Das gekaperte Schiff Irene hatte drei Rücksäcke voll Spielzeug

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Die Yacht „Irene“ mit zehn propalästinensischen jüdischen Aktivisten aus Europa und Israel an Bord, ist vom Hafen Famagusta im illegal von der Türkei besetzten Norden Zyperns in See gestochen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 28. September 2010

Die Aktivisten wollten „Hilfsgüter“ zu den notleidenden Palästinensern im illegal von Israel besetzten Gazastreifen bringen und gleichzeitig die illegale israelische Seeblockade durchbrechen. Die Israelis erklärten das für einen illegalen Akt.

Sie rieben die unter britischer Flagge fahrende Yacht auf und brachten sie zum israelischen Hafen Aschdod. Wie am Abend der israelische Rundfunk meldete, habe die israelische Armee bei einer Durchsuchung des Schiffes entdeckt, dass die zehn Aktivisten insgesamt drei Rücksäcke voll Spielzeug für die Kinder in Gaza gefunden hätten. „Die Hilfsgüter passen in den Kofferraum eines Privatautos“, wurde gemeldet.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

9 Kommentare

  1. Jane weiß wer der Schuldige ist, mit der Sicherheit einer Schlafwandlerin beschuldigt sie den Staat Israel. Was macht das schon aus, dass die israelischen Truppen zuerst die Siedler entfernt haben und dann den Gazastreifen räumten? Tut nichts! der jüdische Staat wird verurteilt!

    • Tja, lieber Herr Pfeifer, und dann wird auch gerne vergessen, dass viele, wenn nicht sogar die meisten, Palästinenser seinerzeit gar nicht wollten, dass die israelischen Siedler den Gaza-Streifen verlassen! Die Israelis boten ihnen relativ sichere Arbeitsplätze, die 3 – 4 x so gut bezahlt wurden, als die Arbeit bei einem arabischen Landsmann. Und dann wurden sie auch noch viel besser behandelt… – Das entstammt Aussagen von Palästinensern in unverdächtigen Sendungen deutscher TV-Sender von 2005. Abgesehen davon, dass viele Palästinenser in Israel gearbeitet haben.

      Auch gerne vergessen: Paläst. Israelis, die auf keinen Fall in arab./paläst. beherrschte Gebiete umziehen würden, geschweige denn, sich eine arab./paläst. Regierung in Israel wünschen würden. Sie sind sehr zufrieden mit ihrer Situation, und mit den Möglichkeiten in Israel, die eigene Lebenssituation aktiv weiter optimieren zu können. Und sie geniessen die Freiheit in Israel, die ihnen in keinem arabischen Land, und schon gar nicht im Gaza-Streifen gewährt wird. – Aber wie gesagt, dies wird gerne vergessen – oder (bewusst?) überhaupt nicht wahrgenommen!

      Israel muss sich seit über 60 Jahren verteidigen, aber die Angreifer und Terroristen sind die Guten…!??? Was für ein Irrsinn!

  2. Der Artikel ist eine einzige Ironie, die die absurde Situation der von unfähigen PolitikerInnen aller Seiten herbeigeführten Gegebenheiten im und am östlichen Mittelmeergebiet schön auf die Schippe nimmt.
    .
    Dass da ausgesprochen friedliche Akteure im Handstreich etwas dran ändern könnten, ist freilich eine Illusion, aber ihr Versuch ist dennoch einer Notiz wert.

  3. Das stimmt nicht Herr Embke,

    Israel kontrolliert den Gaza-Streifen umfassend, den Außenhandel, den Personenverkehr, den Luftraum, die palästinensischen Hoheitsgewässer und zwar innerhalb einer Zone, die nicht in Oslo vereinbart war, sondern wesentlich enger (lt. Oslo dürften die Palästinenser ihre gesamten Gewässer nutzen innerhalb von 20 Meilen, die Israelis hindern sie daran). Weiterhin haben sie sich die Beibehaltung der isralischen Währung vorbehalten, sie kontrollieren das Gerburten – und Personenstandsregister von Gaza, direkte oder indirekte (Ägypten) Kontorlle sämtlicher Zugänge und sie kontrollieren die palsätinensischen Steuer- und Zolleinnahmen‘.

    Aus diesem Grund wird  und wurde Gaza zu jeder Zeit als unter israelischer Besatzung betrachtet, da Besatzung nicht unbedingt physische Anwesenheit, sondern die umfassende Kontrolle über ein Land bedeutet.

    Auch die Grenze zu Ägypten wird über israelische Abkommen gehandelt, an die sich die Ägypter halten müssen, wollen sie nicht in Ungnade fallen. Ägypten hängt finanziell am Tropf der USA.

    Die Besatzung des Gaza-Streifens wurde niemals aufgegeben. Es wird zwar nicht sehr laut darüber geredet, aber die UNO, Deutschland und auch die USA betrachten und betrachteten Israel zu jeder Zeit als Besatzer auch des Gaza-Streifens. 

    UN Special Rapporteur: Israel Will Remain Occupier After Disengagement by UNHCR

    Israel will in law remain an Occupying Power still subject to obligations under the Fourth Geneva Convention, wrote UN Special Rapporteur John Dugard in his most recent report to the UN Human Rights Commission. In his report (E/CN.4/2005/29) to the Commission, Dugard said that Israel does not plan to relinquish its grasp on the Gaza Strip. „It plans to retain ultimate control over Gaza by controlling its borders, territorial sea and airspace. Consequently, it will in law remain an Occupying Power still subject to obligations under the Fourth Geneva Convention. Dugards report focused upon military incursions into the Gaza Strip, the demolition of homes, violations of human rights and humanitarian law arising from the construction of the Wall and the pervasiveness of restrictions of movement.
    http://www.jerusalemites.org/reports/26.htm

    • Liebe Jane,

      den palästinensischen Fischern steht ein Gebiet von 5,5 km vor der Küste des Gaza-Streifens zur Verfügung. (Hierzu auch Berichte zu einem getöteten paläst. Fischer, der dieses Gebiet am 24.09.2010 in Richtung Israel verlassen hat.)

      Die noch ausgeübten Kontrollen, und auch die Wahrnehmung von hoheitlichen Aufgaben bezüglich des Gaza-Streifens, sind vor allem – umfassend – Vereinbarungen mit der Paläst. Autonomiebehöre (Oslo-Abkommen). Dies gilt auch für die Ãœbergange von und nach Ägypten.

      Eine echte Besatzung geht einher mit der physischen Anwesenheit von Kräften eines Staates und der Wahrnehmung von Aufgaben, die einseitig auferlegt werden. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass all diese Abkommen immer auch die Erfüllung von Vereinbarungen durch die Palästinenser beinhalten. Während dies im Westjordanland zunehmend realisiert wird, und sich dort Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Lebenssituation – einschl. der Bewegungsfreiheit – der Palästineneser deutlich verbessert hat und forlaufend verbessert, wird dies vor allem durch die Hamas im Gaza-Streifen verhindert, nicht durch Israel.

      Wozu werden Abkommen getroffen, wenn nachher ständig danach gerufen wird, dass der eine sie erfüllen soll, der andere sie aber nicht zu erfüllen braucht? Ich denke, dass auch Sie wissen, dass Vereinbarungen dazu dienen, positive Entwicklungen herbeizuführen.

      Bei dem Thema Nahost werden gerne Ursache und Wirkung vertauscht, und vor allem wird immer nur erwartet, dass Israel Vereinbarungen einhält, während die Palästinenser offensichtlich berechtigt sind, ständig nur Forderungen zu stellen, aber selber keine Vereinbarungen erfüllen zu müssen. – Dies führt sicherlich nicht zu Fortschritten. – Leider.

      Lesen Sie bitte die entsprechenden Abkommen nach. Und dann sagen Sie mir vor allem auch, was die Palästinenser – im Gaza-Streifen – nicht erfüllt haben. Ich denke, so kämen wir auf den richtigen Weg, Lösungen zu finden und eine angemessene Diskussion zu führen.

      Die Palästinenser im Westjordanland haben mittlerweile Vorassetzungen geschaffen, um einen Friedensvertrag greifbar erscheinen und Wirklichkeit werden zu lassen. Nur der Gaza- Streifen ist durch die Hamas in eine Art völkerrechtliche Steinzeit versetzt worden.

  4. Interessant ist ja auch, dass diese von gewissen Medien als gute Juden qualifizierten   Hamaspropagandisten, die sich als Gegner der israelischen Besatzungspolitik geben, aus dem illegal von Türken besetzten Hafen Famagusta ausgelaufen sind.

  5. Jedem steht das Recht auf Kritik und auch der öffentliche Hinweis auf (auch vermeintliche) Probleme und Missstände durch Demonstrationen oder andere Aktionen zu, solange diese friedlich sind. Insofern respektiere ich diese Akteure, ungeachtet dessen, dass sie und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Ansichten über Israel kaum bis gar nicht übereinstimmen. – Doch wenn Menschen mit unterschiedlicher Meinung sich friedlich miteinander auseinandersetzen, sind sie es, die Frieden möglich machen! Während Peres und Netanyahu sich dieser Einsicht bedienen, scheint ein Herr Liebermann dies nicht zu kennen und schon gar nicht zu können. Schade!

    Doch eine Frage an Herrn Sahm:
    In Ihrem Text steht: „…im illegal von Israel besetzten Gazastreifen „. Sind das Ihre Worte, oder wollten Sie die Meinung der Akteure wiedergeben?

    Der Gaza-Streifen ist seit Jahren nicht mehr von Israel besetzt. Dass Israel den Küstenstreifen vor dem Gaza-Streifen kontrolliert, hat nicht nur etwas mit Israels Sicherheitsinteressen zu tun, sondern entspricht den Vereinbarungen, wie diese zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Oslo-Vertrag vereinbart ist!

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