Ein besonderes Verhältnis: Die Beziehungen Israel – Indien

Groß war, und ist teilweise leider immer noch, das allgemeine Unverständnis vieler christlicher Europäer und Nordamerikaner, aber auch Muslime, für Indien und dessen Lebensart. Umso leichter fiel es Juden, und später, Israelis, sich mit den Menschen und Kulturen des Subkontinents zu arrangieren oder sogar anzufreunden. Allerdings, und das soll nicht verschwiegen werden, waren die ersten Jahrzehnte des indisch-israelischen Verhältnisses keine, in denen besonderer Ruhm erworben wurde. Ganz entsprechend pflegt man sie daher in der Regel in allgemeinen Abhandlungen eher stiefmütterlich zu würdigen. Wir erlauben uns diesbezüglich eine Ausnahme und berichten offen und ohne Tabu über sämtliche Abschnitte der indisch-israelischen Beziehungen…

 „Die Inder sind gut oder böse, je nach Gelegenheit und Laune, aber ohne Vorstellung des Guten oder Bösen, das sie anrichten. Ihr Verstand ist der eines Kindes.“ (Hippolyte Lamarche, 1859)

„Komische Leute. Jede Art von Leben scheint ihnen heilig – ausgenommen das menschliche. Sogar das Leben eines Ungeziefers ist heilig und darf nicht angetastet werden… Aber gleichzeitig erfand Indien den gottgefälligen Raubmord und die Witwenverbrennung. Indien ist ein schwer zu begreifendes Land.“ (Mark Twain, 1897)

„Nach allem was ich am heutigen Tage geschaut, begriff ich die Verachtung, mit der die Mohammedaner auf die Hindus herabblicken und den heiligen Ingrimm, mit dem sie einst deren Tempel zerstörten. Die Hindu-Religion ist schon seit Jahrhunderten entartet und zu einem niederen Götzendienst geworden.“ (Kronprinz Rupprecht von Bayern, 1922)

„Wann die ihre Küh‘ net schlocht’n, kumman ‘s nie auf an grünen Zwäg.“ (Franz Xaver Unertl, MdB, in Kalkutta, 1960)

„Die spinnen die Inder, die spinnen total… Sie sind neugierig wie die Affen und meist auch ziemlich dumm. Aber Indien bedeutet Frieden und ist so billig… und die Gastfreundlichkeit der Menschen ist groß und herzlich. Indien ist keine Nation. Indien ist ein Irrenhaus.“ (Ulrich Stock, 1985)

„Israel weiß die Tatsache sehr zu schätzen, dass die Juden in Indien niemals verfolgt wurden.“ (Aus einer amtlichen Veröffentlichung der israelischen Regierung zu den Beziehungen Indien-Israel, 2012)

„Unser Verhältnis zu Indien wird nur von den ganz besonderen Beziehungen, die wir zu den Vereinigten Staaten von Amerika pflegen, übertroffen.“  (Der israelische Finanzminister Yuval Steinitz 2011 in einem Interview mit der Times of India)

„Indien und Israel sind zwei alte Völker, die die Zukunft erobern: in den Bereichen Technologien und Innovation, und ich glaube, dass uns diese Eroberung durch unsere Kooperation noch besser gelingen kann.“ (Benjamin Netanjahu im Januar 2012 anlässlich des Besuchs des indischen Außenministers Somanahalli Mallaiah Krischna in Israel)

Übersicht:

Die frühe Phase

Chronik der bilateralen Beziehungen seit 1992

Militärische Beziehungen, Rüstungslieferungen, gemeinsamer Kampf gegen Terror, Raumfahrt

Bilateraler Handel, Investitionen, Joint Ventures, Zusammenarbeit in Landwirtschaft, beim Wasser-Management, Energie u.a.

Diamantenhandel

Gemeinsame Projekte in Wissenschaft und Bildung

Humanitäre Hilfe

Kulturaustausch

Die indischen Juden in Israel

Die indischen Juden in Indien

Anmerkungen

Quellen

Die frühe Phase

Entgegen herkömmlicher Vorstellungen setzten die Beziehungen zwischen Indien und Israel nicht ab Gründung beider Staaten, Ende der Vierziger Jahre, sondern bereits wesentlich früher, ein. So standen die Führer der indischen Nationalisten mit den Arabern in Palästina nicht nur in Verbindung, sondern sie sahen sich ab den 1920er Jahren als deren Verbündete im Kampf gegen die Kolonialmacht England und gegen das Vorhaben der Zionisten auf dem Territorium Palästinas einen jüdischen Staat zu gründen. (4), (15)

Am 29. November 1947 stimmte Indien in der UN-Vollversammlung gegen den Teilungsplan für Palästina, der zur Gründung Israels führen sollte, weil Mahatma Gandhi damit seine Missbilligung gegenüber Gewaltakten militanter jüdischer Nationalisten auf dem Mandatsgebiet Palästina zum Ausdruck bringen wollte. Verschiedene, von  Sangh Parivar angeführte, Hindu-Organisationen bzw. Hindu-Politiker wie Vinayak Damodar hingegen unterstützten die Gründung eines Judenstaates auf historischem Boden und kritisierten die ablehnende Haltung des eigenen Landes vehement. 1949 votierte Indien gegen die Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen und rang sich erst 1950 zu einer Anerkennung des kleinen Landes an der Südostecke des Mittelmeers durch. (1), (15), (32), (36)

Auch unter Premier Dschawacharlal Nehru waren keine vollen diplomatischen Beziehungen mit dem Judenstaat zu erwarten. Indien unterhielt in Israel lediglich eine Repräsentation auf niedrigerer Ebene.

Die Stimmung in der indischen Bevölkerung blieb weiterhin nicht einheitlich: Während Hindu-Organisationen landesweit für normale Beziehungen mit Israel eintraten, sah sich die regierende Kongress-Partei dazu veranlasst allergrößte Rücksichten auf die leicht erregbare muslimische Minderheit zu nehmen und zeigte daher Zurückhaltung. (36), (50)

Israel eröffnete im Juli 1951 in Bombay sein Konsulat. Noch mehrere Jahrzehnte danach gab es keine entsprechende Vertretung Indiens auf israelischem Territorium, obwohl es an entsprechenden Zusagen oder Versprechungen durch indische Politiker keineswegs gemangelt hatte. Das Verhältnis beider Länder zueinander sollte sich sogar noch weiter verschlechtern, nachdem Indien eine sowohl führende als auch unabhängige Position in der Bewegung der „Blockfreien“ anstrebte, weiterhin allergrößte Rücksichten auf die Muslime im eigenen Lande nahm, die belasteten Beziehungen zu Pakistan nicht überreizen wollte und sich, schließlich, für eine komplette Hinwendung an die arabischen Staaten entschloss. Dabei spielte das Thema Öl, bzw. die Versorgung Indiens mit Öl, keine geringe Rolle, ebenso das „Kaschmir-Problem“, mit dem der indische Umgang mit pakistanischen Gebietsansprüchen bezeichnet wird. (15), (50)

Entsprechend typisch waren für die 50er und 60er Jahre von Indien mitgetragene, antiisraelische UN-Resolutionen, weiterhin keine von Indien ausgehenden Initiativen zur Verbesserung des beiderseitigen Verhältnisses und Zurückweisungen israelischer Gesprächsangebote. Bei Konflikten der Israelis mit den Arabern ergriff Indien fast stets die Seite der Palästinenser, womit es den Kurs der „Blockfreien“ konsequent vertrat. (16), (50)

Nur vereinzelt wurden in den 1960ern im indischen Parlament und in der Presse des Subkontinents Stimmen laut, die eine Verbesserung des Verhältnisses zu Israel anregten. Ebenfalls zu jener Zeit bahnten sich jedoch geheime Kontakte zwischen beiden Staaten an, und zwar auf der Ebene der Geheimdienste und bei der militärischen Zusammenarbeit. So erklärte Israel anlässlich der Auseinandersetzungen Indiens mit China (1962) bzw. mit Pakistan (1965 und 1971) seine Bereitschaft zu Unterstützung und eine Quelle berichtet sogar von israelischen Waffenlieferungen an Indien bei diesen Gelegenheiten. (12), (15), (50)

In Indien entstand 1968 mit der Organisation „Research and Analysis Wing“ (RAW) ein moderner Geheimdienst. Dessen Initiator Rameshwar Nath Kao war von Premierministerin Indira Gandhi eigens angewiesen worden, sich mit dem Mossad in Verbindung zu setzen und sich von diesem beraten zu lassen. Soweit wie möglich sollten dessen Strukturen übernommen und indischen Verhältnissen angepasst werden. (1)

Indien sah sich gezwungen nach außen hin noch bis in die 1980er Jahre die Fassade des Partners der Araber zu zeigen, denn seine 120-160 Mio. Menschen zählende muslimische Minderheit (14% der Gesamtbevölkerung) stellte nach wie vor einen nur schwer berechenbaren Faktor dar. Außerdem war es Waffenabnehmer und Verbündeter der Sowjet Union. Parallel dazu unterhielt es die geschilderten, sich weiter intensivierenden, Kontakte zu Israel, das dem Westbündnis angehörte. Nach außen hin sichtbar war von israelischer Präsenz lediglich das eine, einsame israelische Konsulat in Bombay, welches sich scheinbar ausschließlich der Belange auswanderungswilliger jüdischstämmiger Inder annahm. (8), (12), (15)

Somit sind die folgenden Ereignisse im beiderseitigen Verhältnis nur der Vollständigkeit halber eine Erwähnung wert: 1975 anerkannte Indien als erster nicht-arabischer Staat die PLO; 1978 stattete Verteidigungsminister Moshe Dajan der indischen Regierung einen Geheimbesuch ab, um Möglichkeiten zum Ausbau der beiderseitigen Beziehungen zu prüfen;  1988 ist Indien eines der ersten Länder, das den von der PLO in Algier ausgerufenen „Staat Palästina“ anerkannte. PLO-Führer Arafat sowie dessen Nachfolger Mahmud Abbas wurden in der Folge von der indischen Regierung mit sämtlichen Ehren vollwertiger Staatschefs empfangen. (4), (15), (36)

Das Ende des Sowjetimperiums, die Zunahme islamistischen Terrors weltweit, ernsthafte Streitigkeiten mit Pakistan sowie ein dauerhaft gespannte Verhältnis zum Riesennachbarn China waren Voraussetzungen, die es der indischen Führung erleichterten, sich Israel gegenüber auch nach außen hin allmählich zu öffnen. (12)

1991, also ein Jahr vor der offiziellen Aufnahme der indisch-israelischen Beziehungen, fand in Indien eine Liberalisierung der Wirtschaft statt, die das Land als einen vielversprechenden Markt für israelische Unternehmen erscheinen ließ. Anlässlich der Madrider Nahostkonferenz im Oktober 1991 leiteten Israel und Indien erste Schritte zur (offiziellen) Normalisierung ihres Verhältnisses ein. (15), (16)

Chronik der bilateralen Beziehungen seit 1992

Am 29. Januar 1992 findet die Eröffnung der Botschaften in New Delhi und am 15. Mai in Tel Aviv statt. Indien ist mit diesem Schritt das letzte nicht-arabische bzw. nicht-islamische Land, das offene diplomatische Beziehungen zu Israel aufnimmt. (2), (6), (12), (32)

Ein gemeinsamer Vertrag über die Kooperation auf dem Sektor Kultur wird am 18. Mai 1993 unterzeichnet. Am 24. Dezember 1993 kommt noch ein weiterer über die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft hinzu. (6)

Den Luftverkehr beider Länder soll ein Abkommen vom 4. April 1994 regeln. Ein weiteres vom 20. November gleichen Jahres gilt den Vereinbarungen auf dem Gebiet Telecom und Postwesen, ein drittes vom 21. Dezember 1994 gibt die gemeinsamen Richtlinien beim Handel und in Wirtschaftsangelegenheiten vor. (6)

Am 29. Januar 1996 schließen beide Staaten ein Abkommen über die Förderung und den Schutz von Investments, außerdem einigen sie sich über eine Regelung, die vor doppelter Besteuerung schützen soll und verabreden die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit bei Zollangelegenheiten. (2), (6)

Ein bilaterales Memorandum über ein gemeinsames HighTech-Musterprojekt in der Landwirtschaft, ferner ein Schirmabkommen über Förderung und Zusammenarbeit bei der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für die Industrie und eine Vereinbarung über Kooperation im Sektor Technik werden am 30. Dezember 1996 unterzeichnet. (6)

Die Zusammenarbeit in Fragen der Landwirtschaft regelt ein spezielles Abkommen vom 17. Oktober 1997. (6)

1998 bis 2004 regiert in Indien die hinduistische Bharatiya Janata Partei. Sie strebt eine weitspannende, tiefe Partnerschaft mit Israel an und hegt keine Bedenken, offen ihre Sympathien für den Judenstaat zu bekennen. Die vor ihr und auch nach ihr wieder regierende Kongress-Partei hingegen nahm und nimmt große Rücksichten auf die muslimische Minderheit im eigenen Land, was sich in einem distanzierteren Verhältnis zu Israel äußert. (15)

Im Mai 1999 besetzen pakistanische Truppen Teile der indischen Regionen Jammu und Kaschmir. Sie ziehen sich nach einer indischen Gegenoffensive und nach US-amerikanischer Intervention wieder zurück. Israel stellt seine Solidarität mit Indien durch seine Unterstützung beim Bau einer Barriere entlang der Waffenstillstandslinie und durch die Lieferung von Grenzüberwachungsanlagen unter Beweis. (15)

Im August 2000 besucht der Minister für Regionale Zusammenarbeit, Shimon Peres, Indien; bereits im Januar 2001 stellt er sich erneut bei seinen indischen Kollegen ein. Im Dezember 2001 setzt eine Delegation der Knesset unter Prof. Amnon Rubinstein die israelische Besuchsreihe fort. (6)

Am 28. Oktober 2002 wird ein Vertrag über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung des Weltraums geschlossen. (2)

Als erster israelischer Premier besucht Ariel Sharon im September 2003 Indien. Er wird von Repräsentanten der von der (rechtsgerichteten) Bharatiya Janata Partei geführten National Demokratischen Allianz-Koalitionsregierung mit großen Erwartungen empfangen. Das muslimische Lager und die politische Linke Indiens hingegen protestieren gegen Sharons Besuch und fordern eine Intensivierung der Freundschaft mit den Palästinensern. Landesweit werden in Indien Demonstrationen und heftige Kontroversen registriert. (1), (6), (15)

Am 9. September 2003 unterzeichnen beide Länder ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Sektor Gesundheitswesen, ein zweites über Kooperation bei der Bekämpfung des Drogenhandels bzw. Drogenmissbrauchs, ein drittes Abkommen über die Zusammenarbeit beim Umweltschutz sowie ein viertes über die Aufhebung der Visapflicht für Inhaber von Diplomaten- und Dienstpässen. (2), (6)

Ein bilaterales Memorandum vom 30. Mai 2005 sieht die Einrichtung eines Fonds vor, mit dessen Hilfe gemeinsam Forschung und Entwicklung betrieben werden sollen. (2), (6)

Im November 2005 kommt ein Vertrag über die erweiterte Zusammenarbeit bei Wirtschaftsfragen zustande. (6)

Die indischen Minister Sharad Pawar, Kapil Sibal und Kamal Nath halten sich im Jahre 2006 zu Gesprächen in Israel auf. (1)

Ein gemeinsamer Arbeitsplan vom 10. Mai 2006 soll die Kooperation im Bereich Landwirtschaft regeln. (2), (6)

Ende Januar und Anfang Februar 2007 informiert sich eine indische Delegation  in Israel über Fragen der Landwirtschaft und Agrotechnik; ebenfalls 2007, im März, wird in New Delhi ein gemeinsames Arbeitstreffen über Methoden zur Abwehr von Terror veranstaltet. (6)

Der indische Premier Manmohan Singh erklärt am 24. September 2011 vor der UN-Vollversammlung, dass Indien den Kampf des palästinensischen Volkes für einen souveränen, unabhängigen, lebensfähigen und vereinigten Staat Palästina, mit Ost-Jerusalem als dessen Hauptstadt, mit sicheren und anerkannten Grenzen, und Seite an Seite und in Frieden mit Israel unterstütze. (36)

Der indische Außenminister Shri S. M. Krishna besucht am 9. und 10. Januar 2012 Israel und trifft sich mit den Spitzen der Regierung. Besprochen werden Energiefragen, Handel, Landwirtschaft und andere Bereiche. Es wird ein Abkommen unterzeichnet, das die Auslieferung von Straftätern vorsieht und es wird die Einrichtung eines weiteren israelischen Konsulats in Bengaluru genehmigt. (2)

Im August 2012 unterzeichnen beide Länder ein Memorandum über ein Programm zum Ausbau der Zusammenarbeit auf den Gebieten: Medizin, IT, Sozial- und Geisteswissenschaften. (1)

Indien veranlasst gemeinsam mit anderen Staaten, dass den Palästinensern am 29. November 2012 vor der UNO Beobachterstatus (ohne Mitgliedschaft) eingeräumt wird; zugleich vertritt Indien die Position, dass Palästina nur über direkte Verhandlungen sein Ziel, einen eigenen Staat, erreichen könne. (36)

Als von außerordentlicher Weitsicht getragen, muss man eine Rede des israelischen Ministerpräsidenten Shimon Peres werten, der beim 6. Israel-India-Forum im Oktober 2013, äußert: „Indien könnte dazu beitragen, die Lage im Mittleren Osten bis zu einem gewissen Grad zu entspannen, indem es den Arabern sagen würde, wie sie ihre Armut bekämpfen könnten. Die Araber glauben, dass dies durch Unterstützung aus dem Ausland geschehen müsse, aber das geht natürlich nicht. Die Antwort läge vielmehr darin, den Arabern Wissenschaft und Technologie zu vermitteln.“  Das Forum wird vom Aspen Institute India, der Tel Aviv University und dem Verband der Indischen Industrie veranstaltet. (42)

Mehr, siehe: (2), (3), (4), (6), (12), (19), (32), (33), (37), (40), (43), (45)

Militärische Beziehungen, Rüstungslieferungen, gemeinsamer Kampf gegen Terror, Raumfahrt

1996 erwirbt Indien von Israel 32 IAI Searcher-Drohnen, Rüstungselektronik und hochentwickelte Simulatoren zur Darstellung von Luftkämpfen. Die weitere Zusammenarbeit der Inder mit Israel Aerospace Industries schließt u.a. die Modernisierung indischer Jagdbomber des russischen Typs MiG 21, sowie den Verkauf von noch mehr unbemannten Flugkörpern und lasergelenkten Bomben mit ein. (1)

1997 ist der israelische Ministerpräsident Ezer Weizmann das erste Staatsoberhaupt seines Landes, das Indien einen Besuch abstattet; er trifft mit dem indischen Präsidenten Shankar Dayal Sharma, Vizepräsident K. R. Narayanan und Premier N. D. Deve Gowda zusammen. Beide Länder verhandeln  über das erste größere gemeinsame Waffengeschäft, das die Lieferung israelischer Boden-Luft-Raketen des Typs Barak 1 an Indien vorsieht. (1), (6), (36)

Israel gehört zu den wenigen Nationen (neben Frankreich und Russland), die den Pochran II genannten indischen Atomtest des Jahres 1998 nicht verurteilen. (1), http://en.wikipedia.org/wiki/Pokhran-II

Im Jahre 2000 fällt Jaswant Singh die Ehre zu, der erste indische Außenminister zu sein, der Israel besucht. Bei Gesprächen mit seinem israelischen Kollegen werden zahlreiche Gebiete möglicher Zusammenarbeit erörtert, darunter die gemeinsame Terrorbekämpfung und Informations-Technologie. (1), (6)

Ebenfalls 2000 führen israelische U-Boote Testabschüsse von Marschflugkörpern in den Gewässern des Indischen Ozeans vor der Küste Sri Lankas durch. Die Boote dürfen indische Häfen anlaufen und die Einrichtungen der indischen Marine mitbenutzen. (1)

Im Jahr 2005 erwirbt Indien 50 israelische unbemannte Flugkörper (Drohnen) in einem Gesamtwert von 220 Mio. $. (1)

Israel Aerospace Industries, Ltd. schließt 2007 einen Vertrag mit Indien über 2, 5 Mrd. $ ab, der die Entwicklung eines Luftabwehrsystems und die Lieferung von Raketen vorsieht. Bis dahin war dies der größte Auftrag über Rüstungslieferungen, den Israel je erhalten hatte. Später entwickelt IAI für Indiens Marine und Luftwaffe auch noch die Barak-8-Rakete zur Abwehr von Flugzeugen und Marschflugkörpern. (1)

Indien schießt im Januar 2008 eine Rakete in den Weltraum, die als Nutzlast einen israelischen TecSAR Radarsatelliten an Bord hat. Das indische Trägersystem PSLV hatte sich als wesentlich billiger als sein israelisches Gegenstück Shavit erwiesen und war deshalb ausgewählt worden. TecSAR ist ein Überwachungssystem, das die Aufgabe hat, Bewegungen von Truppen und Panzern auf dem Territorium des Iran zu überwachen.(1)

Am 10. November 2008 halten sich hohe indische Militärs in Israel auf und diskutieren mit ihren israelischen Partnern neue gemeinsame Rüstungsprojekte sowie Methoden der Terrorabwehr. (1)

Ebenfalls 2008 überholt Israel Russland als den größten Waffenlieferanten Indiens. (1), (36)

Im März 2009 befördert eine indische Rakete den RISAT-2 Satelliten in den erdnahen Raum. Dieser besitzt die Eigenschaft hochauflösende Bilder auch bei Nacht oder bei dichter Bewölkung aufzunehmen und zur Auswertung an Bodenstationen zu senden. Dank israelischer Technik ist Indien damit in der Lage hochwirksame Aufklärung zu betreiben. (1)

Mit Gabi Ashkenazi besucht einer der ranghöchsten israelischen Militärs  im Dezember 2009 Indien. Er verspricht den Repräsentanten der indischen Regierung jedwede nur mögliche Hilfe seines Landes bei der Abwehr von Terror. Der israelische Präsident Shimon Peres wiederholt anlässlich des Besuchs des indischen Handelsministers Scindia im Februar 2010 Indien diese Offerte. (1)

Es wird bekannt, dass Indien im März 2011 mehr als 8000 israelische Spike-Raketen zur Bekämpfung von Panzern geordert hat, dazu noch 321 Abschussrampen, 15 Trainingssimulatoren und weitere Ausrüstung. Das Geschäft hat ein Volumen von 1 Mrd. $. (1)

2013 wird in Indien der Kauf des israelischen Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ diskutiert. (36)

Mehr, siehe: (2), (4), (6), (8), (10), (11), (12), (14), (16), (20), (24), (26), (27), (32), (35), (38), (39), (43), (44)

Bilateraler Handel, Investitionen, Joint Ventures, Zusammenarbeit in der Landwirtschaft, beim Wassermanagement, Energie u.a.

Im Jahre 2004 tagen Delegierte aus beiden Ländern in Israel und Indien zu Wirtschaftsfragen, bzw. zu Fragen der Zusammenarbeit. (6)

Eine Vereinbarung vom 30. 5. 2005 zwischen den beiden Ländern schafft die Voraussetzung für Investitionen und Joint Ventures. Indischen Angaben zufolge genießen folgende Bereiche Vorrang: Nanotechnologie, Biotechnologie, Wassermanagement, alternative Energieformen, Luft- und Raumfahrt. (1)

Ab 2006 arbeiten Inder und Israelis bei der Wassertechnologie, besonders in den Bereichen Beregnungsanlagen und Meereswasserentsalzung zusammen. Andere gemeinsame Projekte betreffen etwa die Optimierung der Milchwirtschaft. (36)

Ein indisch-israelisches Joint Venture (PBEL) von 2008 sieht Investitionen in Höhe von 1 Mrd. $ in indische Immobilien vor. Damit soll in drei indischen Städten der Bau von Luxuswohnungen und Büroräumen initiiert werden. (1)

Im gleichen Jahr stellen beide Staaten einen Dreijahresplan auf, wonach in Indien nichtheimische Nutzpflanzen, wie Olivenbäume, Dattelpalmen und Weintrauben („grapes“), angebaut werden sollen, um Kunden aus der westlichen Hemisphäre ein auf deren Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot unterbreiten zu können; zugleich dient der Plan der Bekämpfung des Hungers in Indien. (1)

Der Handel zwischen beiden Ländern repräsentiert im Jahre 2009 einen Wert von 4, 1 Mrd. $ – ohne die Rüstungsgeschäfte. Die bedeutendsten Branchen sind: Fertigprodukte, Raumfahrt, Landwirtschaft und Diamanten. (1)

Im Februar 2010 besucht Indiens Handelsminister Jyotiraditya Scindia Israel, um das Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern zu besprechen; er trifft mit Präsident Shimon Peres  und dem Minister für Industrie, Handel und Arbeit Benjamin Ben-Eliezer sowie Repräsentanten von Unternehmen für Wassertechnologie und Elektronik zusammen. Das Abkommen soll der indischen Industrie den Zugang zum israelischen HighTech-Sektor ermöglichen und Israel den indischen Binnenmarkt öffnen. Die Verhandlungen ziehen sich über eine längere Zeitspanne hin. (1)

Indien ist 2011 Israels 11. größte Einfuhrquelle (einschließlich Diamantenanteil).

Die Hauptausfuhrgüter Indiens nach Israel sind: Diamanten, Edelmetalle, chemische Erzeugnisse, Textilien und Stoffwaren, Lebensmittel auf pflanzlicher Basis, Mineralprodukte, Gummi, Plastikerzeugnisse, Rohmetall, Maschinen.

Israel beliefert Indien hauptsächlich mit Diamanten, Edelmetallen, chemischen Erzeugnissen, Mineralprodukten, Rohmetall, Maschinen und Transportmitteln. (2)

Im August 2012 vereinbart der israelische Botschafter Alon Ushpiz mit dem Ministerpräsidenten des indischen Staates Bihar Nitishkumar die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft, bei der Anwendung der Solarenergie, bei der optimalen Nutzung von Wasser und im Gesundheitswesen. (1)

Eine Delegation aus indischen Spezialisten und Beamten informiert sich im Juni 2013 in Israel über Brauchwasser-Wiederaufbereitung und andere Bereiche des Umweltschutzes bzw. der Agrotechnik. (36)

2013 beträgt das Volumen des bilateralen Handels 6, 6 Mrd. $; 2010 waren es noch 4, 7 Mrd. $ gewesen. Indien ist Israels zweitgrößter Exportmarkt und dessen achtgrößter Handelspartner. (15), (36)

Als für die nächsten Jahre ganz besonders förderungswürdig bezeichnen gegen Ende 2013 das israelische Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium die Exportmärkte Indien, China und Afrika. (41)

Mehr, siehe: (2), (3), (5), (6), (7), (8), (12), (14), (16), (21), (23), (25), (32), (34), (35), (38), (40), (41), (42), (44)

Diamantenhandel

Diamanten stellen neben Rüstungsprodukten den wichtigsten Posten im indisch-israelischen Warenaustausch dar. Im Jahre 2011 belaufen sich Ex- bzw. Import von Edelsteinen auf einen Prozentanteil von 56, 4 des beiderseitigen Handels und repräsentieren einen Wert von 2, 91 Mrd. $.

Indische Diamantenhändler sind u.a. im Gebäude der Israelischen Diamanten Börse in Ramat Gan vertreten und zum Teil schon sehr lange in Israel tätig. Auch die State Bank of India handelt mit Diamanten und betreibt eine Filiale in Ramat Gan. In den Statistiken zum Handel mit edlen Steinen kann man für die Jahre 2006 bis 2011 einen beachtlichen Aufwärtstrend feststellen. (3), (5), http://en.wikipedia.org/wiki/Diamond_Exchange_District, http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18256

Gemeinsame Projekte in Wissenschaft und Bildung

Ein indisch-israelisches Symposion zu Humangenetik wird 1998 in Jerusalem abgehalten. Seine Teilnehmer plädieren für gemeinsame Forschung in diesem Bereich. Ein Anschluss-Seminar findet im Jahre 2000 in Indien statt. (1)

Indien und Israel forschen um die Jahrtausendwende gemeinsam an 72 verschiedenen Projekten, wobei den Wissenschaftlern die ungehinderte Benutzung von Labors und anderen Einrichtungen des Partnerlandes offen steht. (1)

2003 betont der israelische Minister für Wissenschaft und Technologie das Interesse seines Landes am weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Indien. Noch im gleichen Jahr wird das gemeinsame indisch-israelische Budget für Wissenschaft und Technologie verdoppelt. (1)

An der Tel Aviv University, an der Hebrew University und an der Haifa University werden 2012 Indologie-Seminare abgehalten. Die israelischen Universitäten stehen im Austausch mit indischen Hochschulen. Studierende haben die Möglichkeit im Partnerland Aufbaulehrgänge zu besuchen. Die Sprache Hindi wird an der Tel Aviv University und an der Hebrew University gelehrt. Zwischen Indien und Israel bestehen akademische Austauschprogramme, zusätzlich werden neue eingerichtet. (2)

Im August 2012 unterzeichnen Indien und Israel ein Abkommen über gemeinsame wissenschaftliche Forschung auf Universitätsebene. Das Projekt hat ein Volumen von 50 Mio. $. (1)

Mehr, siehe: (2), (3), (6), (8), (23), (28), (29), (30), (31), (35)

Humanitäre Hilfe

Israel hat sich Indien gegenüber in der Vergangenheit wie in der Gegenwart nicht nur als zuverlässiger Partner in Wirtschaft und Außenpolitik erwiesen, sondern darüber hinaus auch mehrfach seine menschlich-zwischenmenschliche Seite unter Beweis gestellt. Als im Jahre 2001 ein heftiges Erdbeben den Subkontinent erschütterte und weite Regionen mit Tod und Zerstörung überzog, stellte sich binnen Kurzem Hilfe aus dem kleinen Nahostland ein. Die israelische Regierung entsendete eine, auf die Rettung in Notfällen spezialisierte, Abteilung der IDF, die zwei Wochen lang humanitäre Hilfe und Erstversorgung von Verletzten leistete.

Außerdem dienen zahlreiche von Israel initiierte bilaterale Projekte in der Landwirtschaft bzw. bei der Aufbereitung von Wasser der wirksamen Bekämpfung von Armut und Hunger in Indien. (8)

Kulturaustausch

In New Delhi findet im Februar 2007 ein interreligiöses Gipfeltreffen statt, an dem indische Hinduorganisationen, jüdische Organisationen aus Israel und Mitglieder des American Jewish Committee teilnehmen. Im darauffolgenden Jahr wird in Jerusalem ein Folgetreffen abgehalten. Gemeinsame Gebete belegen das erzielte hohe Maß an Übereinstimmung zwischen den Repräsentanten der beiden so unterschiedlichen Religionen. Bei der dritten interreligiösen Zusammenkunft, im Juni 2009, in Washington und New York wird der Dialog noch weiter vertieft. (1)

Den 15. Jahrestag seit Aufnahme der vollen Beziehungen begehen beide Länder im April 2007 mit Veranstaltungen in Delhi, Mumbai und Kolkata; zu den Künstlern und Gruppen, die das Publikum begeistern, gehören u. a. „The Idan Raichel Project“ und „Rajasthan Roots“. Indische und israelische Musiker und Sänger treten gemeinsam auf. (6)

Der Besuch einer Delegation der All India Organisation of Imams and Mosques in Israel wird als Zeichen dafür gewertet, dass zumindest ein Teil der indischen Muslime zur Versöhnung mit dem Judenstaat bereit ist. Der Vorsitzende der Organisation, Maulan Jamil Ilyasi hebt die Freiheit der in Israel lebenden Muslime hervor („that the Sharia is being supported by the Israeli government“) und mahnt eine ähnliche Behandlung für seine Glaubensgenossen in Indien an, wo Muslimen derart weitreichende Privilegien noch nicht eingeräumt werden. Die Initiative zur Begegnung zwischen Israelis und indischen Muslimen war vom American Jewish Council ausgegangen. (1), http://www.allindiaimamorganization.org/about.html

In den Monaten April und Mai des Jahres 2011 wird das 20jährige Jubiläum seit Aufnahme der Beziehungen zwischen beiden Ländern feierlich („Celebrating India in Israel“) begangen. An den Veranstaltungen in Israel nehmen herausragende indische Künstler teil. Eine multinationale Studie kommt zum Resultat, dass Indien das israelfreundlichste Land der Welt ist. (1), (2), (6), http://www.celebratingindiaisrael.com/

In den Jahren 2011 bis 2013 besuchen jährlich mehr als 40 000 Israelis, zumeist junge Menschen, Indien. http://www.youtube.com/watch?v=jZQR9PpIMeE

Die Anzahl indischer Touristen in Israel war im Jahre 2010 mit 41 000 Besuchern in etwa gleich groß. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4248847,00.html

Im Juni 2012 weihen der indische Minister für Tourismus Subodh Kaut Dahai und sein israelischer Kollege Stas Misezhnikov auf dem Gelände der Hebrew University eine Statue des indischen Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore ein, dessen 150. Geburtstag sie damit feierlich begehen. (6)

Mit indisch-jüdischer Literatur hat sich Dr. Navras Jaat Aafreedi von der Gautam Buddha University Greater NOIDA, Indien, beschäftigt. In einem Web-Artikel in deutscher Sprache, den www.israel-nachrichten.org im Jahre 2013 veröffentlichte, finden sich Informationen zu Autoren und deren Werken. (13), https://sites.google.com/site/aafreedi/

Der israelische Film „Epilog“ von Amir Manor feiert 2013 in Indien große Erfolge beim Kinopublikum und er erhält beim Bangalore International Film Festival eine Auszeichnung. (22), http://whatshappbangalore.wordpress.com/2013/12/23/6th-bengaluru-international-film-festival-biffes-schedule-2013-2014/

Die indischen Juden in Israel

Man geht davon aus, dass 70 000 Juden indischer Abstammung in Israel leben und dass die meisten von ihnen inzwischen die israelische Staatsangehörigkeit besitzen. Sie kamen vor allem in den 1950er und 1960er Jahren in das Land ihrer Urväter. Die Älteren unter ihnen gehen zum Teil noch den alten Traditionen und Lebensweisen nach, während die Jüngeren  vollkommen in der israelischen Gesellschaft aufgegangen sind. Viele sind in der Landwirtschaft oder im Handwerk, oder in sozialen Berufen tätig; manche gingen auch in die Politik. Indisch-jüdische Restaurants erfreuen sich der Beliebtheit auch nichtindischer Feinschmecker. Juden aus Cochin haben beachtlich dazu beigetragen aus Wüste fruchtbaren Boden zu machen. Einer der Cochin-Juden, Eliyahu Bezalel, erhielt sogar eine Auszeichnung für seine Leistungen. Ein Zentralverband der indischen Juden in Israel nimmt sich der Belange seiner Mitglieder an. (29, (13), http://www.hindustantimes.com/news-feed/nm4/eliyahu-bezalel-the-right-spirit/article1-38286.aspx

Mehr, siehe: (2), (6), (35)

Die indischen Juden in Indien

Die indischen Juden in Indien werden auf akademischer Grundlage u.a. von Shalva Weil erforscht. Frau Weil wurde als Herausgeberin und Autorin zahlreicher Publikationen zu Juden in Indien bekannt und trat als Gründerin der Israel India Cultural Association, der offiziellen Freundschaftsgemeinschaft beider Länder hervor. Mehr, siehe (9), (35) und http://en.wikipedia.org/wiki/Shalva_Weil.

Hinweis: Die oben aufgezählten Beispiele für Zusammenarbeit, für zwischenstaatliche Vereinbarungen bzw. Abkommen, und für Staatsbesuche sind lediglich exemplarisch zu verstehen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Detailliertere Angaben enthält das von den Botschaften beider Länder veröffentlichte Material.

Anmerkungen:

Die Indienzitate von Lamarche, Twain und Unertl wurden Jörg von Uthmann (Hg.), Vorurteile halten warm, Hamburg 1995, S. 137-140, entnommen.

Der Franzose Hippolyte Lamarche (1789-1860) erwarb sich als Journalist, Publizist, Patriot, Soldat und Fabrikant zu seiner Zeit hohes Ansehen.

Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869-1955) war ältester Sohn des letzten Bayernkönigs Ludwig III., hochdekorierter Kriegsherr im Ersten Weltkrieg und lebenslanger Thronprätendent der Wittelsbacher. Das Zitat entnahmen wir seinen „Reiseerinnerungen aus Indien“, München und Kempten 1922, S. 84. Mehr über ihn und sein Indienbild: http://www.hagalil.com/2012/11/04/rupprecht-von-bayern/

Ulrich Stocks Zitat, stammt aus dessen „Kein Herz für Inder“ betitelter Rezension zu Helge Timmerbergs Reisebuch „Im Palast der gläsernen Schwäne“, erschienen in „Die Zeit“ Nr. 18 vom 26. April 1985.

Mark Twain (eigtl. Samuel Langhorne Clemens, 1835-1910), weitgereister US-amerikanischer Schriftsteller, gilt als ein Autor, der sich gerne mit fremden Mentalitäten auseinandersetzte.

Franz Xaver Unertl (1911-1970,) ein bayerischen Politiker und Mitbegründer der niederbayerischen CSU, gehörte als Abgeordneter dem Deutschen Bundestag an; er hatte 1940-45 als Soldat der Wehrmacht gedient und setzte sich in der Nachkriegszeit erfolglos für die Wiedereinführung der Todesstrafe ein; er war Träger hoher Auszeichnungen.

Auf das Interview, das Yuval Steinitz 2011 der Times of India gab, nahm (6) Bezug.

Zur Geschichte des frühen Verhältnisses Indien – Israel gibt es mehrere Versionen. Während die von den meisten Quellen geteilte oben zu lesen war, soll hier noch eine weitere zur Kenntnis gebracht werden; sie stammt von (49).

Geschichte (der israelisch-indischen Beziehungen)

Indien erhielt seine Unabhängigkeit vom britischen Empire im Jahre 1947, ein Jahr vor Gründung des Staates Israel. 1947 trat Indien der UNO-Kommission für Palästina bei – und gemeinsam mit dem Iran und mit Jugoslawien trat es für die Gründung eines föderativen, zweinationalen arabisch-israelischen Staates ein, aber ein großer Teil der Kommission unterstützte den zweiten Vorschlag, der die Gründung zweier einzelner Nationalstaaten vorsah. Nachdem der Plan, den Indien unterstützt hatte, bei der UNO-Abstimmung abgelehnt worden war, schloss sich dieses Land der Position der islamischen und arabischen Länder an, die der Idee von einer Teilung Palästinas generell eine Absage erteilte. Nachdem der Staat Israel im Mai 1948 gegründet worden war, bezog sich der indische Premier Dschawacharlal Nehru (in einer Rede) mit Hass und Verachtung darauf wie die UNO das Schicksal Palästinas gelöst habe. Nach seinen Worten hatten die Zionisten versucht die Stimme Indiens bei der UNO-Abstimmung zu kaufen, und seine Schwester Widschaja Pandit, die damals Botschafterin ihres Landes bei der UNO war, habe Drohungen des Inhalts erhalten, dass ihr Leben in Gefahr wäre, wenn sie nicht richtig abstimmen würde.

Ungeachtet dessen, dass Indien den Plan der UNO bezüglich Teilung Palästinas im Jahre 1947 nicht unterstützt und gegen die Gründung des Staates Israel gestimmt hatte, anerkannte das Land im Jahre 1950 de jure Israel und 1953 kam der erste israelische Botschafter dort an. Aber in Ermangelung einer ausreichenden Anzahl von Diplomaten und wegen finanzieller Engpässe wollte die Regierung Indiens ihre diplomatische Vertretung in Israel nicht eröffnen…

Anfang 1952 besuchte der Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Walter Eytan Indien, und bei der Begegnung mit ihm drückte der Premier des Landes Dschawacharlal Nehru seine Bereitschaft aus, zwischen beiden Staaten diplomatische Beziehungen herzustellen…

Quellen:

(1) India-Israel relations, en.wikipedia, aufgerufen am 2. Februar 2014

(2) India-Israel bilateral relations, www.indembassy.co.il/India-Israel…, aufgerufen am 2. Februar 2014

(3) India-Israel Bilateral Trade and Economic Relations, www.indembassy.co.il/Bilateral… , aufgerufen am 2. Februar 2014

(4) P. R. Kumaraswamy, The Maturation of Indo-Israeli Ties, Middle East Quarterly, Spring 2013. Pp. 39-48 (pdf)

(5) Overview of India-Israel Bilateral Trade and Economic Relations, itrade.gov.il/india/israel…, aufgerufen am 2. Februar 2014

(6) Botschaft Israel, Berlin, Israel-India, Historical overview und Israel-India Bilaterial Treaties and Agreements, aufgerufen am 2. Februar 2014

(7) D. Nowak, 12. Januar 2012, Indien und Israel würdigen 20-jährige Beziehungen, www.israelnetz.com/aussenpolitik

(8) India-Israel Relations, Updated July 2013, Jewish Virtual Library

(9) Shalva Weil, Keren Hayesod, Jerusalem, 21. Februar 2006, Hebräisch in Chennamangalam, israel.nahost-politik.de/israel-nachrichten…

(10) Diana Gregor, realite-eu, 7. November 2010, Gute Beziehungen mit Indien verleihen Regime im Iran Macht, www.hagalil.com

(11) Aro, 26. März 2010, Neue-Freunde-Serie – Teil 3: Indien und Israel – Eine starke Partnerschaft mit Zukunft…, aro1.com/israel-indien/…

(12) Ralf Balke, Erfolg – Privilegierte Partnerschaft, in: Jüdische Allgemeine, 2. 2. 2012

(13) Haaretz, Yedioth Ahronoth, 22. November 2006, Herzlich willkommen, Brüder: Neueinwanderer aus Indien eingetroffen, www.hagalil.com/01/de/Israel.php

(14) Ralf Balke, Juli 2007, Jüdische Zeitung, Hightech nach China, Selbsterfahrung in Indien, www.j-zeit.de/archiv/artikel

(15) Isabelle Saint-Mézard, Partnerschaft auf Raketenbasis, in Le Monde diplomatique vom 12. 11. 2010

(16) Knut Mellenthin, Das Phalcon-Geschäft,  in: junge Welt, 4. November 2003

(17) Hezb Faghat Hezbollah…, 3. Juli 2010, Richard Herzinger droht mit Israels Hinwendung zu Indien, islamicrevolutionservice.wordpress.com/2010…

(18) Navras Jaat Aafreedi, Tazpit News Agency, 4. April 2013, Erster Roman über indische Juden in Hindi erschienen, www.israel-nachrichten.org/archive

(19) Außenministerium des Staates Israel 10./11. 01. 12, Netanyahu trifft Krishna, embassies.gov.il/berlin…

(20) PTI, 11. September 2003, India not to export Israeli defence technology, Rediff India abroad, www.rediff.com/news

(21) PTI, 22. Januar 2014, India, Israel to set up $40 million fund for joint ventures, artcles.economictimes.indiatimes.com/2014…

(22) Debra Kamin, 3. Januar 2014, The Times of Israel, Israel’s ‘Epilogue‘ wins big at India film fest, www.timesofisrael.com/israels

(23) The Times of India, 2. Januar 2014, Israeli tech to revolutionise farming of fresh-water prawns, articles.timesofindia.com/2014/…

(24) The Times of India, 29. Dezember 2013, Govt clears proposal for buying 15 UAVs from Israel, articles.timesofindia.com/2013/…

(25) The Indian Express, 30. Dezember 2013, India to pick Iran over Israel for petro meet, archive.indianexpress.com/story…

(26) Gavriel Fiske, 24. Dezember 2013, The Times of Israel, After graft charge cleared, India okays Israeli missile buy, www.timesofisrael.com/after-graft

(27) Haviv Rettig Gur, 11. Juli 2013, The Times of Israel, After initial balk, India reconsidering buying Iron Dome, www.timesofisrael.com/after-initial

(28) David Shamah, 24. Juni 2013, The Times of Israel, Cybersecurity projects next on Israel-India agenda, www.timesofisrael.com/cybersec

(29) TNN, 11. Januar 2013, This water expert from Israel is on a mission to save the Noyyal, The Times of India, articles.timesofindia.indiatimes.com/2013…

(30) Vanessa O’Brien, DW, 2. August 2012, Israel helps India clean up the Ganges river, www.dw.de/israel-helps

(31) Vithika Salomi, TNN, 30. August 2012, Israel to aid Bihar’s development bid, The Times of India, articles.timesofindia.indiatimes.com…

(32) Mark Bergen, Israel and India, a Match Made in the U. S., Develop Their Own Military Romance, 8. Oktober 2013, Tablet Magazine

(33) entfällt

(34) K. M. Seethi, China, Israel and India: Flexible Coalitions, 24. November 2013, The Diplomat, thediplomat.com/2013…

(35) Noah Beck, India and Israel: The Ties That Bind, 26. August 2013, FrontPage Magazine, www.frontpagemag.com/2013

(36) Michael Curtis, India turns to Israel, 2. August 2013, American Thinker

(37) Devyani Khobragade, Sharon helped transform India-Israel ties post Kargil War, Firstpost, 11. 1. 2014, www.firstpost.com/

(38) Alvite Singh Ningthoujam, South Asia – Speaking Freely, India deflects Israel’s Iran warnings, 19. Dezember 2013, Asia Times, www.atimes.com/atimes/South_Asia

(39) NDTV, updated 15. September 2013, As ties with India grow, Israel again says won’t supply arms to Pakistan, www.ndtv.com/article/world/ as-ties…

(40) The Indian Express, 14. Juni 2013, Relations between India and Israel go beyond defence deals: Israel Ambassador, archive.indianexpress.com/story…

(41) Israel Diplomatic Network, Embassy of Israel in India, 17. 12. 2013, Israel to strengthen Exports to India; embassies.gov.il/delhi/NewsAndEvents…

(42) ANI, 31. Okt. 2013, Indian delegation meets Israeli President; roots for stronger trade ties, in.news.yahoo.com/indian-delegation…

(43) Pratyush, 3. Mai 2011, The India-Israel relationship: what it means for secularism, www.opendemocracy.net/openindia

(44) Jonathan Adelman & Asaf Romirowsky, Asia Is Becoming Israel’s New Frontier – Here’s Why, 5/14/2013, Forbes Opinion

(45) Tzvi Ben Gedalyahu, Muslims in India Demand Breaking Ties with Israel, 5/7/2012, www.israelnationalnews.com

(46), (47), (48) entfallen

(49) Izrail’sko-indijskie otnošenija, ru.wikipedia, aufgerufen am 2. Februar 2014

(50) „India – Relations with Israel“ in: Encyclopaedia Judaica, Jerusalem 1971

Ein Kommentar zu “Ein besonderes Verhältnis: Die Beziehungen Israel – Indien

  1. Der indische Nobelpeisträger Rabindranath Tagore (1861-1941), für den an der Jewish University ein Denkmal errichtet wurde (siehe oben Abschnitt „Kulturaustausch“, 2012), hat auch Deutschland besucht und sich mit deutschen Intellektuellen ausgetauscht. Er hat dabei einige weise Worte über das Land, das als das der Dichter und Denker galt und gilt, geäußert. Diese Worte wurden in Bayern vernommen und sofort gegen den Inder ausgelegt. Einer der bedeutendsten bayerischen Schriftsteller jener Jahre, Ludwig Thoma, beiläufig erwähnt, ein Antisemit, verstieg sich sogar soweit am 8. 7. 1921 im reichsweit gelesenen „Miesbacher Anzeiger“ einen Anti-Tagore-Artikel zu veröffentlichen:

    Tagore an Deutschland

    Rabindranath Tagore hat an Professor Eucken einen Brief in englischer Sprache gerichtet und ihn gebeten, diesen Brief als allgemeine Antwort auf die vielen Fragen über sein Verhältnis zu Deutschland zu veröffentlichen. Der Brief lautet, nach der Berliner Zeitung, in deutscher Übersetzung:
    „In unseren Schriften ist ausgesprochen, daß es drei Wege gibt, das Unendliche zu realisieren gemäß den individuellen Temperamenten. Nämlich durch Wissenschaft, durch Liebe, durch Handeln. Die Pfade dahin sind Philosophie, Religion und Wissenschaft. Aber, hingegen dem Wahnwitz selbstsüchtiger Leidenschaften und dem Mangel an Reinhaltung des Geistes haben die Menschen fast überall ihr Glück verloren, und falsche Philosophie, falsche Religion, falsche Kunst haben über uns unermeßliches Unglück ergossen. Es war die Mission Europas, die Ära des Karma Hoga heraufzuführen, die Vollendung der Seele durch die Tat. Aber es kam die Versuchung, durch Handeln die Vollendung des eigenen Selbst zu erstreben. Europa hat gelitten, und die Welt wartet gespannt darauf, zu sehen, ob es aus seinem Leiden lernt. Wenn es die Bestimmung Deutschlands ist, den Leidensweg bis zum Ende zu durchschreiten, um der modernen Zeit Sünde willen, und wenn es rein und stark daraus hervorgeht, wenn es das Feuer entzündet hat, als ein Licht auf dem Pfade in eine große Zukunft, zum Aufschwung der Seele zu wahrer Freiheit, dann wird Deutschland in der Geschichte der Menschheit gesegnet.
    Ich trage mit mir die herzliche Gastfreundschaft Ihres Volkes und Ihres Landes, und ich hinterlasse Euch meine Liebe und mein Mitgefühl.
    Rabindranath Tagore“

    In unserer heiligen Schrift ist ausgesprochen, daß der Mensch zum Arbeiten auf der Welt ist.
    Das ist der vierte Weg, den es gibt, damit der Einzelne und ein ganzes Volk gesund bleibt. Vom Spintisieren der Brahmaner kommt nichts heraus, als daß ein Volk von 300 Millionen die feigen Sklaven einer englischen Handelsgesellschaft geworden sind, und daß im reichsten Land der Welt jährlich Hunderttausende an Hunger sterben, weil sie zu faul sind zum Arbeiten.
    Indien leidet und die Welt wartet gespannt darauf, ob es aus seinen Leiden lernt.
    Wenn Sie daheim das Karma Hoga, den Zustand, daß man sich das Essen verdient, herbeigeführt haben, Herr Tagore, dann kommen Sie wieder nach Berlin und Darmstadt zu den spinnenden Hanswursten, daß Sie miteinander Europa glücklich machen.
    Ich hinterlasse Euch mein Mitgefühl und ein abgefieseltes Huhn auf Reis.
    Bfüat di Gott Tagore
    Mit deine langen Hoore!

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