Unterschriftensammlung für eine Gedenkinstallation auf dem Leipziger Hauptbahnhof

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Seit Jahren bemühen sich Mitglieder des Friedenszentrums Leipzig um die Errichtung einer Erinnerungsstätte für alle deportierten Männer, Frauen und Kinder, die mit Zügen der Deutschen Reichsbahn über deren Leipziger Streckennetz in die Zwangs- und Todeslager verschleppt wurden. Anstoß hierfür waren Gedenktafeln auf anderen Bahnhöfen wie dem Bahnhof Dresden- Neustadt…

Nach der Gedenkveranstaltung zum 27. Januar 2010 kam es zu ersten direkten Verhandlungen mit dem Management des Leipziger Hauptbahnhofs. Es gab eine Verständigung darüber, als Standort den „Museumsbahnsteig“ 24 zu wählen. Da die Deutsche Bahn AG sich außerstande sah, die Kosten des Projektes in Höhe von ca. 5000 € finanziell zu unterstützen, entschlossen sich die Initiatoren, die Installation auf Spendenbasis zu realisieren. Der für den Spendenaufruf erforderliche Gestattungsvertrag mit der DB AG wurde bisher nicht geschlossen.

Nun wurde auf Anfrage mitgeteilt, dass das Projekt aus Sicherheits- und Denkmalsschutzgründen auf dem Gelände des Hauptbahnhofes nicht realisierbar sei. Wir sind entschlossen, am zuvor erreichten Konsens für Gestaltung und Standort der Installation mit Nachdruck festzuhalten. Dazu werden weitere Unterstützer benötigt. Es darf nicht der Eindruck entstehen, eine Gedenkinstallation auf dem Leipziger Hauptbahnhof sei nicht gewollt.

Das Projekt unterstützen derzeit u.a. Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, die Leipziger Bundestagsabgeordneten Thomas Feist, Barbara Höll, Monika Lazar und Daniela Kolbe, die Landtagsabgeordneten Holger Mann, Petra Köpping, Volker Külow und Dirk Panter, Vertreter der Ephraim- Carlebach- Stiftung, die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft, der Bund der Antifaschisten Leipzig und die Gruppe Gedenkmarsch.

Weitere Informationen und Unterschriftenaktion:
http://hbfl.vereine-leipzig.org

1 Kommentar

  1. Noch viel zu wenigen bewusst, wie sehr die Reichsbahn, die Vorgängerin der DB, in die Vernichtung der europäischen Juden verwickelt war:
     
    Die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) spielte eine essentielle Rolle bei der Vernichtung der europäischen Juden. Wo immer deutsche Truppen ein Land besetzten, wurden das Schienennetz und die Infrastruktur benutzt. Viele Angestellte und Arbeiter in den besetzten Gebieten wurden in ihren Arbeitsverhältnissen belassen und gingen über in deutsche Dienste.
    http://www.deathcamps.org/reinhard/trains_d.html
     
    Die Verfügbarkeit von Eisenbahnzügen als Massentransportmittel war eine wichtige logistische Voraussetzung, um die Deportationen durchführen zu können. Zur sogenannten Endlösung der Judenfrage, dem Holocaust, trugen in der Zeit des Nationalsozialismus auch scheinbar politikferne, pflichtbewusste Fachleute des Reichsverkehrsministeriums und der Reichsbahn bei. Bei der Deportation von Juden aus Deutschland wirkten nicht nur Gestapo-Beamte mit, sondern auch Zollbeamte, Gerichtsvollzieher, Verwaltungsbeamte, Fahrplangestalter, Wachpersonal und viele andere, deren Beitrag für einen reibungslosen Ablauf unabdingbar war.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deportation_von_Juden_aus_Deutschland
     
    Juden in Leipzig:
    http://www.aktuelle-leipziger.de/html/judisches_leben___.html

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