Neues Amt des Beauftragten für jüdisches Leben ist wichtiges Signal

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht in der Berufung eines Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus ein überaus wichtiges Signal. Damit zeigt die neue Regierungskoalition, dass sie dem wachsenden Antisemitismus in unserem Land nicht einfach tatenlos zusehen will…

Der neue Beauftragte, den Bundesinnenminister Horst Seehofer heute bei der Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg vorschlagen will, wird sich nachhaltig für die Bekämpfung des Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen einsetzen.

„Mit Botschafter Felix Klein wurde dafür ein Experte gewonnen, der auch über die Grenzen Deutschlands hinaus das Vertrauen der jüdischen Gemeinschaft genießt“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster. „Wir sind zuversichtlich, dass Felix Klein beherzt und zugleich klug klare Linien gegen Antisemitismus ziehen wird. Da zunehmend auch Bundesländer Antisemitismus-Beauftragte berufen, dürfte und sollte er zudem die notwendige Unterstützung für seine Arbeit aus den Ländern erhalten.“

Berlin, 10. April 2018 / 25. Nissan 5778

Interview mit Felix Klein in der Jüdischen Allgemeinen

1 Kommentar

  1. http://www.sprachkasse.de/blog/

    Wird ein Antisemitismus-Beauftragter dafür sorgen, dass Jüdinnen und Juden auf der Straße nicht mehr angespuckt werden? Dafür, dass Passanten sich einmischen und eine rote Linie ziehen?

    Der Gesellschaft sollte klar sein, dass ein Teil des heutigen Antisemitismus von einer jugendlichen Subkultur ausgeht, die sich zwar am Islam orientiert, aber nicht durch ihn gespeist wird. Die entsprechenden Player dieser Subkultur sind Rapper, Musiker und andere Multiplikatoren. Und wie reagiert die Gesellschaft darauf?
    Sie verleiht den entsprechenden Gestalten Preise.

    Wir wissen alle, dass Empörung nicht ausreicht. Auch von Solidaritätsbekundungen sind Kinder in Schulen, Beter in Synagogen oder einfach nur Menschen zuhause nicht sicherer. Daran wird auch ein Beauftragter nichts ändern. Aber er wird das Gewissen beruhigen. Man hat »etwas« unternommen. Nun kann auf jemanden gezeigt werden, wenn man sich fragt, warum es diesen oder jenen Vorfall gab.
    Was ist das für ein Zeugnis, dass sich der Staat ausstellt, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mehr durchgesetzt werden können, um es zu ermöglichen, als Jude in Deutschland zu leben?
    Benötigt man erst einen Mittelsmann, der zum Handeln auffordern soll?

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