonfilms. Kantor Rabinowitz (Warner Oland) ist ein jüdischer Vorsänger in einer New Yorker Synagoge. Sein Sohn Jakie (Al Jolson) hat die musikalische Begabung von seinem Vater geerbt, doch der Junge tritt heimlich in Bars auf, wo man seine Stimme als Jazzsänger schätzt. Als der Vater von diesem Frevel erfährt, verabreicht er dem Sohn eine Tracht Prügel und verbietet ihm, jemals wieder Jazzlieder zu singen. Jackie verlässt darauf seine Eltern, um seinen eigenen Weg zu gehen. Mit Hilfe der Tänzerin Mary Dale (May McAvoy) gelingt es ihm, sich nach und nach einen Namen als Jazzsänger zu machen. Endlich erhält er die Chance seines Lebens, mit einem auf ihn zugeschnittenen Broadwaymusical ganz groß herauszukommen. So kehrt Jackie nach Jahren in seine Heimatstadt New York zurück und besucht erstmals seine Mutter. Als er ihr voller Stolz eines seiner Lieder vorsingt, wird er vom jäh dazwischenfahrenden Vater aus dem Haus geworfen. Am Premierenabend erkrankt der Vater schwer. Auf dem Totenbett spricht er den Wunsch aus, dass Jackie ihn in dieser Nacht in der Synagoge vertreten möge, worauf der Jazzsänger in arge Gewissensnot gerät. Das Melodram „Der Jazzsänger“ gehört stilistisch noch der Stummfilmtradition an. Seinerzeit war es eine Sensation, weil es als erster Tonfilm Gesangs- und Dialogpassagen enthielt und so die Filmgeschichte revolutionierte.

Di, 7. Jun · 00:00-00:45 · WDR
Ausgelöscht – Bialystok und seine Juden

Von den mehr als 60.000 Einwohnern, die Anfang des 20. Jahrhunderts in der ostpolnischen Stadt Bialystok lebten, waren drei Viertel Juden; die jüdische Gemeinde war die größte in Polen. Es gab ein reiches jüdisches Kulturleben: jüdische Schulen und Theater, Museen und Bibliotheken. Das normale, zivile Leben endete abrupt im September 1939. Zunächst besetzten deutsche Truppen die Stadt. Dann, eine Woche später, trat die Aufteilung Polens nach dem Hitler-Stalin-Pakt in Kraft – Bialystok wurde der Roten Armee übergeben. Die sowjetischen Soldaten traten anders auf als die Deutschen, aber auch sie begannen, die jüdische Bevölkerung zu unterdrücken. Verboten wurde alles, was zur jüdischen Kultur gehörte, vor allem der Gebrauch von Jiddisch und Hebräisch in Schulen oder Zeitungen. Viele Flüchtlinge, die sich vor der Verfolgung durch die Deutschen in den deutsch besetzten westpolnischen Gebieten in Sicherheit bringen wollten, wurden nahezu umgehend in sibirische Arbeitslager deportiert. Doch der wirkliche Schrecken erreichte Bialystok, als im Juli 1941, fast zwei Jahre nach Beginn der sowjetischen Besatzung, die Deutschen wieder in die Stadt einmarschierten – unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion. Jetzt begann die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung von Bialystok. Kinder wurden nach Theresienstadt verschleppt, über 30.000 Menschen in den ersten beiden Monaten getötet. Als dann das Ghetto Bialystok eingerichtet wurde, erklärte sich der von den Nazis installierte Judenrat in höchster Not zur Kooperation mit den Deutschen bereit. Jeder hoffte, durch die Arbeit in den großen kriegswichtigen Textilbetrieben sein Leben retten zu können. Vergeblich: Im Laufe des Jahres 1943 wurden alle noch in Bialystok lebenden Juden ermordet. Das jüdische Bialystok lebt nur noch in der Erinnerung der wenigen Überlebenden, denen irgendwann die Flucht gelang. Einige von ihnen, die heute über die ganze Welt verstreut leben, erzählen in dieser Dokumentation von den schwarzen Jahren Bialystoks, von der sowjetischen Unterdrückung und dem deutschen Terror. Felicja Novak ist noch einmal nach Bialystok gefahren. An den Orten von damals schildert sie, wie ihre Angehörigen drangsaliert und ermordet wurden, unter welchen Umständen sie selbst überlebt hat. Umfangreiches Foto- und Filmmaterial aus Bialystok sowie Tonaufzeichnungen aus den Prozessen gegen die deutschen Verantwortlichen zeichnen ein tief beschämendes Kapitel deutsch-polnischer Geschichte nach.

Di, 7. Jun · 08:05-08:20 · WDR
Planet Schule: Oft bin ich bang – Kindheit unter Hitler

Kindheit im Dritten Reich war nicht unbeschwert. Krieg, Verfolgung, Vertreibung – die Schicksale der Eltern hatten – natürlich – Konsequenzen für ihre Kinder. Wie sie diese Zeit erlebt haben, schildern wir in vier Filmen. In Spielszenen, Interviews mit Zeitzeugen und Dokumentaraufnahmen werden die Erlebnisse der Protagonisten erzählt. Sie ermöglichen eine subjektive und emotionale Herangehensweise an das Thema Nationalsozialismus.  Hannelore wohnte damals in Köln. Ihre Mutter ist katholisch, ihr Vater Jude. Als sogenannter Mischling wird sie auch auf der Straße – sogar von den Nachbarn – verhöhnt und beschimpft. Ihre Eltern beschließen, sie taufen zu lassen. Sie hoffen, dass es Hannelore dann leichter haben würde. Hannelore geht gern zu Schwester Cypriana im Vinzenthinehrkloster. Die Nonne erzählt ihr alles über Jesus und den katholischen Glauben. Sie unterrichtet sie auch, denn Juden ist es verboten, zur Schule zu gehen. Schwester Cypriana rettet sie vor der Verschleppung in ein Konzentrationslager, das den sicheren Tod bedeutet hätte. Hannelore und ihre Eltern können sich verstecken. Im Gegensatz zu fast allen Verwandten haben sie überlebt.

Di, 7. Jun · 14:45-16:10 · arte
Die Band von nebenan

Ein ägyptisches Polizeiorchester strandet aufgrund eines Missverständnisses in einer israelischen Kleinstadt, die von der Welt vergessen scheint. Es fährt kein Bus mehr zurück, die Band muss die Nacht im Ort verbringen.  Eine achtköpfige Polizeikapelle aus Alexandria steht verloren im Staub der israelischen Wüste. Niemand kommt, um die Musiker, die auf einem Kulturfest spielen sollen, vom Flughafen abzuholen. So beschließen sie schlicht, den Bus zu nehmen. Beim Kauf der Tickets kommt es jedoch zu Missverständnissen, und die Acht finden sich in einem verschlafenen Provinznest wieder.  Von einem Kulturfest haben die Anwohner noch nie gehört: Hier gäbe es keine Kultur, weder ägyptische, noch israelische, sagt man ihnen. Den Musikern wird langsam klar, dass sie im falschen Ort gelandet sind. Der letzte Bus ist jedoch schon weg, und man muss die Nacht im Ort verbringen, in dem es allerdings auch kein Hotel gibt. Mit Hilfe einer freundlichen Imbissbesitzerin findet sich aber für alle acht Bandmitglieder ein Nachtlager. In der folgenden Nacht kommen sich die benachbarten Kulturen, Israel und Ägypten, über universell-menschliche Probleme ein Stück näher. Berührungsängste und sprachliche Barrieren führen zu Beginn noch zu Missverständnissen, doch im Laufe der Nacht kommt es bald – auch mit Hilfe von gutem Willen, einem Glas Rotwein oder der grenzüberschreitenden Kraft der Musik – zu Gesprächen, die durch die unterschiedlichen Mentalitäten und kulturellen Unterschiede noch intensiver werden.  Man tauscht Erinnerungen an die Kindheit aus, erzählt von zerbrochenen Lieben und anderen traurigen Erlebnissen oder gibt sich gegenseitig Tipps zum Anbaggern von Frauen. Die Menschen sind bereit, voneinander zu lernen, sind offen für den „traditionell“ verfeindeten Nachbarn. Am nächsten Morgen reist die Kapelle wieder ab zum richtigen Ort, und hinterlässt, ebenso wie der Film, ein optimistisches Gefühl, auch wenn der erzählte Austausch noch immer Utopie ist, auch wenn das „Ganze wie ein Mitsommernachtstraum war, etwas, das nicht wirklich existieren kann“, wie der Regisseur Eran Kolirin selbst sagt. Die menschliche Seite jedoch berührt und gibt Hoffnung.  Nie spricht der junge Filmemacher den israelisch-arabischen Konflikt direkt an. Stattdessen geht es ihm um die Menschen und ihre Sehnsüchte, Träume und Wünsche. Mit seinem unaufgeregten, ganz auf der Kraft der Ursprungsidee und der Schauspielleistung beruhenden Film wirbt Eran Kolirins Produktion für Völkerverständigung und Verständnis.

Di, 7. Jun · 15:00-16:40 · MGM
Der zehnte Mann

Paris, 1941: Wahllos verhaften die Nazis Zivilsten und kündigen an, jeden zehnten von ihnen hinzurichten. Per Los sollen die Häftlinge selbst bestimmen, wer getötet wird. Es trifft Rechtsanwalt Chavel (Anthony Hopkins). Der kann das Los jedoch an einen todkranken Mithäftling weitergeben. Als Gegenleistung überschreibt er dessen Famile seinen Besitz. Drei Jahre später sucht Chavel unter falschem Namen Kontakt zu der Familie des „zehnten Mannes“. – Schuld-und-Sühne-Drama nach Graham Greene.

Di, 7. Jun · 22:05-22:48 · MDR
Der Krieg, (3/6) Angriff auf die Sowjetunion

Nach seinen Triumphen im ersten Kriegsjahr versucht Hitler Großbritannien mit der deutschen U-Boot-Waffe in die Knie zu zwingen und setzt seine Panzer unter General Erwin Rommels Kommando sogar in Nordafrika gegen die Briten ein. Der erfolglose Versuch Mussolinis, dort und auf dem Balkan Fuß zu fassen, bindet zunächst die Kräfte der Wehrmacht und führt zu einer Verschiebung von Hitlers strategischem Ziel: Dem Sieg über die Sowjetunion. Nachdem Jugoslawien und Griechenland sowie Teile Nordafrikas unter deutscher Kontrolle sind, fällt die Wehrmacht 1941 mit ihren Verbündeten in Russland ein und rückt bis nach Moskau, Leningrad und Kiew vor. Ihnen folgen die mörderischen „Einsatzgruppen“, die vor allem in der Ukraine die ersten Massentötungen an der jüdischen Bevölkerung vornehmen. Doch aus dem geplanten Sieg der Streitmacht Hitlers in einem weiteren Blitzkrieg wird nichts. Die Rote Armee erholt sich von den vernichtenden ersten Schlägen mit enormen Verlusten und hat mächtige Verbündete: Den Schlamm im Herbst und den unerbittlichen kalten russischen Winter. Darauf sind die Wehrmachtssoldaten nicht vorbereitet. Der Vormarsch bleibt stecken; Marschall Shukow gelingt es, die Hauptstadt Moskau erfolgreich zu verteidigen. Erste große Verluste und Gefangennahmen zeigen: Die Wehrmacht ist nicht unbesiegbar. Hitler entlässt seine Generäle und übernimmt selbst das Oberkommando. In der dritten Folge der Dokumentation zeichnet sich der verhängnisvolle Fehler ab, mit einer für einen sommerlichen Blitzkrieg ausgerüsteten Streitmacht ein unwegsames Riesenland, wie die Sowjetunion niederzwingen zu wollen.

Mi, 8. Jun · 00:00-01:00 · NDR
Lieber Onkel Hitler – Briefe an den Führer

Kaum ein historisches Dokument bringt einem die Geschichte des Dritten Reichs lebendiger nahe als die privaten Briefe des Volkes an ’seinen‘ Diktator. Ein Schatz von mehr als 100.000 solcher Botschaften wurde erst vor kurzem geborgen.  „Hochverehrter Führer, bitte schützen Sie sich gut vor Erkältungen, es ist zur Zeit so kalt in Nürnberg.'“ „…wir wollten Dich so gerne sehen. Ich habe Dich so lieb. Schreibe mir. Deine Gina.“ „So gestalten sich immer wieder die Verhältnisse in dem von Ihnen regierten Reich. So wird immer mehr und mehr das Recht mit Füßen getreten … Ich weiß, dass meine Schreiben an Sie nichts fruchten …“  In einem Moskauer Spezialarchiv hatte die Post der Deutschen an ihren Führer sechs Jahrzehnte unbemerkt überdauert. 1945 von der so genannten ‚Trophäen-Kommission‘ aus Hitlers Privatkanzlei nach Moskau gebracht, schlummerten die Briefe unerkannt in den Kellern der Dokumentensammlung. Deren Inhalt zeigt unzensiert die damalige Volksseele: persönliche Offenbarungen der Absender an den Empfänger, konservierte Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste, Liebesbriefe, Treuebekundungen, Geburtstagsgrüße, Bitten und selten auch Worte des Aufbegehrens. Die ‚Fanpost‘ erlaubt einen tiefen Einblick in die Herzen und Gedanken der Deutschen während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Mi, 8. Jun · 18:55-19:00 · arte
Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

Ein Geistlicher im israelischen Tiberias berichtet, welche Auswirkungen der Massentourismus am See Genezareth auf die Umwelt hat.  Wo es einmal still und dunkel war, schießen nun Hotels aus dem Boden, und der Lärm der Jetskis dröhnt von morgens bis abends über das Wasser.

Mi, 8. Jun · 20:45-21:15 · MDR
Die Spur der Ahnen – Jede Familie hat ein Geheimnis

Als kleiner Junge schüttelte Wolfgang Schröder Adolf Hitler persönlich die Hand. Das war seinen Adoptiveltern wichtig. Die Mutter, glühende Anhängerin Hitlers und Mitglied in der NS-Frauenschaft.  Der Vater, höherer Offizier bei der Wehrmacht und Mitglied in der SS. Dass Wolfgang ein Adoptivkind war, wusste er. Doch die Frage nach seiner leiblichen Familie wollte ihm niemand beantworten. „Das erfährst du schon noch früh genug!“ Diese Antwort bekam Wolfgang Schröder jedes Mal, wenn er seine Adoptiveltern nach seiner leiblichen Familie fragte. Und Wolfgang fragte oft – sein ganzes Leben lang. Seine Herkunft war und blieb ein Tabuthema, ein wohl gehütetes Familiengeheimnis, dass die Adoptiveltern schließlich mit ins Grab nahmen. Warum weigerten sich die Adoptiveltern so rigoros, Wolfgang etwas von seinen biologischen Eltern zu erzählen? Diese Frage hat sich der heute 73-Jährige und aus Sachsen-Anhalt Stammende immer wieder gestellt – und sich schließlich auf eigene Faust auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter gemacht.  Wolfgang fordert seine Geburtsurkunde an und entdeckt eine erste heiße Spur. Lotte Schröder ist der Name seiner leiblichen Mutter und als Geburtsort wird Wernigerode angegeben. Ein Verdacht, den Wolfgang Schröder schon sein Leben lang hegt, scheint sich zu bestätigen. Seit den 30er Jahren war die Kleinstadt im Harz ein Zentrum der SS. Der Schwarze Orden der Nazis eröffnete damals in Wernigerode ein Lebensbornheim – eine „Zuchtstation“ für die zukünftige „arische“ Elite des Deutschen Reichs. Nachweislich „arische“ Frauen konnten und sollten hier möglichst viele Kinder zur Welt bringen. Ist Wolfgang Schröder tatsächlich ein Lebensborn-Kind? Warum hat seine Mutter Lotte Schröder damals ihren Sohn weggegeben und was ist aus ihr geworden? Wird Wolfgang Schröder das Geheimnis seiner Herkunft nach so langer Zeit lüften können? Kommen Sie mit auf diese „Spur der Ahnen“, denn jede Familie hat ein Geheimnis!

Do, 9. Jun · 18:55-19:00 · arte
Morgen

Das dringendste Umweltproblem, das Israel heute hat, ist sauberes Trinkwasser. Wassersparen gehört daher zum normalen Alltag aller.  Die ständig wachsende Bevölkerung des Landes lässt die bereits geringen Wasservorräte von Tag zu Tag stärker schwinden. Auch für eine Schauspielerin gehört es daher zu den täglichen Gesten der Morgentoilette, Wasser zu sparen.

Fr, 10. Jun · 05:50-06:15 · RBB
Jacob 2/2

Jacob wird dauernd von seinen älteren Geschwistern Emma und Noah geärgert. Opa Zadie rät ihm deshalb, sich einen „Golem“ zu erschaffen, ein Geschöpf aus der jüdischen Legende, das für Gerechtigkeit sorgt. Ganz aus Versehen entsteht ein ähnliches Wesen als Nachbar Dinglebat Jacob mit seiner uralten Kamera fotografiert. „Negativ-Jacob“ wird zum Leben erweckt. Der wahre Jacob muss diesen modernen „Golem“ unbedingt aufhalten.

Fr, 10. Jun · 00:15-01:05 · SWR
Welcher Glaube für mein Kind?

Bisher hat sich Marc Burth nie viele Gedanken über Religion gemacht. Doch seitdem er Vater zweier Kinder ist, plagen ihn Fragen wie: Was sind meine Kinder eigentlich? Moslems, Protestanten, Katholiken, Juden? Oder vielleicht Heiden?  Marc Burth ist Vater geworden und hat ein Problem: zwei Kinder und keine passende Religion für sie. Sein Vater ist Protestant, seine Mutter Jüdin und seine Schwester ist Schamanin. Der Vater seiner Frau ist Moslem und ihre Mutter Katholikin. Ein schwieriges Unterfangen für den verwirrten Filmemacher, in diesem Cross-over der Religionen die richtige Wahl für seine Kinder zu treffen. Auf der Suche nach Antworten besucht Marc Burth Menschen, die ein Verhältnis zu Gott haben und auch solche, die bewusst keines haben. Er spricht mit Atheisten, Schamanen, Jesuiten, Baptisten, Juden, Moslems, Heiden und vielen mehr. Er will wissen, ob es Gott gibt oder eben nicht und warum Religion für Kinder wichtig sein soll. Die Dokumentation ist eine verspielte, verrückte, leicht neurotische Annäherung an eine Frage, an der sich viele die Zähne ausbeißen und die sich die Menschheit immer stellen wird: Existiert Gott? Und wenn ja, wie viele?

Fr, 10. Jun · 22:35-23:55 · arte
Abbas, Hussein und Nour – Pfadfinder im Libanon

Im Libanon folgen die Pfadfinder des Imam al’Mahdi – wie alle Pfadfinder auf der Welt – den Regeln der internationalen, Anfang des 20. Jahrhunderts von Robert Baden-Powell gegründeten Boyscout-Bewegung. Doch sind sie gewöhnliche Pfadfinder?  Wie die meisten Pfadfinderorganisationen haben auch sie einen religiösen Hintergrund: Sie sind schiitische Muslime und gehören einer muslimischen Gemeinschaft im Süden des Libanons an, die sich auf den Propheten Mohamed und dessen Nachfahren beruft. Leben und Alltag der Menschen im Libanon wird vom israelisch-arabischen Konflikt bestimmt. Die Pfadfinderorganisation gehört zum Umfeld der Hisbollah.  Der Dokumentarfilm begleitet drei Jugendliche – Abbas, Hussein und Nour – und zeigt, wie sich die Lebensrealität für Jugendliche im Libanon darstellt, wenn man die es wagt, in ihre Welt einzutauchen. Die Innenansichten aus dem Leben dieser jungen Menschen bringen das westliche Beurteilungsraster ins Wanken.

Sa, 11. Jun · 09:40-12:35 · MGM
Anatevka

Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

Sa, 11. Jun · 18:45-19:15 · SWR
Röchlings letzte Zeugin

Die ehemaligen Röchlingschen Eisen-und Stahlwerke Völklingen. Ein Teil ist heute Saarstahl. Ihren Bereich Eisenerzeugung, die Alte Hütte, kennen wir seit 1996 als Weltkulturerbe.  Die Skyline der 1986 erloschenen Hochöfen, wen fasziniert sie nicht. Um den ehemaligen Konzernchef, Kommerzienrat Hermann Röchling, Ex-Wehrwirtschaftsführer und Exponent der Hitlerschen Kriegswirtschaft, nach dem Kriege von einem französischen Tribunal rechtskräftig als Kriegsverbrecher verurteilt, wird immer noch gestritten: Darf, soll die gleich zweimal nach ihm benannte Siedlung auf der Bouser Höhe weiter seinen Namen tragen? Das ist ein politischer Streit. Wie der Juniorchef des Werkes, Hermann Röchlings Sohn Karl Theodor, knapp drei Monate vor Kriegsende im Saarland zu Tode kam, war auch einmal Gegenstand eines politischen Streits, damals am Wendepunkt zwischen Krieg und Nachkrieg, zwischen Besatzungsregime und Wiederaufbau. Der Antinazi Karl Theodor Röchling, so stellten es Familienmitglieder und Nachkriegs-Werksangehörige dar, sei von den Nazis selbst, von Handlangern der Gestapo ermordet worden. In der Zeitung dagegen stand im Februar 1945, die Mörder seien Russen gewesen, die dafür zum Tode verurteilt worden seien. Was geschah wirklich im Völklinger Eisen- und Stahlwerk am 17. Dezember 1944? Fakt ist: Karl Theodor Röchling und sein Leitender Ingenieur Heinrich Koch kehrten von einem Kontrollgang durch das evakuierte Werk nicht zurück. Erst zwölf Tage später fand man die beiden – tot, erschossen. Im Sommer 2010 machte Inge Plettenberg eine alte Frau ausfindig, die damals am Tatort war. Zusammen mit zwei Landsleuten, die wie sie aus der damaligen Sowjetukraine zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren. Im Dezember 1944 waren sie junge Leute, 19 und 22 Jahre alt. Die Frau lebt heute, 89 Jahre alt, in Sankt Petersburg. Inge Plettenberg hat sie dort besucht und ihre Geschichte aufgezeichnet. Sie, die sich Jahrzehnte lang in Schweigen gehüllt hat, ist rückblickend betrachtet, Röchlings letzte Zeugin. Sie weiß noch, was Karl Theodor Röchling sagte, bevor er starb. Ihre Aussagen stehen nicht allein, sondern können nun verglichen werden mit den Feststellungen der Anklageakte des Sondergerichts Saarbrücken vom Januar 1945. Im Saarland ist diese Akte nicht mehr auffindbar, doch im Februar 2011 fand Inge Plettenberg sie in Paris. Wie sie dorthin kam – auch das ist Teil der Geschichte, die Spuren dreier Lebenswege von Völklingen über Sulzbach/Saar und Bruchsal bis nach Aichach verfolgt. Lebenswege, von denen zwei am 20. März 1945 in einem Steinbruch in Bruchsal endeten – am Tag, als das Völklinger Werk von den Amerikanern besetzt wurde.

So, 12. Jun · 00:30-01:15 · PHOENIX
Die Gestapo – Die deutsche Polizei im Weltanschauungskrieg

Am 30. Januar 1933 übernimmt Adolf Hitler in Deutschland die Macht. Sofort beginnt die Einschüchterung und Ausschaltung jeglicher Opposition.  Da die Polizei dafür noch nicht voll in Anspruch genommen werden kann, bringt Hitler seine paramilitärischen Truppen zum Einsatz. Unter dem Befehl von Ernst Röhm überzieht die Sturmabteilung (SA) der NSDAP das Land mit brutalem Terror. Im Visier der als „Hilfspolizei“ eingesetzten Schläger sind vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, aber auch die deutschen Juden trifft von Anfang an ihr Terror.

So, 12. Jun · 09:25-09:55 · HR
Das Sonntagsgespräch, Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Rabbiner Andrew Steiman

Die ersten Christen waren Juden – und die jungen christlichen Gemeinden in Jerusalem waren zunächst jüdische Splittergruppen. Pfingsten gilt in der christlichen Tradition als Geburtstag der Kirche. Wie haben sich vor zwei Jahrtausenden die ersten christlichen Gemeinden entwickelt? Was verbindet jüdische und christliche Traditionen miteinander? Hat das christliche Pfingstfest gar jüdische Wurzeln? Am Pfingstsonntag unterhält sich Meinhard Schmidt-Degenhard mit dem jüdischen Theologen Andrew Steiman, der als orthodoxer Rabbiner im Seniorenheim der Frankfurter Budge-Stiftung arbeitet. Der gebürtige Amerikaner fühlt sich der orthodoxen Tradition im Judentum verpflichtet und ist seit Jahren im christlich-jüdischen Dialog engagiert.

Mo, 13. Jun · 23:05-00:00 · arte
Anselm Kiefer

Im Jahr 1993 verließ der Künstler Anselm Kiefer das Dorf Buchen im Odenwald und verlegte sein Atelier ins südfranzösische Barjac. Zum ersten Mal öffnet er nun einer Kamera die Tore zu seiner Arbeitsstätte.  Seit 15 Jahren wohnt und arbeitet der Künstler Anselm Kiefer auf seinem Gut „La Ribaute“ auf dem Berg von Barjac in den französischen Cevennen. Die alten Industriebauten und Ateliers auf dem 35 Hektar großen Grundstück verband er mit einem Geflecht unterirdischer Gänge. Andere Tunnel führen zu selbstgebauten Hütten, in denen Kiefer seine Bilder und Skulpturen lagert. Am Ende eines Metalltunnels öffnet sich ein in den Berg geschlagenes, 20 Meter langes Amphitheater aus Schiffscontainern, das eine Krypta und ein Wasserbecken beherbergt. Auf Kiefers Anwesen befinden sich auch Höhlen und Waldstücke, eine Ebene, auf der sich kartenhausähnliche Betonskulpturen erheben, sowie verborgene Rückzugsorte. Anselm Kiefers monumentales Werk ist eines der bedeutendsten und interessantesten des späten 20. Jahrhunderts. Seit der Künstler im Jahr 1980 Deutschland auf der Biennale von Venedig vertrat, erwerben öffentliche Museen wie private Sammler seine Bilder und Skulpturen. So widmete ihm das Guggenheim-Museum in Bilbao eine bemerkenswerte Retrospektive, und im Pariser Grand Palais war sein Werk im Rahmen der Monumenta 2007 zu sehen. Anselm Kiefer ist auch der einzige lebende Künstler mit Werken in der Dauerausstellung des Pariser Louvre. 2008 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Kiefer wurde 1945 in ein Nachkriegsdeutschland hineingeboren, dessen nationalsozialistische Vergangenheit er in seinen Werken immer wieder thematisiert. Schon seine ersten Bilder sprachen von Erinnerung und Geschichte, und seine Inszenierungen des Nazi-Grußes unter anderem in der Schweiz, in Frankreich und Italien sorgten weltweit für Aufregung. In seinen jüngsten Werken erforscht Kiefer Transzendentalmythen und philosophische und wissenschaftliche Systeme. Das Porträt von Sophie Fiennes macht sich auf die Suche nach den Ursprüngen der vielfältigen künstlerischen Welt des Anselm Kiefer.

Di, 14. Jun · 22:05-22:48 · MDR
Der Krieg, 4/6, Eroberung des Pazifik

Mit dem Überfall Japans auf den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 weitet sich der Krieg endgültig zu einem Weltkrieg aus. Japan braucht für seine rasante wirtschaftliche und militärische Entwicklung dringend Rohstoffe, war bereits in China eingefallen und hatte sich die ehemaligen französischen Besitzungen in Indochina angeeignet. Nur die USA und Großbritannien stehen Japans Expansion im Pazifikraum entgegen. Nach dem Überfall auf Pearl Harbor fallen nacheinander Hong Kong, Singapur, die Philippinen, Burma, Malaya und Sumatra. Doch der amerikanische Präsident Roosevelt nimmt die Herausforderung an und legt ein gigantisches Rüstungsprogramm auf. Die Amerikaner geben ihre Zurückhaltung in diesem Krieg auf und rücken zum Militärdienst ein. Jetzt steht Großbritannien nicht mehr als einzige westliche Macht gegen Hitler. Und Hitler erklärt den USA seinerseits den Krieg. Churchill lässt jetzt deutsche Städte systematisch bombardieren, während Hitlers Mordgesellen die Vernichtung des jüdischen Volkes im Osten systematisieren. Noch sind Deutschland und Japan siegreich in Europa und im Pazifik, doch das Blatt beginnt sich allmählich zu wenden: Die Rote Armee leistet anhaltenden, erbitterten Widerstand, die USA schlagen ebenfalls zurück und können in der Schlacht um Midway einen ersten Erfolg auf dem pazifischen Kriegsschauplatz verbuchen. Derweil wendet sich die deutsche Wehrmacht einem neuen Ziel zu: Stalingrad.

Mi, 15. Jun · 21:05-22:00 · arte
Die Unbeugsamen

Während des Zweiten Weltkriegs waren auf Schloss Colditz bei Leipzig alliierte Offiziere als Kriegsgefangene inhaftiert. Obwohl das Schloss als ausbruchsicher galt, gelang vielen die Flucht.  Während des Zweiten Weltkrieges inhaftierte die deutsche Wehrmacht auf Schloss Colditz bei Leipzig jene Gefangenen, die schon einmal aus einem anderen Kriegsgefangenenlager ausgebrochen waren. So wurde das Schloss zum vermeintlich sichersten Offiziersgefangenenlager. Prominente Insassen wie zum Beispiel Churchills Neffe dienten Hitler als Faustpfand und gaben dem Schloss kriegswichtige Bedeutung.  Schloss Colditz galt als ausbruchsicher. Doch die Gefangenen – englische, französische, polnische, belgische und holländische Offiziere – entpuppten sich als hoch motivierte Ausbrechergenies. Es wurde gestohlen, gefälscht und geschmuggelt, um die deutschen Wachen zu überlisten. Die Gefangenen verkleideten sich, gruben einen Tunnel quer durch das Schloss, bauten eine Funkstation und sogar einen flugbereiten Gleitflieger. Verzweifelt versuchten die Männer von der deutschen Abwehr, die Gefangenen mit immer neuen Methoden am Ausbruch zu hindern. Die Fluchtversuche wurden für Ausbildungszwecke fotografiert und sind in dem Dokumentarfilm zu sehen. Trotz der enormen Sicherheitsvorkehrungen unternahmen die Gefangenen über 120 Ausbruchsversuche, von denen 31 zur erfolgreichen Flucht ins Heimatland führten.

Mi, 15. Jun · 22:00-23:35 · arte
Tehilim – Spurlos verschwunden

Das Leben der Familie ist geprägt von Alltagsproblemen wie morgendlichem Verschlafen oder Streitereien zwischen den beiden Brüdern Menachem und David. Gebete und Psalmen, die „Tehilim“, spielen in der religiösen Familie eine große Rolle. Doch ein harmloser Autounfall verändert alles: Der Vater ist nach dem Unfall verschwunden. Zwischen Vermisstenanzeigen und Problemen mit der Versicherung und der Bank des Vaters, müssen sich die Familienmitglieder nun ihrer Trauer um den Vermissten stellen. Die Polizei ist ratlos, sie weiß nicht, ob der Vater sich absichtlich versteckt hält, ob er überhaupt noch im Lande ist, ob er verletzt ist oder tot. Das Bankkonto der Familie wird gesperrt. Kleine Schwierigkeiten wirken plötzlich riesig. Der jüngere Bruder David hat Albträume, die Mutter zieht sich von der Familie zurück, muss sich mit ihrem neuen Schicksal als alleinerziehende Mutter abfinden. Auch der ältere Bruder David fühlt sich mit allem überfordert und macht mit seiner Freundin Schluss. Alle drei schaffen es nur schwer, mit ihren Alltagsproblemen zurechtzukommen, alle drei sind zu eingenommen von dem mysteriösen Verschwinden des Vaters. Während die Erwachsenen, vor allem der sehr religiöse Großvater, sich in ihre Traditionen und Gebete flüchten, versuchen die Kinder, Menachem und David, die „Tehilim“ auf ganz eigene Weise zu nutzen, um den Vater wiederzufinden…

Mi, 15. Jun · 23:30-01:00 · Das Erste (ARD)
Geheimsache Ghettofilm

62 Minuten Archivmaterial. Unbetitelt, unvertont, nur teilweise geschnitten. Eine außergewöhnliche historische Quelle. Alles, was an Filmbildern aus dem Warschauer Ghetto überliefert ist. Bei näherem Betrachten verstörende Bilder: das nackte Elend verhungernder Bettler neben auffallend wohlgekleideten Männern und Frauen im Restaurant oder beim Tangotanzen. Bittere Armut neben vermeintlichem Wohlstand, das eine das jeweils andere scheinbar ignorierend. Jahrzehntelang wurden diese Ghettobilder – bzw. wenige immer gleiche Ausschnitte daraus – von Dokumentaristen und Museen in der ganzen Welt als authentisches Archivmaterial verstanden und verwendet. Erstmals wird nun das Material im Ganzen betrachtet. Bild für Bild, Einstellung für Einstellung, unter besonderer Beachtung gerade der herausgeschnittenen Szenen im Rohmaterial. Und erstmals fragt Regisseurin Yael Hersonski auch nach den Auftraggebern dieser Filmaufnahmen. Wer hat diese Bilder gedreht? Unter welchen Umständen? Und mit welcher Aussageabsicht? Spiegeln die Bilder das wirkliche Leben? Anhand von eindrucksvollen Schilderungen Überlebender, detailreichen Tagebuchaufzeichnungen aus dem Ghetto sowie eines protokollierten Interviews mit einem der Kameramänner. Mitte der 70er-Jahre entsteht in diesem herausragenden Dokumentarfilm plötzlich ein ganz anderes Bild von der „Authentizität“ des Ghettofilms. Es stellt sich heraus, dass deutsche Propagandafilmer nur wenige Wochen vor der großen Deportation im Frühjahr 1942 gezielt ins Ghetto geschickt wurden, um Szene für Szene „jüdischen Lebens“ für die Nachwelt zu inszenieren. Regieanweisungen für Todgeweihte. Und plötzlich sehen wir die Bilder mit anderen Augen. Lernen, genau hinzuschauen. Erkennen auf mehreren Einstellungen die Kameraleute bei der Arbeit, hören wie die „Protagonisten“ des Films perfide gezwungen wurden, so und nicht anders zu agieren. Und beginnen, unsere eigenen Vorstellungen und unseren Umgang mit „Archivmaterial“ zu hinterfragen … Ohne dabei – und dafür sorgt die meisterliche Montage dieses analytischen, aber zugleich hochemotionalen Dokumentarfilms – das reale Schicksal der Ghettobewohner zu vergessen. Der Kinder und Alten, der Frauen und Männer, jeder mit einer eigenen Geschichte. Als das Material 1942 schließlich im Schneideraum seiner Auftraggeber landete, waren all diese Menschen auf dem Streifen Zelluloid längst tot.

1 Kommentar

  1. Leider sind die meisten Programme für uns unerreichbar, denn wir sind nach Südafrika gezogen um unser Rentnerdasein im milden Klima von Port Elizabeth am Indischen Ozean, zu geniessen. Wir haben zwar DEUKOM abboniert – können aber nur ARD, ZDF, RTL, SAT1, 3SAT und Pro7 empfangen. Die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Deutschland in den letzen 20 Jahren ist erstaunlich und sehr erfreulich. Es war schön einige Jahre dazu beigetragen zu haben. Hagalil – wieter so!

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