Ex-Botschafter zum Sturm auf Botschaft in Kairo

Der ehemalige israelische Botschafter in Kairo, Zvi Mazel, sagte am Samstag im Rundfunk, dass mit dem Sturm auf die israelische Botschaft „etwas sehr schlimmes passiert ist“. Der Schutz diplomatischer Vertretungen gehört zu den wichtigsten Konventionen, die für alle UNO-Mitglieder bindend seien. Neben den Amerikanern seien jetzt auch die Europäer aufgerufen, hierzu eine klare Stellung zu beziehen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 10. September 2011

Die Demonstranten rechtfertigten den Sturm auf das israelische Botschaftsgebäude im Viertel Gizeh mit dem Tod von acht ägyptischen Grenzpolizisten während des Terroranschlags auf der Grenzstraße nahe Eilat am 18. August.

Mazel monierte, dass die ägyptischen Behörden von Israel eine „Entschuldigung“ verlangt hätten, ohne der ägyptischen Bevölkerung entscheidende Details mitzuteilen. So sei der Terroranschlag von ägyptischen Territorium ausgegangen. Möglicherweise haben ägyptische Grenzposten den Terroristen geholfen, da diese zunächst von einem ägyptischen Posten aus und in ägyptische Uniformen gekleidet auf israelische Autos und Busse geschossen haben. Zudem hat der ägyptische Geheimdienst inzwischen vier der Terroristen identifizieren können: zwei Palästinenser aus dem Gazastreifen, und zwei aus dem Gefängnis entkommene Ägypter. Weiter sagte Mazel, dass vermutlich einige der ägyptischen Polizisten gar nicht durch Schüsse israelischer Soldaten getroffen, sondern durch Schüsse der Terroristen getötet worden seien.

Israel hatte ausdrücklich sein „Bedauern“ über den Tod der ägyptischen Grenzpolizisten schon am gleichen Tag ausgesprochen, aber keine „Entschuldigung“, weil das in der Diplomatensprache einem Schuldbekenntnis entsprochen hätte. Gleichwohl haben Israel und Ägypten abgesprochen, den ganzen Vorfall gemeinsam zu untersuchen.

Weiter sagte Mazel, dass der Sturm auf die Botschaft vor allem Ausdruck steigender Unmut unter den sekulär ausgerichteten Demonstranten sei. Nichts habe sich wirklich seit dem Sturz von Präsident Mubarak verändert. Wegen interner Machtkämpfe unter den Demonstranten wagen es die an der Macht gebliebenen Militärs unter Feldmarschall Tantawi nicht, dem Aufstand ein Ende zu setzen und die Bevölkerung aufzurufen, mit aller Energie zunächst einmal die schwer angeschlagene Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Durch die mehrfache Sprengung von Erdgasleitungen, unter anderem nach Israel, und durch das Ausbleiben von Touristen habe Ägypten zwei seiner wichtigsten Einnahmequellen verloren.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

4 Kommentare zu “Ex-Botschafter zum Sturm auf Botschaft in Kairo

  1. Und da ist der alte Kreislauf wieder den die Juden seit über 2000 Jahren kennen.
    Weil die Staaten selber zu Blöd sind oder einfach nicht wollen das die eigene Bevölkerung einen gewissen Lebensstandard hat, wird wie immer der Jude und heute noch dazu Israel als Sündenbock genommen.

    An die 60 Jahre haben Arabische Staaten Israel den Jüdischen Staat zur Unterdrückung der Arabischen Bevölkerung benutzt.
    Und jetzt nach den sogenannten Arabischen Frühling kmmt wieder der Winter und die alte gleiche Arabische Routine.

    Eine Arabische Familie Stein Reich und 100 Millionen Araber Stein Arm so wie es schon immer war.

    Was machen die Europäer und der tolle Obama ?
    Nichts denn Europaer sind Pleite  die USA hat den schlechtesten Präsidenten aller Zeiten der nichts hinbekommt.

    Guten Aussichten für 2012 !

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