„Der Hunger des Hasses ist nie gestillt“

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Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, startet eine neue Podcastreihe unter dem Titel „Hass gegen Juden – bei uns?! Eine Gesprächsreihe zu jüdischer Gegenwart in Deutschland“. Erster Gesprächspartner ist Michel Friedman. Unbedingt anhören!

Antisemitische Vorfälle sind in Deutschland auf dramatische Weise angestiegen. Corona, dann der russische Angriff auf die Ukraine und aktuell nun der Gaza-Krieg als Folge des schrecklichen Terrorangriffs der Hamas auf Israel wirken hier geradezu wie Brandbeschleuniger.

Erst gestern hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser gemeinsam mit Holger Münch, dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, einen bisher beispiellosen und erschütternden neuen Höchststand seit Beginn der Erfassung bekannt gegeben.

Darüber muss gesprochen werden. Denn der Hass auf Jüdinnen und Juden in Deutschland ist real.

Unter dem Titel „Hass gegen Juden – bei uns?! Eine Gesprächsreihe zu jüdischer Gegenwart in Deutschland“ startet der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus heute eine neue Podcastreihe.

„Antisemitismus hat viele Gesichter. Je nach dem, woher er kommt – von rechts, von links oder aus dem Islamismus, zeigt er sich anders. Genau darüber möchte ich mit den Gästen meiner neuen Podcastreihe sprechen und zugleich konkrete Herausforderungen, Ursachen und Möglichkeiten der Bekämpfung von Antisemitismus diskutieren“, sagt Klein.

Jedes der zunächst insgesamt fünf Gespräche, die ab jetzt immer mittwochs veröffentlicht werden, wird daher einen anderen Schwerpunkt haben und eine bestimmte Erscheinungsform von Antisemitismus in den Fokus nehmen, wie etwa Antisemitismus in Kunst und Kultur, Antisemitismus im akademischen Raum oder Antisemitismus unter Muslimen.

Den Auftakt macht in der heutigen Folge der Bestsellerautor und Jurist Michel Friedman. „Jeder rassistische Hass, den wir zulassen, ist ein Hass auf die Demokratie“, sagt er in dem Gespräch mit Felix Klein, das sich im Schwerpunkt um den Zusammenhang von Antisemitismus und Rechtsextremismus dreht. Friedman kommt dabei auch auf die AfD zu sprechen, die er eine antidemokratische Partei nennt, und welche Szenarien aus seiner Sicht zu erwarten seien, wenn die AfD auf Bundesebene mitregierte – was ihn selbst dazu bringen würde, Deutschland in einem solchen Fall zu verlassen.

Friedman sagt weiter: „Rechtsextremismus ist die größte Gefahr für die Demokratie – weil er Menschen erster und zweiter Klasse schafft und damit dem Gleichheitsgedanken des Grundgesetzes widerspricht.“ Außerdem spricht er über die „ersten Fakenews der Welt“ und warum Deutschland nie „nazi-rein“ geworden sei.

Den Podcast gibt es ab sofort überall, wo es Podcast gibt, und zum Anschauen auch im Video-Format auf www.antisemitismusbeauftragter.de