Achtung Satire: Wir sind ok, aber alle anderen sind Antisemiten

1
37

Zum Thema Antisemitismus brachte M’ariw letzte Woche einen sarkastischen Beitrag von Jonathan Shem-Or. Unter anderem kritisiert er die Hysterie mit der auf die Friedensinitiative des US-Präsidenten reagiert wird und die miesen Methoden seiner Verächtlichmachung…

Ja ja, ganz klar, Barack Obama ist Antisemit. Hillary Clintons Mann war zwar ein guter Freund, aber sie – da muss man doch nur ihre dünnen Lippen unter ihren antisemitischen Augen anschauen, und schon weiß man bescheid.

Immerhin, im Zeitalter von Hussein, dem Präsidenten, muss man seinen Hass nicht mehr verbergen. Wir kennen sie, diese Halunken, wir kennen sie alle. Israel hat den Antisemitismus nicht beseitig, es hat ihn lediglich konzentriert und ihm politische Rechtfertigung verliehen. Was kann man sagen – alle sind Antisemiten. … Aber das zeigt ja nur, wie toll wir sind, eine Großmacht, noch dazu mit der Goldmedaille im Windsurfen.

Deshalb mag uns niemand. Ja, den Fremden mag niemand. Und dabei spielt es keine Rolle, dass ja auch wir keine Araber ausstehen können, die Äthiopier verachten, auch die Russen und die Franzosen, dass wir Asylanten ignorieren und geschlagene Frauen und Obdachlose verspotten. Wir können halt alle die nicht leiden, die nicht so toll sind wie wir.
Wir sind ok, aber uns hassen alle.

1 Kommentar

  1. Nun ja, nun ja …. nun auch ´mal ganz ernsthaft zum Thema „Antisemitismus“ und als Vorabanmerkung folgendes:  Gewalt in verbaler Form oder körperlicher Form dürfen unter zivilisierten Menschen gar kein Thema sein. „Man“ wird aber sehr wohl Diskussionen führen können – über Kultur und Religion – die zu keinem gemeinsamen Standpunkt führen müssen. Wozu auch … am Anfang eines „Sich-Verstehens“ steht der Austausch und wer wollte bestreiten, daß manche Freundschaften bestehen und Freude bereiten obwohl es in einigen Punkten keinerlei Gemeinsamkeiten bestehen.

    Zur Sache:

    ANTISEMITISMUS-VORWÃœRFE

    … im Rahmen von Diskussionen/Kommentaren über christliche & jüdische Kultur oder Religion sind grotesk — weil meistens völlig neben der Sache ( vielleicht aus einer gewissen Hilflosigkeit heraus entstanden ) und vor allem sind sie dann zumeist unlogisch. Ich lege aber hier Wert auf die Betonung Themenkreis: „Religion und Kultur“, weil die „allgemeinübliche Verallgemeinerung“ dieses Anti-Titels klar ins Abseits führt. Warum ???

    Jesus von Nazareth IST von seiner völkischen Abstammung her ganz klar semitischer Herkunft ( Anmerkung: Viele der „außerisraelischen“ arabischen und auch beduinischen Abkömmlinge sind es gleichermaßen.) Jesus von Nazareth ist von seiner Geburt in Bethlehem her eindeutig israelischer Jude und im jüdischen Glauben und der jüdischen Kultur gemäß wurde er erzogen und ausgebildet (Essener ??)

    ER hat sich niemals gegen den jüdischen Glauben ausgesprochen, sondern er wollte diesen lediglich reformieren und dem Judentum eine neue humanere Gestalt geben. ER, Jesus von Nazareth plante nicht eine „Neue Religion“ zu gründen – das wurde eigentlich erst durch das Verhalten des jüdischen Klerus selber und den Ereignissen nach der Hinrichtung Jesu ausgelöst. Sollte denn dieser Jesus gar allein durch sein Auftreten und Wirken selber zum Anti-Juden oder Antisemiten „befördert“ worden sein ?  Das allerdings wäre dann wirklich absurd und ungewöhnlich.

    Wenn also heute ein Christ diesen Juden Jesus von Nazareth – für Christen ist er eben der Messias und Christus – verteidigt, dann verteidigt er einen Semiten.

    Wo, zum Teufel, – ist da also Platz für das Antisemitismus-Gefasel ??

    Wenn zum Beispiel ein deutscher Anwalt christlichen Glaubens einen deutschen Tu-Nicht-Gut  ( Moslem ) vor Gericht vertritt, dann ist doch dieser Anwalt auch nicht „antideutsch“ oder „anti-germanisch“ ( oh, Verzeihung für das Wort „germanisch“ ) oder „antichristlich“ — ja, merkt Ihr denn nichts ? Permanente und verallgemeinernde Anschuldigungen der „anti-dingensart“ sind zwar nicht witzig, aber sie treffen völlig ins Unlogische und damit ins Leere. Von Toleranz und dem Recht auf freie Meinungsäußerung will ich hier jetzt gar nicht reden.

    Und das große, allgemein gepflegte Ãœbel ist immer wieder die Vermischung von Politik und Kultur — man kann und darf nicht weltliche Maßstäbe an geistige Fragen koppeln und gar zur Urteilsfindung heranziehen. Leben und Hinrichtung unseres Herrn Jesus Christus belegen das …  

    Hans-Dieter Matthies

Kommentarfunktion ist geschlossen.