Neue Fernsehtipps fürs neue Jahr

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Vom 16. bis 30. September 2012…

So, 16. Sep · 10:15-10:45 · HR
Das Sonntagsgespräch – Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Elisa Klapheck, Rabbinerin

In der jüdischen Religion beginnen in den kommenden Tagen die hohen Feiertage – zunächst das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana, wenige Tage später steht der Versöhnungstag Jom Kippur im jüdischen Kalender. Damit beginnt das Jahr 5773 nach der jüdischen Zeitrechnung. Was hat es auf sich mit den hohen Feiertagen, und wie feiern Juden hierzulande diese Feste? Darüber unterhält sich Meinhard Schmidt-Degenhard an diesem Sonntagmorgen mit der Frankfurter Rabbinerin Elisa Klapheck, die sich zur liberalen Strömung des Judentums rechnet. Sie leitet als Rabbinerin die liberale jüdische Gemeinde „Egalitärer Minjan“ in Frankfurt am Main. Zuvor hatte sie als Journalistin gearbeitet und begann erst spät ein Rabbinatsstudium in den USA. 2004 wurde Elisa Klapheck zur Rabbinerin ordiniert. Ihr ist es seit Jahren wichtig, als Jüdin auch klar Position zu beziehen zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten. So begann sie eine eigene jüdische Wirtschaftsethik zu entwickeln, die gerade in den Zeiten der aktuellen Finanzkrise klare moralische Akzente setzen könnte. Aber auch im Streit um die Beschneidung hat Elisa Klapheck deutlich Position bezogen und erinnert an die eigenständige Rolle von Religionen in der säkularen Gesellschaft.

So, 16. Sep · 15:00-15:45 · BR
Aufbruch in die Normalität

„Ich möchte zuerst als Person und nicht als Jude wahrgenommen werden. Und ich möchte auch nicht immer auf Israel angesprochen werden, denn ich bin Deutscher, genauer gesagt Unterfranke, und kein Israeli“, sagt Josef Schuster. Die Schusters sind Unterfranken mit Leib und Seele. Seit über 400 Jahren ist die Familie in der Region verwurzelt. Allerdings mit einer Unterbrechung: In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mussten sie ihre Heimat verlassen. Nach massiven Diskriminierungen, Gefängnis- und KZ-Aufenthalten gelang es den Schusters nach Palästina auszuwandern. Josef Schuster kam 1954 in Haifa zur Welt. Als er zwei Jahre alt war, kehrte die Familie ins Nachkriegsdeutschland zurück. Zurück nach Würzburg – in die Heimat. Sein Vater David Schuster hat sich nach seiner Rückkehr nach Würzburg stark für die Versöhnung mit den einstigen Verfolgern eingesetzt. Er baute die jüdische Gemeinde wieder auf und setzte den Bau einer Synagoge durch. Sein Ziel war es immer, die jüdische Gemeinde wieder zu einem ganz normalen, voll integrierten Teil der Stadtgesellschaft zu machen. Sein Sohn Josef ist heute selbst Vorsitzender des Gemeindevorstands. Der erfolgreiche Arzt ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Auch in seinen Ämtern als Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und als Vizepräsident des Zentralrats der Juden setzt er sich für das friedliche Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften in Deutschland ein. Die Schusters leben jüdische Riten und Gebräuche, feiern den Sabbat und gehen in die Synagoge. Für Dr. Josef Schuster, seine Frau Jutta und die beiden Kinder Ruth und Aron ist das selbstverständlicher Teil des Alltags und aus ihrer Sicht nicht weiter der Rede wert. „Es wird in der Politik oft vom Verhältnis zwischen Juden und Deutschen gesprochen. Ich wünsche mir, dass die Menschen verstehen, dass ich zwar eine andere Religion habe, als Jude aber genauso Deutscher bin.“ Ruth studiert in Würzburg Medizin, ihr Bruder Aron ist Betriebswirt und CSU-Stadtrat in Würzburg. Wie leben und empfinden die beiden ihr Judentum und sind sie ihrer Heimat auch so eng verbunden wie ihre Vorfahren? Auch wenn die Zeit der Verfolgung noch immer nachwirkt: Der Aufbruch in die Normalität hat längst begonnen.

So, 16. Sep · 16:00-16:30 · WDR
Cosmo TV

– Großes Unbehagen – wie wohl fühlen sich Juden in Deutschland? DÜSSELDORF. In den letzten Wochen häufen sich antisemitische Übergriffe und damit steigt auch das Unbehagen in der jüdischen Gesellschaft. Die Statistiken belegen die Zunahme von antijüdischer Gewalt. Sie wird meist von Rechten ausgeübt, aber auch von Muslimen. 90 Straftaten gab es im letzten Halbjahr bundesweit, 84 wurden von Neonazis begannen, vier durch Migranten verübt. Seit dem Anschlag auf einen Rabbiner in Berlin vor wenigen Wochen steht das Thema im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. In Berlin soll es so genannte No-go-Areas für Juden geben, Bezirke, in denen sich Juden besser nicht zu erkennen geben, die Kippa besser abnehmen sollten. Auch in NRW macht sich seit den jüngsten Vorfällen ein Gefühl von Beklemmung breit. Vor wenigen Wochen wurden mehrere jüdische Friedhöfe geschändet, Grabsteine umgeschmissen und beschmiert. Cosmo TV hat eine Lehrerin einer jüdischen Religions-schule in Düsseldorf getroffen, die von den inzwischen sogar alltäglich gewordenen Beschimpfungen und Erniedrigungen auf der Straße spricht. Und darüber, ob sie sich im Jahre 2012 in Deutschland noch heimisch fühlen mag. – Wenn die Neonazis klingeln – was geschah in Betzdorf? BETZDORF. Die Umstände des Überfalls auf eine türkische Familie in Betzdorf wirken fragwürdig und nebulös. Zwei in Militäruniformen gekleidete Männer, die aussehen wie Neonazis, dringen in ihr Haus ein und bedrohen die Familie mit Waffen. Die Opfer versuchen sich mit einem Brotmesser zu verteidigen. Als die Polizisten den Tatort erreichen sind die Angreifer bereits geflohen. Da sie den Vater mit einem Brotmesser in der Hand antreffen, vermuten die Polizisten einen Ehestreit und führen zunächst den Familienvater Ali Korkusuz in Handschellen ab, lassen ihn nach einer drei Stunden andauernden Vernehmung wieder frei. Die Suche nach den eigentlichen Tätern beginnt auf einer schon kalt gewordenen Spur. Die Familie setzt 25.000 Euro Kopfgeld auf die Angreifer aus. Sie sind überzeugt davon, dass der Übergriff rechts motiviert war. Wer waren die Männer und was steckt hinter dem Angriff? Cosmo TV geht auf Spurensuche auf einer Straße in Betzdorf, die einmal eine ganz ruhige war.

So, 16. Sep · 23:45-01:20 · BR
Rosen für den Staatsanwalt

In der Nachkriegszeit begegnet Rudi Kleinschmidt dem ehemaligen Militärrichter Schramm wieder, der ihn in den letzten Kriegstagen wegen einer Lappalie zum Tode verurteilt hatte. Kleinschmidt entkam der Urteilsvollstreckung damals nur durch einen glücklichen Zufall. Nun muss er mit ansehen, wie Schramm, der in der jungen Bundesrepublik zum Oberstaatsanwalt aufgestiegen ist, vor Gericht einen üblen Antisemiten laufen lässt. Der Richter erkennt Kleinschmidt wieder und beschließt, den unliebsamen Zeugen mundtot zu machen.

Mo, 17. Sep · 10:50-12:02 · arte
Amos Oz – Die Natur der Träume

Amos Oz, der berühmteste israelische Schriftsteller, ist in Deutschland und Frankreich ein vielgelesener und vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. Aber nicht nur das: Amos Oz ist auch ein Mahner für den Frieden im Nahen Osten und ein streitbarer Intellektueller, nicht nur in Israel, sondern vor allem auch gegenüber seinen europäischen Kollegen. In diesem Sinne geht die Kulturdokumentation über ein Schriftstellerporträt hinaus und gewinnt auch angesichts der aktuellen Situation in Nahost an Aktualität. „Israel ist ein Traum, der wahr geworden ist – und wie jeder wahr gewordene Traum eine Enttäuschung.“ So eröffnet Amos Oz eine seiner drei „Lectures“ an der New Yorker Columbia University, in denen er über das Land spricht, in dem er 1939 geboren wurde – da gab es den Staat Israel noch nicht. Traum und Wirklichkeit, Hoffnung und Enttäuschung liegen nah beieinander im Nahen Osten – Oz hat die spezifisch israelische Lebensdisposition beschrieben in mehr als einem Dutzend Romanen, die in 25 Sprachen übersetzt wurden, und in zahllosen Artikeln und Essays. Israels berühmtester lebender Schriftsteller ist ein rastlos Reisender, unterwegs mindestens so sehr für seine Bücher wie für sein Land. Die jungen Filmemacher Yonathan und Masha Zur haben Oz auf diesen Reisen eineinhalb Jahre lang begleitet – nach New York, wo Oz dem israelischen Präsidenten Shimon Peres Empfehlungen gibt für seine Rede in der UN, nach Österreich, wo er ungnädige Worte findet für europäische Besserwisserei dem Nahen Osten gegenüber: Europa habe die arabische Welt kolonialisiert und ausgebeutet, und Europa war es, das seine Juden diskriminierte, verfolgte und in einem beispiellosen Völkermord vernichtete. Nach Deutschland führten ihn in den letzten Jahren unter anderem der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und ein öffentliches Gespräch mit dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er kommt oft, obwohl er in Deutschland eigentlich immer schlecht schläft. Die Filmemacher begleiteten ihn auch durch Israel, wo Oz im Vorfeld der Wahlen eine neue sozialdemokratische Partei mitbegründete. Dann kam im Dezember 2008 der Krieg: Israel mochte sich die Raketen der Hamas nicht länger gefallen lassen, bombardierte Gaza und marschierte schließlich ein – über 1.300 Menschen kamen um. Israel wählte danach mehrheitlich rechts, die neue Linke erreichte gerade mal drei Mandate. Aber Oz ist schon wieder unterwegs, in England und Schweden, lässt sich befragen von Al-Dschasira wie in den Programmen der BBC. Er ist ein unermüdlicher Missionar der Zwei-Staaten-Lösung, des Kompromisses, den er gerne mit einer „Unhappy Marriage“ vergleicht, und den er gleichwohl auch nach Krieg und verlorenen Auseinandersetzungen unbeirrt beschwört. Eigentlich will er nur nach Hause, an seinen Schreibtisch in der kleinen Wüstenstadt Arad, und schreiben – doch die politische Wirklichkeit fordert ihn immer wieder heraus, die öffentliche Bühne zu betreten. Oz kann die Gegenwart nur im geschichtlichen Zusammenhang sehen. So ist die Dokumentation auch eine Reise durch Oz‘ berühmtestes Buch, „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ (2004), in dem er die eigene Kindheit und die Hoffnungen seiner aus Osteuropa emigrierten Familie beschreibt und damit auch die Geschichte des zionistischen Traums. Für seine Mutter, Fania Klausner, erfüllte er sich nicht: Sie nahm sich – heimwehkrank und depressiv – das Leben, als Amos zwölf Jahre alt war.

Di, 18. Sep · 23:05-00:30 · 3sat
Heavy Metal in Baghdad

Vier junge Männer, Mitglieder der irakischen Heavy-Metal-Band Acrassicauda, wollen Musik machen, doch Heavy Metal scheint in einem muslimischen Land so gut wie keine chance zu haben. Glimmt nach Saddams Sturz Hoffnung auf Freiheit auf – wird diese jedoch brutal zunichte gemacht, als das Land in blutigen Aufständen versinkt. Eine Bombe zerstört Proberaum und Instrumente, die wenigen Fans sterben oder fliehen, und die Band bekommt Morddrohungen von religiösen Fanatikern. Feiern werden verboten, Headbanging ohnehin, weil die monotone Kopfbewegung dem Beten der orthodoxen Juden ähnelt. Schließlich flüchtet die Band aus Angst um ihr Leben nach Damaskus, Syrien. Der Dokumentafrilm „Heavy Metal in Baghdad“ von Eddy Moretti und Suroosh Al begleitet die Musiker von Acrassicauda vom Sturz Saddam Husseins bis zu ihrer Flucht aus dem Irak. Videotagebücher, Interviews und Mitschnitte der raren Live-Auftritte geben einen ungewöhnlichen Einblick in den Alltag des Irak. Mit erstaunlich viel Humor beschreiben die Musiker ihr Leben in einem Kriegsgebiet, in dem Schießereien, Bombenattentate und Entführungen auf der Tagesordnung stehen. „Heavy Metal in Baghdad“ spiegelt das Lebensgefühl einer jungen desillusionierten Generation im Irak wider, deren Leben durch den Krieg verändert wurde.

Mi, 19. Sep · 21:55-23:24 · arte
Lawinen der Erinnerung – Ein Film über Oliver Storz von Dominik Graf

Oliver Storz (1929-2011) war ein vielfach ausgezeichneter Dramaturg, Drehbuchautor und Regisseur – einer der Großen in der deutschen Mediengeschichte. Im hohen Alter wurde er schließlich noch ein erfolgreicher Schriftsteller. Sein Lebensthema war die Erinnerung, genauer: die Erinnerung an die Zeit, in der Deutschland unter Adolf Hitler im Chaos versank. Mit leichter Hand montiert der neunfache Grimme-Preis-Träger Dominik Graf historisches Originalmaterial, Filmzitate, neu gedrehte Spielszenen und die Worte seines Gesprächspartners zu einem immer dichter werdenden Doku-Essay. Oliver Storz, der Wegbereiter und wortwörtliche Entwicklungshelfer des deutschen Fernsehens, reflektiert im Gespräch mit dem Filmemacher Dominik Graf seine persönlichen Erlebnisse – und spricht auch darüber, wie historische Tatsachen medial aufgearbeitet werden. Storz selbst hat in „Drei Tage im April“ (1995) ein Ereignis verfilmt, das sich in den letzten Kriegstagen in der Nähe seiner Heimatstadt Schwäbisch-Hall zugetragen hatte. In einem kleinen Bahnhof blieben damals, bewacht von SS-Männern, vier Waggons stehen. Drinnen rangen Häftlinge eines Konzentrationslagers mit dem Tode und schrien vor Schmerz und Hunger. Storz befragte beim Dreh die Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen und war bestürzt: Nur ein damals 16-Jähriger konnte dazu etwas sagen. Das kollektive Gedächtnis hat die Erinnerung an das Ereignis gelöscht. Woher kann Rettung kommen für die bedrohte Wahrheit? Das Medium TV sei dafür wenig geeignet, sagt Storz, zu gedächtnislos sei dessen Aura, zu stark sei die Fixierung auf das, was man „Event“ nenne und als Kriterium für die Erzählwürdigkeit von Ereignissen heranziehe. Oliver Storz‘ prägende Zeit waren die letzten Kriegs- und ersten Friedensjahre. Jahre, die sich für den damals Jugendlichen für immer einschreiben und sein späteres Schaffen und Denken bestimmen: Das Mitleid, das er empfand und nicht zeigen durfte, als die Nazis in seiner Heimatstadt ein Bauernmädchen öffentlich an den Pranger fesselten und ihr den Kopf scheren ließen. Den Begriff der Kollektivschuld habe er für sich immer angenommen, so Storz. Oder das Gefühl der Zerrissenheit: Als Pimpf war das Kind Oliver angetan vom geschickten Brimborium der Nazis. Zuhause lauschte er gebannt den Gesprächen seines Vaters, der ein überzeugter Antifaschist war und den Untergang voraussagte. Oliver kämpfte mit seiner Wut und Empörung über den gefühlten Verrat. Wohl wissend, wie gefährlich es wäre, ein Wort davon nach außen dringen zu lassen. Vor vier Jahren reüssierte der Filmemacher Storz dann mit seinem autobiografischen Roman „Die Freibadclique“ auch als sprachgewaltiger Schriftsteller. Während der Arbeit an seinem zweiten Roman, der den Schwarzmarkt zum Hauptthema haben sollte, erfuhr er von seiner schweren Krankheit. Eine im Film zu sehende Lesung mit Stefan Kurt und Matthias Brandt aus „Als wir Gangster waren“ ist eine Feier anlässlich seines 82. Geburtstages. Eine Feier, die bereits vom Abschied umweht ist. Der Tod kam nicht überraschend für Oliver Storz, aber früher als erwartet. Und so wird im Film neben den großen Lebensereignissen auch das Lebensende und Storz‘ Verhältnis zu seinem unnahbaren Vater zum Gesprächsthema.

Mi, 19. Sep · 23:25-00:53 · arte
Drei Schwestern Made in Germany

Spätherbst 1947: Die Einwohner Frauenburgs, einer US-Garnisonsstadt, frieren und hungern, aber ein gesellschaftliches Ereignis versetzt alle in Aufregung: Eine der drei Bürgermeistertöchter, Freya Sonnenberg, soll den amerikanischen Standortkommandanten heiraten. Jede der drei knüpft daran ihre ganz eigenen Hoffnungen … November 1947 in Frauenburg, einer kleinen süddeutschen Garnisonsstadt der US-Besatzungsarmee: Den deutschen Einwohnern steht ein weiterer harter Nachkriegswinter bevor, zugleich aber auch ein soziales Ereignis, an das die Bürger große Hoffnungen für ihr Wohlergehen knüpfen: Die Vermählung des Regimentskommandeurs Colonel Bellmont mit einer Tochter der Stadt, Freya Sonnenberg, der mittleren von drei Schwestern aus gutbürgerlichem Hause. Es wird eine der ersten prominenten deutsch-amerikanischen Hochzeiten seit der Aufhebung des Fraternisierungsverbots sein. Für Freya bedeutet dieser Schritt den Aufbruch hinaus aus den entbehrungsreichen Nachkriegsverhältnissen in ein Leben des Wohlstands und der Freiheit in den USA. Nora, die älteste der Schwestern, hat ihre eigenen Erwartungen, die in der Vergangenheit wurzeln: Der geliebte Vater, einst hochgeschätzter Bürgermeister des Städtchens, war vom Kleinbürgertum, das unter den Nationalsozialisten an die Macht drängte, aus dem Amt geschasst worden und aus Gram darüber gestorben. Für Nora bedeutet die Verheiratung der Schwester mit dem allmächtigen Standortkommandanten späte Genugtuung, ja Triumph über die alten Kräfte des kleingeistigen Intrigantentums. Außerdem erhofft sie sich einen privaten Vorteil von diesem Zuwachs an gesellschaftlichem Einfluss: Kann sie ihre heimliche Liebe zu einem Außenseiter, dem ehemaligen KZ-Häftling und Schwarzhändler Jacob Horwitz endlich „salonfähig“ machen? Die jüngste der Schwestern, Gudrun, genannt „Guddi“, in den Wirren des Kriegsendes leicht heruntergekommen, lebt hingegen hemmungslos ihre Sexualität aus, um so mehr, als die Pläne der älteren Schwestern unversehens zu scheitern drohen: Am Vorabend der Hochzeit taucht ein Erpresser auf, der mit der Preisgabe von angeblich kompromittierenden Details aus Freyas Dienstzeit als Wehrmachtshelferin droht. War sie tatsächlich die „Gespielin“ eines prominenten Nazibonzen? Wird es den Schwestern gelingen, den Mann zum Schweigen zu bringen? Im Laufe einer turbulenten Nacht scheinen sich die Dinge zu klären – bis dann eine Katastrophe ganz anderer Art die Situation beinahe zum Ausufern bringt.

Do, 20. Sep · 02:45-03:30 · HR
Unsere 50er Jahre – wie wir wurden, was wir sind

In der zweiten Hälfte der 50er Jahre setzen die Kriegskinder erste Schritte in das eigene Leben. Peter Süss sortiert nachts Pakete bei der Post oder schüttelt als Barkeeper Cocktails. Mit einer Vespa wird er zum König seiner Clique. Jakob Horowitz will nicht in Deutschland bleiben, sondern zurück nach Israel. Doch dann kreuzt eine junge Frau aus Leipzig seinen Weg – und seine Pläne ändern sich radikal. Rose Brock flüchtet aus der DDR in die Bundesrepublik und wundert sich über ihre neuen Mitschüler: „Die Jugendlichen in der BRD standen auf Pettycoats und Elvis Presley. Sie hatten keine Idee!“ erinnert sie sich heute. Ihr Vater ist immer noch im Gefängnis in Bautzen. 25 Jahre Haft wegen angeblicher Spionage soll er absitzen – aber dann wird er plötzlich freigelassen. Heinz Oppermann gehört zu den letzten Kriegsgefangenen, die aus sowjetischen Lagern entlassen werden. Doch die Rückkehr aus Workuta ist schwer, den in seine Heimat, das Memelland, kann er nicht zurück. „Unsere 50er Jahre – Wie wir wurden, was wir sind“ zeigt Deutschland – Ost und West – in den Umbrüchen der Nachkriegsjahre. Die Serie erzählt Geschichte konsequent als persönliches Erleben, eben so, wie Geschichte tatsächlich erinnert wird. In den Erinnerungen wird der Alltag in den 50er Jahren sichtbar – jenseits aller Schlagwörter.

Do, 20. Sep · 03:30-04:46 · arte
Shahida – Allahs Bräute

Was bringt Frauen dazu, Allah über alles zu stellen und in seinem Namen Anschläge zu verüben, die unzählige Opfer fordern? Die junge israelische Regisseurin Natalie Assouline dokumentiert über zwei Jahre hinweg in einem israelischen Hochsicherheitsgefängnis das Leben palästinensischer Frauen, die in Selbstmordattentate verwickelt waren. Sie stellt Fragen zum Unfassbaren, verurteilt aber nicht und macht so die vielen Grauschattierungen der Wirklichkeit sichtbar. 21. März 2002: Es ist Muttertag. Kahira macht Frühstück für ihre vier kleinen Kinder, umarmt sie und schickt sie in die Schule. Wenig später machen sich Kahira, eine andere junge Frau und ein Mann auf den Weg nach Jerusalem. Als sie die Stadt erreichen, mischen sich die beiden Frauen unter die Menge, kaufen Blumen und beobachten die angrenzenden Straßen. Dann zerreißt eine ohrenbetäubende Explosion die Luft. Die Innenstadt versinkt im Chaos. Später in der Nacht wird Kahira von israelischen Soldaten festgenommen. Drei Menschen kamen bei der terroristischen Attacke ums Leben, 80 wurden verletzt. Kahira wird zu drei Mal Lebenslänglich verurteilt. Gezeigt wird das Hasharon-Gefängnis in Israel, Sicherheitstrakt für weibliche Gefangene, zumeist sind es Palästinenserinnen. Alle waren in Selbstmordattentate verwickelt. Die Autorin und Regisseurin Natalie Assouline, eine israelische Jüdin, begibt sich zu den „Feindinnen ihres Volkes“, um zu verstehen, nicht um zu verurteilen. Sie hat eine intensive Beziehung zu den gefangenen Frauen aufgebaut – eine davon ist Kahira. Assouline darf ohne Einschränkung durch die Gefängnisleitung drehen. Die meisten Täterinnen sind zwischen 25 und 30 Jahre alt, sie haben ihr ganzes Leben noch vor sich. Einige sind Mütter, haben Familien. Eine von ihnen ist schwanger. Es stellt sich die Frage: Warum setzten diese Frauen alles aufs Spiel? Was hat sie dazu gebracht, Allah über alles, auch über die eigenen Familien und ihre Kinder zu stellen, ihren Neugeborenen ein Leben im Gefängnis zuzumuten oder als Schwangere einen Anschlag auf eine Kinderkrippe zu verüben? Der Dokumentarfilm spiegelt den Widerspruch und den inneren Konflikt wider, den man angesichts dieser Frauen empfindet. Als Zuschauer ist man hin- und hergerissen zwischen Anteilnahme, manchmal Mitgefühl oder gar Verständnis bis hin zu völligem Unverständnis, zu Abscheu und Wut angesichts ihrer grausamen Taten und Morde. [ARTE Zusatz] Natalie Assouline arbeitet als Autorin und Regisseurin unter anderem für das Fernsehen. Ihr besonderes Interesse gilt den Menschenrechten. Sie ist Mitglied des Israeli Forum of Documentary Film Makers. Seit sechs Jahren ist sie Filmdozentin. Unter anderem drehte sie die Dokumentarfilme „Birth in Arab Culture“ und „Final Goodbye“, der 2002 beim Internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam mit dem Silbernen Wolf und mit dem ersten Preis beim Docaviv Festival in Tel Aviv ausgezeichnet wurde. „Shahida – Allahs Bräute“ stieß international auf großes Interesse. Der Film hatte 2008 seine Premiere auf der Berlinale und erhielt dort den Fipresci-Preis der Internationalen Filmkritik für die Sektion „Forum“. Darüber hinaus wurde er 2008 ausgezeichnet mit dem Prix Italia – Spezialpreis „Communication for Life“, dem Friedenspreis beim 23. Unabhängigen FilmFest Osnabrück und dem „Premio Ondas“ beim Wettbewerb der 55. Internationalen Ondas Awards in Barcelona für ein TV-Programm, das Qualität und Innovation in sich vereint.

Fr, 21. Sep · 06:00-07:00 · arte
Darius Milhaud und seine Musik

Darius Milhaud (1892-1974) war einer der bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine ihm eigene polytonale Kompositionstechnik und die südamerikanischen Rhythmen, die er in seine Musik einfließen ließ, machen seine Musik unverwechselbar. Milhaud ist Sohn einer angesehenen jüdischen Familie aus Aix-en-Provence in Südfrankreich. Doch es gab in seinem Leben zahlreiche bedeutende Stationen rund um die Welt, neben Paris vor allem Rio de Janeiro. Auf Einladung von Paul Claudel war er als Kulturattaché an der französischen Botschaft tätig und ließ sich von der brasilianischen Musik inspirieren. In Israel komponierte er die Oper „David“, und als die Nationalsozialisten in Frankreich einfielen, flüchtete er mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten, wo er am Mills College in Oakland eine Kompositionsklasse übernahm. ARTE macht Halt an diesen Stationen und bereist die Städte, die den Künstler in seinen verschiedenen Lebensphasen prägten. Zur Illustration des herausragenden Werks und des ungewöhnlichen Werdegangs von Darius Milhaud suchte die Regisseurin Cécile Clairval-Milhaud die wichtigsten Stationen im Leben des französischen Komponisten auf: die Provence, die als Schauplatz seiner Kindheit prägenden Einfluss auf ihn hatte; Paris, wo ihm seine Werke Erfolge, aber auch Skandale brachten, und wo er mit Jean Cocteau und der „Groupe des Six“ neue Weichen für die Musik stellte. Aber auch Brasilien, das Land, dessen Natur ihn ebenso faszinierte wie die Musik; Brüssel, wo im Théâtre de la Monnaie mehrere seiner Werke uraufgeführt wurden; die Vereinigten Staaten, wo er lange Jahre lebte; Israel wegen jener Werke, für die Milhaud sich von biblischen Texten anregen ließ, wie zum Beispiel von der Oper „David“. Für die musikalische Untermalung sorgen das Philharmonische Bläserquintett Berlin mit „La Cheminée du Roi René“, interpretiert auf dem Festival von Aix-en-Provence, das Ensemble Vocal Français mit einem Rezital in Paris und das weibliche Eclipse Quartet aus Los Angeles mit zwei Quartetten. Viele von Milhauds Opern, etwa „Christophe Colombe“, „Maximilien“ und „Bolivar“, belegen das Engagement des Komponisten für den Freiheitskampf.

Fr, 21. Sep · 09:30-10:00 · HR
Juden im Mittelalter

Im ersten nachchristlichen Jahrtausend verlagerte sich der Schwerpunkt der jüdischen Diaspora immer mehr vom Nahen und Mittleren Osten nach Europa. Von Italien kommend siedelten die ersten jüdischen Familien entlang des Rheins und gründeten neue Zentren jüdischen Lebens. Die jüdische Bevölkerung leistete Entscheidendes für die kulturelle Entwicklung der Städte: Vor allem in den Städten Speyer, wo bis heute eine Mikwe – ein Ritualbad – erhalten ist, Worms, Straßburg und Mainz entstanden bedeutsame jüdische Gemeinden. Die neuen Siedler nahmen auch Gebräuche der neuen Heimat in ihre Kultur auf – vor allem übernahmen sie Wörter und Struktur des Mittelhochdeutschen in ihre Alltagssprache, das „Jiddisch“ entstand.

Fr, 21. Sep · 20:15-22:55 · ProSieben
Unbeugsam – Defiance

Der Film basiert auf dem Buch „Defiance: The Bielski Partisans“. Er schildert die Flucht polnischer Juden vor den deutschen Besatzern während des 2. Weltkriegs und deren Widerstandskampf. Die Protagonisten sind die Brüder Tuvia, Zus, Asael und Aron Bielski, deren Familie zum großen Teil durch die Deutschen getötet wurde, die eine Widerstandsgruppe aufbauen um andere Juden zu retten.

Sa, 22. Sep · 16:30-17:00 · HR
Die Alten und die Liebe

Auch mit 97 Jahren weiß Anni Bober nicht, was die Liebe ist. Zuverlässigkeit, vielleicht? Verantwortung für den Anderen – auf jeden Fall. „Hab‘ mich ein bisschen lieb und hab‘ mich lange lieb“, ist ihr Motto, und so hat sie mit der Liebe ihren Frieden gemacht. Sie ist eine von drei jüdischen Bewohnern im Henry und Emma Budge-Altersheim in Frankfurt am Main, die von der Liebe erzählen – davon, wie sie ihr im Leben begegneten. Alle drei überlebten den Holocaust fern von Deutschland und kehrten später nach Frankfurt zurück. Der Jüngste, Bert Silbermann, ist 79 Jahre alt. Vier Frauen waren wichtig in seinem Leben. Zweimal war er verheiratet, zweimal lebte er „ohne Trauschein mit einer Frau zusammen“. Gelernt hat er daraus, der Versuchung nicht zu widerstehen. Dennoch hat er heute der Liebe abgeschworen. Vernunft statt allzu viel Gefühl, das sei jetzt seine Devise. Doch zu bereuen gibt es nichts. Isi Gutman ist 93 Jahre alt. Seine Frau Beatrice lernte er mit 18 Jahren kennen und blieb ihr treu vom ersten bis zum letzten Kuss. Mehr als 65 Jahre lebten sie zusammen, bevor sie an einem Hirntumor verstarb.

Sa, 22. Sep · 18:00-18:15 · MDR
Unsere bunte Heimat: Rabbi 2.0

Sein Smartphone hat er immer dabei. Ausgeschaltet ist es nur an einem Tag in der Woche – am Sabbat, dem jüdischen Feiertag, an dem alle Arbeit ruhen soll. Sonst ist Zsolt Balla immer auf Empfang: für Facebook, YouTube & Co. Der gebürtige Ungar ist seit zwei Jahren Gemeinderabbiner der Stadt Leipzig. So, wie man sich einen klassischen jüdischen Gelehrten vorstellt, wirkt er nicht. Mit 33 Jahren ein noch junger Rabbi, hatte er zunächst einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen. Als studierter Software-Ingenieur hätte er sich als gut bezahlter Manager in der Computerbranche niederlassen können, stattdessen belegte er ein Rabbinerseminar und machte die Religion zum Zentrum seines Lebens. Zsolt Ballas Alltag beginnt gewöhnlich um 07:30 Uhr mit dem Morgengebet und endet nicht vor 23:00 Uhr am Abend. Sein Tagesablauf ist oft hektisch und vollgepackt mit Terminen. „Ausschlafen kann man als Rabbiner einer Gemeinde eigentlich nie! Aber Stress“, sagt der gut gelaunte Rabbi, „stört mich nicht, er gibt mir Motivation!“ Balla kämpft gegen die Überalterung seiner Gemeinde, vor allem Jugendliche sind schwer zu überzeugen. Aber berühren will er sie trotzdem – und bastelt an kreativen Plänen und Ideen. Und dann ist da noch diese Liebe zur Musik. Gemeinsam mit Freunden aus seinem Rabbinerseminar hat er die Band „The Holy Smokes“ gegründet. Er selbst spielt Gitarre und E-Bass und singt dazu. „Ich bin kein moderner, sondern ein gegenwärtiger Rabbi!“, sagt er, „Jüdische Tradition ist mir sehr wichtig!“ Frederike Pauli hat den jungen Rabbi einen Tag lang bei seiner Balance zwischen modernem Leben und strenger jüdischer Tradition begleitet.

So, 23. Sep · 17:30-18:00 · Das Erste (ARD)
Streitfall Beschneidung

Die Fronten scheinen unversöhnlich: Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust. Der Kinderschutz-Bund spricht von einem weisen Entscheid zum Wohle von Tausenden von Jungen. Die junge jüdische Familie M. aus dem Rhein-Main-Gebiet droht, nach Israel auszuwandern, sollten sie ihren zukünftigen Stammhalter nicht legal hierzulande beschneiden lassen dürfen. Deutsche Muslime und die Islamverbände protestieren, die christlichen Kirchen auch. Der türkischstämmige Muhammed erzählt hingegen von seinen seelischen und körperlichen Qualen nach dem blutigen Eingriff. Er betet, das umstrittene Urteil möge für alle bindend sein. Kurzum: Der Spruch des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidung als Akt der Körperverletzung unter Strafe stellt, sorgt seit Wochen für leidenschaftliche, erbitterte Debatten. Werden Juden und Moslems in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit massiv behindert, am Ende aus Deutschland vertrieben? Wie erleben muslimische wie jüdische Familien dieses Urteil in all seinen Konsequenzen? Oder ist eben dieser Entscheid ein Sieg des säkularen Rechtsstaates? Was aber zählt mehr: Der Ritus oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit? Fieberhaft arbeiten Juristen und Politiker in Berlin an einem neuen Gesetz, um den „Religionsfrieden“ im Lande wieder herzustellen, – denn musste die juristische Debatte über die Strafbarkeit der Beschneidung ausgerechnet in Deutschland beginnen? Gestritten wird über ein großes religiöses wie politisches Thema. Und letztlich über das Verhältnis von Staat und Religion. Gibt es auch für die Glaubensfreiheit Grenzen? Ein Team des Hessischen Rundfunks hat Menschen besucht, die direkt von diesem Urteil betroffen sind: Familien, Imame und Rabbiner, Ärzte. Vor allem aber Männer – jene, die ihre Beschneidung als identitätsstiftend begreifen und solche, die sich für ihr Leben gezeichnet sehen.

Di, 25. Sep · 15:00-16:31 · arte
Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben

Verfilmung der Autobiografie von Deutschlands einflussreichstem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Von seiner Kindheit in Polen und der Schulzeit in Berlin, über die Deportation und den täglichen Überlebenskampf im Warschauer Ghetto, wo er die Liebe seines Lebens findet, bis hin zu seiner Wiederkehr nach Deutschland: die jungen Jahre des heute 92-Jährigen. Marcel Reich-Ranicki kommt 1920 als Sohn deutsch-polnischer jüdischer Eltern zur Welt und wächst in Wloclawek in Polen auf. Das Abitur macht er in Berlin, wohin er mit den Eltern umsiedelt. Der aus Polen zugezogene Gymnasiast kennt die deutsche Literatur binnen kurzer Zeit besser als seine Mitschüler. Zum Studium wird er wegen der Rassengesetze nicht mehr zugelassen. Als polnischer Jude wird er 1938 nach Polen deportiert und zwei Jahre später ins Warschauer Ghetto umgesiedelt. Hier lernt er unter unmenschlichen Umständen die Liebe seines Lebens kennen. Gemeinsam stellen sie sich einem unvorstellbaren Überlebenskampf. Der Hochzeitstag mit Theophila, genannt „Tosia“, fällt mit dem Beginn der brutalen Räumung des Ghettos zusammen. Reich-Ranickis Eltern, sein Bruder und Tosias Mutter kommen in den Vernichtungslagern ums Leben. Im Februar 1943 gelingt dem jungen Paar – wie nur sehr wenigen – die Flucht aus dem Ghetto in den Warschauer Untergrund. Ein polnischer Schriftsetzer nimmt sich ihrer an und versteckt die Hilfesuchenden, bis die sowjetische Armee das Land befreit. Reich-Ranicki tritt der Kommunistischen Partei Polens bei und arbeitet von 1948 bis 1949 zugleich für den polnischen Geheimdienst und als Konsul der Republik Polen in London. In den 50er Jahren entschließt sich das Ehepaar Reich-Ranicki zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie gehen in die Bundesrepublik Deutschland. Trotz all dem durch Deutsche erfahrenen Leid hat Marcel Reich-Ranicki die Liebe zur deutschen Sprache und Literatur bewahrt und sein Leben in den Dienst der Literatur gestellt.

Di, 25. Sep · 16:45-17:00 · Das Erste (ARD)
Meine strapaziöse Familie – Die Schauspielerin Adriana Altaras

Sie ist ein Multi-Talent, glaubt an Geister und hat den braunen Gürtel in Karate: Adriana Altaras. Die Schauspielerin, Regisseurin und Buchautorin hat eine besondere Vergangenheit: Die Jüdin wurde in Zagreb geboren, ihr Vater kämpfte unter Tito. Dann ging die Familie nach Italien, später nach Deutschland. In Gießen gründeten die Eltern wieder eine jüdische Gemeinde. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte hat Adriana Altaras den Nachlass ihrer Eltern, die Schriftstücke und Tagebücher studiert und ein Buch geschrieben: „Titos Brille“. Bis heute gräbt sie in der Geschichte ihrer jüdisch-kroatischen Familie – ihrer „strapaziösen Familie“, wie sie selbstironisch schreibt – und damit auch in der Geschichte von Ex-Jugoslawien und den jüdischen Menschen dort. Geschichte ist ihr also wichtig. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden wird sie oft in Talk-Shows oder zu Ausstellungen eingeladen. Doch Adriana Altaras fühlt sich fremd in der Opferrolle, Mahnmale und Gedenksteine sind ihr ein Gräuel. Energisch tritt sie für eine jüdische Identität ein, in der das „Besonders-Sein“ kein Opfer-Sein bedeutet und das Gedenken eine neue Ausrichtung bekommt.

Di, 25. Sep · 21:10-22:02 · arte
Flick (1/2) Der Aufstieg

Keine Familie verkörpert das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Politik so wie die Flicks. Kaum eine Familie hat größeren Einfluss auf die deutsche Politik im 20. Jahrhundert genommen und größeren Nutzen daraus gezogen. Der Zweiteiler „Flick“ erzählt die Geschichte von Friedrich Flick und seiner Familie – mit einer Fülle neu entdecktem Film- und Fotomaterial, auf der Basis interner Dokumente und einer Vielzahl erstmals ausgewerteter Quellen. Der erste Teil dokumentiert den Aufstieg Friedrich Flicks vom Siegerländer Bauernjungen zu einem der wohlhabendsten Männer des Deutschen Reiches bis zu seiner Verurteilung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1947. Den zweiten Teil, „Das Erbe“, zeigt ARTE direkt im Anschluss, um 22 Uhr.

Mi, 26. Sep · 00:00-01:30 · MDR
Reise nach Jerusalem

Auf einem Bahnhof in Sofia stehen 1940 zwei deutsche Kinder allein und orientierungslos inmitten vorübereilender Menschen, deren Sprache sie nicht verstehen. Sie sind Juden und zusammen mit ihrem Onkel auf dem Weg nach Palästina. Der Onkel ist im Zugabteil an einem Herzinfarkt gestorben. Nun müssen David und Else allein den Weg nach Palästina in das Land der Rettung finden. Auf der anderen Seite des Bahnsteigs ist ein liebeswertes aber gerade etwas hektisches Artistentrio. Der Zauberer Dimi, die Sängerin Zarah und ihr Assistent Sami sind nach Sofia gekommen, in der Hoffnung, Arbeit zu finden. Zarah hat Mitleid mit den zwei Kindern und beschließt, die beiden mitzunehmen. Ganz zum Ärger von Dimi, den sie liebt, aber der für ihren Traum von einer Familie noch nie etwas übrig hatte. Es beginnt ein langer gemeinsamer Weg auf den staubigen Straßen des Balkans. Es ist die „Reise nach Jerusalem“. Die bulgarische Polizei ist ihnen auf der Spur und bittet einen deutschen SS-Offizier um Hilfe. Lothar Straub ist jung und ambitioniert. Doch er erliegt Zarahs Schönheit. Den drei Zauberkünstlern sind die Kinder ans Herz gewachsen und sie kämpfen für ihre Rettung – die Ausreise mit einem der großen Schiffe von Varna nach Jerusalem. Mit Geschick gelingt es ihnen, die Kinder bis zum Schluss vor der Polizei zu bewahren.

Mi, 26. Sep · 02:20-04:20 · 3sat
Die Weiße Rose

Sophie und Hans Scholl kommen im Mai 1942 nach München, um an der Ludwig-Maximilian-Universität zu studieren. Bald entdeckt Sophie, dass ihr Bruder mit den Kommilitonen Alex Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst in einer Widerstandsgruppe arbeitet. Unter Einsatz ihres Lebens stellen die Studenten Flugblätter her, die mit „Die weiße Rose“ unterzeichnet sind und in denen sie zum Widerstand gegen das Hitler-Regime aufrufen. Sophie schließt sich der Gruppe an. Als sie erfahren, dass „Die weiße Rose“ nicht die einzige Widerstandsgruppe ist, verdoppeln Hans und Sophie hoffnungsvoll ihre Aktivitäten. Doch die Schlinge der Gestapo zieht sich immer enger um sie. Zufällig wird der Hausmeister Zeuge, als die beiden an der Universität Flugblätter auslegen. Er denunziert die Geschwister, die im Februar 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt werden. Regisseur Michael Verhoeven gelang mit „Die weiße Rose“ eine packende Darstellung des politischen Widerstandes im Nazi-Deutschland.

Mi, 26. Sep · 03:40-04:50 · arte
Schildkrötenwut

Der Vater der Filmemacherin Pary El-Qalqili kehrt von Deutschland nach Palästina zurück. Doch dort lässt man ihn nicht leben. Israel weist ihn aus, und so kehrt er wieder in die Wohnung der Familie in Berlin, ohne wirklich dort anzukommen. Er zieht sich völlig zurück und lehnt beinahe jede Kommunikation ab. Pary El-Qalqili erzählt eine Geschichte von Flucht und Vertreibung, vom Leben im Exil und von einer gescheiterten Rückkehr. Ein Mann – es ist der Vater der damals zwölfjährigen Filmemacherin Pary El-Qalqili – verlässt seine Familie und kehrt aus Deutschland nach Palästina zurück. Dort will er sich den Traum eines eigenen Hauses erfüllen und für die Freiheit Palästinas kämpfen. Doch soweit kommt es nicht. Israel weist ihn aus. So kehrt er nach Deutschland zurück. Seine Familie nimmt ihn wieder auf. Doch der Mann zieht sich in den Keller des Hauses zurück: „Wie eine Schildkröte zurückgezogen in seinem Panzer“, so die Filmemacherin. Die Familie lebt im Nebeneinander. Es gibt keinen Streit, nur Stille. Die Kommunikation der Eheleute ist auf ein Minimum reduziert. Doch dann beginnt die Tochter, ihrem Vater Fragen zu stellen. Sie versucht, sein Schweigen zu ergründen. Es kommt die Geschichte eines Mannes mit vielen Rätseln zutage, dessen Leben geprägt ist von Flucht und Vertreibung, dem Leben im Exil und der gescheiterten Rückkehr nach Palästina. Eine Biografie, die vom israelisch-palästinensischen Konflikt zerrissen ist. Die drängende Suche einer Tochter nach Antworten führt zu einer Reise von Vater und Tochter durch Ägypten, Israel, Palästina und Jordanien. Es gibt Streit am Flughafen, einsame Nächte in Hotels und Verhandlungen an verlassenen Tankstellen. Und es gibt die Erkenntnis, dass ein Denken in Opfer und Täter, Gut und Böse, Schwarz und Weiß unmöglich ist.

Mi, 26. Sep · 04:20-06:20 · 3sat
Führer Ex

Ost-Berlin, 1986: Die beiden 18-jährigen Freunde Tommy und Heiko träumen von der großen Freiheit. Nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch in den Westen landen die zwei punkigen Jugendlichen im härtesten Gefängnis der DDR. Tommy sucht Schutz bei den einsitzenden Neonazis, doch sein Kumpel will von „den Braunen“ nichts wissen. Heiko kommt schon bald in Isolationshaft, und ein hinterhältiger Stasi-Offizier erpresst Tommy: Bespitzelt er seine Nazi-Kumpanen, wird Heiko im Gegenzug Haftmilderung gewährt. Bald darauf gelingt Tommy die Flucht in den Westen. Wenige Wochen später fällt die Mauer, und er besucht Heiko, aus dem ein skrupelloser Neonazi geworden ist. Als Tommy sich von den Neonazis absetzen will, konfrontiert Kaltenbach Heiko mit der Stasiakte des Freundes. Heiko greift zur Waffe, um den „Verräter“ zu richten. Der Spielfilm „Führer Ex“ handelt von Freundschaft und Verrat im Neonazi-Umfeld und ist inspiriert von dem autobiografischen Bestseller „Die Abrechnung – Ein Neonazi steigt aus“ von Ingo Hasselbach.

Do, 27. Sep · 15:25-16:21 · arte
Morgenland und Abendland, 2/7, Der Siegeszug des einen Gottes

Monotheismus, Grundlagen der Wissenschaft, Bürgerrechte, Justiz, Handelsmärkte und verschiedene Kunstformen – der Mittlere Osten ist die Wiege grundlegender Ideen, die das moderne Weltbild bis heute prägen. Die Dokumentationsreihe erzählt nicht die Geschichte einer Nation oder eines Volkes, sondern die des gemeinsamen Erbes aller Europäer. Auf einer Reise durch die Geschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert erkundet Regisseur John Fothergrill eine faszinierende Grenzregion zwischen Europa, Asien und Afrika und schildert sieben historische Ereignisse aus der Perspektive des Mittleren Ostens. Der zweite Teil der Reihe schildert die Entstehung der monotheistischen Religionen. Heute bekennt sich ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung zu einem einzigen Gott, seien es Juden, Muslime oder Christen. Die monotheistischen Religionen sind das Ergebnis einer außergewöhnlichen Geschichte, die im Schmelztiegel des Mittleren Ostens ihren Anfang nahm. Zahlreiche geistige wie kriegerische Auseinandersetzungen endeten damit, dass ein einziger Gott über die Vielfalt des antiken Pantheons siegte. In der zweiten Folge der siebenteiligen Dokumentationsreihe „Morgenland und Abendland“ erfährt der Zuschauer alles über die Entstehung, die Entfaltung und die explosionsartige Ausbreitung der jüdischen und christlichen Religionen bis zu ihrem Triumph über das Römische Reich.

Do, 27. Sep · 21:55-22:47 · arte
Das Geheimnis der Zugvögel – Große Rast am Roten Meer

In der Dokumentation „Das Geheimnis der Zugvögel“ begleitet die Filmemacherin Martina Treusch Forscher, Ornithologen und Fotografen am Roten Meer. Dort rasten im Frühjahr und im Herbst jährlich Millionen Vögel auf ihrem Weg in den Norden und wieder zurück in den Süden. Ein einmaliges Naturschauspiel, das nicht nur Wissenschaftler fasziniert. Jedes Frühjahr ist Israel Schauplatz eines einzigartigen Spektakels: Viele Millionen Zugvögel passieren die Landbrücke zwischen Afrika, Asien und Europa. Entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ziehen Störche, Flamingos, Pelikane, Greif- und Singvögel aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten nach Norden. Im Süden Israels ist ihr erster großer Rastplatz nach dem erschöpfenden Nonstop-Flug über die Wüsten Afrikas. Ein überlebenswichtiger Zwischenstopp, hier können sie ihre Energiereserven auffüllen. Die hohe Konzentration an Zugvögeln auf engstem Raum ist ein ideales Forschungsfeld. Doch noch immer ist der Vogelzug für die Wissenschaft ein Rätsel: Warum ziehen die Tiere Tausende Kilometer weit über die Kontinente hinweg? Was ist der Ursprung des Vogelzugs? Über kleine Rucksacksender auf dem Rücken der Zugvögel verfolgt der Wissenschaftler Ran Nathan die Tiere in Raum und Zeit wie mit einem Flugschreiber. Im Himmel über Israel herrscht während der Zugzeiten Hochbetrieb: Die Jahrmillionen alten Zugrouten der Vögel kreuzen die Flugrouten der Menschen. Für ein Flugzeug ist schon die Kollision mit einem Pelikan gefährlich. Bei einem Zusammenstoß kann er wie ein Geschoss einschlagen. Der Ornithologe Yossi Leshem hatte die rettende Idee: Als Pionier der Vogelschlag-Forschung entwickelte er ein effektives Frühwarnsystem für den Vogelzug: Mittlerweile international ein Muss für Flughäfen. Jedes Jahr Ende März folgen den Schwärmen der Zugvögel die Schwärme der Vogelkundler aus aller Welt. Sie feiern das Festival des Vogelzugs. Für eine Woche strömen sie zu Hunderten in die Hafenstadt Eilat am Roten Meer. In diesem südlichsten Badeort Israels treffen sich Wissenschaftler und Vogelfreaks. Sie feiern, forschen und fotografieren.

Sa, 29. Sep · 13:55-15:35 · WDR
Auf Ehrenwort

Raoul Walshs reizvolles Agentendrama zeigt Errol Flynn in einer Paraderolle als zwielichtiger Gangster mit Herz, der sich vom gewissenlosen Playboy in einen Mann von Ehre verwandelt. Paris 1943. Der zum Tode verurteilte Raubmörder Jean Picard steht bereits vor der Guillotine, doch ein Bombenangriff zerstört das Gefängnis. Picard flüchtet nach Bordeaux, wo ihn Inspektor Marcel Bonet erneut verhaftet. Bonet ist hinter dem Meisterdieb bereits seit 15 Jahren her und will ihn nach Paris zurückbringen. Im Limousin wird ihre Reise abrupt unterbrochen. Eine gesprengte Zugbrücke hat etliche deutsche Besatzer getötet. Die Gestapo droht damit, 100 französische Geiseln zu töten, falls sich der Saboteur nicht stellt. Picard nutzt die Chance, um Bonet einen heiklen Vorschlag zu machen. Er erklärt Bonet, dass er wenigstens als Ehrenmann sterben möchte. Bonet soll ihn deshalb freilassen, damit er sich anstelle des wirklichen Saboteurs bei der Gestapo stellen könne. Bonet gerät in schwere Gewissenskonflikte, doch angesichts des Leids der Dorfbewohner willigt er ein und meldet den Vorgesetzten, dass er Picard auf der Flucht erschossen habe. Picard ist jetzt ein freier Mann. Er setzt den rechtschaffenen Bonet damit unter Druck, dass sie jetzt quasi Komplizen seien. Um Bonet zu provozieren, beginnt der Frauenheld drei Tage vor Ablauf des Ultimatums eine Romanze mit der Verkäuferin Marianne. Der zynische Einzelgänger wird nachdenklich, als er von Marianne erfährt, dass sie um ihren Bruder trauert, der ebenfalls als Geisel genommen wurde. Die Lage spitzt sich zu, als die Gendarmen den wahren Saboteur verhaften. Bonet und Picard befreien ihn mit einer List, doch derweil haben sich die Dorfbewohner zusammengetan, um Picard den Nazis auszuliefern. Marianne verhilft Picard in letzter Sekunde zur Flucht. Bonet kehrt verbittert nach Paris zurück, doch am nächsten Tag steht plötzlich Picard vor der Tür. Er hat noch eine letzte Bitte…

So, 30. Sep · 00:40-03:00 · WDR
Rhapsodie in Blau

Geboren in Brooklyn am 26. September 1898 als Sohn russisch-jüdischer Emigranten sollte Jacob Gershowitz unter dem Namen George Gershwin der bekannteste amerikanische Komponist des 20. Jahrhunderts werden. Als klassischer Musiker erzogen begann der junge Gershwin seine professionelle Karriere als „Song-plugger“, so hießen die Klaviervorspieler in den Musikgeschäften New Yorks. Schon im Alter von 20 Jahren hatte Gershwin einige seiner Pop-Hits wie „Nobody But You“ oder „Swanee“ geschrieben. 1924 überraschte er die Musikwelt mit seiner „Rhapsody in Blue“, ein Experiment des sinfonischen Jazz, das im Programm des New York Symphony Orchestra übernommen wurde. Es folgten das „Concerto in F“ (1925), seine sinfonische Dichtung „Ein Amerikaner in Paris“ (1928) und als Krönung die Komposition „Porgy und Bess“ (1935). George Gershwin starb völlig unerwartet 1937 in Los Angeles an den Folgen eines Gehirntumors. Er war 38 Jahre alt und auf der Höhe seines internationalen Ruhmes. Viele seiner Songs wie „I Got Rhythm“ oder „Summertime“ sind heute noch lebendiger Bestandteil der Musikkultur unserer Zeit. „Rhapsody in Blue“ ist eine romantische Filmbiographie des großen amerikanischen Komponisten George Gershwin. Der Film, der acht Jahre nach Gershwins Tod in die Kinos kam, zeigt anschaulich dessen Musikbesessenheit und illustriert treffend den Zeithintergrund der zwanziger und dreißiger Jahre. Der Film zeichnet sich vor allem durch seine vorzüglichen Musikaufnahmen aus, die Gershwins sinfonischen Jazz authentisch wiedergeben. Musiker wie Al Jolson, Paul Whiteman und Oscar Levant interpretieren die Stücke. Schon mit zehn Jahren weiß George Gershwin, dass es in seinem Leben nichts Wichtigeres geben wird als die Musik. Ursprünglich wollten seine Eltern, dass ihr ältester Sohn Ira Klavierstunden bekommt, aber bald zeigt sich Georges überragendes Talent. Mit 18 wird er bereits von dem berühmten Professor Frank unterrichtet, dann beginnt George zu komponieren und Lieder zu schreiben. Er zeigt seine Arbeiten Max Dreyfus, der ihm weiterhilft, und als Al Jolson „Swanee“ singt, kann George Gershwin einen ersten Hit verbuchen. Dann geht es Schlag auf Schlag: „Rhapsodie in Blau“ (1924) bekommt begeisterte Kritiken, „Ein Amerikaner in Paris“ (1928) übertrifft alles bisher Dagewesene, und „Porgy und Bess“ (1935) macht George für Millionen zum Genie. Während George Gershwin so die Karriereleiter emporklettert, scheint ihm das Glück im privaten Bereich nicht hold. Zwei Beziehungen zerbrechen, als die Frauen erkennen, dass George die Musik mehr liebt als sie. Auch gesundheitlich geht es George Gershwin nicht immer gut. Er leidet unter starken Kopfschmerzen, kann sich nicht konzentrieren und geht schließlich mit seinem Bruder Ira nach Kalifornien in der Hoffnung, dass ihm das Klima helfen wird. Aber der Entschluss kommt zu spät, Gershwin stirbt in Hollywood am 11. Juli 1937.