„Jedem das Seine“: Tchibo und Esso stoppen Werbung

27
123

pte – Die deutsche Einzelhandelskette Tchibo und der Mineralölkonzern Esso haben ihre Werbeaktion für Kaffeesorten unter dem Slogan „Jedem den Seinen“ zurückgezogen. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau nach stoppt man das Vorhaben an rund 700 Tankstellen wegen öffentlicher Empörung, schließlich stand das Zitat „Jedem das Seine“ in abgewandelter Form zu Zeiten des Nationalsozialismus unter anderem über dem Eingangstor des Konzentrationslagers Buchenwald…

700 Tankstellen betroffen – Fehlende Sensibilität sorgt für Unverständnis

„Dies ist ein großer Fauxpas, der Unternehmen keinesfalls passieren darf. Wenn man Menschen mit Werbung auf sich und seine Produkte aufmerksam machen will, sollte mehr Sensibilität an den Tag gelegt werden“, unterstreicht Unternehmensberater Bernd Höhne gegenüber pressetext.

Stumme Zeugen: Jedem das Seine

Stumme Zeugen: Jedem das Seine, Foto: Erich Hartmann

Obwohl die Plakate laut den beiden Unternehmen nun „schnellstmöglich“ wieder abgehängt werden sollen, bleibt vor allem imagebezogen ein schaler Beigeschmack. Laut Höhne dürfe ein solcher Fauxpas einer beauftragten Werbeagentur nicht passieren. „Gerade Unternehmen mit dieser Größe verlassen sich auf gut gemanagte PR. Da Werbeslogans aber auch abgenommen werden müssen, scheint es auch bei den Auftraggebern an Feingefühl zu mangeln“, merkt der Fachmann auf Nachfrage von pressetext an.

Noch drastischere Worte findet der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Salomon Korn. Die Kampagne sei eine „nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit“ oder ein Beispiel für „totale Geschichtsunkenntnis“. Tchibo räumte ein, der Slogan sei „unglücklich“ gewählt worden.

„Mit dem bereits viel diskutierten Slogan sollte das Gastronomieangebot beworben werden. Esso hat hierbei eine Werbeagentur beauftragt. Der finale Entwurf ist vor Veröffentlichung auch bei uns eingelangt. Es ist sehr bedauerlich, dass die Bedeutung niemanden aufgefallen ist“, so Tchibo-Sprecher Andreas Engelmann im Gespräch mit pressetext. Die Unternehmen geben sich indes zwar geläutert, dennoch sind sie mit dieser Werbebotschaft nicht die ersten. Schon Handyriese Nokia bewarb 1998 austauschbare Gehäuse für Mobiltelefone damit. Nach großer Empörung über die Werbeentgleisung unter anderem von Seiten des American Jewish Commitee wurden die Plakate damals mit dem Shakespeare-Titel „Was ihr wollt“ überklebt. Auch Handelsriese Rewe fiel kurz darauf mit dem Slogan „Grillen: Jedem das Seine“ auf.

„Wir fahren auch Volkswagen, benutzen Autobahnen und Radios, die in der NS-Zeit populär geworden sind. Obwohl man mit jedem Werbeslogan auch immer ein wenig polarisieren will, gibt es in der deutschen Geschichte viel mehr Positives, was man aufgreifen könnte“, erläutert Höhne. Dass es den beauftragten Werbeagenturen und nicht zuletzt den Unternehmen selbst an Einfühlvermögen und Feingefühl fehlt, zeigt sich unter anderem auch im Fall der Fastfood-Kette Burger King in Erfurt 1999. Diese stoppte nach Protesten eine Handzettel-Aktion, die den Slogan verwendet hatte. Aber auch im Finanzsektor griffen PR-Manager auf „Jedem das Seine“ zurück. So bewarb die Münchner Merkur-Bank auf diese Weise ihre verschiedenen Kontoführungsmodelle und erregte bundesweit die Gemüter.

Anm. (haGa): „Denn Du bist Deutschland!“ war auch mal so ein NS-Slogan. Vor einigen Jahren startete dann unter dem Motto „Du bist Deutschland“ die größte Social-Marketing-Kampagne in der Mediengeschichte. Wer dahinter steckt erläutert die Website der noch immer attraktiven Aktion, die von zahlreichen Prominenten repräsentiert wird, u.a. von der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (BMFSFJ): „Du bist Deutschland“ ist ein Schulterschluss aller wichtigen deutschen Medienunternehmen. Zu den Initiatoren zählen große TV-Sender und Gruppen, Online-Anbieter, nahe zu alle Verlage und die Marktführer in Außenwerbung, Kino und Radio.

27 Kommentare

  1. karlheinz, versuchs mal ohne die deutschen pauschal runter zu machen,,, deutsche haben auch viel gutes in der vergangenheit geleistet.jedes land hat in ihrer vergangenheit sachen hervorgebracht auf den ihre bürger nicht gerade stolz sind. niemand denkt da zum beispiel an die schweden mit ihrem 30jährigen krieg der die damalige europäische bevölkerung fast ausgerottet hat. geschichtsbewustsein und gesunder  menschenverstand auf beide seiten helfen miteinander auszukommen. aber nicht andauernd auf vergangenes zu verweise und pauschal die deutschen als verbrecher darzustellen, dass ist rassismus! ist wie die kinder eines mörders zu brandmarken… ist ungerecht und führt zu  hass oder gibt einem die freikarte zu dem, was man nicht sein soll. wenn man andauernd zu sagen bekommt du bist ein nazi, dann wird man igendwann zu einem.ich bin ein kind der DDR und ich bin immer noch traumatisiert von diesem regime. und ich möchte einfach nicht mehr aufpassen müssen was ich sage. bloss weil vor einer langen zeit ein verrückter östereicher kam und unser volk zu wahnsinnigen taten verführt hat. ich bin trotzdem stolz ein deutscher zu sein, wir sind das einzige volk das ein militaristisches kommunistische regime gesürzt hat ohne ein schuss abzugeben. nur mit den mitteln der demokratie und nur sehr kurz gab es ein demokratisches und friedliches deutschland zwischen 1989 und 1990 als ein pfarrer die aufsicht über die armee hatte. war noch nie vorgekommen in der welt und wird es leider auch nicht… ronny so heisse ich auch in wirklichkeit „KarlHeinz“

  2. […] und warum ich Glastüren hasse…. Alles, was ich bisher aus sog. politischen Gründen nicht bloggen durfte! Die wahre Geschichte hinter dem Kennedy-Attentat (immer wieder gut). 99 Wege, mit einem Kaugummi, […]

  3. Hagen ist stolz darauf, dass Deutschland zwei Weltkriege vom Zaune brach und beide Male jämmerlich verlor.
    Hagen ist stolz darauf, dass Deutschland einen Mann wie Luther hervorbrachte, eine echten Antisemiten.
    Hagen ist stolz darauf, dass deutsche Soldaten in Afghanistan die barbarischen islamischen Teufel bekämpfen.
    Hagen ist stolz darauf, dass Deutschland bei der Fussball-WM so gut abgeschnitten hat, trotz der vielen Ausländer in der Mannschaft.
    Hagen ist stolz darauf, dass ein so anständiger Mann wie Hitler in Deutschland Karriere machen konnte (woanders hätten sie ihn rausgeschmissen).
    Hagen ist stolz darauf, dass Deutschland in der Rüstungsbranche wieder ganz oben schwimmt.
    Hagen ist stolz darauf, dass  Deutsche  beim Grand Prix der Eurovision einen hervorragenden 27. Platz belegt haben.
    Hagen ist stolz darauf, dass soviele Landsleute wieder schwarzrotgold raushängen lassen.
    Hagen ist stolz auf seinen echt deutsch wirkenden Gartenzwerg (Made in Poland).
    Hagen ist stolz auf…

  4. @ Hagen:

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil, also bitte mal kurz den zweiten Absatz lesen.
    Dein Kommentar amüsiert mich, so sag uns doch mal worauf Du als Deutscher stolz bist, und auf welche Teile unserer Geschichte? Was an unserem Vaterland macht Dich stolz? Das deutsche Volk an sich? Was ist das Deutsche Volk heute? Unsere Verfassung? Jetzt würd ich es gerne genau wissen was Du meinst.

  5. „zeigen wir als Deutsche Respekt und Demut gegenüber unserer besonderen gesellschaftspolitischen Verantwortung.“

    Wenn Du es Dir so auferlegst, ist es Deine Sache. Sprich aber nicht im Namen des deutschen Volkes.
    Ich empfinde keine „Demut gegenüber unserer besonderen…“, eher empfinde ich Stolz auf mein Vaterland und seiner Geschichte.
    Natürlich darfst Du als Deutscher Dir täglich Asche aufs Haupt streuen und für irgendwelche „Sünden“ knierutschend um Vergebung winseln. Ist alles Dein gutes Recht. Nur erwarte das nicht von anderen Deutschen- die wollen den „Gesslerhut“ schon lang nicht mehr grüßen. Die haben endlich diese ständigen, unhaltbaren Anschuldigungen satt.
    Wie gesagt: Jedem das Seine!

  6. Schön ist das die Kommentare auf diesen Eintrag ein repräsentativer Schnitt durch die wenigstens halbwegs gebildete Bevölkerung ist. Wie schön ein Satz ist, wie viel Deutsche Sätze und Zitate man jetzt noch nennen darf ist eine Sache, wer solche Sätze zu Hause in gepflegter Kaffeerunde zitiert ist eine andere, aber in einer Werbung oder gar einer politischen Kampagne wie die der Schülerunion in Nordrhein-Westfalen solche Zitate zu verwenden ist schlichtweg selten dämlich.
    Noch eine Anmerkung an die 3. Generation: Nein wir sind nicht Schuld, die Großeltern waren’s, das ändert aber trotzdem nichts. In dem wir erst denken und googeln und dann reden und texten zeigen wir als Deutsche Respekt und Demut gegenüber unserer besonderen gesellschaftspolitischen Verantwortung.

  7. <!– @page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>
    Tchibos Werbeslogan „Jedem das Seine“ (oder: Sind wir eigentlich immer noch nicht weiter?)
    Offengestanden kann ich die ganze Aufregung über dieses Thema nicht so recht verstehen und möchte mal einen Vorschlag zur Güte unterbreiten: Solange es noch Menschen gibt, die selber Verfolgte des Naziregimes waren und möglicherweise als Häftlinge in Todesangst durch die Tore von Buchenwald oder Auschwitz gegangen sind, sollte man Begriffe und Redewendungen wie „Jedem das Seine“ einfach nicht verwenden, da sie retraumatisierend wirken könnten. Das ist einfach nur eine Frage von Sensibilität und Respekt. Und es gibt nun wirklich genug Slogans, mit denen man Werbung für Kaffee machen kann. Im übrigen bin ich schon etwas verwundert, daß es offensichtlich Akademiker gibt, die bei dem Ausdruck „Jedem das Seine“ nicht auch dessen Mißbrauch im Dritten Reich mitassoziieren – haben die im Geschichtsunterricht gepennt? Andererseits muß ich zugeben, daß ich „Du bist Deutschland“ bisher auch nur für einen rhetorisch etwas verunglückten Satz gehalten habe und nicht wußte, daß er auf irgendeinem Naziplakat schon mal Verwendung fand.
    Es lässt sich überhaupt nicht vermeiden, daß es immer mehr Menschen gibt, die völlig unbefangen immer mehr Begriffe verwenden, welche durch die Nazizeit mehr oder weniger stark belastet sind: Dies ist aber kein Ausdruck eines zunehmenden Rechtsextremismus‘ oder Neonazismus‘, sondern einfach nur der Tatsache, daß die Leute sich nichts (oder fast nichts oder etwas ganz anderes) dabei denken. In diesem Zusammenhang halte ich – bis auf ganz wenige Ausnahmen wie „Heil …!“ o.ä. – überhaupt nichts von Tabuisierungen im Sprachgebrauch, die nur dazu führen, daß die Leute überhaupt nicht mehr wissen, was sie sagen sollen oder dürfen. Auch wenn Tchibo mit dem Spruch „Jedem das Seine“ Werbung für „braune“ Kaffeebohnen machen wollte, lag es wohl kaum in der Absicht des Unternehmens, damit unterschwellig Nazipropaganda zu betreiben – auch die weit überwiegende Mehrheit der Leser eines solchen Plakats hätte dies nicht so interpretiert oder auch nur an die Möglichkeit gedacht.
    Spätestens in 10 oder 20 Jahren, d.h. noch zu Lebzeiten der meisten, die dies hier lesen, beginnt eine Zeit, in der die Menschen, die die Nazizeit bewußt miterlebt haben, nicht mehr unter uns sind. Spätestens dann sollte es nicht mehr um die Tabuisierung von Wortlauten gehen, sondern nur noch darum, mit welcher Intention und in welchem Kontext etwas gesagt und verstanden wird. Die pragmatische Frage lautet also, was wieviele Menschen wie stark bei bestimmten Worten assoziieren. Für Ausdrücke wie „Jedem das Seine“ oder „Arbeit macht frei“ und hunderte andere Begriffe und Redewendungen, die von den Nazis pervertiert wurden, bedeutet dies: Sie werden besten- bzw. schlimmstenfalls noch als Geheimcode von ein paar Neonazis eine rechtsextremistische Verwendung finden (wie die „18“ auf dem T-Shirt eines scheinbaren Fußballfans), während die Masse der Bevölkerung sie mit ganz anderen Inhalten füllt – und das ist gut so!

  8. Der Vorfall Zentralrat – Tschibo zeigt, dass ein normales
    Miteinander und ein unverkrampfter Umgang zwischen
    jüdischen und nicht-jüdischen Bürgern Deutschlands auch
    weiterhin deutlich erschwert wird.
    Nach wie vor würde ich (nicht-jüdischen) Personen, die
    in der Politik und / oder Wirtschaft eine Karriere
    anstreben, nur raten: meiden Sie alles „jüdische“!
    Erstellen Sie Listen von Tabuwörtern und sonstigen,
    geistigen No-Go-Areas. Die Gefahr, vom Zentralrat
    auf äußerst unfreundliche sowie aggressive Art und
    Weise angegriffen zu werden, ist einfach zu hoch!
    Der Vorfall Tschibo bestätigt das nur.
    Wenn ich als Otto-Normalverbraucher in ein Fettnäpfchen
    trete, so interssiert das kein Schwein. Gut so! Ich
    genieße diese bürgerlichen Freiheiten.
    Warum gilt nicht auch für die Mitarbeiter von Tschibo
    folgendes: Nobody is perfect !?

  9. jedem das seine ist von plato. es stand über den kzs buchenwald und dachau. buchenwald war als eines der ältesten lager für „staatsfeinde“, linke intellektuelle, wiederstandskämpfer, die meisten in der kpd,spd,den gewerkschaften darunter auch juden,die gegen die nazis kämpften und in arbeitslager gesperrt und oft zu tode gefoltert wurden.
    hitler propagierte den kampf gegen die “ jüdisch bolschewistische weltverschwörung“,womit er die banker der wallstreet, unter denen juden waren und die revolution in der sowjetunion,auch dort waren viele bolschewiki juden,z.b. trotzky als feinde propagierte.
    jedem das seine sollte seine politischen feinde schon beim betreten des kz demütigen…
    buchenwald z.b. war kein vernichtungslager. dort waren die kapos, häftlinge,die die befehle der lagerleitung durchführen mussten keine kriminellen wie in den anderen lagern,sondern“ politische“. der spruch hat mit antisemitismus nichts zu tun.

  10. Svastika-Zeichen ist auch viel älter als NAZI-Zeiten und kommt aus Indien,

    niemandem (noch) fällt aber ein, in einer Werbe-Kampanie diesen Zeichen zu benutzen. Oder kann jemand sich vorstellen, Kaffee-Verpackungen und Buterbrote-Tütchen mit Svastika in Schaufenstern zu sehen?

    Ohne ein paar Sprüche, die gaanz bestimmte Assoziazionen auslösen, wird der deutsche Wortschatz wahrlich nicht ärmer. Unsere liebe creative Werbeleute sollen sich was andere einfallen lassen und nicht immer wieder im „heissem Glut“ wühlen.

  11. Der Ton macht die Musik Herr Korn!

    Was erwartet Herr Korn eigentlich? Ein abgeschlossenes Geschichtsstudium mit dem Schwerpunkt „Nationalsozialismus in Deutschland“ von jedem Bürger?

    Ehrlich hätte ich den Ausspruch „Jedem das Seine“ auch – sofern dies in der Werbung erschienen wäre – auch nicht mit der Nazi-Zeit in Verbindung gebracht. Ja Herr Korn, werfen Sie mir bitte „totale Geschichtsunkenntnis“ vor! Mit dieser Arroganz Ihrerseits verärgern sie nur. Hätten Sie freundlich die Unternehmen darauf hingewiesen…… nun, das hätte nicht nur anderes geklungen, sondern auch nicht dermaßen verärgert.

    Um es klar zu stellen: Erinnerung und Gedenken sind sehr, sehr wichtig. Aber frage ich mich auch, ob man mit diesem Vorgang nicht den Nazis – ungewollt ! – Macht einräumt, in dem man diesen sehr alten Ausspruch nur in den Verbindung mit den Nazis bringt. Als völlige ungebildeter Bürger lese ich hier mit Freude, dass dieser Ausspruch doch wirklich sehr alt ist und werde mich mal weiter im Netz erkundigen, zu welchen Zeiten und von wem er verwendet wurde. 🙂 Vielleicht gehört zur Geschichtskenntnis, Herr Korn, ja auch ein Loslösen von Scheuklappen!

  12. Wenn Sie sich schämen deutsch zu sein, ist das allein Ihr Problem, Herr Egal. Und Juden=Israel ist eine ganz typisch antisemitische Aussage. Herzlichen Glückwunsch.

    Eine andere Sache ist es, wenn zwei Niestüten Stimmung gegen Juden macht.
    Macht das woanders, mich kotzt eure Selbstgerechtigkeit an.

  13. „Jedem den Seinen“, und „Jedem das Seine“ in der Kaffeewerbung sorgt also beim ZdJ für Unbehagen und die Firmen Tchibo und Esso kuschen sofort.
    „…doch merkwürdig wird dennoch, wenn solche Sprüche gerade jetzt immer häufiger verwendet werden…“

    „Was mich sehr betroffen macht, ist der Ton, der dort u.a. gegen den Zentralrat der Juden angeschlagen wird, aber auch die sattsam bekannten Argumente.“

    Shalom Erez Israel! Durch solche Aktionen erreicht der ZdJ das Gegenteil von dem was er soll. Von der anderen Sache brauch ich gar nicht erst schreiben, da kann es einem nur kotzübel von werden …

  14. Also als jemand der über 30 Jahre nach dem 2ten Weltkrieg geboren wurde und mit dem Nazitum nichts zu tun hat und zu tun haben will kotzt es mich langsam an wie die jüdische Gemeinde immer wieder selbstgerecht mit dem Finger in unsere Richtung zeigt damit wir uns auch in 100 Jahren noch schämen dürfen, deutsche zu sein.

    Der m.M.n. dazu passende begriff „Ãœbersensibel“ ist da noch eine kleine Untertreibung. Israels Söhne und Töchter sollten, gerade mit der Entwicklung im Nahen Osten, erst mal versuchen den Dreck vor der eigenen Tür wegzukehren und nicht immer moralisch überlegenen Gutmenschen rauslassen, der sich in der Opferrolle gefällt.

    Peinlich und nicht zu ertragen das Tchibo und Esso nicht mal den selben Wortlaut benutzt haben und der originale Wortlaut nicht mal von den Nazis erfunden wurde. Noch 64 Jahre danach zahlen wir eine Wiedergutmachung an Israel und unterstützen damit den Krieg der viele unschuldige Leben im Gazastreifen kosten wird.

  15. Der Spruch ist, es wurde schon mehrfach darauf hingewiesen viel älter als die Nazis. Wer Langeweile hat kann ja mal in Verordnungen und Verwaltungsvorschriften nach Ausdrücken suchen, die durch Gebrauch während des dritten Reichs diskretiert worden sind. Man muß sich mal vor Augen halten, das die doch tatsächlich alle Deutsch geschrieben und geredet haben. Was bleibt dann. Ich weiß, dass es hier Vereine gibt, die es als ihre Hauptaufgabe ansehen, sich angegriffen zu fühlen und beleidigt zu sein. Wem das nützen soll vermag ich nicht auszumachen. Aber was soll’s -jedem das seine. Broder sein Buchtitel und die Empörung dem Zentralrat.

  16. Ist jemandem mal aufgefallen, dass der Wortlaut „Jedem das Seine“ und „Jedem den Seinen“ verschieden ist. Auch mir als Akademiker war der Spruch bisher nicht bekannt, im Gegensatz zu „Arbeit macht Frei“. Ich habe den Spruch unwissend als Zeichen meiner Toleranz des öfteren verwandt, im Sinne von jeder darf tun was er will solange niemand dadurch leidet. An dieser Stelle muss ich mich für meine Unbildung entschuldigen! Aber was Stand z.B. am Tor von Treblinka?
    Ein missbrauchter Satz der alten Griechen, nicht mehr benutzbar, auch wenn ein anderer Satz nur ähnlich klingt. Mir wäre der „antisemitische“ Hintergrund nicht aufgefallen an der Tankstelle und ich hätte nazihaft meinen Kaffe getrunken. Nicht auszudenken…

  17. Der Spruch hat seinen Ursprung bei Cicero (Reden gegen Verres), also weit vor der N.S.Zeit.
    Der „Alte Fritz“ benutzte ihn ebenfalls, um die Hugenotten in Preußen zu integrieren. Auch er hatte mit den Nazis nichts zu tun, auch wenn diese ihn liebend gerne für sich vereinnahmten (Tag von Potsdam).
    Insofern ist dieser Spruch keineswegs ein Nazispruch.
    Allerdings stand er auch über dem Eingand von Buchenwald und ist damit schwerst belastet und als Webung ungeeignet.

    Schade, dass ursprünglich gute Aussagen derart mißbraucht wurden. Vielleicht wäre es hilfreich, jungen Menschen, die Ursprünge derlei Aussagen beizubringen, damit diese ihren Ruch verlieren??

  18. Es geht nicht darum, dass irgendwer mal so einen Spruch bringt. In den genannten Beispielen sind es aber hochversierte Werbepsychologen, die sich sowas, für sehr viel Geld, in aller Ruhe, mit allem Kalkül, ausdenken, planen, skizzieren, erproben.

    Dass sich in solchen Teams niemand findet, dem so ein Spruch auffällt, ist schon ein Armutszeugnis. Allgemeinbildung mangelhaft muss man da konstatieren. Aber nicht nur das. Es zeigt einmal mehr die Verlogenheit dieser Gesellschaft und auch ihrer Repräsentanten.

    Und darauf muss man schon mal hinweisen.

    Was nützt die ganze „Vergangenheitsbewältigung“ und alle hochoffiziell abgefeierten jüdischen Museen und Stelenfelder, wenn Sprüche wie „Arbeit macht frei“ nichts auslösen, ein Satz wie „Wir sind Deutschland!“ niemanden zum vorsichtigen Nachdenken und Nachfragen anregt und „Jedem das Seine“ nur noch eingängig ist und „Kraft durch Freude“ verspricht.

  19. Es gibt Phrasen, Symbole, Lieder und vor allem Haltungen und Handlungen, die mit dem NS verknüpft sind, auch wenn sie zuvor sozusagen „Volksgut“ waren. Dazu gehört für mich auch die Phrase „Jedem das Seine“.

  20. Ich gehöre zu denen die sehr wachsam sind, doch nicht alles unter d Brille schauen, was man alles als Wiederholung von „DAMALS“ betrachten könnte…

    Diese aussage „Jedem das seine“ würde ich z.B. niemals als Nazispruch halten, wie auch nicht jeder der ein Schäferhund hält vorhalten würde dass eben Juden damit ständig d Selektion und KZ Leben vor Augen halten will! Doch dennoch schaute ich eine unsere Nachbarn – hier in Jerusalem – etwas merkwürdig an, weil er gerade ein Schäferhund besorgt hat. Hier hat jeder ein Hund, weil in unmittelbare Nahe unsere „lieben“ Nachbarn ihre Räuber touren gemacht haben… und stiegen in d Villen ein… doch von Hunden fürchten sie sich…

    Also ich denke dass nicht jeder Aussage, Jeder Spruch, jeder Handlung immer und ständig in der Zeiten d Shoah betrachtet werden können und müssen!

    …doch merkwürdig wird dennoch, wenn solche Sprüche gerade jetzt immer häufiger verwendet werden…

    Tiqvah Bat Shalom
    israel_j@netvision.net.il

  21. Es sind im Nationalsozialismus viele Begriffe vereinnahmt, seines Sinnes beraubt und für Nazi-Ideologien verunglimpft worden.
    Das Originalzitat soll jedoch aus der hellenischen Philosophie kommen und eigentlich das Recht auf Eigentum (geistig und materiell) kennzeichnen.
    Die Preussen nahmen es als Zitat um anzudeuten, dass jeder Regent und Bürger seinen Platz im Staat hat.
    Was die Nazis daraus gemacht haben wissen wir und Vorbehalte sind begreifbar, da nützt auch der alte tiefere Sinn nichts.
    Ich stelle mir nur die Frage, wenn alle deutschen Begriffe, die von Nazis missbraucht worden sind nicht mehr aussagbar sind, verlaufen wir uns nicht vor lauter Vorsicht und wagen überhaupt noch miteinander zu reden in der Angst etwas Falsches zu sagen???
    Ein Wiederaufflackern des grossen Verschweigens von 1945-1969 halte ich für ein noch grösseren Fehler und es muss wieder eine Generation neu anfangen

Kommentarfunktion ist geschlossen.