Die Identität des deutschen Vermittlers wurde enthüllt

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Die Identität des deutschen Vermittlers zwischen Israel und der Hamas wurde erstmals enthüllt: Gerhard Konrad. Die beiden Seiten hatten sich verpflichtet, seine Identität geheim zu halten, die europäischen Medien veröffentlichen jetzt jedoch seinen Namen…

Von Lior Silberstein, Jedioth Achronoth v. 28.12.2009

Vor einigen Tagen berichtete der „Tagesspiegel“, bei dem Vermittler zwischen Jerusalem und der Hamas handle es sich um den BND-Mann Gerhard Konrad, der bereits bei dem Geschäft zwischen Israel und der Hisbollah vermittelt hatte, in dessen Rahmen die Leichen der entführten Soldaten Goldwasser und Regev zurückgeführt wurden. Heute (28.12.) veröffentlicht die französische Zeitung „Journal de Dimanche“ ein Profil des deutschen Vermittlers.

„Ein deutscher Spion für die Freilassung Shalits“ lautete der Titel des Artikels in der französischen Zeitung, in dem es auch heißt, Konrad sei einer der wenigen im BND, der Arabisch spreche. In dem Artikel wird Konrad als diskret beschrieben und es heißt, er genieße das vollste Vertrauen der Hamas. Er habe die Bemühungen um das Geschäft im Juli begonnen, auf Bitten Israels, und seither pendle er zwischen Damaskus, Gaza, Tel Aviv und Kairo hin und her. Die französische Zeitung zitiert auch den „Spiegel“, der veröffentlichte, die Idee, den Gefangenenaustausch in zwei Phasen aufzuteilen, stamme von Konrad.

Konrad ist seit November 2000 an Verhandlungen über die Freilassung von Häftlingen beteiligt. Damals hatte sich Israel an Deutschland mit der Bitte gewandt, erneut als Vermittler zwischen Jerusalem und der Hisbollah in Sachen der drei am Dov-Berg entführten Soldaten zu dienen. Der damalige Kanzler Schröder erklärte bei seinem Israelbesuch feierlich, er übernehme die Aufgabe und übertrug sie an den BND. Der Großteil der Kontakte wird seither von Konrad geführt, einem der faszinierenden Vertreter der deutschen „Schattenwelt“.

Konrad gilt als äußerst erfahren in Sachen Nahost. Er fungierte viele Jahre als Leiter der Vertretung des BND in Damaskus, und er kennt alle wichtigen Akteure persönlich. Es ist nach wie vor verboten, ein Bild Konrads zu veröffentlichen.

Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

6 Kommentare

  1. Der heisst mit Sicherheit nicht Konrad.  Hauptsache Gilad kommt nun endlich wirklich frei.
    Er hat ja als Kind ein Bild gemalt, auf dem ein Fisch zum erstenmal einen Hai trifft.
    Möge nun alles geschehen dass der Hai vom Fisch ablässt.

  2. Nun, zum einen wird in den hiesigen Zeitungen (ich bin gerade in Israel) nicht behauptet, daß das der wirkliche Name des Schlapphuts ist. Also vielleicht gar kein Geheimnisbruch…

    Zum anderen wird auch hinterfragt, ob er wirklich der ‚ehrliche Vermittler‘ ist, als der er gern dargestellt wird. Wenn man seine vorherigen Deals anschaue, so heißt es, scheinen sie immer sehr zugunsten der Feinde Israels (Hamas, Hisbollah) auszufallen…

  3. Mach dich vom Acker, dämlicher Judenhasser Kohldampf.
    Keine Ahnung, aber davon wie immer eine ganze Menge.

  4. Was hat Deutschland überhaupt mit der Sache zu tun? Wollte Israel diesen kleinen Jungen tatsächlich freihaben, dann würde Israel logischerweise selber mit der Hamas verhandeln.
    Aber wie man weiss, tut Israel das nicht. Israel verweigert jegliche Verhandlung mit der Hamas. Statt dessen erwartet Israel nun von anderen, mit der Hamas zu verhandeln. Aber gleichzeitig verurteilt Israel natürlich auch jeden, der mit der Hamas verhandelt. Diese hirnrissige Schizophrenie ist nur ein weiteres Beispiel für die komplette Absurdität der israelischen Politik.

    MAn sollte hier mal die Frage nach dem cui bono eines Scheiterns der Verhandlungen stellen, wer also ein Interesse daran haben kann, dass ein Gefangenenaustausch sabotiert wird. Wie kann so ein Scheitern überhaupt aussehen? So viele Möglichkeiten gibt es nicht – Entweder Shalit bleibt gefangen und verwandelt sich bei fortgesetzter Sabotage der Verhandlungen allmählich in einen zweiten Ron Arad, also in einen ewig untoten Geist von dem irgendwann einmal nur noch der Name existiert, oder er kommt tatsächlich zu Tode, und zwar offiziell bestätigt.

    Netanjahu wird vielleicht die letztere Option als vorteilhafter ansehen. Er könnte einen offiziell für tot erklärten Shalit als die bessere Lösung betrachten, denn sie würde ihm den verlust an Popularität ersparen, den er zweifelsfrei bei Erfolg der Verhandlungen und damit durch die Entlassung einer Anzahl palästinensischer Gefangenen erleiden müsste. Und er könnte die Schuld am Scheitern der Hamas geben.

    Ähnlich mag auch Olmert gedacht haben, als er in einem hemmungslosen Blutrausch in der Operation „vergossenes Blei“ ungeheure Mengen an Bomben und Granaten auf Shalits vermuteten Aufenthaltsort hat werfen lassen. 1400 Tote, aber Shalit war nicht darunter. Olmert und Netanjahu mögen es insgeheim bedauert haben.

  5. … es war Geheimhaltung des Namens vereinbart worden …

    Es ist immer wieder schade, daß manche Journalisten, Politiker oder sonstige Eingeweihte ihr Maul nicht halten können oder wollen, wenn das bis dahin geheim Gehaltene eine „gute Story“ verspricht. ( bringt ja nicht zuletzt auch einen Judaslohn )

    Wem dient oder nützt es jetzt, wenn man weiß, wer da erfolgreich arbeitet und die Betreffenden könnten froh sein, wenn durch die P reisgabe des Wissens ( auf welche Art erworben ???) nicht ohnehin noch Leute  oder gar Konrad selber gefährdet werden.

    Schade, schade — wie bei so vielen anderen, ähnlichen Vorgängen, gilt auch hier – Freiheit: Presse und Information, Markt etc … – darf nicht ins Uferlose gehen. 

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