Die Rassismus-Woche

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Es begann gestern. Nicht eine, sondern zwei Wochen des Israelhasses an Universitäten in aller Welt, der sich als Kampf gegen Apartheid verkleidet. Ahmadinedschad gab den Startschuss mit seinen Erklärungen über die Vernichtung der „zionistischen Struktur“. Das ist genau dieselbe Rhetorik. Das sind dieselben Argumente. Er spricht, und die Hisbollah, die Hamas, Syrien und die „Mächte des Fortschritts“ stehen an der Front…

Von Ben-Dror Yemini, Maariv v. 02.03.2010

„Wie viele Palästinenser haben Sie heute getötet?“, wurde der Israelische Botschafter in Spanien, Rafi Schotz, gefragt, im Rahmen einer Propagandakampagne, die von eben dieser Hass-Koalition organisiert wurde.

Hier die Antwort: In jedem Krieg, den die Araber gegen Israel eröffnet haben, mit der Absicht, es zu vernichten, wurden 60.000 getötet. Darunter 7400 in den über 40 Jahren Besatzung, inklusive der Aktion „Gegossenes Blei“. Dies im Vergleich zu den 12 Millionen Arabern und Muslims, die in der arabisch-muslimischen Welt getötet wurden, die meisten von Arabern und Muslims. Nur im letzten Jahr wurden Zehntausende im Irak, im Sudan, in Somalia und in Afghanistan getötet. Fast alle von radikalen Islamisten. Gibt es eine Kampagne gegen dieses Massaker?

Hunderte Ärzte und Angehörige medizinischer Teams aus dem Sektor der arabischen Minderheit arbeiten in israelischen Krankenhäusern, teilweise in hohen Positionen. Viele von ihnen werden von Juden finanziert. Ist das Apartheid? An den Stränden in Jaffa und Tel Aviv spielen arabische und jüdische Kinder gemeinsam im Sand. Apartheid? Die israelischen Araber sind wahrscheinlich die einzige Minderheit in der Welt, die sich weigert, an ihre nationale Struktur annektiert zu werden und darauf besteht, in dem Staat zu bleiben, in dem sie eine Minderheit darstellt. Apartheid?

Dieser Tage verhandelt eine Kammer von drei Richtern über einen Strafantrag gegen den ehemaligen israelischen Präsidenten Mosche Katzav. Angeführt wird diese Kammer von einem muslimischen Richter. Apartheid? Gibt es etwas Vergleichbares in irgendeinem westlichen Staat? Die Staaten, in welchen die „Apartheid-Woche“ stattfindet, können von Israel einiges lernen. Die Verfechter dieser Hass-Woche lassen sich von Fakten jedoch nicht beeindrucken. Denn so ist es immer bei Rassismus und Antisemitismus. Dämonisierung- ja. Fakten- nein.

Der Kampf um die Gleichberechtigung der arabischen Minderheit ist gerechtfertigt und muss unterstützt werden. Es gibt jedoch keinen Zusammenhang zwischen Diskriminierung- eine Plage, die in jedem demokratischen Staat existiert- und Apartheid. Bei einem Vergleich zwischen den israelischen Arabern und den Arabern in den benachbarten Staaten, oder mit muslimischen Minderheiten in westlichen Staaten wird Israel stets besser abschneiden. Apartheid gibt es in Syrien und in der Türkei gegen die kurdische Minderheit, und in Bahrain gegen die schiitische Minderheit. Aber darüber wird kein Festival in Oxford veranstaltet.

Und was ist mit den Arabern in den Gebieten? Auch sie befinden sich zum Teil unter israelischer Herrschaft. Das ist keine ideale Situation, aber Israel ist nicht schuld daran. Im letzten Jahrzehnt wurden den Palästinensern zweimal ausgezeichnete Vorschläge für ein Abkommen unterbreitet. Ein fast voller Rückzug zu den Grenzen von 67, eine Teilung Jerusalems und Gebietsaustausch. Einmal von US-Präsident Bill Clinton, einmal vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Bei beiden Gelegenheiten sagten Arafat und Abu-Masen nein. Jeder, der Israel die Schuld gibt, setzt die Betrugs- und Hasskampagne fort. Wer die palästinensische Seite von jeder Verantwortung freispricht, der ist von Rassismus befallen. Denn die Araber im Allgemeinen und die Palästinenser im Besonderen können nicht von der Verantwortung für ihre Situation befreit werden.

Sie sind nicht von der Verantwortung für das Massaker an ihren eigenen Leuten befreit. Sie sind nicht von der Verantwortung für die Unterdrückung der Minderheiten in ihren Ländern befreit. Sie sind nicht von der Verantwortung dafür befreit, dass sie jedes Abkommen ablehnen. Sie sind nicht davon befreit, dass sie nach dem israelischen Rückzug das Schreckensregime der Hamas unterstützten. Wer sie von der Verantwortung befreit, der behandelt sie wie zurückgebliebene Kinder. Das ist echte Apartheid. Das ist echter Rassismus.

Kritik an Israel ist durchaus angebracht. Aber wer Israel Apartheid vorwirft, der will keine Gleichberechtigung und kein Abkommen. Er will das, was Ahmadinedschad will. Die Vernichtung der zionistischen Struktur. Die Verneinung des Rechts der Juden, aller Juden, auf Selbstbestimmung.

Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

5 Kommentare

  1. Israel herrscht seit über vierzig Jahren nicht ‚teilweise‘ über Muslime in den besetzten Gebieten, sondern vollständig; daran ändert auch die ‚teilweise‘ ‚Selbstverwaltung‘ nichts. Die dort lebenden Palästinenser sind vollkommen rechtlos. Theoretisch steht zwar auch ihnen ein gewisser Schutz zu, dieser wird aber in der Praxis von Israel nur in seltenen Fällen umgesetzt – im Gegenteil. Tatsächlich können Palästinenser jederzeit ohne Anklage in israelischen Gefängnissen verschwinden, auch Kinder (derzeit sind es 250) ab 12 Jahren. Sie können jederzeit ihres Hab und Guts beraubt werden und von ihren Ländereien vertrieben werden, um Siedlern Platz zu machen. Selbst Mord an Palästinensern wird in Israel nur selten verfolgt und wenn doch, dann mit lächerlichen Strafen bedacht. In Gaza wird ihr Leben vollständig und umfassend von Israel kontrolliert und bis heute Leben viele Menschen seit dem Gaza-Krieg in Zelten, weil Israel auch jetzt noch jeden Wiederaufbau verhindert.

    Dieser Tage veröffentlicht Y-Net News ein Video und einen Artikel über ein Fest religiöser Juden, die lautstark mit ihren Kindern Lobeshymnen auf den Massenmörder Baruch Goldstein singen.

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3857671,00.html

    Die großzügigen’Angebote‘, die den Palästinensern gemacht wurden waren im Kleingedruckten auch nicht so ausgezeichnet, wie sie sich zunächst anhörten und die Oslo-Verträge und auch das internationale Recht erlaubt Israel nun einmal kein Diktat (wie ärgerlich), auch wenn es dem Autoren und seiner Klientel in Anbetracht der militärischen Ãœbermacht Israels und den ‚Gottesweisungen‘ in der Bibel so einfach nicht in den Kopf gehen mag.

    Allein der gönnerhafte Duktus offenbart die Selbstverständlichkeit mit der Israel formales Völkerrecht durch das Recht des Stärkeren ersetzt hat.

    Dass die ’störrischen‘ Palästinenser, die mit der offiziellen Anerkennung des Staates Israel innerhalb seiner international anerkannten Grenzen, ein im Westen erstelltes Völker-Recht akzeptiert haben, dass ihre historischen Ansprüche negiert und den potentiellen Raum für einen palästinensischen Staat auf knapp ein Viertel ihres historischen Siedlungsgebietes schrumpfen lässt in der Hoffnung mit diesem Verzicht nun wenigstens den noch möglichen Staat zu erhalten, geht dem Autor, der großzügig über all dies hinwegsieht, nicht in den Kopf.

    Wenn der Westen nicht mal ab diesem Punkt nicht auch den Palästinensern und der völkerrechtlichen Basis ihres Anspruchs auf einen palästinensischen Staat jenseits der Grünen Linie mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, die Stange hält, dann ist das ein Armutszeugnis für die Glaubwürdigkeit unserer angeblichen Werte.

    Das Völkerrecht und auch die UNO-Resolutionen sehen einen vollsätndigen Rückzug israelischer Truppen und auch Siedlugen hinter die Grüne Linie vor BEVOR es Verhandlungen über endgültige Grenzziehungen beider Staaten gibt, die ausdrücklich nicht unter einem militärischen Diktat stattfinden dürfen.

    Dass sich Israel weitgehend in diesem Zustand des Dauerkriegs gegen palästinensische Ansprüche in einer Dauerbesatzung ohne Exitstrategie eingerichtet hat – erlaubt in jeder Hinsicht den Terminus ‚Apartheid‘.

  2. Also dieser Satz von Yemini ist echt super. Exemplarisch für die ganze hysterische Beschränktheit dieser Idioten.

    „Kritik an Israel ist durchaus angebracht. Aber wer Israel Apartheid vorwirft, der will keine Gleichberechtigung und kein Abkommen. Er will das, was Ahmadinedschad will. Die Vernichtung der zionistischen Struktur. Die Verneinung des Rechts der Juden, aller Juden, auf Selbstbestimmung.

    Aha „Kritik an Israel ist durchaus angebracht“, hört, hört. Was gibt es denn zu kritisieren?

    Aber wer meint in Israel, und speziell in den besetzten Gebieten, denn von denen ist die Rede, gebe es eine zu kritisierende Ungleichheit zwischen zwei Bevölkerungen (nichts anderes meint APARTheid), der will also schlussendlich Auschwitz.

    Kann man so mit Kritik umgehen? Selten so gelacht! Entlarvend, diese Art der Propaganda. Wen will er hier überzeugen, wovon?

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