Dubai: Nachspiel in Brüssel

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Inzwischen verurteilte auch der französische Präsident den Anschlag auf den Waffenhändler der Hamas in Dubai und erklärte, Frankreich könne „solche Hinrichtungen nicht akzeptieren“. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten sich besorgt gezeigt, dass Pässe aus befreundeten Staaten benutzt wurden, deren Bürger häufig Dubai besuchen…

Das Außenministerium in Dubai hatte die Botschafter jener EU-Staaten vorgeladen, deren Pässe im Zusammenhang mit dem Attentat verwendet worden waren, um sie einerseits über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu informieren und andererseits zur Zusammenarbeit aufzufordern.

Daniel Bettini fragt in Jedioth achronoth, ob sich die guten Beziehungen zwischen Israel und der EU, jetzt, nach dem Attentat in Dubai verschlechtern könnten. Dabei bezieht er sich auf eine Online-Meldung des „Spiegels“ (Hamburg), nach der Abgeordnete des EU-Parlaments gedroht hätten, die Gespräche über die weitere Höherstufung der Beziehungen zwischen Israel und der EU auszusetzen. So meine der Abgeordnete Martin Schulz, die Bestrebungen, die Beziehungen zu Israel höherzustufen, hätten „nach dem Mord in Dubai einen schweren Schlag erlitten“.

Auch in der Bundesregierung wachse, so der „Spiegel“, der Wunsch nach energischeren Ermittlungen. Vorerst könne man niemanden direkt für die Tötung verantwortlich zu machen. Diese Ansicht vertreten auch die europäischen Außenminister. Sie verurteilten zwar grundsätzlich die Fälschung europäischer Pässe, bezogen diese Aussage aber auf keine bestimmte Organisation.
Verurteilt wurde die „Dubai-Aktion“ aber einhellig. Der spanische Außenminister (aktuelle EU-Ratspräsidentschaft) gab sich zumindest „sehr beunruhigt“. Auch die Schweden (letzte EU-Ratspräsidentschaft) betonen, man könne einen solchen „Missbrauch von EU-Pässen auf keinen Fall hinnehmen“. Noch deutlicher wurde der Außenminister von Luxemburg: „Solche Methoden gehören nicht in dieses Jahrhundert“.

Daniel Bettini erläutert, dass Israel seit Jahren versucht, die Zusammenarbeit mit der EU zu vertiefen, was vor allem wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen würde. Bereits im Jahr 2008 erzielte positive Absprachen, wurden nach der Aktion „Gegossenes Blei“ aufgeschoben.

Bei einem Treffen mit Liebermann in Brüssel, fragte ihn der irische Außenminister direkt, ob er Mabhouh auf dem Gewissen habe. Liebermann betonte noch einmal, dass es keine Hinweise dafür gebe, dass Israel mit der ganzen Angelegenheit etwas zu tun habe. Solange man keine weiteren Informationen habe, als die in den Medien veröffentlichten, werde man dazu nichts mehr sagen. Zu einem Journalisten, der ihn auf das Attentat ansprechen wollte, sagte er „Sie sehen wohl zu viele James Bond Filme“. „Es gab und es gibt gegen Israel immer falsche Vorwürfe, und in der arabischen Welt neigt man sowieso dazu, Israel an allem die Schuld zu geben“. Grundsätzlich freue er sich, dass die EU sich international behaupte.

Vielleicht deshalb, blieb auch die Hamas in Brüssel nicht untätig. Sie beantragte, die EU solle den Staat Israel auf die Liste der Staaten setzen, die Terror unterstützen.

Unterdessen klagt Ben-Dror Yemini (M’ariw) jene Staaten an, die Massenmördern wie Mabchoul ihren Schutz gewähren. Die meisten dieser Staaten seien arabische Staaten, so hätten in den 50-er und 60-er Jahren zahlreiche ranghohe NS-Führer in Syrien und Ägypten Obdach gefunden. Heute trieben sich Al-Qaida Aktivisten im Sudan herum. Der Jemen werde zur neuen Hochburg von Al-Qaida und Hamas. Doch auch im aufgeklärten Großbritannien hätte es gerade ein einziges mal einen Haftbefehl gegen einen Hamaschef gegeben.

Yunis Al-Astal, ein Hamas-Offizieller, der für Judenvernichtung eintritt und zur Leitung der Islamischen Universität Gaza gehört, ist jedenfalls hoch geehrt. Mit mindestens einer angesehenen britischen Universität unterhält sein Institut gute Beziehungen. Vor einem solchen Hintergrund sei klar, dass Finstermänner wie Mabhouh ihr tödliches Geschäft betreiben und dabei auf einem Fünf-Sterne-Niveau leben können.

Deshalb wurden in den letzten Jahren Zehntausende ermordet. Wobei diese islamistische Terrorindustrie vor allem Muslime in muslimischen Staaten töten. Islamisten schlachten vor allem Muslime ab. Das darf man nicht vergessen, so Ben Dror Yemini, es sind nicht immer, der Westen, die Kapitalisten, die Zionisten, die an allem schuld sind.

dg

3 Kommentare

  1. „Inzwischen verurteilte auch der französische Präsident den Anschlag auf den Waffenhändler der Hamas in Dubai und erklärte, Frankreich könne “solche Hinrichtungen nicht akzeptieren…“

    „Die afghanische Regierung veruteilt den durch Drohnen ausgeführten Angriff, bei dem Zivilisten…“

    Was haben beide Aussagen gemeinsam?
    Ich bin wieder ganz verstreut.

  2. Man kann sagen Israel ist Schuld, aber bewiesen ist noch gar nichts.
    Der Waffenhändler hat genug Blut an seinen Händen, daher ist es auch das Recht Israels diesen Mann zu liquidieren.
    Was mir gefällt, dass sogar ein Hamas-Mitglied die Informationen geliefert hat.
    Daher stellt sich die Frage, war es vielleicht die HAMAS selbst?
    Der Mossad hätte sich nie von den Kameras filmen lassen!!!!

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