Nachrichtensperre aufgehoben

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Ein Tel Aviver Richter hat die Nachrichtensperre zu einer geheimen Spionage- und Hochverratsaffäre aufgehoben, über die in aller Welt berichtet wurde, während die israelischen Medien einem strikten Veröffentlichungsverbot unterlagen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 8. April 2010

Wie der israelische Rundfunk berichtete, habe Anat Kamm, heute eine 23 Jahre alte Journalistin, während ihres Militärdienstes im Büro des Befehlshabers „Zentrum“ Tausende streng geheime kopiert und nach Beendigung ihres Militärdienstes an den Haaretz-Journalisten Uri Blau weitergegeben. Kamm habe vermutlich aus „ideologischen Motiven“ gehandelt. Dieser „schlimmste Fall von Spionage und Hochverrat“ in der Geschichte Israels wird seit anderthalb Jahren vom Geheimdienst geprüft.

Unbekannt ist, wie viele Dokumente sich noch im Besitz von Uri Blau befinden. Er habe lediglich 50 Dokumente an den Geheimdienst abgegeben und einer Zerstörung seines Laptops zustimmt, ehe er sich nach London absetzte. Unter den Dokumenten befänden sich hochgeheime Einsatzpläne. Sollten diese Papiere dem Feind in die Hände fallen, hätten sie Tausenden Israelis das Leben kosten können, hieß es in ersten offenen Berichten über den Fall.

Aus Rücksicht auf die Pressefreiheit versprach der Geheimdienst, kein Verfahren gegen den Journalisten Uri Blau anzustrengen, falls er alle Dokumente übergebe. Doch Blau habe sich nicht an die Abmachung gehalten. Eine Prüfung der Papiere führte den Geheimdienst auf die Spur von Anat Kamm. Blau habe seine „Quelle“ nicht verraten.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com