haGalil Fernsehtipps

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Vom 16.12. bis 31.12.2009 …

Do, 17. Dez · 14:00-14:45 · arte
Die Wehrmacht,  (4/5) Widerstand in Uniform  

Das Attentat auf Hitler spaltete Deutschland: Die Einen behaarten auf ihren Standpunkt, dass man als Soldat seinen Dienstherren gehorchen muss, die Anderen sahen in den Attentätern die Vordenker eines demokratischen Nachkriegsdeutschlands.  General Dietrich von Choltitz zollte in britischer Gefangenschaft jenen Männern der deutschen Wehrmacht Respekt, die am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler gewagt hatten. Die in Trent Park angefertigten Abhörprotokolle bezeugen aber auch die andere Sicht: „Dass so etwas auf keinen Fall gemacht werden darf“, sagte etwa Major Viebig. Er beharrte darauf, „dass man als Soldat seinem obersten Kriegsherrn auf alle Fälle gehorchen muss“. So dachte wohl die Mehrheit der Wehrmachtsoldaten. Die Debatte setzte sich nach dem Krieg fort. So wurden die Attentäter in der frühen Bundesrepublik sowohl als Hochverräter verfemt als auch zu Vordenkern eines demokratischen Nachkriegsdeutschland verklärt. Wohl kaum ein Datum der deutschen Zeitgeschichte wurde so nachhaltig Gegenstand von Mythen und Legenden wie der 20. Juli 1944.  Wäre das Attentat auf Hitler gelungen, hätte es Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges und Signal zur Beendigung des Völkermordes sein können. Allein die Wehrmacht hatte während des Krieges die Mittel, dem NS-Regime die Stirn zu bieten. Doch nicht als der Diktator seine größten militärischen Triumphe feierte, formierte sich die Opposition. Erst als im Krieg gegen die Sowjetunion der wahre, verbrecherische Charakter dieses Feldzuges deutlich wurde, bildete sich der Kern einer Verschwörung. Nach der Niederlage vor Moskau 1941/42 und erst recht nach der Katastrophe von Stalingrad wuchs die Zahl der Hitlergegner. Für viele gab das Entsetzen über die Verbrechen hinter der Front an Zivilisten – vor allem an Juden – den Ausschlag. Die Offiziere, die Hitler töten und den Krieg beenden wollten, waren einsame Verschwörer, die nicht von der Volksstimmung getragen wurden. Sie waren sich bewusst, dass ein Anschlag auf die Person des „Führers“ weder in der Wehrmacht noch in der Bevölkerung auf Verständnis stoßen würde. Aus ihrer Sicht hatte Hitler dem Eid des Soldaten jede Grundlage entzogen.  Der Attentäter Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 die Bombe in Hitlers Hauptquartier deponierte, gilt als Symbolfigur des deutschen militärischen Widerstands. Doch der eigentliche Kopf der Verschwörung war seit 1941 Oberst Henning von Tresckow, Stabsoffizier bei der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront. Beide versuchten zunächst vergeblich, prominente Heerführer für einen Umsturz zu gewinnen. In jüngeren historischen Studien werden auch kritische Stimmen laut: Henning von Tresckow etwa habe sich aufgrund rigoroser Methoden bei der Bekämpfung von Partisanen in den Vernichtungskrieg verstrickt. Schon im Sommer 1941 habe er davon Kenntnis gehabt, dass unter dem Deckmantel der „Bandenbekämpfung“ vonseiten der SS Massenmord an Juden verübt wurde. Muss Tresckows Vorbildfunktion angezweifelt werden? Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand widerspricht. Wissen bedeute nicht Billigung; Tresckow habe im Gegensatz zu vielen anderen frühzeitig klare Konsequenzen gezogen.  Auch General Carl-Heinrich von Stülpnagel, der den Widerstand mittrug, steht in der Kritik. Neuere Forschungen zeigen, dass seine Armeebefehle an der Ostfront im Jahre 1941 klar antisemitisch geprägt waren. Als Militärbefehlshaber in Frankreich war er für die Erschießung von Résistance-Kämpfern verantwortlich und unterschrieb Deportationsbefehle für französische Juden. Die Dokumentation veranschaulicht, wie hohe Militärs in die verbrecherische Befehlskette des Dritten Reiches verstrickt waren und dennoch – oder gerade deshalb – den Entschluss fassten, sich gegen Hitler zu wenden. Was sie von der Masse ihrer Kameraden unterschied, war die Entschlossenheit, mit der sie traditionelle militärische Werte wie Gehorsam und Eidestreue infrage stellten. Die meisten hatten diesen Mut nicht. Und so scheiterten die Männer des 20. Juli nicht nur, weil die Bombe den Diktator nicht tötete, sondern auch, weil die Basis für einen erfolgreichen Putsch zu schmal war.

Do, 17. Dez · 21:00-22:30 · arte
Die syrische Braut

 
Für die Drusin Mona ist der Tag der Hochzeit der traurigste ihres Lebens, denn nach der Einreise nach Syrien wird sie nie wieder in ihr israelisch besetztes Heimatdorf an den Golanhöhen zurückkehren können…  Am Tag ihrer Hochzeit versammeln sich Monas Angehörige in dem kleinen Dorf Majdal Shams in den syrischen Golanhöhen, die seit dem Sechstagekrieg von den Israelis besetzt werden. Die junge Braut muss sich für immer von ihrer Familie verabschieden, denn als Bräutigam hat diese einen entfernten Verwandten, den syrischen TV-Star Tallal, ausgesucht. Sobald Mona die Grenze nach Syrien überquert hat, kann sie nicht mehr in ihr von den Israelis besetztes Heimatdorf zurückkehren. Umringt von ihren Lieben, vor allem von ihrer älteren Schwester Amal, fühlt sich Mona noch stark. Schon bald muss sich die Familie nach vielen Tränen und Streitereien irgendwo an einem Grenzposten zwischen Israel und Syrien für immer trennen … Und dann tauchen in letzter Minute noch Schwierigkeiten auf: Die Hochzeit scheint auf einmal wegen eines Stempels auf den israelischen Ausreisepapieren in Gefahr.  Hintergrundinformationen: Drei Jahre verbrachte der israelische Regisseur Eran Riklis („Lemon Tree“) damit, das Gebiet der Golanhöhen zu erkunden, seine Bewohner kennenzulernen und in die politische, soziale und psychologische Situation der Drusen, eine alte, vom Islam unabhängige Religionsgemeinschaft, einzutauchen. Die Bevölkerung der Golanhöhen, die sich jeweils zur Hälfte aus jüdischen Siedlern und aus Drusen zusammensetzt, leidet unter dem Kampf Israels und Syriens um das ursprünglich syrische Gebiet, das seit Ende des Sechstagekrieges 1967 von den Israelis besetzt wird. Die Idee zu „Die syrische Braut“ kam Eran Riklis, während er 1998 den Dokumentarfilm „Borders“ über Hochzeiten im israelisch-syrischen Grenzgebiet drehte und dabei die Probleme der Drusen kennenlernte. Um die Geschichte einer Frau zu entwerfen, die zerrissen ist zwischen ihrer Familie, dem Gewicht der Tradition und der Absurdität einer politischen Situation, bat Eran Riklis die progressive arabisch-israelische Drehbuchautorin Suha Arraf um Mithilfe, die für ihre Kenntnisse der arabischen wie der drusischen Welt bekannt ist. Eran Riklis‘ „Die syrische Braut“ ist ein Plädoyer für mehr Verständnis und gegenseitige Toleranz nicht nur zwischen Israelis und Syrern. Der Film bekam beim Festival von Locarno 2004 den Publikumspreis. In Montreal im selben Jahr wurde er mit der Auszeichnung für den besten Film und dem Publikumspreis geehrt. ARTE strahlt diesen Film auch in einer Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte aus.

Do, 17. Dez · 23:00-00:00 · SWR
Überleben im Versteck – jüdische Kinder und ihre Retter

 
„Ich fühle mich wie ein Singvogel, dem man die Flügel beschnitten hat und der im Dunkeln gegen die Stangen seines engen Käfigs anfliegt. “ – so beschreibt Anne Frank 1943 in ihrem Tagebuch das Gefühl ihrer Kindheit – einer Kindheit im Versteck.  Anne Frank wurde verraten, deportiert und starb 1945 im KZ Bergen Belsen. Am 12. Juni 2009 wäre sie 80 Jahre alt geworden. Anne Frank ist eines von 1,6 Millionen jüdischen Kindern, die im Dritten Reich ermordet wurden. Überlebt haben nur einige Zehntausend, traumatisiert und für ihr Leben gezeichnet. Für viele war das Versteck die einzige Chance, den Deportationen und damit dem Tod zu entkommen. Herzzerreißende Szenen spielten sich ab, wenn Eltern ihre Kinder anderen, oft völlig fremden Menschen übergaben. Sie mussten sie einem ungewissen Schicksal überlassen, um deren Leben zu retten. Ob sie einander jemals wieder sehen würden, war mehr als ungewiss. Die einfühlsame Dokumentation von Kirsten Esch begleitet drei ehemals versteckte jüdische Kinder auf ihrer Reise in die Vergangenheit. Sehr persönlich und bewegend erzählen die Protagonisten von ihrer Kindheit – von ihrer Angst und ihrem großem Mut und davon, wie ihr ganzes Leben von ihren Erfahrungen geprägt wurde.

So, 20. Dez · 20:15-22:20 · arte
Der große Diktator

  
Diktator Adenoid Hynkel hat Tomanien in einen Polizeistaat mit Konzentrationslagern und Ghettos für die jüdische Bevölkerung verwandelt. Die Flucht des jüdischen Friseurs Charlie aus dem KZ, der dem Diktator zum verwechseln ähnlich sieht, führt zu überraschenden Ereignissen.  An einem der letzten Kriegstage des Ersten Weltkrieges stürzt Charlie mit einem Flugzeug ab und verliert sein Gedächtnis. Er gerät in ein jüdisches Ghetto des Landes Tomanien, das von dem Diktator Adenoid Hynkel mit Gewalt beherrscht wird. Während Charlie sich mehr schlecht als recht als Friseur durchschlägt und eine Familie gründet, bekommt Diktator Hynkel Probleme. Er plant einen kriegerischen Überfall auf das Nachbarland Austerlich. Doch die benötigten Rüstungsgüter werden immer teurer. Um sich bei einem jüdischen Kapitalisten beliebt zu machen, den er um Geld angehen will, muss Hynkel die Unterdrückung der Juden in seinem Land für ein paar Tage einstellen. Und er hat Erfolg. Der Angriff auf Austerlich kann beginnen.  Währenddessen plant sein altgedienter Offizier Schultz ein Attentat auf den Diktator. Durch Zufall gerät Charlie in diese Widerstandsgruppe, weil er Diktator Hynkel zum verwechseln ähnlich sieht. Er wird verhaftet und in ein KZ gebracht. Als Hynkel Besuch von seinem Freund Napaloni bekommt, fällt er bei der Entenjagd in einen See, der just neben dem KZ liegt, aus dem Charlie gerade ausgebrochen ist. Hynkel wird als Ausbrecher aus dem Wasser gezogen und Charlie als Hynkel im Triumph nach Austerlich geleitet. Während seine Freunde verhaftet werden, hält Charlie als Hynkel eine pazifistische Rede.  Diktator Adenoid Hynkel hat Tomanien in einen Polizeistaat mit Konzentrationslagern und Ghettos für die jüdische Bevölkerung verwandelt. Als der einfache jüdische Friseur Charlie, der dem Diktator wie aus dem Gesicht geschnitten ist, aus einem KZ entkommt und mit Hynkel verwechselt wird, kommt es zu überraschenden Ereignissen. ARTE zeigt diesen Film in HD-Qualität innerhalb einer Reihe mit Filmen von Charles Chaplin.  Hintergrundinformationen: „Der große Diktator“ ist Chaplins erster wirklicher Tonfilm. Die Figur Adenoid Hynkel ist eine grotesk ins Neurotische verzerrte Karikatur Adolf Hitlers. In seiner Autobiografie schrieb Chaplin später, dass er den Film nie gemacht hätte, wenn er damals die Wahrheit über die deutschen Konzentrationslager gewusst hätte. Die Politsatire ist ein für die amerikanische Filmproduktion der damaligen Zeit äußerst kritischer und gewagter Film. Nach dem Sieg der Alliierten und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde „Der große Diktator“ in den USA und England zum Kassenschlager. Gleichzeitig verabschiedete Chaplin mit diesem Film die von ihm ins Leben gerufene Figur des Tramp aus seiner Filmographie. In der Rolle des jüdischen Friseurs blieb er allerdings der Pantomime aus alten Stummfilmtagen treu. Hatte er sich vier Jahre zuvor in „Moderne Zeiten“ noch weitgehend der Stilmittel des Stummfilms bedient, so akzeptierte Chaplin mit „Der große Diktator“ endgültig den Tonfilm als künstlerisches Medium. Charles Chaplin wurde 1941 in den Kategorien „Beste Hauptrolle“, „Bester Film“, „Bestes Drehbuch“ und „Beste Musik“ (gemeinsam mit Meredith Willson) für den Oscar nominiert, ebenso wie Jack Oakie als bester Nebendarsteller. Die New York Times schreibt über „Der große Diktator“: „Wahrlich herausragendes Werk eines wahrlich großen Künstlers und – aus einem bestimmten Blickwinkel – vielleicht der bedeutsamste Film, der je produziert wurde.“  Und André Simonovicz ergänzt im tip 9/97: „Die Dreharbeiten mussten 1939 auf Druck interessierter Kreise in den USA unterbrochen werden, während der deutsche ‚Film-Kurier‘ Chaplin als Juden Karl Tonstein ‚entlarvte‘. Chaplin spielt in diesem Klassiker die Doppelrolle des pazifistischen jüdischen Friseurs und des Diktators Hynkel; Letzterer klettert vor Angst einen Vorhang hoch und lässt 3.000 streikende Arbeiter erschießen. Trotz der überlangen Friedensrede zum Schluss brachte Chaplin das zwischen Angst und Aggression oszillierende Wesen des Faschismus auf den Punkt. Und niemand wird Hynkels Tanz mit dem plötzlich zerplatzenden Globus vergessen.“

Di, 22. Dez · 00:15-01:50 · HR
Sein oder Nichtsein

 
Europa 1939. Im von deutschen Truppen besetzten Warschau schließt sich eine Gruppe renommierter Shakespeare-Darsteller der Widerstandsbewegung an.  Der nach London geflüchtete polnische Leutnant Sobinski bringt versehentlich einen Nazi-Spion auf die Fährte der Truppe. Um einer Verhaftung zu entgehen, hecken die Schauspieler einen tollkühnen Plan aus, um den Spion, die deutsche Gestapo und schließlich sogar Adolf Hitler höchstpersönlich nach allen Regeln der (Schauspiel-)Kunst an der Nase herumzuführen …  Hintergrundinformationen: Mit „Sein oder Nichtsein“ hat Meisterregisseur Ernst Lubitsch einen der großen Klassiker des amerikanischen Komödienkinos inszeniert. Im Stil von Chaplins „Der große Diktator“ nimmt der satirische, von treffsicherem Wortwitz geprägte Film den Wahn der Nazi-Diktatur aufs Korn. In den Hauptrollen brillieren die Komiker-Legende Jack Benny, die mit 33 Jahren bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommene Carole Lombard in ihrem letzten Film und Robert Stack.

Do, 24. Dez · 00:45-01:30 · PHOENIX
Der Kindermörder von Bethlehem – Wer war Herodes?

 
Herodes, der König der Juden, ist eine der schillerndsten Figuren der frühen römischen Kaiserzeit. Er herrschte um 37 vor Christus über Judäa.  Herodes, der König der Juden, ist eine der schillerndsten Figuren der frühen römischen Kaiserzeit. Er herrschte um 37 vor Christus über Judäa. In der Bibel wurde der historische König zu einer wichtigen Gestalt – er erscheint als grausamer Machthaber und wird für zahlreiche Morde verantwortlich gemacht. Er hatte es vor allem auf das Jesuskind abgesehen.

Sa, 26. Dez · 06:45-07:30 · arte
Mein Leben – Georg Stefan Troller

 
Georg Stefan Troller ist eine lebende Legende. Nur indem er immer wieder in die Haut anderer schlüpfte, habe er sich vor seinen Neurosen, seiner eigenen Lebensangst retten können, bekennt er in diesem Porträt von Gero von Boehm.  Aber wie verlief sein eigenes Leben? Welche Höhen und Tiefen, Erfolge und Brüche gab es? Für „Mein Leben“ wird er eine Antwort auf die Frage geben: Was treibt ihn an? Wie schlagen sich die Traumata eines bewegten Lebens in der Arbeit nieder? Denn noch immer dreht Troller mindestens einen Film im Jahr, schreibt jedes Jahr ein Buch. Georg Stefan Troller wird als Sohn eines jüdischen Pelzhändlers 1921 in Wien geboren. Sehr früh spürt er den aufkeimenden Antisemitismus und zieht daraus seine Konsequenz und emigriert. Gero von Boehm führt er zu seinem Geburtshaus am Rudolfplatz, zur ehemaligen Familienvilla in Mödling, hier erzählt er von den dramatischen Umständen seiner Flucht 1938 quer durch Europa. In Frankreich wird er interniert. „Das Schlimmste am Lagerleben war für mich, dass es keine Bücher gab“, sagt Troller. Später schlägt er sich nach Paris durch. Für den Film begibt er sich noch einmal auf die Spurensuche des eigenen Lebens: in die Rue Mouffetard, wo er als 17-Jähriger oft verzweifelt nach etwas Essbarem sucht. Wenig später verlässt er den alten Kontinent mit einem Schiff von Marseille aus und gelangt nach New York, wo er sich erst als Akkordarbeiter, dann als Buchbinder durchschlägt. Als GI nimmt er am Zweiten Weltkrieg teil, kehrt nach Europa und nach Deutschland zurück und gehört zu den Befreiern des Konzentrationslagers Dachau. Troller sieht die Leichenberge und ist schockiert, als die Dachauer ihm sagen, sie hätten von nichts gewusst. Seine Eltern sah er übrigens nie mehr wieder, auch sie kamen in einem Konzentrationslager um. 1951 beginnt er ein Studium an der Pariser Sorbonne – seit dieser Zeit lebt er an der Seine. Er arbeitet als Rundfunkreporter für amerikanische Sender, bald ist auch das deutsche Fernsehen sein Auftraggeber. Wie kein anderer vor und niemand nach ihm prägt er mit Reihen wie dem „Pariser Journal“ das Frankreich-Bild der Deutschen. Nie bildet er nur den Glamour der Metropole ab, sondern auch ihre dunklen Seiten. Schwere Depressionen sind ihm nicht unbekannt: Auf der Höhe seines Ruhms unternimmt er einen Selbstmordversuch. Heute ist er mehr denn je bereit, sich seiner Biografie zu stellen. Zusammen mit dem österreichischen Regisseur Axel Corti hat er die Geschichte seiner Flucht aus Wien und seiner Rückkehr nach dem Krieg vor vielen Jahren in einer fiktionalen Trilogie verarbeitet. Für „Mein Leben“ wird er wesentlich weiter gehen und eine Antwort auf die Frage geben, was ihn nach wie vor antreibt.

Sa, 26. Dez · 21:00-22:45 · arte
Biblische Detektivgeschichten

 
Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen erläutern ihre Forschungen und erlauben faszinierende Einblicke in die Glaubenswelt der ersten Israeliten sowie in die Entstehungsgeschichte der Bibel und der ersten monotheistischen Religion.  Durch die einzigartige Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus verschiedenen Forschungsbereichen beleuchtet der Dokumentarfilm zentrale Fragen der Bibelarchäologie. Dabei werden erstmals die Ergebnisse von über hundert Jahren Textanalyse den Befunden von jahrzehntelangen Ausgrabungen im Heiligen Land gegenübergestellt. Dies soll klären helfen, ob das Judentum – die erste monotheistische Religion – bereits zu Abrahams Zeiten als zusammenhängende Einheit erkennbar war. Sowohl archäologische Funde als auch biblische Belege beweisen eindeutig, dass die meisten Israeliten lange Zeit auch heidnische Götter anbeteten. Darüber hinaus glaubten viele von ihnen, Gott habe eine Frau, die ebenfalls verehrt wurde. Erst nach der Zerstörung Jerusalems entwickelten die Juden im babylonischen Exil die Vorstellung von einem einzigen universellen Gott. Und auch die fünf ersten Bücher der Bibel wurden erst während der Babylonischen Gefangenschaft, also zwischen 597 und 538 vor Christi geschrieben. Die tragische Erfahrung des Verlusts Jerusalems und die des Exils bildeten den fruchtbaren Boden, auf dem sich die beiden jahrtausendealten Grundlagen des Judentums entwickeln konnten, der Monotheismus und die Bibel. Aus diesen Elementen gingen später nicht nur Christentum und Islam, sondern die gesamte moderne Kultur hervor.

Di, 29. Dez · 22:30-00:10
Couchgeflüster – Die erste therapeutische Liebeskomödie

Die attraktive 37-jährige New Yorkerin Rafi arbeitet erfolgreich in der Modebranche. Doch ihre biologische Uhr tickt. Um die Scheidung von ihrem Mann zu verwinden, mit dem sie lange Jahre verheiratet war, besucht sie die jüdische Therapeutin Lisa Metzger.  Als Rafi eines Tages von einem prickelnden Rendezvous mit einem charmanten und geistreichen 23-Jährigen erzählt, wird sie von der Psychologin zum Sex mit ihrem Galan ermuntert. Gesagt, getan: Rafi überwindet ihre Bedenken und lässt sich auf eine von beiden Seiten höchst intensiv geführte Beziehung ein. Doch als Lisa aus den ebenso euphorischen wie detailgenauen Schilderungen ihrer Patientin plötzlich heraushört, dass es sich bei dem jungen Liebhaber ausgerechnet um ihren eigenen Sohn David handelt, ist die erfahrene Psychologin plötzlich eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs. Doch sie behandelt Rafi weiter, ohne die Dinge aufzuklären. Zerrissen zwischen mütterlicher Dominanz, Berufsethos, Sympathie für Rafi und Eifersucht, legt Lisa sich selbst bei einer Kollegin auf die Analytiker-Couch, um die vertrackte Situation zu verarbeiten. Derweil durchlebt Rafi die Höhen und Tiefen einer Beziehung mit einem jungen Typen, der zwar gut im Bett ist, aber auch ausgiebig Nintendo spielt. Und als sie von Lisa endlich die Wahrheit erfährt, muss sie sich mit deren Unbehagen, aber auch mit Davids und ihren eigenen Beziehungswünschen auseinandersetzen …

Mi, 30. Dez · 00:10-00:40 · SWR SR
Das Kondom des Herrn Fromm

 
Es gibt sie in allen Größen, Farben und Formen. Sie sind unverzichtbarer Schutz vor Aids oder anderen Krankheiten und verhindern eine ungewollte Schwangerschaft: Kondome. Erfunden von einem Berliner Juden: Julius Fromm.  Sein Patent: Glaskolben in eine Rohgummi-Lösung tauchen. So entstehen hauchdünne Präservative ohne Naht: „Fromms Act“! Das war 1916. Die neuartigen Präservative waren ein Riesenerfolg und machten Julius Fromm wohlhabend. Die Familie hat davon aber nichts mehr. Zweimal wird sie enteignet. Zuerst von den Nazis, dann von den Sowjets. Die Geschichte von „Fromms Act“ ist so wechselvoll wie die der Kondome: Von der Kirche verdammt, von Gesundheitsbehörden beworben, steht das Verhüterli beispielhaft für ein Stück moderner Sittengeschichte.