33. Jüdische Kulturtage München

Seit über 30 Jahren sind die Jüdischen Kulturtage München ein fester Bestandteil der Kulturlandschaft der Landeshauptstadt München und zeigen die Vielfalt und den Reichtum jüdischer Kultur und Tradition. So setzt diese Veranstaltungsreihe im öffentlichen Raum ein festes Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft und wirbt auf diese Weise für Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Auch dieses Jahr bieten die Jüdischen Kulturtage wieder ein inspirierendes Programm…

Die 33. Jüdischen Kulturtage München 2019 unter der Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter eröffnen feierlich am 16. November mit Klezmer & More ein Konzert der Schweizer Klezmerband „Kolsimcha – The World Quintet“ gepaart mit einer humoristischen Lesung von Fritz Wepper und Sunnyi Melles unter dem Motto „Jiddisch. Das Abenteuer einer Sprache“. Zu den weiteren Programmhighlights zählen eine Lesung mit Illustrationen & Musik aus „Heimat – ein deutsches Familienalbum” von Bestsellerautorin Nora Krug, Vorführungen der prämierten Filme „Kippa“ von Lukas Nathrath und „Auf Ediths Spuren“ von Peter Stephan Jungk, ein fetziger Konzertabend mit den „Jewish Monkeys“, ein jiddisch romantischer Liederabend mit Lea Kalisch und eine dokumentarische Leserreise zu „Gut geht es mir nur in der Fremde“ mit Sunnyi Melles anlässlich des 125. Jubiläums von Joseph Roth.

Die Programmpunkte 2019:

16. November 2019 – Carl-Orff-Saal 20.00 Uhr, Eröffnungskonzert und Lesung mit Fritz Wepper, Sunnyi Melles und Klezmerband Kolsimcha – The World Quintet
Die jüdischen Kulturtage München eröffnen feierlich mit Klezmer & More einem einzigartigen Konzert mit jüdischen Melodien gespielt von der weltweit renommierten Schweizer Band „Kolsimcha – The World Quintet“. Unter dem Motto „Jiddisch. Das Abenteuer einer Sprache“ lesen dazu Fritz Wepper und Sunnyi Melles humoristische Gastbeiträge und Interpretationen von Isaac Bashevis Singer, Salcia Landmann und Friedrich Torberg. Dieter Reiter, Münchner Oberbürgermeister und Schirmherr der jüdischen Kulturtage, und Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister der Justiz werden persönliche Grußworte sprechen.
Das 1986 gegründete Ensemble „Kolsimcha – The World Quintet“ begeisterte schon das Publikum der New Yorker Carnegie Hall und der renommiertesten Jazz-, Klassik- und Weltmusikfestivals mit spontanen Jazz-Improvisationen, virtuosen Elementen der abendländischen Klassik, exotischen Melodien aus dem Mittelmeerraum sowie lockeren Beats und Grooves in bester Klezmer Tradition.

Kolsimcha, (c) Olivier Truan

17. November 2019 – Black Box 19.00 Uhr, „Jewish Monkeys“
Die Band „Jewish Monkeys“ bringt ihr Publikum mit einem Mix aus Balkan Rock und Jewish Punk zum Tanzen. Mit ihren Texten in Englisch und Jiddisch brechen sie gerne ethnisch-religiöse Tabus und holen zu satirischen Befreiungsschlägen aus. Sie sind die Meister im Spiel mit Identitäten, Ritter des Absurden, Musiker und Komödianten, die eine mitreißende Show liefern.

Jewish Monkeys, (c) Greedy for Best Music

19. November 2019 – Black Box 19.00 Uhr, Liederabend mit Lea Kalisch
Lea Kalisch singt jiddische Lieder mit einem Touch Glamour, aber vor allem mit viel Herz und Seele. Sie lädt ihr Publikum auf eine musikalische Reise nach „Jiddischland“ ein – mit einigen Zwischenstopps in anderen Klangwelten. Der Klezmer Virtuose Patrick Farrell begleitet sie musikalisch am Klavier und Akkordeon. Zusammen werden sie jiddische Evergreens „aufpeppen“, vergessenen Melodien neues Leben einhauchen und Eigenkompositionen enthüllen. Dabei performt Lea Kalisch eigenwillig und manchmal ungeschliffen, sie ist aber immer darauf aus, die „Neschume“ (= Seele) zu berühren.

20. November 2019 – Black Box 18.00 Uhr, „Heimat: Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug – Lesung mit Illustrationen & Musik
Die Bestsellerautorin Nora Krug und Sunnyi Melles lesen mit Illustrationen und Musik aus Nora Krugs gefeierten Buch „Heimat: ein deutsches Familienalbum“, eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie. Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. „Heimat“ ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, das lebendig, wahr und poetisch erzählt wird.
Im Anschluss wird es ein Gespräch und eine Diskussionsrunde mit Dr. h.c. Charlotte Knobloch (Präsidentin der IKG München und Oberbayern), Rupert Grübl (Leiter der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit), Autorin Nora Krug und Sunnyi Melles geben. Dieser Abend ist eine Kooperation mit der Literaturhandlung München und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

21. November 2019 – Carl-Amery-Saal 13.30 Uhr, „Kippa”
Gezeigt wird der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm „Kippa“ von Regisseur Lukas Nathrath (u.a. europäischer Jugendpreis CIVIS Media 2019 und Studio Hamburg Nachwuchspreis 2019). Er basiert auf wahren Begebenheiten und thematisiert Antisemitismus an Berliner Schulen. Jüdische Kinder erfahren Ausgrenzung, Mobbing und teilweise sogar Gewalt. Doch das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Hauptstadt. Anschließend wird es eine Publikumsdiskussion mit Lukas Nathrath, Eva Rapaport und YouthNet – interkulturelles und interreligiöses Netzwerk für München – geben.

Kippa, (c) O-Young Kwon

21. November 2019 – Black Box 19.00 Uhr, zum 125. Jubiläum von Joseph Roth: „Gut geht es mir nur in der Fremde“ – Auf den Spuren eines ewigen Wanderers – eine dokumentarische Lesereise mit Sunnyi Melles
„Man verliert eine Heimat nach der anderen“, schrieb Joseph Roth 1939 im Pariser Exil. „Hier sitze ich am Wanderstab. Die Füße sind wund, das Herz ist müde.“ Der Schriftsteller Joseph Roth, weltbekannt durch seine literarischen Meisterwerke „Radetzkymarsch“ und „Hiob“, war ein ruheloser Wanderer und Getriebener. Die Erfahrung des Heimatverlustes und das Schicksal der ewigen Wanderschaft, beides zutiefst jüdische Erfahrungen, sind die bestimmenden Motive seines Werkes. Sunnyi Melles wird anhand von literarischen Selbstzeugnissen, essayistischen Schriften und Zeitdokumenten die wechselvolle Lebensreise dieses außergewöhnlichen Autors nachzeichnen. Diese dokumentarische Lesereise unter der Regie von Alexander Wiegold ist eine Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

24. November 2019 – Black Box 19.00 Uhr, „Auf Ediths Spuren“
Filmvorführung mit anschließendem Gespräch zwischen Sunnyi Melles und Peter Stephan Jungk über seine aktuelle Buchverfilmung. Danach wird eine Diskussionsrunde mit Publikumsfragen stattfinden.
Basierend auf dem Buch „Die Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart“ bewegt sich der Dokumentarfilm des Regisseurs Peter Stephan Jungk „Auf Ediths Spuren“, wenn er dem Leben und der Karriere seiner Großtante hinterherspürt: Edith Tudor-Hart. Die in Wien 1908 als Edith Suschitzky geborene Frau mit jüdischen Wurzeln übte über die Jahre hinweg viele Berufe aus: Sie war Erzieherin in einem Montessori-Kindergarten, Studentin des Bauhaus-Stils und Fotografin. Doch – das Familiengeheimnis kam erst später ans Tageslicht – sie war auch mit Erfolg als Spionin des sowjetischen Geheimdienstes KGB tätig. Durch die Informationen, die sie als Agentin sammelte, war es unter anderem Stalin möglich, das Wissen zum Bau einer Atombombe zu erlangen. (Buch, Drehbuch & Regie: Peter Stephan Jungk, Produktion: Lillian Birnbaum)

Programm & Ticketverkauf

Tickets für alle Veranstaltungen bei der Gasteig Kasse und den Gasteig Vorverkaufsstellen:
Zentraler Kartenvorverkauf: Telefon 089/54506060;
https://www.gasteig.de/service/suche/jüdische+kulturtage oder bei München Ticket: Telefon 089/54818181 oder https://www.muenchenticket.de/tickets/event/p1q4umyn9ze3/33-Juedische-Kulturtage-Muenchen

Veranstaltungsort:
Gasteig München, Rosenheimer Straße 5, 81667 München
Veranstalter: Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V. München
Bülowstraße 9, 81679 München Telefon +49 (0)89 22 12 53
E-Mail: juedischekulturmuenchen@t-online.de
www.juedischekulturmuenchen.de

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