Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 31. Dezember 2022

So., 18. Dez · 09:03-09:30 · ZDF
37°Leben: Warum glaubst du? Die Schuld

Wie kann Religion helfen, wenn man etwas verbockt hat? Saadet will wissen, warum es wichtig ist, dass wir Fehler bereuen und wie man als gläubiger Mensch Vergebung erlangen kann. „Warum glaubst du?“ befasst sich mit existenziellen Lebensfragen junger Menschen. Auf ihrer Entdeckungsreise geht Saadet der Frage nach, ob Religion heute noch etwas zu melden hat und warum junge Leute an ihrem Glauben festhalten und danach leben. Enes ist muslimischer Gefängnisseelsorger. Im Gespräch mit den Inhaftierten zeigt er Wege seiner Religion auf, mit Schuld umzugehen. Aber kann man jeden Fehler – egal wie schwer die Schuld wiegt – wieder gut machen? Und warum brauchen wir überhaupt das Gefühl, dass die Schuld irgendwann aufgehoben und überwunden ist? Saadet begleitet Enes in die Justizvollzugsanstalt und darf bei seinen Seelsorgegesprächen mit Inhaftierten dabei sein. Georgiy ist bekennender Jude. Er nimmt sich die Freiheit, seine Religion zu hinterfragen und für sich anzupassen. An Jom Kippur, dem Fest der Versöhnung und wichtigstem jüdischen Feiertag, verlässt er seine Wohnung nicht. Mithilfe alter Fotos auf dem Handy lässt er das letzte Jahr Revue passieren. Sind da noch Dinge offen? Muss er sich für etwas entschuldigen? Im vergangenen Jahr ist eine gute Freundschaft zu Ende gegangen. Da musste Georgiy verzeihen und loslassen. Davor hat er eine Beziehung unschön beendet und möchte seine Ex-Freundin um Verzeihung bitten. Saadet fragt Georgiy, wie ihm der jüdische Feiertag hilft, einmal im Jahr reinen Tisch zu machen. Als andere konfirmiert wurden, hat sich Holly bewusst für den Buddhismus entschieden. Sie engagiert sich im Tibet-Zentrum Hannover, unterstützt dort das Homeless-Care-Projekt. Mehr als hundert Menschen ohne Obdach oder in Armut versorgen sie dort mit gesunden Mahlzeiten. Es zählen die Taten. Jeden Tag hat ein Buddhist die Möglichkeit, durch sein Tun sein Karma-Konto aufzubessern. Saadet will wissen: Wie genau funktioniert das mit dem Karma-Konto? Kann man einfach Gutes tun, nachdem man Mist gebaut hat und wird so seine Schuld wieder los?

So., 18. Dez · 09:30-10:00 · BR
Alte Synagogen, neu belebt

Die Filmautorin widmet sich zwei Plätzen, die beinahe in Vergessenheit gerieten: die Synagogen in der Münchner Reichenbachstraße und am Berliner Fraenkelufer. Es sind Plätze, um die sich lange niemand gekümmert hat, Orte, die nahezu in Vergessenheit gerieten: die Synagogen in der Münchner Reichenbachstraße und am Berliner Fraenkelufer. Dass sich das gerade grundlegend ändert, ist einigen engagierten Menschen zu verdanken. Die Synagoge Reichenbachstraße war ein architektonisches Juwel, 1931 im Stil der Neuen Sachlichkeit nach den Plänen des Architekten Gustav Meyerstein errichtet. In der Pogromnacht 1938 schwer beschädigt, überstand die Synagoge die Nazizeit als Lagerraum. Nach dem Kriegsende hatte die Israelitische Kultusgemeinde hier ihren Sitz. Doch seit dem Umzug der Gemeinde an den St.-Jakobs-Platz stand der Bau leer. Bis die Münchner Publizistin Rachel Salamander beschloss, einen Verein zur Rettung des Gebäudes zu gründen. Sie möchte die Synagoge, eine der wenigen weltweit im Bauhaus-Stil, in ihren originären Zustand zurückversetzen. Doch nicht nur das: Das alte Haus soll neu belebt werden. Mit Unterricht für Schulklassen, Kantorengesängen und kulturellen Veranstaltungen soll hier ein Platz für Kultur und Begegnung entstehen. Auch in der alten Synagoge am Berliner Fraenkelufer kehrt neues Leben ein. 1913 errichtet, hat sie Krieg und Nazizeit schwer beschädigt überstanden, nur ein Seitentrakt ist erhalten geblieben. Um einen Wiederaufbau kümmerte sich lange niemand. Doch seit ein paar Jahren setzen sich der Israeli Dekel Peretz und seine deutsche Frau Nina massiv für einen Wiederaufbau des alten Gebäudes ein. Denn eine junge Gemeinschaft in „Kreuzkölln“, dem Übergang von Kreuzberg zu Neukölln, findet hier einen Platz, an dem sie sich trifft, gemeinsam betet, Lernnächte veranstaltet und vieles mehr. „Es ist eine Grassroot-Gemeinde, in der sich jeder engagiert“, sagt Nina Peretz über die Gemeinschaft, in der sich junge israelische Familien genauso finden wie Vertreter von „Keshet“, einer queeren Organisation. Mit einem Café, Ausstellungen und Veranstaltungen wollen sie die wiederaufgebaute Synagoge auch für die nichtjüdische Welt einladend öffnen.

So., 18. Dez · 09:45-10:15 · SWR
Der Mutmacher – Shai Hoffmanns Weg vom Schauspieler zum Aktivisten

Was hält die Gesellschaft noch zusammen? Was kann sie gegen Hass und Vorurteile tun? Der Berliner Aktivist und Sozialunternehmer Shai Hoffmann will mit Menschen ins Gespräch kommen. Er zieht mit einem Tiny House durch Berlin und wirbt für Demokratie und Grundwerte, kämpft gegen Antisemitismus und setzt sich für eine offene Gesellschaft ein. Mit seinen Aktionen macht er anderen Mut, selbst aktiv zu werden. Dabei weiß er um die Grenzen seiner Möglichkeiten und seiner Gesundheit. 2007 hatte ihm sein Vater Chaim eine Niere gespendet. Die Transplantation machte ihn unabhängig von der Dialyse, doch er musste seine Karriere als Schauspieler aufgeben. Er absolvierte ein Wirtschaftsstudium und ist heute Dozent, Moderator, und Aktivist. Seit der Transplantation ist die Beziehung zum Vater noch herzlicher geworden. Dazu gehört auch die Rückbesinnung auf seine jüdischen Wurzeln und Traditionen. Im Dezember feiert er deshalb mit seinem Vater Chanukka das jüdische Lichterfest.

Di., 20. Dez · 02:40-04:10 · ZDF
Stockholm Requiem – Paper Boy

Fredrika ist hochschwanger mit ihrem ersten Kind. Die Entführung zweier jüdischer Jungen geht ihr besonders nah. Bei diesem Fall gerät die Ermittlerin an ihre Grenzen. Die beiden Jungen werden wenig später ermordet aufgefunden. Ihnen wurde eine Papiertüte über den Kopf gezogen, bevor man ihre leblosen Körper in den Schnee legte. Der Vorfall erinnert an die Geschichte von „Paper Boy“, ein altes Märchen aus Israel. „Paper Boy“ wandert nachts umher und bringt unschuldige Kinder um. Die Erzählung von damals wird wieder erschreckend aktuell. Wenige Tage später wird eine junge Lehrerin an einer jüdischen Schule erschossen. Doch es bleibt unklar, wie die Morde zusammenpassen. Fredrika fliegt nach Belgien zu den Großeltern eines der Jungen, um dort mehr über die tragische Vergangenheit der Familie zu erfahren. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Als der überengagierte Sicherheitschef der jüdischen Schule, Efraim, auf eigene Faust ermittelt, wird der Fall für das Ermittlerteam immer undurchsichtiger. Und dann verschwindet die Schwester eines der toten Jungen: Kann das Team Polly noch rechtzeitig finden? Die vom ZDF koproduzierte Krimireihe basiert auf den schwedischen Romanen von Kristina Ohlsson. „Paper Boy“ zeigt die Verfilmung der Romanvorlage „Papierjunge“ aus der „Bergman“-Reihe. Das Konzept für die Nordic-Noir-Reihe stammt von Regisseurin Karin Fahlén, die diese gemeinsam mit Regiekollegin Lisa Ohlin inszeniert. Die schwedische Schauspielerin Liv Mjönes hat die Titelrolle der Fredrika Bergman übernommen. Die Serie ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Frauen in kreativen Schlüsselpositionen in der Filmbranche dazu beitragen, Rollenbilder vor der Kamera anders zu erzählen.

Mi., 21. Dez · 23:45-01:10 · NDR
45 Minuten bis Ramallah

Rafik (Karim Saleh), ein Palästinenser aus Ostjerusalem, hat keine Lust, sich von seinem autoritären Vater tyrannisieren zu lassen. Lieber arbeitet er als Tellerwäscher im fernen Hamburg. Nur der Mutter zuliebe kommt er zur Hochzeit seines kleinen Bruders Jamal (Navid Navid) nach Israel. Auf der Familienfeier gerät er prompt wieder in einen Streit mit seinem alten Herrn, der für ihn eine Ehe arrangieren will. Als sich Rafik vehement weigert, fällt der zornige Vater tot um. Sein Letzter Wille sorgt dafür, dass die Probleme für Rafik nicht abreißen: Der Verstorbene hat verfügt, in seinem Geburtsort Ramallah beigesetzt zu werden. Kein leichter Auftrag für die zerstrittenen Brüder, die dafür den Leichnam über schwer bewachte Grenzübergänge ins palästinensische Autonomiegebiet schmuggeln müssen. Aus der kurzen Fahrt wird eine irre Odyssee für Rafik und Jamal: Erst wird ihr Wagen samt Leiche geklaut, dann geraten sie in die Hände rivalisierender Dschihadisten und schließlich werden sie wider Willen als Selbstmordattentäter rekrutiert. Unerwartete Hilfe kommt von der schönen Prostituierten Olga (Julie Engelbrecht).

Do., 22. Dez · 00:15-02:00 · WDR
Die Frau in Gold

Maria Altmann (Helen Mirren) führt ein zufriedenes Leben in Los Angeles. Doch die Erinnerungen an die Vergangenheit haben sie nie losgelassen: Als Tochter der jüdischen Unternehmerfamilie Bloch-Bauer war sie vor dem Zweiten Weltkrieg in Wien zu Hause, bevor sie vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen musste. Viele Jahrzehnte später erfährt die alte Dame, dass sie die rechtmäßige Erbin mehrerer Werke des österreichischen Malers Gustav Klimt ist. Darunter befindet sich Klimts Porträt ihrer geliebten Tante Adele Bloch-Bauer, das zu den bedeutendsten Werken der Wiener Secession zählt. Die Kunstwerke, damals von den Nazis geraubt, sind mittlerweile im Besitz der Republik Österreich. Die „Goldene Adele“ wird dort als österreichische Mona Lisa verehrt – Marias Ansinnen nach Rückgabe des millionenschweren Kunstschatzes stößt dementsprechend auf wenig Begeisterung. Deshalb schätzt sie ihre Forderung zunächst als hoffnungsloses Unterfangen ein. Zögern lässt sie auch ihr Schwur, niemals wieder nach Österreich zurückzukehren. So ist die tatkräftige Unterstützung des unerfahrenen Anwalts Randy Schoenberg (Ryan Reynolds), eines Enkels Arnold Schönbergs, und des Wieners Journalisten Hubertus Czernin (Daniel Brühl) nötig, damit die Erbin nach Wien fliegt und sich mit Entschlossenheit der Herausforderung stellt, einen juristischen Machtkampf um das wertvolle Familienerbe auszutragen. Diese Reise wird Marias Leben abermals verändern. Erinnerungen sind unbezahlbar: Der Film des britischen Regisseurs Simon Curtis basiert auf wahren Ereignissen, die zu einem David-gegen-Goliath-Duell verdichtet werden. Ein Kampf für persönliche Gerechtigkeit, ein Plädoyer gegen das Vergessen und ein historischer Skandal: „Die Frau in Gold“, benannt nach dem weltberühmten Jugendstilgemälde von Gustav Klimt, beschreibt die emotionale Achterbahnfahrt eines mehrere Jahre dauernden Rechtstreits, der bis zum Obersten Gerichtshof der USA führte. Dabei brilliert Oscar-Preisträgerin Helen Mirren als elegante alte Dame mit unbeugsamem Willen. Ihre männlichen Kollegen Ryan Reynolds und Daniel Brühl geben ihr die nötige Rückendeckung.

Fr., 23. Dez · 20:15-21:45 · PHOENIX
Die Liebe des Hans Albers

„Der blonde Hans“, so wurde Hans Albers genannt, Schauspieler, Sänger, Idol der Deutschen und Liebling der Nazis. Seine große Liebe, Hansi Burg, flieht 1938 vor dem Antisemitismus nach London. Hans Albers aber bleibt in Deutschland, filmt weiter. Hans Albers, der „blonde Hans“, Schauspieler, Sänger, Idol der Deutschen und Liebling der Nazis. Seine große Liebe, Hansi Burg, flieht 1938 vor dem Antisemitismus nach London. Albers aber bleibt in Deutschland. Filmt weiter. 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, treffen sie sich wieder: Hansi Burg kehrt zurück in das Land der Mörder ihrer Eltern, sucht Hans Albers in dessen Villa am Starnberger See auf. Er lebt dort mit einer anderen Frau. Die muss gehen, dann kommt es zu einer spannungsgeladenen Aussprache, einen Tag und eine Nacht lang, in denen der blonde Hans sich unbequemen Fragen und noch unbequemeren Wahrheiten stellen muss. Behutsam und in starken Bildern inszeniert Carsten Gutschmidt („Weltenbrand 1914“, „Leningrad Symphony“, „Paul van Dyk – Musikvideo“) das Wiedersehen der beiden.

Sa., 24. Dez · 01:40-03:23 · Das Erste (ARD)
Die Kinder der Villa Emma

Wien, im Frühjahr 1941: Die Nazis haben die Stadt besetzt, Juden sind nicht mehr sicher. Auf Veranlassung ihres besorgten Vaters findet sich die 14-jährige Betty (Sophie Stockinger) in einer Gruppe jüdischer Kinder wieder, die von einer Hilfsorganisation nach Palästina geschleust werden soll. Betty verliert alles: ihr Zuhause, ihre Familie und ihre beste Freundin. Auf dem beschwerlichen Weg findet die Gruppe in einem Landhaus bei Zagreb kurzzeitig Unterschlupf. Als ihr Begleiter Georg (August Zirner) erschossen wird, müssen die Kinder, nun angeführt vom jungen Josko (Ludwig Trepte) und dessen Helferin Helga (Nina Proll), ganz auf sich gestellt ihre Flucht fortsetzen. Schließlich erreichen sie das italienische Dorf Nonantola und beziehen dort eine leerstehende Villa. Für einen Moment können die Jungen und Mädchen wie andere Gleichaltrige sein: Freundschaften finden sich und romantische Gefühle kommen auf. Schon bald werden die Flüchtenden von der harten Realität des Kriegs eingeholt. Auf ihrer gefährlichen Reise ins Ungewisse müssen sie erneut weiterziehen. Nach wahren Begebenheiten erzählt das bewegende Drama „Die Kinder der Villa Emma“ von einer gefährlichen Flucht, die sich während des Zweiten Weltkriegs zugetragen hat. 1942/1943 war das italienische Dorf Nonantola tatsächlich Zufluchtsort von 73 jüdischen Kindern, die sich auf ihrem Weg ins ‚gelobte Land‘ Palästina dem gnadenlosen Zugriff der Nationalsozialisten entziehen wollten.

So., 25. Dez · 00:50-03:00 · One
Sonny Boy – Eine Liebe in dunkler Zeit

Die selbstbewusste Rika, allein erziehende Mutter von vier Kindern, nimmt Ende der 1920er Jahre einen Untermieter in ihrer Wohnung auf: den 17 Jahre jüngeren Studenten Waldemar aus Surinam. Zum Entsetzen ihrer Verwandten und Nachbarn verlieben sich die beiden ineinander und bekommen ein Kind. Ihren Sohn nennen sie Sonny Boy – nach dem gleichnamigen Lied des Sängers Al Jolson. Als die Nationalsozialisten Holland besetzen, hilft das Paar verfolgten Juden. 1944 werden beide deswegen ins KZ deportiert.

So., 25. Dez · 08:30-10:00 · BR
Kleine große Stimme

Österreich, 1955. Das zehnjährige „Besatzerkind“ Benedikt, ein ungeliebter Waisenjunge, der bei seinen Großeltern auf dem Land aufwächst, träumt von der Aufnahme bei den Sängerknaben. Eine Tournee mit den Sängerknaben sieht er als seine einzige Chance, seinen Vater, einen amerikanischen Besatzungssoldaten, der nichts von ihm wissen kann, zu finden. Alles, was er hat, ist eine Melodie, die seine Mutter ihm zu Lebzeiten vorgesungen hat. Mit der Hilfe der Großmutter und des Kapellmeisters Max Goldberg, eines aus den USA nach Wien zurückgekehrten Juden, schafft Benedikt das Unmögliche. Doch bei den Sängerknaben gerät er vom Regen in die Traufe. Der Konkurrenzkampf unter den Jungs ist hart. Neulinge werden grob behandelt. Talent alleine genügt nicht, um in den Chor für die Amerikatournee aufgenommen zu werden. Benedikt freundet sich mit Max‘ Vater Siegfried an, der die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus überlebt hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Familie, die Benedikt seit dem frühen Tod seiner Mutter nicht mehr hatte.

So., 25. Dez · 20:15-22:05 · Das Erste (ARD)
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Berlin im Januar 1933. Für die neunjährige Anna Kemper (Riva Krymalowski) endet die Unbeschwertheit ihrer Kindheit durch Hitlers Machtergreifung. Ihr Vater Arthur (Oliver Masucci), ein hoch angesehener Publizist, steht als jüdischer Intellektueller und überzeugter Demokrat auf den Verhaftungslisten der Nazis. Kurz vor Hitlers Wahlsieg setzt sich Arthur in die Schweiz ab, um seine Familie so schnell wie möglich nachzuholen. Anna, ihre Mutter Dorothea (Carla Juri) und ihr Bruder Max (Marinus Hohmann) können bei ihrer Flucht nur wenig Gepäck mitnehmen. Ausgerechnet Annas Lieblingsspielzeug, ein rosa Kaninchen, bleibt zurück! Nicht nur dieser Verlust macht den Neuanfang in der Fremde schwer. Schlechte Nachrichten von Onkel Julius (Justus von Dohnányi) lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass es kein Zurück nach Deutschland gibt. Als die Kempers nach Paris weiterziehen, verstärken sich die Sorgen, denn Arthur hofft vergeblich auf lukrative Autorenengagements. Unterdessen tut sich Anna in der Schule mit der unbekannten Sprache überaus schwer. Der Rückhalt ihrer Familie gibt ihr aber die Kraft, sich zu behaupten.
Bild oben: © Bild: ARD Degeto/2019 Sommerhaus Filmproduktion GmbH, La Siala Entertainment GmbH / NEXTFILM Filmproduktion GmbH und Co. KG / Warner Bros. Entertainment GmbH/Mathias Bothor

Mo., 26. Dez · 03:50-05:35 · One
Der Trafikant

Österreich, in den späten 1930er Jahren: Der 17-jährige Franz Huchel kommt aus dem Salzkammergut nach Wien, um bei dem „Trafikanten“ Otto Trsnjek in die Lehre zu gehen. Unter den Stammkunden des Tabakgeschäfts ist der hochangesehene Psychologe Sigmund Freud, zu dem der junge Mann schon bald Vertrauen fasst. Als Österreich im Jahr 1938 für den Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich stimmt, beginnen schwere Zeiten für Franz und seinen Meister, der politisch aufrecht bleibt und weiterhin jüdische Kunden bedient. Erst verwüsten antisemitische Schläger den Laden, dann wird Otto aus fadenscheinigen Gründen verhaftet …

Di., 27. Dez · 07:55-08:25 · HR
Feiertag! Sengelmann sucht Chanukka

Unser Jahresende ist geprägt von christlichen Feiertagen und Festen: Nikolaus, Advent, Weihnachten. Aber auch die Juden feiern in dieser Zeit ein wichtiges Fest: Chanukka, das jüdische Lichterfest. Bei uns ist es kaum bekannt, wenngleich auch schon ein überdimensionaler Kerzenständer vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgestellt und von Vertretern der jüdischen Gemeinde entzündet wurde. Doch was steckt hinter Chanukka? Reporter Julian Sengelmann macht sich auf die Suche – in Norddeutschland ebenso wie in Jerusalem. Er wird dabei viel erfahren über den jüdischen Glauben und jüdisches Leben in Deutschland. Sein Weg führt Julian Sengelmann nach Jerusalem. Dort erlebt er, wie man Chanukka feiert und woher das Fest eigentlich stammt. Bei diesem Fest gedenken die Juden der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem, erfährt er vom Rabbi der Klagemauer. Auch in Deutschland feiern Juden das Lichterfest , meist zu Hause als Familienfest. Julian darf mit einer Familie feiern und dabei mehr über die Traditionen, die mit diesem Fest verbunden sind, erfahren. Julian fährt auch nach Hannover – in die Schule der jüdischen Gemeinde. Hier erfährt er von den Kindern und Jugendlichen, was man alles lernen muss, um ein „guter Jude“ zu werden. 613 Gesetze haben strenggläubige Juden zu befolgen. Sie beeinflussen und gestalten das gesamte Alltagsleben. Was das konkret heißt, erfährt Julian von Eliyah Havemann. Der Sohn von Liedermacher Wolf Biermann ist vor einigen Jahren zum Judentum konvertiert und lebt inzwischen in Tel Aviv, um seinen Glauben besser praktizieren zu können. Julian trifft Havemann in seiner Heimatstadt Hamburg, begleitet ihn einen Tag. Havemann berichtet von den Herausforderungen und Veränderungen nach seiner Entscheidung für den jüdischen Glauben. In einer Großküche in Berne, nördlich von Hamburg, zeigt ein jüdischer Koch Julian, wie man koscheres Essen zubereitet. Dabei sind viele Dinge zu beachten: Bestimmte Tiere dürfen nicht gegessen werden, Lebensmittel werden nach milchigen und fleischigen Produkten getrennt und ein Rabbi muss die Produktion des Essens überwachen. Schließlich will Julian noch mehr über das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Deutschland erfahren: Er besucht ein Konzert der „3 Kantoren“, ein Trio aus Berlin, das Texte auf Hebräisch und Jiddisch präsentiert, und spricht mit ihnen über typisch jüdische Musik und jüdischen Humor.

Do., 29. Dez · 15:45-17:40 · kabel eins
Monsieur Claude und seine Töchter

Das konservative französische Ehepaar Claude und Marie muss erleben, dass ihre Töchter nicht wie gewünscht ebenso konservative katholische Franzosen ehelichen. Nachdem die ersten drei Töchter einen Juden, einen Muslim und einen Chinesen geheiratet haben, ruhen die Hoffnungen auf Nesthäkchen Laure. Doch ihr Auserwählter ist zwar katholisch, aber schwarz.

Fr., 30. Dez · 23:50-01:20 · One
Der Stadtneurotiker

Alvy Singer, ein bekümmerter Komiker, tut sich schwer mit sich und der Welt. Als er in New York die hübsche Annie Hall kennenlernt, hat er zwei gescheiterte Ehen und 15 Jahre psychoanalytische Behandlung hinter sich. Beide sind schnell entflammt füreinander, aber auch Annie hält es nicht lange mit Alvy aus. „Der Stadtneurotiker“, einer der populärsten Filme Woody Allens, wurde 1978 mit vier „Oscars“ ausgezeichnet.

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