Ehrenamtspreis für Faina Khazanova

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Foto von Alexas_Fotos auf Unsplash

Gelegentlich werden Preise doch an die richtigen Personen verliehen. Die Stadt Köln hat für das Jahr 2026 ihren Ehrenamtspreis für Demokratie und Vielfalt an Faina Khazanova verliehen. Der offizielle Name dieser symbolischen Ehrung lautet „Miteinander-Preis für Demokratie und Vielfalt“.

Von Roland Kaufhold

Die pensionierte, deutsch und russisch sprechende ehemalige Kinderärztin setzt sich seit sehr vielen Jahren mit sehr großem Engagement ehrenamtlich im Rahmen ihres Projektes „warmes Zuhause“ in Köln dafür ein, dass jüdische Kontingentflüchtlinge und NS-Überlebende ein Angebot für Begegnungen, für gemeinsame Treffen gegen Einsamkeit erhalten. Dieses von ihr geprägte Projekt „Warmes Zuhause“ ist organisatorisch beim in Köln ansässigen Bundesverband Information Beratung für NS-Verfolgte angebunden. Faina Khazanova bietet einen ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitdienst für ältere jüdische Kontingentflüchtlinge an für gemeinsame Treffen und Begegnungen. Ziel ist es, durch Begegnungen der Gefahr von Einsamkeit, Isolation und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit entgegen zu treten. Sie ist hierbei, wie es der Bundesverband für NS-Verfolgte formuliert, mehr als eine Ehrenamtliche: „Sie ist Vertrauensperson, Zuhörerin und wichtige Bezugsperson. Dank ihrer fließenden Deutsch- und Russischkenntnisse baut sie sprachliche und kulturelle Brücken und ermöglicht vielen älteren Menschen überhaupt erst den Zugang zu Gemeinschaft und Unterstützung.“ 

Dieses seit 17 Jahren bestehende Begegnungsprojekt – zwischenzeitlich wurde ihm von den Zuständigen selbst die eher symbolische finanzielle Unterstützung verweigert – führt sie, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, einmal pro Monat durch. Regelmäßig empfängt Faina Khazanova, häufig in ihrer eigenen Wohnung, zwölf überwiegend jüdische NS-Verfolgte aus Osteuropa.

Die ausgezeichnete Faina Khazanova lehnte es aus Sicherheitsgründen ab, dass ein Foto von ihr erscheint. Sowohl der Bundesverband als auch der KSTA entsprachen dieser Bitte. Die Gefahr durch den auch in Köln eruptiv durchbrechenden Antisemitismus, von Übergriffen und offenen Feindseligkeiten gerade durch „linke“, antisemitische „BDS“-Gruppen aus Köln, die wöchentlich freitags auf ihrem antisemitischen Marsch ihre Vernichtungsdrohungen gegen Israel und gegen Juden offen herausschreien, sei zu groß.

Aufgrund des auch in Köln durch BDS-Gruppen geschaffenen Klimas der Angst und der Bedrohungen gegen Israel und hier lebende Juden hatte vor wenigen Wochen eine jüdische Familie, nachdem auch die Justiz versagt hatte, mit ihren drei Kindern Köln verlassen und ist nach Israel übergesiedelt. Sie wollte nicht, dass ihre kleinen Kinder unter einer solchen Atmosphäre der Feindseligkeit aufwachsen. 

Neben Faina Khazanova wurde von der Stadt Köln u.a. auch die Initiativen Keupstrasse ist überall, Rugby united sowie Radeln ohne Alter ausgezeichnet.

Migrantische Betroffene des NSU-Bombenanschlages in der Köln-Mülheimer Keupstraße wurden über Jahre von der Polizei sowie den Kölner Behörden unter den Generalverdacht gestellt, selbst für das rassistischen Anschläge verantwortlich zu sein. Die Idee, dass die Täter deutsche Rechtsradikale waren, das war den zuständigen Sicherheitsbehörden zu unangenehm. Muhammet Ayazgün berichtete auf der Preisverleihung, dass er selbst bis zum Jahr 2018 nicht über seine furchtbaren Erfahrungen als Opfer eines rassistischen Bombenanschlags gesprochen, dass er geschwiegen hatte. Die Angst, als Migrant sogar von den Verantwortlichen in Köln und NRW wie auch von Rechtsradikalen erneut attackiert zu werden, war zu groß.