Die neuen Fernsehtipps

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Vom 1. bis 15. Dezember 2022

Do., 1. Dez · 00:40-03:00 · arte
Der Pianist

Der bekannte junge Pianist Wladyslaw Szpilman lebt mit seiner Familie in Warschau. Die Schikanen der Deutschen gegen die jüdische Bevölkerung nehmen dramatisch zu, und so wird auch seine Familie enteignet und muss ins Ghetto ziehen. Als das Ghetto geräumt wird, entgeht er in letzter Minute und ohne sein Zutun dem Abtransport in ein Vernichtungslager. Polnische Widerstandskämpfer verstecken ihn in einer leerstehenden Wohnung. Als die Gruppe der Gestapo in die Hände fällt, ist er auf sich allein gestellt. Ständig unter Lebensgefahr auf der Suche nach Nahrung und Wasser, kämpft er ums Überleben. Von seinem Versteck aus wird er Zeuge der blutigen Niederschlagung des Ghetto-Aufstands. In seiner Verzweiflung sucht er eine konspirative Adresse auf, die ihm für den Notfall gegeben wurde, und trifft auf eine ehemalige Bekannte, die hochschwanger mit ihrem Mann die Stadt verlassen wird. Er bleibt allein, nur ab und zu bringt ihm jemand etwas zu essen oder zu trinken. Während des Warschauer Aufstands im Herbst 1944 entgeht er in letzter Minute dem Tod, indem er aus einem brennenden Haus auf die Straße springt. Vom reinen Überlebenswillen getrieben, macht er sich in den leerstehenden Ruinen der Häuser auf die Suche nach etwas Essbarem und steht plötzlich einem deutschen Offizier gegenüber …

Do., 1. Dez · 05:00-05:45 · arte
Sternstunden der Musik – Das West-Eastern Divan Orchestra in Ramallah

Am 21. August 2005 blickt die Welt auf Ramallah: 80 junge arabische, spanische und jüdische Musiker reisen in die palästinensische Hauptstadt, um das Konzert ihres Lebens zu spielen. Es ist ein Musikereignis unter Extrembedingungen: Seit Jahrzehnten beherrschen gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern das Leben im Westjordanland. In Israel wird das Unternehmen im Vorfeld kritisch gesehen, Barenboim öffentlich angefeindet. Wenige Tage vor dem Konzert bietet Spanien Visa für das ganze Orchester an, um eine denkbare Absage zu verhindern und Sicherheit zu garantieren. Mit diesem Auftritt setzt das sechs Jahre zuvor gegründete „West-Eastern Divan Orchestra“ ein nachhaltiges Zeichen – nicht zuletzt auch durch die Auswahl des Programms: Steht Beethovens „Schicksalssymphonie“ für eine Vision von der Versöhnung der Menschen, unterstreicht Mozarts „Sinfonia concertante“ eindrücklich, dass ein friedliches Miteinander durch Musik möglich ist – stammen doch die Solisten am Fagott, Horn, an der Oboe und Klarinette aus Israel, Syrien und Ägypten. Diese Sternstunde zeigt nicht nur die legendäre Konzertaufzeichnung. In dokumentarischen Passagen wie in neu gefilmten Gesprächen erinnern sich Daniel Barenboim, Mariam C. Said und ausgewählte Musikerinnen und Musiker an diesen denkwürdigen Abend. Prominente Freunde des Orchesters wie der Schauspieler Christoph Waltz, der Cellist Yo-Yo Ma oder die Sängerin Waltraud Meier spüren der Frage nach, was Musik in einem solchen Kontext leisten kann. Die Ausschnitte aus der Gründungszeit des Orchesters, die von Autorin Anne-Kathrin Peitz in den Film gewoben werden, stammen aus Paul Smacznys Dokumentarfilm „Wir können nur den Hass verringern“ (englischer Titel: Knowledge is the Beginning), der 2006 mit dem Emmy ausgezeichnet wurde.

Do., 1. Dez · 14:45-15:15 · ARD-alpha
RESPEKT: Verfolgt und verachtet – Rassismus gegen Sinti und Roma?

Sinti und Roma sind laut Umfragen die unbeliebteste Volksgruppe in Deutschland. Nach Jahrhunderten von Verfolgung und Ausgrenzung und dem Völkermord durch die Nationalsozialisten wirken immer noch Stereotype und massive Vorurteile. Zugleich herrscht großes Unwissen über die Geschichte und Situation von Sinti und Roma. Ein Grund: Das Thema taucht in den Lehrplänen kaum auf. Im Gespräch mit Roberto Paslowski vom Landesverband der Sinti und Roma erfährt die Moderatorin Sabine Pusch, wie fest Antiziganismus, also die rassistische Diskriminierung vermeintlicher Sinti und Roma, immer noch in der Gesellschaft verankert ist. Viele Menschen verheimlichen, dass sie Sinti, Roma oder Jenische sind. Der Rapper RealTschawo singt davon, dass er stolz darauf ist, ein Sinto zu sein. Im Gespräch mit RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch erzählt der Mannheimer Musiker, wie Vorurteile und Diskriminierung seine Jugend bestimmt und seine Identität geprägt haben. In Südbayern besucht Sabine Pusch Chantal. Ihre Urgroßeltern wurden als Jenische von den Nationalsozialisten verfolgt und waren im KZ, die Mutter wurde immer wieder bedroht und diskriminiert. Die 17-jährige Chantal an ihrer Schule massiv gemobbt – bis hin zum Hakenkreuz auf ihrer Schulbank mit der Schrift „Hau ab Zigeuner“. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind inzwischen ergebnislos eingestellt. Kein Einzelfall. Im Gespräch mit Roberto Paslowski vom Landesverband der Sinti und Roma erfährt die Moderatorin, wie fest Antiziganismus, also die rassistische Diskriminierung vermeintlicher Sinti und Roma, immer noch in der Gesellschaft verankert ist. Bei der Polizei gibt es bisher keine systematische Datensammlung oder Unterstützung für Betroffene. Roberto Paslowski kämpft dafür. Und gegen Medien, die häufig antiziganistische Vorurteile bedienen. Mit einer Klage vor dem Presserat hat er etwa eine Rüge für BILD erwirkt. Sinti und Roma sind laut Umfragen die unbeliebteste Volksgruppe in Deutschland. Nach Jahrhunderten von Verfolgung und Ausgrenzung und dem Völkermord durch die Nationalsozialisten wirken immer noch Stereotype und massive Vorurteile. Zugleich herrscht großes Unwissen über die Geschichte und Situation von Sinti und Roma. Ein Grund: Das Thema taucht in den Lehrplänen kaum auf. Um aufzuklären, schickt die Beratungsstelle Madhouse Mediatoren in die Schulen. Im Gespräch mit dem RESPEKT-Moderatorin erzählt einer von ihnen, wie überrascht viele Schüler*innen sind, wenn sie erstmals „echte“ Rom*nja oder Sinti*zze kennenlernen.

Do., 1. Dez · 15:15-15:45 · ARD-alpha
alpha-thema Gespräch: Sinti und Roma – Europas größte Minderheit

Seit mehr als 600 Jahren leben Sinti und Roma in Europa, sind Teil der europäischen Kultur und haben diese maßgeblich mitgeprägt. Über 11 Mio. Sinti und Roma leben heute als größte Minderheit in Europa. Länderübergreifend gibt es immer noch Ressentiments, rassistische und antiziganistische Übergriffe auf diese Bevölkerungsgruppe. Während des Holocausts wurden bis zu 500000 Sinti und Roma ermordet, die Anerkennung als NS-Opfer erfolgte erst sehr spät. Gäste: • Romani Rose, Zentralrat Dt. Sinti und Roma • Dotschy Reinhardt, Kulturzentrum Dt. Sinti und Roma • Dr. Mehmet Daimagüler, Beauftragter gegen Antiziganismus Seit mehr als 600 Jahren leben Sinti und Roma in Europa, sind Teil der europäischen Kultur und haben diese maßgeblich mitgeprägt. Über 11 Millionen Sinti und Roma leben heute in Europa und gelten damit als größte Minderheit des Kontinents. Während des Holocausts wurden bis zu 500000 Sinti und Roma ermordet, die Anerkennung als NS Opfer erfolgte erst sehr spät. Länderübergreifend gibt es immer noch Ressentiments, rassistische und antiziganistische Übergriffe auf diese Bevölkerungsgruppe. Andreas Bönte spricht mit seinen Gästen darüber, wie Sinti und Roma heute in Europa leben, Vorurteile abgebaut werden können und in Zukunft ein gerechteres Miteinander gestaltet werden kann.

Fr., 2. Dez · 07:20-07:50 · WDR
Planet Schule: Die Kinder der Villa Emma – Eine wunderbare Rettung im Krieg

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg suchen jüdische Kinder Zuflucht vor der Deportation. Drei Jahre lang irren sie in Europa umher, dann finden sie ausgerechnet im faschistischen Italien in der „Villa Emma“ einen sicheren Platz. Dank der Solidarität und des Mutes der Bevölkerung überleben die Kinder, auch als Norditalien durch Wehrmacht und SS besetzt wird. Schließlich gelingt ihnen die Flucht in die Schweiz. Und endlich, noch einmal drei Jahre später, können sie zu ihrem eigentlichen Ziel aufbrechen: Richtung Palästina.

Sa., 3. Dez · 21:45-00:05 · One
Nirgendwo in Afrika

Der jüdische Anwalt Walter Redlich flieht schon 1938 vor den Nazis nach Kenia. Seine Frau Jettel folgt ihm nur ungern. Sie entstammt einer wohlhabenden Familie und empfindet das entbehrungsreiche Leben im Busch als Zumutung. Für die deutsche Jüdin ist es noch unvorstellbar, dass sie in der Heimat verfolgt werden wird. Doch mit Ausbruch des Kriegs treffen schockierende Nachrichten ihrer deportierten Verwandten ein. Allmählich erscheint das Leben im Exil in einem anderen Licht. Ab 1938 darf Walter Redlich (Merab Ninidze) seinen Beruf nicht mehr ausüben. Der jüdische Anwalt flieht nach Kenia, wohin seine ebenfalls jüdische Frau Jettel (Juliane Köhler) ihm nur widerstrebend folgt. Jettel fühlt sich in erster Linie als deutsche Staatsangehörige und dann erst ihrer Religion zugehörig. Dass man sie in ihrer Heimat verfolgen wird, kann sie sich nicht vorstellen – die Reise nach Afrika ist in ihren Augen ein Kurztrip. Statt des erbetenen Eisschranks packt sie lieber ihr Porzellanservice und ein neues Abendkleid ein. Mit dem bescheidenen Dasein im Busch, wo ihr Mann als Verwalter einer maroden Farm arbeitet, kann sie sich nicht anfreunden. Dagegen blüht ihre introvertierte Tochter Regina (Karoline Eckertz) in der Fremde erst richtig auf. Sie verfällt dem Zauber Afrikas, lernt die Sprache und findet im einheimischen Koch Owuor (Sidede Onyulo) einen Freund, der sie in die Geheimnisse seiner Kultur einführt. Mit Ausbruch des Kriegs treffen schockierende Nachrichten aus Deutschland ein. Jettel, die sich von Walter immer mehr entfernt hat, wird bewusst, dass das Leben im Exil ein Geschenk ist. Allmählich findet das Paar wieder zueinander. Nach Kriegsende wird Walter ein Posten als Richter in Frankfurt angeboten. Zwölf bewegte Jahre sind inzwischen vergangen, in denen Jettel und Regina Kenia schätzen gelernt haben. Die beiden wissen nicht so recht, ob sie in das Land zurückkehren wollen, in dem die Mörder ihrer Eltern noch leben.

Mo., 5. Dez · 00:45-02:15 · HR
Schalom und Hallo – mit Susan Sideropoulos

In dieser 90-minütigen Dokumentation begibt sich Schauspielerin Susan Sideropoulos auf eine spannende und unterhaltsame Reise durch 1.700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte und auf die Spuren ihrer eigenen Vorfahren. Immer mit Blick auf die Gegenwart erzählt sie vom Köln zu Römischer Zeit, von den mittelalterlichen SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz, vom Frankfurt der frühen Neuzeit sowie von Leipzig, Hamburg, München oder Berlin. Dabei stehen nicht nur historische Figuren und Ereignisse im Mittelpunkt, sondern vor allem ‚Menschen von heute‘ wie die Rabbinerin Jasmin Andriani, Folk-Musiker Daniel Kahn, Filmregisseur Peter Kahane, die Literaturwissenschaftlerin und Buchhändlerin Rachel Salamander, Autorin Linda Sabier oder Gastronomin Shani Leiderman. Ferner zählen der Publizist Josef Joffe, Historiker Julius Schoeps sowie Museumsdirektorin Miriam Wenzel zu den Interviewpartner:innen. Viele wissen heute zwar von der Schoah (dem Holocaust), haben gehört von den Pogromen der Kreuzritter und kennen die angespannte Lage zwischen Palästinensern und Israelis. Doch ansonsten ist weniger bekannt über Juden, ihren Alltag und ihre Rituale sowie die gemeinsame deutsch-jüdische Geschichte. Gerade in Zeiten eines wiederaufkeimenden Antisemitismus und diverser Verschwörungstheorien soll der Film zeigen, wie reich diese Geschichte trotz aller Verfolgungen und schrecklicher Ereignisse einst war, und wie wechselseitig sich Alltag, Kultur und Weltanschauung von Juden und Nichtjuden stets beeinflussten. So lernen wir jüdische Rituale und Traditionen kennen: Was bedeuten ‚koscher‘ und ‚Schabbat‘ heute? Was genau ist eine Mikwe? Welche Rolle spielt die Torah, und was lernt man in einer Talmudschule? Wir erfahren, dass es durchaus verschiedene religiöse Strömungen innerhalb des Judentums gibt, von liberal bis orthodox. Jüdische Kultur hat zudem (auch außerhalb der Religion) nicht nur das heutige jüdische Leben, sondern deutschland- und weltweit Gesellschaften beeinflusst, in Sachen Sprache, Sport und Küche, Mode und Musik. Der jüdische Humor ist ohnehin legendär. Vergangenheit und Gegenwart werden dabei miteinander verwoben, die Chronologie der Ereignisse aufgebrochen, und historische Ereignisse und Menschen begegnen denen der Gegenwart. Denn auch im modernen Judentum hat die Tradition eine große Bedeutung. Durch diese Verknüpfung entsteht ein buntes und spannendes Bild von der Kontinuität jüdisch-deutscher Geschichte.

Di., 6. Dez · 07:20-07:45 · WDR
Planet Schule: Der Krieg und ich – Frankreich 1942: Sandrines Familie versteckt Juden

Sandrines (12) Vater hilft als Dorfpfarrer aktiv verfolgten Juden bei der Flucht vor dem Nazi-Regime. Ihr Zuhause gleicht einem Bahnhof: Sandrine muss nicht nur ihr Zimmer räumen, sondern auch ihre Eltern teilen. Plötzlich wird der Vater verhaftet, die Situation immer gefährlicher. Sandrine steht vor der Frage: Setzt sie für die jüdischen Flüchtlinge das eigene Leben aufs Spiel?

Di., 6. Dez · 14:15-16:05 · arte
Für eine Frau

Nach dem Tod ihrer Mutter Léna kümmern sich die Töchter Tania und Anne um die Haushaltsauflösung und streiten sich, wer von beiden damals Papas Liebling war. Sorgfältig versucht die jüngere Anne, die Lücken der letzten Kriegsjahre und der frühen Nachkriegszeit, an die sie sich nicht aktiv erinnern kann, zu füllen: die zwischen dem Kennenlernen ihrer Eltern in einem südfranzösischen Lager – sie sind Juden – und ihrer Trennung. Mittlerweile ist ihr kranker Vater auf die Zuwendung seiner Töchter angewiesen, lebt aber weiter allein und spricht immer noch zärtlich von seiner Ex-Frau. Er stört sich jedoch daran, wenn der Name seines verstorbenen Bruders fällt, der als Nazijäger verehrt wird. „Für eine Frau“ basiert lose auf der Ehe der Eltern von Regisseurin Diane Kyris. Es ist ein augenzwinkerndes Verhältnis zwischen Leben und Film, Realität und Fiktion, das schon die Foto-Collage des Vorspanns auf den Punkt bringt, zu dem die Musik ihres ersten Films „Die kleinen Pariserinnen“ (1977) läuft, die ein Hit wurde.

Di., 6. Dez · 20:15-21:15 · arte
Die Rote Armee (1/2) Großer Vaterländischer Krieg

Am 22. Juni 1941 fiel die deutsche Wehrmacht in die UdSSR ein. Stalin war – trotz Warnungen – von den über drei Millionen deutschen Soldaten und Offizieren völlig überrumpelt. Im Jahr 1918 hatte Sowjetrussland einen totalen Krieg geführt – sowohl gegen ausländische Feinde als auch gegen die eigene Bevölkerung. Schon bald musste die vor diesem Hintergrund von Trotzki gegründete Rote Armee ihre hehren Ideale von Gleichheit und Demokratie aufgeben. Als während des Bürgerkrieges Lebensmittelrationierungen angeordnet wurden, begehrte die Landbevölkerung gegen den noch jungen kommunistischen Staat auf. Um den Bauernaufstand von Tambow niederzuschlagen, setzte der ehemalige zaristische Offizier Michail Tuchatschewski 1920 im Auftrag Lenins Giftgas gegen die Dorfbewohner ein. Die Rote Armee ging gestärkt und selbstbewusst durch den Sieg im Bürgerkrieg gegen die „Weißen“ und das zaristische Russland hervor. Stalin, der nach dem Tod Lenins 1924 an die Macht kam, fürchtete den zunehmenden Einfluss der Roten Armee und die Popularität von Befehlshaber Marschall Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski. Er ließ ihn am 12. Juni 1937 in der Lubjanka durch Genickschuss hinrichten und ordnete Säuberungen an. Jene Jahre 1937 und 1938 gingen als Zeit des Großen Terrors in die Geschichte ein. Als die Wehrmacht in Russland einfiel, war die Rote Armee nur noch ein Schatten ihrer selbst. Außer Tuchatschewski wurden weitere drei Marschälle, 13 Generäle und etwa 5.000 Offiziere hingerichtet. Das entspricht etwa 45 Prozent des gesamten „Führungspersonals“ der Roten Armee. Stalin ordnete die allgemeine Mobilmachung an. Im November 1941 standen die Deutschen vor den Toren Moskaus. General Schukow gelang es im letzten Moment, sie zum Rückzug zu zwingen. Der Völkermord an den Juden führte zum Erstarken der Partisanenbewegung, der es gelang, die Kampfmoral der Deutschen durch gezielte Anschläge zu schwächen. In Stalingrad konnte Schukow den Feind nach erbittertem Widerstand aufreiben. Dank der Anti-Hitler-Koalition mit den USA und Großbritannien sowie der Aufstockung von Truppen und Kriegsgerät war die UdSSR imstande, eine Gegenoffensive einzuleiten. Auf ihrem Siegeszug nach Berlin entdeckte die Rote Armee die Konzentrations- und Vernichtungslager, was die Rachegelüste der Soldaten entfachte. Es kam zu Plünderungen und Vergewaltigungen. Stalins stärkste Männer, die Generäle Schukow und Konew, nahmen die deutsche Hauptstadt ein. Nazideutschland kapitulierte am 8. Mai 1945. In der Nacht zum 9. Mai 1945 wurde in Karlshorst die Kapitulationsurkunde unterzeichnet.

Di., 6. Dez · 23:10-00:25 · arte
Prag, 1952: Der Slánský-Prozess

2018 fanden Arbeiter in einem verlassenen Prager Lagerhaus die Videoaufzeichnungen des Slánský-Prozesses, die seit dem Fall der Berliner Mauer als verschollen galten. Der Slánský-Prozess von 1952 gilt als Musterbeispiel der stalinistischen Terrorherrschaft und ihres Antisemitismus, denn die meisten der 14 Angeklagten des makabren Schauprozesses waren jüdischer Herkunft. Man warf den Männern vor, an einer imaginären Verschwörung beteiligt zu sein, und zwang sie unter Folter und Drohungen zu einem öffentlichen Schuldbekenntnis. Elf von ihnen wurden zu Tode verurteilt und gehängt. Ruth Zylbermann erzählt in „Prag, 1952: Der Slánský-Prozess“ anhand von aufwendig restaurierten Originalaufnahmen, Archivbildern der Geheimpolizei und Gesprächen mit Verwandten die Geschichte der Angeklagten Rudolf Slánský, Artur London und Rudolf Margolius – dreier Mitglieder der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, die Opfer eines Systems wurden, das sie selbst mit aufgebaut hatten. Die Bilder des Schauprozesses offenbaren einmal mehr die Grausamkeit das stalinistische Regimes. Der Dokumentarfilm erinnert auch daran, wie leicht die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit verschwimmen kann – eine Mahnung, die heute wieder dringender ist, denn je.
© Pernel Media: Marta Slanska ist die Tochter von Rudolf Slansky, dem ehemaligen Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Neben 13 anderen Angeklagten wurde er der Verschwörung gegen den kommunistischen Staat bezichtigt.

Mi., 7. Dez · 11:50-12:20 · 3sat
Koscher kochen mit Ali und Adnan

Was braucht es, um ein koscheres Gericht zu zaubern? Ali und Adnan stehen einmal nicht am Grill, sondern am Herd. Aber nicht irgendwo. Sie besuchen in München das Restaurant „Einstein“. Passend zur Feier „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ stellen sie sich dort der Herausforderung des koscheren Kochens. Ist das schwierig? Und wieso darf Ali in dem koscheren Restaurant den Herd nicht selbst anschalten? Wie immer besorgt Adnan die Zutaten. Im koscheren Feinkostladen „Danel“ kauft er nicht nur Tahini und Pistazien, sondern erfährt von der sympathischen Tia Saron auch einiges über koschere Produkte und kann den berühmten „gefillte Fisch“ probieren. Obst und Gemüse sind von Grund auf koscher, deshalb kann Adnan beides überall kaufen. Am Elisabethplatz gibt es genug davon, und nebenbei kann Adnans jüdischer Freund Ben vom israelischen Streetfood-Stand erzählen, wie das Leben in Deutschland aus seiner Sicht ist. Geht es ihm vielleicht ähnlich wie Adnan – fragen ihn die Menschen auch jedes Jahr, ob er Weihnachten feiert? Im Restaurant „Einstein“ wartet schon Jakov auf die beiden. Als Maschgiach überwacht er die Einhaltung der jüdischen Speisegesetze. Nach einer kurzen Einführung stürzen sie sich ins Abenteuer. Schnell sind die drei ein gutes Team. Zwischen frischem Gemüse und spannenden Geschichten entstehen schon bald himmlischer Hummus, zartes Rind sowie feiner Salat.

Mi., 7. Dez · 22:45-23:30 · RBB
Jud Süß 2.0

Antisemitismus ist wieder auf dem Vormarsch. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steigt auch die Zahl judenfeindlicher Inhalte im Internet. Die visuellen Wurzeln dieses neuen Antisemitismus finden sich in den Bilderwelten des Nationalsozialismus: Wirken die Feindbilder perfider NS-Propagandafilme bis in den digitalen Mainstream von heute hinein? Alte, antijüdische Feindbilder und Verschwörungsmythen werden im digitalen Raum recycled. Millionenfach werden antisemitische Inhalte gepostet und geteilt. Antisemitische Memes, mediale Codes und Bilderwelten erreichen damit völlig neue Zielgruppen und wirken tief in die Gesellschaft hinein. Messenger-Dienste werden zu Resonanzräumen für Hass und Hetze. Es gibt Anzeichen, dass judenfeindliche Online-Radikalisierung zu physischer Gewalt wie z. B. dem Anschlag auf die Synagoge von Halle 2019 führen kann. Filmemacher Felix Moeller dokumentiert die visuellen Wurzeln dieses neuen Antisemitismus und wirft dabei den historischen Blick zurück auf die Bildpropaganda des Nationalsozialismus: Wirken Klischees, Stereotypen und Narrative von NS-Filmen wie „Jud Süß“ bis ins Heute hinein? Wo finden sich Kontinuitäten der Filmsprache dieser noch heute nicht freigegebenen NS-Propagandawerke zu Inhalten auf rechten Plattformen oder in Wahlkampagnen rechtsextremer Politiker? „Jud Süß 2.0” decodiert diese alten und neuen Stereotypen und folgt den Spuren der judenfeindlichen Verschwörungserzählungen, die so direkt an alte Feindbilder aus Joseph Goebbels‘ Propagandaministerium anzuknüpfen scheinen.

Mi., 7. Dez · 23:30-01:00 · RBB
Vier Stimmen

Eine Familie in der Nazizeit: Schriftsteller Jochen Klepper, seine Frau Johanna, die aus einer jüdischen Modedynastie stammt und ihre beiden Töchter geraten in den Strudel von Ausgrenzung und Lebensgefahr. Zuletzt gibt es nur für eine der Töchter, Brigitte, eine Rettung. Der Rest der Familie Klepper wählt vor 80 Jahren, am 11. Dezember 1942, den Freitod. Das ungleiche Paar heiratet Anfang der 1930er Jahre und zieht von Breslau nach Berlin. Hier arbeitet Jochen Klepper beim Rundfunk. Doch als 1933 die Nazis an die Macht kommen, muss er gehen, weil er den Sozialdemokraten nahesteht – und wegen seiner jüdischen Frau. Klepper schreibt, hat Erfolg, wird ein bekannter Schriftsteller. Sein Roman über den preußischen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. wird zum Bestseller. Er dichtet nun vor allem christliche Lieder. Der Glaube wird zunehmend eine wichtige Stütze für ihn und die Familie. Kleppers Bekanntheit kann seine jüdische Frau und deren Töchter aus erster Ehe, Brigitte und Renate, eine Zeitlang schützen, obwohl Klepper wegen seiner Ehe aus der Schrifttumskammer ausgeschlossen wird und nur noch mit Sondergenehmigung veröffentlichen darf. Für die heranwachsenden Kinder gibt es kaum eine Perspektive in Deutschland. Brigitte, die ältere, wird nach England geschickt, wo sie als Hausmädchen arbeitet. Renate aber bleibt – die Eltern, allen voran Jochen, wollen sie, „das Kind“, noch nicht fortschicken. „Trennung ist schon das bitterste.“ Als sie alt genug für die Auswanderung ist, herrscht Krieg, und die Wege ins Ausland sind versperrt. Die Bedrohung wird existentiell. Jochen Klepper lässt seine Beziehungen zu höchsten Stellen im Staat spielen, um Renate zu schützen und sie doch noch ins neutrale Schweden oder in die Schweiz zu bringen. Als alle Bemühungen scheitern, nehmen sich Jochen Klepper, seine Frau Johanna und deren Tochter Renate im Dezember 1942 das Leben. Der Film gibt vier Menschen eine Stimme, lässt sie ihre Geschichte erzählen. Eine filmische Collage aus Tagebüchern, Briefen, Dokumenten. Gesprochen von den Schauspielern Sylvester Groth, Leslie Malton und Judith Neumann. Brigitte, die emigrierte Tochter, gab 2003 ein längeres Interview. Allein die vier Stimmen der Familie kommen im Film zu Wort – eine ergreifende Geschichte im nationalsozialistischen Deutschland.

Do., 8. Dez · 01:50-03:20 · Das Erste (ARD)
Bis zum Ende der Welt

Die ehemalige Musikerin Maria Nikolai lebt in einem multikulturellen Stadtteil Hamburgs. Seit Kurzem wohnt eine große Roma-Familie in ihrem Haus, der Maria mit großem Misstrauen begegnet: Die Leute sind ihr zu laut, zu wild und wirken auf sie zu rücksichtslos. Dann aber lernt Maria durch einen Zufall den 16-jährigen Roma Bero besser kennen. Sie erkennt sein großes Musiktalent und beschließt, ihm privaten Unterricht zu geben. Durch den sympathischen Jungen scheint sich ihre Haltung gegenüber den Roma allmählich zu verändern.

Do., 8. Dez · 21:00-21:30 · ARD-alpha
Servus und Shalom – Bayerisch-israelische Jugendbegegnungen

Miteinander kreativ werden, zusammen eine Geschichte erarbeiten, sich mit einem Thema auseinandersetzen – Filmarbeit ist ein ideales Werkzeug für die Jugendarbeit. Im Rahmen der neuen Städtepartnerschaft zwischen München und Be´er Sheva sind 25 Jugendliche mit Kamera, Stativ und Ton losgezogen und haben in gemischten Teams sowohl in Bayern als auch in Israel Land und Leute erkundet. Das Ergebnis sind authentische Geschichten aus der Perspektive der Jugendlichen, die mehr erzählen als gängige Reiseberichte. Welche Gerichte sollen die deutschen Jugendlichen am Ende ihrer Zeit unbedingt selbst zubereiten können? Warum ist es jungen Menschen so wichtig, Shabat zu feiern, auch wenn sie sich selbst nicht als religiös bezeichnen? Wie denken die deutschen Jugendlichen über das starke soziale Engagement ihrer Partner für ihr Land oder ihren Einsatz in Militärschulen und der Armee? Wie gedenken die 16- bis 18-Jährigen den Opfern des Olympia-Attentats und wie geht man insgesamt mit Gedenken um? Spannende Themen mit Tiefgang.

Do., 8. Dez · 21:30-22:15 · ARD-alpha
Gemeinsam sind wir stärker – Die besten Strategien gegen Antisemitismus, Hass und Fake-News

Krieg und Pandemie beherrschen derzeit unsere Welt. Die unsicheren Zeiten sind ein fruchtbarer Boden für Hass, Verschwörungstheorien, Antisemitismus und Fake News aller Art. Welchen Einfluss hat das Internet und vor welchen Herausforderungen stehen demokratische Gesellschaften? Wie können wir die vulnerablen Gruppen schützen? Diesen Fragen gingen renommierte internationale Expert*innen beim europäisch-israelische Mediengipfel in Tel Aviv nach.

Fr., 9. Dez · 00:25-02:00 · MDR
Belle & Sebastian

Auf seinen Streifzügen durch die Savoyer Alpen entdeckt der siebenjährige Sebastian eine verwilderte Hündin. In den Augen der Dorfbewohner gilt der Vierbeiner als blutrünstige Bestie, die Nacht für Nacht Schafherden dezimiert. Der aufgeweckte Waisenjunge sieht das stattliche Tier aber mit ganz anderen Augen und nennt es „Belle“. Als er seine neue Gefährtin vor aufgebrachten Jägern versteckt, werden die beiden in ein Abenteuer verstrickt: Eine jüdische Familie, die von deutschen Soldaten verfolgt wird, braucht ihre Hilfe. Mit Belles Spürsinn gilt es, einen Weg über den verschneiten Hochgebirgspass zu finden. Zweiter Weltkrieg, 1943: Frankreich ist fest in deutscher Hand. Sogar das entlegene Dorf in den Savoyer Alpen, in dem der siebenjährige Waisenjunge Sebastian (Félix Bossuet) bei dem alten Schäfer César (Tchéky Karyo) lebt, ist besetzt. Dort soll der deutsche Leutnant Peters (Andreas Pietschmann) verhindern, dass Juden bei der Flucht in die nahe Schweiz geholfen wird. Die Dorfbewohner unterstützen die Verfolgten heimlich, doch sie müssen sich nicht nur vor den Deutschen hüten: Fieberhaft suchen sie nach einer Bestie, die Nacht für Nacht ihre Schafe reißt. Als Sebastian eines Tages einem verwilderten Pyrenäenhund gegenübersteht, weiß er sofort: Diese Streunerin, die von ihrem früheren Besitzer gequält wurde, ist kein Monster. Weil ihr graues Fell nach einem Bad im Fluss schneeweiß glänzt, nennt er sie liebevoll „Belle“. Doch von seiner neuen Gefährtin darf niemand wissen, denn die Dorfbewohner wollen sie töten. Bei einer Treibjagd wird die Hündin angeschossen, nur mit knapper Not kann Sebastian ihr das Leben retten. Dabei werden die beiden in ein weiteres Abenteuer verstrickt: Eine jüdische Familie, die von deutschen Soldaten verfolgt wird, braucht ihre Hilfe. Mit Belles Spürsinn gilt es, einen Weg über den verschneiten Hochgebirgspass zu finden.

Fr., 9. Dez · 12:10-12:55 · 3sat
Eine fast unmögliche Freundschaft

Der Film begleitet einen Rabbi, einen Pfarrer und einen Imam aus Österreich ins Heilige Land, wo sie gemeinsam die bedeutendsten Pilgerorte ihrer Religionen aufsuchen. Rabbi Schlomo Hofmeister, Pfarrer Ferenc Simon und Imam Ramazan Demir sprechen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religionen. Ein Film über das nicht immer leichte, aber mögliche Miteinander von Juden, Christen und Muslimen. Zu Route der Reisegruppe gehören die wichtigsten Heiligtümer der drei abrahamitischen Religionen: West- oder Klagemauer und Davidsgrab, Grabeskirche und Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom, Bethlehem, Geburtsort Jesu, und Hebron, Begräbnisort des Patriarchen Abraham, auf den sich alle drei Religionen berufen, der Ölberg, wo nach Überzeugung aller entweder am Ende der Zeiten der Messias erscheinen soll – oder schon erschienen ist. Sie gelangen nach Abu Gosch, ein arabisches Dorf in Israel, in dem Araber und Juden weitgehend ohne Probleme zusammenkommen und sich die Benediktinermönche des dort ansässigen Klosters in dieses Miteinander einbringen, und nach Masada am Toten Meer, Ort eines verzweifelten Kampfes der Juden gegen die römischen Besatzer um 70 nach Christus. Gemeinsam besuchen Rabbi, Pfarrer und Imam die Heilige Stadt und die heiligen Stätten der unterschiedlichen Religionen, sie zeigen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit, diskutieren untereinander und mit Fremden über religiöses Leben und religiöse Praxis, und sie leben auch die Unterschiede. Dass dennoch das Gemeinsame im Vordergrund steht, ist keineswegs selbstverständlich, sondern sehr brisant – vor allem vor dem Hintergrund des politischen Nahostkonflikts, der auch das Friedenspotenzial der drei Religionen herausfordert. Wie sich auf der Reise zeigt: Dies kann auch der andere akzeptieren – jenes nicht. Diese Grenzen des Dialogs sind zugleich Anhaltspunkte: Hier kann man einhaken, fragen, hinterfragen, einander kennenlernen und besser verstehen. Jeder hat eine ganz eigene Version der menschlichen Geschichte und der Geschichte der eigenen Religion – und der Religion des anderen. Das kann trennen, den Blick auf die Sicht des Nächsten verdecken. Doch indem man es gegenseitig erklärt, eröffnet sich auch eine Möglichkeit, trotz der Unterschiede zusammenzuleben – auch in Europa. Christentum, Islam, Judentum: Die gegenseitigen Begegnungen waren über Jahrhunderte oft von Verdächtigungen und Distanz, Feindschaft und Unterdrückung der jeweils Andersgläubigen und sogar von Krieg geprägt. In vielen Weltgegenden ist das Zusammenleben bis heute mehr als schwierig. Feindschaft und selbst Vertreibungen haben in den vergangenen Jahrzehnten wieder an Brisanz zugenommen. Religion wird für politische Zwecke instrumentalisiert. Zugleich ist Religion in Gefahr, politische Macht für sich zu nützen. Dass es den drei großen monotheistischen Religionen dennoch möglich ist, sich zu verständigen, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und zu einem produktiven Zusammenleben zu kommen, das wollten der Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, der katholische Pfarrer Ferenc Simon und der Imam und islamische Gefängnisseelsorger Ramazan Demir, alle drei aus Wien, beweisen – durch ihre gemeinsame Reise ins Heilige Land.

Mo., 12. Dez · 00:05-01:58 · Das Erste (ARD)
Gipsy Queen

Die junge alleinerziehende Romni Ali wurde nicht umsonst nach Muhammad Ali benannt – denn die ehemalige Profiboxerin hat ein wahres Talent für den Kampfsport. Doch für ihre Kinder musste sie ihre Leidenschaft aufgeben. In Hamburg kämpft sie sich nun durch lausige Gelegenheitsjobs und versucht ihren Kindern trotz finanzieller Probleme und alltäglichem Rassismus ein besseres Leben zu ermöglichen. Als sie in der mit einem Boxring ausgestatteten Kneipe Ritze einen neuen Job bekommt, wird ihr großes Talent zufällig entdeckt. Sie hofft, mit dem Sport nun endlich mehr Geld verdienen zu können. Doch dann kommt alles anders. Die alleinerziehende Mutter Ali lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer verträumten Mitbewohnerin Mary in Hamburg. Von ihrem cholerischen Vater aus ihrer Heimat in Rumänien verstoßen, versucht Ali sich seitdem als Zimmermädchen über Wasser zu halten. Als sie ihre Arbeit jedoch plötzlich verliert, sind Alis Existenzsorgen größer denn je. Sie kämpft sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs durch – bis sie einen Job in der Kneipe Ritze auf dem Hamburger Kiez bekommt. In der berühmten Bar ist im Untergeschoss ein Boxclub untergebracht. Ali, die in ihrer Jugend selbst begeisterte Boxerin war, wird beim Anblick des Boxrings von ihrer alten Leidenschaft gepackt. Der abgehalfterte Besitzer der Ritze und ehemalige Profiboxer Tanne erkennt Alis Talent sofort und nimmt sie unter seine Fittiche. Von nun an steigt Ali als „Gipsy Queen“ in den Ring und hofft, mit dem Boxen endlich genug Geld zu verdienen, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen … Doch alles kommt anders und plötzlich verliert sie das Einzige, was ihr in den schweren Zeiten Halt gab – ihre Kinder. Während das Jugendamt nach einer Pflegefamilie sucht, lässt Ali sich nicht aufhalten und kämpft weiter für ihre Familie. Bewegendes Box-Drama über das Schicksal und den unglaublichen Mut der alleinerziehenden Romni Ali und ihren Kampf gegen alltäglichen Rassismus, große Geldsorgen – und ihre Boxgegnerinnen im Ring.

Di., 13. Dez · 01:00-02:40 · MDR
Vor der Morgenröte

„Vor der Morgenröte“ erzählt aus dem Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil. Auf dem Höhepunkt seines weltweiten Ruhms wird er von den Nazis in die Emigration getrieben und verzweifelt angesichts des Wissens um den Untergang Europas, den er schon früh voraussieht. Der seit Jahren im Exil lebende, weltweit bekannte Schriftsteller Stefan Zweig (Josef Hader) ist im Jahr 1936 Teilnehmer des 14. Kongresses der Autorenvereinigung PEN in Buenos Aires. Man erwartet von ihm ein eindeutiges Statement gegen den europäischen Faschismus und gegen die Rassenpolitik der Nationalsozialisten in Deutschland. In Gesprächen scheut Zweig das klare Urteil und ringt mit sich um die „richtige Haltung“. Er besucht mit seiner Frau Lotte (Aenne Schwarz) seine erste Frau Friederike (Barbara Sukowa) in New York. In ihrer Wohnung treffen sie auf Bekannte, Freunde und Verwandte. Er sieht sich von den Vielen, die ihn um Hilfe vor Verfolgung bitten, überfordert – und zugleich erdrückt ihn die Verantwortung, nur einigen Wenigen helfen zu können. Schon lange hat er nicht mehr unbeschwert schreiben können, und längst hat sich eine bleierne Traurigkeit in seiner Seele ausgebreitet, die immer deutlicher Oberhand über ihn gewinnt.

Di., 13. Dez · 03:25-04:00 · arte
Re: Wie geht eigentlich jüdisch sein? Junge Deutsche auf Identitätssuche

Organisiert wird diese Fahrt von „Taglit“ mit dem Ziel jungen Menschen mit jüdischen Wurzeln, Kultur und Geschichte des Judentums näherbringen. Das hebräische Wort Taglit bedeutet übersetzt: entdecken. Gemeint ist damit sowohl das Land Israel wie auch sich selbst. Über 90 Prozent der deutschen Jüdinnen und Juden haben einen sowjetischen Hintergrund. In den 90er Jahren senkte Deutschland die bürokratischen Schranken zur Einwanderung für Jüdinnen und Juden deutlich. Zum einen als Form der Wiedergutmachung, zum anderen, um die alternden jüdischen Gemeinden zu verjüngen. Da viele der Familien in der Sowjetunion unter Antisemitismus litten, schärften Eltern oft ihren Kindern ein, in der neuen Heimat Deutschland, besser nicht zu erzählen, dass man jüdisch sei. Entsprechend kompliziert ist für die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen das Finden ihrer eigenen Identität, die sich zudem aus vielen Bruchstücken zusammensetzt: postsowjetisch, deutsch, jüdisch. „Re:“ begleitet diese Suche nach kultureller Identität, lässt Fragen, Unsicherheiten, Freude und Entwicklungen miterleben. Was wird die Gruppe wohl von dieser Reise mit in den deutschen Alltag nehmen?

Mi., 14. Dez · 09:45-10:00 · ARD-alpha
RESPEKT: Rassistisch? Ich doch nicht … Was Weißsein ausmacht

Viele weiße Menschen sehen ihr Weißsein gar nicht. Nicht-weiße Menschen dagegen erleben täglich, dass sie als „anders“ wahrgenommen und diskriminiert werden. Wie passt das zusammen? Ist die angebliche Farbenblindheit weißer Menschen ein Trick, um unbewussten Rassismus zu verschleiern? Die – weiße – RESPEKT-Moderatorin Christina Wolf stellt sich auf den Rassismus-Prüfstand. Rassismus in Deutschland galt lange als kleines Nischen-Problem. Und viele – weiße – Menschen denken, dass die Hautfarbe eines Menschen hierzulande gar keine Rolle spielt. Dabei ignorieren sie, dass ihr Weißsein mit großen Privilegien verbunden ist. Sie blenden die verbreitete rassistische Diskriminierung nicht-weißer Personen aus und merken nicht, dass sie selbst sich oft unbewusst rassistisch verhalten. RESPEKT-Moderatorin Christina Wolf fragt sich, wie ihr Weißsein ihre Weltsicht prägt. Wie privilegiert ist sie, wie weiß ist ihr Denken und was macht das mit ihrem Verhalten? Im öffentlichen Leben herrscht meist Weiß-Sein vor. Ob im Fernsehen, in der Politik oder in der Kirche. Gott, Jesus und Maria werden meistens als Weiße dargestellt. Über die Folgen von weißem Denken – Alltags-Diskriminierung in Schule, Job, Öffentlichkeit – spricht Christina Wolf mit dem schwarzen Musikjournalisten Malcolm Ohanwe, der auf Twitter zum Nachdenken übers Weißsein auffordert. Und mit dem weißen Ex-Polizisten Thomas Müller, der gegen rassistisches Denken bei aktiven Polizisten ankämpft. Auch der Verein commit München veranstaltet Workshops, die für blinde Flecken sensibilisieren sollen. Welche Privilegien und Vorurteile sind so tief verwurzelt, dass viele sie gar nicht sehen können? Wie entstehen unbewusste Denkmuster, in denen das Normale Weiß ist und Schwarz die Abweichung? Im commit-Workshop stellt sich die RESPEKT-Moderatorin auf die Probe: Lässt sich versteckter Rassismus abtrainieren, wenn sie ihn sich erst mal bewusst gemacht hat?