Die neuen Fernsehtipps

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Synagogenzentrum Potsdam | Bild: rbb

Von 1. bis 15. Juli 2024

Di., 2. Jul · 22:40-00:10 · arte
Mit Fakten gegen Putins Propaganda – Journalismus in Zeiten des Krieges

April 2022: Die Investigativ-Redaktion „Schemes“ der ukrainischen Abteilung von Radio Free Europe/Radio Liberty wurde nach Lviv in der Westukraine evakuiert. Aus einem provisorischen Büro berichten die Journalistinnen und Journalisten unter Leitung von Natalie Sedletska vom russischen Angriffskrieg auf ihr Land. Anton Trigub ist Journalist bei OstWest-TV – einer der wenigen verbliebenen unabhängigen, russischen Sender. Er beschäftigt sich mit Desinformation, die der Kreml verbreitet. Zum Beispiel das Narrativ, in den baltischen Staaten wären Nazis am Werk, die die dort lebende russische Bevölkerung als Untermenschen bezeichnen würden. Trigub recherchiert die Hintergründe dieser Behauptung. Zwei Monate später bei den Journalistinnen und Journalisten von Radio Free Europe: Die Kriegslage erlaubt es der Redaktion, in die Hauptstadt zurückzukehren. Zu dieser Zeit wird immer deutlicher sichtbar, welche Folgen die russische Besatzung hinterlassen hat: Butscha und Irpin sind weltweit zu Synonymen für russische Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung geworden, aber wer hat schon von Zdvyzhivka gehört? Die Ereignisse in diesem Dorf recherchiert Dmytro Dzhulay. Anton Trigub und sein Kollege reisen zur Münchener Sicherheitskonferenz, die vom Tod Alexej Nawalnys, mit dem Trigub einst selbst arbeitete, überschattet wird. Mit russischer Propaganda beschäftigt sich auch der Journalist Kyrylo Ovsyaniy. Er ist bei Radio Free Europe Spezialist für Open Source Intelligence, kurz OSINT. Mit Hilfe von Satellitenbildern und öffentlich einsehbaren Datenbanken gelingt es Kyrylo, ein von russischen Medien verbreitetes Narrativ zu entlarven: Die „Rettung“ und die „Evakuierung“ ukrainischer Kinder nach Russland durch die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lvova-Belova. In Wirklichkeit Teil einer Strategie, die den Internationalen Strafgerichtshof dazu gebracht hat, gegen Maria Lvova-Belova Strafanzeige zu stellen. Anton Trigub ist nach Litauen gereist, um die Suwałki-Lücke zu bereisen und mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Es ist die einzige Landverbindung zwischen den baltischen Staaten und dem übrigen NATO-Gebiet. Sie gilt als sicherheitspolitische Schwachstelle, denn im Kriegsfall könnte Russland angreifen, um einen Korridor zwischen seiner hochgerüsteten Exklave Kaliningrad und seinem Verbündeten Belarus herzustellen.

Do., 4. Jul · 02:15-04:20 · RBB
Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Im Mittelpunkt von Volker Koepps Film aus dem Jahr 1999 stehen Herr Zwilling und Frau Zuckermann, die zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden gehörten. Beide verband neben ihrer Freundschaft nicht zuletzt die deutsche Sprache. Täglich besuchte Herr Zwilling in den Abendstunden die 90-jährige Frau Zuckermann. Man sprach über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen. In den Lebensgeschichten dieser beiden Menschen steckt das Elend des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Erinnerungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im Czernowitz aus den späten 1990er Jahren, als die Stadt nach dem Ende der Sowjetunion erstmals wieder ins europäische Bewusstsein trat. Angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus in ganz Europa hat Koepps filmisches Meisterwerk auch über 25 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Aussagekraft und Gültigkeit verloren. Das Leben der Menschen in der Region ist mit den politischen Auseinandersetzungen, mit der Annexion der Krim und dem fortdauernden Krieg in der Ukraine schwierig geblieben.

Do., 4. Jul · 11:00-12:30 · RBB
Eröffnung des Potsdamer Synagogenzentrums

Potsdam bekommt ein Synagogenzentrum. Am 4. Juli 2024 wird der Neubau in unmittelbarer Nähe des Landtags feierlich eröffnet. Zum Festakt werden u. a. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erwartet.

Do., 4. Jul · 12:30-13:00 · RBB
Die Püppchen aus der Auguststraße

Die Zwillinge Ruth und Regina sind in der Auguststraße in Berlin-Mitte groß geworden. Heute sind sie 85 Jahre alt. Ihre Mutter starb früh, und sie kamen ins jüdische Kinderheim. Nur knapp haben sie überlebt. Jetzt sind sie noch einmal von Israel nach Berlin-Mitte gekommen und zeigen die Orte ihrer Kindheit und ihrer Träume. Damals wollten sie Bühnenstars werden. Doch alles kam anders. „Ruthchen und Ginchen“ haben sich noch einmal auf den Weg gemacht. Vermutlich zum letzten Mal in ihrem Leben kommt das Zwillingspaar mit 85 Jahren von Tel Aviv nach Berlin. Hier haben die Mädchen ihre Kindheit verbracht und Visionen von einem Leben als Bühnenstars gehabt. Ruth und Regina sind in der Auguststraße in Berlin-Mitte groß geworden. Bereits 1935 wurden der Mutter und ihren Kindern die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen, ihr Vater war Jude. Fünf Jahre später starb ihre Mutter an Tuberkulose und die Mädchen kamen ins Jüdische Kinderheim. In der Reportage führen die Zwillingsschwestern an all jene Orte, die es ihnen möglich gemacht haben, dem Transport in ein Lager zu entkommen und so die Kriegszeit zu überleben. Der Höhepunkt ihres knapp einwöchigen Aufenthaltes ist ein Besuch im Kino Babylon. Dort haben beide ihren ersten Film mit Shirley Temple gesehen, der sie nacheifern wollten, wenn sie gekonnt hätten. Nun, fast am Ende ihres Lebens dürfen sie hier im Babylon gemeinsam auf der Bühne stehen und singen … Film von Nadja Tenge und Sally M. Jaber

Fr., 5. Jul · 22:50-00:40 · BR
Female Agents – Geheimkommando Phoenix

Bei einer Sabotage-Aktion gegen die Nazis verliert die tapfere Résistance-Kämpferin Louise Desfontaine (Sophie Marceau) ihren Mann. Mit knapper Not gelingt ihr die Flucht nach England, wo ihr Bruder Pierre (Julien Boisselier) in der britischen Armee dient. Doch der Krieg ist für Louise noch nicht zu Ende. Die britische Special Operations Executive (SOE) erteilt ihr einen heiklen Spezialauftrag: Ein Geologe (Cecil Conrad), der am Strand der Normandie zur Vorbereitung der alliierten Landung Untersuchungen durchführte, ist in die Hände der Deutschen gefallen. Der Geheimnisträger muss schnellstens aus einem Wehrmachtskrankenhaus entführt werden, bevor die SS ihn foltern kann und Details über die geplante Invasion erfährt. Für ein solches Himmelfahrtskommando würde im konventionellen Action-Thriller eine Truppe knallharter Männer zusammengestellt. In Female Agents – Geheimkommando Phoenix“ dagegen bricht Louise gemeinsam mit der Prostituierten Jeanne (Julie Depardieu), der gottesgläubigen Sprengstoffexpertin Gaëlle (Déborah François), der Ex-Nazigeliebten Suzy (Marie Gillain) und der italienischen Jüdin Maria (Maya Sansa) ins besetzte Frankreich auf. Als Krankenschwestern getarnt, geling es der Sondereinheit im Handstreich, den Geologen zu befreien. Doch nach erfolgreichem Abschluss der Mission dürfen die Frauen wider Erwarten nicht nach England zurückkehren. Zwischenzeitlich hat ein eifriger SS-Oberst (Moritz Bleibtreu) zu viel über ihre Mission und den geplanten D-Day herausgefunden – und muss liquidiert werden. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Sa., 6. Jul · 04:30-05:15 · PHOENIX
Die verschwundenen Millionen der DDR – Frau Fini und die SED

Ist Rudolfine Steindling, genannt „rote Fini“, die größte Wirtschaftskriminelle des vergangenen Jahrhunderts? Mit Charme und Resolutheit bringt sie den Handel mit der DDR via Österreich in Schwung. Als einzige Frau in einer reinen Männerwelt arbeitet sie mit allen Mitteln, die ihr im Kalten Krieg zur Verfügung stehen und verdient dabei Millionen. Die rote Fini, so wird die Gucci-Kommunistin Rudolfine Steindling liebevoll von den Wienern genannt. Ist sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau oder die größte Wirtschaftskriminelle des vergangenen Jahrhunderts? Mit Charme und Resolutheit, als einzige Frau in einer reinen Männerwelt und mit allen Mitteln, die ihr im Kalten Krieg zur Verfügung stehen, bringt sie den Handel mit der DDR in Schwung. Als Ehefrau eines jüdischen Bankdirektors und Mitglied der KPÖ verwaltet sie zunächst deren Firmen. In der Nachkriegszeit gab es in Österreich auch attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für Kommerzgenossen. Fini vergrößert das Firmenimperium der KPÖ, ist bald für alle Geschäfte mit der DDR unentbehrlich und verdient so Millionen. Den Auftrag, ein schlüsselfertiges Stahlwerk für die DDR zu bauen, holt sie nach Österreich und kann auch dabei helfen, wenn ein Embargo umgangen werden muss. Ist sie auch daran beteiligt, eine gesamte Festplattenfabrik in die DDR zu schmuggeln? Dass ihre Methoden nicht immer legal sind, sieht man ihr nach, denn Fini unterstützt großzügig Kultur und Sozialprojekte. Der Mauerfall und die rasante Wiedervereinigung setzen dem Ost-West-Handel nach Finis Methode schnell ein Ende. Niemand braucht mehr Vermittler, wenn es bald keine DDR mehr geben wird. Doch noch liegen 500 Millionen DM auf Finis Konten eine enorme Summe. Für die Treuhand handelt es sich um Geld der SED, das dem wiedervereinigten Deutschland zusteht, doch das will Fini nicht akzeptieren. Ob sie damit Erfolg hat oder ob die Deutschen am Ende doch noch zu ihrem Geld kommen davon erzählt dieser Film.

So., 7. Jul · 00:15-02:45 · ZDFneo
München

Bei der Olympiade 1972 werden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen getötet. Avner Kauffman erhält von höchster israelischer Stelle den Auftrag zur Vergeltung. Der junge Mossad-Agent soll die Verantwortlichen des Massakers finden und töten. Gemeinsam mit seinem Team und ausgestattet mit immensen finanziellen Mitteln, macht sich Kauffman an die Arbeit. Doch nach und nach kommen ihm Zweifel am Sinn der Vergeltungsschläge. Intensiver Polit-Thriller über die Vergeltungsaktion Israels nach dem Olympia-Attentat 1972. Regie führte Steven Spielberg, in der Hauptrolle des Mossad-Agenten Kauffman brilliert Eric Bana.

So., 7. Jul · 00:45-02:48 · Das Erste (ARD)
Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses

1964, im US-Bundesstaat Mississippi: Eines Nachts verschwinden drei junge Bürgerrechtler, offenbar ermordet von fanatischen Anhängern des rassistischen Ku-Klux-Klan. Da von den Leichen jede Spur fehlt, werden zwei FBI-Agenten auf den Fall angesetzt. Der alte, abgeklärte Anderson und der junge, idealistische Ward könnten gegensätzlicher kaum sein. Mit höchst unterschiedlichen Methoden versuchen die beiden, den aufsehenerregenden Mordfall zu lösen – und stoßen dabei in ein gefährliches Wespennest aus Hass, Korruption, Rassismus und Gewalt. Alan Parker inszenierte ein packendes Politdrama nach einem authentischen Fall.

So., 7. Jul · 23:45-00:30 · ZDF
Terra X History: Die Geschichte des Terrorismus

Terrorismus gibt es schon seit der Antike. Die Täter sind Christen, Moslems, Juden, Rechts- und Linksradikale. Manche schwören später der Gewalt ab und erhalten sogar den Friedensnobelpreis. Assassinen töten mit dem Dolch, Anarchisten mit Dynamit. Die PLO „erfindet“ die Flugzeugentführung und bildet weltweit Kampfbrigaden wie die RAF aus. Die Ex-Terroristen Menachem Begin, Jassir Arafat und Nelson Mandela lassen die Gewalt hinter sich. „Terra X History“ erzählt die Geschichte des Terrorismus und analysiert die verschiedenen Strategien – und oft ihr Scheitern.

Mo., 8. Jul · 01:10-02:40 · HR
Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten

„Wir waren in der AfD“ ist die Innensicht einer Partei, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter radikalisiert hat und zugleich ein Film über die Mechanismen politischer Radikalisierung. In der Dokumentation kommen ausschließlich diejenigen zu Wort, die der Partei in den Anfangsjahren begeistert beitraten. Sie beschreiben, was sie in der Partei gesucht und gefunden haben, aber auch, wie und warum sie mittlerweile ernüchtert und erschrocken über die Entwicklung der AfD ausgetreten sind. „Das ist, wie wenn man als Stürmer ein Tor schießt“, so beschreibt Marco Schild aus Heiligenhaus seinen ersten Auftritt als Redner bei einer Parteiversammlung der AfD. Er genießt die Wertschätzung, die ihm an diesem Abend und in den kommenden Wochen und Monaten entgegengebracht wird, er bekommt in der Folge einen Job bei einem AfD-Abgeordneten und verdient plötzlich Geld in der Politik – viel mehr als andere in seinem Alter. „Das macht etwas mit einem. Das ist wie eine Droge. Das dauert lange, bis man realisiert, dass da auch Rechtsradikale um einen herum sind.“ Nicht nur Marco Schild fällt es lange schwer, sich die Entwicklung der Partei einzugestehen und die Konsequenzen zu ziehen. Auch Alexander Leschik aus Münster sagt, er sei viel zu lange ein „bürgerliches Gesicht einer zunehmend enthemmten Partei“ gewesen und Franziska Schreiber aus Dresden ergänzt: „Natürlich ist das erklärungsbedürftig, wie man so viele Jahre in der AfD Mitglied sein konnte.“ Sie berichtet von den Auseinandersetzungen mit ihrem Opa – einem eingefleischten Sozialdemokraten: „Wie kannst Du in einer Partei Mitglied sein, die die Grundwerte unserer Familie offensichtlich mit Füßen tritt?“ Marco Schild, Alexander Leschik, Franziska Schreiber und die anderen Gesprächspartner dieses Filmes eint eine Erfahrung – sie alle waren Mitglied in der AfD und sie haben das Bedürfnis Auskunft zu geben, Rechenschaft abzulegen – aber auch zu warnen: Was sind die Gründe für den beispiellosen Radikalisierungsprozess der Partei? Wie sollte die Mehrheitsgesellschaft mit einer Partei umgehen, die vom Verfassungsschutz in weiten Teilen als rechtsextremistisch eingestuft wird? Wie ermöglichen wir es den Mitgliedern und Anhängern der AfD in die Mehrheitsgesellschaft zurückzufinden?

Mo., 8. Jul · 14:30-15:00 · PHOENIX
Terrorgefahr in Deutschland – Die neue Strategie des IS

Wie groß ist die Terrorgefahr durch Islamisten in Deutschland? Kurz vor der Fußball-EM sind die politisch Verantwortlichen nervös. Und das nicht erst seit dem Anschlag in Moskau im März. Sicherheitsbehörden beobachten erhöhte Aktivitäten in der islamistischen Szene: Anschläge des IS-Ablegers ISPK wurden vereitelt, mutmaßliche Terroristen festgenommen. „Die Spur“ folgt den Islamisten und deckt ihre Motive und Rekrutierungsmethoden auf. Die Recherche der Autoren Carl Exner und Candan Six-Sasmaz beginnt in Nordrhein-Westfalen, in Duisburg. Hier nimmt die Polizei im Oktober 2023 einen Mann fest. Ihm wird vorgeworfen, einen Anschlag im Namen des IS geplant zu haben. Sein mutmaßliches Ziel: eine pro-israelische Demonstration. Das Brisante dabei: Der Verdächtige galt als Aussteiger aus der IS-Szene. Die Journalisten reden mit Freunden des Terrorverdächtigen, nehmen mit den deutschen Geheimdiensten Kontakt auf und begeben sich undercover auf Veranstaltungen. Dabei stellen sie fest: Islamistische Terrornetzwerke haben eine neue Strategie, Anhänger zu werben.

Mi., 10. Jul · 07:30-07:55 · ARD-alpha
Willi wills wissen: Was glaubt man, wenn man jüdisch ist?

Reportagen für Kinder und alle, die es wissen wollen. Was glaubt man, wenn man jüdisch ist? In Deutschland leben ungefähr 105.000 Menschen jüdischen Glaubens. Willi will heute herausfinden, was es bedeutet, jüdisch zu sein und ist dazu in München unterwegs. Christen gehen zum Gottesdienst in die Kirche – Juden in die Synagoge. Rabbi Diskin zeigt Willi die Tora, das wichtigste Schriftstück im jüdischen Glauben. Die Tora ist aber kein Buch, sondern eine Rolle aus Pergament, die mit zwei Holzstäben bewegt wird. Willi staunt nicht schlecht: Jeder der 304805 hebräischen Buchstaben ist handgeschrieben! Wer die 613 Ge- und Verbote, die in der Tora enthalten sind, befolgt, hält sich auch an bestimmte Speisegesetze. Gegessen und getrunken werden darf nur, was koscher ist. Was das genau bedeutet, erfährt Willi im Supermarkt von Zeef. Auch Schokoriegel tragen ein „Koscher-Siegel“. Dann trifft Willi Charlotte Knobloch. Seit 7.6.2006 ist sie Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Von ihr erfährt der Reporter, wie viele Menschen jüdischen Glaubens während des Dritten Reiches ermordet wurden und wie sie diese Zeit erlebt hat. Einer der wichtigsten Tage im Leben eines Jungen jüdischen Glaubens ist der Tag seiner Bar Mitzwah. Bar Mitzwah bedeutet so viel wie „Sohn des Gebotes“. Ab der Bar Mitzwah, die in der Synagoge gefeiert wird, ist ein Junge im religiösen Sinn volljährig. Für den 13jährigen Kevin ist es heute soweit, und Willi darf dabei sein. Was Willi noch nicht wusste: Im jüdischen Glauben ist nicht der Sonntag, sondern der Samstag, der Tag, an dem nicht gearbeitet werden soll. Was am Sabbat passiert (oder eben nicht), erfährt Willi von Robby und seiner Familie.

Fr., 12. Jul · 16:05-17:40 · arte
Der Garten der Finzi Contini

Der wohlhabende jüdische Literaturprofessor Finzi Contini lebt in der italienischen Stadt Ferrara mit seiner Familie auf einem großzügigen Anwesen. Da die jüdische Bevölkerung gegen Ende der 30er Jahre im Zuge von Mussolinis antisemitischer Politik zunehmend ausgegrenzt wird, öffnet er den üppigen Garten, um sich und seinen beiden Kindern die Freizeitgestaltung mit Freunden zu ermöglichen. Unter den jungen Leuten, die sich während des Sommers dort treffen, ist auch Giorgio, der schon seit seiner Kindheit in Micòl, die Tochter des Hauses, verliebt ist. Auch Micòl scheint eine besondere Zuneigung für Giorgio zu empfinden, der ihrem kranken Bruder Alberto verblüffend ähnelt. Dennoch begegnet sie Giorgio mit einem seltsamen Wechsel aus Nähe, Verbundenheit und Distanz. Nach einem Aufenthalt in Venedig erklärt sie ihm, ihn nicht mehr sehen zu wollen. Giorgio reist daraufhin zu seinem Bruder, der in Frankreich studiert. Hier erfährt er zum ersten Mal von den Konzentrationslagern und der Gewalt gegen Juden in Deutschland. Bei seiner Rückkehr nach Ferrera wird die Situation mit Ausbruch des Krieges auch für Italiens Juden immer bedrohlicher. Im Jahr 1943 verhaftet man die Finzi Contini, um sie zu deportieren …

Fr., 12. Jul · 18:00-18:30 · PHOENIX
Braune Burschenschaften – Das rechtsextreme Netzwerk der AfD

Ausländerhetze, „Ariernachweis“, Hitlergrüße: Immer wieder fallen Burschenschaften mit rechtsextremen Umtrieben auf – und mit einer Nähe zur AfD. Das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ deckt erstmals das Netzwerk zwischen Partei und Burschenschaftern auf. Wie steht die Parteispitze zu diesem Netzwerk? Wird es dort stillschweigend toleriert oder sogar offensiv protegiert Im Bundestag und in den Landtagen gehören zahlreiche Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD einschlägigen Burschenschaften an. Das haben Recherchen des ARD-Politikmagazins REPORT MAINZ ergeben. Demnach haben mehr als 50 Abgeordnete Bezüge zu Studentenverbindungen. Die meisten von ihnen sind selbst Mitglied, darunter häufig in Burschenschaften und in solchen, die Teil des umstrittenen Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“ (DB) sind. Experten schätzen diesen als besonders rechtslastig ein. Andere Abgeordnete beschäftigen Mitarbeiter aus diesem Milieu oder haben bereits in Burschenschaftshäusern Vorträge gehalten. Hinzu kommen den Recherchen zufolge rund 60 Mitarbeiter. Sie arbeiten für die AfD-Fraktionen im Bundestag, im Europaparlament und in den Landtagen oder für einzelne Abgeordnete. In dieser Funktion schreiben sie beispielsweise Reden, machen die Pressearbeit und haben in den Parlamenten Zugang zu wichtigen Informationen. Auch von ihnen haben die meisten einen Bezug zur „Deutschen Burschenschaft“. Bezüge zu solchen Burschenschaften finden sich dabei bis hin zum Spitzenpersonal der AfD. So beschäftigt Fraktions- und Parteichefin Alice Weidel gleich drei Männer, die Mitglied entsprechender Burschenschaften sind. Darunter ist beispielsweise ihr Büroleiter und Pressesprecher. Für den EU-Spitzenkandidaten Maximilian Krah arbeitet ein Mann, der mehrere Jahre Mitglied in der umstrittenen Berliner Burschenschaft „Gothia“ war und dort eine teils herausgehobene Stellung einnahm. Diese geriet zuletzt wegen mutmaßlich rechtsextremer Tendenzen in die Kritik. Die Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth von der Universität Gießen, die seit vielen Jahren zu Burschenschaften forscht, zeigt sich angesichts der Recherche besorgt. Zwar stammten einige der mehr als 100 Politiker und Mitarbeiter aus eher gemäßigten Verbindungen. Doch die mit Bezügen zu einschlägigen Burschenschaften seien eindeutig in der Mehrheit. „Die Größe der Zahl schockiert mich“, so Kurth im Interview mit REPORT MAINZ. Die Recherche mache deutlich, dass es innerhalb der AfD „ein rechtsextremes Netzwerk von Burschenschaftern“ gebe. „Dieses Netzwerk halte ich für hochgefährlich, da es sicherlich dazu beitragen wird, die ideologische Ausrichtung der AfD noch weiter nach rechts zu verschieben“, so Kurth. Weder Fraktionschefin Alice Weidel noch EU-Spitzenkandidat Maximilian Krah äußerten sich zu den Recherchen von REPORT MAINZ. Auch der Parteivorstand ließ eine Anfrage unbeantwortet. Für die Analyse hat das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ mit Hilfe von Insidern, Dokumenten und Hinweisen von Journalisten des Bayerischen Rundfunks zum ersten Mal systematisch Bezüge von Abgeordneten und Mitarbeitern im Bundestag, allen 16 Landtagen und im Europaparlament zu Studentenverbindungen untersucht. Überprüft wurden auch Informationen von antifaschistischen Recherchegruppen wie der Autonomen Antifa Freiburg.

So., 14. Jul · 09:03-09:30 · ZDF
37°Leben: Deutsch-Palästinenser*innen 2024 – im Spannungsfeld

Die Eskalation in Nahost und die Angst um Angehörige vor Ort: Wie gehen hierzulande junge Menschen mit palästinensischen Wurzeln mit der Situation um? Was bedeutet es für sie persönlich? Abdul Kader Chahin (31) ist Sohn palästinensischer Geflüchteter. Trotz seiner Verzweiflung setzt sich der Comedian für Verständigung ein. Darin Shammout (24) hat zurzeit Angst, aber sie möchte als Deutsch-Palästinenserin auch gehört werden und erzählen, was sie bewegt. Als Abdul Kader Chahin nach Deutschland kommt, lebt er mit seiner Familie sieben Jahre lang in einem Asylheim. Er beschreibt diese Zeit als prägend für seine Identitätsfindung. „Man ist niemand“, reflektiert er. Chahins Sichtweise auf den Nahostkonflikt hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Während er früher ein klares Bild von Israel als Aggressor hatte, engagiert er sich heute in Bildungsprojekten gegen Antisemitismus und für die Verständigung zwischen Israel und Palästina. Als Comedian steht Chahin vor der Herausforderung, wie er den Nahostkonflikt in seinem Programm verarbeiten kann und wo die Grenzen des Humors liegen. Darin Shammout (24) ist in Gütersloh geboren und aufgewachsen. Die Tochter eines in den Libanon geflüchteten Vaters und einer in den Palästinensergebieten aufgewachsenen Mutter studiert Jura in Köln und befasst sich mit Internationalem Strafrecht. Ihre Eltern haben ihr und ihren Geschwistern immer nahegelegt, Nachrichten zu schauen und sich über Politik zu informieren. Zurzeit spürt sie eine Erwartung der Gesellschaft, sich als Deutsch-Palästinenserin rechtfertigen zu müssen. Außerdem fühlt sie sich ohnmächtig und hat das Gefühl, nicht viel tun zu können, um das Leid der Bevölkerung in Gaza zu lindern. Sie sieht es als besondere Herausforderung, über die komplexe Geschichte des Nahostkonflikts aufzuklären, und wendet sich gegen Vereinfachungen. Die Palästinenser und Palästinenserinnen bilden eine der größten und ältesten staatenlosen Gemeinschaften weltweit – in Deutschland leben geschätzt bis zu 225.000 Menschen, die palästinensische Wurzeln haben.

Mo., 15. Jul · 09:00-09:50 · arte
Nazis, made in Austria

Die im Fahrwasser der deutschen NSDAP gegründete österreichische NS-Partei, die NSDAP-Hitlerbewegung, bekam immer mehr Zulauf. In einem instabilen politischen Umfeld verübte sie eine wachsende Zahl von Gewalttaten. Führende Köpfe waren Ernst Kaltenbrunner, Arthur Seyss-Inquart und Adolf Eichmann. Die später als Kriegsverbrecher verurteilten Männer machten Österreich zum Versuchslabor für den Unterdrückungsapparat der Nazis, bevor sie dessen Mechanismen nach dem „Anschluss“ voll übernahmen. Unter dem Deckmantel der Euthanasie ermordeten sie Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in den Krankenhäusern und waren an der Errichtung des Konzentrationslagers Mauthausen beteiligt. Die österreichische Schwesterpartei der NSDAP wurde zur Vorreiterin bei der Verfolgung von Juden, ihrer systematischen Beraubung und der erzwungenen Emigration bis hin zu den allerersten Deportationen. Die von den Parteimitgliedern in ihrem Heimatland erworbene Erfahrung kam nach Kriegsausbruch im gesamten Deutschen Reich in den besetzten beziehungsweise annektierten Gebieten zum Einsatz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs jedoch sah sich Österreich unter Berufung auf den „Anschluss“ 1938 offiziell vor allem als erstes Opfer Adolf Hitlers und legte großen Wert darauf, die eigene Unschuld zu betonen. Mit dieser Mythenbildung weigerte sich das Land, seine Mitverantwortung für die Verbrechen des Dritten Reiches zuzugeben. Auch über die Beteiligung der österreichischen Bevölkerung am Vernichtungsapparat der Nazis wurde lieber geschwiegen. Erst 1991 erkannte der österreichische Staat offiziell an, dass Österreich eine Mitverantwortung an den bis dahin nur Deutschland zugeschriebenen Verbrechen trage.

Mo., 15. Jul · 09:50-10:45 · arte
Résistance. Im Dienste seiner Majestät

Eine ehrgeizige Strategie, die sich jedoch schnell als Sackgasse erwies, denn jeder Aufstand scheiterte blutig. Ende 1941, als der Kriegseintritt der USA und der UdSSR die Hoffnung auf einen militärischen Sieg aufkommen ließ, wurden die Ziele der SOE realistischer. Von nun an durften ausschließlich von London ausgebildete Elite-Agenten den Boden für eine bevorstehende Militäroperation großen Ausmaßes bereiten. Eine Einmischung, die oft Spannungen mit den Exilregierungen hervorrief. Im Vorgriff auf die „Operation Overlord“, so der Deckname der alliierten Invasion in der Normandie, wurde jedes Land entsprechend seiner strategischen Bedeutung behandelt. In Dänemark und Norwegen mussten sich die Widerstandskämpfer mit Sabotagen zufriedengeben, die vor allem den Zweck hatten, deutschen Truppentransporte an die Front zu verlangsamen. In Frankreich, Italien und Belgien dagegen unterstützten die von der Spezialeinheit ausgebildeten Partisanen die alliierten Truppen. Am 8. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich schließlich. Schnell bemühten sich die meisten Länder, die Rolle der SOE zu verschleiern. Stattdessen verbreiteten sie den nationalen Mythos, die Patrioten hätten ihr Vaterland einzig und allein aus eigener Kraft befreit.