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Warnung: O Falladah, da du hangest!

Ein romantisches Lied, in der Zeit der Neuen Sachlichkeit…

Käthe Kühl, Gesang, Boris Blacher dirigiert ein Studioorchester, Aufnahmedatum 1932…

O Falladah, da du hangest!
Ein Pferd klagt an.

Bertold Brecht (1898 – 1956)
SoundFile zum Thema (incl. dem Lied) , z.T. m. hebr. Unterton (Radio Israel)… [hagalil.com/shoah/holocaust/sachlich.ra]

Ich zog meine Fuhre trotz meiner Schwäche.
Ich kam bis zur Frankfurter Allee.
Dort denke ich noch: O je!
Diese Schwäche! Wenn ich mich gehenlasse
Kann’s mir passieren, dass ich zusammenbreche…

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Zehn Minuten später lagen nur noch
meine Knochen auf der Strasse.

Kaum war ich da nämlich zusammengebrochen
(Der Kutscher lief zum Telefon)
Da stürzten sich aus den Häusern schon
Hungrige Menschen, um ein Pfund Fleisch zu erben
Rissen mit Messern mir das Fleisch von den Knochen

Und ich lebte überhaupt noch und war
gar nicht fertig mit dem Sterben.

Aber, die kannte ich doch von früher die Leute!
Die brachten mir Säcke gegen die Fliegen doch
Schenkten mir altes Brot und ermahnten noch
Meinen Kutscher, sanft mit mir umzugehen.
Einst mir so freundlich und mir so feindlich heute!

Plötzlich waren sie wie ausgewechselt!
Ach, was war mit ihnen geschehen?

Da fragte ich mich: Was für eine Kälte
Muss über die Leute gekommen sein!
Wer schlägt da so auf sie ein
Dass sie jetzt so durch und durch erkaltet?

So helft ihnen doch! Und tut es in Bälde!
Sonst passiert euch etwas, was ihr nicht für möglich haltet!

30. Januar 1933 / schoah.org

Text: Bertolt Brecht
Musik: Hanns Eisler

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