Der Schlüssel zum Nahost-Problem?

Zu den Epigonen von Bruno Kreisky fällt mir nichts ein. Sie wiederholen in verschiedenen Formen nur die Mantra vom „semifaschistischen“ Staat Israel…

Von Karl Pfeifer

Wohl wissend, dass Israel der einzige demokratische Rechtsstaat des Nahen Osten ist. Kreisky – dessen Bescheidenheit sprichwörtlich war – sagte in einem Interview von Menahem Oberbaum für die israelische Tageszeitung „Maariv“ am 24. März 1981: „Ich kam noch vor allen anderen europäischen Politikern zu der Ansicht, dass der Schlüssel zum Nahost-Problem in der Lösung des palästinensischen Problems liegt.“

Das war schon damals nicht richtig, denn am 22. September 1980 drang die irakische Armee im Iran ein und am 23. September 1980 berichtete die Sozialistische Korrespondenz (SK), der Bundeskanzler, „sei über die Vorgänge zwischen Irak und Iran beunruhigt, könne aber noch nichts dazu sagen.

Am 2. Februar 1982 umstellte eine Division aus 12.000 Soldaten die syrische Stadt Hama und belagerte diese 27 Tage. Sie eröffneten das Feuer mit Kanonen auf die Stadt und zwischen 10.000 und 25.000 Menschen wurden getötet, darunter Frauen und Kinder. Bevor Kreisky 1990 starb, sagte er zu diesen „Vorgängen“ gar nichts.

Bis zur Beendigung des irakisch-iranischen Krieges 1988 gab es ungefähr eine Million Tote und unzählige Bürgerkriege, Unruhen, Aufstände und Massaker in der arabischen Welt mit hunderttausenden Toten. Seit 15 Monaten schätzt man sehr zurückhaltend, dass es in Syrien über 16.000 Tote gegeben hat.

All das lässt mehr oder weniger den SPÖ-Außenpolitiker Swoboda kalt.

Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament, Hannes Swoboda, gefällt sich als Prophet und ist „überzeugt, dass die momentane (israelische) Regierung keine ernsthaften Friedensinitiativen starten wird“. Und da er ein guter Schüler von Kreisky ist, meinte er auch, dass die Beziehungen zu Israel keinesfalls aufgewertet werden dürfen, „denn dies könnte als Akzeptanz der momentanen Regierungspolitik verstanden werden“.

Swobodas Gespräche mit der Führung der Palästinenser hätten gezeigt, „dass von dieser Seite ein starker Willen vorhanden“ sei, „Kompromisse mit Israel zu finden“.

Das West-Ost Divan Orchester unter dem Dirigenten Daniel Barenboim hätte am Ölberg in Jerusalem am 31. Juli ein Konzert abhalten sollen. Doch Robert Serry[01] teilte mit, dass dieses Konzert, welches „die Vereinten Nationen glücklich gewesen wären zu präsentieren, verschoben“ wurde.

Das Büro von Serry gab bekannt: „Notierend die Einsprüche einiger Gruppen dagegen, wurde – mit Bedauern – beschlossen nicht mit den gegenwärtigen Plänen für dieses Konzert fortzufahren.“

Eine palästinensische „Friedensgruppe“ beschuldigte zuvor das Orchester es hätte sich zum Ziel gesetzt: „Normalisierungs-Brücken zu bauen, ohne das Recht des palästinensischen Volkes auf Rückkehr anzuerkennen und ohne die Weigerung der [israelischen] Orchestermitglieder in der israelischen Armee zu dienen.“[02]

Wurden diese Palästinenser von Herrn Swoboda beraten? Oder ließ er sich von ihnen beeinflussen?

Wir wissen nicht die Antwort. Aber eines wissen wir ganz sicher, wer nicht einmal ein Konzert eines jüdisch-arabischen Orchesters unter Daniel Barenboim duldet, der hat nicht vor, wirklich Frieden zu schließen.

  1. United Nations Special Coordinator for the Middle East Peace Process and the UN Secretary-General’s Personal Representative to the Palestine Liberation Organization and the Palestinian Authority []
  2. http://www.thejc.com/news/israel-news/70507/israel-boycotters-block-barenboims-orchestra-jerusalem-concert []

25 Kommentare zu “Der Schlüssel zum Nahost-Problem?

  1. “10.August 2012
    Der radikale HamasFÜHRER im Gazastreifen, Ismail Haniya, der täglich zum KRIEG gegen Israel aufruft und den jüngsten Angriff aus dem Sinai LOBTE, hatte NICHTS dagegen, dass sein Schwager in einem israelischen Krankenhaus behandelt wurde. Vor vier Monaten, so die israelische Zeitung Jediot Achronot, begleitete seine Schwester Suhila Haniya ihren herzkranken Mann für eine dringende Behandlung in das Belinson Krankenhaus nach Petach Tikwa. Bei den israelischen Behörden baten sie dafür um eine dringende Genehmigung.
    Am Erez-Grenzübergang am Gazastreifen wurden Haniyas Schwester und ihr Mann von einem israelischen Krankenwagen des Roten Davidsterns Magen David Adom abgeholt und blitzschnell mit Sirenen ins Krankenhaus gefahren. Ein Woche lang, bis sein Zustand sich wieder stabilisierte, wurde Haniyas Schwager im israelischen Krankenhaus behandelt und gesund gepflegt. Obwohl Ismail Haniya Israel HASST und um jeden Preis VERNICHTEN will, so weiß er die VORTEILE Israels doch zu schätzen. Familie Haniya hätte ebenso die Möglichkeit gehabt, medizinische Behandlung in einem der Krankenhäuser in Ägypten in Anspruch zu nehmen. Aber sie bevorzugten die Betreuung vom Feind – den Zionisten. … Dies ist nicht das erste Mal, das arabische Feinde Israels versteckt hinter den Kulissen eher den Juden vertrauen als ihren arabischen Geschwistern. Keine Behörde auf der israelischen Seite wie auch auf der palästinensischen Seite wollte offiziell darauf reagieren.“ NAI

  2. Vielen Dank Herr Pfeifer, vielen Dank A.mOr für die hochinteressanten Beiträge und Hinweise. Ich habe dadurch viel gelernt, was ich bisher nicht wusste.

    Der Wortwechsel zwischen der Jewish Agency und dem Sekretär der Arabischen Liga Azzam Pacha ist wirklich sehr interessant. Von so etwas wollen viele deutsche „Friedensfreunde“ nichts wissen. Der Film, auf den A.mOr hingewiesen hat, ist ein Dokument dafür, dass die Palästinensischen Machthaber so weiter gemacht haben, wie es Azzam Pacha angekündigt hat. Ich werde es niemals begreifen, dass sich Deutsche wie Kunzelmann, Meinhof & Co im Angesicht des Abgrundes von Auschwitz auf den Weg in den Nahen Osten machen konnten, im Gepäck das alte verdorbene deutsche Ressentiment, um sich dann hinter revolutionärer Scheinheiligkeit zu verkriechen und ihr uraltes Ressentiment zurück in Deutschland mordend auszutoben. Die Attentate auf das Jüdische Gemeindehaus in der Reichenbachstraße in München und auf die Israelische Olympiamannschaft von 1972 zeugen davon.

    Uri Degani Du hast genau die richtigen Worte gefunden, wenn Du von der deutschen Selbstgerechtigkeit der agierten Projektion, die sich ewig gleich bleibt sprichst. Beispiele dazu gibt es zur Genüge. Ob es das „Bremer Friedensforum“ oder solche Schriften wie
    „Palästina und die Palästinenser: 60 Jahre nach der Nakba“ der Heinrich Böll Stiftung sind. Sie tragen nur dazu bei die Unversöhnlichkeit der palästinensischen Eliten ausgerechnet aus Deutschland anzuheizen.

  3. Nochmal zu Syrien, Motto: audiatur et altera pars (auch die andere Seite werde gehört)

    http://sana.sy/index_eng.html

    Selbstbeschreibung:

    „The Syrian Arab News Agency (SANA) is the national official news agency in Syria. It was established in 1965. It is linked to the Ministry of Information and has its headquarters in Damascus.“

    Demgegenüber steht vor Allem die Website der FSA (Free Syrian Army):

    http://www.free-syrian-army.com/en/home/

    Auszug aus deren „About us“:

    „The Free Syrian Army is considered the main opposition army group in Syria. It is composed of defected Syrian Armed Forces.“

  4. Der Musikkritiker der FAZ (Christian Wildhagen) hatte gestern aus fachlichen Gründen Kritik „Prima betroffen, Daniel Barenboim und seine Musik-Appelle“ an diesem Orchester geübt: „Künstlerisch betrachtet, wurde man dabei nicht immer glücklich mit den Leistungen.“ Er beanstandete, dass die Salzburger Festspiele dieses Orchester im Hauptprogramm spielen ließen: „Fragwürdig erscheint hingegen die Präsentation solcher Leistungen in der regulären Konzertreihe der Festspiele, wo sich die sehr jungen Musiker unmittelbar mit Spitzenorchestern… messen lassen müssen.“

    MENA ist eine Wiener Medienbeobachtungsstelle, die wöchentlich darüber berichtet, wie die österreichischen Medien über den Nahen Osten berichten.

    8 MENA-Newsletter | 6. August 2012
    http://www.mena-watch.com
    „Kein Divan in Ostjerusalem
    Samstag, 04. August 2012
    Das Orchester sei ein „Projekt gegen Ignoranz“ und ein „Labor für Humanismus“, (Kleine Zeitung, 4. Aug. 2012) mit „signifikanter Versöhnungssymbolik“. (Standard, 4. Aug. 2012), die darin werkenden Musiker „Friedensbotschafter aus dem Nahen Osten“ (Kleine Zeitung, 4. Aug. 2012) – so lobhudelten österreichische Zeitungen dieser Tage dem West-Eastern Divan Orchestra sowie seinem Mitbegründer und Dirigenten Daniel Barenboim. Keinen Eingang in die Berichterstattung fand dagegen, dass ein unlängst in Ostjerusalem geplantes Konzert des Orchesters abgesagt wurde – nach Protesten palästinensischer Gruppierungen.
    In der europäischen Kunst- und Kulturszene sowie in den Medien ist Daniel Barenboim ein stets gern gesehener und interviewter Gast. Dies ist weniger seinen musikalischen Leistungen geschuldet, als vielmehr der Tatsache, dass Barenboim mit seinen Ansichten zum „Nahostkonflikt“ nicht hinterm Berg hält. Symptomatisch seine Bemerkungen aus dem Jahre 2008, als ihm in Ramallah ehrenhalber ein palästinensischer Pass verliehen wurde. In der Haaretz war zu lesen: „I have also accepted it because I believe that the destinies of … the Israeli people and the Palestinian people are inextricably linked’, Barenboim said. ‚We are blessed – or cursed – to live with each other. And I prefer the first. The fact that an Israeli citizen can be awarded a Palestinian passport can be a sign that it is actually possible”. Der Hinweise darauf, dass hunderttausende Araber in Israel völlig selbstverständlich über israelische Pässe verfügen, kam ihm natürlich nicht in den Sinn.
    So schweigt Barenboim in aller Regel über das, was man in „israelkritischen“ Kreisen nicht gerne hört – den Antisemitismus in der arabischen Welt, den Hass auf Israel, den blutigen Terror gegen seine Bewohner und die Weigerung, die Existenz des jüdischen Staates als legitim anzuerkennen – und beklagt stattdessen wortreich die israelische Verantwortung für die Fortdauer des Konflikts.
    „Musik kann Barrieren, Zäune, Mauern überwinden. Das wollte und will Daniel Barenboim mit dem Orchester aus jungen Arabern, Israelis und Palästinensern erwirken“, so die Kronen Zeitung über das Gastspiel des West-Eastern Diva Orchesters bei den Salzburger Festspielen. (Kronen Zeitung, 4. Aug. 2012) In der Realität des Nahen Ostens sind es aber nicht israelische „Barrieren, Zäune und Mauern“, die sich für die künstlerischen Ambitionen der Musiker als unüberwindliche Hindernisse erweisen: Ein für den 31. Juli in Ostjerusalem geplanter Auftritt wurde abgesagt, nachdem palästinensische Gruppen dies als Versuch der „Normalisierung“ denunzierten. Aus Sicht der „Palestinian Campaign for the Academic & Cultural Boycott of Israel“ sei ein gemeinsames Konzert von Israelis und Palästinensern nämlich ein verabscheuungswürdiger Versuch eines „interkulturellen Dialogs“, der nur dazu diene, den „palästinensischen Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit“ zu schädigen. In einem Brief werfen die palästinensischen Kulturkämpfer Barenboim also allen Ernstes vor, mit seinem Orchester zur Überwindung politischer und kultureller Differenzen beizutragen und gerade damit „Blutvergießen“ und „Ungerechtigkeit“ zu verlängern.

    So kommt es, dass ausgerechnet jemand wie Barenboim, dessen gesamte politische Aktivitäten dem Abbau der Gräben zwischen Israelis und Palästinensern gewidmet sind, von jener palästinensischen Zivilgesellschaft angegriffen wird, die von einer Versöhnung – oder gar einem Frieden – partout nichts wissen wollen. Während österreichische Zeitungen in den letzten Tagen ausgiebig über Barenboim und sein Orchester berichteten, fand diese höchste instruktive Episode jedoch keinerlei Erwähnung. Denn mangelnder Wille zur Versöhnung ist hier nur Schlagzeilen wert, wenn er Israelis vorgeworfen werden kann.“
    http://news.mena-watch.at/medien/120806223716.pdf

  5. “ …der hat nicht vor, w i r k l i c h Frieden zu schließen.“

    Karl – ich schliesse mich Ihrer Vermutung an.

    “ Montag 6.August 2012 NAI

    + + + Die iranischen Machthaber warnen öffentlich, dass sollten ausländische Truppen Syrien angreifen, um Assads Regime zu stürzen, würde Iran dafür I s r a e l angreifen. Mithilfe der im Südlibanon stationierten Hisbollah werde der iranische Angriff auf Israel vonstattengehen. Iran lieferte kürzlich an die vom Südlibanon aus operierenden Hisbollah-Terroristen 110 Fateh-Raketen der neuesten Generation, die eine Reichweite von 3 0 0 Kilometer haben. Also reichen sie vom Libanon aus bis nach Jerusalem und Tel Aviv. + + + Muslimische Araber bewarfen einen israelischen Linienbus, der auf dem Weg zur Klagemauer war, mit Steinen. Dabei wurden fünf Juden, die an der Klagemauer beten wollten, verletzt. Zum muslimischen Ramadan Fastenmonat kommt es öfter zu Ausschreitungen. Anlässlich des Fastenmonats erklärte Irans Diktator Ahmadinedschad, dass jeder, der die Freiheit und Gerechtigkeit liebt, a l l e s tun sollte, dass der zionistische F e i n d v e r n i c h t e t und die Palästinenser b e f r e i t werden. Das Gefährliche daran ist, dass Ahmadinedschad daran glaubt, dass ihn die Vorsehung dazu berufen hat. + + +“

  6. Danke Sebastian für den Hinweis. Diese Form der deutschen Selbstgerechtigkeit, der agierten Projektionen, bleibt sich ewig gleich. Ja, da der alte Feind weg ist, da der alte Freund (Kommunismus) weg ist muss ja doch noch der Ort des Bösen erhalten bleiben. Und den kennt „Man“ schon seit über 100 Jahren…
    Ja, der Film von Hafner über München 1970 ist sehr beeindruckend, auch in seiner autobiografischen Dichte und Ehrlichkeit. Ich hatte ihn gesehen, er lief mal wieder um 24 Uhr…

  7. Sebastian Sie haben das schön auf den Punkt gebracht. In der Regel waren diese Friedensbewegungen und Foren Frontorganisationen der pro-sowjetischen KPs. Die Sowjetunion ist weg, und da blieb ihnen nur mehr der „Antiimperialismus“ und oft genug die Begeisterung für Hamas.
    Die Behauptung, Juden hätten den Palästinensern angetan, was die deutsch-österreichische Volksgemeinschaft den Juden angetan hat ist antisemitisch und eine grobe Geschichtsfälschung.
    Die Unversöhnlichkeit der Araber trat klar zu Tage, als David Horowitz und Abba Eban, Vertreter der Jewish Agency, am 16. September 1947 bei einem Treffen in London, mit Azzam Pascha, dem Sekretär der Arabischen Liga, einen letzten verzweifelten Versuch unternahmen, doch noch einen Kompromiss zu erzielen.
    Azzam Pacha antwortete:
    „Die arabische Welt ist zu keinem Kompromiss bereit. Ihr Vorschlag, Mr. Horowitz, mag durchaus vernünftig und logisch sein, doch über das Geschick von Völkern entscheiden nicht Vernunft und Logik. Völker machen keine Zugeständnisse; sie kämpfen. Mit friedlichen Mitteln oder Kompromissen erreicht man gar nichts. Wenn man etwas erreicht, dann durch Waffengewalt. Wir werden versuchen, euch zu schlagen. Ich bin nicht sicher, ob es uns gelingen wird, aber wir werden es versuchen. Es ist uns gelungen, die Kreuzfahrer zurückzuschlagen – andererseits haben wir Spanien und Persien verloren. Vielleicht werden wir auch Palästina verlieren. Doch es ist in jedem Fall zu spät, um noch von friedlichen Lösungen zu sprechen.“
    Die jüdischen Emissäre kommentierten, dass der Bericht der Vereinten Nationen die Möglichkeit eines vernünftigen Kompromisses bietet und warum man nicht wenigstens einen Versuch machen sollte.
    Azzam Pacha antwortete: „Solch eine Vereinbarung ist nur möglich zu unseren Bedingungen. Die arabische Welt betrachtet Euch als Invasoren und ist bereit gegen Euch zu kämpfen. Gegensätzliche Interessen dieser Art zwischen Völkern können gewöhnlich nicht gelöst werden außer durch Krieg… Die Kräfte die Völker bewegen sind Umstände außerhalb unserer Kontrolle. Vielleicht gab es in der Vergangenheit die Chance für ein Einverständnis – aber das ist nicht mehr möglich. Sie sprechen über den Nahen Osten. Für uns gibt es kein solches Konzept; für uns existiert nur das Konzept der arabischen Welt. Nationalismus ist die große Kraft, die uns bewegt. Wir brauchen keine wirtschaftliche Entwicklung. Für uns gibt es nur einen Test, den Test der Stärke. Auf alle Fälle wird das Problem voraussichtlich nur durch die Stärke der Waffen gelöst“

  8. Danke Karl Pfeifer!
    Danke Sebastian!
    Betrübliche Nachrichten, aber so sindse eben…

    „Diese Leute sind zerfressen von Ihrem heimlichen Groll.“
    Es scheint, daß das sehr zutreffend ist!

    Warum das auch immer wieder deutsche Akademiker sind, dazu war ein Film von Georg M. Hafner aufschlußreich, eher am Rande vielleicht, der am 17.Juli auf ARD gesendet wurde.
    Wo’s hier noch um eine Psychoanalytikerin geht (Sebastians Beispiel), dann ist dieser Film für „Hobbypsychologen“ durchaus geeignet, regelrecht Medizin, weil Hafner bei aller emotionaler Betroffenheit zu sehr sachlicher Schilderung findet.
    Nur
    blöderweise
    ich kann den Film in der ARD-Mediathek nicht mehr finden.
    Hätte doch gerne hier jetzt den link gesetzt!
    Seltsam.
    Ob die ARD sich schämt, weil der Film ihre Agenda hinsichtlich Israel konterkariert?
    Wissen schließlich immer mal wieder nicht, daß Tel Aviv nicht Jerusalem ist usw…
    Vielleicht ist jemand findiger als ich?

    ‚München 1970 – Als der Terror zu uns kam‘
    Film von Georg M. Hafner (vom HR)

    Lohnt sich, wer den Film findet, der findet ein Schätzchen.
    Kurze Beschreibung auf der HR-Seite
    http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5980&key=standard_document_45423799&xtcr=2&xtmc=m%FDnchen%201970
    Sel.A. Rudolf Crisolli!

    schawua tow ale.hem!

  9. @ Sebastian: Aus dem newsletter der Botschaft:

    Botschafter Hadas-Handelsman (Foto: Hannoversche Allgemeine/Surrey)


    Bei Kritik an Israel sei der Verweis auf die schlimmeren Zustände in Kairo oder Damaskus der falsche Weg, so der Botschafter in dem Interview: „[W]ir sollten den Vergleich mit Westeuropa nicht scheuen, das sind unsere Partner auf Augenhöhe, deren demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kriterien wir uns stellen“.

    (Hannoversche Allgemeine, 18.07.12)

  10. Lieber Herr Pfeifer,

    Ihr Blick in die große Politik ist sehr aufschlussreich. Sie haben die Verlogenheit im Umgang mit Israel auf den Punkt gebracht.

    Für die Massaker in Syrien interessieren sich auch hier in Deutschland nur die Wenigsten. Hier ein Beispiel aus der norddeutschen Provinz:

    Auf der Homepage des Bremer Friedensforum
    http://www.bremerfriedensforum.de/20/20/Bremer-Friedensforum/
    findet man zu den Massakern in Syrien nichts.

    Am 28.Juni 2012 (als die Massaker in Syrien bereits in vollem Gange waren) hat die Psychoanalytikerin Gertrud Schinagl dagegen ihren Vortrag „Die Traumata der Völker Palästinas und Israels“ gehalten, den man sich auf der Homepage des Bremer Friedensforums durchlesen kann (vgl.: http://www.bremerfriedensforum.de/bilddat/Vortrag_zu_G_Grass_Gedicht_12_7_2012.pdf ).
    Der Vortrag von Frau Schinagl ist ein Beispiel aus der Provinz, was in den Köpfen solcher Leute vorgeht.
    Hier und da wird brav eingeräumt, dass den Juden durch den Holocaust ein Trauma zugefügt wurde, wie es heißt, um dann den Juden unter zu jubeln, dass diese das gleiche mit den Palästinensern getan hätten. Es wird von ihrer (der Juden) „tief verletzenden Biographie“, die im Holocaust endet gesprochen, um sogleich vom ebenso tief traumatisierten palästinensischen Volk, durch die Nakba zu faseln (vgl.: Seite 10 Absatz 2 des o.g. Vortrages). Man unterstellt den Juden mit den Palästinensern das gemacht zu haben, was die eigene deutsche Community mit den Juden gemacht hat. Das schafft Erleichterung.
    Die tatsächlichen Hintergründe des Nahostkonflikts interessieren solche Leute überhaupt nicht. Die Nazis haben ihre Hetze gegen Juden ganz offen ohne jedes Schamgefühl betrieben. Heute wird die Hetze unter dem Deckmantel der Seriosität betrieben.
    Auf Seite 11 Absatz 4 des o.g. Beitrages wird dann die moderne kauft nicht bei Juden – Aktion vom 11. März 2011 des Bremer Friedensforums vor einem Rewe-Markt in Bremen gerechtfertigt. 66 Jahre nach dem Holocaust fallen die Grenzen des Schamgefühls allmählich wieder. Man greift wieder auf die Methoden der Nazis zurück.
    Wenn sich alle demokratischen Parteien Bremens und andere Gruppen gegen die Kauft nicht bei Juden-Aktion vom 11. März 2011 des Bremer Friedensforums wenden, schreibt die Psychoanalytikerin Gertrud Schinagl sogar einen Brief „voller Empörung“. http://www.steinbergrecherche.com/20110500schinaglanchristlichjuedisch.pdf
    Für die zigtausend Toten in Syrien interessieren die Psychoanalytikerin Schinagl und das Bremer Friedensforum sich einen feuchten Staub.

    Am heutigen 05.08.2012 an dem der Spiegel titelt: „Assad bereitet Entscheidungsschlacht von Aleppo vor“, findet sich unter der Rubrik Naher und Mittlerer Osten des Bremer Friedensforums nichts zur Situation in Syrien. Stattdessen kann mann ein Beitrag über eine Mahnwache gegen den Israeltag an Bremer Schulen nachlesen. http://www.bremerfriedensforum.de/1024/1125/Bremer-Friedensforum-Veranstaltungsarchiv-Nahost/

    Diese Leute sind zerfressen von Ihrem heimlichen Groll.

  11. Liebe Rika,
    bitte schreib doch noch etwas mehr über „Omar Barghouti und seine BDS-Kampagnen“, auch gerne mit Links, damit man sich hierüber noch genauer informieren kann. Dies ist ein wichtiges Thema.
    Vielleicht vermagst Du darüber sogar einen eigenständigen haGalil-Beitrag zu verfassen.
    Danke für Deine Mühe!

  12. Jedenfalls ist die Propagierung des Boykotts gegen Daniel Barenboim und sein East-Western-Divan Orchestra, das er vor Jahren gemeinsam mit Edward Said gegründet hat und in dem seit Jahren palästinensische und israelische Musiker zusammenarbeiten, das genaue Gegenteil einer Friedenskampagne und ein Skandal ohnegleichen.

    Ein weiterer Beleg dafür, wo und wofür Omar Barghouti und seine BDS-Kampagnen stehen. Jedenfalls nicht für Frieden und Verständigung.Bekanntlich auch nicht für die Zweistaatenlösung.
    Wer das glaubt – und das sind leider einige – fällt einem Etikettenschwindel zum Opfer.

  13. anti3anti da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben werden die kompetenten Gremien feststellen müssen, ob ein Beschneidungsverbot im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht. Sicher merkt man bei den Postings zu diesem Thema, dass viele Befürworter eines Verbotes der Beschneidung sich von antisemitischen bzw. antimuslimischen Ressentiments leiten lassen.

  14. „Aber eines wissen wir ganz sicher, wer nicht einmal ein Konzert eines jüdisch-arabischen Orchesters unter Daniel Barenboim duldet, der hat nicht vor, wirklich Frieden zu schließen.“

    Mit der gleichen Selbsverständlichkeit könnte man behaupten, dass wer nicht einmal eine religiöse Beschneidigung duldet, ein Antisemit ist, was doch offensichtlich falsch ist.

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