Holocaust-Überlebender Willi Kreutz mit 90 Jahren verstorben

0
25
Willi Kreutz in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau © Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma trauert gemeinsam mit dem Zentralrat um den Holocaust-Überlebenden Willi Kreutz, der am 11. Februar 2023 im Alter von 90 Jahren in Mannheim verstorben ist. Er war beiden Organisationen eng verbunden und begleitete die Delegationen des Zentralrates von Beginn an zu den internationalen Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma am 2. August ins ehemalige Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Willi Kreutz wurde am 6. Juli 1932 in Düsseldorf geboren. Im Zuge der Maideportationen tausender Sinti und Roma in das sogenannte Generalgouvernement Polen wurde seine ältere Schwester, die spätere Bürgerrechtlerin Hildegard Lagrenne deportiert. Einige Monate später folgten ihr Willi Kreutz und seine Eltern nach.

Im März 1941 wurde Willi Kreutz in das Lager Kattowitz-Myslowitz deportiert, in dem bereits mehrere seiner Verwandten inhaftiert waren. Sein Schwager musste in einem Rüstungsbetrieb Zwangsarbeit leisten, während seine Schwester, Hildegard zu schwersten Erdarbeiten genötigt wurde. Ende Januar 1945 konnte die Rote Armee das Lager befreien. Völlig entkräftet wurde Willi Kreutz dort noch bis zum Juni vom Roten Kreuz versorgt und kehrte schließlich zu den Überlebenden seiner Familie nach Deutschland zurück.

Romani Rose, Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums sowie des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, würdigte den 90-Jährigen mit folgenden Worten: „Ich bin sehr traurig über den Tod von Willi Kreutz. Mit ihm verlieren wir einen der letzten Überlebenden und wichtigen Zeitzeugen des Holocaust an den Sinti und Roma. Wir werden ihn nie vergessen.“

Bild oben: Willi Kreutz in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau © Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma