Karikaturen, Puppen und Plakate: Alter Judenhass in neuen Gewändern!

26
129

Es ist schon erstaunlich wieviele rotverschmierte Babypuppen in deutschen Wohn- und Kinderzimmern rumliegen. Und erstaunlich wieviele davon kürzlich zu einem Ausflug in die Innenstädte mitgenommen wurden…

von Ramona Ambs

Womöglich wurden die armen Puppen aber auch extra für diesen Ausflug, der in Fachkreisen auch „Demo gegen Israel“ heisst, mit roter Farbe übergossen, damit man Anschauungsmaterial dabei hat. Schließlich geht es doch darum, der Welt zu zeigen, dass die Juden Kindermörder sind. Deswegen hat man ja die „blutverschmierten“ Puppen dabei und hält sie anklagend in die Kameras. Die daneben stehenden Kinder tragen bisweilen schon mal Sprengstoffgürtel-Atrappen.

Siehe Video bzw. Artikel: islam-faschismus-marschiert-die-polizei-schaut-zu

Dass Extremisten derlei denken und verbreiten, ist nicht neu, siehe: 2006/07/berlin. Neu hingegen ist die Bereitschaft von Medien, diese Bilder und Botschaften ungefiltert und unkommentiert zu übernehmen. So auch die Frankfurter Rundschau. Dort erschien online und in der Printausgabe ein Artikel von Inge Günther, in dem es zwar um den Gaza-Krieg ging, nicht jedoch um Proteste für oder gegen denselben. Dennoch (siehe: fr-online.de–schiessen-und-reden hatte man offenbar keine bessere Idee, als ein Bild dazu abzudrucken, das zwar nichts mit dem Artikel zu tun hat, dafür aber richtig schön widerwärtig ist. Die Bildunterschrift nämlich lautet: Antiisraelischer Protest in Indien. Aha! Zu sehen ist ein Mädchen, das ein Plakat hochhält, auf dem ein Jude mit Messer und Gabel ein palästinensisches Kind verspeist: siehe http://www.fr-online.de.

Warum zeigt man derartiges nun in solch unkritischer Weise? Ist es Ahnungslosigkeit? Dummheit? Oder will man sich der Sichtweise anschließen? Immerhin, die Kindermörder-Geschichte ist offenbar wieder schwer im Kommen. Auch Karikaturisten nehmen sich ihrer an. So auch Klaus Stuttmann: Über der Unterschrift „Israel wehrt sich“ sieht man tote Kinder vor einem israelischen Panzer, darüber die Sprechblase: „Es ging nicht anders. Unser Auftreten hätte bei diesen Kindern so einen Hass erzeugt, dass aus ihnen später lauter Selbstmordattentäter geworden wären„. Siehe: http://www.tagesspiegel.de.

Nun gut, man könnte sagen, auch Antisemiten wollen mal lachen. Aber warum wurde diese Karikatur vom Tagesspiegel in Berlin bis hin zur Badischen Zeitung in Freiburg – von Nord nach Süd, also quer durch die Republik, in so vielen Zeitungen abgedruckt? Nicht in rechtsextremen Blättern, nein, in ganz normalen Tageszeitungen jeglicher Couleur? Ist es inzwischen wieder Konsens, dass Juden nicht nur Jesus- sondern auch Kindermörder sind?

Das deutsche Volk unter der Zuchtrute des „Central Council of Jews in Germany“

Haben die Karikaturisten keinerlei Ahnung, an welch unselige Tradition sie da anknüpfen? Es scheint so, denn selbst scheinbar israelfreundliche Karikaturisten, wie zum Beispiel Götz Wiedenroth, entpuppen sich bisweilen als Figuren, die sich alter antisemitischer Stereotypen bedienen. Wiedenroths Zeichnungen erscheinen in vielen Tageszeitungen und Magazinen und auch auf dem Internetportal Yahoo. Wie Stuttmann hat Wiedenroth zahlreiche Preise erhalten. Bei Wiedenroth dürfte die Solidarität mit Israel nur vorgeschoben sein – in erster Linie zum Zwecke der Verächtlichmachung von Muslimen. Israel und die Juden sind nur willkommen, wenn man sie gegen den Islam verwenden kann.

Kein Wunder, dass er auf rechten Webseiten wie PI besonders beliebt ist und für seine „mutigen Zeichnungen“ wie ein Held hofiert und bejubelt wird. Dort stört es die Leser auch nicht, wenn einer pro forma für Israel ist, die Juden selbst dann aber doch irgendwie nicht leiden kann. Wiedenroth jedenfalls knüpft an alte rechtsextreme Mythen an, wenn er – wie hier zum Beispiel: wiedenroth-karikatur.de-Zentralrat_Juden_Sprache_Wortwahl_Diktat_Skandalisierung – die armen Deutschen unter Zuchtrute und Geißel des Judentums leiden sieht.

Und um jede Unklarheit auszuräumen, wird zur Karikatur sogar eine Erklärung auf Englisch mitgeliefert. Hier erfahren wir wahrhaft Schauriges vom Leiden des deutschen Volkes unter der Zuchtrute des „Central Council of Jews in Germany“. Dieser scheint, will man Wiedenroths Darstellung folgen, regelrecht am Wiederholungszwang zu leiden, wenn es darum geht, „prominenten Personen“, die öffentlich Worte benutzten, die man in Verbindung mit dem Holocaust bringen könnte, unter Druck zu setzen. Dieser eigenartige „Council“ geht sogar soweit zu betonen, „that certain words shouldn’t be used especially in november because of the widespread crimes committed against Jews on november 9th, 1938„. Ja sowas aber auch! Aber damit nicht genug. Der mit seiner „politischen Unkorrektheit“ gerne kokettierende Karikaturist beschreibt den Zentralrat sogar als hinterlistigen Fallensteller, und Politiker, die diesem „Council“ in die Falle gehen, wurden schon wiederholt zum Rücktritt aufgefordert.
Man kommt aus dem Staunen kaum heraus. Es entsteht der Eindruck, der Deutsche sei entmündigt und müsse, wie im Kindergarten, erstmal beim Zentralrat um Weisung fragen, welch Deutsches Wort denn nun gesagt werden darf und welches nicht: „It seems as if it is wished to prescribe a feasible thesaurus of German language to Germans, seen as little children. Moreover, it seems as if it is wished that Germans should behave like children and ask council first before they choose not knowingly any German words that may have been used by national socialists„.

Siehe auch: Pogromstimmung_Manager_Ruecktrittsforderung_Zentralrat_Juden

Aus Wiedenroths Worten spricht tiefe Not, denn wer möchte schon in einer Atmosphäre leben, in der „jedermann zu jeder Zeit unter Anklage gestellt werden kann„, nur weil er es wagte ein „alltägliches Wort der deutschen Umgangssprache zu verwenden, welches schon die Nazis benutzen„. Fast möchte man fragen, wie lange wird Germania noch stillhalten unter dem Diktat dieser Geißel, vermutlich nicht nur der Deutschen sondern der Menschheit, denn wozu sonst wäre eine Übersetzung ins Englische notwendig. Wohin möchte man solche Karikaturen exportieren?

Wie sehen, die deutsche Solidarität mit Israel und den Juden ist doch sehr brüchig und mit tausend Vorbehalten und Verbindungen verwoben. Dabei könnte eine kritische Karikatur auch bereichernd sein – wenn sie denn alte antijüdische Stereotypen und böswillige Verleumdungen unterlässt. Aber auf solche Karikaturen wird man wohl warten müssen. Die Darstellung von Juden als Kindermörder und Geißel des deutschen Volkes verkauft sich wohl besser – inzwischen nicht mehr nur in rechten Medien, sondern auch in der Tageszeitung vorne am Kiosk.

26 Kommentare

  1. Gestern am 09.Tag/2.Monat/ 2009 habe ich auf >arte. de< (+7) die Sendung: „Eine andere jüdische Geschichte“ gesehen.
    Ich muss feststellen das (arte. de +7) immer gute und Wahrheitsgetreue >Reportagen“ zeigt, die den Horizont so mancher, „christlich“- falsch-manipulierter Menschen, Sekten und falschen Propheten erweitern würde um zu der wahren Theologie Gottes und Jesu Christi zu finden durch Buße und Bekehrung von der alten Denk und Lebensweise.

  2. Karrikaturen usw. dies hat lange Tradition. Welche K. sind berechtigt, welche nicht? Welchen Zeck haben diese? Wenn Sie dem Antisemitismus dienen sind Sie unverzeihlicher Rassismus.
    Wie verhält es sich dann aber mit den Mohammed Karrikaturen, wo dieser als Bombe dargestellt wird ?
    Hier sagen die Islamisten die Religion wird verächtlich gemacht!
    Ich sehe es als Kurzfassung einer Mitteilung: Der Islam wird zum Bombenterror gebraucht und gefährdet den Frieden.
    Die westliche Freiheit läßt dies als Karrikatur zu, der Islam ruft zum Mord an den Verursacher (Künstler) auf.
    Schändliche Darstellungen der Juden sollen ein Volk verachtenswert darstellen, sind also rassistisch und deshalb nicht würdig Beachtung zu finden.
    Wo Menschen oder Staaten verächtlich dargestellt werden muß sich jeder auch der halbgebildete fragen,was ist der Sinn, wem dient und wem nützt es, oft wird es nur dargestellt um die Verkaufs Zuschauerzahlen zu erhöhen.

  3. <blockquote>Warum zeigt man derartiges nun in solch unkritischer Weise? Ist es Ahnungslosigkeit? Dummheit? Oder will man sich der Sichtweise anschließen?</blockquote>

    Das ist leider furchtbar simpel zu erklären: Diese Bilder erzeugen Aufmerksamkeit und sorgen für eine gute Quote. Da schaut jeder hin, ganz egal wie er zu dem Konflikt steht.
    Ich finde auch, dass das eine Geschmacklosigkeit ist, aber ich denke, dass das eben ein generelles Problem der Medien ist und nichts, was nur speziell bei dieser Thematik vorkommt.

    Diese Karikatur habe ich nicht gesehen, aber von dem, was ich hier gehört habe, hätte ich das als Verleger nicht drucken lassen. Trotzdem sollte man unterscheiden, dass es sich dabei um Stimmungsmache gegen das israelische Militär bzw. gegen Israel handelt, aber keineswegs am Judentum als solches.

    Es gibt eindeutig Antisemitismus in Deutschland, keine Frage. Und es kann sein, dass er momentan wieder an Kraft gewinnt. Aber bitte versucht auch, die richtigen Leute zu treffen. Sonst schwingt immer die leise Unterstellung mit, die Deutschen wären alle heimliche Judenhasser. Und das macht mich traurig, weil ich weiß, dass es nicht stimmt. Es ist nicht Konsenz, dass Juden Kindermörder sind.

    Noch ein Wort zum Zentralrat: Womit ich ein Problem habe, ist seine unverzeihliche und unversöhnliche Grundhaltung. Da wird nicht unterschieden zwischen Freunden, die mal unbeabsichtigt Gefühle von Holocaustüberlebenden verletzen und denen, die tatsächlich böse Absichten gegen Juden hegen.

    Vielleicht wird das auch nur von den Medien dargestellt, aber so kommt das bei mir an. Ich würde mir wünschen, wenn auf uns Deutschen nicht immer gleich eingedroschen werden würde, wenn wir einen Fehler machen, sondern dass wir  gemeinsam gegen die Antisemiten vorgehen können und gemeinsam die Zukunft gestalten. Und wenn wir uns gegenseitig streiten, dann sind profitieren davon letztlich nur die Antisemiten.

  4. […] Alter Judenhass in neuen Gewändern…? Veröffentlicht in 3. Februar 2009 von theolounge Von jüdischer Seite aus wird kritisiert, dass die Medien offensichtlich allzu unreflektiert Bilder und Karikaturen übernehmen, die dazu angetan sind, Antisemitismus zu fördern. Hier eine Stellungnahme dazu aus jüdischer Sicht. > mehr.  […]

  5. Vielen Dank für die Antwort.

    Cartoons stellen ja auch öfters Sachverhalte etwas überspitzt dar, aber wenn es nur darum geht Ressentiments zu schüren, dann ist eindeutig eine Grenze überschritten.
    Find ich jedenfalls sehr schade, dass sich Herr Haw auf dieses Niveau begibt.

  6. Hallo Wehgener,
    zum Wechsel Daniel Haws von HaGalil zu PI habe ich im Forum schon mal etwas geschrieben. Was einen Teil seiner letzten Cartoons angeht würde ich sagen, dass einige sehr sehr grenzwertig waren- ein oder zwei fand ich sogar völlig daneben. Mit einigen anderen wiederum traf er den Nagel auf den Kopf. –
    Insgesamt denk ich aber, dass seine neueren Cartoons – die ja auch fast nur noch das Thema Islam/Muslime in Deutschland hatten- bei PI „besser“ aufgehoben sind.
    r.a.

  7. Hallo ramona,
    mich würde mal Ihre Meinung zu den Daniel Haw Cartoons, die zuletzt bei Hagalil nun bei PI veröffentlicht werden, interessieren.

    Meiner Meinung nach stehen diese  antisemitischen Cartoons in nichts nach, nur dass eben antimuslimische  Ressentiments bedient werden.

    Viele Grüße

  8. Hallo an alle.

    Ich habe mir jetzt mal die Karrikaturen angeschaut und nicht nur die die angeblich über Juden hetzen sondern die anderen auch. Ist euch mal aufgefallen, dass da irgendwie keiner gut bei weg kommt? Weder Merkel noch Knobloch, noch die Hamas, etc. Es sind Karrikaturen! Also empfehle ich: Zurücklehnen und Kaffee trinken. Wird auch nicht so heiß getrunken wie er gekocht wird…
    Außerdem frage ich mich ob Israel immer mit Jude gleichzusetzen ist?!

    Gruß an alle.

  9. aber Ruta, ich habe niemanden zur Ordnung gerufen.
    Mein Artikel war auch kein unerfreulicher Patzer – und dass es links nicht besser aussieht, hab ich durchaus auch schon mal erzählt…
    http://test.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=2417&catid=44

    Aber wissen Sie, manchmal sitzt man in der Mitte und von links schallt es: „nix gegen Juden, aber diese Scheiß-Zionisten in Israel“;
    von rechts hingegen schallt es: „Israel macht alles richtig, aber diese Juden in Deutschland, die wissen unsere Solidarität gar nicht zu schätzen, dauernd machen die s`Maul auf“.

    @Herr Wiedenroth – wozu sollte ich Sie anrufen, Sie erklären Ihre Karikaturen doch selbst.
    Und Konjunktive sind bisweilen durchaus hilfreich.

    und @Frau Goldmann – wir machen keinen Risches. Ich habe auch nicht kritisiert, dass man den Zentralrat kritisiert hat – sondern WIE man ihn kritisiert und dargestellt hat.

  10. Robert und Alex, liebe Freunde, ich habe nun leider das Gefühl gründlich missverstanden worden zu sein. Und ich muss dies wohl meiner etwas knappen Art des Schreibens geschuldet sein lassen und bitte hiermit um Verzeihung.
    Ich wollte nicht Israel kritisieren, falls dies der eine oder andere so aufgefasst haben sollte. Nein, nichts läge mir ferner, ist doch Israels Kampf ein richtiger und berechtigter und in jeder Hinsicht zu unterstützender! Dies ist mir als alter und verlässlicher Freund Israels seit vielen Jahrzehnten nur allzu bewusst.
    Zu Bedenken gab ich nur, dass doch die Schreiberin des obigen Artikels sich besser überlegen sollte, wer denn Israels Freunde sind, bevor sie, mit sattsam bekannten Spitzen, eben jene in solch infamer Art und Weise zur Ordnung ruft. Mit etwas weniger Verve, wäre dieser unerfreuliche Patzer nicht nötig gewesen. Dass die linken Friedensengels nicht immer lieb sind, hat sich ja schon bis hierher herumgesprochen, vielleicht nimmt man ja auch einmal zur Kenntnis, dass Rechts nicht immer pöse ist.

  11. Hallo,
    leider weiß niemand von uns allen (ich nicht, die meisten Medienberichterstatter nicht und die meisten Demonstranten nicht usw.), was es bedeutet, in der nordisraelischen Stadt Sderot z. B. zu wohnen – mit der allgegenwärtigen Gefahr von Raketenangriffen. Auch das wahre Leben der Palästinenser kennt von uns Deutschen fast niemand. Warum also mischen wir Unwissenden uns dann in die Nahostpolitik ein (ich meine wir als deutsche Pasanten auf der Straße) und fordern als Gutmenschen Gerechtigkeit? Viele Menschen waren vielleicht als Jugendliche – zu Recht - entsetzt  über die nahtlosen Ãœbergänge in der deutschen und europäischen Politik nach 1945, doch es scheint mir, daß unter diesen nicht wenige auf den neuerlichen „Friedensdemos“ zugegen waren, um die neuesten „historischen Vergleiche“ zwischen Warschauer Ghetto und Nahostkonflikt aufzuzeigen. Was ist mit Darfur? Was haben deutsche Juden (oder jüdisch glaubende Deutsche, deren Vorfahren teilweise schon im Mittelalter in Deutschland gelebt haben) mit der Nahostpolitik zu tun – außer der normalen Bindung an ihr Heimat und ihren Glauben? Als nichtjüdischer Deutscher habe ich mich immer gegen Pauschalurteile gegenüber Deutschland gewehrt. Wer käme etwa auf die Idee, uns junge Deutsche für den Holocaust verantwortlich zu machen? Schon deshalb sollte es unsere Pflicht sein, gegen Vorurteile jeglicher Art Stellung zu beziehen. Leider vermisse ich das aus den Reihen der Politik.

  12. Eine Karrikatur-überzeichnet sie nicht ein Stück Wirklichkeit? Tatsächlich sind die deutschen Zeitungen in den letzten Wochen voll mit Kommentaren des Zentralrats über Poltiker und Geistliche. Daß das aussieht als ob da jemand immer mit erhobenem Zeigefinger auftritt, daran besteht gar kein Zweifel. Nun stellt sich die Frage, sind all jene, die da als Antisemiten abgeurteilt oder unter Derdacht gestellt werden, wirklich Antisemiten? Ist der Antisemitismus wie immer wieder behauptet wird, wirklich in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen? Was, wenn das nicht stimmt, wenn man zu schnell und womöglich verkehrt urteilt? Besteht da nicht wirklich die Gefahr, daß die ständig zu Unrecht und sogar in Massen anonym Verurteilten nicht irgendwann ihre Sympathie einstellen? Die deutsche Kanzelrin hat sich neben Isreal  gestellt im Gaza-Kreig. Deutschland hat seither mit eine Terrordrohung zu kämpfen, die Ernst genommen werden muß. Ist es nicht schon rein psychologisch  fatal ein ganzes Volk ständig unter Generalverdacht zu stellen? Respekt, Hilfe, Liebe beruhen auf Gegenseitigkeit. Vielleicht spricht diese Karikatur von Herrn Wiedenroth etwas an, das man ernst nehmen sollte, nämlich die Möglichkeit , daß eigenes Verhalten Antisemitismus provozieren könnte. Warum tun wir uns so schwer damit Kritik zu ertragen? Es bleibt doch die Frage, kann man mit uns offen reden, ohne daß wir das Gegenüber, falls es Kritik an uns übt, unter Antisemitismusverdacht stellen?

  13. Interessante Logik die uns von Ruta hier vorgestellt wird. Weil Leser der jungen Freiheit pro-israelisch votieren, soll Israel seine Bevölkerung nicht schützen? Ist es das Problem, das Rechte Pro-israelisch sind oder soll das in Frage stellen, wie man überhaupt Pro-Israelisch sein kann? Toller Trick den eigenen Antisemitismus hinter seinem Anti-rechts Standpunkt zu verstecken…
    Da ist Farshid ja schon gewissermassen ehrlicher, der scheint sich seines Antisemitismus/-zionismus wenigstens bewusst zu sein. Man weiss nur nicht genau welche Variante die schrägere Projektion beinhaltet: die unmittelbar das Ressentiment ausspuckende oder jene die DEN Juden (denn das IHR aus Rutas Text bezieht sich wohl eher auf IHR JUDEN denn auf IHR ISRAELIS) sogar noch vorwirft, dass die Falschen (sicherlich ebenso pro-forma weil eig. anti-islamisch wie bei PI) israelische Interessen (nämlich die eigene Bevölkerung zu schützen) nachvollziehen…

  14. @Ruta
    Ja „wir“ können es uns leider nicht immer aussuchen. Wir haben u.a. auch „Freunde“ bei evangelikalen Gruppen, die der Meinung sind, Juden gehören allesamt nach Israel, damit „ihr Jesus“ endlich wiederkomme, ansonsten aber halten sie Juden mitleidsvoll für verblendet, weil sie partout an diesen Jesus nicht glauben mögen.
    Was aber, Ruta, wolltest Du eigentlich sagen? „Wir“ (Juden, Israelis, hagalil-Leser, Philosemiten?, oder wen meinst Du mit „Ihr“? ) sind auch für unsere falschen Freunde verantwortlich? Meinst Du, wir sollten einfach stillhalten, damit wir eventuell die Gunst der Zuneigung von seitens der „richtigen“ Freunde erhalten, also aller aufrechten Friedenskämpfer? Meinst Du, wenn wir uns endlich benehmen, werden uns die Völker endlich lieben? Und die richtigen Freunde verwöhnen? Oder glaubst Du vielleicht, hinter der ‚Jungen Freiheit‘ steht vielleicht gar der Mossad oder  die zionistische Weltverschwörung?

    @Ramona
    Toller Beitrag! Vielen Dank. Sehr wichtige Informationen und gut geschrieben!

  15. Zitat „Bei Wiedenroth dürfte die Solidarität mit Israel nur vorgeschoben sein – in erster Linie zum Zwecke der Verächtlichmachung von Muslimen. Israel und die Juden sind nur willkommen, wenn man sie gegen den Islam verwenden kann.“

    Liebe Frau Ambs,

    seien Sie versichert: da irren Sie sich. Israel hat immer meine Solidarität gegolten und das ist auch heute so, das vetrete ich auch gegenüber Leserbriefschreibern, die mich deshalb attackieren. Es ist ein unredliches und unbegründbares Gedankenkonstrukt zu behaupten, ich würde diese Solidarität nur zeigen, um den Islam kritisieren zu können. Unredlich und kühn ist es ferner, meine Kritik an der Wort-Zensurpolitik des Zentralrats der Juden in Deutschland als Israelfeindlichkeit  zu deuten. Wegen dieser Kritik als antisemitischer Karikaturist deklariert zu werden, verrät eine gewisse Eilfertigkeit im Urteil, von diffamierend-verleumdenden Aspekten abgesehen. Eine kleine recherchierende Rückfrage bei mir vor Abfassung Ihres Artikels mit dürftiger „dürfte“-Formulierung hätte seiner Qualität zweifellos nicht geschadet.
    Freundliche Grüße aus Flensburg
    Götz Wiedenroth

  16. zum letzten Komentator kann ich nur kurz schreiben, dass der letzte Teil seines Namens „shid“ all das ausdrückt was er von sich absondert: pure Scheiße. Sie sollen zum Scheitan fahren alle Islamofaschisten und ihre Unterstützer.

    In diesem Sinne wünsche ich alle Lesern von hagalil einen guten Schabbat.

    B’Shalom

    Robert Dupuis, Berlin-Neukölln

  17. …….und wieder übergab man das Wort der Dummheit! Sie ist der größte „Feind“des Menschen`s,vor ihr habe ich Angst.Einseitige Berichterstattungen,ob gewollt,oder aus anderen Motiven ,schaffen Meinung .“Selber nachdenken“ scheint wohl zu schwer,also rennt man mit der Horde mit, und war dies nicht schon einmal unser Verderben? Das wird,ist die Neuauflage der Antisemiten! Am Israel chai Shabbat Shalom !

  18. Die Wurzel des Antisemitismus wurde nie beseitigt, die Nazi´s waren immer da – selbst nach Kriegsende machten sie im Untergrund weiter und jetzt fängt dieser hässliche Baum wieder an zu blühen. Hier in Österreich ist es nicht anders!! Ich überlege schon lange auszuwandern……

  19. Toller Artikel Ramona. Es ist wirklich traurig, wie von allen Seiten der Judenhass oder zumindest das „gewisse Ressentiment“ durch die Ritzen dringt.

    @Abraham
    Was hat das mit dem Thema zu tun? Wie wäre es, wenn Sie sich noch ne Pizza bestellen?

    @Cora
    Was genau gehört deiner Meinung nach unter den Verleumdungsparagraphen?

  20. Fällt das nicht eindeutig unter den Verleumdungsparagraphen? Derlei Hetze gehört angezeigt, ebenso die Demonstranten mit ihrem antisemitischen Geschrei. Manchmal möchte ich verzweifeln.

  21. Guten Tag
    Haben Sie zufaellig eine uebersetzung in Englisch und Haebreisch des Artikels
    „Zehn Probleme,die  Eeuropa mit Iseael hat“ Von David Harris .
    Mit freundlichen Gruessen A.Schreiber

Kommentarfunktion ist geschlossen.