Assad: „Syrien zu Friedensgesprächen mit jeder israelischen Regierung bereit“

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Syriens Staatschef Baschar al-Assad hat angekündigt, mit jeder israelischen Regierung zu verhandeln. Einen Frieden mit Israel hält er für möglich, für die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten müsse jedoch erst der Konflikt mit den Palästinensern gelöst werden…

Das sagte Assad am Montag gegenüber der Tageszeitung „Al-Chalidsch“ aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die arabischen Staaten warnte er davor, ihre Hoffnungen an die ideologische Ausrichtung des israelischen Kabinetts zu hängen. „Die Rechten töten Araber und die Linken töten Araber. Es gibt keinen Grund von einer Seite Vorteile zu erhoffen“, so Assad.

Einen Frieden mit Israel hielt der syrische Staatschef für möglich. Es könne eventuell eine Botschaft und formelle Kontakte geben, ein wirklicher Frieden müsse jedoch „umfassend“ sein. „Wir geben ihnen die Wahl, zwischen umfassendem Frieden und einem Friedensvertrag, welcher keinen wirklichen Wert hat“, sagte Assad weiter. Ein Friedensvertrag sei lediglich ein Stück unterschriebenes Papier, welches keine normalen Beziehungen, keinen Handel bedeute. Für einen umfassenden Frieden müsse erst der Konflikt mit den Palästinensern gelöst werden, ergänzte der Staatschef.

Syrien und Israel hatten im vergangenen Jahr unter türkischer Vermittlung indirekte Friedensgespräche geführt. Nach dem Rücktritt des amtierenden israelischen Premierministers Ehud Olmert waren diese vorerst ausgesetzt und mit Beginn der Militäroperation im Gazastreifen abgebrochen worden. Bereits Rabin stand vor seiner Ermordung kurz vor einer Übereinkunft mit dem Vater des jetzigen syrischen Präsidenten.

© inn

4 Kommentare

  1. @Anat
    Sie wissen aber schon, daß die Besetzung der Golanhöhen „irgendwie“ eine Reaktion darauf ist, daß Syrien *mehrmals* versucht hat, Israel zu vernichten, die Juden, wie es euphemistisch hieß „ins Meer zu treiben“ – sprich auszurotten!? Wundert es sie da wirklich, daß Israel eine Räumung an gewisse Bedingungen knüpft? Können sie nicht nachvollziehen, daß die Israelis keinerlei Begeisterung bei dem Gedanken entwickeln „endlich wieder“ vom Golan aus beschossen zu werden!?
     

  2. An Anat:
    Was heißt, „Israel hat diese Ergebnisse aber nicht umgesetzt oder die Forderung nach Räumung der annektierten Gebiete nicht akzeptiert“ ?
    Ist es von israelischer Seite zu viel verlangt, als Teil eines Friedens die Zusicherung und Verpflichtung Syriens zu erwarten, ja zu verlangen, dass Syrien aufhört die Hisbollah im Libanon zu unterstützen, die Golanhöhen nicht mehr als Standorte für Waffen zu nutzen, die Israel bedrohen, oder sicherzustellen, dass der Jordan nicht auf syrisches Gebiet umgeleitet wird, um Israel die Versorgung mit Trinkwasser abzuschneiden? (Die syrischen Ableitungskanäle gab es bereits vor der Annektion der Golanhöhen!)

    Nahezu täglich kann man, wenn man denn auch zuhört oder liest, vernehmen, dass insbesondere Israels Staatspräsident Shimon Peres als auch Ministerpräsident Binyamin Netanyahu nicht nur den Palästinensern, sondern auch Syrien Fridensverhandlungen anbietet. Doch Verhandlungen bedeuten auch Abstimmungen, nicht nur geben und fertig. Was hat Israel dafür erhalten, dass es 2005 vollständig aus dem Gazastreifen abgezogen ist? Terror, ständige Raketenangriffe aus dem Gazastreifen!

    Niemand sollte so tun, als ob Syrien ein friedliebendes Land wäre, dass sich ruhig verhalten würde und die Unterstützung für gegen Israel agierende Terrorgruppen einstellen würde, „nur“ weil es die Golanhöhen zurückerhält!

    Sie sprechen von „Faktenbezogenheit“. Auch das, was ich genannt habe, sind Fakten. Vielmehr sollte man ja wohl von israelischer Frustration sprechen, wenn man zu keiner Zeit Ruhe bekommt, nur weil einem die Nachbarn das eigene Land und den frieden nicht gönnen. Wie wäre es denn, wenn Syrien erst einmal endlich mit den o.a. Unterstützungen für Terroristen aufhören würde?

  3. @makkabäer, es gab schon oft Verhandlungen, die auch oft Ergebnisse brachten. Israel hat diese Ergebnisse aber nicht umgesetzt oder die Forderung nach Räumung der annektierten Gebiete nicht akzeptiert.
    Man kann den Kuchen nicht behalten und gleichzeitig verspeisen.
    Ich kann nicht Teile Syriens besetzt halten und behaupten, ich wolle Frieden mit den Syrern. Das war das Dilemma. Das erklärt dann irgendwann mal syrische Frustration, auch Unmut. Womit “antisemitische Hasstiraden” natürlich nicht zu entschuldigen sind. Etwas mehr Faktenbezogenheit wäre allen Beteiligten zu wünschen.

  4. Das ist aber eine erfreuliche Wendung!
    Wir erinnern uns: im Mai 2001 weilte der polnische Papst Johannes Paul II. zu Gast bei Diktator Baschar al-Assad und zu seinen Ehren ‚entlud‘ der Gastgeber eine antisemitische Hasstirade, die sich gewaschen hatte, eine Rede voller Schmähungen, Verwünschungen und Anklagen, die jeden Gedanken an Gesprächsbereitschaft kategorisch auszuschließen schien. Und das war beileibe nicht die einzige Gelegenheit, die der Syrer für seine diesbezüglichen, feindlichen Äußerungen nutzte.
    Es werden letztendlich wohl wirtschaftliche Gründe zu seiner späten, jüngsten Einsicht geführt haben.
    Den Türken sei für ihre Vermittlung jedenfalls freundlichst gedankt.

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