Grundschullehrer und Holocaustleugnerin im Gespräch

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Notorische Shoaleugnerin Ursula Haverbeck leugnet Massenmord durch Vergasung in Auschwitz im Video des vom Dienst suspendierten Berliner Grundschullehrers Nikolai Nerling…

(C) K. Schmitt, redoc – research & documentation

In einem Video, veröffentlicht auf dem Youtubekanal des suspendierten Berliner Grundschullehrers Nikolai Nerling, behauptet die einschlägig verurteilte Shoaleugnerin Ursula Haverbeck, „in Auschwitz wäre niemand vergast“ worden.

Das Video, ein freundschaftlicher Dialog zwischen Nerling und Haverbeck, entstand am Rande einer Vortragsveranstaltung in Thüringen am 3. März 2018, bei der die Shoaleugnerin referierte. In dem rund 15-minütigen Gespräch geht es unter anderem um Haverbecks Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen mehrerer volksverhetzender Straftaten.

In einer Sequenz, wo sie behauptet den „angesehenen Spiegelredakteur“ Fritjof Meyer zu zitieren, sagt sie, Meyer sei zu dem Schluss gekommen, dass „356.000 vergast seien außerhalb von Birkenau – also […] in Auschwitz wäre niemand vergast -, außerhalb von Birkenau, in zwei Bauernhäusern, von deren einem man gerade die Fundamente entdeckt hat“. […] Nach dieser Aussage, die Fritjof Meyer offensichtlich nie so aufgeschrieben hat, „können wir jetzt auch sagen“, so Haverbeck weiter, „den Holocaust hat es nicht gegeben. Denn wir können nicht sagen, dass vielleicht 356.000, das können ja auch noch weniger werden, schon ein singuläres Verbrechen, das heißt das größte Verbrechen aller Zeiten, sein kann. Denn alleine die Opfer der Vertreibung sind schon wesentlich mehr. Das waren 2,5 bis 3 Millionen und so weiter. […] Wenn man das alles [Rheinwiesen, Hiroshima, Bomben und Dresden] dazu nimmt, dann ist das hinfällig“.

Fritjof Meyer, den Haverbeck glaubt zu zitieren, bezeichnete die Aussage, dass es in Auschwitz-Birkenau keine Gaskammern zur Menschentötung gegeben habe, als einen „unsinnigen Standpunkt“. Zu „den beiden umgebauten Bauernhäusern außerhalb des Lagers“ schrieb Meyer in seinem in der Zeitschrift Osteuropa erschienenen Artikel, dass der „tatsächlich begangene Genozid […] wahrscheinlich überwiegend“ dort stattgefunden habe. (Quelle: Osteuropa. 52. Jg., 5/2002, S. 631-641.) Die mehrmonatige Debatte unter Fachleuten, bezüglich seiner im Artikel aufgestellten umstrittenen Thesen, beendete Fritjof Meyer mit den Worten, dass er „das Sterben von über einer halben Million Menschen in Auschwitz, überwiegend im Gas und zumeist Juden, belegt habe“.

Mit ihrer Behauptung, „in Auschwitz wäre niemand vergast“ worden, hat die 89-jährige Ursula Haverbeck wahrscheinlich erneut eine volksverhetzende Straftat begangen. Auch Nikolai Nerling, den die Berliner Schulverwaltung nach der Anzeige wegen seiner Propaganda-Aktivitäten vom Schuldienst freistellte, will sich scheinbar mit der Justiz anlegen. Denn neben Leugnung und Verharmlosung der Shoa ist auch die ungenierte Verbreitung entsprechender Äußerungen eine Straftat gemäß dem deutschen Strafgesetzbuchparagrafen 130.

2 Kommentare

  1. Nachtrag: „Der Volkslehrer“ Nikolai Nerling ahnt offenbar, dass er mit seinem veröffentlichten Interview mit Ursula Haverbeck zu weit gegangen ist:

    sein neuestes Machwerk „Im Gespräch: Hexenjagd Heute“ ist bezeichnenderweise NICHT auf seinem eigenen YT-Kanal „Der Volkslehrer“ veröffentlicht worden, sondern wurde heute am 10.03.2018 auf dem Kanal von Gerhard Ittner veröffentlicht. Gerhard Ittner (* 1958 in Zirndorf, Landkreis Fürth) ist ein Aktivist der deutschen Neonaziszene, verurteilter Volksverhetzer und Holocaustleugner. (so Wikipedia)

    Dieses neue Video ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=_eYSeodzedQ

    Mit Ittner hat Nerling in den letzten vierzehn Tagen geraume Zeit verbracht. Davon auch einige Videos angefertigt und auf seinem YT-Kanal „Der Volkslehrer“ veröffentlicht.

    Dieses aktuelle Video zeigt Nerling gemeinsam mit Ittner und Alfred Schaefer, dem Bruder von Monika Schaefer, die derzeit in der JVA München wegen Leugnung der Shoah und damit wegen Verstoßes gegen §130 (3) StGB (in Untersuchungshaft?) einsitzt.
    Bei einem Wortbeitrag von Schaefer, in dem die Shoa geleugnet wird (ab 7:40 min) wird – geradezu unverschämterweise – Klezmermusik eingespielt, um die Aussage Schaefers unkenntlich zu machen. Anschließend kommt eine ins Lächerliche gewendete Distanzierung Nerlings: „Ich muss mich aufs Schärfste davon distanzieren, wenn Du Alfred, etwas davon, wenn Du irgendetwas davon sagst, dass es in die Richtung geht, dass es das vielleicht nicht gegeben haben könnte…Denn dann müsste ich das Gespräch sofort abbrechen.“ Diese Abgrenzung ist derart ins Lächerliche gezogen, Ittner grinst in einer Tour und kann sich kaum zurückhalten, vor Lachen nicht laut herauszuprusten, dass diese Unverfrorenheit mehr als sprachlos macht.

    Ich hoffe sehr, dass „der Volkslehrer“ Nikolai Nerling vor einem Gericht die Gelegenheit bekommen wird, für seine Haltung und Aussagen geradestehen zu müssen. Ob er dort mit seiner Verteidigungsstrategie, die sich hier in diesem aktuellen Video andeutet, durchkommt, werden wir hoffentlich erleben.

  2. Dieses Video ist in der Tat unglaublich, die darin enthaltene Leugnung der Shoa infam.
    Seit Tagen melde ich die immer wieder erscheinenden Mirror bei Youtube. Der Meldung wird seitens YT zwar immer innerhalb weniger Minuten stattgegeben und das Video wird für Deutschland bei YT gesperrt, aber der „Volkslehrer“ Nikolai Nerling hat leider inzwischen eine ziemlich große Zahl von Followern, von denen immer wieder welche dieses Video hochladen. (es werden inzwischen sicherlich um die 50-70 Mirror dieses Videos sein, die ich gemeldet habe)
    Dieser gesamte Kanal des Volkslehrer ist unterirdisch, durchsetzt von rassistischer, revisionistischer und nationalistischer Propaganda und bietet insbesondere in den Kommentaren breitesten Raum für antisemitische Hetze übelster Art und Weise.
    Mit dem Video mit Ursula Haverbeck hat Nerling allerdings eine in Deutschland durch das Strafrecht markierte rote Linie überschritten. Daher erstens meine dauernden Löschanträge für das Video, zweitens meine Strafanzeige gegen Nikolai Nerling bei der Berliner Polizei (Polizeiliches Aktenzeichen: 180308-0838-I00021).
    Leider lässt sich besagtes Video nicht vollständig löschen, da Nerling auf seinem YT-Kanal auch die Webseite http://www.bitchute.com verlinkt, auf der Sperranträge gänzlich sinnlos sind. Auch kann mit einer anderen Länderkennung bei YT die Sperrung umgangen werden. Aber immerhin lässt sich so die Verbreitung dieses infamen Videos ein wenig bremsen.

    Dirk Breidenbach

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