18% der Bevölkerung: Migranten leben lieber im Süden

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Die gefühlten Ausländeranteile scheinen sich von den statistischen Zahlen sehr zu unterscheiden. Die höchsten Ausländeranteile finden sich nicht in Berlin, Hamburg oder Köln, sondern in Stuttgart und München…

In Deutschland leben rund 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung beträgt 18,6 Prozent. Nach den vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Daten sind von den Migranten und ihren Nachkommen mit 7,3 Millionen jedoch nur knapp die Hälfte Ausländer, weil die anderen acht Millionen mittlerweile eingebürgert wurden.

Insgesamt beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung 18,6 Prozent. Die meisten von ihnen – 96 Prozent – leben im alten Westen und nur vier Prozent (600.000) in den ostdeutschen Ländern.

Die zum ersten Mal im Mikrozensus 2005 vorgenommene Erhebung besagt auch, dass der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund in Großstädten besonders hoch ist. Er beträgt beispielsweise in Stuttgart 40 Prozent, in Frankfurt am Main 39,5 Prozent und in Nürnberg 37 Prozent.

Wie das Bundesamt weiter berichtete, hat fast jedes dritte Kind unter fünf Jahren in Deutschland einen Migrationshintergrund. Auch hier zeigt sich eine besonders große Konzentration in Städten – in sechs liegt der Anteil der Migrantenkinder bei mehr als 60 Prozent: darunter Nürnberg 67 Prozent, Frankfurt am Main 65 Prozent, Düsseldorf und Stuttgart jeweils 64 Prozent.

Die meisten Zuwanderer kommen aus Europa

Fast 62 Prozent der nach Deutschland migrierten Menschen stammen aus Europa. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei mit 14,2 Prozent aller Zugewanderten, Russland 9,4 Prozent, Polen 6,9 Prozent , Italien 4,2 Prozent, Rumänien, Serbien und Montenegro je drei Prozent, Bosnien und Herzegowina 2,3 Prozent sowie Griechenland mit 2,2 Prozent.

Weniger Bildung, seltener Beschäftigung

Die Wiesbadener Statistiker stellten ferner fest, dass die Zugewanderten oft geringer qualifiziert sind als die alteingesessenen Bürger: Fast zehn Prozent haben keinen Schulabschluss und 51 Prozent keinen beruflichen Abschluss gegenüber 1,5 Prozent beziehungsweise 27 Prozent der Ursprungsbevölkerung. Menschen mit Migrationshintergrund haben darüber hinaus seltener einen Job als die angestammte Bürgerschaft (62 gegenüber 73 Prozent), sind häufiger arbeitslos (13 gegenüber 7,5 Prozent), und sie stehen dem Arbeitsmarkt öfter (25 gegenüber 19,5 Prozent) überhaupt nicht zur Verfügung.

Schließlich sind zugewanderte Erwerbstätige doppelt so häufig als Arbeiter und Arbeiterinnen tätig wie diejenigen ohne Migrationshintergrund (48,5 gegenüber 24 Prozent). Entsprechend selten sind unter Ausländern und Eingebürgerten Angestellte oder Beamte anzutreffen. Besonders häufig arbeiten Zuwanderer in Industrie und Handel sowie in der Gastronomie.

Weil es sich um eine erstmalige Erhebung handelt, liegen keine Vergleichszahlen vor. Somit lässt sich nicht darstellen, wie sich die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland seit 1950, dem von den Statistikern ausgewählten Stichjahr, verändert hat. Das Bundesamt wies lediglich darauf hin, dass die Zuwanderungsbewegung in mehreren Wellen erfolgte: in den 60er Jahren die der Gastarbeiter, in den 80ern der Zustrom von rund einer Million Polen und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Ankunft von Hunderttausenden Russen.

Weniger Einbürgerungen

In einer weiteren Statistik des Bundesamtes heißt es jedoch, dass sich Zahl der Einbürgerungen von Zugewanderten in den vergangenen Jahren spürbar verringert hat. So erhielten 2003 noch 140.700 Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft, 2004 waren es 127.000 und 2005 nur noch 117.200. Zuletzt kamen unter anderen knapp 33.000 Eingebürgerte aus der Türkei, 13.000 aus dem früheren Jugoslawien, fast 7000 aus Polen und rund 5000 aus Russland.

Quelle: http://www.tagesschau.de

Deutschlands Bevölkerung nimmt ab, die Menschen in diesem Land werden immer älter – diese Entwicklungen stellen die deutsche Politik und Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Bevölkerungsvorausberechnungen liefern die Basisinformation für zukünftige politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse.

Am 18. November 2009 stellt das Statistische Bundesamt die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung vor. Diese Modellrechnung erlaubt, die aus heutiger Sicht absehbaren künftigen Entwicklungen bis zum Jahr 2060 aufzuzeigen.