Voll genozidal

Wenn von „ethnisch gesäuberten Palästinensern“ in einer „genozidalen siedlerkolonialistischen Gesellschaft“ die Rede ist, schreibt eine deutsche Islamwissenschaftlerin ein von der Süddeutschen Zeitung bis hin zu linken Internetseiten vielfach gelobtes Buch über Israel, dass innerhalb eines halben Jahres bereits in drei Auflagen gedruckt wurde. Am 27. Mai 2014 fand eine erneute Vorstellung des erfolgreichen Buches in Frankfurt am Main im „Saalbau Bornheim“ statt,[01] weitere Veranstaltungen sind zu erwarten…

Gaston Kirsche

Der Wiener Promedia-Verlag ist bekannt durch die Veröffentlichung des vierbändigen, epochalen Werkes „Das moderne Weltsystem“ von Immanuel Wallerstein – wunderbares Lesefutter für alle an einer historisch fundierten Fortschreibung der Weltsystemtheorie wie der Dependenztheorien Interessierten. In dem Werk legt Wallerstein dar, wie die gesamte Welt von Westeuropa aus dem kapitalistischen Weltsystem einverleibt, unterworfen wird. [Anm.d.Red.: Bei Promedia erschien auch „Die Blumen aus Galiläa“.] Jetzt ist im gleichen Verlag ein Buch erschienen, dass sich dem ersten Anschein nach der modernen Genozidforschung, der Kritik des Siedlerkolonialismus und einer Kritik der Apartheid verschrieben hat. Die Autorin Petra Wild, eine 51-jährige deutsche Islamwissenschaftlerin, will „genozidale Dynamiken“ ausleuchten, die über „genozidale Militärkampagnen“ bis hin zur Internierung der einheimischen Bevölkerung im „ethnischen Gulag“ reichen (205).[02]

In einem „Gefängniswärter-Staat“ wird eigentlich eine „ethnische Säuberung“ angestrebt, da diese aber international schwer vermittelbar wäre, wird ein „Politizid“ praktiziert: Eine Politik, die darauf abzielt, die einheimische Bevölkerung „als politische und soziale Einheit zu zerstören“ (201). „Europäische Siedlerkolonialisten streben einen „Ausschluss der einheimischen Bevölkerung“ an: diese wird entweder „Opfer breitflächiger ethnischer Säuberungen, Segregation und Einsperrung oder eines Genozids“. Das kann gehen bis zum „Holocaust-am-Entstehen“, wie die Autorin den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten zitiert: „’Ist es eine unverantwortliche Übertreibung, die Behandlung der Palästinenser mit dieser kriminellen Nazi-Akte kollektiver Gräueltaten zu assoziieren? Ich denke nicht.’“ (202). Es ist dies nicht der einzige Vergleich Israels mit dem Nationalsozialismus und der Shoah, der in dem Buch „Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina“[03] vorkommt.

Die Autorin zitiert derartige Vergleiche des öfteren, ohne sie sich explizit zu eigen zu machen. Offensichtlich ist sie sich der Tragweite solcher Relativierungen der Shoa bewusst, möchte aber nicht auf deren Nennung verzichten. Ihr Buch ist ein Kompendium der einschlägigen Vorwürfe gegen Israel, dem sie auf 240 Seiten vorwirft, ein „Apartheidstaat“ zu sein. Bereits auf der ersten Seite der Einleitung beklagt sie den „Schleier aus Desinformation und Manipulation“, der besonders in Deutschland die Realität Palästinas verdecke, während in den „meisten westlichen“ Ländern „der Schleier zerrissen wurde“, wie es einen Absatz später heißt. Auch später im Buch wird der zu lüftende, zu zerreißende Schleier ein Rolle spielen und die orientalismuskritische Leserin wird es schon ahnen: So ganz ohne Projektionen geht es hier nicht zur Sache.

Petra Wild macht dabei ihre Meinung früh klar: „Während es in den 80er Jahren selbstverständlich war, den Apartheidstaat Südafrika zu boykottieren, wird die Apartheidpolitik Israels als zulässig betrachtet, da dieses seinen jüdischen Charakter bewahren müsse“ (7). Tja, warum eigentlich? Am Schluss des Buches ist dies keine Frage mehr. Ursprünglich wollte Petra Wild der „Glorifizierung“ Israels seitens der „antideutschen Linken“ etwas entgegensetzen: „ein Buch über die israelische Apartheidpolitik“. Da „die israelische Politik … auch systematische ethnische Säuberungen einschließt“ (8) weitete die Autorin ihren Ansatz aus – denn die Verwendung des Apartheidbegriffs könnte auch eine „Verharmlosung“ sein, verweist die Autorin auf Statements eines antizionistischen Israelis, Moshe Machover (8). Überhaupt nutzt Petra Wild für die schärfsten Verurteilungen des jüdischen Staates gerne Zitate antizionistischer Israelis. Die dann Schlussfolgerungen formulieren, die in der Argumentation der Autorin angelegt sind: „So wurde aus einem Buch über die israelische Apartheidpolitik ein Buch über den zionistischen Siedlerkolonialismus in seinen verschiedenen Ausdrucksformen, zu denen – wie in allen siedlerkolonialistischen Staaten – Apartheid, ethnische Säuberung und schleichender Genozid gehören“ (9). „Ethnische Säuberung“? – Wegen dieses Vorwurfs ist Jugoslawien 1999 von der NATO, mit Deutschland vorneweg, bombardiert worden. So darf auch nicht der Hinweis fehlen, dass „serbische Behörden“ wegen des Vorwurfs des „Transfers“ von Bevölkerungsgruppen durch die Schaffung katastrophaler Lebensbedingungen für „Muslime und Kroaten“vor dem internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verurteilt wurden, und: „Die geschilderte Politik trifft zweifellos auch auf den Staat Israel zu. Die Anklage Israels vor einem internationalen Strafgerichtshof setzt allerdings eine grundlegende Veränderung der internationalen Kräfteverhältnisse voraus.“ (139). Aber so weit ist es (noch) nicht. Wie und warum entstand eigentlich Israel? Am Anfang sei unter jüdischen Kleinbürgern im 19. Jahrhundert der Zionismus als „koloniale Bewegung“ (13) entstanden, als Ideologie eines Siedlerkolonialismus, der wie in den frühen USA, in Australien oder Neuseeland auf weitgehende Verdrängung der indigenen Bevölkerung angelegt gewesen sei. Und dann kam die Nakba, die Katastrophe, wie es in der palästinensischen Geschichtsschreibung heißt: „Die ethnische Säuberung im großem Stil begann im März 1948, nachdem der innerste zionistische Führungskreis die Umsetzung des zu diesem Zweck bereits vorbereiteten ‚Plan Dalet‘ beschlossen hatte.“(17). Unbestritten gab es nach der Teilung des Britischen Mandatsgebietes gewalttätige Vertreibungen von palästinensischen durch jüdische EinwohnerInnen. Aber wo eine an einem friedlichen Zusammenleben orientierte Analyse alle beteiligten Konfliktparteien auch in ihrer Interaktion berücksichtigen müsste, etwa auch die jüdische Nakba nennen müsste, die gewalttätige Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus den umliegenden arabischen Staaten, gibt es für die Autorin nur „koloniale Siedler“ und eine „einheimische Bevölkerung“, die wie die Indigenisierten in Amerika (67) oder Australien verdrängt, vertrieben, marginalisiert werden – bis hin zum Völkermord: Denn Siedlerkolonialismus sei „inhärent genozidal“ (203): „Dem Genozidforscher Martin Shaw zufolge war die ethnische Säuberung Palästinas 1948 der Beginn eines genozidalen Prozesses, der bis heute andauert“ (205). Es gibt viele solche Sätze von Petra Wild, die alle auf eine Schlussfolgerung hinauslaufen: Israel sei der Aggressor im Nahostkonflikt. Die Formulierungen wirken überlegt, die Auslassungen auch: War da zwischen 1900 und 1948 nicht noch was? Etwas sehr wesentliches für die Gründung des Staates Israel? Nicht für Petra Wild: Die Shoa (bei ihr Holocaust) erwähnt sie nur an wenigen Stellen, wenn es unvermeidlich ist. Im Kapitel „Ethnokratie, Apartheid und ethnische Säuberung“, in dem es um die Entstehung des „siedlerkolonialistischen Staates“ Israel geht, vermeidet sie es. Dass am 14. Mai 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, dass er sofort nach seiner Proklamation von den umliegenden arabischen Staaten angegriffen wurde, ist der Autorin auch keine Erwähnung wert, ebenso wie das Angebot in der Unabhängigkeitserklärung Israels zur friedlichen Zusammenarbeit: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

In der Nacht der Unabhängigkeitserklärung lief auch das Britische Mandat über Palästina aus. Sofort erklärten Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak dem wenige Stunden jungen israelischen Staat den Krieg, beschossen jüdische Siedlungen und Westjerusalem. Die Sowjetunion nahm als erster Staat diplomatische Beziehungen mit Israel auf, auch die USA. Aber im Nahen Osten gab es für Israel nur feindliche Staaten. Dass ist bis heute so und wer dies ignoriert, ignoriert das Sicherheitsinteresse Israels. Wie Petra Wild, die auch die Hamas und den Islamischen Jihad nicht etwa als Organisationen ansieht, die mit Selbstmordanschlägen und Kassamraketen die israelische Zivilbevölkerung terrorisieren, sondern den Gazastreifen als „Hochburg des Widerstands“ glorifiziert: „Seit jeher hatten dort die radikalsten Teile des palästinensischen Widerstands ihre stärkste Basis – in den 1970er Jahren die linke PFLP und später der Islamische Jihad und die Hamas“ (184). Keinerlei Erwähnung oder gar Ablehnung erfährt bei der Autorin die Charta der Hamas mit ihrem eliminatorischen Antisemitismus, wo es etwa heißt: „Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“ Stattdessen argumentiert die Autorin streng in panarabischer Logik, wenn sie über die Abwehr des vermeintlichen Aggressors schreibt: „Allerdings stieß die israelische Armee in Gaza auch auf sehr starken Widerstand, wodurch sich seine Bevölkerung in der arabischen Welt den Ruf besonderer Standhaftigkeit erworben hat.“ (184). Die Autorin lobt „das hohe politische Bewusstsein der palästinensischen Bevölkerung“ (199), und wertet die höhere Reichweiten der auf Israel abgeschossenen Raketen durch iranische Lieferungen 2012 positiv: „Schon in den ersten Tagen der Offensive wurde deutlich, dass die palästinensischen Widerstandsorganisationen ihre militärischen Kapazitäten seit dem Krieg von 2008/2009 verbessert hatten. Die bedeutendste Neuerung war, dass die Organisation Islamischer Jihad über iranische Fajr-5-Raketen verfügte, mit denen sie Vororte von Tel Aviv und eine Siedlung im Großraum Jerusalem beschoss.“ (200). Die Terrorisierung der israelischen Bevölkerung durch Raketenbeschuss als „Verbesserung“ zu bezeichnen, ist eine eindeutige Parteinahme für islamistischen Terrorismus, der sich nur scheinbar willkürlich gegen alle Israelis richtet. Denn für die Hamas sind alle Israels legitime Ziele, wenn sie jüdisch sind – in der Hamas-Charta ist die Tötungsabsicht ja nicht zu übersehen. Die „Neuerung“ bei den Raketenbeschüssen besteht in der größeren Reichweite, durch die noch mehr israelische Orte in Angst und Schrecken versetzt werden können. Aber auch daran ist Israel selbst schuld, denn: „Angesichts dieser harten Haltung blieb der Hamas nichts anderes übrig, als an der Option des bewaffneten Widerstands festzuhalten“ (188), der bekanntermaßen auch Selbstmordanschläge in Bussen, in Cafés, auf Plätzen beinhaltet.

Nahezu durchgängig benutzt die Autorin Bezeichnungen, die eine Analogie Israels zum NS-Regime nahelegen – bis hin zur Shoah. Nicht nur durch die Formulierung „Holocaust-am-Entstehen“ (202/203). „Gettos und Passierscheine“ lautet eine Kapitelüberschrift (114), „Gettos“ ist eine viel genutzte Bezeichnung für palästinensische Flüchtlingslager (44, 51, 111, 112, …) „scheinen die palästinensischen Enklaven dem klassischen Getto zu ähneln … gefangen hinter Stacheldraht, Zäunen, Gräben und Mauern“ (122), „der faschistische Charakter des Staates Israel“ zitiert die Autorin Hanan Hever (89), „Noah Never … zeigt sich entsetzt, da er sich an die Politik der Nazis erinnert fühlt“ (84), “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (83), „vor einem heraufziehenden Faschismus warnen“ (82), „hat immer wieder zu Pogromen und Massakern geführt“, „Pogrom gegen die einheimische palästinensische Bevölkerung“ (82), „die religiöse Rechte bedient sich hingegen einer Herrenmenschen-Rhetorik“ (76). Die Opfer sind immer die „ethnisch gesäuberten Palästinenser“ (39). Diese Formulierung, in welcher nur offenbleibt, mit welchem Reinigungsmittel die Palästinenser „ethnisch gesäubert“ werden, zeigt, wie Petra Wild sie zum Objekt macht – zum Objekt ihrer Israelfeindschaft. Eine derartige, massive Relativierung der Shoa in einem Buch eines linken Verlages dürfte ungewöhnlich ein. Es ist verstörend, wie und was die deutsche Autorin formuliert. Und empörend.

Im Abschlusskapitel setzt sich Petra Wild für die „Ein-Staat-Lösung“ ein. Israel und Palästina als Nachbarstaaten lehnt sie als Lösung ab: „Selbst wenn eine Zwei-Staaten-Lösung zustande gekommen wäre, die mehr ist als eine modifizierte Neuauflage des südafrikanischen Bantustan-Modells, so hätte sie doch den Konflikt nicht lösen können“. Mit anderen Worten: Selbst wenn Israel auf dass verzichtet, was die Autorin als „Apartheid“ bezeichnet, bleibe trotzdem eine „israelische Hegemonie“. Eine Ein-Staat-Lösung, wie sie die Autorin vorschlägt, bedeutet die Abschaffung, Zerschlagung des Staates Israel: Und eine „Anerkennung der jüdischen Bevölkerung als eigene nationale Gruppe“ würde „von den Palästinensern abgelehnt, da er eine Fortsetzung des Zionismus, wenn auch n einer milderen Form bedeutet“ (216). Aber es gäbe auch eine Alternative: „Wenn sich das Kräfteverhältnis so weit verändert hat, dass Israel als ethnischer Staat nicht weiter bestehen kann, wird es einen umfassenden Prozess der Entzionisierung gegen müssen“ (218). Die Unterstützung für die Ein-Staat-Lösung wachse, auch international – der ehemalige iranische Präsident Rafsanjani und der ehemalige libysche Präsident Gaddafi hätten bereits 2003 bzw. 2004 ihre Unterstützung bekundet (211), auch die libanesische Armee Gottes Hizbollah (212). Breite Unterstützung also für die Abschaffung Israels in der „wichtigen arabischen Region“ (207), in der die Palästinenser als Teil der arabischen Nation leben.

So uneingeschränkt die Autorin zum Abschluss so Pläne zur Abschaffung Israels referiert und als Lösung empfiehlt, so eklektizistisch hat sie das Buch hindurch argumentiert: alles, was sich gegen Israel und sein Vorgehen in den besetzten Gebieten vorbringen lässt, wird zusammengestellt. Alles, was für Israel sprechen würde, wird ignoriert, ausgelassen. Innovativ ist die Autorin dabei, die moderne Genozidforschung und Ethnizitätsdebatten als Steinbrüche zu nutzen, wo scheinbar passende Versatzstücke aus ihrem Kontext herausgebrochen und umgedeutet werden – zum Teil recht haarsträubend, etwa wenn ein Aufsatz über deutschen Kolonialismus und Genozid zur Kritik israelischer Besatzungspolitik zitiert wird (12). Theoretische Einordnungen und Herleitungen fehlen nahezu völlig, so gibt es etwa trotz der inflationären Verwendung der Zuschreibung „ethnische…“ auch keinerlei Verortung in den Ethnizitätsdebatten. Unter Ethnie scheint sich die Autorin eine statische Volkseinheit zu imaginieren, aber dies spricht sie nicht explizit aus. Die Gegensetzung autochthone, der angestammten Scholle verbundene „einheimische Bevölkerung“ versus allochthone, wurzellose „koloniale Siedler“, die das Buch durchzieht, taugt nichts zur Beschreibung der Realität im Nahen Osten, spricht aber gängige antisemitische Vorurteilsmuster an.

Ehud Barak, ehemals israelischer Ministerpräsident, soll einmal gesagt haben, Israel sei „eine Villa im Dschungel“ – und so in „typisch kolonialrassistischer Manier“ sein Land über die „Unzivilisierten“ ringsherum erhoben haben, ihnen die Menschlichkeit abgesprochen haben (76). Nicht einmal erwähnt die deutsche Islamwissenschaftlerin und Autorin, dass Israel sich seit seiner Gründung ununterbrochen im Kriegszustand befindet, dass die sicher kritikwürdige Ausdrucksweise von Ehud Barak, Israel als „Villa im Dschungel“ zu sehen, auch daher rühren wird, dass er selbst jahrzehntelang als Soldat Israel verteidigt hat. Die israelische Rechte könnte israelischen Linken und Liberalen, die an einer friedlichen Zwei-Staaten-Lösung interessiert sind und gegen die Entrechtung der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten protestieren, das Buch von Petra Wild vorhalten – um zu zeigen, dass auch in Deutschland das Sicherheitsinteresse, die Existenzberechtigung Israels negiert wird – und nur auf die eigene Wehrhaftigkeit Verlass sei.

In Dritte-Welt-Solidaritäts-Einrichtungen fanden Lesungen mit Petra Wild statt, etwa im Juni 2013 im Rahmen der „Palästinatage“ im Eine-Welt-Haus in München, die passenderweise  unter dem Motto standen: „Gleiche Rechte statt Apartheid“ im Eine-Welt-Haus in München.[04]

Am 16. August führte die iranische Botschaft in Berlin ein Symposium „Palästina – Frieden auf Basis von Gerechtigkeit“[05] durch, musste nach einem „Protestspektakel der Zionismus-Lobby in Deutschland “, wie Yakup Kilic von der iranischen Botschaft sich empörte, allerdings die Tagungsstätte wechseln, weil die „Urania“ die Raumvermietung storniert hatte.[06] Eine der ReferentInnen: Petra Wild, die in einem Offenen Brief an die „Urania“ gegen den Vorwurf protestierte, ihr Buch sei gegen die Völkerverständigung gerichtet: „In den bisher erschienenen ausnahmslos positiven Rezensionen meines Buches wurde u.a. hervorgehoben, dass die von mir dargestellten Sachverhalte fundiert und nachprüfbar belegt sind.“. In einem auf mehreren online-Portalen erschienenen Text vom 12. August 2013[07] wehrte Petra Wild die Kritik am Symposium rundheraus ab: „Wie nicht anders zu erwarten, werfen die Unterstützer des zionistischen Siedlerkolonialismus in Palästina den Veranstaltern und Referent/inn/en des Symposiums ‚antisemitische Propaganda‘ vor.“ Das sei aber nur eine „moralische Diffamierung“, weil: „in der Sache Einwände nicht möglich sind“. Aha.

Petra Wild – Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina, br., 240 Seiten, 15,90 Euro, mit Landkarten, Promedia Verlag, 2013

  1. http://www.mediashop.at/typolight/index.php/nachrichten/items/buchpraesentation-apartheid-und-ethnische-saeuberung-in-palaestina.html []
  2. Zitierweise; Zahlen in Klammern im Text verweisen auf Seitenzahlen im Buch. []
  3. http://www.mediashop.at/typolight/index.php/buecher/items/petra-wild-apartheid-und-ethnische-saeuberung-in-palaestina []
  4. http://www.einewelthaus.de/events/der-zionistische-siedlerkolonialismus-apartheid-und-ethnische-sauberung-in-palastina/ []
  5. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16696/highlight/Urania []
  6. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/16742 []
  7. z. B. http://othersite.org/petra-wild-neuer-angriff-auf-die-informations-und-meinungsfreiheit-israel-unterstutzer-versuchen-palastina-symposium-in-berlin-zu-verhindern-urania-kundigt-kurzfristig-raume/ und http://pwlasowa.blogspot.de/2013_08_14_archive.html []

6 Kommentare zu “Voll genozidal

  1. Die Rezession ist sehr interessant.
    Zum Inhalt des Buches kann ich nur Pauli zitieren:
    „Das ist nicht nur nicht richtig, es ist nicht einmal falsch!“

    Kyniker

  2. Immer wieder interessant wie das Volk, dem wir den eigentlichen Genozid verdanken, selbst tickt. Wenn neueste Erhebungen stimmen geht der Antisemitismus derzeit (vorübergehend?) tatsächlich zurück. Jedoch suchte sich die deutsche Volksseele inzwischen einen Ersatz, dem sie ihren Hass überstülpen kann. Denn ohne Hass kann der Deutsche nicht leben, er muss einfach jemanden haben, den er ‚runtermachen kann:

    „Die Wut der Deutschen auf Asylbewerber und Muslime

    Die Zahl der Deutschen mit einem geschlossenen rechtsextremen Weltbild hat sich einer Studie zufolge fast halbiert – aber noch immer sind 20 Prozent ausländerfeindlich und fünf Prozent antisemitisch eingestellt… wie die am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie der Universität Leipzig ergab. Allerdings werden demnach bestimmte Migranten-Gruppen wie Asylsuchende, Sinti und Roma sowie Muslime umso deutlicher diskriminiert…

    Migrantengruppen wie Asylbewerber, Muslime sowie Sinti und Roma werden der Studie zufolge in Deutschland überdurchschnittlich stark diskriminiert…“
    (Aus dem Handelsblatt)
    https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/wut-deutschen-asylbewerber-muslime-105300135.html

  3. Beim googeln nach P.Wild findet man ein Interview mit der Genannten und einem „Journalisten“ bei Ken.FM – wenige Minuten reichen aus um zu sehen, dass sich die richtigen Vögel gefunden haben (ich habe keineswegs etwas gegen Vögel ).

    Gaston Kirsche hat sich mit einer bewundernswerten Geduld daran gemacht, das Gedankengut dieser „Islamwissenschaftlerin“ auseinanderzunehmen. Das ist zweifellos bestens gelungen, wenn ich auch finde, dass es zu viel der Ehre ist. Interessant ist noch, bei wem die Schreiberin ihre Erkenntnisse zum besten geben darf.

    Der Modeberuf dieser „Wissenschaftlerin“ scheint übrigens durch seine Qualifikationsanforderungen für eine bestimmte Klientel enorm anziehend zu sein. Ich halte es im Allgemeinen etwas für problematisch, den Gegner lediglich zu psychologisieren aber es fällt mir, wie auch in diesem Fall nicht immer leicht, den eigenen Ansprüchen zu genügen.

    Wie auch immer, danke für die Rezension.

  4. Promedia veröffentlichte auch das Buch des russisch-schwedischen Antisemiten „Israel Shamir“ „Blumen aus Galiläa“.
    Im übrigen, wer den Beweis sehen will, wie wenig Israel „ethnisch gesäubert“ wurde, der schaue sich an das Memri Video vom Tempelberg, wo eine entfesselte islamistische Meute in Sprechchören ausgerechnet die pakistanische Armee aufruft, das Land von den „schmutzigen Juden“ zu befreien.
    http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/4290.htm

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