Erste Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes

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Der 74 Jahre alte israelische Reiseführer Motke Shomrat hat am Freitag morgen um 9:00 Uhr die deutsche Botschaft in Tel Aviv aufgesucht und Botschafter Harald Kindermann „mit großem Schmerz“ sein Bundesverdienstkreuz aus Protest gegen die Ehrung der israelischen Anwältin Felicia Langer zurückgegeben. Langer lebt heute in Tübingen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 24. Juli 2009

motkeShomrat erzählte am Telefon, dass er immer „sehr stolz“ auf sein Bundesverdienstkreuz gewesen sei. Es wurde ihm 1995 für seine „Verdienste für die Versöhnung zwischen dem jüdischen und deutschen Volk“ vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen. „Ich habe es immer meinen Gruppen im Bus erzählt und viel Applaus dafür geerntet“, sagte Schomrat.

Botschafter Kindermann habe Shomrat und seine Frau in seinem Büro empfangen. Eine Stunde lang hätten sie ein „sehr nettes und freundschaftliches“ Gespräch geführt, unter Anderem über die Geschichte Israels und jüdischen Selbsthass. Kindermann habe den Beschluss von Shomrat sehr bedauert, aber auch Verständnis gezeigt: „Wäre ich Israeli, hätte ich wohl auch so gehandelt.“ Shomrat äußerte sich sehr beeindruckt über den Botschafter und habe mit ihm abgesprochen, auch künftig in Kontakt zu bleiben.

Shomrat ist der erste, der die Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes nicht nur androht, sondern auch verwirklicht. In Deutschland haben inzwischen der Schriftsteller Ralph Giordano, der Historiker Arno Lustiger und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Nürnberg, Arno S. Hamburger, in offenen Briefen Bundespräsidenten Horst Köhler aufgefordert, die Ehrung Felicia Langers wieder rückgängig zu machen. Andernfalls sähen sie sich gezwungen, ihre eigene Ehrung abzugeben, um nicht in einer Reihe mit der israelischen Anwältin und Menschenrechtsaktivistin stehen zu müssen.

Langer wurde von mehreren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Johannes Gerster, und der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, vorgeworfen, Hass gegen Israel geschürt zu haben und eine Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern oder gar zwischen Juden und Deutschen eher gestört zu haben. Shomrat sagte: „Was hat Langer für Deutschland getan, dass ihr dafür eine solche Ehrung gebührte? Sie hat doch nur Hass geschürt und gegen Israel gehetzt.“

Shomrat stammt aus Köln. Er hat den Krieg zunächst in einem Kloster nahe dem belgischen Ort Dimant und später im KZ Mechlen in Belgien überlebt, von wo Juden ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert worden seien. Sein Vater sei im KZ-Dachau am Tag der Befreiung gestorben.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

22 Kommentare

  1. Ich persöhnlich hab es höflich aber bestimment abgelehnt, das Bundesverdienstkreuzes anzunehmen als es mir angeboten wurde, genauso das ich mich bis heute weigere , bei wichtigen Anlässen die Nationalhymne der BRD zu singen. Obwohl ich in der BRD geboren wurde. So kam ich nie in die Verlegenheit etwas bereuen zu müssen. Man/Frau kann auch ohne Orden den Menschen dienen. (Heiko David Internationeler Karikaturist)

  2. Perry hatte sehr Recht:
     
    Perry04
    24. Juli 2009 um 14:00
    Ich kann gar nicht sagen wie satt ich euch Antisemiten alle habe (hier: Ben,Jochen Kissly und Lord Lurch). Ihr steht mir bis obenhin und euer Geschreibsel widert mich an – meist Lügen und Vorurteile gemengt mit ungesundem Halbwissen und eine großer Portion Selbstgerechtigkeit.

    Macht endlich Schluss mit diesen Antisemiten (wenigstens in jüdischen Blogs).

  3. Ich bin für niemanden repräsentativ, genau so wenig wie Sie für Deutsche, denn dann würde es keine Juden mehr in Deutschland geben, wenn Judenhasser wie Ihresgleichen das Sagen hätten.
     
    „Blut- und Boden-Ideologie“
    Typisch für Antisemiten die Nazisprache auf Juden und Israel zu beziehen.
     
    Da hätten wir ja wieder einmal einen Beweis für Ihren Judenhass, Sie Möchtegernvertreter alter Naziideolgie.
     
    Eine Arbeits-Definition von Antisemitismus
    nach der European Union Agency for Fundamental Rights (ehemals EUMC)*

    Beispiele, wie sich Anti-Semitismus zum Staat Israel manifestiert in einem umfassenden Kontext:
    Das Äußern verlogener, entmenschlichender, dämonisierender oder stereotyper Vorurteile über Juden, wie etwa die Macht der Juden als Kollektiv, der Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder Behauptungen über jüdische Kontrolle der Medien, der Wirtschaft, der Regierung oder anderer gesellschaftlicher Einrichtungen.

    Der Vergleich der heutigen Politik Israels mit der Politik der Nazis.

    Nur weiter so!!

    „praktizierter Antifaschismus“

    kaputtlach

    Linksfaschismus, Antisemit. Dafür sind Sie hier das Paradebeispiel.

     
    Und nun husch zu den Linksfaschisten und zu den Islamisten, z.B. Muslimmarkt, antisemitische Schleuder.
     
     

  4. SIE nicht zu mögen, und IHRE israelisch-zionistische Blut- und Boden-Ideologie zu verabscheuen, ist kein Antisemitismus, sondern vielmehr praktizierter Antifaschismus.

    Sie, Lurch, verabscheuen also die „israelisch-zionistische Blut- und Boden-Ideologie“!
    Ich verabscheue Leute, die so etwas von sich geben. Lassen Sie doch Ihren Frust wo anders ab, okay?!

  5. Der implizierte Vergleich Israel – Deutschland, Drittes Reich, den Lord Lurch hier vornimmt („israelisch-zionistische Blut- und Boden-Ideologie„), stempelt ihn zu einem Verleugner des Holocaust.
     
    Wie kann er nur, wenn er nicht vollkommen besoffen ist, einen regionalen Konflikt mit paar Zehntausenden Toten und ein demokratisches Land (Israel) mit dem Inbegriff der Undemokratie, der Hitlerdiktatur und deren Kriegen (Zweiter Weltkrieg mit über 60 Millionen Toten – auf deutsches Konto, denn wir haben diesen Krieg vom Zaun gebrochen) vergleichen!
     
    Eigentlich gehört der Mann ins Gefängnis, denn Holocaustleugnung ist strafbar.

  6. @Schulamith:
    „Schreiben Sie die “jüdische Lobby”, Herr Berufsantisemit Lord Lurch, Sie müssen sich nicht so bemühen, Ihren Judenhass zu
    verschleiern.“

    Bemühen Sie sich doch erstmal nicht, Herr oder Frau BerufszionistIn Schulamith, sich selbst und herrlich repräsentativ als StellvertreterIn für das ganze Judentum auszugeben.

    SIE nicht zu mögen, und IHRE israelisch-zionistische Blut- und Boden-Ideologie zu verabscheuen, ist kein Antisemitismus, sondern vielmehr praktizierter Antifaschismus.

  7. Manche denken, jeder jüdischer der Nick klingt, desto glaubwürdiger würden sie erscheinen. Ein Schelm wer böses dabei denkt. 😀

  8. Clemens Heni: Das Tübingen-Syndrom – Boris Palmer und der Wohlfühl-Antisemitismus
    Felicia Langer wurde kürzlich das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen und würdevoll überreicht. Frau Langer ist seit Jahren berüchtigt für ihre anti-israelischen Texte, sie hat auch den iranischen Präsidenten Ahmadinejad für seinen Hass auf Israel und den Westen gelobt.  Langers Wort von der Antisemitismuskeule, welches sie für ihre Kritiker benutzt, ist beachtlich und kaschiert ihren eigenen Antizionismus, der von jedem Antisemitismus gereinigt werden möchte.
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/clemens_heni_das_tuebingen_syndrom_boris_palmer_und_der_wohlfuehl_antisemit/
     
     

  9. Ich bin der Meinung, daß es nicht angebracht ist solche Personen wie Motke Shomrat zu feiern. Er mag aus seiner Sicht das rechte getan haben, aber das ist eben nur eine Sichtweise – auch wenn Sie von den meisten jüdischen Funktionären in Deutschland geteilt wird. Mein Respekt gilt Frau Langer, die ungeachtet ihres Jüdischseins immer wieder auch die Verbrechen des israelischen Staates und der israelischen Armee anprangert. Dass man sie seinerzeit aus Israel herausgeekelt hat ist eine Schande. Ich schäme mich ein wenig, dass ich nicht so viel Zivilcourage habe wie sie.

  10. Schreiben Sie die „jüdische Lobby“, Herr Berufsantisemit Lord Lurch, Sie müssen sich nicht so bemühen, Ihren Judenhass zu verschleiern.

  11. Ein Beispiel von überzeugender Charakterfestigkeit und Konsequenz. Respekt hat der Mann auf jeden Fall verdient. Ich befürchte, dass die anderen, die dasselbe angedroht haben, nicht die nötige Charakterstärke haben werden.
     
    Aber es ist doch schön, was für illustre Gesellschaft auf der Seite von HaGalil sich eingefunden hat. Antisemiten und rechtsradikale religiöse Fanatiker inbegriffen. Was für abgefahrene Ideen werden hier geäußert! Mal sind alle, die nicht gegen Israel sind, Agenten des Weltzionismus (wie schrecklich), mal sind alle, die nicht die kahanistische Agenda unterstützen, Verräter und Agenten des Weltislamismus.  Und all das kommt raus als Reaktion auf eine BVK-Rückgabe durch einen alten Mann im fernen Israel. Die Verbindung muss man erstmal herstellen. Reife Leistung, liebe Radikale! 🙂

  12. Mezujan, Herr Botschafter!
    Aber was ist mit Ihrer regierung. Die helt wohl mehr zu Typen wie Aloni, die Heulboje, Langer, Zimmermann, Zuckermann, Burg, Avnery, Levy und solche Konsorten.

    Oder wieso unterstützen sie Barakk Hussein Obama, der Israel vernichten will aus Hass eines Mohammedaners???

    http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2009/07/und-wieder-einmal-die-siedler.html

    Ist es illegal, wenn Juden ihr Land besiedeln ?
    Ohne Obama und dem ganzen Tamtam würden die Outposts gar nicht geräumt werden. Seien sie nun legal oder illegal.

  13. Das Schlimmste ist, dass Alibi-Juden, wie Langer und Palmer den Antisemitismus fördern um Vergünstigungen zu erhalten. Beachtet die Spezialberichterstattung von HC über Tübingens Bürgermeister, ein Grüner, der massgeblich am Verrat an Israel beteiligt ist. Henryk will da noch was machen. Also, die Sache ist noch nicht ausgestanden.

  14. Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? Auch ein Botschafter darf sich auf diese berufen. Er sprach im übrigen ausschließlich davon, wenn er einer wäre, also von sich selber. Besser reflektieren und dann erst beschweren.
    Mezujan Herr Kindermann.

  15. Gut gemacht, Herr Motke Shomrat!

    Jetzt sollte auch Giordano noch den Anstand haben und sein Kreuz ablegen. So wie er es versprochen hat. Und dazu noch Friedman und Knobloch, Lustiger, Hamburger, und wie sie alle heissen, die offenbar allesamt nur deswegen ausgezeichnet wurden, weil sie die „richtigen“ Juden waren.

    Was aber die gesamte Israel-Fraktion nicht zu begreifen scheint, ist, dass ihre gross angekündigte Rückgabe-Aktion ein Schuss ins eigene Knie ist.
    Denn man braucht ja nur bis Zwei zählen zu können, um sich auszurechnen, was dabei herauskommen kann:

    1) Der Bundespräsident Köhler beugt sich ihrem Erpressungsversuch und fordert von Langer das Bundesverdienstkreuz zurück – Dann steht der Bundespräsident in der deutschen Öffentlichkeit da als ein charakterloser Befehlsempfänger der zionistischen Lobby, als ein lächerlicher Lakai des Zentralrates der Juden und als gehorsamer Laufbursche der 5. Kolonne Israels.
    Und das würde in der deutschen Öffentlichkeit natürlich allen Fragen nach den tatsächlichen Machtverhältnissen in Deutschland und allen Gerüchten um die Existenz einer „zionistisch-israelische Weltverschwörung“ kräftigsten Auftrieb verleihen.

    2) Köhler bleibt standhaft – Dann müssen sie selbst ihr Verdienstkreuz wieder zurückgeben.
    Und das wird dann auch wieder Schlagzeilen machen, und die deutsche Öffentlichkeit wird sich dann endlich mal und zu Recht die Frage stellen, was das denn für eine illustre Gesellschaft von Zionisten ist, die einerseits so vehement gegen die Menschenrechte antritt und andererseits dafür dann auch noch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist.

    So oder so – Giordano und seine Gesinnungsgenossen können da nur verlieren. Wenn sie tatsächlich geglaubt hatten, mit ihrer Erpressungsaktion in der deutschen Öffentlichkeit Verständnis und Sympathien für den Aggressorstaaat Israel wecken zu können, dann sind sie dümmer als die Politik erlaubt.
    Sie haben zu hoch gepokert und stehen jetzt unter Zugzwang. Und können nichts anderes mehr tun, als ein gewaltiges Eigentor zu schiessen.

  16. Herr Kindermann, deutscher Botschafter in Tel Aviv, hat damit allen Israelis die so wie Felicia Langer ein Ende der Besatzung und ein Ende der seit Jahrzehnten andauernden Menschenrechtsverletzungen wollen, die Israeliut abgesprochen.

    Wer Jude ist bestimme ich, sagte mal ein Landsmann des Herrn Botschafters.
    Nichts neues unter der Sonne.

    Und da der Satz weitergeht – eitel – Eitelkeiten – fallen mir noch so ein paar Hofjuden ein, Shomrat, Broder, Langer, die sich um die Ehre des Lieblingshofjuden von deutscher Gnade streiten.

  17. Der Botschafter Deutschlands schlaegt damit allen Israelis ins Gesicht, die in irgend einer Form anders darueber denken. Wie kann es sich der deutsche Botschafter erlauben, zu bestimmen, welche Ansicht und Handlungsweise einem Israeli gemaess waere.
    Man sollte sich beim deutschen Aussenministerium beschweren.

    Aber dort werden wohl nur solche Juden oder Israelis als soche wahrgenommen, die vorher lange genug ihre wahre „judengemaesse Gesinnung“, nach deutscher Lesart (!), nachgewiesen haben – oder lange genug herumgeschleimt haben, um ueberhaupt so ein deutschen Orden zu bekommen.

  18. Interessant die Reaktion des deutschen Boschafters:

    „Wäre ich Israeli, hätte ich wohl auch so gehandelt.“

    Endlich mal einer der Tacheles spricht.

  19. Wenn sich Herr Shomrat nicht zu schade war das deutsche Ehrenkeuz anheften zu lassen (PFUI!), dann sollte er lieber in seiner Schande schweigen, als noch ein grossen Tanz aufzuführen und das Ding mit grossen Klimbim wieder abzugeben. Lächerlichst!

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