Israel soll am deutschen Wesen genesen

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Der einstimmig von allen Bundestagsfraktionen angenommene Beschluss zu den Ereignissen um die „Gaza-Flottille“ wurde von den israelischen Medien überhaupt nicht wahrgenommen. Die wichtigsten Zeitungen Israels veröffentlichten darüber am Sonntag kein Wort, obgleich die Resolution einige gefährliche Ratschläge enthält und teilweise weltfremd ist. Allein die in Israel selbst kaum gelesene Jerusalem Post veröffentlichte einen Bericht aus Berlin darüber…

Ein Kommentar von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. Juli 2010

Wenn die Abgeordneten schon im Eingangssatz feststellen, dass auch israelische Soldaten verletzt wurden, liegt auf der Hand, dass nicht nur die Soldaten sondern auch die „Aktivisten“ mit Gewalt vorgingen. „Es bestehen starke Hinweise, dass beim Einsatz von Gewalt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt wurde.“ Das mag natürlich sein. Wahrscheinlich meinen die Abgeordneten, dass dieser Grundsatz gewahrt geblieben wäre, wenn es auch ein paar Tote unter den israelischen Soldaten gegeben hätte. Nicht zum ersten Mal wird Israelis vorgeworfen, im Vergleich zu ihren Feinden weniger Verluste zu erleiden. Doch wenn ein einziger Selbstmordattentäter Dutzende Israelis tötete, wurde noch nie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zitiert.

Weiter heißt es in der Resolution: „Die Blockade Gazas ist aber kontraproduktiv und dient den politischen und Sicherheitsinteressen Israels letztlich nicht. Das erklärte Ziel der Freilassung des von Kräften der Hamas widerrechtlich festgehaltenen Angehörigen der israelischen Streitkräfte Gilad Shalit ist bislang nicht erreicht. Die islamistische Hamas ist nicht geschwächt, sondern profitiert politisch und wirtschaftlich … von der Blockade.“

Wie Stammtischstrategen empfehlen die Abgeordneten den Israelis, am deutschen Wesen zu genesen. Haben die Damen und Herren in Berlin wirklich alles in Betracht gezogen, was den Sicherheitsinteressen Israels dient? Besteht die Blockade wirklich nur wegen dem seit vier Jahren „von Kräften der Hamas“ in Geiselhaft festgehaltenen Soldaten Gilad Shalit? Warum machen sie die Hamas nicht direkt verantwortlich? Sind die im sicheren Berlin sitzenden Abgeordneten aller Fraktionen bereit, die Verantwortung zu übernehmen, falls die gewählte israelische Regierung deren Vorstellungen von „Sicherheitsinteressen“ übernimmt, die Blockade aufhebt, die Grenzen für den Personenverkehr (wohl auch für Selbstmordattentäter der Hamas) öffnet und die Lieferung von Zement für den Bau von Abschussrampen von Raketen akzeptiert? Die Unterstellungen der deutschen Abgeordneten sind eine Anmaßung, die sich im umgekehrten Fall keine deutsche Regierung gefallen ließe.

Interessant wäre es, zu erfahren, wie man im Berliner Reichstag gemessen hat, dass die islamistische Hamas nicht geschwächt wurde, sondern profitiere. Vor Ort gibt es da andere Ansichten. Wenn die im Gazastreifen regierende Hamas nun schon zweimal Banken überfallen und ausrauben musste, weil sie pleite ist, scheint es mit ihrem politischen wie wirtschaftlichen Profit nicht mehr so weit her zu sein. Man hört auch zunehmend Stimmen von Menschen im Gazastreifen, die unter dem diktatorischen Regime der Hamas leiden. Vielleicht ist die gemeinsame von Ägypten (!) und Israel verhängte, von der Autonomiebehörde in Ramallah geduldete Blockade effektiver, als man in Berlin wahrnimmt.

Geradezu weltfremd und von Unwissen geschlagen ist der Vorschlag, bei Ägypten auf einen kontrollierten Grenzverkehr hinzuwirken und Israel sowie der Palästinensischen Autonomiebehörde das Angebot zu machen, „durch die Ausbildung von palästinensischen Grenzschutzkräften ein konstruktives internationales Grenzmanagement aufzubauen“. Offenbar haben die deutschen Abgeordneten keine Zeitung gelesen, als die Hamas im Juli 2007 im Gazastreifen geputscht hat. Bei der Gelegenheit haben die Islamisten nicht nur die Vertreter der Autonomiebehörde entmachtet, vertrieben oder ermordet.

Offenbar weiß man im Bundestag nicht einmal, dass damals auch Zöllner der EU (darunter Deutsche) am Grenzübergang zu Ägypten die Flucht ergriffen haben.
Alle Abmachungen zwischen Israel, der Autonomiebehörde, der EU und Ägypten wurden damals von der Hamas eigenhändig zerstört. Das jetzt gewünschte „konstruktive internationale Grenzmanagement“ gab es längst. Ägypten würde vertragsbrüchig, wenn es ohne israelisches Einverständnis seine Grenze zum Gazastreifen öffnet. Und wie sollen die von der EU ausgebildeten palästinensischen Zöllner zu ihren Posten entlang der Grenze gelangen, wenn die Hamas sie nicht in den Gazastreifen herein lässt?

Dieser Vorschlag zeugt von Naivität und einem gefährlichen Unwissen. Der Staat Israel, dessen Existenzrecht laut Bundestagsresolution erst noch anerkannt werden muss, sollte sich nicht von deutschen Parlamentariern seine eigenen „Sicherheitsinteressen“ vorschreiben zu lassen, wenn jenen nicht einmal elementare Fakten bekannt sind.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Deutscher Bundestag Drucksache 17/2328
17. Wahlperiode 30.06.2010
Antrag
der Fraktionen CDU/ CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ereignisse um die Gaza-Flottille aufklären — Lage der Menschen in Gaza verbessern — Nahost-Friedensprozess unterstützen Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
1. Die Militäraktion israelischer Streitkräfte gegen die großenteils unter türkischer Flagge fahrende „Gaza-Solidaritätsflotte“ in internationalen Gewässern, circa 130 Kilometer vor der Küste Gazas, am 31. Mai 2010 hat in der ganzen Welt starke Reaktionen ausgelöst. Die tragischen Ereignisse haben neun Menschenleben gefordert. Darüber hinaus wurden etwa 30 Menschen, darunter auch israelische Soldaten, verletzt.
2. Die Schiffe der „Solidaritätsflotte“ mit etwa 680 Aktivisten an Bord transportierten Hilfsgüter und Baumaterialien für die Menschen in Gaza.
Sie hatten nach eigener Aussage Beteiligter aber vor allem das Ziel, die bestehende Seeblockade, die Israel über Gaza verhängt hat, zu durchbrechen. Es gibt Hinweise, dass manche der Organisatoren der Flotte über Verbindungen zur radikalislamistischen Hamas und anderen radikalen islamistischen Organisationen verfügen.
3. Die israelischen Soldaten sind mit Gewalt unter Einsatz von Schusswaffen vorgegangen, als sie nach Aussagen der israelischen Regierung von Aktivisten angegriffen wurden. Das Völkerrecht zieht für die Anwendung staatlicher Hoheitsgewalt gegenüber Schiffen auf hoher See Grenzen. Es bestehen starke Hinweise, dass beim Einsatz von Gewalt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt wurde.
4. Das israelische Kabinett hat am 14. Juni 2010 eine Untersuchung des Einsatzes gegen die „Solidaritätsflotte“ unter internationaler Beteiligung beschlossen. Die Vorgänge sollten im Rahmen der Untersuchung umfassend aufgeklärt werden, wobei auch die Beteiligung von Vertretern des Nahost-Quartetts, dem die EU, die Vereinten Nationen, Russland und die USA angehören, sinnvoll wäre.
5. Israel macht das Selbstverteidigungsrecht geltend, um die Seeblockade und deren Durchsetzung zu rechtfertigen. Daher wurde das Begehren der Vertreter der „Solidaritätsflotte“, die Ladung im Hafen von Gaza zu löschen, abgelehnt. Die israelische Regierung hat das Angebot gemacht, die Einfuhr der auf der Solidaritätsflotte transportierten Hilfsgüter nach einer Inspektion über den Landweg nach Gaza zuzulassen. Hamas hat aber die Einfuhr von Hilfsgütern, die die israelischen Streitkräfte auf Lastwagen bereit gestellt hatten, auf diesemWeg abgelehnt.
6. Durch die Ereignisse vom 31. Mai 2010 richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt auch auf die Situation der Menschen in Gaza. Die Lebenslage der Zivilbevölkerung in Gaza muss dringend verbessert werden. Dazu hat die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik am 31. Mai 2010 erklärt: „Die humanitäre Lage in Gaza bleibt ein Anlass zu großer Sorge.“ Die EU fordert, zuletzt in den Schlussfolgerungen des Rates für Auswärtige Angelegenheiten vom 14.
Juni 2010, die unmittelbare, bedingungslose und dauerhafte Öffnung von Zugängen zu Gaza für den Verkehr von humanitärer Hilfe, kommerziellen Gütern und Personen nach und aus Gaza. Die Ankündigung der israelischen Regierung vom 20. Juni 2010, die Positivliste von Gütern, deren Einfuhr möglich ist, in eine Negativliste verbotener Güter wie Waffen und waffenfähiges Material zu verwandeln, ist eine richtige Änderung, die rasch umgesetzt werden sollte.
7. Israels legitime Sicherheitsinteressen müssen gewahrt bleiben. Das setzt voraus, dass der Raketenbeschuss aus Gaza sofort aufhört und dass durch ein Grenzkontrollregime Waffenlieferungen nach Gaza unterbunden werden, wie es der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Resolution 1860 (2009) gefordert hat. Das Existenzrecht Israels muss allgemein anerkannt werden, insbesondere durch die Hamas.
8. Die Blockade Gazas ist aber kontraproduktiv und dient den politischen und Sicherheitsinteressen Israels letztlich nicht. Das erklärte Ziel der Freilassung des von Kräften der Hamas widerrechtlich festgehaltenen Angehörigen der israelischen Streitkräfte Gilad Shalit ist bislang nicht erreicht. Die islamistische Hamas ist nicht geschwächt, sondern profitiert politisch und wirtschaftlich, vor allem durch die „Tunnelwirtschaft“, von der Blockade. Die Versorgung funktioniert unter der Aufsicht und zum Vorteil von Hamas, die Abgaben auf die Waren erhebt, die über die geschätzt rund 600 Tunnel aus Ägypten eingeführt werden. Daher hat Hamas selbst kein Interesse daran, dass legale Übergänge nach Gaza geöffnet werden.
9. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung sind auf Lebensmittelhilfe und Transferleistungen angewiesen. Zwar herrscht in Gaza kein Mangel an Grundnahrungsmitteln und grundlegender medizinischer Versorgung, aber wirtschaftliche Entwicklung als Grundlage für ein Leben in Würde ist nicht möglich.
10. Nach Angaben des Leiters der United Nations Relief and Works Agency (UNRWA), John Ging, erschwert die Blockade die Arbeit der UNRWA.
So kann die UNRWA die Grundversorgung im Bildungsbereich nicht sicher stellen, weil kaum Baumaterial eingeführt werden kann und es so nicht möglich ist, Schulgebäude zu bauen. Hamas kann diese Situation ausnutzen und die fehlenden Schulangebote machen, um die Bevölkerung, vor allem Jugendliche, in ihrem Sinne zu beeinflussen.
11. Deutschland spielt als Partner und Freund Israels und im Rahmen der Europäischen Union eine wichtige Rolle im Nahostfriedensprozess. Es liegt im Interesse der Handlungsfähigkeit europäischer Politik im Nahostkonflikt, die so genannten „Proximity Talks“ zu unterstützen und Möglichkeiten für Beiträge zu pragmatischen Fortschritten auszuloten.
12. Nur ein umfassender politischer Prozess, der auf der Roadmap, dem Annapolis-Prozess und weiteren Friedensinitiativen wie denen des Nahost-Quartetts und insbesondere der Arab Peace Initiative aufbaut, in dem die offenen Statusfragen geklärt werden und der in einer Zwei- Staaten-Lösung mündet, wird zu einem tragfähigen Frieden im Nahen Osten beitragen.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, 1. die Forderung nach einer internationalen Untersuchung des Einsatzes gegen die „Solidaritätsflotte“, wie sie der Generalsekretär der Vereinten Nationen erneut gefordert hat, zu unterstützen, die das Vorgehen beider Seiten, einschließlich möglicher Verbindungen von Organisatoren zur radikalislamistischen Hamas und anderen radikalen islamistischen Organisationen, in den Blick nehmen sollte, wobei die Beteiligung von Vertretern des Nahost-Quartetts sinnvoll wäre; 2. deutlich zu machen, dass legitime Sicherheitsinteressen Israels voll gewahrt werden müssen, wozu insbesondere der Raketenbeschuss aus Gaza sofort beendet werden und der Waffenschmuggel nach Gaza unterbunden werden muss, wie es der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Resolution 1860 (2009) und der Rat für Auswärtige Angelegenheiten der Europäischen Union in seinen Schlussfolgerungen vom 14. Juni 2010 gefordert haben; 3. die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik bei ihren Initiativen zur Verbesserung der humanitären Lage in Gaza mit allem Nachdruck zu unterstützen und sich innerhalb der Europäischen Union insbesondere dafür einzusetzen, dass der Generalsekretär der Vereinten Nationen damit beauftragt wird, mit Israel über den Zugang nach Gaza auch auf dem Seeweg und die Schaffung entsprechender technischer Voraussetzungen mit dem Ziel zu verhandeln, dass unter Wahrung der Sicherheitsinteressen Israels von den Vereinten Nationen benötigte Güter nach Gaza eingeführt werden können; 4. die Forderung der Europäischen Union nach einer sofortigen Aufhebung der Gaza-Blockade mit Nachdruck zu unterstützen und darauf hinzuwirken, dass Israel die Positivliste von Gütern, deren Einfuhr möglich ist, in eine Negativliste verbotener Güter wieWaffen und waffenfähiges Material umwandelt; 5. gegenüber Ägypten gleichfalls darauf hinzuwirken, dass ein regelmäßiger und im Interesse der Sicherheit der israelischen Bevölkerung kontrollierter Grenzverkehr ermöglicht wird; 6. im Rahmen der Europäischen Union Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde das Angebot zu machen, auch durch die Ausbildung von palästinensischen Grenzschutzkräften ein konstruktives internationales Grenzmanagement aufzubauen, das die Überwachung der Einfuhr von Lieferungen nach Gaza unterstützt, um sicherzustellen, dass kein Waffenschmuggel nach Gaza stattfindet;
7. die von den Vereinigten Staaten initiierten so genannten „Proximity Talks“ wie bisher zu unterstützen und sich darüber hinaus gegenüber Israel und den Palästinensern weiter dafür einzusetzen, dass beide Seiten sie konstruktiv führen, damit eine rasche Aufnahme direkter Friedensgespräche mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung möglich wird.
Berlin, den 30. Juni 2010
Volker Kauder, Dr. Hans-Peter Friedrich (Hof) und Fraktion Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion Birgit Homburger und Fraktion Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.

18 Kommentare

  1. Inan, Ob Israel nun tatsächlich dazu beigetragen hat, daß sich die Beziehungen zur Türkei verdüstern?
    Es ist wohl so wie auch zwischen zwei Menschen, beide Seiten haben jeweils ihren Anteil daran, wie die Beziehung sich weiter entwickelt.
    Nun, eigentlich sagst Du ja auch nichts anderes.
    Das Problem ist nur, daß sich Szenarien abzeichnen, so wie Du es auch andeutest, die für niemanden gut sind.
    Die politisch Verantwortlichen sollten soetwas also nicht außer Acht lassen.

    Meines Wissens nach ist der Antisemitismus in der Türkei sehr weit verbreitet, wenn also ein Erdogan solche Entwicklungen noch begünstigt, dann haben wir mit etwas Unglück dazu eine Lage, die zu schwierig ist um sie zu kontrollieren.

    Natürlich sind Kriegsszenarien, auf die Du abzieltest, völlig „sinnfrei“!
    Aber sag das mal diesen Politikern hierzulande, in Deutschland, die solche Forderungen an den Staat Israel stellen, wie Sahm es oben ausführt!
    Diese Leute heizen alles nur noch an, als wären sie selbst die „höchste Instanz“!
    Vergleiche dazu auch sehr treffend die Ausführungen von ‚yoyojon‘ unter den Kommentatoren!

    Was glauben die denn, was passiert, wenn sie vor der eigenen Haustür Unfrieden anstiften?
    Wer sind diese Leute, daß sie glauben in Israels Sicherheitsbelangen mitmischen zu wollen?!
    Ferndiagnose? Ist das nicht sehr unklug?
    Es scheint mir nur wieder eine Bestätigung des Vorwurfs zu sein, wie er an deutsche Politiker des öfteren abgeht: diese Leute sind einfach zu hochmütig und bemerken in ihrer Eitelkeit nicht, wie die Dinge stehen.

    Nimm zB. den Einwand von ‚Shimon Lichterberg‘ unter den Kommentatoren. Alleine wegen dieses Einwands sollte sich die deutsche Politikerschaft ganz genau überlegen, wie sie die Weichen Richtung Nahost stellt!

    Und Iran? Auf politischer Ebene, bei den „Praktikern“, wird sich da anscheinend schon darum gekümmert.
    Ich persönlich finde es sehr schmerzhaft, die iranische Regierung als „Feind“ betrachten zu müssen.
    Wir sprachen vorher mal über „Erfahrung“. Meine Erfahrung mit Iranern (okay, Flüchtlingen aus dem Iran, aber Iraner) ist sehr gut. Gute Menschen eben.
    Übrigens ist auch meine Erfahrung mit Palästinensern gut.
    Vielleicht hatte ich in der Hinsicht nur Glück?

    Nun, es gibt Menschen und es gibt Politik.
    Politik aber wird von Menschen gemacht, so, wie auch nicht die Waffe selbst das Problem ist, sondern die Absicht dahinter.
    (Andererseits, wozu ist eine Waffe zu gebrauchen?
    Mit Panzern Wild jagen ist sicher keine gute Idee.)
    Bei Israel, trotz mancher Scharfmacher auch dort, glaube ich, daß die Absicht dahinter, trotz aller Waffen, der Frieden ist, nicht die Mordlust auf so und so.

    Gehen wir offen miteinander um und gerecht, dann erhalten wir auch einen guten Frieden.
    Natürlich nur, wenn wir auch Frieden wollen, zB nach aller Offenheit.
    Umsomehr finde ich Deinen Optimismus zu dem „türkisch-kurdischem-Konflikt“ begrüßenswert, auch anbetracht Deiner „ganz anderen Bilder vor Augen“.

    Wir sind die Menschen. Handeln wir also so, daß wir Hoffnung auf Frieden haben können.

    A.mOr.

  2. @ Robert Schlickewitz:
     
    Was soll denn dieser völlig sinnfreie, zusammenhangslose und pseudogebildete Unfug? Der Bursche heißt — vielleicht liest Du es nochmal langsam — Sarrazin & hat mit Sarazenen exakt 0,0% zu tun. Jessas…

  3. Ist schon richtig Amor. Ich habe ganz andere Bilder vor Augen, was mit Kurden so alles gemacht wurde, auch von Arabern, vor allem von Arabern. Mit den Türken werden wir uns schon noch einig, obwohl diese eigentlich eine Tracht Prügel verdient hätten, aber wenn willst Du verantwortlich machen? Die Zivilisten, die Polizei, die Armee, die Regierung? Nein, der Konkflickt mit den Türken, müssen wir Kurden politisch lösen. Die Perser müsst Ihr übernehmen, sie auf den richtigen Weg lenken mit der Hilfe aus den USA. Im Prinzip eine einfache Sache. Ein Schelm, wer böses dabei denkt 🙂 .
    Um auf Herrn Erdogan zu kommen.
    Erdogan ist ein Heuchler. Er ist Ziehsohn von Herrn Erbakan, einem Islamisten wie er im Buche steht. Seines Zeichens Gründer der Refah Parti,(Wohlstandspartei) die mittl. verboten ist, da sie verfassungsfeindlich war.
    Jedoch, die laizistischen Kräfte in der Türkei, dienen nicht dem Laizismus, sondern der Sache der Nationalisten und der des Militärs. Einst waren es eben diese Kräfte, die die Islamisten in der Türkei so stark gemacht haben, als vermeintliches Gegenstück zur Linken in der Türkei, Einfluss der UdSSR usw. Genau diese erlaubten den Islamisten, ihre eignen Unis und Schulen zu betreiben, ihre eigenen Gesetze an Schulen durchzusetzen und auch an ihren eigenen Universitäten. Erst dadurch wurden diese eine politische Kraft, die heute die Türkei in ihr Verderben steuert. Die unheilige Allianz mit Damaskus und Teheran ist zwar nachvollziehbar und legitim, aber es ist genau der Schritt, der in die falsche Richtung geht. Die jetzige israel. Regierung hat wohl ihren Teil dazu beigetragen, dass die ehemaligen Verbündeten, sich argwöhnisch beobachten. Ob nun die Sache in Nord-Irak, die Sache mit dem Botschafter um nur zwei Dinge zu nennen, im Gegenzug hat natürlich die türkische Seite, Antisemitismus wohl wollend zugelassen(TV Serien usw), schön unter dem Deckmantel : Das ist Pressefreiheit….
    Das Gute an der Sache ist, dass beide die Stärken und Schwächen des jeweils anderen kennen. Eine Kriegserklärung von irgendeiner Seite wäre sinnfrei. Die Türkei ist NATO Mitglied, Israel eine Quasi Atommacht, Türkei ebenso, von daher  wirklich sinnfrei. Zudem kommen die Verflechtungen mit den USA und Europa. Krieg wird es hoffentlich nicht geben, denn dann wäre der gesamte Nahe und Mittlere Osten bis hoch nach Pakistan zu den Grenzen Indiens am brennen, Europa und die USA wohl auch. Ein Szenario, welches mir Angst macht…
    Shalom, Selam und Friede über Euch alle !

  4. Ergänzend zu dem, was ich oben gesagt habe, sollte ich vielleicht noch dies anmerken:
    Zunächst wurde die deutsche Verdrängungskultur im Zusammenhang mit dem 3. Reich entwickelt. 1945 verschwanden in D plötzlich alle Nazis. Millionen und aber Millionen Nazis – verschwunden! Nur ein paar Dutzend hat man erwischt und verurteilt. Das darf heute sogar erwähnt werden, weil es nicht mehr wichtig ist. (?)
    Danach wurde Verdrängung zum allgemeinen politischen Prinzip. Negatives, was auch immer, darf nicht erwähnt und nicht wahrgenommen werden. Daran halten sich alle. Gewisse Pseudoprobleme werden in den Raum gestellt, damit sich an ihnen der Wunsch nach offener Kritik abarbeiten kann, wirkliche Probleme gibt es nicht. Allerdings sieht man gelegentlich an ausgewählten Themen durchaus die Probleme und Fehler der anderen. So hält China die Menschenrechte nicht ein, Israel ist schon ganz und gar böse und … war da noch etwas … ach ja, Amerika… und vielleicht Cuba? Das reicht dann aber auch. Mehr gibt es nicht.
    Nachdem die Weltlage geklärt ist, wissen wir, dass wir super demokratisch sind und edel und offen usw., wenn nur die anderen so wären…
    Mir will es scheinen, dass dieser Kampf, die Realität zu verdrängen (innen wie außen) unterdessen auch in anderen Ländern, vielleicht in der ganzen westlichen Welt (?) um sich gegriffen hat. Interessante Frage; Wie lange kann so etwas gut gehen? Freud dreht sich Grabe wie ein Kreisel…

  5. Nach vielen Jahren Propaganda weiß der/die Deutsche einfach, dass „wir“ ethisch-moralisch heute so hochstehend sind, dass selbst der liebe Jesus als armer Sünder erscheint. Und von unserem hohen Ross aus können wir natürlich alle Welt kritisieren und die armen Menschen anderswo an unserer edlen Haltung beteiligen. Anderswo ganz besonders. Und so können wir es uns auch erlauben, den Israelis zu sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Warum sollten sie nicht auch von uns lernen? Gefahr: Bei solch grenzenlos edlen Seelen werden die Deutschen vielleicht demnächst in einer Apotheose in den Himmel aufsteigen? Dann muss die Welt eben wieder mit ihrer inhärenten Schlechtigkeit auskommen. Traurig.

  6. Inan,

    „Fleischhammer hin oder her“, verstanden.
    Sehr freundliche Reaktion oder „gut gekontert!“

    Ob die IDF auf die Situation vorbereitet war?
    Zumindest wird es nicht so dargestellt. Eher wird dargestellt, daß es zu Toten kam, weil sich die IDF einer unkontrollierbaren Angreiferschaft gegenüber sah und darauf eben nicht vorbereitet war. Genau dieses ist auch in der israelischen Presse kritisiert worden.

    Israel ist „der Staat der Juden“, so kann man es stehenlassen.
    Aber es ist eben auch ein Staat mit einer „bunten Menschenmischung“, sowie ein Staat, in dem viele verschiedene Religionen praktiziert und toleriert werden.
    Soweit mir bekannt, genießen alle Bürger Israels die gleichen Rechte, im Sinne einer Demokratie.
    Israel ist keine Theokratie.
    Aber, wer kennt schon die Wege von…?

    „Ich gehöre dem Volk der Kurden an“.
    Nun, vielleicht flapsig von mir, aber Kurden in der Türkei (oder Irak) wissen wohl, was ich mit „Super-Osmane“ meine.
    Fast finde ich es ungehörig, auch aus Empathie heraus,
    aber immerhin sind mir Photographien aus den Kurden-Gebieten bekannt, die einen sehr unfeinen (ich untertreibe sehr!) Umgang des türkischen Militärs mit Kurden vor Ort zeigen.
    Ein vielleicht auf den ersten Blick harmlos erscheinendes zB zeigt eine saftig, grüne Wiese die bedeckt ist von getöteten Schafen.
    Auch sah ich Photos von Menschen, getötet, Leichenschändung…Entschuldigung bitte, ich möchte nicht Ihre Gefühle verletzen.
    Diese Photos sind schon etwas älter, aber die Kämpfe dauern an.
    Wenn also Erdogan Israels Vorgehen gegen die „Gaza-Flotte“ anklagt, warum klagt er nicht an, daß zur gleichen Zeit viele Kurden von türkischen Soldaten getötet wurden, auch Kinder, so heißt es.
    Bei uns „Indianern“ sagt man: er spricht mit gespaltener Zunge.
    Auch dann, wenn er sagt: „Ihr Israeli versteht das Töten.“
    So ist es aber häufig mit Menschen, sie klagen andere an für ihre eigenen Verfehlungen.

    „c.  dass die Araber und Juden beides semitische Völker sind, ist mir bekannt, danke für den Hinweis.“
    Gerne geschehen! Eine Freude meinerseits.
    Was Ihre tatsächliche Erfahrung mit Arabern im Allgemeinen angeht, ist es eben so, wie Sie die Erfahrung haben.
    Was wir wirklich im Leben lernen, daß ist das, was wir erfahren.
    Was wir daraus machen, das ist das, wofür wir Verantwortung tragen.

    „Wes Geistes Kind Inan aber letztlich ist zeigt sich dann an der Aussage “Schickt die Islamisten ins Paradies. Dann ist ihnen geholfen und den Menschen ist auch geholfen.”, der ich ein “Tötet sie alle! Der Herr wird die seinen schon finden!” gegenüberstellen möchte.
    Wow, sorry aber bitte wo in meinem Kommentar oben habe ich dieses geschrieben.“
    Nirgendwo!!!
    Es ist auch mir aufgefallen.
    Habe ich Scytale bereits geschrieben im vorausgegangenen Kommentar.

    „Sie“ oder „Du“?
    Inan, ich biete ein „Du“ an, und schreibe normalerweise ganz „respektlos“ alle mit „Du“ an. Es ist aber nicht „respektlos“, es bedeutet nur, daß wir „gleich“ sind, sozusagen „im Sinne der Demokratie“.
    Es ist wohl nicht wirklich typisch deutsch, aber an Israeli ist es mir sympathisch, so wie auch im Englischen.
    Wir erweisen uns im „erwachsenen Umgang“ miteinander Respekt, und in der Anrede (so meine Vorstellung) erweisen wir uns „kindliche Offenheit“.
    Solltest „Du“ das anders sehen (aus welchem Grund auch immer), so werde ich das respektieren, ich mache es abhängig von „Deiner/Ihrer“ möglichen Antwort.

    A.mOr.

  7. Scytale,

    wer den Wettbewerb um den Titel „humanste Armee der Welt“ noch gewinnen mag, können wir alle wohl nicht voraussehen. Wäre ja auch langweilig.
    Die Schweiz indes befindet sich meines Wissens nach nicht „im Feld“, daher wohl ein schiefer Vergleich. Immerhin, sie übt.
    Deiner Aussage:
    „Für eine Armee im Feld beherzigt die IDF den Grundsatz “Sei menschlich auch im Kriege!” allerdings sehr vorbildlich.“
    möchte ich zustimmen (soweit ich kann).

    Ein weiteres Zitat von Dir:
    „Wes Geistes Kind Inan aber letztlich ist zeigt sich dann an der Aussage “Schickt die Islamisten ins Paradies. Dann ist ihnen geholfen und den Menschen ist auch geholfen.”, der ich ein “Tötet sie alle! Der Herr wird die seinen schon finden!” gegenüberstellen möchte.“

    Den Satz „Schickt…“ hat nicht Inan geschrieben, dafür zeige ich mich verantwortlich.
    Ohne auf „Geister“ einzugehen; meine von mir gewählte, von Dir angesprochene Gegenüberstellung mag wohl unter „Zynismus“ verbucht werden, war aber doch eher sarkastisch-ironisch gemeint, so wie insgesamt meine Gegenüberstellungen.
    Dem Zyniker, unterstelle ich eine gewisse Portion von Lebensverachtung, dafür stehe ich nicht ein.

    Inan, indes, wollte ich mit meiner Entgegnung keine „Mordlust“ unterschieben.

    Mir auch nicht, trotzdem nocheinmal auf meine Dir auffällig gewordene Gegenüberstellung eingehend:
    wenn es diese „Islamisten“ nicht geben würde, dann wäre den Menschen doch geholfen? Oder nicht?
    Wer andere Menschen töten will ist kein Freund der Menschen.

    A.mOr..

  8. @ Amor
    Fleischhammer hin oder her werter Amor Sie haben recht. Auf die Intention kommt es an. Ich kann jemanden auch mit einem Zahnstocher töten, wenn er nicht vorbereitet ist. Die Insassen der Mavi Marmara waren wohl vorbereitet, die IDF ebenso. Alles andere ist bekannt.
     
    “In meinen Augen ist Israel eher eine Theokratie als Demokratie.”
    Ist es denn falsch, dass Juden in Israel allen anderen Religionsangehörigen gegenüber bevorzugt  behandelt werden? Ich möchte an dieser Stelle nicht bewerten, nur wissen. Dass das Land Israel, Heimat aller Juden sein soll, ist mir bekannt, aber schließt das eine denn, das andere denn aus ?`Ich meine Heimat aller Juden zu sein, und seine Nichtjüdischen Bürger nicht zu benachteiligen wobei auch immer, ist dies nicht machbar? Wenn man von Demokratie spricht, heisst es dann nicht alle sind gleich? Bitte um Info. Danke 🙂 .
     
    Es gibt noch Hoffnung. Haben diese “Super-Osmanen” das auch schon verstanden?
    Ich gehöre dem Volk der Kurden an. Wir waren keine, und werden nie Osmanen sein. Auch bin Alevit, und Sunnit oder Schii, gar Wahabite.
     
    …Eine weit verbreitete Meinung unter “Bürgern der Türkei”.
    Wir wissen, was “Antisemitismus” zu bedeuten hat, wir wissen das von “Sem” auch die Juden abstammen.
    a. bin kein Bürger der Türkei, sondern Bürger der Bundesrepublik,
    b. das ist keine Meinung, sondern durch Erfahrung genährte Tatsachen. Ich bin mit
    arabischen Menschen in Berlin Neukölln jeglicher   
    Coleur aufgewachsen und habe sehr interessante Einblicke in Denkweise und
    Psyche bekommen….
    c.  dass die Araber und Juden beides semitische Völker sind, ist mir bekannt, danke
    für den Hinweis.
     
    Wes Geistes Kind Inan aber letztlich ist zeigt sich dann an der Aussage “Schickt die Islamisten ins Paradies. Dann ist ihnen geholfen und den Menschen ist auch geholfen.”, der ich ein “Tötet sie alle! Der Herr wird die seinen schon finden!” gegenüberstellen möchte.
    Wow, sorry aber bitte wo in meinem Kommentar oben habe ich dieses geschrieben.
     
    gegen die Araber”-Attitüde  …mit derlei Schwachsinn verdünnt sich der sonst ganz vernünftige Erguss Inans gehörig…
    Ist meine Meinung.
     

  9. Nicht nur in Israel war kein Medienecho vorhanden. Auch im eigenen Land scheint der Beschluss auf kein Interesse gestossen zu sein, was nicht Wunder tut, wenn man sich an die Ereignisse des 30. Juni erinnert ,und wird wohl allenfalls in einer Quartalsausgabe der Bahamas erscheinen, hat dort aber reele Chancen aufs Titelblatt zu kommen.
    @Schlickewitz
    Von der Namensherkunft würde ich unseren Innenminister eher als einen Nachkommen von Hugenotten als von Muselmanen einstufen, wobei Rückschlüsse aufgrund von Familiennamen auf die religiöse Herkunft einer Person in der Republik doch eher einen schlechten Ruf haben sollten.
    @A.mor & Inan
    Ich erlaube mir noch eine Kommentierung. Als erstes kann man einen „Banzaiangriff“ keinesfalls mit einem schnöden, religiös motivierten Selbstmordattentat vergleichen. Die eine Tat gilt als Zeichen höchster Aufopferung für den Tennou und hatte immer nur militärische Ziele. Die andere ist meistens ein feiges Abschlachten von Zivilisten, wobei die eigene unsterbliche Seele einer gesichtslosen Entität zum Fraße dient.
    Zweifelhaft auch, ob die IDF die humanste Armee der Welt ist. Die Schweizer Armee etwa erledigt sehr human pro Jahr keinen Zivilsten, keinen feindlichen Soldaten und keinen Freischärler. Für eine Armee im Feld beherzigt die IDF den Grundsatz „Sei menschlich auch im Kriege!“ allerdings sehr vorbildlich.
    Die Trennung zwischen Staat und Kirche ist natürlich nicht so ausgeprägt wie etwa in Frankreich oder den Vereinigten Staaten, aber Israel als eine Theokratie zu bezeichnen lässt auf mangelnde Bildung schließen. Ebenso die Aussage, Israel gleiche sich den Vereinigten Staaten immer mehr an. Natürlich gibt es gewisse Tendenzen die in beiden Staaten vergleichbar sind, aber letzten Endes hat doch der Bau des Sicherheitszaunes in den letzten Jahren für ein gesteigertes Gefühl der Sicherheit auf israelischen Straßen gesorgt. Eine Belagerungsmentalität besteht jedoch schon, was jeden Kenner dieses Begriffes hellhörig machen sollte.
    Wes Geistes Kind Inan aber letztlich ist zeigt sich dann an der Aussage „Schickt die Islamisten ins Paradies. Dann ist ihnen geholfen und den Menschen ist auch geholfen.“, der ich ein „Tötet sie alle! Der Herr wird die seinen schon finden!“ gegenüberstellen möchte.
    Die israelisch-türkischen Beziehungen waren übrigens schon vor den Vorfällen des 31. Mai stark von israelischer Seite zerrüttet worden, wenn man sich an den seltsamen Umgang mit dem türkischen Botschafter seitens des israelischen Aussenministeriums Anfang des Jahres zurück erinnert, was einen hochrangigen, israelischen Diplomaten zu der Äusserung „Das ist eine Art Erfindung einer neuen Diplomatie. Liebermann hat eine neue Methode des Verweises erfunden und das erscheint mir lächerlich. Diesmal hat er ihn auf einen niedrigen Stuhl gesetzt, das nächste Mal werden sie ihn zwingen, zu kriechen und beim dritten Mal werden sie ihn im Eingang verprügeln“ veranlasst hat. Kein Wunder, wenn dies zusammen mit den Vorfällen des 31. Mais aus Gründen der Staaträson zu diplomatischen Verwerfungen führt. Was diese „Wir machen gemeinsame Sache gegen die Araber“-Attitüde dann am Ende soll, bleibt mir dann letztendlich völlig unklar. Mit derlei Schwachsinn verdünnt sich der sonst ganz vernünftige Erguss Inans gehörig…

  10. Inan. Gesegnet seien die Kommenden!
    Ich erlaube mir ein Kommentatoren-Kommentar.

    „Nur frage ich mich, was sind Eisenstangen, gegen m4 Gewehre? Steine gegen MerkhavaII ?“

    Zunächst einmal war die IDF zunächst mit paintball bewaffnet, etwas verharmlosend unter uns „Harten“: Spielzeug.
    Ansonsten geht es nicht um die „Verhältinismäßigkeit der Bewaffnung“, sondern welche Absicht der Waffenträger hat.
    Wenn ich einen Fleischhammer benutze, um jemanden den Schädel einzuschlagen, dann ist es trotzdem Mord, auch wenn der Fleischhammer im offiziellen Gebrauch keine Waffe ist. Und ganz überzogen und mit etwas Geschick reicht mir auch ein Zahnstocher und ein guter Haltegriff, um einen schwer bewaffneten Soldaten „auszuschalten“.

    „Israel sich rühmt, die humanste Armee der Welt zu haben“

    Seien wir ehrlich: wir rühmen die IDF dafür, denn wir wissen, wozu Soldaten außer Rand und Band fähig sind.

    „In meinen Augen ist Israel eher eine Theokratie als Demokratie.“

    Meinungen sind verschieden, die Wahrheit ist die Wahrheit.

    „Ich frage mich, wieso Israel keinen Frieden möchte.“

    Ich frage mich, wer Dich informiert.

    „Israel wird immer mehr wie die USA, paranoid und voller Angst.“

    You wish it would: wer Angst hat ist leichter niederzuringen.

    „Da sind keine Monster, nein auch da sind Menschen, die Frieden wollen, die sicher zur Arbeit gehen und ihren Kindern eine Zukunft schenken wollen.“

    Und genau diese Menschen werden von ihrer „Regierung“ als Schutzschilde und Kanonenfutter mißbraucht. Und wenn einer von denen aufmuckt, dann „verschwindet“ er/sie einfach.   
    Sie sehnen sich nach den Zuständen, unter denen israelische Araber „leiden“.

    „Und wieso wenden sich die Menschen den Islamisten zu ? Weil sonst keiner da ist, der ihnen “hilft”,…“

    Schickt die Islamisten ins Paradies. Dann ist ihnen geholfen und den Menschen ist auch geholfen.

    „Dass Israel gar nicht das Problem ist, sondern eher zur Lösung der Probleme im Nahen Osten beitragen kann, sehen viele nicht, wollen viele nicht sehen.“

    Ein Trauerspiel. Aber wir können die Wahrheit sagen: wir wollen leben! Israel weiß das und achtet das.
    Israel bleib stark!

    „Ich persönlich, nochmals, halte die Erstürmung der Mavi Marmara für gerechtfertigt, nicht aber die Gewaltanwendung, die von beiden Seiten zur Eskalation beigetragen hat.“

    Tröste Dich, Hamas hat sich sicher gefreut!

    „Die Drohung der Türkei bezüglich Abbruch aller Diplomatischen Verbindungen, kann ich nachvollziehen, halte sie aber für Ãœbertrieben und falsch.“

    Es gibt noch Hoffnung. Haben diese „Super-Osmanen“ das auch schon verstanden?

    „…“Scheisshaus” Gaza… Araber…sind nicht loyal, waren es nie und werden es auch nie sein.“

    Eine weit verbreitete Meinung unter „Bürgern der Türkei“.
    Wir wissen, was „Antisemitismus“ zu bedeuten hat, wir wissen das von „Sem“ auch die Juden abstammen.

    Respekt vor dem Leben!

    A.mOr.

  11. @Dave
    Wie ist es nur möglich, dass einer sein eigenes Nest nur derart beschmutzt wie dieser Sarazene ? (Sarazenen ist ein Begriff, der ursprünglich einen im Nordwesten der arabischen Halbinsel siedelnden Volksstamm bezeichnete. Im Gefolge der islamischen Expansion wurde der Begriff in lateinischen Quellen als Sammelbezeichnung für die muslimischen Völker des Mittelmeerraums und im Rahmen der christlichen Islampolemik verwendet.http://de.wikipedia.org/wiki/Sarazenen).
    Verwunderlich!

  12. Was mich bei den Unterzeichnern der Resolution ehrlich verwundert, ist, daß sie es Wochen nach dem „Gaza-Vorfall-31.Mai“ nicht bewerkstelligt haben, von ihrer Halbwahrheits-Schiene herunterzukommen.
    Scheinbar haben wir es hier ohnehin mit einem Haufen Zynikern zu tun, welches mit dem „Sparpaket“ einmal mehr bestätigt erscheint: den Armen nehmen den Reichen geben.
    „Schwarz-Rot-Gelb-möchte-gern-gold-und-noch-Grün“ reitet den Finanzhaushalt ins Bodenlose, zeigt sich einerseits eingeknickt vor einer „ewig-jung-und-verantwortungslosen-Wirtschaftsradikalen“ und kungelt andererseits munter mit ihnen den „Tango-auf-den-Abgesang-allen-Anstands“, erkennt glatte Lügen als Bagatellen politischer Taktik, sich dabei offen zum „Machtstreben“ bekennend, als hätte das Land keine Psychotherapeuten mehr und verfällt dann noch in den Höhenflug kompletter Einigkeit, dem Staate Israel einerseits Unfähigkeit zu unterstellen, andererseits nicht zu empfehlen sondern zu fordern (!), wie es seine Sicherheit zu regeln hat.
    Man kann tatsächlich glauben, daß es die Deutschen den Juden mal zeigen wollen!
    Da es sich bei den Leuten ohnehin um die Teilnehmer einer Riesenparty zu handeln scheint, die vor lauter Eitelkeiten ihre Selbstgefälligkeit nicht mehr sehen, kann ich mir diese „Gleichschaltung“ gegenüber Israel nur damit erklären, daß sie inzwischen einige Hilfsmittelchen zu sich genommen haben, die unbemerkt jede Vernunft ausschalteten, wie bei jedem x-beliebigen Trinker, der dem anderen Trinker sein bester Freund ist. An Bölkstoff indes scheint es in der Gesellschaft nicht zu mangeln, und das „Sparpaket“ sorgt ja wieder für Nachschub.
    Nach „unten“ treten, gegen Israel treten, wo wollen die mit ihren 7-Meilen-Latschen nur hin?
    Eines könnten sie von ihrem „Lieblingsfreund“ Israel tatsächlich lernen, wenn schon sonst nichts: Jom Kippur ist auch Jom haDin.
    Allerdings ist zu bezweifeln, daß sie trotz ihrer Kater-Stiefel ausgleichen können, was sie mit ihrer „Riesensause“ verbocken.
    Aber in Sachen „Verhältnismässigkeit“ kennen sich diese Politechniker anscheinend besser aus, einen besseren Berater kann man nicht brauchen,
    insofern habe ich wohl nichts weiter dazu zu sagen.

    Ich empfehle, daß die Parteien aller Fraktionen jeweils ein Zehntel ihres Personals an die Gazagrenze abstellen, um dort ein „konstruktives internationales Grenzmanagement aufzubauen“, und Hamas spielt bestimmt gerne mit:
    „Backe, backe Bombekuchen, der Deutsche ists! Er hat gerufen!“

    Lachaim! Und gutes gewesen.

    A.mOr.

  13. Die Deutsche Regierung tötet auch keine Zivilisten, schickt Todeskomandos in alle Welt oder sperrt ganze Gegenden. Natürlich muss Israel seine Bürger schützen. Die Gaza Flotille war Provokation pur, richtig. Richtig auch, dass Islamisten an Bord waren, richtig ist auch, Elitesoldaten war an Bord. Nur frage ich mich, was sind Eisenstangen, gegen m4 Gewehre? Steine gegen MerkhavaII ? Verhältnismäßigkeit ist angesagt. Dass die Hamas dies nicht kennt, siehe Banzaiverhalten derer, doch die Hamas ist auch keine demiokratische Organisation, wohingegen, Israel sich rühmt, die humanste Armee der Welt zu haben. In meinen Augen ist Israel eher eine Theokratie als Demokratie. Ob das schlecht oder gut ist, will ich gar nicht bewerten, steht auch nicht zur Diskussion. Ich frage mich, wieso Israel keinen Frieden möchte. Wieso baut Israel neue Siedlungen in den besetzten Gebieten, wenn es Frieden will. Wieso werden Vermittlungsversuche von aussen, torpediert? Es scheint, Israel, richtiger ist es, die israelische Regierung, möchte den Status quo erhalten. Israel wird immer mehr wie die USA, paranoid und voller Angst. Angst vor dem, was hinter dem Zaun oder der Mauer zu sein scheint. Da sind keine Monster, nein auch da sind Menschen, die Frieden wollen, die sicher zur Arbeit gehen und ihren Kindern eine Zukunft schenken wollen. Wollen das nicht alle Eltern. Und wieso wenden sich die Menschen den Islamisten zu ? Weil sonst keiner da ist, der ihnen „hilft“, ihnen erzählt wie böse doch Israel ist. Dass Israel gar nicht das Problem ist, sondern eher zur Lösung der Probleme im Nahen Osten beitragen kann, sehen viele nicht, wollen viele nicht sehen. Ich persönlich, nochmals, halte die Erstürmung der Mavi Marmara für gerechtfertigt, nicht aber die Gewaltanwendung, die von beiden Seiten zur Eskalation beigetragen hat. Die Drohung der Türkei bezüglich Abbruch aller Diplomatischen Verbindungen, kann ich nachvollziehen, halte sie aber für Ãœbertrieben und falsch. Wir sind, waren wie auch immer, Nachbarn, waren Verbündete, dass wir uns in díe Haare bekommen, wegen dem „Scheisshaus“ Gaza, halte ich für Fahrlässig. Türken und Israelis sollten zusammen gegen die Araber stehen, diese sind nicht loyal, waren es nie und werden es auch nie sein. Thats shows history.

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