Berthold Feiwel (1875–1937)

Der Zionist und Dichter Berthold Feiwel wurde am 15. August 1875 in Pohrlitz (Mähren) geboren. Feiwel begann in Brünn zu studieren, wo er die zionistische Studentenbewegung Veritas gründete, und setzte 1893 sein Studium der Rechtswissenschaften in Wien fort. Feiwel wurde ein enger Vertrauter Herzls und half bei der Organisation des ersten Zionistenkongresses von 1897. Er arbeitete ebenso am Zionistischen Zentralorgan „Die Welt“ mit und wurde 1901 dessen Chefredakteur…

Auf der ersten Konferenz österreichischer Zionisten in Olmütz 1901 schlug Feiwel ein Programm für zionistische Massnahmen in der Diaspora vor, das seiner Überzeugung entsprang, dass der Zionismus eine Erneuerung des jüdischen spirituellen und sozialen Lebens in der Diaspora anregen müsse. Das Programm von der Zionistischen Exekutiven wurde abgelehnt, Feiwel trat daraufhin von seinem Posten Chefredakteur der „Welt“ zurück und formte, zusammen mit Martin Buber, Chaim Weizmann und anderen, die sogenannte Demokratische Fraktion auf dem Fünften Zionistenkongress.

Nach dem Kishinev Pogrom veröffentlichte Feiwel unter dem Pseudonym Told sein Buch „Die Judenmassacres in Kischinew“, das die Öffentlichkeit schockierte. Zusammen mit Martin Buber, Davis Trietsch, Chaim Weizmann und E. M. Lilien gründete er den „Jüdischen Verlag“. Feiwel stand in engem Kontakt mit jüdischen Autoren Osteuropas und übersetzte viele ihrer Werke aus dem hebräischen und jiddischen. Daraus entstanden, die von ihm herausgegebenen Sammlungen „Junge Harfen“ (1914), „Lieder des Ghetto“ (1902, 1920) mit Gedichten von Morris Rosenfeld und Zeichnungen von E.M. Lilien und der „Jüdische Almanach“ (1902).

Die Gründer des Jüdischen Verlags: Sitzend v.l. Berthold Feiwel und Martin Buber, stehend v.l. E.M.Lilien, Chaim Weizmann und Davic Trietsch.

1920 wurde Feiwel der erste Direktor des Keren haYesod. 1933 übersiedelte er nach Jerusalem.

Neben einem Gedicht Feiwels hier ein Text von ihm über unterschiedliche Strömungen im Zionismus zur Verfügung, der seine Tendenz klar erkennen lässt.

Texte von Berthold Feiwel: 
Stroemungen im Zionismus
Wacht auf Ihr Schläfer, in tiefer Nacht!

Bild oben: Berthold Feiwel, 1920, The Schwadron Collection of the National Library of Israel

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