Boykott-Aufruf: Zentralrat der Juden wirft der „Linken“ Antisemitismus vor

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat der Partei „Die Linke“ Antisemitismus vorgeworfen. Hintergrund ist ein Aufruf des Lokalpolitikers Hermann Dierkes, keine israelischen Produkte zu kaufen. Hier reagierte der Zentralrat der Juden in Deutschland mit scharfer Kritik…

Der aus der alten DDR kommende Israel-Hass lebe weiter und werde durch „Die Linke“ vor allem im Westen Deutschlands gepflegt, so Dieter Graumann, Vizepräsident des ZJD gegenüber „Bild“, Deutschlands meistgelesene Tageszeitung.

Der Kandidat der Linken für das Amt des Duisburger Oberbürgermeisters, Hermann Dierkes, hatte empfohlen den Nahost-Konflikt durch Boykott von Produkten aus Israel zu beeinflussen. Jeder könne zum Beispiel durch Nichtkaufen israelischer Waren dazu beitragen, dass der Druck für eine andere Politik verstärkt werde, so Dierkes, nach einem Bericht der „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ am 18. Februar in einer Rede in Duisburg-Hamborn.

36 Kommentare

  1. Ich frage mich warum versucht wird der Linken pauschal Antisemitismus vorzuwerfen, das wäre so, als wollte man auf Grund einiger Äußerungen einiger verblendeter Juden allen Juden den Inhalt derer Äußerungen unterstellen.
    Mir scheint auch, dass von geneigter Seite andere Parteien den jüdischen Wählern in Deutschland in diesem Jahr ans Herz gelegt werden sollen, allerdings weiß ich nicht welche das tatsächlich seien könnten.

  2. @“Vermeintlicher“ Antisemit:

    Diese Aussagen der „Bibel“ haben -das sollte auch ihnen auffallen- keine allgemeine Gültigkeit, sondern beziehen sich auf ganz konkrete Ausnahmefälle. Es steht eben nicht „du sollst in jedem Krieg Kinder zerschmettern“ sondern es geht um einige,  ganz konkrete Fälle. Die allgemeinen Aussagen sind absolut *nicht* in ihrem Sinne zu mißbrauchen. Zumal auch in der zeitlichen Entwicklung in den heiligen Büchern eine Entwicklung hin zu dem was wir heute Humanismus nennen (inkl. der Abkehr von unnötiger Gewalt etc.) eindeutig erkennbar ist.

    Die Gebote des Islam sind da wesentlich allgemeiner „du sollst sie töten, wo immer du sie triffst!“ und im Gegensatz zur Bibel sind die späteren (im Zweifel anzuwendenden!) Verse des Koran *wesentlich* gewalttätiger.

    „Die Terroranschläge werden gleichfalls auf das Schärfste verurteilt. Jedoch rechtfertigen solche Terroranschläge nicht, mit noch grösserem Terror zu antworten. Ein von einem Anderen begangener Massenmord relativiert nicht den eigen begangenen. “

    Hier wird es eklig… sie behaupten also allen Ernstes, der „Terror“ Israels ist schlimmer als der Terror, dem das Land ausgesetzt ist? Sie empfinden Israels Reaktion auf tausende von Raketen als „Massenmord“!?

  3. Ach was, ich soll die Bibel lesen? Denken Sie nicht, dass ich genau das schon gemacht habe, aber eben mit Kommentaren, damit nicht dieser Hass-Müll herauskommt?
     
    Ich verurteile den Islam nicht, denn weder ist das hier der Ort gegen den Islam, gegen das Christentum oder gegen das Judentum zu hetzen. Auch können Sie sich die Auslegung  des „Auserwähltseins“ sparen, weil die darüber überhaupt nichts wissen.
    Und die Respektlosigkeit, das Tetragramm auszuschreiben, ist nur ein weiteres Indiz. Das alles können Sie gern woanders machen, nicht aber auf einer jüdischen Seite, wo Juden, Moslems und Christen lesen und schreiben.
    Wenn man keine Ahnung hat, hält man besser den Mund. Denn anscheinend haben Sie nicht mal mitbekommen, worum es in diesem Blog geht: NICHT um den Islam, nicht um das Christentum und schon gar nicht um das Judentum.

  4. Der „Hetzer“ und „Antisemit“ hat lediglich die Bibel zitiert! Es wäre besser dieses Buch auch einmal zu lesen!!! Und da die Bibel nicht nur die Grundlage der jüdischen Ideologie ist, sondern auch der christlichen, ist auch hier der Antisemitismusvorwurf fehl am Platz. Unter: http://www.unmoralische.de/gott.htm findet man noch mehr Belege für die  „Nettigkeiten“ des Herren Jahwe. Es wäre also heuchlerisch, hier nur den Islam zu verurteilen. Selbst das Neue Testament der Christen und ihrem jüdischen Wanderprediger kann sich nicht freisprechen. So wie ich es auch in meinem zweiten Kommentar geschrieben habe.

  5. „Kinder sollen zerschmettert und die Schwangeren aufgeschlitzt werden!” Soviel zu unserem allseits toleranten Menschenfreund Jahwe und der daraus resultierenden Ideologie seiner Anhänger…! Und sich selbst als “Auserwähltes Volk” anzusehen, und entsprechend zu handeln, ist nicht minder chauvinistischer Natur. “
     
    Sie können aus Ihrem Nick das „vermeintlich“ weglassen, mit dieser Hetze haben Sie sich selber bestätigt.

  6. In jeder sog. „Heiligen Schrift“ finden sich Anleitungen und Rechtfrertigungen für Gewalt an Un- und Andersgläubige. Der Islam sticht hierbei nicht als besonders grausame Ideologie hervor, sondern ist lediglich durch seine aktuellen Tätigkeiten im Gespräch. So lange es Menschen gibt, die den Menschen in der eigenen Gruppe immer wieder indizieren, sie seinen etwas Besseres, als alle anderen Gruppen, und es genügend Hohlköpfe gibt, die den Mist auch noch unreflektiert verinnerlichen und sich damit aufwerten, indem sie Andere abwerten, so lange werden die Grausamkeiten unter den Menschen nicht enden!

  7. @danubius

    Denkst du nicht, dass du mit deinen Pauschalverrurteilungen nicht ein wenig zu voreilig bist?  Stichwort: „Typisch deutscher Antisemit“! Mit dieser Aussage stellst du hin, dass Antisemitismus eine typisch deutsche Eigenschaft ist und gesellst dich somit selbst in die Reihen Derjenigen, die du zu verurteilen gedenkst.

    Frage: Wie würde man deiner Ansicht nach Kritik an der Aussen- und Sicherheitspolitik Israels üben können, ohne in Verdacht zu geraten, ein Antisemit zu sein? Geht das nach deiner Vorstellung überhaupt? Zumal der Linke-Abgeordnete Dierkers nicht zum Boykott jüdischer Geschäfte und/oder Einrichtungen in Deutschland aufgerufen, sondern lediglich gegen Produkte, welche von Israel importiert wurden. Somit ist der Antisemitismus-Vorwurf gegen Dierkers absurd, und eher als generelle Immunisierung Israels gegen jegliche Kritik zu verstehen.

    Israel-Kritikern ist sehr wohl bewusst, dass der Islam im Kern seiner Ideologie die Weltherrschaft anstrebt, welche sich in seinen so genannten „Heiligen Schriften“ samt Rechtfertigungen wiederfindet! Die Terroranschläge werden gleichfalls auf das Schärfste verurteilt. Jedoch rechtfertigen solche Terroranschläge nicht, mit noch grösserem Terror zu antworten. Ein von einem Anderen begangener Massenmord relativiert nicht den eigen begangenen. 

    Es is richtig, welche Grausamkeiten im Koran stehen, welche den gläubigen Muslim aufrufen, Gewalt und Verbrechen an Un- und Andersgläubige zu verüben. Soll ich dir malim Gegenzug all die vielen Passagen in der Bibel aufzeigen, in der Jahwe nicht nur den Genozid befielt, sondern auch die äusserst hart bestraft, die seinen sadistischen Gewaltorgien nicht folgen wollen? Beispiel Hosea 14/1: „Samaria wird wüst werden, denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durch das Schwert fallen, seine Kinder sollen zerschmettert und die Schwangeren aufgeschlitzt werden!“ Soviel zu unserem allseits toleranten Menschenfreund Jahwe und der daraus resultierenden Ideologie seiner Anhänger…! Und sich selbst als „Auserwähltes Volk“ anzusehen, und entsprechend zu handeln, ist nicht minder chauvinistischer Natur. Was soll also der Aufschrei über den Schmutz vor fremden Haustüren, wenn man selbst nicht bereit ist, vor der eigenen zu kehren?

    Vielleicht ist es mal ratsam,als Mensch sich als das zu betrachten, was der Mensch nun mal ist: ein haarloser Affe, dem die Evolution aus wichtigem Anlass einmal die Intelligenz wachsen liess. So lange Menschen nach ihrer weltanschaulichen Ãœberzeugung be- und verurteilt werden, kann es keine friedliche Ãœbereinkunft geben. Und so lange es keine friedliche Ãœbereinkunft gibt, haben die Profiteure der idiotisch- ideoligischen Religionen,  die Priesterschaft, – egal wie sich auch immer nennen mögen – den grösssten Nutzen! Hassprediger findet man in Moscheen, Kirchen und Synagogen. Oder wie der olle Lattenjupp zu sagen pflegte: „Wer wirklich frei von jeder Schuld ist, der werfe den ersten Stein!“

  8. @makkabäer

    Sind sie sich sicher?

    Nordafrika, Spanien, Palästina/ Kleinasien/Griechenland (Byzanz!), Persien, Indien, der komplette Balkan bis Wien… da kommt schon einiges zusammen.

    Seehr empfehlenswert zum Thema

    Bat Ye`or:  Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam

    (wobei  auch sehr gut geschildert wird, daß in diesem Abwasch auch ein großer Teil des orientalische Judentums niederging…)

  9. Und dennoch, hat der Islam weltgeschichtlich weit weniger Kriege, Katastrofen, Leid und Schande über die Welt gebracht als das Chistentum.
    Für diese Behauptung möchte ich eine Quelle mit Beweis sehen. Der lange Marsch vom Arabischen Halbinsel bis nach Indonesien, Zanzibar und El Andaluz ist bestimmt nicht friedlich verlaufen. Und ob sich die Türken in Südeuropa und moslemische Tataren in Osteuropa besser als die Spanier und Portugiesen im Südamerika benahmen ist nicht so sicher. Und zum letzten, der krieg Iraq gegen den Iran und Massenmord an Schwarzen in Darfur sind nur die gegenwärtige Beispiele wie friedlich der Islam in der Tat ist.

  10. Und dennoch, hat der Islam weltgeschichtlich weit weniger Kriege, Katastrofen, Leid und Schande über die Welt gebracht als das Chistentum.

  11. Typisch fuer den heutigen deutschen Antisemiten ist, dass er den Vorwurf des Antisemitismus weit von sich weist. Gerade der Konflikt mit den Arabern wird gern als Schirm benutzt, hinter dem sich der Antisemitismus gut verstecken lässt. Der heutige Antisemit sieht nicht, dass der Terror von der moslemischen Seite ausgeht, dass es die Moslems sind, die Flugzeuge entfuehrten, die Tragoedie 9/11 verursacht und geplant haben, dass sie Kirchen und Synagogen angreifen, absolut intolerant gegenueber anderen Religionen sind und das Leben der Nicht-Moslems nicht achten. Das sieht der moderne Antisemit nicht, dafuer hat er sogar Verständnis.
    Man hat Hitler´s Mein Kampf nicht gelesen und sich dann gewundert, welche Verbrechen er verursacht hatte. Man liest den Koran nicht und weiss nicht wie imperialistisch Islam ist. Empfehle v.a. die Sure 47. Dort steht die Zukunft der Nicht-Leser beschrieben.

  12. Liebe Eileen,

    sorry, ich rede nicht nur gerne, sondern bin auch inkonsequent:-).

    Als Information zu den Hintergründen:
    Die Aussage von Dierkes fiel zwar während(!) des Kommunalwahlkampfes, aber nicht im(!) Kommunalwahlkampf. Dieses Statement äußerte er kontextbezogen auf einer Palästina-Soliveranstaltung und stand dann verloren auf deren HP rum. Hätte die WAZ dieses nicht für den Kommunalwahlkampf instrumentalisiert, wäre da m.E. nichts mehr zusätzlich gekommen. Auch hat er sich explizit von Mili Görüs distanziert, was er wohl nicht getan hätte, wenn er im Wahlkampf mit den Stimmen islamistischer MigrantInnnen rechnete.  Er ist eben kein Möllemann der meint mit Antismitismus Wahlkampf machen zu müssen.

    Zu ihrem Statement:
    „Er hat einseitig den Boykott Israels gefordert (…)  als Israel von der Landkarte zu tilgen, sonst hätte er sich anders geäußert, können wir uns darauf einigen ?“
    Da gehen wir auseinander. Ich bin nicht der Auffassung das er mit seinem Statement Israel wehrlos machen wollte um dann lächelnden Blickes zuzusehen, wie die Hamas die israelische Bevölkerung niedermetzelt.
    Ich nehme ihm tatsächlich ab, das es ihm ernsthaft um eine Verbesserung der Situation in Gaza geht, ohne dabei Israel von der Landkarte zu streichen. 

    Sehen sie, ich finde die Situation im  Nahostkonflikt ist für diese Debatte nachrangig. Es geht nicht darum ob Israel „richtig“ oder „falsch“ handelt, sondern ob Dierkes Antisemit ist. Mein Problem ist und bleibt, das sich der Vorwurf wonach Dierkes Antisemit sein soll, nicht an seinen Aussagen, sondern an seiner Sprecherposition und den Einstellungen seiner KritikerInnen zum Nahostkonflikt festmacht.

    In der Konsequenz seiner Äußerungen wird die Verrnichtung Israels gesehen und da er Deutscher  und Linker ist, muss er damit seinem Antisemitischen Vernichtungswillen Ausdruck geben, um den Text von Fischer-Aharon mal zusammenzufassen.  Was Fischer-Aahron Dierkes vorwirft ist die unterstellte(!) Konsequenz seiner Äußerungen, aus denen er seine Motivation ableitet. 
    Darauf einen Antisemitismusvorwurf aufzubauen, entleert diesen inhaltlich und das finde ich gefährlich. Und das der Antisemitismuvorwurf in dieser „Debatte“ inhaltlich entleert wurde, können sie in den Kommentaren von WAZ, Welt und PolitikerInnen lesen. Da weiß keiner, was an Dierkes Aussage tatäschlich antisemitisch war. Hier wird einfach kurz zur Assoziation „Deutsche kauft nicht bei Juden“ zurückgegriffen, das ganze mit ein bisschen Totalitarismustheorie verknüpft und das wars dann.

    All das was sie mir geschrieben haben, hätte man auch Dierkes entgegen können. Es ist ja nicht so, als gäbe es keine Argumente gegen seine Position. Hätte er dann immer noch gesagt, „Klar kann es nur Frieden geben wenn sich die IDF entwaffnet und außerdem ist die Hamas ne islamische Hilfsorganisation“ = Dann ist der Vorwurf des Antisemitismus m.E. gerechtfertigt. 

    Wohin diese Reise geht den Antisemitismusvorwurf auf jedes einseitige Statement zu Gunsten Palästinas auszudehnen, können sie bei den Rechtsradikalen von PI-News sehen. Diese haben nämlich gar kein Problem damit mit Israel solidarisch zu sein, solange der Jude dort ist wo er nach deren Meinung hingehört: Nämlich in seinem eigenen Volkskörper und nicht in dem der Deutschen.
    Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalismus (bei dem Juden nie zu den Gewinnern zählten) erschwert man sich aber, wenn künftig die Gretchenfrage „Antisemit oder nicht“ vorrangig an der Position zum Nahostkonflikt festgemacht wird.

    Solidarische Grüße!

  13. Hallo Dirk,

    ich denke, wenn ich mich z.B. von einem Dieb distanziere, muß ich nicht explizit noch einmal sagen, daß er ein Dieb ist, die Haltung reicht, so hat sich Frau Pau von dem  Statement des Herr Dierkes distanziert, welches vor dem derzeitigen Hintergrund, und da stimmen Sie mir ja zu, zumindest unsensibel und einseitig schuldzuweisend ist.
    Zu Punkt drei: Er hat einseitig den Boykott Israels gefordert, ohne die Umstände, warum es zu diesem Krieg kam zu berücksichten oder auch nur anzudeuten. Das ist eine einseitige Stellungnahme, einseitiger geht es nicht, er hat eine Art BESTRAFUNG für Israel gefordert, daß heißt für jeden logisch denkenden Menschen, er akzeptiert und toleriert zumindest stillschweigend die Verbrechen der Hamas, also der Antisemiten, die laut ihrer Charta nichts anderes wollen,  als Israel von der Landkarte zu tilgen, sonst hätte er sich anders geäußert, können wir uns darauf einigen ? Und Stillschweigen bedeutet Zustimmung, also gehöre ich als Stillschweiger in diese Kategorie, eindeutig.

    Nur als Beispiel: Wenn ich einen Menschen auf der Straße, der überfallen wurde, nicht helfe, kann ich vor Gericht belangt werden, auch wenn selbst nicht der Täter war oder ? Ich gehöre moralisch indirekt zu dem Täter.

    Ich weiß nicht, ob Herr Dierkes die Charta der Hamas bekannt ist in der es u.A. heißt:
    Die Zerstörung Israels:

    „Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.“ (Präambel)

    „Das Land Palästina ist ein Islamischer Waqf (Heiliger Besitz), der den kommenden Generationen der Moslems bis zum Ende der Zeiten als Vermächtnis gegeben wurde. Es darf weder darauf verzichtet werden, noch darf etwas davon abgetrennt werden.“ (Artikel 11)

    „Palästina ist ein islamisches Land … Deshalb ist die Befreiung Palästinas für jeden Moslem die höchste persönliche Pflicht, wo immer er sich befindet.“ (Artikel 13)

    „Der Jihad ist die persönliche Pflicht jedes Moslems, seit die Feinde Teile des moslemischen Landes geraubt haben. Angesichts des Raubes durch die Juden ist es unvermeidlich, dass ein Banner des Jihad gehisst. wird.“ (Artikel 15)

    „Das jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‚Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm‘ und töte ihn.'“ (Artikel 7)

    „Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen … Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung.“ (Artikel 13)

    Vor diesem Hintergrund zu fordern, Israel völlig wehrlos zu machen, finde ich gerade bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen einfach verantwortungslos. Und es ist antisemitisch – eindeutig.
    Dirk, wenn das nicht seine Absicht war, dann ist er kein kluger Mensch, natürlich bedeutet es indirekt die Hamas zu unterstützen, was denn sonst ? Wenn ich einen Gegner (in diesem Fall Israel) in einer Auseinandersetzung mit einem anderen versuche zu schwächen, also durch einen Boykott stillzulegen, mich dann auch noch auf (gerade Israel) die Opfer der Shoa zu berufen, ist fast schon zynisch. Ein Schlag ins Gesicht und eine erneute Demütigung der Opfer.

    Ihre Aussage:
    Ich denke, das dieses Statement einfach aus der “Schuldabwehr” geprägt war. Auch wenn wir das beide nicht gutfinden ist die Instrumentalisierung der Opfer der Shoa gang und gäbe.

    Gerade diese Statement zeigen sehr deutlich (Schuldabwehr, genau der richtige Ausdruck) daß man nicht akzeptiert und zugibt, daß man etwas falsch gemacht hat, so wird natürlich immer auf andere Verbrechen hingewiesen, aus dem einzigen Grund, die eigenen Schuld abzumildern, man kennt es im psychologischen Bereich, lesen sie bitte den folgenden Link:

    http://www.kritiknetz.de/Quaelgeister_der_Schuldabwehr.pdf

    Es reicht die erste Seite und Sie werden wissen, was ich sagen will.

    UND dazu kann ich nur sagen: Wenn viele von einer Brücke in den Fluß springen, muß ich das als denkender Menschen dann auch nachahmen ? Ich weiß, es gibt viele, eigentlich viel zu viele sogenannten „Experten“ die genau in das gleiche Horn und zwar seit Jahren, blasen, sie sollten einfach den Mund halten, einfach nur den Mund halten. Was hat sich Dierkes ausgerechnet im beginnenden Wahlkampf mit so einer Aussage versprochen ?
    Zu Punkt 6 läßt eine logische Schlußfolgerung zu, zu denken, daß er sich damit Stimmen aus der antisemitsch denkenden Bevölkerungsschicht sichern will, er wäre nicht der Erste, der den Wahlkampf mit solchen Mitteln führt. Es wäre naiv zu glauben, er würde aus lauter Unwissenheit eine derartige Position beziehen.
    Und zum Punkt des Bedienen von Klischeès, natürlich stempelt es ab, zumal bei einer Persönlichkeit, die in der Öffentlichkeit steht und sich um politische Positionen bemüht. Ich würde mir gerade in Deutschland umsichtige und sensible Persönlichkeiten (vor allen bei den Linken) wünschen, die mit ihrer antizionistischen Einstellung doch das Gros der Partei beherrschen.

    Zu dem öffentlichen Brief :
    Es war die Meinung einer aus Duisburg stammenden Türkin, mehr nicht……alles andere gehört eigentlich nicht zu diesem Thema.

    Ich denke, auch ich habe alles gesagt, was ich sagen mußte und wünsche mir beim hoffentlich nicht wiederkehrenden nächsten Mal ausgewogenere Sichtweisen und Argumentationen von Seiten der im öffentlichen Leben stehenden Politikern, so würde auch der Vorwurf des Antisemtiten sich von selbst erledigen. Er käme erst gar nicht auf. Und Juden, gleich ob hier oder in Israel lebenden, würden endlich das beklemmende Gefühl der erneuten Bedrohung von Seiten deutscher Menschen und Persönlichkeiten loswerden, das sie, gerade wegen solcher Statement nicht verlieren können, glauben sie mir, ich kenne viele Israelis, die jedesmal erschrecken, wenn sich meinungsbildende  – und das sind sie nun einmal – Politiker sich in dieser Richtung erneut äußern.

    Grüße Eileen
     

  14. Mir reicht schon das:
     
    „„Natürlich weiß ich, wo der Spruch herkommt: ,Deutsche, kauft nicht bei Juden’”, sagte Dierkes, in Anlehnung an die Tatsache, dass Terror und Massenmord an Deutschen jüdischen Glaubens vom Nazi-Regime einst mit einem Boykott eingeleitet wurden: „Klar bekommt so eine Geschichte leicht einen Beigeschmack.”“

    http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2009/2/24/news-112567622/detail.html
     
    „Die Opfer der Shoa und die Helden des jüdischen Aufstands von Warschau würden sich mit Grausen abwenden, mit welchem Ungeist und für welche Zwecke sie offenkundig instrumentalisiert werden, um die undemokratische und mörderische Politik der israelischen Regierungen gegen das palästinensische Volk zu rechtfertigen und zu tabuisieren.“
     
    Dann instrumentalisiert der als Nichtjude wohlgemerkt, die Toten der Shoa für seine widerlichen Zwecke. Als Deutscher soll er diesbezüglich schlicht die Klappe halten.
    Dieser Mann ist nicht nur unsensibel und dumm, sondern bedient in der Tat antisemitische Klischees. 

  15. Liebe Eileen,

    Sehen sie, ich finde nicht das Frau Paus Distanzierung damit gleichzusetzen ist, das sie der Auffassung ist das Dierkes Antisemit ist.  An welchem Statement von ihr machen sie das denn fest?

    Zu ihren Punkten:

    1) Richtig.

    2) Ne, glaube ich auch nicht das er das getan hat.
    3) Dierkes hat ja auch nicht die Hamas verteidigt.

    Aber ich fasse mal 2) und 3) zusammen: Israel befindet sich im Krieg und wehrt sich gegen den in der arabischen Welt verbreiteten Antisemitismus. Soweit gehe ich noch mit. Aber ich denke(!) ihre Position ist: Dadurch das er einseitig zum Israelboykott aufrief, stellte er sich bewußt auf die Seite der Antisemiten. 
    Meine Frage in diesem Fall wäre: Meinen sie das war seine Absicht? Meinen sie seine Parteinahme in diesem Konflikt bedeutet gleichzeitig auch eine Unterstützung der Hamas, deren Positionen er damit teilt? Ich finde zur Unterstellung einer solchen Parteinahme muss mehr herhalten,  als ein parteiischer Boykottaufruf.

    4) Stimmt, Antisemitismus ist in der muslimischen Community weit verbreitet.  Und ich finde auch das sein einseitiger Boykottaufruf nicht richtig ist. Ich kann ihm aber erklären warum und brauche ihm dafür nicht Antisemitismus vorzuwerfen.  Sie sind sich offensichtlich auch nicht sicher ob er Antisemit ist. Sie glauben es nur und tendieren da hin. Aber reicht „Glaube“ und „Tendenz“ zu so einem Vorwurf?

    5)  Ich denke, das dieses Statement einfach aus der „Schuldabwehr“ geprägt war. Auch wenn wir das beide nicht gutfinden ist die Instrumentalisierung der Opfer der Shoa gang und gäbe. Ich erinnere sie an den Kosovo-Krieg in dem ein neues „Auschwitz“ verhindert werden sollte. Aber warum erfährt Rot/Grün nicht den Vorwurf des Antisemitismus deswegen?

    6) Ich finde den Boykottaufruf nicht richtig, nur um nicht missverstanden zu werden.  Aber ist ein undurchdachter Boykottaufruf Grund für Antisemitismus?

    Ich fasse mal zusammen, wenn ich da falsch liege korrigieren sie mich bitte. Sie wissen nicht ob er Antisemit ist, aber da er einseitig Israel kritisiert, die Shoa argumentativ instrumentalisiert und das ganze in einer Stadt mit hohem muslimischen Anteil – gehen sie einfach mal davon aus „daß er es wohl berechnend in Kauf genommen hat, und den Antisemitismus für seine eigenen Zwecke zumindest benutzt und gefördert hat“

    Ich finde diese Indizienführung nach wie vor etwas dünn, aber hätte noch eine Nachfrage: Was sind den seine eigenen Zwecke für die er den Antisemitismus instrumentalisiert?

    „Ãœbrigens: Wenn man antijüdische Klischeès bedient, was ist man dann ? Nicht jeder Antisemitismus definiert sich über das Leugnen des Holocaust,“
    Eben. Macht das Bedienen von Klitschees jemanden bereits zum Antisemiten. Ich meine nicht. Ich finde dazu gehört schon ein geschlossenes Weltbild/bzw. klares Engagement.
    Wenn sie mir ein Foto oder einen Aufruf zeigen auf dem Dierkes die Hamas klar unterstützt (und nicht nur einseitig für Palästina Partei ergreift) stimme ich ihnen sofort zu. Ich denke aber nicht, das ihnen das gelingen wird.

    P.S. Einige Auszüge aus ihrem verlinkten offenen Brief:
    „Weil die Deutschen unsere Leute nicht verstanden haben, war es für unsere Männer und Jungen einfach, hinter den deutschen Mädchen schmutzige Ausdrücke zu rufen“, „Mir ist aber aufgefallen, dass die meisten Deutschen nett zu uns waren. Sie wussten ja auch nicht, was wir über sie dachten.“, „Aber mit Ungläubigen wollte man bei uns nichts zu tun haben. „, „Zu meinen Eltern habe ich leider kaum noch Kontakt und wenn, dann nur am Telefon und nur wenige Minuten. Für meinen Vater existiere ich nicht mehr. Meine Brüder sind schon vor Jahren straffällig geworden und meine Schwester habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Ich habe erfahren, dass sie in der Türkei verheiratet wurde. Die letzte Neuigkeit, die ich über eine Freundin einer Verwandten erfuhr, war der Bericht über eine Nichte, die sich heimlich unter das Messer begibt, damit ihr künftiger Ehemann und ihre Familie nicht herausbekommt, dass er keine Jungfrau heiratet.“, „Als Vertreter einer linksgerichteten, pro-islamischen Multikulti-Romantik lesen Sie dies sicher nicht gern. „, „wie meine eigenen Landsleute sich wie unverständige kleine Kinder benehmen und in Duisburg, meiner Heimatstadt, andersdenkende Menschen bedrohen und sogar für ihr “südländisches Temperament” entschuldigt werden.“
    I“ch weiss sehr wohl wie es in muslimischen Verbänden zugeht und wie sehr man an dem Ziel arbeitet, dass Deutschland ein islamisches Land wird.“

    Finden sie nicht, das hier ein bisschen arg viele Klitschees transportiert werden? Es fehlt ja wirklich gar nichts „vom kriminellen Ausländer, bewußter Parallelgesellschaft zur Islamisierung Deutschlands, und netten aber etwas naiven Deutschen“ ist ja wirklich alles dabei.

    Achten wir doch mal darauf, was die junge Türkin Dierkes vorwirft:
    „Warum sind Sie so schwach und stellen sich bewusst an die Seite solcher Schergen“, „vorauseilenden Gehorsam gegenüber diesen Radikalen – sei es nun in Gaza oder in Duisburg „, „linksgerichteten, pro-islamischen Multikulti-Romantik“, „Ihr devotes Verhalten“, „ihr freundliches Andienen“

    Klare Krisenanalyse, die ja vom Kommentarmob dankbar aufgeriffen wird. Meine Frage wäre nur: Welchen Platz glauben sie, weist die sich dort artikulierende deutsche Volksgemeinschaft den Juden zu, wenn diese einmal diese deutsche Volksgemeinschaft kritisieren?

    Solidarische Grüße!

    P.S. Ich steige jetzt aus. Internetdiskussionen können sehr zeitraubend sein. Ich finde ich habe alles gesagt, was ich sagen wollte. Und hoffe das beim nächsten Mal einfach mal durchgeatmet wird, bevor leichtfertig „Antisemit“ gerufen wird.

  16. @Dirk,

    Frau Pau hat sich von den Aussagen des Herrn Dierkes distanziert, das sagt alles aus, dafür benötigt es nicht unbedingt noch einmal den Hinweis auf Antisemitismus.

    Von einem verantwortungsvollen Politiker verlange ich Sensibilität und Weitsicht. Er hätte, um nicht in den Ruf eines Antisemiten zu gelangen, einiges beachten müssen.

    1.) Seit dem 27.12.2008 haben Antisemiten/Antizionisten weltweit Hochkonjunktur, sie können fast ungestört ihre Ressentiments unter dem Deckmantel der Israelkritik ausleben und man muss dafür nicht einmal in weltweiten Foren lesen, um davon Kenntiss zu erlangen.

    2.) Als Israels Zivilbevölkerung  seit acht Jahren regelmäßig den Kassam und Grad Raketen (ca. 10.000) ausgesetzt waren, hat Herr Dierkes nicht verlangt, man sollte den Waffenschmuggel stoppen und die Palästinenser mit einem Warenverbot belegen, nein, das hat er offensichtlich nicht getan. Bis 2005 hätte ich es eventuell noch verstanden, aber als Israel 2005 den Gazastreifen vollständig räumte und als Dank dafür eben Raketenbeschuss und Anschläge entlang der Grenze entgegennehmen mußte, gab es KEINEN Aufschrei, von NIEMANDEN.

    3.) Herr Dierkes MUSS auch davon Kenntniss gehabt haben, mit welchen Mittel die Hamas arbeitet, er konnte auch als Linker nicht die Augen davor verschliessen, daß Hamas die Zivilbevölkerung als Schutzschild nahm, die eigene Bevölkerung tyrannisiert (übrigens immer noch, nur schreibt darüber kein Reporter (ist ja kein Israeli involtiert) der Welt, wie zur Zeit mit Menschen umgegangen wird, die auch nur abweichend nicht auf der Linie der Hamas steht) , Moscheen, Schulen und öffentliche Gebäude als Waffenlager benutzte , Lebensmittel und Medikamente gestohlen hat und der Bevölkerung teuer weiter verkauft hat, Medien manipulierte usw.

    Hier haben sie einfach einmal einen Link dazu:
    http://www.youtube.com/watch?v=YtWccC9a4Zs&feature=channel

    Ohhhhh –  und dieser ist unabsichtlich an die Öffentlichkeit gelangt:

    Nun habe ich ein Video gefunden, dass vielleicht ein wenig aufklärt, warum die Presse –  Gebäude beschossen wurden:
     

    http://www.youtube.com/watch?v=x7M07pvW4NU

     

    Die Fernsehberichterstatterin Hannan al-Masri von Al-Aarabiya wird während einer Sendung von einer Hamas Rakate aufgeschreckt, die aus dem Erdgeschoss Des Al-Arabiya Studio-Gebäudes abgefeuert wird

    Oder wie die Kinder schon auf Hass trainiert werden. Kinderprogramm der Hamas.
    http://www.youtube.com/watch?v=DSO6VJdSe3s&feature=channel_page

    4.) Herr Dierke hat sich als OB in einer Stadt beworben, in dem der muslimische Anteil beträchtlich ist, der Antisemitismus dieser Bevölkerungsgruppe ist offensichtlich, siehe die deutschlandweiten Demos mit den Plakaten, “ Juden in das Gas“ „Israel – Kindermörder“ „Wir sind heute alle Hamas“ ect. pp. Vor diesem Hintergrund einseitig einen Boykott israelischer Waren (ohne auch nur mit einem Wort die Verbrechen der Hamas zu artikulieren) zu fordern ist entweder gewissen-und skrupellos oder einfach nur dumm. In beiden Fällen hat er keine Weitschicht besessen, selbst wenn er kein Antisemit sein sollte, was ich nicht glaube, seine Aussagen waren eigentlich klar und deutlich. Ich hätte es verstanden, wenn er BEIDE Parteien mit einem Warenboykott hätte belegen wollen, aber nein, ausgerechnet wieder Israel.

    5.) seine Art und Weise, dies auch zu begründen läßt mich wirklich an dem klaren Verstand von Herr Dierkes zweifeln:

    Die Opfer der Shoa und die Helden des jüdischen Aufstands von Warschau würden sich mit Grausen abwenden, mit welchem Ungeist und für welche Zwecke sie offenkundig instrumentalisiert werden, um die undemokratische und mörderische Politik der israelischen Regierungen gegen das palästinensische Volk zu rechtfertigen und zu tabuisieren.
    Meine Antwort dazu:

    Wenn man bedenkt, daß ausgerechnet in Israel noch mehr als 20.000 Holocaustopfer leben, die dort endlich eine Heimstatt vor Verfolgungen gefunden haben, ist diese Formulierung schon, nun, ich sage es nicht……es verbietet mein Anstand.

    Darunter, die Opfer der Shoa als Zeugen zu bemuehen – die sich schon deshalb nicht mit Grausen abwenden koennen, weil sie von jenen, die zuvor die “Kauft nicht beim Juden!”-Kampagne initiiert hatten, vergast worden sind – scheint es bei dem guten Mann nicht zu gehen.

    Verstehen Sie den Zusammenhang ? Könnenn sie es nachvollziehen, ich ja……

    6.) Wieviele Palästinenser arbeiten in Israel ? Wieviele palästinensische Produkte werden unter dem Namen Israels vertrieben ? Wissen sie das ? Wußte Herr Dierkes, wieviele palästinensische Menschen er mit dem Boykott in die Arbeitslosigkeit getrieben hätte ? Gerade von Politikern hier aus Deutschland würde ich mir wünschen, sich ausführliche und vor allen Dingen objektive Informationen einzuholen. Von daher komme ich zu dem Schluss, daß er es wohl berechnend in Kauf genommen hat, und den Antisemitismus für seine eigenen Zwecke zumindest benutzt und gefördert hat, und das ist das Verwerfliche an der Geschichte.

    Ach übrigens zu dem „Hunger“ in Gaza…..schauen sie einfach einmal.
    http://community.livejournal.com/nasha_pravda_il/52041.html

    Und was sie boykottieren wollen, sollte auch einer Bemerkung wert sein
    http://www.youtube.com/watch?v=pcHwyW9xOyI 
    Übrigens: Wenn man antijüdische Klischeès bedient, was ist man dann ? Nicht jeder Antisemitismus definiert sich über das Leugnen des Holocaust, nein gerade die Klischeèbedienung gehört dazu, zumindest den Antisemitismus in der breiten Masse zu fördern. Soviel Verstand, Umsicht und Weitsicht  muss ein Politiker besitzen.

    Grüße Eileen

    PS: Hier noch ein offener Brief einer Türkin aus Duisburg an Herrn Dierkes, sollte er unbedingt lesen, auch wenn ich mit den Kommentaren einiger nicht konform gehe:

    http://www.pi-news.net/2009/02/offener-brief-an-herrn-dierkes/?wpc=all#comments

    Gemachte Aussag

  17. Natürlich richtet sich mein Beitrag nicht nur an Eileen, sondern auch an Jörg Fischer-Aahron.  Sorry, in der Anrede vergessen.

  18. Eileen und Fischer-Aharon,

    Ich finds gut das die Pau sich distanziert hat. Hätte ich auch. Aber sie sprach nicht von Antisemitismus, daher bleibt meine Frage offen. Und das es Antisemiten in der Linkspartei gibt, ist mir völlig klar. Ich lehne nur ab, das eine „Kontaktschuld“ qua Parteibuch Dierkes zum Antisemiten macht.

    Ich finde Fischer-Ahron schießt total übers Ziel hinaus. Wenn er Dierkes das Bedienen antisemitischer Klitschees vorwirft (zb. der rachsüchtige Jude) könnte ich ja noch mitgehen.  Zu klären, wäre ob Dierkes das zum Antisemiten macht.

    Hohmann und Williamson…das ist Antisemitsmus.  Oder als Beispiel von der Linken das Bündnis „Antiimperialista“, die kein Israel/Pälästina Problem kennen, sondern nur ein Palästina Problem.

    Ich bin der Auffassung das Fischer-Aharon Dierkes zu unrecht unterstellt, er würde ihn Wirklichkeit „die Juden“ meinen. Wo sind die Belege? Die Parteimitgliedschaft? Die Tatsache, das er den Schutzwall als Mauer bezeichnet? Tritt er nachweislich für die HAMAS ein?
    Dierkes zeichnet auch“ nicht ganz bewußt das Bild vom “bösen Israeli”“ – soweit mir bekannt, betont er die Verantwortung der dortigen Regierung.

    Dierkes hat sich klar zum Existenzrecht Israels bekannt. Was kann er denn noch tun um dem Vorwurf zu entgegen, er lebe seine antisemitischen Vernichtungswahn an Israel aus? Oder ist das gar nicht glaubwürdig, weil er ja Antisemit ist? Und wäre das nicht ein ziemlicher Zirkelschluss?

    Und was die „Alibi-Juden“ betrifft…Hält er hier am Bild des „ewigen Juden“ fest oder weiß er sich einfach nicht mehr anders gegen die ihn unterstellten Vernichtungsvorwürfe zu wehren, das er betonen muss das  „Juden“  zu seinen Lehrern gehörten?

    Zu guter Lezt. Ich finde die taz hats gut zusammengefasst:
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-alten-affekte/

    Solidarische Grüße!

  19. Nur einige kurze Anmerkungen:

    Erstmal Danke dafür, das die – m.E. ganz hervorragenden und treffenden -  Ausführungen von Henryk M. Broder zum Thema Antisemitismus hier schon zitiert wurden.

    Herr Dierkes zeichnet ganz bewusst das Bild vom „bösen Israeli“, der „Landraub“ begehen würde, „die Palästinenser unterdrücken“ würde und sogar eine „Mauer“ (er meint damit wahrscheinlich den Schutzzaun gegen die terroristischen Selbstmordattentäter) bauen würde. Er ersetzt in seinen Tiraden „Juden“ durch „Israel“, so wie der linke Antisemit auch nicht mit den „Protokollen der Weisen von Zion“ unterm Arm rumrennt, sondern als Ersatzbuch mit „Die Israel-Lobby“. Aber Dierkes und sein Umfeld gerieren sich nicht nur als „Unschuld vom Lande“ und „Opfer einer Kampagne“, sondern er holt – wie sich das gehört – auch seine „Alibi-Juden“ als Beleg, das er angeblich gar kein Antisemit sein kann.Ernest Mandel und Jakob Moneta sind schon länger verstorben und können sich nicht mehr wehren. Beide hatten es zu Lebzeiten strikt abgelehnt, als Juden bezeichnet zu werden, das sie beide – als führende Theoretiker der kommunistisch-trotzkistischen Dachorganisation „Vereinigtes Sekretariat der IV. Internationale“ (VSIV) als Atheisten sahen und nach eigener Defenition es ablehnten, als Juden zu gelten.

    Auch der „Druck“ auf ihn, von dem Dierkes in seinem „Offenen Brief“ fabuliert, kann so gewaltig nicht sein. Seine Rücktritte sind reine Ablenkungsmanöver ohne reale Bedeutung. Im September sind in NRW die Kommunalwahlen, spätesten dann wäre seine jetzige Amtszeit als Fraktionsvorsitzender eh zu Ende gegangen, und als OB-Kandidat war er reiner Zäjlkandidat ohne reale Chancen. Viel interessanter ist, das er weiterhin auf Platz 2 der Kandidatenliste für den Duisburger Stadtrat steht – dies hat mir soeben die Geschäftstelle der „Linksfraktion“ im Duisburger Stadtrat telefonisch bestätigt.

  20. Dirk
    27. Februar 2009 um 09:01

    Auf der Internetseite der Linken stand folgendes, ob es noch steht, weiß ich nicht, gestern stand es noch da.

    „Wir dürfen es nicht länger zulassen, dass im Namen des Holocaust und mit Unterstützung der Bundesregierung derart schwere Menschrechtsverletzungen begangen und geduldet werden.“

    Die Formulierung und Verbindung ist einfach zu beachten.

    Petra Pau hat sich ebenfalls distanziert. Man weiß auch offen um die weit verbreitete antisemitische/antizionistische Strömung in der Linken. Die bekämpfen sogar eine Jugendorganisation in den eigenen Reihen.

    http://bak-shalom.de/index.php/wir/hamas-heist-krieg/

    Also Objektivität wäre schon angebracht…….

  21. Johann Sebastian
    27. Februar 2009 um 09:55
    Was soll man dazu sagen? Wenn ein Jude in Deutschland sich selbst total identifiziert mit Israel, dann muss er eben die Konsequenzen tragen. Selber Schuld, und da kann er noch so laut über “Antisemitismus” jammern.

    Gegenfrage:

    Wenn sich Türken,  Syrier, Libanesen, Iraner, Marokkaner, Ägypter, Saudi-Arabier, Afganen, Pakistani in der gesamten Welt sich mit Hassplakaten und „Tod den Juden“ sowie „Juden ins Gas“ Rufen, wenn sie schreien „Israel – Juden – Kindermörder“ und sich mit der Hamas (heute sind wir alle Hamas)identifizieren, sind sie auch selber Schuld an der anwachsenen weltweiten Ablehnung des Islamismus und der Muslime ?

    Selber Schuld also……müssen sie die Konsequenzen eben tragen, da kann man dann noch so laut über Isamophobie jammern.

    Warum wird IMMER mit zweierlei Mass gemessen, und das ist ANITISEMITUSMUS der deutlichsten Art…..

  22. Hier die Erklärung der Pressesprecherin des Parteivorstandes der LINKEN zu dem unsäglichen Boykottaufruf:

    25. Februar 2009 Alrun Nüßlein

    Solche Boykott-Aufrufe sind absurd

    Zu Äußerungen eines Kommunalpolitikers der Linken in Duisburg erklärt
    Alrun Nüßlein, Pressesprecherin des Parteivorstandes:

    Eine Lösung des Nahost-Konflikts, die beiden Seiten gerecht wird, ist
    mit Boykottaufrufen gegen israelische Waren nicht zu erreichen. Solche
    Boykottaufrufe verbieten sich vor dem Hintergrund der deutschen
    Geschichte und treffen die Zivilbevölkerung, vor allem die israelischen
    und arabischen Beschäftigten, die für eine verfehlte Politik ihrer
    Regierung nicht in Kollektivhaft genommen werden dürfen.
    Wir unterstützen die Forderung von amnesty international nach dem Stopp
    aller Waffenlieferungen nach Israel und an die Hamas und teilen auch
    deren Vorwürfe gegenüber Israel und der Hamas. Die Kriegs- und
    Blockadepolitik der israelischen Regierung gegen den Gaza-Streifen
    verdient ebenso internationale Kritik wie der fortgesetzte
    Raketenbeschuss Israels durch die Hamas. Dabei geht es um eine Kritik an
    der Verletzung des Völkerrechts durch beide Seiten. Gerade wenn wir
    kritisieren, dass die Bevölkerung im Gaza-Streifen durch die
    israelische Regierung mit der Schließung der Grenzübergänge in
    Kollektivhaft genommen wird, schließt sich für uns ebenso
    selbstverständlich aus, die israelische Bevölkerung in eine solche
    Haft zu nehmen.
    Wer die Waffen zum Schweigen bringen und einen dauerhaften Frieden im
    Nahen Osten mit zwei souveränen, sich gegenseitig respektierenden und
    lebensfähigen Staaten Israel und Palästina will, muss für
    Verhandlungen mit allen Beteiligten eintreten und den Menschen
    Perspektiven in Wohlfahrt und Sicherheit eröffnen. Ein Boykott gegen
    eine Bevölkerung ist dafür die denkbar schlechteste Voraussetzung.

    ————————————————————————
    Quelle:
    http://www.die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/artikel/solche-boykott-aufrufe-sind-absurd/

  23. „Wenn ein Jude in Deutschland sich selbst total identifiziert mit Israel, dann muss er eben die Konsequenzen tragen. “
     
    Aha, welche denn? Ausweisung? Werden Sie doch mal konkret, Schlaumeier.
     

    „Die Deutschen haben eben nicht besonders viel Sympathie für Israel. Hier in Deutschland steht Israel als Synonym für Landraub, Unterdrückung, Rassismus, ethnische Säuberung, Apartheid, Kolonialisierung, etc.
    Und was sollte falsch daran sein, alle diese Verbrechen zu verurteilen, und die Betreffenden zu boykottieren?“
     
    Wieder mal sehr  interessant. Wohl zu viel  vom Werbespot: „Du bist Deutschland gesehen.“  Gott sei Dank sind SIE nicht Deutschland und die Deutschen.
    Ihr Geschwätz stinkt ja zum Himmel.

  24. Bob Dylan besang 1982 es sehr gut, an Aktualität bis heute nichts veloren.

    „Ja, der Störenfried der Nachbarschaft, er ist nur einer / Seine Feinde sagen, er ist auf ihrem Land. / Sie sind Millionen, er einer / kein Ort nimmt ihn, nirgends kann er hin. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

    Der Störenfried der Nachbarschaft versucht zu überleben, / dass er lebt, wirft man ihm vor. / Wehren soll er sich nicht, / eine dicke Haut soll er haben, / auf den Boden soll er sich legen und sterben, wenn sie ihm die Tür eintreten. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

    Der Störenfried der Nachbarschaft wurde aus jedem Land vertrieben, / als Exilant wandert er von Ort zu Ort. Vor seinen Augen wurde die Familie verstreut, seine Landsleute verfolgt und zerstört, / und immer wird ihm vorgehalten, dass er überhaupt geboren ist. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.

    Und als er eine Mörderbande k. o. schlug, kamen die Kritiker, / alte Frauen verdammten ihn, er solle sich entschuldigen. / Dann vernichtete er eine Bombenfabrik, es freute sich niemand. / Die Bomben galten ihm. / Und er sollte sich schämen. / Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.“

    Mich ärgert einfach die Einseitgkeit, mit der überall in Deutschland, in Foren verurteilt wird und zwar ISRAEL, und das ist für mich Antisemitismus/Antizionismus.

    Broder sagte es ganz deutlich:

    Erstens: Wir haben es beim Antisemitismus nicht mit einem Vorurteil, sondern mit einem Ressentiment zu tun. 

    Der moderne Antisemit findet den ordinären Antisemitismus schrecklich, bekennt sich aber ganz unbefangen zum Antizionismus, dankbar für die Möglichkeit, seine Ressentiments in einer politisch korrekten Form auszuleben. Denn auch der Antizionismus ist ein Ressentiment, wie der klassische Antisemitismus es war. Der Antizionist hat die gleiche Einstellung zu Israel wie der Antisemit zum Juden. Er stört sich nicht daran, was Israel macht oder unterlässt, sondern daran, daß es Israel gibt. Und deswegen beteiligt er sich so leidenschaftlich an Debatten über eine Lösung der Palästina-Frage, die für Israel eine Endlösung bedeuten könnte, während ihn die Zustände in Darfur, in Zimbabwe, im Kongo und in Kambodscha kalt lassen, weil dort keine Juden involviert sind. Fragen Sie doch mal den außenpolitischen Sprecher der Linken, wie viele Stellungnahmen er in den letzten Monaten zu „Palästina“ abgegeben hat und wie viele zu Tibet. Danach reden wir weiter.

    Nach 1945 gab es dann aus den bekannten Gründen einen Antisemitismus ohne Juden, und heute haben wir es wieder mit einem neuen Phänomen zu tun: einem Antisemitismus ohne Antisemiten. Neu ist auch das Berufsbild des Freizeitantisemiten, der tagsüber seiner regulären Arbeit nachgeht – unter Umständen sogar bei einer Bundesbehörde – und nach Dienstschluss „israelkritische“ Texte verfaßt, die dann auf obskuren antizionistischen Websites erscheinen. Niemand will ein Antisemit sein, aber in der Hall of Shame der Antizionisten wird der Platz langsam knapp.

    Antisemitismus und Antizionismus sind zwei Seiten derselben Münze. War der Antisemit davon überzeugt, daß nicht er, der Antisemit, sondern der Jude am Antisemitismus schuld ist, so ist der Antizionist heute davon überzeugt, daß Israel nicht nur für die Leiden der Palästinenser, sondern auch dafür verantwortlich ist, was es selbst erleiden muß.

     

  25. @Johann Sebastian

    Wenn ein Jude in Deutschland sich selbst total identifiziert mit Israel, dann muss er eben die Konsequenzen tragen. Selber Schuld, und da kann er noch so laut über “Antisemitismus” jammern.

    Muss er auch damit rechnen umgebracht zu werden? Wegen seiner Sympathie für Israel? Von Neonazis oder von muslimischen Jugendlichen?
    Und wenn er umgebracht wird, dann ist er selber schuld? Weil er mit Israel sympathiesierte? So sieht die Meinungsfreiheit in Deutschland aus? 64 Jahre nach dem Ende der Naziregieme und 25 Jahre nach dem Fall der Mauer?

    Und wenn jemand die Chinesische Fahne aushängt, dann regt sich kein Mensch auf. Obwohl die Chinesen in Tibet viel schlimmer vorgegangen sind als Israelis in den besetzten Gebieten. Und wenn jemand eine Russische Fahne aushängt, dann interessiert das keien Sau, obwohl die Russen wie Irre in Tschetschenien gewütet haben.
    Und wenn jemand eine sudanesische Fahne aushängt, dann wird darüber auch nicht viel geredet, obwohl vom Darfur mussten sogar die Antizionisten schon hören.

    Aber eben geht es drum: es gibt keine Antisudanesen, Antichinesen, Antirussen die Tausenden auf die  Strassen zu Demos bringen. Das schaffen nur die Antizionisten und Antisemiten.

    Und was sollte falsch daran sein, alle diese Verbrechen zu verurteilen, und die Betreffenden zu boykottieren?
    Und warum werden von den so beorgten Antizionisten keine Boykottaufrufe gegen China, oder Russland gemacht? Weil dort keine Juden gibt?

  26. @Willow
    jetzt übertreibst Du aber:
    „Es ist auch keineswegs so, daß die Deutschen “nicht besonders viel Sympathie für Israel” haben – sie hassen Israel. “

    Sagen wir so: bestimmt die 70% der Detuschen hasst mehr oder weniger Israel und über ein Drittel der Detuschen hat  eine antisemitische Grundeinstellung.  Das hängt meistens mit dem Schuldkomplex zusammen und ist ausreichend von Psychologen und Psychiatren erforscht und erklärt. Oder ist bei den Spinner von Antiimperialista als ein Teil der Ideologie verinnerlicht.
    Aber… ca. zwei Drittel der Detuschen sind nicht antisemitisch in ihrem Grundeinstellung. Auf jeden Fall nicht virulent. Und immerhin die 30% der Detuschen hat keine negative Gefühle dem Staat Israel gegenüber.

    So dass es noch genug Leute gibt, mit denen man die Hühnersuppe mit Matzeklößchen  essen kann und sich gemeinsam über Uri Avnery lustig machen.
    Man kann immer im Schlechten was  positives sehen.

  27. „Die Deutschen haben eben nicht besonders viel Sympathie für Israel. Hier in Deutschland steht Israel als Synonym für Landraub, Unterdrückung, Rassismus, ethnische Säuberung, Apartheid, Kolonialisierung, etc.
    Und was sollte falsch daran sein, alle diese Verbrechen zu verurteilen, und die Betreffenden zu boykottieren?“

    Nun, wenn diese Vorwürfe zutreffen würden – nichts. Dummerweise sind sie nicht viel rationaler als der Vorwurf, palästinensische Kinder werden hauptsächlich umgebracht, damit sich der Zionist Matzen herstellen kann.

    Es ist auch keineswegs so, daß die Deutschen „nicht besonders viel Sympathie für Israel“ haben – sie hassen Israel.

    Oder läßt sich irgendwie rational erklären, warum solche Vorwürfe immer nur gegen Israel erhoben werden… wie gut, daß sich der Rest der Welt in einem idealen Zustand befindet.

  28. Fischer-Aharon begeht hier einen weit verbreiteten Fehler:
    Wenn er Kritik an Israel oder den Boykott israelischer Waren als Antisemitismus bezeichnet, dann betreibt er genau damit eine Gleichsetzung von „Juden“ und „Israel“, wie sie sonst nur die Rechten betreiben.
    Die Gleichsetzung von Juden und Israel ist aber selbst wieder Antisemitismus, siehe die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der Anti-Defamation-League zur Einstellung der Europäer zu Israel.
    Wie sowas funktioniert, sollte eigentlich bekannt sein. Erinnert sei hier nur an den Fall des Juden „Dieter“ in Berlin, der dort einen kleinen Tante-Emma-Laden betrieben hatte und ganz gut davon leben konnte. Bis er eines Tages auf den ziemlich dummen Gedanken kam, ausgerechnet eine israelische Flagge in seinem Schaufenster auszuhängen. Woraufhin dann auch prompt seine Kundschaft weg blieb, und er Pleite machen musste.
    Was soll man dazu sagen? Wenn ein Jude in Deutschland sich selbst total identifiziert mit Israel, dann muss er eben die Konsequenzen tragen. Selber Schuld, und da kann er noch so laut über „Antisemitismus“ jammern.
    Die Deutschen haben eben nicht besonders viel Sympathie für Israel. Hier in Deutschland steht Israel als Synonym für Landraub, Unterdrückung, Rassismus, ethnische Säuberung, Apartheid, Kolonialisierung, etc.
    Und was sollte falsch daran sein, alle diese Verbrechen zu verurteilen, und die Betreffenden zu boykottieren?
     

  29. Auch wenn ich nun *Kopfschütteln* hervorrufe, ist mir die Anfrage wirklich ernst.

    Was ist an Dierkes Aussage Antisemitisch? Ich finde sie undisktubal und streitbar, aber Antisemitismus? Verliert man da nicht alle Maßstäbe?

    Für eine Antwort wäre ich wirklich dankbar.

    Herzliche Grüße!

    P.S. @ Robert:
    Hast du eine Quelle für diese Aussage von Dierkes?

  30. Eine Stellungnahme der LINKEN-Politikerin Petra Pau wäre hier wünschenswert. Sie stellt gewöhnlich, wie aus ihren Veröffentlichungen und Newsletter(n) hervorgeht, die israelfreundliche Fraktion (oder Einzelperson?) ihrer Partei dar, sie könnte am besten Auskunft erteilen, und an Sie sollte man sich auch wenden, um den unsinnigen Boykottaufruf ihrer Parteifreunde rückgängig zu machen.

    Duisburg ist bekanntlich die ‚muslimischste‘ Stadt der BRD; auf diese Klientel, die einen Großteil der Unzufriedenen und Arbeitslosen dort stellt, ‚muss‘ ein Bürgermeisterkandidat der LINKEN ‚Rücksicht‘ nehmen, meint er.

  31. @ willow:
    Nein, überraschend sind die Kommentare nicht – dort spricht die deutsche Volksgemeinschaft – die ganz große deutsche Volksgemeinschaft.
    Zwischenzeitlich hat Herr Dierkes seinen Rücktritt erklärt – nicht ohne in einem „Offenen Brief“ aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen. Veröffentlicht wurde dieser „offene Brief“ u.a. in der nationalbolschwistischen „Jungen Welt“.

  32. Scharfe Reaktion des Landessprechers der VVN-BdA NRW in einem Lesebrief an die „junge welt“:

    Leserbrief zum heutigen Interview der Jungen Welt mit Hermann Dierkes (ParteiDieLinke aus Duisburg) zu seinen Äußerungen zu Israel:


    Warum wird in Eurem Interview nicht die ganz und gar logische und naheliegende Frage gestellt:

    „Ist es denn nicht verständlich, dass 75 Jahre nach den Losungen in Deutschland ‚Wehrt Euch, kauft nicht beim Juden‘ kein vernünftiger Mensch wieder die Losung ‚Boykottiert, kauft nichts beim Israeli‘ haben möchte – jedenfalls nicht in Deutschland?“

    Weltsozialforum hin oder her, wir Deutsche haben eine Verantwortung!

    Geht das nicht in Euren Kopf hinein, bzw. warum ist es nicht mehr drin?

    Vergesslichkeit? Schlussstrich? Oder was?

    Ulrich Sander

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